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    Was bisher geschah: Dezember 2016 – Bergadvent, Adventsbrunch & Foodblogbilanz

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    Der Dezember kann uns mal! Eigentlich hat der Monat keinen eigenen Rückblick verdient – zu viel Aufgewühltheit, zu viele Tränen, zu viele unterschwellige Aggressionen. Dabei fing er so schön an mit einer stimmungsvollen Adventsreise und gutem Essen. Deshalb widmen wir uns hier einfach nur kurz den ersten Tagen, überspringen den Rest, blicken dann lieber noch etwas weiter zurück aufs ganze Jahr und hoffen, dass sich 2017 etwas mehr ins Zeug legt. Wir wünschen euch ein gutes neues Jahr – hoffentlich wird es ein schönes!

    Bergadvent im Salzburger Land*

    Das erste Dezemberwochenende führte uns nach Salzburg und Großarl. Nach einem kulinarischen Adventsspaziergang durch das festlich geschmückte Salzburg ging es am nächsten Morgen sehr früh in die Berge. Dort erwarteten uns Schnee, tolle Aussicht, blauer Himmel und der wohl schönste und stimmungsvollste Christkindlmarkt, den wir je gesehen haben. Mehr dazu gibt es dann mal in einem eignen Beitrag zu lesen – die Bilderflut muss schließlich irgendwie untergebracht werden.

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    Adventsbrunch im Münchner Marriott*

    Bereits im November konnten wir uns vom tollen amerikanischen Frühstück im Marriott überzeugen (dazu gibt es mittlerweile auch ein kleines Interview mit uns und den anderen Teilnehmerinnen) und haben uns dementsprechend gefreut, als im Dezember eine Einladung zum Adventsbrunch im Hotel im Münchner Norden reinflatterte. An den Adventssonntagen bot das Marriott von 12-15 Uhr einen ausgedehnten Weihnachtsbrunch mit überaus üppigem Angebot, weihnachtlich dekorierten Tischen und netter Atmosphäre. Das Büffet bot zwar auch Frühstückstypisches wie Rührei & Co., der Fokus lag aber eindeutig auf opulenten Hauptgerichten wie Gänserilette mit Glühweinbirnen, Spanferkel im Speckmantel oder geräucherter Forelle mit Fenchel-Apfel-Chutney. Dazu gab es jede Menge Beilagen wie Haselnussspätzle oder Basilikum-Tofu-Pralinen, ein umfangreiches Salatbüfett, Maronensuppe und nicht zuletzt einen langen Desserttisch, von dem wir von Anfang an nicht die Augen lassen konnten: Marzipan-Crème-brûlée, Likör-43-Pannacotta, Lebkuchentiramisu. Müssen wir mehr sagen? Insgesamt war das Angebot recht fleisch- und fischlastig, die Qualität der Speisen wie immer top. Allein der Preis ist selbst für Münchner Brunchverhältnisse mit 52€ pro Person doch recht hoch angesetzt – als besonderes Highlight in der Vorweihnachtszeit allerdings auch mal zu verkraften. Fresh Fields im Marriott // Berliner Str. 93, München.

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    Foodblogbilanz 2016

    Vor zwei Jahren hat Sabine von Schmeckt nach mehr die #Foodblogbilanz ins Leben gerufen – einen Jahresrückblick für Foodblogger_innen, dem wir uns in diesem Jahr gerne wieder anschließen.

    1. Was war 2016 dein erfolgreichster Blogartikel?

    Wie schon in den letzten Jahren war auch 2016 der mit Abstand meistgeklickte Artikel der Avocado-Mango-Salat mit Mozzarella, Rucola und Pinienkernen. Es ist gleichzeitig das Gericht, nach dem mittlerweile unsere ganze Familie süchtig ist. Von den in 2016 veröffentlichten Blogartikeln wurde unser (nicht nur) kulinarischer Streifzug durch das schöne Ulm am häufigsten aufgerufen, das erfolgreichste Rezept war die Shakshuka.

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    2. Welche drei deiner eigenen Blogartikel aus diesem Jahr haben dir persönlich am meisten bedeutet?

