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    Make beer great again! Braukunst Live! 2017: Biertrends und unsere Favoriten

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    Der erste Stand am Eingang der diesjährigen Braukunst Live! ist dem 500-jährigen Jubiläum des Reinheitsgebots gewidmet. Ganz schön mutig, sich hier zu präsentieren, ist das Lebensmittelgesetz doch für viele der anwesenden jungen Brauereien ein rotes Tuch und die Kombination von Wasser, Malz, Hefe und Hopfen für die meisten mehr Ausgangspunkt als Richtlinie. Gerade kleine Brauereien reizen die Grenzen dessen, was vor zehn Jahren in Deutschland üblicherweise unter Bier verstanden wurde, immer weiter aus. Die Münchner Biermesse Braukunst Live! trägt diesem Innovationsgedanken verstärkt Rechnung – erstmals gibt es mit The Lab eine gesponserte Ausstellungsfläche für fünf junge, innovative Unternehmen, die sich sonst noch keinen eigenen Stand leisten könnten. Überhaupt merkt man den Betreibern die Bemühungen an, den Spagat zwischen Publikumsmesse und Angeboten für den harten Kern der Craft-Beer-Szene wieder deutlich stärker zu schaffen. Dementsprechend breit ist das Angebot – von international agierenden Schwergewichten über mittelständische Brauereien bis hin zu winzigen Anbietern, die gerade erst den Sprung vom Homebrewing gewagt haben.

    Natürlich gibt es auch in diesem Jahr wieder viel zu probieren. Die breite Palette von über 700 Bieren bietet genügend Möglichkeiten sowohl etablierte Klassiker als auch ultralimitierte Sondersude zu testen. Wer hier kein Lieblingsbier findet, hat wohl einfach nicht genug probiert. Wir haben unter den getesteten Bieren unsere diesjährigen Favoriten herausgesucht, um diese etwas genauer vorzustellen. Dabei lassen sich auch ganz gut ein paar der aktuellen Trends der Szene erkennen.

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    Organic Chocolate Stout // Samuel Smith’s Brewery

    Gleich eins der ersten Biere, die wir probieren, haut uns völlig um. Chocolate Stouts sind zwar keine Neuheit, aber das Organic Chocolate Stout ist etwas ganz Besonderes. Schon der Geruch lässt erahnen, was gleich passiert: Kakaobohnen, Vanille, ein bisschen Kaffee. Der erste Schluck ist trotzdem überraschend, denn er ist recht süß und schokoladig. Das Bier schmeckt tatsächlich so, als hätte man Schokolade darin aufgelöst. Insgesamt ein sehr sanftes Stout, ohne die schwere Cremigkeit, die man sonst oft bei diesem Stil findet. Auch die Röstaromen und Bitternoten sind vorhanden, treten aber gegenüber der Süße in den Hintergrund. Kurz gesagt: Ihr sucht ein Nachtischbier? Das hier ist es!

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    Ahoy-Ster Stout // Tilmans & Buddelship

    Verglichen mit anderen jungen Braumeistern geht es bei Tilman Ludwig eher gemächlich zu. Da werden keine fünf Sondersude pro Halbjahr rausgehauen, sondern lieber gründlich getüftelt, bis alles passt. Umso schöner, dass es jetzt nach dem Extra rein – dem Mittelfinger in Richtung Reinheitsgebot – eine neue Kollaboration gibt, diesmal mit den Hamburgern von Buddelship. Herausgekommen ist das Ahoy-Ster Stout mit – ihr ahnt es schon – frischen Austern im Braukessel. Fischig schmeckt das Ergebnis zum Glück keineswegs, eher bitter und röstig, aber dafür mit einer besonders cremigen Textur, die angeblich auf die Meerestiere zurückzuführen ist. Stilecht wird dazu natürlich eine frische Auster gegessen – wir sind ja schließlich in München. Ansonsten wird bei Tilmans 2017 vermutlich kein neues Bier dazukommen, zu sehr ist man noch mit dem Wachstum beschäftigt, sogar ein großer Exportdeal ist fast schon spruchreif.

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    Beard Beer // Rouge Ales

    Endlich kommen wir dazu, ein Bier zu probieren, das wir schon länger im Visier haben: das Beard Beer von Rouge (5,7%), hinter dem sich eine wirklich abgefahrene Geschichte verbirgt. Der für das berüchtigte Beard Bier verwendete Hefestamm wurde im Bart des Rogue-Braumeisters John Maier entdeckt. Nach über 15.000 Brauvorgängen bot der Bart wohl die perfekte Umgebung für eine wilde Hefe, die sich optimal zum Brauen eignet. Das klingt im ersten Moment zwar etwas abstoßend, aber wie auch die Rückseite der Flasche beschwichtigt: „no need to freak out!“ Denn wilde Hefen werden schon lange zum Bierbrauen verwendet. Aber nicht nur die Story zum Bier ist gut, es überzeugt uns auch geschmacklich. Frisch und fruchtig, mit Grapefruit-, Zitrus- und Pfirsichnoten, guter Bitterkeitsbalance und malziger Süße im Abgang kommt das American Wild Ale daher (und schmeckt dabei erstaunlich nach Belgien). Wer das Beard Beer probieren will, sollte sich aber mit dem Kauf beeilen, denn 2017 wird es vorerst nicht mehr gebraut.

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    Kult16 // Munich Brew Mafia, Ambar Bistro & Birrificio Karma

    Ziemlich neu in der Münchner Szene ist der Mafia-Clan, der gleich mit dem Erstling Don Limone einen ziemlichen Hit gelandet hat und damit auch den Preis für das beste Bier der Braukunst Live! abräumen konnte. Inzwischen sind einige neue Biere dazugekommen und es wird wild herumexperimentiert. Das Kult16 ist ein Collab-Sud mit Ambar Bistro und Birrificio Karma aus Neapel und nicht ganz einfach zu fassen. Belgian Style Kölsch sollen wir schreiben, aber das trifft es auch nur bedingt. Der Nase nach denkt man zuerst an einen Gewürzschrank – schließlich sind Bohnenkraut und Lavendel im Kessel gelandet. Grünhopfen sorgt für eine frische, bittere Fruchtigkeit, die sich gut mit den süßen, kräuterigen Noten des Biers verträgt. Auch das Kult16 ist nur eine einmalige Sache, wenn ihr also eine Flasche seht: auf jeden Fall zugreifen!

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    Himbeer Toni // Hopfmeister

    Ein weiterer Trend, der sich ausmachen lässt, ist der Versuch, über die Kombination von Hefe, Malz und Hopfen ganz neue Wege zu gehen. Also innerhalb des Reinheitsgebots Biere zu schaffen, die trotzdem kaum noch etwas mit traditionellen deutschen Bieren zu tun haben. Das Himbeer Toni ist so ein Kandidat. Der junge Brauer ist selbst am Stand und lässt uns seine noch nicht marktreife Kreation probieren. Und ja, das Bier trägt seinen Namen völlig zu Recht: Himbeere ist der vorherrschende Geschmack dieses recht süßen Bieres mit hoher Stammwürze. Gefällt uns gut und wir freuen uns, dass es den Toni auch bald als Flaschenabfüllung zu kaufen geben wird – hoffentlich rechtzeitig zum Sommer auf dem Balkon!

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    Room 101 // Yankee & Kraut, Freigeist Bierkultur & Pirate Brew

    Eines der verrücktesten Biere, die wir auf der Messe probieren, ist ein Collaboration Brew von Freigeist Bierkultur, Yankee & Kraut und Pirate Brew, das ebenfalls fernab des Reinheitsgebots stattfindet. Das Room 101 (6%) ist ein Spiced Beer, hinter dem sich eine wahre Kräuterbombe versteckt: Minze, Eukalyptus, Wacholderbeeren, Zitrone (Kräuter im Bier scheinen noch so ein Trend zu sein). Geschmacklich liegt das Bier irgendwo zwischen Erkältungsbad, Saunaaufguss und Mundspülung, was deutlich schlimmer klingt, als es schmeckt. Im Mund bleibt ein frisches Eukalyptus-Minz-Gefühl, dazu kommt eine ordentliche Bitterkeit durch den Hopfen und eine leichte Süße. Wir hätten uns allerdings mehr Schaum und Kohlensäure gewünscht. Ein Bier, das man entweder liebt oder hasst. Wir würden definitiv noch einmal zugreifen!

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    Kwasimodo  // Freigeist Bierkultur & Crow Brewery

    Wer sich in den letzten Jahren mit Craft Beer beschäftigt hat, wird mit ziemlicher Sicherheit schon eines der Biere von Sebastian Sauer probiert haben. Der deutsche Pionier braut seit 2009 und ist vor allem in den USA mit seinen Neuinterpretationen bereits vergessener Bierstile bekannt geworden. Auf der Braukunst steht er an einem winzigen, unscheinbaren Stand und schenkt nebenbei ein paar der ungewöhnlichsten Biere der Messe aus. Bei dem unglaublichen Jahresvolumen von etwa 30 neuen Bieren (er selbst weiß es nicht so genau, bei der letzten USA-Reise habe er bestimmt über 15 Biere mit verschiedenen Brauereien kreiert) muss man allerdings schnell sein, wenn man nichts verpassen möchte. Mit Kwasimodo (4,5%) hat er zusammen mit der Crow Brewery ein Bier kreiert, das sich am russischen Brotgetränk Kwas orientiert – mit Roggenmalz und -brot gebraut und mit Kirschen vergoren. Riecht etwas nach Rotwein, schmeckt säuerlich-fruchtig, leicht holzig und nach deutlichen Sauerteignoten. Er wolle nicht stehen bleiben, erzählt uns Sebastian. Bier sei Entwicklung und deswegen habe auch das Reinheitsgebot für ihn keine Relevanz. Wäre auch schade um die guten Biere!

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    Dolden Bock // Riedenburger Brauhaus

    Schon seit zwölf Monaten auf dem Markt, aber nach wie vor interessant ist der letzte Neuzugang bei den Bio-Pionieren von Riedenburger. Mein ehemaliger Kneipenkollege Wastl, der hier inzwischen im Vertrieb tätig ist, erzählt, dass er sich sehr dafür eingesetzt hätte, dieses Starkbier auf den Markt zu bringen und wir sollten ihm dankbar sein. Das sind wir, denn die mit Saphir und Cascade hopfengestopfte Weizendoppelbock-Variante hat neben dem für den Stil typischen Bananengeschmack tolle grasige Aromen zu bieten. Im Abgang kommt der Alkoholgehalt von 7,9% nur schwach zur Geltung und wird von einer passenden Hopfenbitterkeit begleitet. Ein gutes Bier für kalte Abende – zum Glück steht bei uns noch eine Flasche im Keller.

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    First tRYE // Braumanufaktur Welde & Jopen Bier

    Bei Welde haben wir vor zwei Jahren mit dem damaligen Jahrgangsbier einen unserer Favoriten gefunden. In diesem Jahr ist ein untergäriger Lagerbock an der Reihe, der mit der englischen Sorte Warrior Queen kaltgehopft wurde und leider nicht ganz unseren Geschmack trifft. Aber zum Glück gibt es auch eine neue Kollaboration mit der niederländischen Brauerei Jopen, die mir deutlich besser gefällt. Das First tRYE ist ein untergäriges IPA mit 51% Roggenmalz, tollen Fruchtaromen und kräftiger Bitterkeit, dem man den sanft-würzigen Einfluss der ungewöhnlichen Getreidewahl in jedem Schluck anmerkt. Grenzen zu überschreiten, lohnt sich!

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    Spaceman Grapefruit // Brewfist

    Die uns bisher noch unbekannte italienische Brauerei Brewfist entdecken wir durch Zufall und werden gleich vom Namen eines der angeschriebenen Biere magisch angezogen. Die Jungs haben mit Spaceman Grapefruit ein IPA geschaffen, dem zum Schluss echte Grapefruitschalen zugefügt wurden. Eine sehr passende Idee wie wir finden, denn die Grapefruitnoten des Hopfens und die doch nochmal kräftiger schmeckenden Aromen der Schalen ergänzen sich perfekt und ergeben eine schöne Balance aus Frucht und Bitterkeit. Ein tolles Sommerbier, das uns hoffentlich noch mal über den Weg läuft.

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    Alkoholfreies IPA // Brauhaus Riegele

    Was vor ein, zwei Jahren noch als exotisch galt, wird immer mehr zur Regel: alkoholfreie Biere abseits des Einheitsbreis. Gerade IPAs ohne Umdrehungen (zumindest fast, bis zu 0,5% sind erlaubt) gibt es inzwischen einige und auch unsere Augsburger Lieblingsbrauerei Riegele präsentiert auf der Braukunst ihren Brauversuch in noch unetikettierten Flaschen. Beim ersten Schnuppern mit der Nase kommt die erwartbare Fruchtexplosion zum Vorschein, die gleich Lust auf den ersten Schluck macht. Geschmacklich sind die Zitrusfrüchte etwas zurückhaltender und auch die Hopfenbittere hält sich in Grenzen. Insgesamt ein ausgewogenes IPA, auf das ich als Autofahrer gerne öfter zurückgreifen würde. Die Brauerei wartet noch auf die Zulassung und rechnet mit dem Erscheinen passend zum Sommer.

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    Arktik-Ale // Störtebeker Brauspezialitäten

    Störtebeker ist inzwischen eines der Flaggschiffe der hiesigen Szene. Mit dem Zuschlug für das Restaurant in der Hamburger Elbphilharmonie ist Craft Beer im Establishment angekommen, obwohl man sich selbst gar nicht als Craft versteht. Es wird lieber von Brauspezialitäten geredet, die einen ausgeprägten Charakter haben, aber dabei die Trinkbarkeit bewahren sollen. Allzu ausgefallene Experimente wird man bei den Nordlichtern also nicht erwarten dürfen, aber die von uns probierten Biere haben das auch gar nicht nötig. Das Rauchweizen (eine Kollaboration mit dem Museum für Hamburgische Geschichte, da freut sich der Historiker in mir) kommt sehr rund und vollmundig, mit nur leichter Rauchnote daher und das nachgezuckerte Scotch Ale spricht dagegen eher Menschen an, die auch mal ein süßes Bier vertragen können. Am besten gefällt uns allerdings das Arktik-Ale, ein Eisbock auf Basis des Atlantik-Ales, das bei Temperaturen im Minusbereich eingefroren wurde. Die Aromen kommen dadurch weitaus konzentrierter daher und die zusätzliche Kalthopfung mit Lemondrop und Simcoe sorgt für eine angenehme Fruchtigkeit und Frische, die man bei einem Eisbock sonst nicht erwartet.

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    Improved Old Fashioned // Brooklyn Brewery

    Die Brauerei aus dem New Yorker Stadtteil Brooklyn (die wir vor ein paar Jahren besucht haben) ist in Sachen Craft Beer schon ein alter Hase. Auf der Braukunst Live! gibt es vor allem ausgefallenen Biere aus dem umfangreichen Sortiment zu probieren. Spannenderweise sind hier im Gegensatz zu vielen anderen Ständen kaum Kollaborationsbiere zu sehen – da würde sich die Brooklyn Brewery trotz des allgemeinen Trends eher zurückhalten, erzählt man uns. Solange allerdings solche Biere wie das Improved Old Fashioned herauskommen, kann uns das egal sein. Aufbauend auf der Idee des klassischen Ur-Cocktails, wurde ein starkes Bier auf Roggenbasis mit Gewürzen und Orangenschalen versetzt und schließlich in alten Whiskeyfässern gelagert. Das Ergebnis hat kräftige 12,8% und schmeckt wirklich wie ein Drink in Bierform: Nelken- und Zitrusnoten, ein angenehmer Whiskeygeschmack und wärmende Holzaromen. Ein Bier zum gemeinsamen genießen an langen Abenden. Ebenso ungewöhnlich ist K is for Kriek, für das das ebenfalls sehr gute Local 2 zunächst mit Kirschen in ein Bourbonfass wanderte, um anschließend noch ein halbes Jahr mit Champagnerhefe in der Flasche zu reifen. Das Ergebnis ist wunderbar komplex, mit starkem Kirschgeschmack, ohne dabei zu süß zu sein. Schön zu sehen, dass die Brauerei auch derart ungewöhnliche Biere produziert, denn bisher hatten wir sie eher mit (ebenfalls hervorragenden) Standards wie Lager oder IPA verbunden.

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    Gerade wenn es darum geht, den eigenen Horizont (auch über das Reinheitsgebot hinaus) zu erweitern, ist die Braukunst Live! eine wahre Fundgrube. Wir drücken vor allen den ganzen kleinen Brauereien die Daumen, denn – auch das war herauszuhören – das Geschäft wird härter. Marktanteile müssen trotz wachsendem Interesse am Thema Craft Beer härter erkämpft werden, als noch vor zwei Jahren und gerade für Marken ohne eigene Brauerei geht es um riesige Investitionen, wenn man an die Zukunft denkt. Dennoch haben wir an einigen Ständen von Ideen für neue Standorte in verschiedenen Planungsphasen erfahren und hoffen ganz stark, dass es in einigen Jahren ähnlich wie in den USA sein wird: Viele kleine Brauhäuser mit eigenen Restaurants, Besichtigungsmöglichkeiten und natürlich vielen verschiedenen Bieren zum Probieren. Bis dahin sind Biermessen eine gute Alternative.

    Hinweis: Wir haben am Presserundgang teilgenommen und erhielten Pressetickets für die Braukunst Live!. Unsere Meinung bleibt davon, wie immer, unberührt.

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    Gereist, Getrunken, Italien, Südtirol

    Auf Weinentdeckung durch Südtirol: Kalterer Weinkulinarium

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    Als Winzer_in aus Kaltern hat man es nicht leicht. Zu schwer trägt die Region noch immer am Ruf des vor allem aus der Vernatsch-Traube gekelterten Weins als billiges Literflaschengesöff. Dagegen anzukämpfen und zu zeigen, dass sich in den letzten Jahren einiges getan hat, ist deswegen erklärtes Ziel der Betriebe rund um den Kalterer See. Denn noch immer ist der „Kalterersee“ – so der Name des Weins – tief in Kaltern verwurzelt und steht wie kein anderer für die Seele des Ortes in Südtirol. Wer mehr über den leichten Rotwein erfahren möchte, der früher wie heute durch hohe Trinkbarkeit und ein fruchtiges Aroma besticht, kann natürlich in einem der unzähligen Weingüter der Provinz Bozen zu einer Verkostung vorbeischauen – Auswahl gibt es in der Gegend mehr als genug. Einen umfassenderen Überblick vermittelt allerdings der Besuch eines der vier Kalterer Weinfeste wie beispielsweise das Kalterer Weinkulinarium Anfang Oktober, wenn während der letzten Tage der Ernte der lokale Wein ausgiebig gefeiert wird. Wir haben das Weinkulinarium im vergangenen Oktober besucht, uns dabei durch die verschiedenen Kalterer Weine probieren können und auf diese Weise – denn Übung macht den Meister – viel über Wein gelernt. Aber der Reihe nach … Read more

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    Frankreich, Gegessen, Gereist, Getrunken, Nancy

    Kulinarisch durch Elsass & Lothringen #3: Nancy – Bergamotte, Mirabellen & Art nouveau

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    Wir verlassen Straßburg und das Elsass und machen uns auf in Richtung Westen. Je näher wir Nancy kommen, desto besser wird das Wetter – es scheint, als hätten wir die Regentage endlich hinter uns gelassen. Sonne und Nancy – das passt ohnehin viel besser zusammen. Denn wenn ich Nancy in nur zwei Farben beschreiben müsste, wären es Gold und Weiß. Strahlend blauer Himmel bietet da die beste Leinwand, lässt die pompösen weißen Bauten strahlen und die Sonne in den vielen Goldverzierungen rund um die Place Stanislas glitzern. Read more

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    Frankreich, Gegessen, Gekauft, Gereist, Getrunken, Straßburg

    Kulinarisch durch Elsass & Lothringen #2: Straßburg – Bredele, Käsekoma & Lichtspektakel

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    Ich sehe rot. Genauer gesagt einen roten Koffer und einen roten Mantel. Sie wohnen bereits in unserem Hotelzimmer, als wir es beziehen. Wer sie da vergessen hat, ist schnell herausgefunden: Die Dame, die aussieht, als sei sie einem Tarantino-Film entsprungen und gleich zwei Wände unseres Hotelzimmers ziert. Zu verdanken haben wir sie der Fotografin Estelle Hoffert, die eines der 38 Zimmer des Graffalgar Hotels designt hat. Das kleine Hotel im Bahnhofsviertel überrascht uns zudem mit einem großen Zimmer, einfacher, aber moderner Einrichtung und Liebe zu nerdigen Details. Wir fühlen uns sofort wohl und sind fast ein bisschen traurig, dass wir nur eine Nacht hier verbringen werden. Read more

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    Frankreich, Gegessen, Gereist, Getrunken, Mulhouse

    Kulinarisch durch Elsass & Lothringen #1: Mulhouse – Street Art, Fleischschnacka und der kleine Prinz

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    Wir lieben es, wenn uns eine Stadt überrascht. Wenn wir ohne große Erwartungen an einen unbekannten Ort kommen und dann eine schöne Ecke nach der anderen entdecken. Mulhouse, die erste Station unserer spätsommerlichen Rundreise durch das Elsass und Lothringen, ist genau so ein Fall. Fast fünf Stunden Autofahrt liegen hinter uns, als es die Stadt schafft, uns schon bei der Einfahrt in ihren Bann zu ziehen. Wir warten an einer Ampel, blicken nach rechts und stehen genau vor einem riesigen bunten Mural, das die Hauswand neben uns schmückt. Nicht die einzige Spur, die die globale Street-Art-Bewegung in Mulhouse hinterlassen hat, wie wir bald lernen werden. Zum Glück haben wir die perfekte Person gefunden, die uns einen Nachmittag lang in die Geheimnisse ihrer Stadt einführt. Martine ist nicht einfach eine Stadtführerin, sondern eine Greeterin. Dahinter verbirgt sich eine Gruppe von Einwohner_innen, die in ihrer Freizeit Tourist_innen durch ihr ganz persönliches Mulhouse führen. Jede/r setzt eigene Schwerpunkte – dabei geht es nicht darum, einen Komplettüberblick über die Stadt zu vermitteln, sondern vielmehr um die verborgenen Ecken, die geheimen Orte in der Stadt, die vielleicht nicht jede/r Besucher_in gleich auf dem Schirm hat. Eine tolle Idee und der ideale Einstieg für jeden Besuch!

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    Wir beginnen unsere Entdeckungsreise auf der Place de la Reunión. Zwischen sorgfältig renovierten farbenfrohen Renaissancegebäuden, der Kirche Saint-Étienne aus dem 19. Jahrhundert und dem roten Rathaus stehend, glaubt man kaum, dass Mulhouse auch den wenig schmeichelhaften Namen „Manchester Frankreichs“ trägt (leider ohne die musikalische Tradition des britischen Vorbilds). Im 19. Jahrhundert erlebte hier vor allem die Textilindustrie (und später der Autobau) einen massiven Aufschwung, der zwar Geld für repräsentative Gebäude in der Innenstadt oder im Villenviertel mit sich brachte, aber gleichzeitig für graue Industriekultur sorgte. Auch heute steht die Stadt für viele noch mehr für Industrie als für Kultur, was sich auf den zweiten Blick jedoch schnell revidieren lässt. Die kleine, aber feine Altstadt verbirgt neben ein paar Einkaufsstraßen auch viele Überreste der bis ins Jahr 803 zurückreichenden Stadtgeschichte. Besonders das hübsche Rathaus aus dem Jahr 1552 sticht heraus mit den Wappen der Schweizer Kantone, die auf die lange Zugehörigkeit zum Nachbarland hinweisen. Heute befindet sich im Rathaus ein Museum, in dem auch der originale „Klapperstein“ aufbewahrt wird, von dem eine Nachbildung an der Außenseite des Hauses zu sehen ist. Diesen (natürlich ziemlich schweren) Stein hatten zu früheren Zeiten Lästermäuler als Strafe fürs Schwätzen um den Hals durch die Stadt zu tragen. Heute geht es in Mulhouse allerdings etwas gesitteter zu.

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    Inzwischen ist es vor allem die Street Art, die der Industriestadt weitere Facetten verleiht. Ein jährlich stattfindendes Street-Art-Festival sorgt für stetigen Nachschub an Installationen und Graffiti in der Stadt. Auf unserer Tour entbrennt deswegen ein regelrechter Wettbewerb: wer kann mehr Kunstwerke auf den Häuserwänden (oder auch Briefkästen) der Stadt entdecken? Eine andere Greeterin, die wir während unseres Rundgangs treffen, ist von diesem Aspekt ihrer Heimatstadt sogar so begeistert, dass sie gleich einen Bildband mit den schönsten Murals herausgebracht hat. Können wir verstehen. Unser Favorit bleibt allerdings trotz der großen und schönen Auswahl bis zum Schluss El Sembrador von INTI. Es war eben Liebe auf den ersten Blick.

    Mulhouse kulinarisch

    Aber auch kulinarisch hat unser erster Stopp im Elsass viel zu bieten. Sehr viel sogar. Denn wie man uns – nicht ohne Stolz – berichtet, sei das Elsass die einzige Region Frankreichs, die für ihre großen und deftigen Portionen bekannt ist. Und wirklich: Wer mit Frankreich nur winzige Happen auf großen weißen Tellern verbindet, wird hier eines Besseren belehrt. Vielleicht sind es die harten Winter im Elsass, die die Menschen zwingen, sich ordentlich Winterspeck anzufuttern – oder eben nur ein gesunder Appetit auf Flammkuchen & Co.

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    {Le Marché de Mulhouse}

    Es gibt wohl kaum einen besseren Ort, um die kulinarischen Eigenheiten einer Stadt kennenzulernen, als die lokale Markthalle. Mit bis zu 350 Händlern ist der Marché de Mulhouse einer der größten Märkte in ganz Frankreich. Schon vor seinen Toren werden wir von der angebotenen Vielfalt fast erschlagen, denn der Markt ist unterteilt in einen überdachten Bereich im Inneren der Markthalle und einen Außenbereich mit zahlreichen Ständen im Freien. Man liest öfter mal, dass Obst und Gemüse bei vielen unserer europäischen Nachbarn eine höhere Qualität hätten, und hier glaubt man das sofort. Auswahl und Größe der Lebensmittel ist nicht mit den Produkten eines deutschen Wochenmarkts zu vergleichen. Hier darf noch etwas Erde an den Rüben hängen und auch krummes Gemüse türmt sich vor den Käufern. Und der Geruch! Ein riesiges Kräutermeer erstreckt sich über die Tische und verströmt einen fast unwiderstehlichen Duft. Schade, dass unser Hotelzimmer keine Küche hat, denn wir würden am liebsten den ganzen Rucksack vollpacken und uns an den Herd stellen. Gute Angebote findet man hier außerdem, besonders gegen Marktende, wenn überall kleine Körbe an den Ständen auftauchen, in denen leicht angehauenes Gemüse für 1-2€ pro Körbchen angeboten wird. Besonders lachen uns die für das Elsass so typischen saftigen Zwetschgen an und auch die Kaktusfeigen (die hier Figue de barbarie heißen) lassen uns das Wasser im Mund zusammenlaufen. Ähnlichen Verlockungen sind wir in der Halle ausgesetzt. Hier wechseln sich lokale Anbieter von Wurst, Käse, Bredele, Honig und anderen (teilweise auch internationalen) Spezialitäten ab und spiegeln z.B. in den zahlreichen Gewürzständen auch die Einwanderungsgesellschaft der Stadt wider. Die Marktbetreiber achten bei der Auswahl der Anbieter stark auf Qualität und Abwechslung und prüfen die Bewerbungen für die heiß begehrten freien Plätze gründlich. Le Marché de Mulhouse //

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    {FoodLink}

    Der Food-Truck ist einer von sechs Street-Food-Ständen, die hungrige Marktbesucher_innen mit Essen versorgen, und eine wahre Besonderheit im fleischfixierten Frankreich. Die beiden Betreiber bieten ausschließlich vegane Produkte an und leisten damit laut eigener Aussage echte Pionierarbeit im Elsass. „We do what we love“, antworten sie, als ich sie nach der Resonanz frage und auch die Rückmeldung der Kunden sei mehr als positiv. Es ändere sich langsam, aber sicher etwas im Bewusstsein der Franzosen. Ein Lichtblick, denn im Laufe unserer Reise haben wir den Eindruck, dass die Änderungen sehr, sehr langsam verlaufen und selbst vegetarisches Essen für viele Restaurants eine schier unmögliche Aufgabe darstellt. FoodLink zeigt sich hier fortschrittlich und die Veggie-Salat-Box und der Wrap de la mer mit Gemüse und Algen (jeweils 6€) sind ein leckerer, leichter Snack nach dem Marktbesuch. FoodLink // Vor dem Marché de Mulhouse und an anderen wechselnden Standorten.

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    {Au Bouton d’Or}

    Das hübsche gelbe Häuschen auf der Place de la Reunión, das den Namen Butterblume ziert, beheimatet im Untergeschoss ein wahres Käseparadies. Im Au Bouton d’Or findet man von Bibeleskäs bis Münster alle typischen Sorten der Region und mindestens alle anderen 363 Käsesorten, die Frankreich so zu bieten hat. Au Bouton d’Or // 5, Place de la Réunion, Mulhouse.

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    {Atelier des Glaces}

    Während unserer Stadtführung kommen wir in der Altstadt am Atelier des Glaces vorbei. Ein kurzer Blick genügt und Sabrina erspäht ein in Deutschland kaum erhältliches Lakritzeis, das unbedingt probiert werden muss. Um auch mich glücklich zu stimmen, bringt sie mir eine Kugel Brombeereis mit. Während wir zufrieden an unserem Eis schlecken, entfacht zwischen unseren beiden französischen Begleiterinnen eine Diskussion um die beste Eisdiele der Stadt. Das Atelier des Glaces vs. Engel’s Coffee in der Maison Engelmann. Leider sind unsere Eiskugeln zu groß, um im zweiten Eisladen einen Direktvergleich anzutreten. Atelier des Glaces // 14, rue Henriette, Mulhouse.

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    {Maison Engelmann}

    Noch relativ jung ist die Maison Engelmann, die eine Galerie mit kleinen, feinen Geschäften und Feinkostläden beheimatet wie die Pâtisserie Dany Husser mit ihren süßen Wunderwerken, eine Weinhandlung, eine große Buchhandlung und andere nette Läden. Wir schaffen zwar keine zweite Kugel Eis, doch die Erinnerung an das hausgemachte Schokoladen-Rotwein-Eis von Engel’s Coffee löst bei unserer Stadtführerin große Begeisterung aus. Maison Engelmann // Rue du Moulin, Mulhouse.

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    {La Quille}

    Es könnte wohl keinen besseren Ort geben, um am frühen Abend nach einer ausgiebigen Stadttour etwas runterzukommen, als diese Weinbar am Rande der Altstadt. Bei gutem Wetter sitzt man am besten draußen und bewundert die regelmäßig wechselnde Street-Art-Installation an der gegenüberliegenden Hauswand. Wir sind froh, uns bei der Weinauswahl auf die fachkundige Beratung des Besitzers verlassen zu können. Rund 500 verschiedene Sorten lagern im Weinkeller – genügend Auswahl für die ebenfalls regelmäßig angebotenen Weinproben. Wir bekommen einen leichten, lieblichen Riesling aus dem Elsass, der perfekt als Aperitif zu unserem ersten Abend in Frankreich passt. Begleitet wird der Wein von einigen Holzplatten mit hervorragenden regionalen Käsesorten, Wurst aus dem Elsass und ein paar Lachsbroten. Käse, Wein und ein lauer Spätsommerabend – so ungefähr hatten wir uns unseren Frankreichaufenthalt vorgestellt. Santé! Eine zweite Filiale gibt es übrigens im Metz. La Quille //10 rue de la Moselle, Mulhouse.

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    {Le Cellier}

    Ein paar Schritte von der Innenstadt entfernt, finden sich am Ende der Rue des Trois Rois gleich mehrere Restaurants, darunter auch Le Cellier – der Keller. Zum Glück dürfen wir draußen sitzen und dort beste Elsässer Spezialitäten ohne unnötigen Touristenkitsch genießen. Zwar ist die vegetarische Auswahl nicht besonders groß, aber es gibt sehr guten Flammkuchen mit Münsterkäse. Damit man den dünnen Fladen möglichst frisch und warm genießen kann, wird er nacheinander in zwei Hälften serviert – eine wirklich gute Idee! Ich muss natürlich die lokale Spezialität probieren, die wir bei unserer Greeterin schon investigativ in Erfahrung bringen konnten: Fleischschnacka. Dahinter verbirgt sich genau das, wonach es klingt: eine Teigschnecke, die mit Fleisch gefüllt ist. Serviert wird die sehr würzige Kalorienbombe traditionell in einem Teller Brühe, und glaubt mir, deftiger geht es kaum. Schade eigentlich, denn die Desserts, die an uns vorbeigetragen werden (Pfirsich Melba ist im Elsass noch immer in Mode), sehen mehr als gut aus, aber unsere Bäuche haben sich noch nicht an die lokalen Portionsgrößen gewöhnt. Le Cellier // 4, rue des Trois Rois, Mulhouse.

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    {La Taverne de l’Écomusée}

    Das zum Écomusée d’Alsace gehörende Restaurant überzeugt uns schon beim Eintreten, denn wir werden von einer großen Kuchentheke empfangen. Die Hauptspeise darf also nicht zu groß ausfallen, schließlich soll noch etwas Platz für den Nachtisch sein. Ehrlicherweise waren unsere Erwartungen an die Taverne nicht besonders hoch, richtet sich das Angebot doch hauptsächlich an die Parkgäste. Uns kommen sofort Erinnerungen an lieblose Mahlzeiten in den Freizeitparks unserer Kindheit in den Sinn, allerdings werden wir schon beim Blick in die Karte des bis auf den letzten Platz gefüllten Restaurants positiv überrascht. Zwar gibt es (passend zum Park) typische deftig-elsässische Küche, aber eben oft mit einem kleinen Dreh. Der Flammkuchen mit Lachs, Kapern und Zitronenzeste ist nicht gerade alltäglich und schmeckt hervorragend. Die Variante mit frischen Pilzen und Zwiebeln kann glücklicherweise ohne Speck bestellt werden und überzeugt ebenfalls. Zudem gibt es eine erstaunlich gute Bierauswahl, sodass man sich bereits beim Mittagessen durch verschiedene Craft-Biere der Region probieren kann. Wie geplant lassen wir Platz für den Nachtisch – das ist auch nötig, denn die Kuchenstücke (Apfel-Zimt und Preiselbeere) sind riesig und erfüllen unsere Erwartungen voll und ganz. Die Preise sind für ein Lokal, das durch die Anbindung an den Park ein gewisses Monopol hat, erstaunlich fair und nicht höher, als in ähnlichen Restaurants in Mulhouse. La Taverne de l’Ecomusée // Chemin du Grosswald, Ungersheim.

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    {Peonia at Home}

    Ein richtiger Geheimtipp versteckt sich hinter Peonia at Home mitten in Rebberg, dem Villenviertel der Stadt, in dem die durch die Industrie reich gewordenen Bürger_innen im 19. Jahrhundert ihre Häuser errichten ließen. Auch diese Villa, die heute ein Bed & Breakfast beherbergt, gehörte einst Textilfabrikanten, der Familie Dreyfus. Heute empfängt das italienisch-französische Architektenehepaar Andréa und Antonio D’Onghia im opulent eingerichteten Salon nicht nur Übernachtungsgäste, sondern bekocht auf Anfrage auch andere Besucher_innen. Die Hausherrin ist Autodidaktin, ihre italienisch-mediterrane Küche köstlich und zudem eine perfekte Abwechslung von den doch eher deftigen elsässischen Gerichten. Aber nicht nur das Essen ist hervorragend, auch die Tischgesellschaft. Antonios Bruder (zufällig Besitzer des einzigen 2-Sterne-Restaurants der Stadt Il Cortile), seine elsässische Frau und die Tochter der Köchin, die in Südamerika aufwuchs und sich mit uns den ganzen Abend auf Spanisch unterhält, sorgen für ein babylonisches Sprachgewirr am Tisch. Auch wenn uns nach dem ständigen Wechsel zwischen Französisch, Spanisch, Italienisch, Deutsch und Englisch am Ende der Kopf ein wenig dröhnt, ist es ein perfekter Abend. Dazu trägt nicht zuletzt das viergängige Menü bei. Die Gazpacho mit Basilikum wird mit Strohhalm serviert, die hausgemachte Pasta mit Pesto ist auf den Punkt abgeschmeckt, der Fisch ist perfekt gegart, die Auberginenlasagne unglaublich intensiv und die knackigen Bohnen mit Knoblauch viel zu gut, um sie nur als Beilage zu bezeichnen. Die abschließende Rhabarbertarte mit Beerensorbet, Rosenblüten und Bergamotte ist zwar fast zu viel, aber auch viel zu lecker, um den Teller nicht restlos leer zu kratzen. Mehr als glücklich und beseelt ob der herzlichen Gastfreundschaft verlassen wir das Haus und machen uns auf den Rückweg in Richtung Altstadt. Peonia at Home // 48, Boulevard Léon Gambetta, Mulhouse.

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    {Und sonst so?}

    Mulhouse hat erstaunlich viele Museen zu bieten, die vor allem die Industriegeschichte der Region aufarbeiten. Ein besonderer Publikumsmagnet ist das größte Automobilmuseum der Welt – die Cité de l’Automobile. Da unsere Herzen jedoch mehr für Künstlerisches als für Autos schlagen, geben wir dem Stoffdruckmuseum den Vorzug. Aber auch das größte Freilichtmuseum Frankreichs und der noch recht neue Parc du Petit Prince liegen nicht weit entfernt und sind definitiv einen Abstecher wert.

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    {Musée de l’Impression sur Étoffes}

    Auch das Stoffdruckmuseum greift die Geschichte der Stadt als Industriemetropole auf. Die Dauerausstellung ist nicht riesig, aber mit vielen alten Maschinen, hübschen Stoffen, erklärenden Filmen und Bildern aus allen Epochen der Textilherstellung auch für Laien mehr als interessant. Dazu kommen verschiedene Wechselausstellungen, die besondere Aspekte vertiefen. Während unseres Besuchs ist die Ausstellung Chantal Thomass gewidmet und es ist äußerst schade, dass wir nicht noch mehr Zeit haben, uns die spannend gestaltete Retrospektive intensiver anzuschauen. Das Museum bietet auch Workshops an, in denen man die Geheimnisse des Textildrucks ganz praktisch erleben und unter Anleitung selbst Stoffe bedrucken kann. Das klingt so spannend, dass wir gleich den ganzen Vormittag damit verbringen. Dabei arbeitet man mit den originalen Holzstempeln, die alle weit über 100 Jahre alt sind und bekommt so einen Eindruck von der Arbeit, die Mulhouse zu Beginn der industriellen Revolution berühmt gemacht hat. Unter Anleitung einer lokalen Künstlerin bekommen wir alles genau erklärt und können am Ende unsere eigenen (mehr oder weniger gelungenen) bedruckten Küchenhandtücher mit nach Hause nehmen. Stoffdruckmuseum // 14, rue Jean-Jacques Henner, Mulhouse.

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    {Écomusée d’Alsace}

    Das seit den 80er-Jahren bestehende Freilichtmuseum verdankt seine Existenz einer Gruppe von Studierenden. Diese hatten traditionelle elsässische Häuser, die vom Abriss bedroht waren, auf ein brachliegendes Industriegelände umsiedeln lassen und legten somit den Grundstein für das Museum. Heute findet man 20 Autominuten vor Mulhouse ein riesiges Gelände, auf dem ein echtes elsässisches Dorf aus dem frühen 20. Jahrhundert aufgebaut wurde und über 70 historische Gebäude besichtigt werden können. Hier stehen nicht nur einfache Hütten, sondern ganze Bauernhöfe, verschiedene Werkstätten, ein Wehrturm und kunstvoll verzierte Fachwerkhäuser. 200 Freiwillige sorgen zudem dafür, dass man die Alltagsgeschichte des Elsass hautnah erleben kann. Auch wir bekommen historische Kopfbedeckungen aufgesetzt, die uns allerdings deutlich schlechter stehen, als den Schmieden, Köchinnen und Bäuerinnen, die im Park ihr Handwerk zeigen. Leider spielt das Wetter bei unserem Besuch nicht so recht mit, sodass wir die vielen Aktivitäten gar nicht gebührend wahrnehmen können: Spaziergänge mit dem Imker, Stocherboottouren oder Ausflüge mit dem Traktor aufs Feld – im Écomusée kann man ohne Probleme einen ganzen Tag verbringen. Darüber hinaus gibt es viele Stationen und wechselnde Ausstellungen, bei denen man Spannendes über die Region erfährt. Die schnarchenden Schweine und um frische Kuhmilch bettelnden Enten haben es uns ganz besonders angetan. Écomusée d’Alsace // Chemin du Grosswald, Ungersheim.

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    {Parc du Petit Prince}

    Gleich nebenan hat 2014 ein Freizeitpark eröffnet, der sich ganz Antoine de Saint-Exupérys berühmten (Kinder-)Buch Der kleine Prinz widmet. Zwischen den beiden Parks führt ein 15-minütiger Fußweg durch idyllische Landschaft, doch bequemer ist es, die kostenlose Pferdekutsche zu besteigen, die zwischen beiden Einrichtungen hin- und herpendelt. Auch wenn die Lektüre des Buchs bei uns ziemlich lange her ist, kommen nach den Eintritt in den Park doch einige Erinnerungen hoch. Die vielen Begegnungen des kleinen Prinzen werden hier in Form von einzelnen Attraktionen nachgestellt. Sofort ins Auge sticht der große Heißluftballon, mit dem man sogar in die Luft steigen kann (der Park wurde vom Besitzer einer Heißluftballonfabrik erbaut). Leider ist der Wind zu stark und so müssen wir mit der „Aerobar des Trinkers“ vorliebnehmen, einer Bar, mit der man 35 Meter in die Höhe steigt und bei einem Drink den tollen Blick auf das Elsass und die Vogesen genießen kann. Insgesamt richtet sich der Park jedoch vor allem an (französische) Familien, die das Buch lieben. Alle anderen sollten sich überlegen, ob ihnen die (recht gemütliche) Reise ins Reich des kleinen Prinzen wirklich 20€ wert ist. Parc du Petit Prince // Ungersheim.

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    {Übernachtung}

    Übernachtet haben wir in Mulhouse im Hotel Kyriad, das vor allem aufgrund seiner zentralen Lage in der Fußgängerzone besticht. Ansonsten ist das Haus etwas in die Jahre gekommen und bietet den üblichen Standard eines 3-Sterne-Hotels. Wer sich dagegen etwas Besonderes gönnen möchte, sollte im bereits erwähnten Bed & Breakfast Peonia at Home ein Zimmer reservieren. Man merkt dem Haus und seinem japanischen Garten die Handschrift des Architekten an, der in den wenigen Zimmern und Appartements auf jedes Detail geachtet hat. Fast jede Ecke schmückt ein Kunstwerk, darunter viele Designklassiker und Originale von Le Corbusier. Besser und stilvoller lässt es sich in Mulhouse vermutlich nicht übernachten. Hotel Kyriad Mulhouse Centre // 15, Rue Lambert, Mulhouse & Peonia at Home // 48, Boulevard Léon Gambetta, Mulhouse.

    Hinweis: Mit diesem Beitrag nehmen wir am French City Award 2016 teil, der vom französischen Tourismusamt ausgerufen wurde. Herzlichen Dank an Atout France und Visit Mulhouse für die Einladung und Unterstützung. Unsere Meinung bleibt dabei, wie immer, unsere eigene.

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    Gegessen, Gekauft, Gereist, Getrunken, Mallorca, Spanien

    Mallorca Food & Travel Guide #1: Sóller & Port de Sóller – Orangen, wohin das Auge blickt

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    „Hm ja, da soll’s ja auch ganz schöne Ecken geben …“ So in etwa lauten sämtliche Reaktionen, als wir von unserem bevorstehenden Urlaub auf Mallorca erzählen. Das Image der Partyinsel haftet Mallorca noch immer an. Fast schon rechtfertigend ergänzen wir: „… aber wir wohnen in den Bergen, fernab von Ballermann und Eimersaufen.“ Natürlich treffen wir im Flieger nach Palma auf singende Fußballclubs, Klischeetouris mit Sandalen und weißen Socken und Junggesellenabschiede im Einheitslook, die uns kurz zweifeln lassen, ob das mit „Malle“ und uns wirklich so eine gute Idee war. Doch spätestens als wir die ersten Orangenbäume am Rande der Tramuntana passieren und uns Sóller mit freiem Blick auf das im Tal liegende Städtchen begrüßt, wird klar, dass das ein guter Urlaub werden könnte.

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    Nicht ganz leicht fiel uns die Wahl des Ausgangspunkts unserer einwöchigen Reise. Der Nordwesten mit seinen steilen Küsten, grünen Hügeln, hübschen Bergdörfern, Orangenplantagen und kurvigen Serpentinen oder der Süden mit seinen traumhaften Stränden, felsigen Buchten, türkisblauem Wasser, Salinen und Flamingos? Letztendlich sind wir sehr glücklich, uns für Sóller und die Berge entschieden zu haben. Zum einen zeigt sich der Nordwesten deutlich weniger touristisch als der Süden (okay, man ist trotzdem auf Mallorca, d.h. Touristen gibt es ohnehin überall, aber immerhin keine Bettenburgen, Reisebuskolonnen oder typische Touriorte, in denen sich Discos, Souveniershops und Fotomenükarten aneinanderreihen), zum anderen ist dieser Teil der Insel einfach so herrlich grün und reich an Flora und Fauna, dass wir in Kauf nehmen, für die schöneren Strände im Süden eben mal eine Stunde mit dem Auto zu fahren. Falls ihr bislang Berührungsängste bezüglich Mallorca hattet, können wir euch beruhigen, denn Ballermann und Partytourismus kann man wirklich gut aus dem Weg gehen! Stattdessen präsentiert sich uns die Baleareninsel von ihrer allerschönsten und entspanntesten Seite, sodass wir gedanklich schon weitere Urlaube dort planen (und uns abends am Pool ausmalen, wie schön es wäre, hier eine kleine Finca zu besitzen …).

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    Sóller

    Fährt man von Palma nach Sóller, wird man zunächst vor eine Entscheidung gestellt: Serpentinenreicher Gebirgspass mit toller Aussicht oder schnelle, mautpflichtige Strecke durch einen langen Tunnel? Noch bevor jemand das Wort „Serpentine“ aussprechen kann, zücke ich den 5-Euro-Schein, denn kurvige Straßen in schwindelerregenden Höhen sind so gar nicht meine Freunde. Ich ahne, dass ich ihnen in dieser Woche nicht gänzlich aus dem Weg gehen kann, doch der Urlaub soll nicht gleich ganz so nervenaufreibend beginnen. Gerade einmal 40 Minuten nach unserer Landung in Palma kommen wir an. Eng sind sie, die schmalen Gassen, die uns durch die Stadt zu unserer Unterkunft führen. Gut, dass wir uns für einen kleinen Mietwagen entschieden haben!

    Wir laden kurz das Gepäck ab und dann zieht es uns schon wieder raus – in die Sonne, in die Altstadt, auf die Plaça de la Consitució, den zentralen Platz der Stadt, auf dem sich alles in den Straßencafés abzuspielen scheint. Über dem Platz thront die hübsche Kirche Sant Bartomeu, die schon aus weiter Ferne hervorragt und Sóller erkennen lässt. Direkt davor führen auch die Gleise der alten Tram entlang, einem ehemaligen Orangenexpress, der Sóller noch immer mit dem Küstenstädtchen Port de Sóller verbindet und oberhalb des Platzes an der Bahnstation abfährt. Orangen haben Sóller reich gemacht – das merkt man auch heute noch. Das Tal ist grün und platzt fast vor Fruchtbarkeit – von allen Seiten umringen Zitrusbäume die Gärten und Plantagen der Stadt, hier und da ergänzt durch einen Feigen- oder Avocadobaum. Wir müssen uns bremsen, um nicht von jedem Baum etwas abzuzupfen.

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    Das Orangenthema begleitet uns durch die ganze Stadt – nicht nur jedes noch so kleine Geschäft bietet frische Orangen an (was uns jeden Morgen mit einem frisch gepressten Orangensaft starten lässt), wir sind auch noch ausgerechnet während der „Fira de la Taronja“ in Sóller, einem Orangenfest, das jedes Jahr Mitte bis Ende Juni stattfindet und zahlreiche Restaurants besondere Orangenmenüs anbieten lässt (darunter leider keine vegetarischen, aber wer Fisch, Meeresfrüchte und Fleisch isst, kann dabei tolle Kreationen entdecken).

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    Port de Sóller

    Natürlich wollen wir im alten Orangenexpress ins benachbarte Port de Sóller rattern! Fünf Kilometer rumpeln wir vorbei an Orangenplantagen und Olivenhainen, bis wir die langgestreckte Bucht von Port de Sóller erblicken. Die kleine Schwester von Sollér ist aufgrund der malerischen Lage am Meer und als Endpunkt der mit den historischen Bahnen aus Palma anreisenden Tagestouristen zwar deutlich belebter, aber trotzdem einen Ausflug wert. Das Städtchen ist von Sollér nicht nur mit der historischen Tram, sondern auch mit dem Bus gut zu erreichen und stellt sich als recht überschaubar heraus. Viele Geschäfte, Cafés und Restaurants drängeln sich im Halbkreis um die geschützte Bucht, in der sich heute Yachten, Fische und Badegäste das Wasser teilen. Zwar findet man hier vielleicht nicht den Topstrand der Insel, aber die Wasseroberfläche glitzert dennoch einladend türkis und wir ärgern uns, das Badezeug nicht eingepackt zu haben. Stattdessen bietet sich Port de Sóller aber als Ausgangspunkt für unterschiedlich lange Spaziergänge zu verschiedenen Aussichtspunkten an, von denen aus die raue Schönheit der Westküste bewundert werden kann.

    Sóller & Port de Sóller kulinarisch

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    {Bar El Tren}

    Eigentlich haben wir keinen Grund, frühstücken zu gehen. In unserer Unterkunft gibt es eine große Küche, in der sich frische Orangen stapeln, der Kühlschrank ist voll mit Käse und Oliven und wir haben eine schöne Terrasse, auf der es sich herrlich in der Sonne frühstücken lässt. Doch wir sind früh auf den Beinen, wollen mit dem Zug nach Palma und sind … zu früh. So früh, dass wir es noch schaffen, im Café vor dem Bahnhof ein kleines Frühstück zu bestellen mit mallorquinischem Mandelkuchen, einem frisch gepressten Orangensaft und einem Café con leche. Das alles für 3,90€ – da kann man nicht meckern, denn schmecken tut es auch noch! Bar El Tren // 4 Plaça d’Espanya, Sóller.

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    {Pastisseria Vidal}

    Direkt nebenan lacht uns an einem anderen Tag die Auslage der Pastisseria Vidal so sehr an, dass wir beschließen, unsere Tramfahrt nach Port de Sóller (direkt vor der Bäckerei befindet sich die Haltestelle) mit Gebäck zu versüßen – so eine Zugfahrt macht schließlich hungrig (auch wenn sie nur 15 Minuten dauert)! Ganz einfach ist es nicht, Zimt-Vanille-Ensaimada, Kokosbollen und Spinat-Blätterteigtasche elegant im Zug zu essen, gerade wenn man sie sich zu viert teilt, aber lecker sind sie allemal! Pastisseria Vidal // 4 Plaça d’Espanya, Sóller.

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    {Pasteleria La Lareña}

    Fast verlassen wir Mallorca, ohne die ursprüngliche Version der Ensaimadas gegessen zu haben, ganz ohne Vanillecreme, Zimt oder Aprikosen. Das Internet sagt, dass es in der Pasteleria La Lareña besonders gute Ensaimadas geben soll, manche behaupten sogar, es seien die besten der Insel. Und es stimmt, sie sind wirklich gut! Ganz leicht und fluffig und in genau der richtigen Größe, um uns über das Nachmittagstief hinwegzuhelfen. Auch das andere Gebäck in der Auslage der kleinen Bäckerei sieht fantastisch aus, aber das probieren wir lieber ein andermal. Pasteleria La Lareña // Plaça de la Constitució, 5, Sóller.

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    {Carrer de sa Lluna}

    Eine der Seitenstraßen, die von der Plaça de la Consitució abgeht, beheimatet ein kleines mallorquinisches Kulinarikparadies. In der Carrer de sa Lluna wechseln sich Feinkostläden mit Keramik- und Schuhgeschäften ab und bieten die Spezialitäten der Insel an. Selbst eine kleine Stadt wie Sóller hat einen eigenen Gin (Cabraboc), eigentlich nur logisch, denkt man an die Ginverrücktheit der Spanier_innen. Von der Vielzahl der mallorquinischen Ginsorten (wie Fever Island, Gin Eva oder Dos Perellons) ganz zu schweigen. Wir decken uns außerdem mit verschiedenen Craft-Bieren der ortsansässigen Brauerei Sullerica ein, von denen bei der Verköstigung am Pool das Porter Fosca mit Kakao und Orangenblüten sowie die Sonderedition Valenta, ein Session-IPA mit Rosenblüten, besonders gut abschneiden. Feinkostläden // Carrer de sa Lluna, Sóller.

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    {Mercat de Sóller}

    Ich kenne kein noch so kleines spanisches Städtchen, das keine lokale Markthalle besitzt. Natürlich findet man auch eine in Sóllers Innenstadt – sie ist nicht groß und unter der Woche sind auch nur eine Handvoll Stände geöffnet, doch Gemüse und Obst sind hier unschlagbar günstig und wir finden unsere heiß geliebten Pimientos de Padrón, die gleich am Abend mit etwas Olivenöl und Meersalz in der Pfanne landen. Am Samstag lebt der Markt aber richtig auf, denn dann belagert eine Vielzahl an Händlern die Halle und den Platz davor. Mercat de Sóller // Plaça de Mercat, Sóller.

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    {Fet a Sóller}

    Ein Laden, an dem man in Sóller einfach nicht vorbeikommt, ist der kleine Feinkostmarkt Fet a Sóller – hergestellt in Sóller, der Name ist Programm. Dahinter verbirgt sich eine lokale Initiative, die auf Ökologie setzt und feinste Qualitätsprodukte, hergestellt aus dem Besten, was die Natur der Insel zu bieten hat, vertreibt. Auch hier dominieren Orangen in allen Varianten: als Marmelade, Essig, Chutney, Honig, Sirup etc. Besonders interessant für Besucher_innen der Stadt ist die Möglichkeit, sich ein Stück Urlaub in Form einer 10-Kilo-Bio-Orangenkiste nach Hause schicken zu lassen. Ab 30 € liefert der Shop kostenfrei nach Deutschland und wir sind ganz glücklich, dass wir die vielen Flaschen Essig, Olivengläser und Orangen nicht im Koffer nach München schleppen müssen. Fet a Sóller //

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    {Sa Fabrica de Gelats}

    Direkt nebenan befindet sich eine Eisdiele, die ebenfalls zu Fet a Sóller gehört und Mallorquiner_innen und Tourist_innen gleichermaßen mit hausgemachtem Eis verwöhnt. Vermutlich gibt es kaum eine andere Eisdiele, die derart viele Orangeneissorten im Sortiment hat. Natürlich gibt es auch andere Geschmacksrichtungen, aber wir sind vom Orangenwahn gepackt und bestellen jeweils eine große Kugel Orange, Orange-Minze und Orangensorbet. Lecker und bei den hohen Temperaturen herrlich erfrischend! Sa Fabrica de Gelats //

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    {Cooperativa Agrícola San Bartolomé}

    Nicht nur die Orangenbäume prägen die Landschaft der Region, sondern auch die vielen Olivenhaine. Die Kooperative Agrícola San Bartolomé verarbeitet die Oliven vor Ort und stellt daraus verschiedene Öle, Pasten und Eingelegtes her – nachhaltig produziert und in Bio-Qualität -, die man direkt im Hofladen kaufen kann. Nach einer Verköstigung der verschiedenen Olivenöle, finden wir schnell unsere beiden Favoriten und sichern uns gleich mehrere Liter. Hier treffen wir außerdem auf viele Produkte, die wir bereits aus Fet a Sóller kennen, denn man arbeitet Hand in Hand. Sehr praktisch, denn so können wir unsere Lieferung Orangen durch diverse Öle ergänzen. Cooperativa Agrícola San Bartolomé //

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    {Ecovinyassa Sóller}

    Wer noch etwas genauer wissen will, was die Natur der Region hervorbringt und sich auf einen botanischen Entdeckungspfad begeben möchte, sollte unbedingt der Ecovinyassa einen Besuch abstatten. Die 18.000 m² große Zitrusplantage, umringt von einer beeindruckenden Gebirgslandschaft, kann gegen Voranmeldung und 10€ Eintritt besucht werden. Es erwarten die Besucher_innen ein wunderschön angelegter Rundweg über den Bio-Hof mit über 4o Infotafeln, die einem die Geschichte der Orangen in Sóller sowie die Besonderheiten der verschiedenen Sorten näherbringen (den botanischen Garten der Stadt kann man dagegen vergessen). Hin und wieder entdecken wir auch Granatapfelsträucher und Feigenbäume. Ich glaube, es ist das erste Mal, dass ich frische Feigen direkt vom Baum esse. So gut haben sie wirklich noch nie geschmeckt. Zwischen uns laufen Hühner, Pfauen und Katzen, und als die Sonne zu sehr brennt, setzen wir uns in den Schatten und schälen Orangen, denn für Besucher_innen steht extra ein großer Korb frischer Früchte bereit, an denen man sich satt essen kann. Doch etwas Platz sollte man lassen, denn ebenfalls im Eintrittspreis enthalten sind zum Abschluss ein Snack mit frischem Orangensaft, selbst gemachter Zitronenlimonade und belegten Broten mit Tomaten, Oliven und Paprika. Am Ende unseres Besuchs bekommen wir noch kiloweise Orangen und Zitronen in die Hände gedrückt. Die nächsten Frühstückssäfte sind also gesichert! Ecovinyassa // Carretera Fornalutx, Camí de Sa Vinyassa, Sóller.

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    {Ca’n Ribes}

    In erhöhter zweiter Reihe zum Hafen und somit etwas entfernt von den geballten Tourimassen, versteckt sich das kleine familiengeführte Restaurant Ca’n Ribes. Innen ist es hübsch und modern eingerichtet, doch das Wetter ist zu bombig, um nicht draußen zu essen. Von dort aus kann man außerdem den schönen Blick über den Hafen und die gesamte Bucht von Port de Sóller viel besser genießen. Der wassernahen Lage entsprechend, bietet die Karte viele Fischgerichte sowie ein dreigängiges Mittagsmenü für 15,90€. Doch wir haben Lust auf Paella und teilen uns eine vegetarische Pfanne (14,90€ pro Person), die absolut überzeugen kann. C’an Ribes // Carrer Santa Caterina de Alexandria, 22, Port de Sóller.

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    {Ca’n Pintxo}

    Pintxos und Gin Tonics? Es kann kein Zufall sein, dass wir dem Ca’n Pintxo gleich am ersten Abend förmlich in die Arme laufen. Seit unserer Reise nach San Sebastián mögen wir die ausgefallenen baskischen Pintxos fast noch lieber, als die üblichen spanischen Tapas. Ab 19 Uhr stapeln sich hier warme und kalte Pintxos auf der Fensterbank, darunter auch mehrere vegetarische (zwischen 2 und 5€). Darüber hinaus bietet die zweistöckige Bar, die von einer Gruppe junger Mallorquiner betrieben wird, eine große Auswahl an etwas aufwendigeren Tapas, die von der Karte oder dem wechselnden Tagesmenü bestellt werden können (zwischen 2 und 8€). Alles schmeckt köstlich! Die Küche ist kreativ, die Speisen hübsch und ungewöhnlich angerichtet (z.B. Gambón Pirata – eine Riesengarnele in Kataifiteig mit Sesam, Wasabischaum und einer Spritze mit Kaffirlimettenöl) und die Liste der Gin Tonics ist so lang, dass es dafür eine eigene Karte gibt. Kein Wunder, dass wir gleich zweimal zum Essen kommen. Ca’n Pintxo // Carrer de la Rectoria, 1, Sóller.

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    Und sonst so?

    Sóller ist ein idealer Ausgangspunkt für kurze und längere Wanderungen in die Serra de Tramuntana. An einem nicht ganz so heißen Tag machen wir uns auf, jene Gipfel zu erklimmen (zumindest die kleinen), die uns jeden Morgen aus der Ferne begrüßen. Wir starten am Sportplatz von Sóller, von wo aus es über die Straßen Cami de Ses Moncades und Cami del Ermitaño weitergeht, bis das erste Schild den Weg bergauf in Richtung Fornalutx weist. Von da ab geht es über steinige, aber gut begehbare Wege bis zu dem malerischen Bergdorf (ausgezeichnet als das schönste Dorf Spaniens), das schon ein gutes Stück über dem Tal liegt. Auf dem Weg passieren wir knorrige Olivenhaine, riechen die allgegenwärtigen Orangenblüten und bekommen das ein oder andere Tier zu Gesicht. Der steilste Teil der Weges liegt nun vor uns. Von Fornalutx aus kraxeln wir etwa eineinhalb Stunden den Berg hinauf, bis wir schließlich den Mirador de ses Barques erreichen. Dort erwartet uns ein wunderschöner Ausblick auf Port de Sóller und – wie könnte es anders sein? – ein Glas frisch gepresster Orangensaft. Der Weg bergab ist zwar steinig und steil, aber ebenfalls gut angelegt und mit Treckingschuhen gut zu bewältigen. Dank unserer Apothekerin wird zwischendurch auch noch der Sonnenbrand vom Vortrag mit echter Aloe vera vom Wegesrand bekämpft, während Sóller immer näher rückt. Ein letzter Stopp lohnt sich bei Sa Capelleta, wo ein kleines Kloster die merkwürdigste Kapelle beherbergt, die wir bisher sehen durften. Der verwunschene Garten mit der bizarren Nachbildung der Grotte von Lourdes ist auch dann einen Abstecher von Sóller aus wert (45 Minuten für beide Wege), wenn man keine Lust auf die große Runde hat. Nach dem Tag wissen wir auch wieder, dass das Haus mit Pool die richtige Entscheidung war!

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    Unterkunft in Sóller

    Da wir den Urlaub zu viert verbringen, ist es uns wichtig, etwas mehr Platz zu haben. Also landen wir mal wieder bei Airbnb und finden eine Unterkunft, die fast nicht idealer hätte sein können: ein zweistöckiges Häuschen, superzentral und dennoch sehr ruhig und – ganz wichtig – mit einem Pool nur für uns alleine. Gerade der Gartenbereich mit gemütlicher Terrasse, Pool, Outdoor-Bett und -Küche hat es uns angetan und wird im Laufe der Woche intensiv genutzt.

    Wir hoffen, der erste Teil unserer kleinen Mallorca-Reihe hat euch gefallen. Wart ihr denn selbst schon mal auf Mallorca? Wo hat es euch denn am besten gefallen? (Wir sammeln gerne Tipps fürs nächste Mal.)

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    Deutschland, Gegessen, Gekauft, Gereist, Getrunken, Ulm

    Grabenhäuschen, Gin & Löwenmensch: Ein (nicht nur kulinarischer) Streifzug durch Ulm

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    Oft liegt das Gute so nah, und nah heißt in diesem Falle Ulm. Von München gerade einmal 155 km entfernt und somit in gut 1,5 Stunden mit dem Auto erreichbar, wurden das baden-württembergische Städtchen Ulm und seine bayrische Schwester Neu-Ulm bisher von uns sträflich vernachlässigt. Ein grober Fehler! Schon nach ein paar Stunden in der Stadt wird uns klar, dass Ulm ungeahnte Kurzurlaubsqualitäten besitzt – quasi ein Naherholungsgebiet für gebeutelte Großstädter_innen aus der näheren und weiteren Umgebung.

    Ein ganzes Wochenende verbringen wir in der schönen Stadt an der Donau, von der wir bislang nur wussten, dass sie den höchsten Kirchturm der Welt beheimatet. Höchste Zeit also, unsere Ulm-Kenntnisse zu vertiefen, und das tun wir am besten mit einer Stadtführung.

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    Die schönsten Ecken in Ulm

    Wir haben Glück und Ulm präsentiert sich uns bei allerschönstem Sommerwetter, als wir uns am Hotel mit unserer Gästeführerin treffen und dort beginnen, wo wir am Abend zuvor aufgehört haben: an der Donau, wo gerade das Internationale Donaufest stattfindet und die Flussufer mit Leben erfüllt. Zwischen den Zelten erfahren wir einiges über den Ursprung der Stadt, die 854 erstmals schriftlich erwähnt wurde und damals nur aus einigen Lehmhütten zwischen den Strömen Donau und Blau bestand. Am Flussufer fällt zuerst die Stadtmauer auf, die heute natürlich keine Verteidigungsanlage mehr ist, sondern vielmehr zum Flanieren einlädt. Beispielsweise durch den romantischen Rosengarten, von dem man einen herrlichen Blick auf den Fluss hat und die zahlreichen Boote beobachten kann, die das Wasser bevölkern. Direkt nebenan werden wir an der Stiege vorbeigeführt, einer auf den ersten Blick unscheinbaren Bar und Galerie, in der man im Sommer in Ulm aber definitiv einmal gewesen sein sollte.

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    Von dort aus führt der Weg in die Altstadt, wo unsere Begleitung viele Geschichten aus der Vergangenheit der Stadt bereithält. So erfahren wir beispielsweise, dass sich hinter der Benennung der Profosengasse Folgendes verbirgt: Der Profose war eine Art Scharfrichter, der vor allem die Frauen der Stadt während der Frühen Neuzeit in Schach halten sollte. Überhaupt war das frühe Ulm ein hartes Pflaster. Stritt sich ein Ehepaar zu heftig, steckte man sie mit einer Schüssel Suppe in den Kerker, gab ihnen aber nur einen Löffel. Am Ende hatten sich die beiden hoffentlich vertragen (und am besten gleich für Nachwuchs gesorgt) oder dem Scharfrichter die Arbeit abgenommen.

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    Heutzutage geht es in der Stadt etwas gemütlicher zu, was man besonders gut am Rande der Altstadt an den Grabenhäuschen im Frauengraben erkennen kann. Diese waren ursprünglich als Soldatenunterkünfte errichtet worden und gehören heute zu den begehrtesten Immobilien der Stadt. Und während wir in der Mittagssonne die kleinen Häuser mit den bunten Bänken, Blumen und schlafenden Hunde vor der Tür bewundern, wünschen wir uns ebenfalls, hier einziehen zu dürfen.

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    Etwas lebhafter geht es rund um das Ulmer Münster zu, besonders am Markttag. Der Turm ist übrigens von fast jedem Punkt der Stadt zu sehen – verlaufen kann man sich so wenigstens nicht. Bei der Besichtigung der Kirche erfahren wir auch, was ein Münster von einem Dom oder einer Kathedrale unterscheidet: Das Münster ist eine Bürgerkirche, wurde also von den Einwohner_innen der Stadt erbaut und ist nicht etwa der Sitz eines Kirchenoberen. Dementsprechend stolz sind die Ulmer_innen auch heute noch auf das eindrucksvolle Gebäude mit dem höchsten Kirchturm der Welt. Den zu besteigen, lassen wir uns natürlich nicht nehmen, auch wenn die 768 Stufen eine ordentliche Herausforderung für unsere außer Übung geratene Kondition sind. Allerdings entschädigt der Blick von der Aussichtsplattform in 143 Meter Höhe für einiges und sollte bei einem Besuch der Stadt auf keinen Fall fehlen. Von hier aus kann man zudem erkennen, wie gut sich in Ulm alte und neue Architektur vertragen. Moderne Gebäude wie die Kunsthalle Weishaupt und die gläserne Pyramide der Stadtbibliothek stehen nicht weit entfernt von jahrhundertealten Gebäuden wie dem Rathaus mit seiner opulenten Fassadenbemalung und passen sich perfekt ins Stadtbild ein. Sie bestätigen auch, was wir während der Führung über die Mentalität der Stadt erfahren: dass Ulm nicht in der Vergangenheit verharre, sondern immer auch das Neue suche.

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    Dieser Gegensatz lässt sich auch einige Schritte vom Münster entfernt gut beobachten, wo sich die 2012 eingeweihte moderne Synagoge und das ursprünglich im 17. Jahrhundert erbaute Schwörhaus entgegenblicken. Der Balkon dieses Hauses steht zudem im Mittelpunkt des Schwörmontags, an dem der Ulmer Oberbürgermeister jedes Jahr am vorletzten Montag im Juli vor den Bürger_innen öffentlich Rechenschaft ablegen muss. Biegt man hinter dem Haus ab, kommt man schließlich ins wunderschöne Fischer- und Gerberviertel, wo wir uns sofort an unsere Reise nach Straßburg erinnert fühlen. Fachwerkhäuser direkt am Wasser, malerische Mühlbäche und viele kleine Cafés und Restaurants, um nach einer anstrengenden Tour durch die Stadt auszuspannen. Gelegenheiten gibt es dazu übrigens in der ganzen Stadt genügend, denn – noch so ein Superlativ – Ulm besitzt die höchste Kneipendichte Deutschlands. Auf 120.000 Einwohner_innen kommen aktuell über 500 Gasthäuser, Restaurants und Kneipen. Wir haben uns bemüht, alle zu besuchen, doch ein Wochenende war dann leider doch etwas zu knapp. Ein paar besonders schöne haben wir aber für euch herausgesucht.

    Ulm kulinarisch

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    {Fruchtrausch}

    Wer den ganzen Tag in praller Sonne durch die Stadt läuft, findet im Fruchtrausch eine gesunde und bunte Abkühlung. Die Smoothie-Bar bietet neben einer Vielzahl an leckeren fruchtigen und grünen Smoothies auch kleinere Snacks wie Sandwiches, Müslis und Suppen. Wir nehmen unseren Weltenbummler (Ananas, Papaya, Mango, Kirsche, Orange) und Hirnakrobat (Ananas, Honigmelone, Apfel, Banane, Kokos) to go und lassen uns weiter durch die Gassen Ulms treiben. Fruchtrausch // Hafengasse 1, Ulm.

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    {BellaVista}

    Schon unten vom Wochenmarkt aus sehen wir es, unser Plätzchen hoch oben auf der Dachterrasse des BellaVista. Kurz darauf nehmen wir unter einem der großen Sonnenschirme Platz – direkt neben uns das Ulmer Münster, unter uns die Stadt. Das BellaVista bietet moderne Küche mit mediterranem Einschlag, dazu ein wirklich schönes sommerliches Ambiente. Die Wochenkarte liest sich toll – abwechslungsreiche Gerichte, viele davon vegetarisch oder vegan und zu absolut fairen Preisen. Wir bestellen hausgemachte Tagliatelle mit Prosecco-Orangen-Sauce, Garnelen und Spargel (10€) sowie das vegane Mittagsangebot – gefüllte Portobello-Pilze mit Ratatouille, Salat und Kräuterbaguette (12€) -, das zudem mit einem Gurken-Minz-Smoothie serviert wird. Besonders gefällt uns, dass hier viel selbst hergestellt wird – Apfelsaft, Honig und auch Craft Beer, das natürlich sofort probiert werden muss. BellaVista OPALE (ein IPA mit leichter Limetten- und Kiwinote) und Bianco (ein spritziges Witbier mit Koriander und Curaçao-Orangenschale) nennen sich zwei der insgesamt sieben verschiedenen Biersorten des Hauses. Allein der Smoothie kann nicht überzeugen, alles andere auf unserem Tisch schmeckt ganz hervorragend! BellaVista // Münsterplatz 35, Ulm.

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    {Café Fräulein Berger}

    Spätestens nach Erklimmen der 768 Stufen des Ulmer Münsters und dessen Abstieg verlangen zittrige Beine nach einem Stück Kuchen. Den findet man z. B. mitten im Herzen der Stadt bei Fräulein Berger, einem kleinen, netten Café im Stil der 50er-Jahre mit täglich hausgemachten Kuchen (auch vegan) und Fokus auf regionalen Produkten. Am späten Sonntagnachmittag ist die Kuchenauswahl schon etwas eingeschränkt, doch wir ergattern noch zwei Stücke des leckeren Käsekuchens und Cappuccino bekommen wir natürlich auch. Und wer nach einem Stück Kuchen noch einen größeren Zuckerschock verträgt, kann sich beim gegenüberliegenden Ulmer Zuckerbäcker mit traditionellem Zuckerbrot mit Malaga, Rosenwasser und Anis eindecken. Café Fräulein Berger // Herrenkellergasse 14, Ulm.

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    {Drei Kannen}

    Einer der schönsten Biergärten Ulms eröffnet sich uns, als wir den Innenhof der Drei Kannen betreten – eine fast italienisch anmutende Enklave samt historischer Loggia. Die Traditionsgaststätte mit historischem Brauhaus braut heute jedoch nicht mehr selbst, sondern lässt sich mit dem exklusiv für sie hergestellten „Drei Kannen Spezial“-Bier von der in Ulm ansässigen Gold-Ochsen-Brauerei versorgen. Neben toller Innenhofatmosphäre und leckeren Bieren werden hier die Gäste mit deftigen schwäbisch-bayrischen Gerichten versorgt. Drei Kannen // Hafenbad 31/1, Ulm.

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    {Ronnie Biggs}

    Wer in Ulm von spontaner Burgerlust überkommen wird, steht vor der Qual der Wahl: Ronnie Biggs oder Damn Burger? So heißen die beiden Hotspots für Buns und Patties. Wir entscheiden uns für Ronnie Biggs und ergattern den letzten freien Tisch – samstagbends ist hier einiges los. Auch wenn wir mittlerweile viele Burgerläden durchprobiert haben, kann uns die Karte durchaus überraschen. Die Burgerkombinationen sind ungewöhnlich und spannend, die Auswahl der Drinks ist für einen Burgerladen erstaunlich gut. Unser Tisch platzt fast aus allen Nähten als unser Blue Dream (mit BBQ-Pfirsich-Sauce, Rucola, Blue Cheese, Preiselbeeren, Walnüssen, roten Zwiebeln und getrockneten Tomaten; 8,90€) und der vegetarische Meatless Sunshine (mit Rosmarin-Halloumi, grünem Spargel, Kürbis, Preiselbeeren, Rucola, Walnüssen und BBQ-Senf; 8,40€) sowie eine Portion Sweet Potato Fries mit einer sehr erfrischenden und leckeren Jalapeño-Koriander-Minze-Sauce (4€) serviert werden. Die einzelnen Komponenten harmonieren prima mit den hausgemachten Saucen, die selbst gemachte Zitronenlimo trinkt sich weg wie nix und der Service ist ausgesprochen aufmerksam. Zufrieden? Und wie! Was wir uns noch wünschen würden? Eine stärker saisonal ausgerichtete Karte, denn Spargel und Kürbis auf dem Veggie-Burger liegen jahreszeitlich schon recht weit auseinander. Ronnie Biggs // Donaustr. 14, Ulm.

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    {Rosebottel}

    Eine Bar, die es uns ganz besonders angetan hat, ist das Rosebottel. Dort dürfen wir an einem Gin-Tasting teilnehmen und uns dabei gleichzeitig von der Longdrink-Kompetenz der sympathischen Belegschaft überzeugen. Die im Stile einer 20er-Jahre-Prohibitionsära eingerichtete Bar serviert keine geshakten Cocktails. Aufgrund der Nähe zum Theater und dem entsprechenden Betrieb am Abend, muss es schnell gehen – daher besteht die Karte aus Longdrinks und fassgelagerten Cocktails, die ratzfatz an den Gast gebracht werden können. Für eine gute Auswahl ist dennoch gesorgt; schon bei über 20 Gins dürfte für jede_n was dabei sein. Besonders gut hat uns außerdem gefallen, dass die Bar eigene Sirups produziert und man somit hausgemachtes Tonic, Ginger Ale oder Orangenlimo genießen kann (selbstverständlich auch ohne zusätzliche Spirituosen). 50 Liter werden pro Woche hergestellt und nicht nur für die Bar in hübsche Flaschen abgefüllt. Wer in Ulm die Augen offen hält, kann sie in einigen Läden kaufen. Rosebottel // Zeitblomstr. 21, Ulm.

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    {Vegane Kochkurse}

    Die Anzahl der Ulmer Restaurants, Cafés und Bistros, die veganes Essen anbieten, ist zwar noch überschaubar, doch sie nimmt stetig zu. Für diejenigen, die Ulm vegan erleben möchten, hat Sabrina vom Blog Vegtastisch einen kleinen Guide zusammengestellt, der die veganen Optionen, die die Stadt zu bieten hat, aufzeigt. Wer gleich selbst aktiv werden möchte, kann darüber hinaus einen von Sabrinas veganen Kochkursen besuchen, die die Ulmerin zu verschiedenen Themen anbietet.

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    {Übernachtung}

    Wir übernachten im Golden Tulip Parkhotel am Neu-Ulmer Ufer der Donau. Für unseren Besuch des Internationalen Donaufests ist die Lage des Hotels als Ausgangspunkt ideal, denn näher am Fest könnte man kaum wohnen. Dennoch würden wir beim nächsten Ulm-Besuch ein anderes Hotel wählen, da das Golden Tulip mit seinem 70er-Flair schon etwas in die Jahre gekommen ist und wir einen Standort auf der Ulmer Seite bevorzugen würden. Bei unserem Spaziergang durch das Fischerviertel kommen wir z.B. am Schiefen Haus, dem schiefsten Hotel der Welt, vorbei – ein altes Fachwerkhaus, ganz idyllisch an der Blau gelegen und perfekt geeignet für die Erkundung der Stadt.

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    {Shoppen}

    Viel Zeit zum Shoppen bleibt uns an diesem Wochenende zwar nicht, doch wir sehen einige interessante Läden, an denen wir nicht vorbeigehen können. Magisch angezogen werden wir vom großen Küchen- und Einrichtungsgeschäft abt am Münsterplatz, das uns mit einem erstaunlich stylishen Sortiment überrascht. Im Ochsen-Shop der gleichnamigen Brauerei erspähen wir ein Ulmer Pale Ale sowie den Ori-Gin, in dem Wacholder und Bier aufeinandertreffen. Im Fischerviertel entdecken wir beim Vorbeischlendern einige nette kleine Läden wie z.B. Gutes von hier oder die Donauwelle, in denen man Kulinarisches und Handgemachtes aus der Region kaufen kann.

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    {Museen}

    Auch in Sachen Museen hat Ulm einiges zu bieten. Die kostengünstigste Variante dafür bietet die UlmCard, mit der man für 18€ zwei Tage lang nicht nur den ÖPNV nutzen kann, sondern auch noch freien Eintritt in gleich acht Museen erhält. Das für Foodblogger_innen eigentlich prädestinierte Museum der Brotkultur schaffen wir zeitlich leider nicht, doch immerhin zwei andere Einrichtungen. Die Kunsthalle Weishaupt hat keine Dauerausstellung, sondern zeigt wechselnde Ausstellungen mit moderner Kunst. Daher lohnt sich hier ein Blick auf die Museumsseite, um zu schauen, ob einem die aktuell gezeigte Kunstrichtung grundsätzlich zusagt. Mit den Lackmalereien von Gerold Miller können wir beispielsweise recht wenig anfangen, doch über eine Brücke gelangen wir schnell ins nebenan gelegene Ulmer Museum, das neben Kunst aus unterschiedlichen Epochen auch einen großen Teil seiner Fläche der Archäologie und Frühgeschichte widmet. Hier steht auch das zentrale Stück der Sammlung – der Löwenmensch, eine über 35.000 Jahre alte Mensch-Tier-Skulptur. Aufgrund der umfangreichen Ausstellungsfläche kann man im Museum ohne Probleme auch einen verregneten Nachmittag verbringen.

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    Falls ihr bisher von Ulm nur wusstet, dass es dort den höchsten Kirchturm der Welt zu sehen gibt, hoffen wir, dass wir euch mit unserem Food & City Guide ein bisschen neugierig machen konnten auf das hübsche Städtchen in Baden-Württemberg.

    Herzlichen Dank an Ulm/Neu-Ulm Touristik, das Internationale Donaufest und die ARGE Deutsche Donau für die Einladung zu diesem schönen Wochenende! Unsere Meinung bleibt dabei, wie immer, unsere eigene. Ebenfalls ein dickes Dankeschön geht an unsere nette Reisetruppe: Burgturm, Traveltelling, Reisehappen & Annanikabu – es war schön mit euch!

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    Gegessen, Gereist, Getrunken, München

    RiminiRimini – eine Adria-Brise weht durch München

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    Dass München die nördlichste Stadt Italiens ist, wissen wir längst. Doch dass nun mitten in Münchens Innenstadt auch ein adriatisches Herz schlägt, mag einigen vielleicht noch nicht bekannt sein. Seit letzten Freitag bereichert RiminiRimini die Stadt – ein neues Pop-up-Restaurant, das sich den Spezialitäten aus der Emilia-Romagna verschrieben hat und einen Hauch Dolce Vita rund um den Viktualienmarkt versprüht. Und wo wäre so ein Restaurant besser aufgehoben als im Eataly – dem italienischen Feinkostmarkt in der Schrannenhalle?

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    Nach dem Betreten der Schrannenhalle ziehen rot-weiß gestreifte Sonnenschirme an der Decke die Blicke der Besucher_innen auf sich und locken ins Zwischengeschoss, wo ein kleiner italienischer Sommernachtstraum der 60er Jahre auf die Gäste wartet. Auch hier ist man dem Farbkonzept treu geblieben und so kann man auf ebenso rot-weiß gestreiften Stühlen Platz nehmen und von dort aus dem bunten Treiben in der Markthalle zusehen.

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    Die Speisekarte setzt auf leichte italienische Sommerküche – eine schöne Ergänzung zu den bisherigen Angeboten des Eataly (wo der Fokus auf Pizza, Pasta, Fleisch, Backwaren und Süßspeisen liegt) – und hält dem Konzept entsprechend eine große Auswahl an landestypischen Fisch- und Muschelgerichten bereit. Gestartet wird mit täglich wechselnden Antipasti, die wir beim Pre-Opening ausführlich probieren dürfen. Egal ob Meeresfrüchtesalat, Artischocken, marinierte Sardellen, sautierten Miesmuscheln in Weißweinsauce oder gefüllte Paprika: Alles ist unglaublich frisch, perfekt abgestimmt und sieht auf dem hübschen bunten Porzellan ganz besonders sommerlich aus. Besonders angetan haben es uns die Piadina, dünne Fladenbrote aus der Romagna, die u.a. mit Burrata, Rucola und Schinken belegt werden (8,50€).

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    Wer anschließend noch Hunger hat, kann zwischen frischem Fisch vom Grill, hausgemachter Pasta (z.B. Fischravioli oder Spaghetto mit Fischragout) und Muscheln wählen (10€-20€). Auch hier kann uns die Auswahl voll überzeugen, gerade der Fisch war auf den Punkt gebraten und so zart und saftig, wie nur möglich. Überhaupt bestechen alle Gerichte durch das Bemühen, der italienischen Küche so nahe wie möglich zu kommen: wenige, aber dafür hochwertige Zutaten und angenehme Zurückhaltung beim Würzen der Gerichte. Die Produkte sollen für sich sprechen, was der Küche wirklich hervorragend gelingt.

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    Den krönenden Abschluss bildet die Ankunft des Dessertwagens, von dem man sich verschiedene Dolcetti (5 Stück für 6€) aussuchen kann, sofern man im Magen noch ein Plätzchen dafür findet. Der kulinarische Ausflug nach Italien wird natürlich auch durch passende Drinks abgerundet. Lemon Spritz mit Limoncello, 6PM Spritz mit Montanaro oder unser Favorit, der Capotonic mit Amaro del Capo – einem leicht bitteren Kräuterlikör – sorgen dafür, dass man sich spätestens nach dem letzten Drink nicht mehr in München, sondern in Italien wähnt.

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    RiminiRimini_Eataly_Schrannenhalle-22Das Pop-up-Restaurant RiminiRimini kann voraussichtlich bis zum 31. Oktober im Zwischengeschoss von Eataly München besucht werden. Geöffnet ist diese Mittelmeer-Oase Dienstag bis Freitag von 18.00 bis 22.30 Uhr und samstags von 11.30 bis 15.00 Uhr sowie von 18.00 bis 22.30 Uhr. Mehr Adria war in München noch nie!

    Vielen Dank an Eataly für die Einladung zum Pre-Opening. Unsere Meinung bleibt davon, wie immer, unberührt.

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