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    Getrunken, München

    Make beer great again! Braukunst Live! 2017: Biertrends und unsere Favoriten

    Braukunst Live 2017 Biertrends Make beer great again Feed me up before you go-go

    Der erste Stand am Eingang der diesjährigen Braukunst Live! ist dem 500-jährigen Jubiläum des Reinheitsgebots gewidmet. Ganz schön mutig, sich hier zu präsentieren, ist das Lebensmittelgesetz doch für viele der anwesenden jungen Brauereien ein rotes Tuch und die Kombination von Wasser, Malz, Hefe und Hopfen für die meisten mehr Ausgangspunkt als Richtlinie. Gerade kleine Brauereien reizen die Grenzen dessen, was vor zehn Jahren in Deutschland üblicherweise unter Bier verstanden wurde, immer weiter aus. Die Münchner Biermesse Braukunst Live! trägt diesem Innovationsgedanken verstärkt Rechnung – erstmals gibt es mit The Lab eine gesponserte Ausstellungsfläche für fünf junge, innovative Unternehmen, die sich sonst noch keinen eigenen Stand leisten könnten. Überhaupt merkt man den Betreibern die Bemühungen an, den Spagat zwischen Publikumsmesse und Angeboten für den harten Kern der Craft-Beer-Szene wieder deutlich stärker zu schaffen. Dementsprechend breit ist das Angebot – von international agierenden Schwergewichten über mittelständische Brauereien bis hin zu winzigen Anbietern, die gerade erst den Sprung vom Homebrewing gewagt haben.

    Natürlich gibt es auch in diesem Jahr wieder viel zu probieren. Die breite Palette von über 700 Bieren bietet genügend Möglichkeiten sowohl etablierte Klassiker als auch ultralimitierte Sondersude zu testen. Wer hier kein Lieblingsbier findet, hat wohl einfach nicht genug probiert. Wir haben unter den getesteten Bieren unsere diesjährigen Favoriten herausgesucht, um diese etwas genauer vorzustellen. Dabei lassen sich auch ganz gut ein paar der aktuellen Trends der Szene erkennen.

    Braukunst Live 2017 Biertrends Hopfen Pellets Feed me up before you go-go

    Organic Chocolate Stout // Samuel Smith’s Brewery

    Gleich eins der ersten Biere, die wir probieren, haut uns völlig um. Chocolate Stouts sind zwar keine Neuheit, aber das Organic Chocolate Stout ist etwas ganz Besonderes. Schon der Geruch lässt erahnen, was gleich passiert: Kakaobohnen, Vanille, ein bisschen Kaffee. Der erste Schluck ist trotzdem überraschend, denn er ist recht süß und schokoladig. Das Bier schmeckt tatsächlich so, als hätte man Schokolade darin aufgelöst. Insgesamt ein sehr sanftes Stout, ohne die schwere Cremigkeit, die man sonst oft bei diesem Stil findet. Auch die Röstaromen und Bitternoten sind vorhanden, treten aber gegenüber der Süße in den Hintergrund. Kurz gesagt: Ihr sucht ein Nachtischbier? Das hier ist es!

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    Ahoy-Ster Stout // Tilmans & Buddelship

    Verglichen mit anderen jungen Braumeistern geht es bei Tilman Ludwig eher gemächlich zu. Da werden keine fünf Sondersude pro Halbjahr rausgehauen, sondern lieber gründlich getüftelt, bis alles passt. Umso schöner, dass es jetzt nach dem Extra rein – dem Mittelfinger in Richtung Reinheitsgebot – eine neue Kollaboration gibt, diesmal mit den Hamburgern von Buddelship. Herausgekommen ist das Ahoy-Ster Stout mit – ihr ahnt es schon – frischen Austern im Braukessel. Fischig schmeckt das Ergebnis zum Glück keineswegs, eher bitter und röstig, aber dafür mit einer besonders cremigen Textur, die angeblich auf die Meerestiere zurückzuführen ist. Stilecht wird dazu natürlich eine frische Auster gegessen – wir sind ja schließlich in München. Ansonsten wird bei Tilmans 2017 vermutlich kein neues Bier dazukommen, zu sehr ist man noch mit dem Wachstum beschäftigt, sogar ein großer Exportdeal ist fast schon spruchreif.

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    Beard Beer // Rouge Ales

    Endlich kommen wir dazu, ein Bier zu probieren, das wir schon länger im Visier haben: das Beard Beer von Rouge (5,7%), hinter dem sich eine wirklich abgefahrene Geschichte verbirgt. Der für das berüchtigte Beard Bier verwendete Hefestamm wurde im Bart des Rogue-Braumeisters John Maier entdeckt. Nach über 15.000 Brauvorgängen bot der Bart wohl die perfekte Umgebung für eine wilde Hefe, die sich optimal zum Brauen eignet. Das klingt im ersten Moment zwar etwas abstoßend, aber wie auch die Rückseite der Flasche beschwichtigt: „no need to freak out!“ Denn wilde Hefen werden schon lange zum Bierbrauen verwendet. Aber nicht nur die Story zum Bier ist gut, es überzeugt uns auch geschmacklich. Frisch und fruchtig, mit Grapefruit-, Zitrus- und Pfirsichnoten, guter Bitterkeitsbalance und malziger Süße im Abgang kommt das American Wild Ale daher (und schmeckt dabei erstaunlich nach Belgien). Wer das Beard Beer probieren will, sollte sich aber mit dem Kauf beeilen, denn 2017 wird es vorerst nicht mehr gebraut.

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    Kult16 // Munich Brew Mafia, Ambar Bistro & Birrificio Karma

    Ziemlich neu in der Münchner Szene ist der Mafia-Clan, der gleich mit dem Erstling Don Limone einen ziemlichen Hit gelandet hat und damit auch den Preis für das beste Bier der Braukunst Live! abräumen konnte. Inzwischen sind einige neue Biere dazugekommen und es wird wild herumexperimentiert. Das Kult16 ist ein Collab-Sud mit Ambar Bistro und Birrificio Karma aus Neapel und nicht ganz einfach zu fassen. Belgian Style Kölsch sollen wir schreiben, aber das trifft es auch nur bedingt. Der Nase nach denkt man zuerst an einen Gewürzschrank – schließlich sind Bohnenkraut und Lavendel im Kessel gelandet. Grünhopfen sorgt für eine frische, bittere Fruchtigkeit, die sich gut mit den süßen, kräuterigen Noten des Biers verträgt. Auch das Kult16 ist nur eine einmalige Sache, wenn ihr also eine Flasche seht: auf jeden Fall zugreifen!