    Besonders viel Zeit und Herzblut fließen immer in unsere kulinarischen Reiseberichte, und davon gab es in diesem Jahr recht viele. Zum einen sind sie eine schöne Gelegenheit, die eigene Reise noch mal Revue passieren zu lassen und versetzen uns auch Wochen später noch einmal in Urlaubsstimmung. Zum anderen freuen wir uns sehr, wenn unsere Tipps von anderen aufgegriffen werden und ebenfalls gut ankommen – dazu erreichte uns in diesem Jahr sehr viel schönes Feedback.

    Wir freuen uns daher unglaublich, dass unser Food & City Guide zu Nancy, den wir nach unserer Reise durch Elsass und Lothringen veröffentlicht haben, von der Jury des #FrenchCityAward unter die Top 3 der besten Blogposts gewählt wurde. Bis zum 28. Februar könnt ihr übrigens voten, welcher der drei Artikel gewinnen soll und dabei selbst einen Aufenthalt in Frankreich gewinnen. Wir würden uns wahnsinnig freuen, wenn ihr hier unserem Nancy-Artikel eure Stimme gebt!

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    Ein zweiter kulinarischer Reisebericht, der uns – und vor allem Steffen – in diesem Jahr viel bedeutet hat, ist aus einem 10-tägigen Aufenthalt in Israel entstanden: Tel Aviv kulinarisch. Kaum zu glauben, was man in so kurzer Zeit alles erleben (und probieren) kann und wie schnell man sich in ein Land verliebt. Das war mit Sicherheit nicht der letzte Besuch in Israel!

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    Das Rezept, auf das wir in diesem Jahr wohl am meisten angesprochen wurden, ist der vegetarische Herbstburger mit Kürbis, Ziegenkäse und Birnen-Rosmarin-Chutney, den Steffen für einen ZDF-Beitrag zubereitet hat. Viele fanden das Rezept toll, aber fast noch öfter wurden wir nach den Kindern gefragt, die Steffen im TV-Beitrag untergejubelt wurden.

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    3. Und welche drei aus anderen Blogs haben dich am meisten inspiriert?

    Ein wunder Punkt! Wahrscheinlich haben wir in diesem Jahr so wenig andere Blogs gelesen wie noch nie. Zu viel los bei uns selbst, ohnehin schon kaum Zeit für die eigenen Blogposts und manchmal auch einfach keine Lust, sich durch das immer unüberschaubarer werdende Bloggewusel zu klicken. Deshalb an dieser Stelle nur eine Empfehlung: Julias Blogpost über ihren Besuch bei Heston Blumenthal in London habe ich kurz vor Weihnachten verschlungen. Ein wirklich schöner und spannender Bericht, bei dem die Begeisterung für das außergewöhnliche und liebevoll gestaltete Menü nur so auf einen überschwappt. Ich hoffe, dass wir es 2017 schaffen, wieder etwas regelmäßiger bei anderen Blogs vorbeizuschauen und zu kommentieren!

    4. Welches der Rezepte, die du 2016 veröffentlicht hast, hast du selbst am häufigsten gekocht – und warum?

    Schwierig, denn Shakshuka und Edamame-Fenchel-Salat mit Sellerie und kandierten Zitronen liegen in etwa gleich auf. Die Shakshuka war oft unsere Retterin in der Not, sie ist schnell und unkompliziert in der Pfanne zubereitet und ein prima Resteessen. Dem Edamame-Fenchel-Salat sind wir einfach komplett verfallen, seitdem wir ihm in einem Restaurant in Boston begegnet sind.

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    Edamame-Fenchel-Salat mit Sellerie und kandierten Zitronen Rezept Feed me up before you go-go-3

    5. Welches Koch- oder Blog-Problem hat dich 2016 beschäftigt? Und hast du es gelöst?

    Eindeutig der Blogumzug und das neue Design! Halleluja, nach über vier Jahren war das auch dringend nötig. Nachdem wir so viele Horrorgeschichten von missglückten Blogumzügen gehört hatten, waren wir echt erstaunt, wie gut alles letztendlich geklappt hat. Hier und da finden sich noch immer ein paar ältere Artikel, bei denen die Bildgrößen angepasst werden müssten, doch der Großteil ist geschafft und stimmt uns nach wie vor sehr glücklich. Hooray!

    6. Was war deine größte kulinarische Neuentdeckung dieses Jahres – welches Lebensmittel, welches Rezept, welche Küchentechnik, welcher Geschmack hat dir eine völlig neue Welt eröffnet?

    Eine neue Geschmackswelt hat sich mir nicht eröffnet, aber ich habe die Angst vor dem Sauerteig verloren. Zwar war das erste selbst gebackene Sauerteigbrot wirklich eine schwere Geburt, was allerdings eher an der verunglückten Anleitung, als am Prozess an sich lag. Ich bin zumindest motiviert genug, um 2017 zum Jahr des selbst gebackenen Brots zu machen.

    7. Was war der beste (oder lustigste) Suchbegriff, über den Besucher auf deinen Blog gekommen sind?

    Mit Blick auf unser Blog-Event Blogg den Suchbegriff, das Anfang des Jahres in die dritte Runde ging, schauen wir uns recht regelmäßig die Abgründe der Suchanfragen an, die Menschen auf unseren Blog führen. In den letzten Monaten fragten sich unsere Leser_innen, ob „Christian Hümbs verheiratet“ sei und suchten nach Antworten auf essenzielle Fragen wie „schmeckt rauchig, auch fruchtig, was ist das?“ (der Mann vermutet, dass es sich dabei um einen Whisky handelt) und „in welchem Countrylied kommen muhende Kühe vor?“ (der wir natürlich spätestens im Frühjahr auf unserer Reise nach Nashville auf den Grund gehen werden). Anderen genügt unser Elvis-Burger wohl nicht, denn es wird gleich mehrmals nach einem „Elvis Burger Donut“ verlangt, der den Mann auf ziemlich dumme Ideen gebracht hat. Was der oder die Suchende allerdings unter „trauriges Sushi“ versteht, kann ich nicht ganz nachvollziehen. Wehe, damit ist vegetarisches Sushi gemeint, das mag ich nämlich sehr – vielleicht ist es aber auch nur traurig, weil es am Schreibtisch gegessen wird … Gefreut habe ich mich über den Suchbegriff „la cassette de Luc Tonnerre“, den wohl meine verkrüppelten Französischkenntnisse und eine sehr leckere Brioche verursacht haben.

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    8. Was wünschst du dir und deinem Blog für 2017?

    Dass wir die Lust am Bloggen nicht verlieren. Viele straucheln in letzter Zeit, bemängeln, dass das Bloggen nicht mehr so sei wie früher, man bei der Vielzahl an Bling-bling-Blogs nicht mithalten könne, ziehen sich zurück oder geben das Bloggen ganz auf. Wie schade, denn eigentlich ist dieses Blogdings doch etwas sehr Schönes und Persönliches, das man genau so gestalten kann, wie es für einen selbst passt und wie es einem gefällt. Und das ganz ohne Rechtfertigung. Ich kann einige Punkte, die immer wieder genannt werden, natürlich nachvollziehen und ärgere mich auch hin und wieder über bestimmte Dinge, aber im Großen und Ganzen ist mir das alles ziemlich wumpe. Wir machen hier nach wie vor unser eigenes Ding, bloggen über das, worauf wir gerade Lust haben, so oft oder so wenig, wie wir es gerade hinbekommen, lassen uns – zumindest bilde ich es mir ein – keine Trends diktieren (deren Existenz wir ohnehin erst ein halbes Jahr später mitkriegen) und in keine Nische drängen. Vielleicht büßen wir so einen Teil des möglichen Erfolgs ein, vielleicht macht uns das Bloggen aber auch gerade deshalb nach über fünf Jahren noch immer Spaß.

    Wir freuen uns über jegliche Art der Interaktion mit euch und über die vielen persönlichen Treffen, die es auch 2016 wieder gab und hoffentlich auch weiterhin geben wird. Besonders ans Herz gewachsen ist uns die Münchner Truppe, die mittlerweile sehr regelmäßig zusammenfindet, ob bei den Foodbloggerstammtischen, Events oder privaten Treffen: Karin & Torsten, Ines, Sabine, Carla, Björn, Thomas (und die vielen, die wir hier nicht aufzählen können) – es macht Spaß, sich mit euch auszutauschen und wir hoffen, dass wir dies auch 2017 beibehalten. Cheerio!

    Hinweis: Zu den mit Sternchen (*) markierten Veranstaltungen/Reisen wurden wir freundlicherweise eingeladen – wie immer bleibt unsere Meinung davon jedoch unberührt.

    Fotocredit: Das erste Bild via unsplash.com

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    Gegessen, Gereist, Österreich, