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Steffen

    Gelesen

    Kochen mit Bier: das Craft Beer Kochbuch {Buchvorstellung}

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    © Daniela Haug/Brandstätter Verlag

    Der Craft-Beer-Trend reißt einfach nicht ab. Nachdem inzwischen nicht nur die großen Getränkekonzerne eigene Pale Ales auf den Markt werfen, sondern Doppelbock und Zwickerl sogar beim Discounter zu finden sind, ist es kein Wunder, dass die Craft-Beer-Welle auch auf den Kochbuchmarkt überschwappt. Eines der schönsten neuen Bücher, das Bier und Kochen miteinander verbindet, ist vor einiger Zeit bei uns eingezogen und hat uns bereits u.a. eine extrem leckere Sauerkrautpizza mit dunklem Hefeweizen im Teig beschert.

    „Craft Beer Kochbuch“ nennt sich das im Brandstätter Verlag erschienene Werk ganz schnörkellos. Geschrieben wurde es von Torsten Goffin und Stevan Paul, fotografiert von Daniela Haug. Zumindest Zweitgenannter sollte den geneigten Kochbuchkäufer_innen ein Begriff sein. Wer Stevan Pauls bisherige Bücher oder seinen Blog Nutriculinary kennt, ahnt, dass sich auch hinter diesem Titel ein ansprechendes und hochwertiges Buch verbirgt.

    Worum gehts?

    Der Titel verspricht ein Craft-Beer-Kochbuch, also Rezepte nicht nur zum, sondern auch mit Bier; nicht nur Foodpairing, sondern eben auch Bier in der Soße, Bier im Teig und Bier im Nachtisch. Denn bisher, so die Autoren im Vorwort, sei der Verbindung von Essen und Bier noch viel zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt worden. Dementsprechend will das Buch auch Grundlagenforschung betreiben und präsentiert auf den 240 Seiten nicht nur 44 Rezepte, sondern auch massig Infos zum weiteren Themenfeld. So wird z.B. erklärt, welche Regeln beim Foodpairing mit Bier hilfreich sind, ohne dabei dogmatisch zu werden. Das Buch möchte Anstöße geben und die Leser_innen auffordern, die spannende Welt des internationalen Craft-Beer-Booms zu entdecken.

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    © Daniela Haug/Brandstätter Verlag

    Aufbau & Optik

    Beim ersten Durchblättern fallen die vielen Fotos und das dicke, matte, griffige Papier auf, das für eine robuste, zum Thema passende Haptik sorgt. Auch das recht dunkel gehaltene Layout stimmt gut in die Thematik des Buchs ein. Ein nettes Gimmick ist übrigens im Einband in Form eines Bierdeckels versteckt. Nun aber zum Inhalt: Die ersten 20 Seiten beschäftigen sich mit den Grundlagen des Brauens, der Geschichte des Kulturguts Bier von Ägypten bis Brooklyn und des Hopfens, aber auch mit der Wahl des richtigen Glases (hier liegt der Fokus auf dem Angebot von Spiegelau, über deren Gläser wir ja auch schon berichtet haben) und mit dem Thema Foodpairing. Damit ist klar, dass sich das Buch nicht nur an Expert_innen richtet, sondern auch Leser_innen abholt, die Bier bisher nur im Sonderangebot gekauft haben. Für interessierte Laien oder gar Hobbybrauer_innen dürften die Kapitel, in denen Bier auf Essen trifft, wohl den größten Neuigkeitswert bieten. Da allerdings alle Texte von Torsten Goffin interessant und kenntnisreich verfasst wurden, sind alle Exkurse auch für diejenigen spannend, die schon etwas Vorwissen mitbringen und können vielleicht sogar der Auffrischung des eigenen Wissens dienen. Im Hauptteil des Buchs wechseln sich Rezepte, Infoseiten zu den wichtigsten Bierstilen und Reportagen zu 15 verschiedenen Brauereien ab. Letztere porträtieren zum einen Größen der Szene, die man auch aus anderen Büchern kennt, wie Schneider, Ale-Mania, Sierra Nevada oder de Molen, aber auch unbekanntere Bier-Aficionados, wie Feral aus Australien, BRLO aus Berlin oder Vormann aus Hagen-Dahl, werden auf jeweils sechs Seiten in Text und Bild vorgestellt. Ähnlich wie im „Craft-Bier-Buch“ von Sylvia Kopp erfährt man viel über die jeweiligen Eigenheiten der Brauereien, und zumindest bei mir ist die Liste der zu probierenden Biere wieder einmal um dutzende Flaschen und Dosen gewachsen.

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    © Daniela Haug/Brandstätter Verlag

    Die Rezepte

    Die Rezepte sind in fünf Kategorien unterteilt: Vorspeisen, Fisch, Fleisch, Klassische Bierküche und Desserts. Wer genau aufgepasst hat, dem sollte aufgefallen sein, dass ein Kapitel mit vegetarischen Rezepten ausbleibt. Damit wären wir auch schon beim für uns größten Kritikpunkt, denn für nicht-fleischessende Haushalte ist das Buch nicht uneingeschränkt geeignet. Auch bei den kleineren Gerichten liegt der Fokus auf Fleisch und Fisch, was 2016 in der Tat etwas schade ist und wo ich mir von Stevan Paul etwas mehr Mut gewünscht hätte. Wer allerdings nicht auf Fleisch und Fisch verzichtet, der findet hier tolle Gerichte, die zwar oft das Klischee deftiger Wirtshausküche bedienen, aber gerade im Fisch-Kapitel auch sanftere Töne anschlagen. Man merkt außerdem, dass dies nicht Stevan Pauls erstes Kochbuch ist, denn die Rezepte sind logisch aufgebaut, unbekanntere Zutaten oder Zubereitungsmethoden werden erklärt und alte Klassiker mit ungewöhnlicheren Zutaten aufgefrischt (das Schnitzel kommt z.B. vom Hirsch und wird mit einer Kartoffel-Zitronen-Gremolata verfeinert). Neben der wirklich sehr leckeren Sauerkrautpizza haben wir auch den Cheeseburger mit Bierzwiebeln probiert, der uns ebenfalls ziemlich gut geschmeckt hat.

    Jedes Rezept wird durch eine (sehr gelungene) zweigeteilte Bierempfehlung ergänzt. Zum einen werden ganz allgemeine Stile oder Geschmackstypen empfohlen, zum anderen gibt es immer auch „die besondere Empfehlung“ mit ein oder zwei Bieren, die perfekt zum Gericht passen. Glücklicherweise sind die Autoren dabei auf dem Teppich geblieben und haben nicht nur Raritäten ausgewählt, sondern empfehlen größtenteils gut erhältliche Biere.

    Sauerkraut-Pizza mit Bierteig Rezept Feed me up before you go-go-3

    Fazit

    Ein rundum gelungenes und durchdachtes Buch in schöner Optik, das nicht einfach auf der Craft-Beer-Welle mitsurft, sondern diese vielmehr voranbringt. Einzig ein wenig mehr Rücksicht auf vegetarische Craft-Beer-Fans hätten wir uns gewünscht. 4 von 5 Bierdeckeln.

    Beer-download Stevan Paul, Torsten Goffin, Daniela Haug

    „Craft Beer Kochbuch“

    Brandstätter Verlag, Wien 2015

    € 34,90

    Vielen Dank an den Brandstätter Verlag, der uns ein Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt hat.

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    Gebacken, Gekocht

    Backen mit Bier: Sauerkrautpizza mit Bierteig

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    Gründe, Bier zu trinken, gibt es ja eine ganze Menge. Zuletzt würden mir da beispielsweise die immer noch anhaltende Freude über den neuen Star-Wars-Film (schon gesehen? Ich bin ja trotz der offensichtlichen Parallelen zu Episode IV-VI ziemlich zufrieden) oder der Frust nach einem nicht ganz so produktiven Tag am Schreibtisch (ich versuche gerade, innerhalb von sechs Wochen auf eine dreistellige Seitenzahl der Doktorarbeit zu kommen) einfallen. Beides verlangt jedenfalls nach nicht ganz alltäglichen Bieren, und ich glaube, dass Bier da immer noch ziemlich unterschätzt wird. Bier gilt mehr als Alltagsgetränk, von dem man eine Menge trinkt, ohne groß darüber nachzudenken, was man gerade in sich hineinschüttet. Eher selten wird sich bewusst für eine besondere Flasche entschieden. Dabei bietet es sich doch bei der Vielzahl an außergewöhnlichen Craft-Bieren an, zum Abendessen mit Freunden mal keine Flasche Wein auf den Tisch zu stellen, sondern einige Flaschen besonderes (und zum Menü passendes) Bier. Weiterlesen: Backen mit Bier: Sauerkrautpizza mit Bierteig

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    Gekocht

    #Synchronburger: Vegetarischer Winterburger mit Kürbis-Maronen-Haselnuss-Patty, Cranberry-Birnen-Chutney und Camembert

    Vegetarischer Winterburger Kürbis-Maronen-Patty Cranberry-Chutney Camembert Rezept Feed me up before you go-go-1

    Etwas Schreckliches ist passiert! Unwiderruflich und nicht wiedergutzumachen. Und auch ein bisschen peinlich: Beim Blick ins Blogarchiv mussten wir feststellen, dass wir in diesem Jahr erst EIN Burgerrezept gepostet haben. Und das schon im März. Also ganze neun Monate Burgerstille. Warum hat denn niemand was gesagt?? Wir müssen uns wohl aufrichtig bei unseren Leser_innen für unsere Nachlässigkeit in Sachen Burgerentwicklung entschuldigen. Wenn wir es genau nehmen, müssen wir uns eigentlich ganz grundsätzlich für unsere Nachlässigkeit entschuldigen. 2015 war blogtechnisch kein besonders produktives Jahr, wir haben gut ein Drittel Blogartikel weniger veröffentlicht als noch 2014 und es so im Durchschnitt auf nicht einmal einen Post pro Woche gebracht. Urgs. Zwar könnten die Monsterbeiträge zu unseren USA–Urlauben gut und gerne jeweils als drei Artikel durchgehen, aber eine gute Ausrede ist das auch nicht. Ganz nüchtern betrachtet kostet es einfach viel Zeit, den Blog aktuell zu halten. Nicht nur das Tippen der Beiträge, sondern auch das Entwickeln neuer Rezepte, diese in mehreren Durchgängen zu perfektionieren und dann auch noch halbwegs fotogen und bei Tageslicht auf den Teller zu bringen. Wenn sich das Jahr dann auch noch jobtechnisch überschlägt – inklusive Jobwechsel und diversen (Dauer-)Stressphasen -, bleiben abends oft weder Zeit noch Lust für den Blog übrig. Wir möchten uns deswegen bedanken, dass ihr uns trotzdem die Treue haltet, hier fleißig kommentiert, unsere Rezepte nachkocht oder uns mit Fragen zu Reisen löchert. Das wissen wir zu schätzen!

    Und weil der letzte Burger nun schon neun Monate zurückliegt, kommt hier das Rezept für unser ultimatives Winter-Wonder-Burger-Land! Gemeinsam mit einigen anderen Foodblogger_innen haben wir letzte Woche zum Thema „Winterburger“ synchrongeburgert (am besten gleich bei Instagram nach #synchronburger suchen, dort findet ihr auch die Beiträge der anderen Teilnehmer_innen) und eine vegetarische Burgervariante kreiert, die perfekt zur Jahreszeit passt. Ein nussiges Patty, fruchtiges Chutney, knackiger Rotkohl und zerfließender Camembert. Wer kann uns denn da noch böse sein?

    Vegetarischer Winterburger Kürbis-Maronen-Patty Cranberry-Chutney Camembert Rezept Feed me up before you go-go-2

    Vegetarischer Winter-Burger mit Kürbis-Maronen-Haselnuss-Patty, Cranberry-Birnen-Chutney und Camembert (für 4 Burger):

    Für 8 Brioche-Buns (nach dem Rezept von Uwe)

    200 ml warmes Wasser
    3 EL warme Milch
    2½ EL Zucker
    2 TL Trockenhefe
    2 Eier
    425 g Mehl Type 550
    60 g Mehl Type 405
    1½ TL Salz
    80 g weiche Butter
    Sesam oder Mohn

    Für das Cranberry-Birnen-Chutney

    1 daumengroßes Stück Ingwer
    1 kleine rote Zwiebel
    200 g Cranberries
    ½ Birne
    1 EL Olivenöl
    170 g Zucker
    120 ml Wasser
    1½ EL Cranberryessig (oder Rotweinessig)
    1 Zimtstange
    Salz, Pfeffer

    Für die Patties

    30 Maronen (= ca. 200 g geschält)
    1 kleine Zwiebel
    1 Knoblauchzehe
    Olivenöl
    50 ml Rotwein
    50 ml kräftige Gemüsebrühe
    200 g Hokkaido-Kürbis
    25 g gehackte Haselnüsse
    1 Möhre
    35 g Haferflocken
    25 g Hartweizengrieß
    2 EL (+ einen Teller voll zum Panieren) Semmelbrösel
    Muskatnuss, Salz, Pfeffer

    Außerdem

    125 g Camembert
    1 große rote Zwiebel
    2 große Handvoll Rotkohl (in feine Streifen geschnitten)
    1 EL Apfelessig (oder einen anderen Fruchtessig)
    1 EL Ahornsirup
    ggf. Senf

    1. Für die Buns das warme Wasser, die warme Milch und den Zucker mit der Hefe in einer Schüssel vermischen. Etwa 15 Min. gehen lassen. In der Zwischenzeit ein Ei leicht aufschlagen. Die beiden Mehlsorten mit dem Salz in einer zweiten Schüssel vermischen. Die weiche Butter zufügen und die Masse mit den Fingern verkneten, bis sich kleine Krumen gebildet haben. Anschließend die Hefe-Mischung und das Ei untermischen, bis die Masse klumpt. Den Teig 10 Min. kräftig kneten, bis er seidig glänzt, dann etwa eine Stunde zugedeckt an einem warmen Ort gehen lassen.

    2. Aus dem Teig acht Brötchen formen, auf einem mit Backpapier ausgelegten Blech verteilen und nochmals eine Stunde gehen lassen. Den Ofen auf 200°C vorheizen, eine ofenfeste Schüssel Wasser auf den Boden des Ofens stellen. Das zweite Ei mit 1 EL Wasser vermischen, die Buns damit bestreichen und mit Sesam oder Mohn bestreuen. Die Burger-Buns etwa 15 Min. im Ofen backen, bis sie goldbraun sind. Auskühlen lassen. Wenn ihr nicht alle Buns gleich verwenden möchtet, könnt ihr sie auch super einfrieren. Nach dem Auftauen sind sie noch genauso fluffig wie die frischen aus dem Ofen.

    3. Für das Chutney den Ingwer schälen und fein würfeln. Die Zwiebel häuten und in feine Ringe oder Stücke schneiden. Die Cranberries waschen, die Birnenhälfte schälen und in Stückchen schneiden. Das Öl in einen Topf geben und erhitzen. Darin Ingwer und Zwiebel anschwitzen, dann Cranberries hinzufügen und kurz mitbraten. Zucker, Wasser, Essig und Zimtstange dazugeben und alles gut verrühren. Bei niedriger Hitze in ca. 15 Min. zu einer eingedickten Soße einkochen. Nach der Hälfte der Einkochzeit die Birnenstückchen unterrühren. Die Zimtstange herausnehmen und alles mit Salz und Pfeffer abschmecken.

    4. Für die Patties den Backofen auf 200°C vorheizen. Die Maronen an der Oberseite kreuzweise einschneiden, auf ein Backblech legen und im vorgeheizten Backofen ca. 15-20 Min. rösten, bis sich die eingeschnittenen Spitzen öffnen und leicht nach außen biegen. Noch heiß schälen, dabei verdorbene oder steinharte Exemplare aussortieren (in der Mengenangabe sind schon ca. 20% berücksichtigt).

    5. Zwiebel und Knoblauch schälen, die Zwiebel fein würfeln und den Knoblauch hacken. Reichlich Olivenöl in einen kleinen Topf geben und Zwiebeln und Knoblauch bei mittlerer Hitze einige Minuten braten, bis sie Farbe angenommen haben. Mit ½ TL Salz bestreuen, mit Rotwein und Gemüsebrühe ablöschen. Etwa 10 Min. bei kleiner Hitze köcheln lassen, bis die Flüssigkeit leicht sämig eingekocht ist. Währenddessen den Kürbis waschen, entkernen und mitsamt der Schale grob reiben. Die Kürbisraspel zum eingekochten Zwiebelsud geben, die Hitze wieder etwas erhöhen und unter Rühren ca. 5 Min. weich kochen. Vom Herd nehmen und abkühlen lassen.

    6. Die Haselnüsse in einer Pfanne ohne Fett anrösten. Die Möhre schälen und grob raspeln. Die geschälten Maronen hacken. Alles zusammen mit Haferflocken, Hartweizengrieß und Semmelbröseln in eine Schüssel geben und mit den Händen gut durchkneten. Kräftig mit Muskatnuss, Salz und Pfeffer würzen. Bis zur Verwendung im Kühlschrank aufbewahren – kalt lassen sich die Patties besser formen.

    7. Jetzt den Camembert mit einem scharfen Messer in vier runde Scheiben schneiden (das funktioniert am besten, wenn der Käse flach aufliegt). Die Zwiebel schälen und in Ringe schneiden und den Rotkohl in einer Schüssel mit Apfelessig und Ahornsirup vermischen und mit Salz und Pfeffer würzen.

    8. Aus der Patty-Masse vier Patties in Größe der Burgerbrötchen formen, in einem Teller mit Semmelbröseln von allen Seiten panieren und vorsichtig abklopfen In einer beschichteten Pfanne ordentlich Olivenöl erhitzen. Die Patties von jeder Seite ca. 3-4 Min. anbraten. Nach dem Wenden mit einer Scheibe Camembert belegen und die Pfanne mit einem Deckel schließen, damit der Käse besser schmelzen kann.

    9. Die Burgerbrötchen aufschneiden, ggf. anrösten. Die untere Hälfte mit Chutney bestreichen, auf die obere Hälfte, je nach persönlichem Geschmack, etwas süßen oder scharfen Senf geben. Dann das Patty mit dem Käse auflegen, darauf noch ein wenig Chutney verteilen und mit Rotkohl und Zwiebelringen abschließen. Guten Appetit!

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    Saisonfutter: Polenta-Pommes mit Aioli und Tomaten-Apfel-Ketchup

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    Ich weiß nicht, ob es euch auch so geht, aber bei uns ist das Kochen stark von den Jahreszeiten beeinflusst. Zum einen versuchen wir, möglichst saisonal einzukaufen (ohne dabei zu dogmatisch zu sein), was uns im Herbst z.B. wöchentlich Kürbisgerichte beschert, weil wir so viel wie möglich mitnehmen möchten, bis die Zeit der gelb-orangen Knubbelgewächse wieder vorbei ist. Zum anderen passen bestimmte Gerichte einfach nicht zu gewissen Temperaturen. Bei 35°C einen dampfenden, deftigen Eintopf zusammenzurühren, gehört nicht gerade zu den attraktivsten Vorstellungen. Gleichzeitig locken mich leichte, frische Salate auch nicht in die Küche, wenn draußen grauer Himmel und Schneematsch dominieren. Ein Gericht, das deswegen bei uns nur in der kälteren Jahreshälfte das Licht der Welt erblickt, sind diese Polenta-Pommes nach einem Rezept von Pete Evans. Es ist einfach nicht besonders angenehm, bei sommerlichen Temperaturen zu frittieren (einzige Ausnahme: die berühmten Freibad-Pommes – aber da muss man ja zum Glück nicht selbst ran …), daher bietet ein kühler Herbsttag, an dem morgens schon der erste Raureif an den Blättern nagt, die ideale Voraussetzung für die knusprigen Polenta-Sticks. Dabei sind die Pommes erstaunlich luftig, und zusammen mit den selbst gemachten Soßen kommt sogar etwas Mittelmeerfeeling auf. So lässt sich auch die Vorstellung leichter ertragen, dass der nächste Sommer noch mehrere Monate entfernt ist (nein, wir sind wahrlich keine Wintermenschen!).

    Welches Gericht steht bei euch denn gerade hoch im Kurs?

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    Polenta-Pommes mit Aioli und Tomaten-Apfel-Ketchup (für 4 Personen):

    Für die Polenta:

    20 g Butter
    225 g Polenta
    100 g fein geriebener Parmesan
    ca. 1 l Pflanzenöl
    75 g Mehl
    Eine Handvoll frische Petersilie
    Salz, Pfeffer

    1. Für die Polenta 1,5 l Wasser mit der Butter in einem Topf erhitzen, bis es ganz leicht köchelt. 225 g Polentagrieß unter ständigem Rühren ins Wasser geben und die Masse dann 6-8 Min. bei niedriger Hitze garen. Der Brei sollte sich am Ende leicht vom Topfrand lösen. Vom Herd nehmen und 50 g geriebenen Parmesan unterrühren sowie mit Salz und Pfeffer würzen.

    2. Eine Auflaufform (ca. 20 x 30 cm) mit Alufolie auslegen, die Polenta einfüllen und glatt streichen. Ca. 1 Std. lang vollständig auskühlen lassen. In der Zwischenzeit die Soßen zubereiten.

    3. Die feste Polentamasse auf ein Schneidebrett stürzen, die Alufolie entfernen und in ca. 5 x 2 cm große Pommes schneiden.

    4. Das Öl in einer Fritteuse oder einem Topf auf 180°C erhitzen (als Test einen Holzkochlöffel in den Topf halten, wenn das Öl Blasen wirft, ist die passende Temperatur erreicht). Das Mehl und die restlichen 75 g Polentagrieß in einer Schüssel vermengen und die Polentapommes vorsichtig darin wenden. Anschließend portionsweise im heißen Öl 2-3 Min. goldgelb ausbacken und danach auf Küchenpapier abtropfen lassen.

    5. Die Petersilie waschen und fein hacken und gemeinsam mit dem restlichen Parmesan über die fertigen Pommes streuen. Sofort mit den beiden Soßen servieren.

    Für die Aioli:

    2 Knoblauchzehen
    30 ml gutes Olivenöl
    4 frische Eigelbe
    1 TL Dijonsenf oder süßen Senf (je nach Vorliebe)
    1 EL Zitronensaft
    170 ml Pflanzenöl
    Salz, Pfeffer

    1. Den Knoblauch schälen und in feine Scheiben schneiden. Einen ordentlichen Schuss Olivenöl in einer Pfanne erhitzen und den Knoblauch darin anrösten, bis er leicht angebräunt ist. Die Knoblauchscheiben aus der Pfanne holen, das Öl aufbewahren und abkühlen lassen.

    2. Eigelbe, Knoblauchscheiben, Senf, Zitronensaft und eine Prise Salz in einen hohen Becher geben und mit dem Stabmixer durchpürieren. Das Pflanzenöl mit dem Olivenöl aus der Pfanne mischen. Dann bei laufendem Mixer das Öl in einem dünnen stetigen Strahl hinzugießen, dabei den Mixer ganz langsam nach oben ziehen. Wenn eine cremige Emulsion entstanden ist, mit Salz und Pfeffer abschmecken.

    Für den Tomaten-Apfel-Ketchup:

    1 große Zwiebel
    3 Knoblauchzehen
    6 Zweige Thymian
    3 Zweige Rosmarin
    1 grüner Apfel
    500 g Tomaten
    4 EL Tomatenmark
    180 ml passierte Tomaten
    1 EL Balsamicoessig
    Olivenöl
    Salz, Pfeffer, Zucker

    1. Die Zwiebel schälen und fein würfeln, den Knoblauch schälen und fein hacken, Thymian und Rosmarin ebenfalls fein hacken. Den Apfel mit Schale grob reiben. Die Tomaten in grobe Stücke schneiden.

    2. Olivenöl in einer Pfanne erhitzen, Zwiebeln, Knoblauch und Kräuter darin bei mittlerer Hitze anschwitzen, bis sie Farbe angenommen haben. Dann Tomaten und Apfel hinzufügen und einige Minuten einköcheln lassen. Anschließend Tomatenmark, passierte Tomaten und Balsamicoessig hinzufügen, aufkochen lassen und dann bei niedriger Hitze ca. 20 Min. einkochen lassen.

    3. Die Soße etwas abkühlen lassen, mit dem Stabmixer fein pürieren und mit Salz, Pfeffer und Zucker abschmecken. Wenn der Ketchup besonders fein sein soll, abschließend noch durch ein Sieb passieren. In saubere Gläser füllen und im Kühlschrank aufbewahren (hält sich ca. 1-2 Wochen).

    Polenta-Pommes mit Aioli und Tomaten-Apfel-Soße Rezept Feed me up before you go-go-1

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    Spice up your RedRum: ein Drink für Halloween

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    Klingelingeling … „Ja???“ [spooky Stimme]: „Was ist dein Lieblings-Horror-Drink?“ [fieses Lachen]. So in etwa fängt einer unserer Lieblingshorrorfilme an, mit dem in den 90ern das Teenage-Slasher-Genre wiederbelebt wurde. Leider scheint man mit dem Alter schreckhafter zu werden, denn unsere Vorliebe (und Toleranzgrenze) für gruselige und eklige Filme hat inzwischen deutlich nachgelassen. Irgendwie kommen wir nicht mehr so gut damit klar, wenn bleiche Kinder aus Brunnenlöchern oder Fernsehern kriechen, Geister nette Familien, die frisch in ein neues Haus gezogen sind, terrorisieren oder kannibalistische Zombieclans im Hinterland Gruppen von StudentInnen niedermetzeln. Traurig eigentlich, denn früher haben wir diese Schocker geliebt. Aber vielleicht ist Halloween ja eine gute Gelegenheit, seine Angst zu überwinden und ein paar cineastische Lücken zu schließen (aus dieser Liste fehlt uns nämlich noch einiges).

    Und ich habe auch schon eine Idee, wie so ein Abend viel angenehmer verlaufen könnte: Mit ein paar ordentlichen Cocktails trinken wir uns die Monster schön, und gut schlafen können werden wir danach ganz sicher auch. Thematisch passend sollten die Getränke jedoch schon sein. Und was könnte angemessener sein, als ein Drink, der seine Inspiration aus einem DER Klassiker des Genres bezieht? Die Jungs, die den wunderschönen Mason Shaker designt haben, hatten die bahnbrechende Erkenntnis, dass „Redrum“, die prägende Zeile aus The Shining, sich als Cocktailname bestens eignen könnte. Davon inspiriert haben wir auf die Schnelle eine eigene Variante zusammengeschüttelt: „Spice up your RedRum“ mit ganz viel würzigem Winteraroma und blutrotem Cranberrysaft. Trinkt sich weg wie nix, und wenn es auf dem Bildschirm wieder ganz besonders gruselig wird, tut man schnell so, als müsse man ganz dringend in die Küche, um neue Drinks zu mixen.

    Und was ist DEIN Lieblings-Horror-Cocktail … äh, Film??? [fieses Lachen]

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    Spice up your RedRum (für einen Tumbler):

    6 cl Spiced Rum
    3 cl Zitronensaft
    3 cl Rosmarin-Zimt-Kardamom-Sirup*
    3 cl Cranberrysaft
    1 Zimtstange
    Eiswürfel

    Für den Cocktail Rum, Zitronensaft und Sirup mit Eis in einen Shaker geben. Etwa 10 Sekunden kräftig shaken und dann in einen Tumbler auf Eis abgießen. Den Cranberrysaft über die Unterseite eines Löffels vorsichtig ins Glas gießen. Mit einer Zimtstange garniert servieren.

    *Für den Sirup 100 g Zucker und 100 ml Wasser zusammen in einem Topf erhitzen, bis sich der Zucker aufgelöst hat. 4 große Zweige Rosmarin, 2 Zimtstangen und 6 Kapseln Kardamom hinzugeben und abgedeckt eine Stunde lang ziehen lassen. Anschließend durch ein Sieb abgießen und den Sirup in eine Flasche füllen. Im Kühlschrank aufbewahren, dort ist er wochenlang haltbar.

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    Auf Vorrat: Rote-Bete-Relish

    Rote-Bete-Relish Rezept Feed me up before you go-go-3

    Als meine Kollegin letztens in den Urlaub fuhr, hat sie uns netterweise ihre Kiste vom Kartoffelkombinat überlassen. Dahinter verbirgt sich nicht einfach eine normale Abo-Gemüse-Kiste, sondern vielmehr die Teilhaberschaft an einer Obst- und Gemüse-Genossenschaft. Das bedeutet, dass man keine feste Menge an Obst und Gemüse bekommt, sondern sich der Anteil vielmehr an den Ernteerträgen orientiert. Dementsprechend ist der Inhalt der Kiste noch stärker saisonal ausgerichtet als bei anderen Anbietern und wir hatten plötzlich eine große Menge Rote Bete zu verarbeiten (anscheinend war die Ernte besonders gut verlaufen).

    Wir mögen Rote Bete zwar sehr, verwenden die erdigen Knollen aber eher in Maßen. Nachdem wir also unser Standard-Pastarezept gekocht und Flammkuchen damit belegt hatten (auch sehr zu empfehlen!), war unser Hunger auf Rote Bete vorerst gestillt. In weiser Voraussicht, dass dieser jedoch bald wiederkommen würde, haben wir kurzerhand eingekocht. Dieses Relish ist der perfekte Begleiter durch den Winter; es lässt sich z.B. wunderbar mit Käse auf einer Scheibe Brot kombinieren, für einen winterlichen Burger verwenden oder mit angebratenem Nusstofu in eine kleine Vorspeise verwandeln. Wer kein Fan von Roter Bete ist, sollte das Relish dennoch probieren, denn der erdige Geschmack wird durch die Apfel- und Tomatenaromen gut im Zaum gehalten.

    Rote-Bete-Relish Rezept Feed me up before you go-go-2

    Rote-Bete-Relish (für ca. 1 l Relish):

    500 g gekochte und geschälte Rote Bete
    3 kleine Äpfel (ca. 350-400 g)
    130 g Zucker
    150 ml Apfelessig
    100 ml Apfelsaft
    3 EL Tomatenmark
    2 EL Balsamicoessig

    1. Die Rote Bete grob raspeln (dabei am besten Handschuhe anziehen!). Die Äpfel waschen und ebenfalls bis auf das Kerngehäuse raspeln. Äpfel und Rote Bete zusammen mit den restlichen Zutaten in einen Topf geben, verrühren, aufkochen und ca. 20-30 Min. bei mittlerer Hitze einkochen lassen. Die Masse sollte schön angedickt sein.

    2. Die Rote-Bete-Apfel-Mischung noch heiß in sterilisierte Gläser füllen, Deckel zudrehen, umdrehen und 5 Min. auf dem Kopf stehen lassen. Anschließend abkühlen lassen und an einem kühlen, dunklen Ort aufbewahren.

    Rote-Bete-Relish Rezept Feed me up before you go-go-4

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    Getestet, Getrunken

    Ein Craft-Beer-Glas für alle Fälle: IPA, Wheat & Stout

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    Es gibt Dinge, von denen man gar nicht ahnt, dass man sie braucht. Craft-Beer-Gläser stehen auf dieser Liste bei den meisten Leuten vermutlich ganz weit oben. So auch bei uns. Wenn man nicht direkt die Flasche ansetzen möchte, gibt es in München z.B. eigentlich nur drei Varianten, sein Bier zu trinken: aus dem typischen 0,5-l-Lagerglas fürs Helle, dem hohen Weizen- oder Weißbierglas und natürlich dem Bierkrug (nur echt in der 1-l-Ausfertigung). Höchstens in einer spezialisierten Bar wie dem Tap-House trifft man auch mal auf ein besonderes Tasting-Glas. Doch der Craft-Beer-Boom schafft neue Wünsche, und die Frage, ob ein tiefschwarzes Imperial Stout eigentlich aus dem gleichen Glas getrunken werden sollte wie ein klares, fruchtiges IPA, wird plötzlich virulent. So ist es nicht verwunderlich, dass ein globaler Konzern wie der Glashersteller Spiegelau die Zeichen der Zeit erkannt und sein Sortiment um drei Gläser erweitert hat. Wie es dazu kam, worin die Unterschiede zwischen einem Witbier aus der Flasche und aus einem Spiegelau-Glas bestehen und was ein Rollrand ist, durften wir vor einiger Zeit zusammen mit einigen anderen Food- und BierbloggerInnen ausführlich erfahren (und ertrinken). Weiterlesen: Ein Craft-Beer-Glas für alle Fälle: IPA, Wheat & Stout

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    Concord, Gegessen, Gereist, Getrunken, Rockport, Salem, USA

    Massachusetts auf dem Teller: Concord, Salem & Rockport kulinarisch

    Concord Salem Rockport kulinarisch Food Guide Feed me up before you go-go-1

    Fast drei Monate ist er schon her, unser Urlaub in den USA. Zeit, mal wieder zurückzublicken und sich an die schönen Tage an der Atlantikküste zu erinnern. Vor allem Neuenglands Kleinstädte und Hafenorte haben es uns diesmal angetan. Fernab vom Großstadttrubel, mit Wellen im Ohr und Seafood auf dem Teller lassen sich die lauen Abende am entspanntesten verbringen. Wer irgendwann genug von der Großstadt Boston hat, sollte deswegen seinen Blick unbedingt auf die nähere Umgebung werfen. Im Umkreis von etwa 60 km kann man tief in die amerikanische Geschichte eintauchen, auf den Spuren der großen Literaten des 19. Jahrhunderts wandeln oder einfach nur am Strand entlangspazieren und den Sonnenuntergang beobachten. Wir haben euch vor einiger Zeit bereits die südlich von Boston gelegene Halbinsel Cape Cod vorgestellt und nehmen euch diesmal mit zu den nördlich angrenzenden Ortschaften Concord, Salem und Rockport. Alle drei Orte lassen sich gut von Boston aus als Tagesausflug besuchen, doch da es jeweils so viel zu entdecken gibt, lohnt sich auch ein etwas längerer Aufenthalt mit zwei bis drei Übernachtungen.

    Concord Salem Rockport Massachusetts Food Guide Feed me up before you go-go-20

    Unsere kulinarischen Tipps für Concord, Salem & Rockport

    Concord

    Concord bietet die volle Dröhnung amerikanische Geschichte in Form von Unabhängigkeitskrieg und Literaturhotspots – der Zwischenstopp ist für einen Historiker und eine Amerikanistin quasi vorprogrammiert. Die Kleinstadt war die erste englische Inlandssiedlung Nordamerikas und kann damit auf eine fast 400-jährige Geschichte zurückblicken. Heute bietet sich den BesucherInnen ein postkartenreifes Ensemble an spitztürmigen Kirchen, alten Friedhöfen und viktorianischen oder sogar kolonialen Häusern, in denen u.a. Ralph Waldo Emerson, Henry David Thoreau, Nathaniel Hawthorne und Louisa May Alcott gelebt und geschrieben haben. Die Umgebung eignet sich außerdem hervorragend für kleinere Wanderungen, Ausflüge mit dem Fahrrad oder Kajaktouren. Obwohl das kulinarische Angebot vor Ort recht überschaubar ist, haben wir es dennoch nicht geschafft, allen Empfehlungen nachzugehen.

    Concord Salem Rockport Massachusetts Food Guide Feed me up before you go-go-24

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    Main Streets Market & Cafe

    Das prominent auf der Main Street gelegene Restaurant und Café gehört zu den größten und bekanntesten Breakfast und Dining Spots Concords. Hier trifft man sich abends zu Bier und Live-Musik, doch gerade morgens wird das Café von Frühstückshungrigen überrannt. Trotz seiner Größe versprüht das Lokal einen gewissen Charme, und ein Blick in die Karte bestätigt uns, dass wir hier richtig sind: Strawberry Cinnamon French Toast. Buttermilk Pancakes. YES! Die Portionen sind amerikanisch üppig und fast nicht zu schaffen. Doch mit dem Gedanken an die bevorstehende Wanderung zum Walden Pond lassen sich die fluffigen Frühstücksklassiker gleich viel hemmungsloser verdrücken. Und falls im Main Streets Market & Cafe mal kein Platz zu ergattern ist, lässt es sich im Helen’s gegenüber (authentisch mit Diner-Atmosphäre und grummeligen Kellnerinnen) auch ganz passabel frühstücken. Main Streets Market & Cafe // 42 Main Street, Concord, Massachusetts.

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    Haute Coffee

    Zugegeben, Concord ist nicht gerade Williamsburg. Die Worte hip und trendy kommen einem in der verschlafenen Kleinstadt eher selten in den Sinn. Und doch gibt es ihn, den einen „jungen“ Hotspot, der allen Bart- und Tattooträger der Stadt eine Heimat bietet, in dem Maple und Matcha Latte (4,25$), Cold Brew und tolle hausgemachte Drinks serviert werden und gemütliche Sofas zum Fläzen einladen. Mini-cakes, Müsliriegel, Marshmallows, Cupcakes, Brownies undundund – die Kuchentheke des Haute Coffee quillt fast über und während wir noch überlegen, mit was wir uns den Nachmittag versüßen, kommen immer neue Köstlichkeiten aus Küche dazu. Okay, dann ein Stück des megafluffigen Angel Food Cake (3,50$) und einen Chocolate Marshmallow (2,50$). Jetzt sind wir bestens gestärkt für die nächste Wanderung! Haute Coffee // 12 Walden Street, Concord, MA.

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    Trail’s End Café

    Das noch recht neue Café liegt so bequem um die Ecke von unserer Unterkunft, dass wir hier gleich zweimal landen und sowohl das Frühstück als auch das Dinner probieren können. Die Abendkarte hält erfreulicherweise etwas ungewöhnlichere Angebote bereit. Wir bekommen einen köstlichen Quinoa-Salat mit Ziegenkäse, Ofengemüse und roter Zwiebelmarmelade (8$, eigentlich eine Vorspeise, deren Größe aber locker als Hauptspeise durchgeht) sowie einen TEC-Burger mit Angus Beef, Pretzel Bun, Meerrettichsoße und Trüffel-Pommes (15$). Dazu gibt es hausgemachte Limos und ein leckeres Doghead 60 Minute IPA. Auch wenn an der etwas kühlen Atmosphäre sicher noch gearbeitet werden kann, überzeugt uns das Essen und wir holen uns am nächsten Morgen ein mediterranes Egg Sandwich mit Oliventapenade, Ziegenkäse, gegrillten Paprika und Spinat (7,50$). Trail’s End Café // 97 Lowell Rd, Concord, MA.

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    Und sonst so in Concord?

    Obwohl das Städtchen so klein ist, bieten Concord und Umgebung eine Fülle an Angeboten. Neben den LiteratInnen-Häusern (in denen immer großartige Führungen angeboten werden), gibt es im Stadtzentrum viele kleine hübsche Läden, die zum Shoppen einladen. Besonders erwähnenswert ist der toll sortierte Küchenladen Concord Cookware und der großartige alte Concord Bookshop, der ein wirklich außergewöhnliches Angebot bietet. Leider nicht geschafft haben wir einen Besuch im Woods Hill Table, einem neuen, etwas abseits gelegenem Farm-to-table-Restaurant mit grandiosen Kritiken. Unbedingt einplanen sollte man eine Wanderung zum Walden Pond. Am besten stattet man sich erst im Concord Cheese Shop mit leckeren Käsesandwiches aus (aber vorher die Öffnungszeiten checken! Hust.), um sich dann auf den direkt am Ortsausgang startenden Emerson – Thoreau Amble zum Walden Pond aufzumachen. Nach etwa 50 Minuten durch Wald und Wiese, liegt der glasklare See vor einem, der bereits Henry David Thoreau in seinen Bann gezogen hat. In ca. einer Stunde schafft man es, um den See herumzulaufen, um sich dann mit einer Abkühlung im Wasser zu belohnen. Also, bloß nicht die Schwimmsachen vergessen!

    Unterkunft

    Da die Hotelsituation in Concord extrem überschaubar ist, haben wir uns auch hier wieder für eine Airbnb-Unterkunft entschieden und hatten riesiges Glück. Gerade einmal fünf Minuten vom Zentrum entfernt, gehört uns in einem der schönen bunten Holzhäuschen vom Beginn des 19. Jahrhunderts fast eine ganze Etage. Ein im hübschen New-England-Style eingerichtetes Zimmer mit eigenem Bad, ein alter tauber, aber extrem verschmuster Hund und ein äußerst freundliches, relaxtes Gastgeberehepaar, das tolle Wander- und Restauranttipps und nette Gespräche mit uns teilt = Volltreffer!

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    Salem

    Das etwa 35 km nördlich von Boston gelegene Küstenstädtchen Salem hat eine ähnlich bewegte Vergangenheit wie Concord vorzuweisen, geht jedoch noch etwas offensiver mit dieser um. Die Salem Witch Trials, tragischer Höhepunkt einer wahrhaften Hexenhysterie im 17. Jahrhundert, beherrschen auch heute noch den Ort. Fast an jeder Ecke begegnet einem ein Witch Museum, ein Witch House oder ein kitschiger Andenkenladen, der an die „hexenreiche“ Vergangenheit der Stadt erinnert. Und wer nach Concord noch immer nicht genug von amerikanischer Literaturgeschichte hat, kann auch hier auf den Spuren bekannter Literaten wandeln. Doch auch kulinarisch konnte uns Salem verzaubern.

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    Ugly Mug Diner

    Wenn sich sogar unter der Woche vor dem Café eine ewig lange Schlange von Menschen versammelt, die nur darauf brennt, darin zu frühstücken, ist das wohl ein gutes Zeichen. Immerhin wird uns das Warten mit Salted Caramel und S’mores Mochas (4$) versüßt – serviert in „ugly mugs“, denn hier wird jeder Kaffee in ausrangierten, nicht ganz so hübschen Tassen serviert. Drinnen: Frühstücksmadness! The Elvis Waffle (9,50$) mit Peanut Butter Cups, Banane, Sahne und Bacon (!) ist schneller bestellt, als ihr „eklig“ denken könnt. Dazu ein Vegiluxe (10$), ein Bagel mit Ei, Portobello-Pilz, karamellisierten Zwiebeln, Ziegenkäse und Sweet Potato Home Fries. Food-Koma deluxe. Aber sowas von wert! Ugly Mug Diner // 122 Washington St, Salem, MA.

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    A&J King Artisan Bakers

    Der Duft, der einem beim Betreten der kleinen gemütlichen Bäckerei entgegenströmt, ist so betörend, dass man, auch wenn man eigentlich nur vorhatte, einen Kaffee zu bestellen, mit mindestens einem Gebäckstück den Laden verlässt. Der Walnut Sticky Bun z.B. schreit förmlich nach uns und wird deshalb eingepackt. Eine gute Entscheidung, denn auf der Straße werden wir sofort gefragt, was für ein köstliches Teilchen sich in unserer Hand befindet. Wie lecker der Bun ist, lässt sich kaum beschreiben – nussig, zimtig, außen kross, innen mit weichem Kern, dabei in der Tat supersticky, einfach perfekt! A&J Artisan Bakers // 48 Central Street, Salem, MA.

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    Turner’s Seafood

    Auf Empfehlung unserer Airbnb-Hosts steuern wir das mehrfach als bestes Seafood-Restaurant der Stadt ausgezeichnete Turner’s an. Die alte Lagerhallen- und Marktatmosphäre nimmt uns sofort in ihren Bann. Da unser Tisch noch nicht fertig ist, nehmen wir an der Raw Bar Platz, schlürfen köstliche Salted Caramel Martinis (10$) und lokales Craft Beer und schauen zu, wie schnell und gekonnt das Personal die Austernberge vor uns knackt und hübsch auf Tellern arrangiert. Ein paar Minuten später entscheiden wir uns für ein Oyster Po‘ Boy-Sandwich mit frittierten Austern, Bacon, Tomate, Senf-Remoulade und Parmesan-Trüffel-Chips (13$) sowie einen Bistro Salad mit Erdbeeren, karamellisierten Pecannüssen und Gorgonzola (9$). Wir sind jedes Mal wieder erstaunt, wie günstig man überall hochqualitatives Seafood bekommen kann, aber hier sitzt man einfach an der Quelle. Turner’s Seafood // 43 Church St, Salem, MA.

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    Salem Screamery

    Wenn man nach dem Abendessen einen kleinen Nachtischhunger verspürt, aber nur noch ein winziges bisschen Platz im Magen hat, sollte man wohl besser nicht in die Screamery gehen. Denn klein ist hier nichts, dafür aber köstlich! Eine kleine Minikugel zum Probieren sollte es werden, doch die Sorten klingen so gut, dass ich letztendlich eine große gefüllte Waffel mit Bourbon-Caramel-Eis mit Pistazienkrokant und einer Kugel Kürbiseis in der Hand halte. Irgendwie ist die Waffel dann trotzdem nach kurzer Zeit leer. Komisch. Salem Screamery // 60 Washington St, Salem, MA.

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    Und sonst so in Salem?

    Wie schon erwähnt, sind es vor allem die Hexenthemen, die den Ort bestimmen. Die Qualität der Museen schwankt jedoch zwischen wirklich spannend und fiesem Touri-Grusel-Kitsch. Unbedingt einen Besuch abstatten sollte man dagegen dem House of the Seven Gables, in dem der amerikanische Schriftsteller Nathaniel Hawthorne zeitweise lebte und ihm später ein literarisches Denkmal setzte. Hier gibt es tolle Touren, die die Entstehungsgeschichte des Buchs, das Leben des Schriftstellers und ganz allgemein die Alltagsgeschichte der USA im 19. Jahrhundert miteinander verbinden. Heiraten kann man im Garten übrigens auch (falls jemand noch einen ausgefallenen Ort sucht). Im Sommer lohnt sich auch ein Abstecher nach Salem Willows, wo es einen hübschen Park mit Imbissbuden gibt und sich der Sonnenuntergang über dem Hafen besonders reizend präsentiert.

    Unterkunft

    Auch in Salem war Airbnb für uns die beste Wahl: ein großes, schönes Apartment (mit eigener KitchenAid) für uns alleine, direkt am Meer gelegen, sodass wir morgens von Meeresrauschen und Möwengeschrei geweckt wurden. Herrlich! Als Hosts ein sympathisches älteres Ehepaar, die uns nicht nur mit Obst und Wein, sondern auch mit tollen Restauranttipps versorgt haben.

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    Rockport

    Noch ein wenig weiter nördlich findet man die Halbinsel Cape Ann mit dem malerischen Küstenort Rockport. Eine Künstlerkolonie hat ihre Spuren hinterlassen, auch wenn die Touristen heute eher wegen Seafood, Strand und salziger Meeresluft herkommen. Es gibt viele kleine Strände, einige Naturschutzgebiete, Leuchttürme wie aus dem Bilderbuch und mit Gloucester sogar noch einen richtigen Fischerort, an dessen Kaimauern noch immer Fischerboote festmachen und von wo aus harte Männer und Frauen nach weißen Walen Ausschau halten.

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    Nate’s at Front Beach

    Direkt am Strand von Rockport gelegen, richtet sich die kleine Holzhütte vor allem an Sonnenhungrige. Morgens bietet Nate’s hervorragendes Frühstück, mittags Strandessen von Seafood bis Paninis. Auf der Karte finden sich typische amerikanische Frühstücksschweinereien, jedoch mit dem besonderen Etwas. So kommt unser French Toast als Cinnemon-Swirl-Variante (7,50$) und das üppige vegetarische Breakfast Sandwich mit Spinat und gegrillter Tomate (5,50$). Falls man drinnen keinen Tisch mehr ergattern sollte (passiert schnell, denn es gibt nur wenige), bestellt man einfach to go und picknickt auf einer der gegenüberliegenden Bänke, die die Bucht überblicken. Besser kann ein Tag eigentlich gar nicht starten! Nate’s at Front Beach // 18 Beach St, Rockport, MA.

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    Ellen’s Harborside

    Rockport lebt vom (Tages-)Tourismus, was sich auch in der Restaurantauswahl widerspiegelt. Allzu fancy geht es hier meist nicht zu, dafür steht frisches Seafood fast überall im Mittelpunkt. Ellen’s Harborside ist ein nettes, bodenständiges, familienfreundliches Restaurant direkt am Hafen, in dem sich eine gute Mischung aus Touristen und Einheimischen versammelt. Die Clam Chowder wird als beste der Region gehandelt (kleine Portion 4,50$) und schmeckt wirklich ganz hervorragend. Auch sonst dominiert frischer Fisch die Karte. Wir bestellen neben einem köstlich-frischen Salat mit Grünkohl, Spinat, Cranberries und Gorgonzola (12,99$) eine Portion Fish & Chips mit hausgemachter Remoulade (14,99$) – der Fisch herrlich zart, die Pommes perfekt frittiert. Fast Food deluxe also. Die Getränkekarte bietet BierliebhaberInnen eine Vielzahl an Craftbieren aus Neuengland. Wir entscheiden uns für ein Sea Dog Blueberry Wheat Ale (4,75$), ein Weizenbier mit für die Region typischem Blaubeergeschmack. Klingt komisch, schmeckt aber toll. Am besten lässt es sich hier übrigens an einem der Fenstertische essen, denn schöner könnte der Ausblick auf den Hafen und das Motif No 1. kaum sein! Ellen’s Harborside // 1 T-Wharf, Rockport, MA.

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    Roy Moore Lobster Co.

    An Lobster Rolls herrscht in Neuengland nun wirklich kein Mangel. In jedem Lokal steht hier das Seafood-Äquivalent zum Burger auf der Karte, aber so richtig gut schmeckt sie nur, wenn man dabei im Freien sitzen und salzige Meeresluft schnuppern kann. Richtig frisch gibt es die Brötchen z.B. auf Rockports Shoppingmeile Bearskin Neck bei der Roy Moore Lobster Company. So frisch sogar, dass man während des Schlangestehens zusehen kann, wie immer neue Krustentiere im kochenden Wasser verschwinden – also eher nichts für Menschen, die nicht gerne sehen, woher ihr Fleisch/Fisch kommt. Aus den Schalen befreit, landet das Fleisch dann mit Salat und Mayonnaise in einem gebutterten Brötchen. Jetzt braucht es nur noch etwas Glück, ein freies Plätzchen hinter dem Haus zu ergattern. Zumindest einmal im Urlaub an der Nordostküste sollte man die Lobster Roll probiert haben – der kleine Laden ist dafür jedenfalls eine gute Wahl! Roy Moore Lobster Co. // 39 Bearskin Neck, Rockport, MA.

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    Und sonst so in Rockport?

    Auch wenn der Ort zwar nicht besonders groß ist, bieten die verwinkelten Gässchen durch die Straßen mit den bunten Holzhäusern, entlang der Kaimauern, auf denen sich die Hummerfallen stapeln, und über die Steine entlang der Küste genügend Möglichkeiten, um hier ein paar Tage zu verbringen. Die Läden rund um den Bearskin Neck sind auf Touristen eingestellt, wer auf der Suche nach Meer- und Strandparaphernalien als Mitbringsel ist oder sein New England Beach House stilecht einrichten möchte, wird auf jeden Fall fündig. Verschiedene Wanderwege führen an der Küste entlang, wo man über Felsen klettern und den Sonnenuntergang bewundern (z.B. im Halibut Point State Park) oder die vielen schönen Leuchttürme aufspüren kann. Ebenso bietet sich ein Ausflug nach Gloucester an, ein – da noch stark von der Fischindustrie bestimmtes – raueres Städtchen, in dem man auf die Suche nach den Drehorten für den hier spielenden Film „Der Sturm“ gehen kann.

    Unterkunft

    Superzentral und nur einen Katzensprung von allen Highlights des Städtchens entfernt, liegt das familiengeführte Eagle House Motel. Supersauber, mit großen Zimmern, netten Besitzern und dem Meer fast um die Ecke, ist das kleine Motel der ideale Ausgangspunkt für ein paar Tage in Rockport.

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    New York Food: Kulinarisch durch Williamsburg
    Brooklyn Food Guide: No eat till Brooklyn: New York kulinarisch I
    Manhattan Food Guide: If I can’t eat it here, I won’t eat it anywhere: New York kulinarisch II
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