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    Himbeer Toni // Hopfmeister

    Ein weiterer Trend, der sich ausmachen lässt, ist der Versuch, über die Kombination von Hefe, Malz und Hopfen ganz neue Wege zu gehen. Also innerhalb des Reinheitsgebots Biere zu schaffen, die trotzdem kaum noch etwas mit traditionellen deutschen Bieren zu tun haben. Das Himbeer Toni ist so ein Kandidat. Der junge Brauer ist selbst am Stand und lässt uns seine noch nicht marktreife Kreation probieren. Und ja, das Bier trägt seinen Namen völlig zu Recht: Himbeere ist der vorherrschende Geschmack dieses recht süßen Bieres mit hoher Stammwürze. Gefällt uns gut und wir freuen uns, dass es den Toni auch bald als Flaschenabfüllung zu kaufen geben wird – hoffentlich rechtzeitig zum Sommer auf dem Balkon!

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    Room 101 // Yankee & Kraut, Freigeist Bierkultur & Pirate Brew

    Eines der verrücktesten Biere, die wir auf der Messe probieren, ist ein Collaboration Brew von Freigeist Bierkultur, Yankee & Kraut und Pirate Brew, das ebenfalls fernab des Reinheitsgebots stattfindet. Das Room 101 (6%) ist ein Spiced Beer, hinter dem sich eine wahre Kräuterbombe versteckt: Minze, Eukalyptus, Wacholderbeeren, Zitrone (Kräuter im Bier scheinen noch so ein Trend zu sein). Geschmacklich liegt das Bier irgendwo zwischen Erkältungsbad, Saunaaufguss und Mundspülung, was deutlich schlimmer klingt, als es schmeckt. Im Mund bleibt ein frisches Eukalyptus-Minz-Gefühl, dazu kommt eine ordentliche Bitterkeit durch den Hopfen und eine leichte Süße. Wir hätten uns allerdings mehr Schaum und Kohlensäure gewünscht. Ein Bier, das man entweder liebt oder hasst. Wir würden definitiv noch einmal zugreifen!

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    Kwasimodo  // Freigeist Bierkultur & Crow Brewery

    Wer sich in den letzten Jahren mit Craft Beer beschäftigt hat, wird mit ziemlicher Sicherheit schon eines der Biere von Sebastian Sauer probiert haben. Der deutsche Pionier braut seit 2009 und ist vor allem in den USA mit seinen Neuinterpretationen bereits vergessener Bierstile bekannt geworden. Auf der Braukunst steht er an einem winzigen, unscheinbaren Stand und schenkt nebenbei ein paar der ungewöhnlichsten Biere der Messe aus. Bei dem unglaublichen Jahresvolumen von etwa 30 neuen Bieren (er selbst weiß es nicht so genau, bei der letzten USA-Reise habe er bestimmt über 15 Biere mit verschiedenen Brauereien kreiert) muss man allerdings schnell sein, wenn man nichts verpassen möchte. Mit Kwasimodo (4,5%) hat er zusammen mit der Crow Brewery ein Bier kreiert, das sich am russischen Brotgetränk Kwas orientiert – mit Roggenmalz und -brot gebraut und mit Kirschen vergoren. Riecht etwas nach Rotwein, schmeckt säuerlich-fruchtig, leicht holzig und nach deutlichen Sauerteignoten. Er wolle nicht stehen bleiben, erzählt uns Sebastian. Bier sei Entwicklung und deswegen habe auch das Reinheitsgebot für ihn keine Relevanz. Wäre auch schade um die guten Biere!

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    Dolden Bock // Riedenburger Brauhaus

    Schon seit zwölf Monaten auf dem Markt, aber nach wie vor interessant ist der letzte Neuzugang bei den Bio-Pionieren von Riedenburger. Mein ehemaliger Kneipenkollege Wastl, der hier inzwischen im Vertrieb tätig ist, erzählt, dass er sich sehr dafür eingesetzt hätte, dieses Starkbier auf den Markt zu bringen und wir sollten ihm dankbar sein. Das sind wir, denn die mit Saphir und Cascade hopfengestopfte Weizendoppelbock-Variante hat neben dem für den Stil typischen Bananengeschmack tolle grasige Aromen zu bieten. Im Abgang kommt der Alkoholgehalt von 7,9% nur schwach zur Geltung und wird von einer passenden Hopfenbitterkeit begleitet. Ein gutes Bier für kalte Abende – zum Glück steht bei uns noch eine Flasche im Keller.

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    First tRYE // Braumanufaktur Welde & Jopen Bier

    Bei Welde haben wir vor zwei Jahren mit dem damaligen Jahrgangsbier einen unserer Favoriten gefunden. In diesem Jahr ist ein untergäriger Lagerbock an der Reihe, der mit der englischen Sorte Warrior Queen kaltgehopft wurde und leider nicht ganz unseren Geschmack trifft. Aber zum Glück gibt es auch eine neue Kollaboration mit der niederländischen Brauerei Jopen, die mir deutlich besser gefällt. Das First tRYE ist ein untergäriges IPA mit 51% Roggenmalz, tollen Fruchtaromen und kräftiger Bitterkeit, dem man den sanft-würzigen Einfluss der ungewöhnlichen Getreidewahl in jedem Schluck anmerkt. Grenzen zu überschreiten, lohnt sich!

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    Spaceman Grapefruit // Brewfist

    Die uns bisher noch unbekannte italienische Brauerei Brewfist entdecken wir durch Zufall und werden gleich vom Namen eines der angeschriebenen Biere magisch angezogen. Die Jungs haben mit Spaceman Grapefruit ein IPA geschaffen, dem zum Schluss echte Grapefruitschalen zugefügt wurden. Eine sehr passende Idee wie wir finden, denn die Grapefruitnoten des Hopfens und die doch nochmal kräftiger schmeckenden Aromen der Schalen ergänzen sich perfekt und ergeben eine schöne Balance aus Frucht und Bitterkeit. Ein tolles Sommerbier, das uns hoffentlich noch mal über den Weg läuft.

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    Alkoholfreies IPA // Brauhaus Riegele

    Was vor ein, zwei Jahren noch als exotisch galt, wird immer mehr zur Regel: alkoholfreie Biere abseits des Einheitsbreis. Gerade IPAs ohne Umdrehungen (zumindest fast, bis zu 0,5% sind erlaubt) gibt es inzwischen einige und auch unsere Augsburger Lieblingsbrauerei Riegele präsentiert auf der Braukunst ihren Brauversuch in noch unetikettierten Flaschen. Beim ersten Schnuppern mit der Nase kommt die erwartbare Fruchtexplosion zum Vorschein, die gleich Lust auf den ersten Schluck macht. Geschmacklich sind die Zitrusfrüchte etwas zurückhaltender und auch die Hopfenbittere hält sich in Grenzen. Insgesamt ein ausgewogenes IPA, auf das ich als Autofahrer gerne öfter zurückgreifen würde. Die Brauerei wartet noch auf die Zulassung und rechnet mit dem Erscheinen passend zum Sommer.

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    Arktik-Ale // Störtebeker Brauspezialitäten

    Störtebeker ist inzwischen eines der Flaggschiffe der hiesigen Szene. Mit dem Zuschlug für das Restaurant in der Hamburger Elbphilharmonie ist Craft Beer im Establishment angekommen, obwohl man sich selbst gar nicht als Craft versteht. Es wird lieber von Brauspezialitäten geredet, die einen ausgeprägten Charakter haben, aber dabei die Trinkbarkeit bewahren sollen. Allzu ausgefallene Experimente wird man bei den Nordlichtern also nicht erwarten dürfen, aber die von uns probierten Biere haben das auch gar nicht nötig. Das Rauchweizen (eine Kollaboration mit dem Museum für Hamburgische Geschichte, da freut sich der Historiker in mir) kommt sehr rund und vollmundig, mit nur leichter Rauchnote daher und das nachgezuckerte Scotch Ale spricht dagegen eher Menschen an, die auch mal ein süßes Bier vertragen können. Am besten gefällt uns allerdings das Arktik-Ale, ein Eisbock auf Basis des Atlantik-Ales, das bei Temperaturen im Minusbereich eingefroren wurde. Die Aromen kommen dadurch weitaus konzentrierter daher und die zusätzliche Kalthopfung mit Lemondrop und Simcoe sorgt für eine angenehme Fruchtigkeit und Frische, die man bei einem Eisbock sonst nicht erwartet.

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    Improved Old Fashioned // Brooklyn Brewery

    Die Brauerei aus dem New Yorker Stadtteil Brooklyn (die wir vor ein paar Jahren besucht haben) ist in Sachen Craft Beer schon ein alter Hase. Auf der Braukunst Live! gibt es vor allem ausgefallenen Biere aus dem umfangreichen Sortiment zu probieren. Spannenderweise sind hier im Gegensatz zu vielen anderen Ständen kaum Kollaborationsbiere zu sehen – da würde sich die Brooklyn Brewery trotz des allgemeinen Trends eher zurückhalten, erzählt man uns. Solange allerdings solche Biere wie das Improved Old Fashioned herauskommen, kann uns das egal sein. Aufbauend auf der Idee des klassischen Ur-Cocktails, wurde ein starkes Bier auf Roggenbasis mit Gewürzen und Orangenschalen versetzt und schließlich in alten Whiskeyfässern gelagert. Das Ergebnis hat kräftige 12,8% und schmeckt wirklich wie ein Drink in Bierform: Nelken- und Zitrusnoten, ein angenehmer Whiskeygeschmack und wärmende Holzaromen. Ein Bier zum gemeinsamen genießen an langen Abenden. Ebenso ungewöhnlich ist K is for Kriek, für das das ebenfalls sehr gute Local 2 zunächst mit Kirschen in ein Bourbonfass wanderte, um anschließend noch ein halbes Jahr mit Champagnerhefe in der Flasche zu reifen. Das Ergebnis ist wunderbar komplex, mit starkem Kirschgeschmack, ohne dabei zu süß zu sein. Schön zu sehen, dass die Brauerei auch derart ungewöhnliche Biere produziert, denn bisher hatten wir sie eher mit (ebenfalls hervorragenden) Standards wie Lager oder IPA verbunden.

    Braukunst Live 2017 Biertrends Brooklyn Brewery K is for Kriek Improved Old Fashioned Feed me up before you go-go

    Gerade wenn es darum geht, den eigenen Horizont (auch über das Reinheitsgebot hinaus) zu erweitern, ist die Braukunst Live! eine wahre Fundgrube. Wir drücken vor allen den ganzen kleinen Brauereien die Daumen, denn – auch das war herauszuhören – das Geschäft wird härter. Marktanteile müssen trotz wachsendem Interesse am Thema Craft Beer härter erkämpft werden, als noch vor zwei Jahren und gerade für Marken ohne eigene Brauerei geht es um riesige Investitionen, wenn man an die Zukunft denkt. Dennoch haben wir an einigen Ständen von Ideen für neue Standorte in verschiedenen Planungsphasen erfahren und hoffen ganz stark, dass es in einigen Jahren ähnlich wie in den USA sein wird: Viele kleine Brauhäuser mit eigenen Restaurants, Besichtigungsmöglichkeiten und natürlich vielen verschiedenen Bieren zum Probieren. Bis dahin sind Biermessen eine gute Alternative.

    Hinweis: Wir haben am Presserundgang teilgenommen und erhielten Pressetickets für die Braukunst Live!. Unsere Meinung bleibt davon, wie immer, unberührt.

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    Gebacken

    Re•created: Ricottakuchen mit getrockneten Aprikosen, Honig & Pinienkernkaramell

    Ricottakuchen mit getrockneten Aprikosen, Honig und Pinienkernkaramell Rezept

    Fast jede/r Blogger_in kennt sie: die Leichen im Blogkeller. Die, die man am liebsten vergisst, auf die man nicht angesprochen werden will und die man, wenn man im Dunkeln doch mal über sie stolpert, ganz schnell wegkicken möchte. Die ersten Blogposts – sie stammen aus einer Zeit, in der man eigentlich noch nicht so recht wusste, was ein Foodblog überhaupt ist, wie die Kamera funktioniert oder wer den ganzen Quatsch außer der Familie eigentlich jemals lesen soll. Zumindest ging es uns so, als wir vor über fünf Jahren mit dem Bloggen anfingen.

    Genau solche Leichen, die man im Grunde schon längst vergessen hat, sind uns beim Blogumzug im letzten Jahr zuhauf begegnet. Das sorgt einerseits für Belustigung über fiese Fotos und nichtssagende Texte und schürt gleichzeitig ein Gefühl der Scham, denkt man daran, dass auch andere in den Tiefen des Blogarchivs über diese Leichen stolpern könnten. Und so steht man als Blogger_in vor der Entscheidung – entfernt man heimlich, still und leise solche Blogleichen oder steht man zu seinen Anfängen und freut sich, wenn über die Jahre eine kleine Entwicklung erkennbar ist? Wir haben uns für letzteres entschieden, sei es aus Faulheit oder zur eigenen Belustigung.

    Dazu passend veranstaltet Marc von Bake to the Roots gerade das Blogevent Re·Create, bei dem er dazu aufruft, sich einen seiner ersten Blogposts noch mal zur Brust zu nehmen und neu aufzulegen, z.B. durch kleine Änderungen im Rezept, eine komplette Neuinterpretation oder einfach durch neue Fotos.

    Ricottakuchen mit getrockneten Aprikosen, Honig und Pinienkernkaramell Rezept

    Sofort fällt uns einer unserer ersten Beiträge über einen Kuchen ein, den wir ohnehin längst mal wieder backen wollten: Ricottakuchen mit getrockneten Aprikosen, Honig und Pinienkernkaramell. Offenbar hatten wir damals das Prinzip eines Foodblogs noch nicht ganz verstanden, denn anders kann ich mir nicht erklären, wieso wir (furchtbare) Fotos eines Kuchens veröffentlichten, dazu jedoch kein Rezept. Äh ja. Dabei ist der Ricottakuchen unbedingt nachahmenswert und uns auch nach so vielen Jahren in guter Erinnerung geblieben. Zugegeben: Eine Schönheit ist der Kuchen noch immer nicht – uns fällt es auch beim zweiten Versuch nicht ganz leicht, das braune Knubbelgebäck ansprechend zu fotografieren –, aber seine inneren Werte (und die dicke Karamellschicht) überzeugen uns nach wie vor. Das Rezept stammt aus einem Backbuch, das wir bei dieser Gelegenheit ebenfalls aus den Tiefen des Kochbuchregals retten mussten und dank der wirklich spannenden Rezepte jetzt sicher wieder häufiger zur Hand nehmen werden.

    Ricottakuchen mit getrockneten Aprikosen, Honig und Pinienkernkaramell Rezept

    Ricottakuchen mit getrockneten Aprikosen, Honig und Pinienkernkaramell (für eine Kastenform mit 25 cm Länge):

    100 g getrocknete Aprikosen
    300 g Mehl
    2 TL Backpulver
    1 Bio-Zitrone
    150 g weiche Butter
    120 g Zucker
    Salz
    50 g flüssiger Honig
    4 Eier
    Mark von 1 Vanilleschote
    50 g gemahlene Mandeln
    250 g Ricotta

    Für das Pinienkernkaramell

    2 EL Butter
    140 g Zucker
    70 ml Sahne
    75 g Pinienkerne
    1/2 TL Zimtpulver

    1. Eine Kastenform mit Backpapier auslegen. Den Ofen auf 180 °C vorheizen. Die Aprikosen in kleine Stücke schneiden und mit 1 EL Mehl vermischen. Das restliche Mehl mit dem Backpulver mischen. Die Schale der Zitrone fein abreiben und den Saft auspressen.

    2. Die Butter cremig schlagen. 100 g Zucker, 1 Prise Salz und Honig dazugeben und verrühren, bis sich der Zucker fast aufgelöst hat. Die Eier einzeln unterrühren. Die Hälfte der Zitronenschale, Vanillemark, die Mehlmischung, Mandeln und 125 g Ricotta unterrühren. Zum Schluss die Aprikosenstücke unterheben.

    3. Den restlichen Ricotta mit der übrigen Zitronenschale, 20 g Zucker und 1 EL Zitronensaft mischen. Die Hälfte des Teigs in die Kastenform füllen, dabei den Teig am Rand etwas höher schieben, sodass in der Mitte eine kleine Vertiefung entsteht. Die Ricottamasse in die Vertiefung geben und mit dem restlichen Teig bedecken. Den Teig glatt streichen und den Kuchen auf unterster Schiene im Ofen ca. 50 Minuten backen.

    4. Den Kuchen aus dem Ofen nehmen und 10 Minuten ruhen lassen, dann aus der Form stürzen und auf einem Gitter abkühlen lassen.

    5. Die Butter und den Zucker in einem Topf unter Rühren hellbraun karamellisieren. Die Sahne unterrühren, bis sich eine homogene Karamellsoße bildet und zum Schluss Pininenkerne und Zimt dazugeben und vermischen. Die Masse ein paar Minuten etwas abkühlen lassen, dann auf dem Kuchen verteilen und trocknen lassen.

    Ricottakuchen mit getrockneten Aprikosen, Honig und Pinienkernkaramell Rezept

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    Augsburg, Gegessen, Gereist, Geteilt, München

    Was bisher geschah: Januar 2017 – Cocktailtrends, Frühstücken in München & Grappakartoffeln

    Tannen im Nebel Großarl Österreich Feed me up before you go-go

    Nach einem Dezember, den wir am liebsten übersprungen hätten, startete das neue Jahr recht unspektakulär mit Erkältungspingpong und Kochunlust. Rückblickend ist es erstaunlich, dass wir in der zweiten Monatshälfte offenbar deutlich mehr unterwegs waren als gedacht. Wir haben einige neue (und alte) Restaurants entdeckt, uns in Bars herumgetrieben und noch einmal einen Beitrag fürs ZDF gedreht – genügend Stoff also für den Monatsrückblick!

    Unterwegs

    Augsburg: Golden Glimmer Bar

    Ziemlich regelmäßig überkommt uns die Vorstellung, wie schön es doch wäre, zusammen mit ein paar Freund_innen eine eigene Bar zu besitzen. In der man immer jemanden trifft, den man kennt, in der immer der richtige Drink auf einen wartet, immer begleitet von der Musik, die man in diesem Moment braucht. Die Golden Glimmer Bar in Augsburg kommt dieser Vorstellung schon ziemlich nahe. Auf zwei Ebenen präsentiert sich die Bar am Schmiedberg angenehm unaufgeregt und gleichzeitig stylish. Man konzentriert sich auf das Wesentliche: ein reduziertes, aber schönes Ambiente, nette Gesellschaft und vor allem gute, ausgefallene Drinks mit Charakter. Auf der saisonalen Winterkarte findet man Cocktails wie „Wasabi Gimlet“ mit Gin, Mastic Tears, Limette, Wasabi und Olivenöl (schmeckt großartig!) oder „Funky Cold Medina“ mit Zuidam Rye Genever, Coldbrew, Vanille, Lakritze und Limette (der für meinen Geschmack etwas mehr Lakritzwumms vertragen hätte). Ergänzt wird das saisonal wechselnde Angebot durch eine recht ordentliche Auswahl an klassischen Drinks und innovativen Eigenkreationen. Die „Bombay Lemonade“ trinkt sich tatsächlich weg wie Limo, und ich bin mir fast sicher, dass ich das Ende meiner Erkältung dem „Ingwer Sour“ mit Gin, Ingwerlikör, Zitronen- und Birnensaft, Ahornsirup, Ingwer und Cayennepfeffer zu verdanken habe. Gleich zweimal hat es uns in den letzten Wochen in die Golden Glimmer Bar verschlagen (vielen Dank an Frau H. und Herrn S. fürs Zeigen!) – und ich gehe stark davon aus, dass weitere Besuche folgen werden. Golden Glimmer Bar // Schmiedberg 3, 86152 Augsburg.
    (Sabrina)

    Golden Glimmer Bar Augsburg

    The Future of Cocktails – Bartrends in Schumann’s Les Fleurs du Mal*

    Wenn ich beruflich alleine unterwegs bin und abends Zeit habe, gehe ich gerne in eine Bar. Ich setze mich an die Theke, quatsche ein wenig mit den Barkeeper_innen und lasse mich beraten, was für ein Drink in diesem Moment am besten zu mir passen würde. Genau dann merkt man, ob eine Bar wirklich ganz oben mitspielen kann. Hier geht es nicht allein darum, dass die Person hinter der Theke einen guten Cocktail mixen kann, sondern das Gesamterlebnis muss stimmen. Barkeeper_innen sollten einfach gute Gastgeber_innen sein. Deswegen ist die jährlich vom Spirituosenkonzern Diageo ausgerichtete World Class Competition auch nicht einfach ein Wettbewerb um den besten Cocktail, sondern auch um die besten Gastgeberqualitäten. Oder wie es Tim Philips (World Class Bartender des Jahres 2012) ausdrückt: „As a bartender, at the core of what we have to do in a short time is become a micro-friend.“

    Wichtig ist aber auch, dass sich erfolgreiche Barkeeper_innen über die Zukunft der Cocktailkunst Gedanken machen. Wir wurden deswegen zu einem Workshop in Schumann’s Les Fleurs du Mal eingeladen, bei dem Nouri Elmoussaoui (Les Fleurs du Mal/München), Falco Torini (Miranda Bar/Wien) und Branimir Hrkac (Bristol Bar/Frankfurt a.M.) die Future Trends der Barszene vorgestellt haben. Ähnlich wie in anderen Bereichen der Kulinarik werden auch die Konsument_innen im Barbereich anspruchsvoller. Sie fordern mehr Informationen über die Produkte, wollen mehr hören als flachen „Marketingschmäh“ und stellen längst überholte Geschlechtervorstellungen infrage. Aktuell dreht sich vieles in der Barszene um Emotionen und die Frage, wie man die Gefühle der Gäste bei der Auswahl des passenden Drinks berücksichtigen kann. Einige Orte gehen dabei ganz neue Wege, indem sie beispielsweise die Gäste mithilfe von Farbtafeln, die bestimmte Emotionen und Erwartungen evozieren, den Drink auswählen lassen (The Parlour/Frankfurt a.M.) oder im Gegenteil gleich ganz auf Farben verzichten und alle Drinks entweder schwarz einfärben oder in schwarzen Gläsern servieren (Roomers/Frankfurt a.M.). Auch Nachhaltigkeit ist ein großes Thema. Nouri Elmoussaoui schafft es z.B., für seine Kreationen eine komplette Ananas zu verwerten, um nichts zu verschwenden. Für ihn ist gleichzeitig auch wichtig, dass Cocktails nicht automatisch stark sein müssen. Eine gewisse Leichtigkeit würde allen Gästen guttun. Das bewies er uns gleich mit einem Cocktail, der Verjus, Portwein, Tequila und Bitters zu einem leichten Aperitif verbindet und passenderweise im Rotweinglas serviert werden sollte. Wer mehr über die Future Trends der Barszene erfahren möchte, kann im Trendbericht von Diageo schmökern.
    (Steffen)

    Cocktail-Workshop Les Fleurs du Mal Schumanns München Feed me up before you go-go

    Entdeckt

    Frühstücken in der Waldmeisterei

    Seitdem Steffen vor einer halben Ewigkeit einen Whiskyabend in der Waldmeisterei verbracht hat und vom Café in der Maxvorstadt nur so schwärmte, wollen wir dort essen gehen. Das gestaltet sich allerdings etwas schwierig, wenn das Lokal abends regulär nicht geöffnet ist und man seine Mittagspausen nur selten rund um die Barerstraße verbringt. Frühstück also – dafür spricht auch das Loblied der SZ. Ohne Reservierung geht hier nichts. Am Samstagmorgen ist das hübsche Café mit den hohen Stuckdecken, dem schönen Holzboden und den ansprechenden Wandfarben bis auf den letzten Platz gefüllt. „Ich will Frühstück“ prangt auf der Karte, auf der man sich nach dem Baukastenprinzip zusammenstellen kann, was gleich vor einem stehen soll. Stimmt! Allerdings funktioniere ich so früh am Morgen noch nicht gut und wünsche mir für einen kurzen Moment, dass mir die Karte mit einem fixen Frühstücksset die Entscheidung leichter macht. Bald stehen ein Glas hausgemachtes Bircher Müsli (3,50€), eine Tüte gemischtes Brot (2€), etwas Scamorza (2,30€) und ein Gläschen Guacamole (2,80€) vor mir – eine wilde Mischung (wie gesagt, ich funktioniere morgens noch nicht gut), aber lecker! Der Mann bekommt noch ein Rührei mit Ziegenkäse (4,20€) dazu, auch das macht sich recht gut. Und so sitzen wir schmatzend in netter Gesellschaft und merken gar nicht, wie die Zeit vergeht. Zeit – die sollte man schon mitbringen, denn der Service in der Waldmeisterei ist zwar sehr freundlich, aber auch nicht der schnellste. Auch wenn das Frühstücksangebot überschaubar und nicht wahnsinnig spektakulär ist, kommen wir sicher wieder – das Ambiente ist toll und auf die Mittagskarte wollen wir schließlich auch noch einen Blick werfen. Die Waldmeisterei // Barerstr. 74, München.
    (Sabrina)

    Frühstücken in München Waldmeisterei Café Feed me up before you go-go

    Frühstücken in München Waldmeisterei Café Feed me up before you go-go

    Auf der anderen Isarseite: fiedler & fuchs

    Es soll Münchner_innen geben, die die Isar als Grenze verstehen. Wenn man auf einer Seite wohnt, geht man nicht auf die andere. Hat bestimmt irgendwas mit Fußball zu tun. Dabei wäre es wirklich schade, sich ausschließlich auf unsere Hälfte zu beschränken, schließlich verbergen sich in Haidhausen und Giesing einige unserer liebsten Orte der Stadt. Gerade das ehemalige Arbeiterviertel Giesing bemüht sich schon seitdem wir in München wohnen, der nächste Hotspot der Stadt zu werden. Das führt zu spannenden Restaurantgründungen wie dem fiedler & fuchs, das seit 2014 unterhalb der Giesinger Kirche die Gäste mit deftiger, aber dennoch moderner Küche versorgt. Zweimal haben wir inzwischen das modern-rustikal eingerichtete Lokal besucht und waren trotz kleinerer Verbesserungsmöglichkeiten recht zufrieden. Neben der Standardkarte gibt es eine Wochenkarte, die sich nicht nur auf Speisen beschränkt, sondern auch wechselnde Getränke bereithält. Leider waren bei beiden Besuchen die angepriesenen Spezialbiere von Crew Republic nicht verfügbar. Zum Glück gibt es mit den regulären Crew-Sorten und Tilmans-Bieren aber genügend Craft-Bier-Auswahl, mit der sich das fiedler & fuchs vom Einheitsbrei in München abhebt. Fleischesser_innen werden keine Probleme haben auf der Karte etwas Passendes zu finden. Der Wildschweinburger mit Rosmarin-Kartoffeln (14,50€) kommt in ordentlicher Größe, innen rosa und mit schmackhafter Preiselbeer-Mayonnaise. Der für ein Wirtshaus obligatorische Schweinebraten gehört angeblich zu den besten in München. Auch für Vegetarier_innen ist das Angebot mehr als ausreichend: Die Kärtner Nudeln mit Steinpilzfüllung (14,50€) beim ersten Besuch waren hervorragend, während der Rucolasalat mit gegrilltem Ziegenkäse in Mandel-Haselnuss-Panade (11,50€) doch etwas sehr karg und unaufregend daherkam. Nicht entgehen lassen sollte man sich jedoch den Nachtisch! Sowohl der frisch zubereitete Kaiserschmarrn (8,50€) wie auch die Marillenknödel mit Pistazien-Amarettini-Brösel (7,80€) waren geschmacklich perfekt und sind unbedingt zum Teilen gedacht. Der Weg nach Giesing lohnt also in jedem Fall. Demnächst werden wir noch einmal zum Sonntagsbrunch vorbeischauen, der von allen Seiten in den höchsten Tönen gelobt wird. fiedler & fuchs // Voßstr. 15, München.
    (Steffen)

    Burger Schlutzkrapfen fiedler & fuchs München Feed me up before you go-go

    Ein Stückchen Südtirol in München: Laurin

    Wenn der letzte Aufenthalt in Südtirol schon ein paar Monate zurückliegt, sucht man sich eben ein Stückchen Südtirol in München. Das Laurin hat sich bisher erfolgreich vor uns versteckt und das, obwohl es mitten in der Innenstadt liegt – allerdings ist das auch nicht die Ecke, in der wir oft essen gehen. Zu sehr verbinden wir die Gegend um den Marienplatz mit lauten Tourifallen und weniger mit hochwertigem Essen. Aber wir lassen uns gerne vom Gegenteil überzeugen und nehmen an einem kalten Mittwochabend in der gut gefüllten und gemütlichen Stube am Viktualienmarkt Platz. Sofort sticht uns die Cocktailkarte ins Auge, die mit spannenden Eigenkreationen aufwarten kann. Kurz darauf stehen ein „Very Dark & Stormy“ mit Lakritz und ein „Blueberry Old Fashioned“ auf dem Tisch. Leider werden unsere Erwartungen nicht erfüllt, zu unharmonisch und gleichzeitig nicht pointiert genug sind beide Drinks. Zum Glück kann das Essen diese Enttäuschung wieder ausgleichen. Meine Rinderlende mit Kartoffelstampf (18,90€) ist herrlich rosa, zart und saftig, der Stampf cremig und stückig gleichzeitig – genau wie ich ihn mag. Das vegetarische Angebot ist überschaubarer, aber die Südtiroler Küche hält u.a. hausgemachte Schlutzkrapfen mit Spinat und Alm-Topfen (13,90€) bereit, die wirklich hervorragend schmecken und von einen kleinen Beilagensalat begleitet werden, der sich auch sehen lassen kann. Der Apfelstrudel zum Dessert ist gut, wenn auch nicht überragend. Wer also plötzlich Lust auf gute Südtiroler Küche verspürt, doch nicht gleich den Weg über die Alpen antreten möchte, findet im Laurin eine zentral gelegene Alternative. Laurin // Heiliggeiststraße 6, München.
    (Steffen)

    Laurin München Südtiroler Küche Feed me up before you go-go

    Let’s talk food im blauen Wunder

    In der Nähe des Ostbahnhofs verstecken sich in einem Hinterhof mysteriöse blauen Türen. Hinter einer von ihnen erwartet Foodinteressierte seit Kurzem ein blaues Wunder – so nennt Vivi D’Angelo ihr Studio, in dem nicht nur wunderschöne Food-Fotografie entsteht, sondern auch die neue Veranstaltungsreihe „Food Talks“ stattfindet. Hier kommen Food-Historiker_innen und -aktivist_innen, Guerillaköch_innen und Autor_innen zu Wort und erzählen von den Geschichten hinter unseren Lebensmitteln. Da ich mich in den letzten Monaten beruflich intensiv mit dem Thema Fermentation auseinandergesetzt habe und mich nun auch endlich praktisch den Fermenten nähern wollte, war ich Ende Januar beim Workshop für Fermentierchen zu Gast. Dabei erklärte Ina zunächst ein paar Grundlagen des Fermentierens, wie die beim Blubbern und Zischen entstehenden guten Bakterien Lebensmittel bekömmlicher, haltbarer oder schmackhafter machen und wie jede/r auch zu Hause ganz leicht fermentieren kann. Im Praxisteil durften wir selbst Gemüse fermentieren und bereits fermentierte Lebensmittel verkosten. Seitdem wohnt ein Gläschen Leekchi (eine Art Kimchi auf Lauchbasis) in unserem Kühlschrank, das sicher bald Gesellschaft von einem Glas Sauerkraut mit Zitrone und Dill bekommen wird. Der Fermentations-Workshop findet regelmäßig statt und kostet 30 € pro Person. Eine Übersicht aller Veranstaltungen und Termine findet ihr auf der Website. Das Blaue Wunder // Belfortstr. 3, München.
    (Sabrina)

    Workshop Gemüse fermentieren im blauen Wunder München Vivi D'Angelo

    Rezept-Quickie

    Gefüllte Grappakartoffeln mit Spinat*

    Schon im letzten Herbst haben wir die Kartoffeln mit Grappafüllung auf einem würzigen Spinatbett kennengelernt. Damals waren wir von Grana Padano eingeladen und durften gemeinsam mit dem Fernsehkoch Frank Oehler ausprobieren, was der italienische Hartkäse in der Küche so kann. Grana Padano ist eine geschützte Ursprungsbezeichnung und darf nur in bestimmten Provinzen der Po-Ebene hergestellt werden. Man findet ihn in drei verschiedenen Reifeklassen, die zwischen 12 und 20 Monaten liegen. Für den normalen Küchenalltag eignet sich der 12 Monate gereifte Käse besonders gut, denn mit ihm lassen sich auch ohne Probleme Aufläufe (oder unsere Kartoffeln) überbacken. Wie wir erfahren haben, wird der Käse in Italien auch gerne anstelle von Salz verwendet. Eines der Rezepte, die Frank Oehler mit uns während des Workshops zubereitet und uns besonders gut geschmeckt hat, sind gefüllte Grappakartoffeln mit Spinat, die wir kürzlich auch zu Hause in etwas abgewandelter Form ausprobiert haben:

    Für 3-4 Portionen:

    5 große mehlig kochende Kartoffeln
    2 rote Paprika
    2 rote Zwiebeln
    25 g Kapern
    150 g Grana Padano, gerieben
    50 g Schmand
    80 ml Grappa
    100 g Champignons
    1 Knoblauchzehe
    50 g Haselnüsse
    25 g Butter
    700 g frischer Spinat
    Salz, Peffer, Tabasco

    Die Kartoffeln kochen, halbieren und aushöhlen. Paprika und Zwiebeln fein würfeln, Kapern grob hacken. Aus dem Kartoffelinneren, 100 g Grana Padano, der Hälfte der Zwiebeln, Paprika, Kapern, Schmand und Grappa eine Füllmasse herstellen. Mit Salz und Pfeffer abschmecken. Die Masse in die hohlen Kartoffeln füllen und mit dem restlichen geriebenem Käse bestreut im Backofen bei 180 °C  ca. 15 Minuten gratinieren. Währenddessen die Champignons in Scheiben schneiden, den Knoblauch fein hacken und die Haselnüsse grob hacken. In einer Pfanne die restlichen Zwiebeln, Knoblauch, Pilze und Haselnüsse in Butter kurz andünsten. Den gewaschenen Spinat dazugeben und zusammenfallen lassen. Mit Salz, Pfeffer und ggf. etwas Tabasco abschmecken. Die überbackenen Kartoffeln auf dem Spinatbett anrichten.
    (Steffen)

    Grappakartoffeln mit Spinat Grana Padano Feed me up before you go-go

    Bloggerevent Grana Padano mit Frank Oehler Feed me up before you go-go

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    Lesenswert

    Pioniere der Food-Fotografie

    Foodblogs und Instagram haben die Entwicklung der Foodfotografie in den letzten Jahren sicher nicht unwesentlich beeinflusst – aber was war eigentlich davor? Wer waren die ersten Fotograf_innen, die Essen abgelichtet haben und wie sehen sie ihr Werk heute? Solchen und ähnlichen Fragen will die Interviewreihe von Annekathrin Kohout und Wolfgang Ullrich nachgehen. Schon der erste Teil mit Christian Teubner macht Lust auf mehr: Pioniere der Food-Fotografie.
    (Steffen)

    Was steht an?

    #7Tage7Biere

    Zwei Jahre ist unsere kleine Instagram- & Twitter-Challenge #7Tage7Biere schon her – höchste Zeit also für eine neue Runde! Da wir in letzter Zeit häufig nach einer Fortsetzung gefragt wurden und sich die Bierflaschen bei uns im Keller stapeln, rufen wir im Februar erneut zum virtuellen Bier-Tasting auf. Die Regeln sind denkbar einfach: 7 Tage, 7 Biere – öffnet mit uns eine Woche lang jeden Tag ein Bier, postet ein Foto davon auf Instagram oder Twitter, erzählt kurz was dazu, verwendet den Hashtag #7Tage7Biere und taggt uns im Beitrag. Los gehts am 12. Februar – wir freuen uns auf neue Entdeckungen, Lieblingsbiere oder Fehlgriffe!
    (Sabrina)

    7 Tage 7 Biere #7Tage7Biere Craft-Bier-Tasting Feed me up before you go-go

    Fotocredit: Foto der Golden Glimmer Bar: © Golden Glimmer Bar; Foto vom Fermentations-Workshop: © Vivi d’Angelo. Vielen Dank, dass wir die Bilder verwenden dürfen!

    Hinweis: Zu den mit Sternchen (*) markierten Veranstaltungen wurden wir freundlicherweise eingeladen – wie immer bleibt unsere Meinung davon unberührt.

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    Gereist, Getrunken, Italien, Südtirol

    Auf Weinentdeckung durch Südtirol: Kalterer Weinkulinarium

    Weintrauben Weinrebe Kaltern Südtirol Italien Feed me up before you go-go

    Als Winzer_in aus Kaltern hat man es nicht leicht. Zu schwer trägt die Region noch immer am Ruf des vor allem aus der Vernatsch-Traube gekelterten Weins als billiges Literflaschengesöff. Dagegen anzukämpfen und zu zeigen, dass sich in den letzten Jahren einiges getan hat, ist deswegen erklärtes Ziel der Betriebe rund um den Kalterer See. Denn noch immer ist der „Kalterersee“ – so der Name des Weins – tief in Kaltern verwurzelt und steht wie kein anderer für die Seele des Ortes in Südtirol. Wer mehr über den leichten Rotwein erfahren möchte, der früher wie heute durch hohe Trinkbarkeit und ein fruchtiges Aroma besticht, kann natürlich in einem der unzähligen Weingüter der Provinz Bozen zu einer Verkostung vorbeischauen – Auswahl gibt es in der Gegend mehr als genug. Einen umfassenderen Überblick vermittelt allerdings der Besuch eines der vier Kalterer Weinfeste wie beispielsweise das Kalterer Weinkulinarium Anfang Oktober, wenn während der letzten Tage der Ernte der lokale Wein ausgiebig gefeiert wird. Wir haben das Weinkulinarium im vergangenen Oktober besucht, uns dabei durch die verschiedenen Kalterer Weine probieren können und auf diese Weise – denn Übung macht den Meister – viel über Wein gelernt. Aber der Reihe nach … Read more

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    Gekocht

    Winterinspiration: Pastinakensuppe mit Gruyère, Nuss-Zitronen-Gremolata & Pastinakenchips

    Pastinakensuppe mit Gruyère, Nuss-Zitronen-Gremolata und Pastinakenchips Rezept Feed me up before you go-go

    Da ist es nun, das neue Jahr, und ist eigentlich schon voll im Gange. Doch entgegen der Annahme, dass sich so ein jungfräuliches Jahr wie ein leeres Blatt Papier blitzschnell mit frischen Ideen und kreativen Gedanken befüllen lässt, herrscht hier nur verschlafenes Gähnen im Kopf. Vielleicht ist es die dicke Schneedecke, die die guten Einfälle seit Wochen begräbt oder die ersten Präsymptome der Frühjahrsmüdigkeit – von Inspiration jedenfalls keine Spur. Das gilt auch und ganz besonders fürs Kochen, mit dem wir in den ersten Januarwochen sicherlich keinen Innovationspreis gewinnen. Es wird auf Altbewährtes zurückgegriffen, auf Gerichte, die hier im Haus ein Schattendasein fristen und eigentlich nur bei akutem Zeitmangel oder Inspirationsnotfällen in die Küche gelassen werden. Oder wir klammern uns pedantisch an Rezepte aus viel zu lange ungeblätterten Kochbüchern – doch simpel muss es sein, darf bloß nicht überfordern. Eine Suppe klingt machbar, mit Wintergemüse wie Pastinaken, etwas Kurkuma und darin schmelzendem Gruyère, so wie sie bei Nigel Slater zu finden ist. Und dann kommt sie, die Unfähigkeit, sich eins zu eins an Rezepte zu halten, denn ein kleines Topping könnte die Pastinakensuppe ja schon vertragen. Uns kommen vor Ewigkeiten gepostete Rezepte in den Sinn, wir klauen uns die Gremolata von damals und ergänzen sie um knusprige Pastinakenchips. Vielleicht ist das ja schon ein erster Schritt heraus aus dem Inspirationsloch, vielleicht taut eine wärmende Suppe auch endlich die Gedanken auf. Und falls die Ideen immer noch nicht sprudeln wollen, fragen wir Julia einfach mal, ob sie uns ihre Karten leiht. Read more

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    Gebacken

    Verzückung im Büro dank Jamie Oliver: Frangipane-Tarte mit Cranberrysauce

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    Eine der Fragen, die man als Foodblogger_in häufiger zu hören bekommt, ist, ob man wirklich alles, was da auf dem Blog, Instagram, Twitter & Co. zu sehen ist, selbst essen würde. Gerne würde ich behaupten, dass nur ein Bruchteil davon in meinem Magen landet, aber derart ausgeprägt ist mein Hang zur Selbstoptimierung nun wirklich nicht. Aber wenn ich nicht gerne (und auch mal zu viel) essen würde, würde der Foodblog doch nur halb so viel Spaß machen. Nichtsdestotrotz kommt es natürlich immer wieder vor, dass man sich bei der Menge des Abendessens vertut. Dann freuen sich vor allem meine Kolleginnen, dass ich etwas zum Mittagessen beisteuern kann. Read more

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    Gekocht, Gereist, Geteilt

    Was bisher geschah: Dezember 2016 – Bergadvent, Adventsbrunch & Foodblogbilanz

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    Der Dezember kann uns mal! Eigentlich hat der Monat keinen eigenen Rückblick verdient – zu viel Aufgewühltheit, zu viele Tränen, zu viele unterschwellige Aggressionen. Dabei fing er so schön an mit einer stimmungsvollen Adventsreise und gutem Essen. Deshalb widmen wir uns hier einfach nur kurz den ersten Tagen, überspringen den Rest, blicken dann lieber noch etwas weiter zurück aufs ganze Jahr und hoffen, dass sich 2017 etwas mehr ins Zeug legt. Wir wünschen euch ein gutes neues Jahr – hoffentlich wird es ein schönes!

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    Jahresendgelüste: Maronen-Weißwein-Suppe mit Balsamicozwiebeln

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    Das Jahresende und wir – irgendwie kriegen wir es nicht hin, dafür zu sorgen, dass diese Zeit unstressig verläuft. Im Dezember ballen sich berufliche und private Verpflichtungen, so vieles will noch schnell erledigt werden, bevor sich das Jahr endgültig verabschiedet und im neuen alles auf null gesetzt wird. Doch dann ist da noch diese merkwürdige Zeit zwischen den Jahren – ein Zeitloch, in dem plötzlich alles entschleunigt, in dem Punkte von der To-do-Liste abgehakt werden, die man schon wochen- oder monatelang vor sich herschiebt und man endlich die Muße findet, sich mit neuen Dingen zu beschäftigen und auszuprobieren. Das gilt auch für Kulinarisches. Maronensuppe zum Beispiel – in den letzten Tagen stand sie gleich dreimal vor uns. Entweder haben wir einen neuen Trend verpasst oder Ende Dezember gelüstet es alle nach einem warmen Teller Suppe mit winterlicher Einlage.

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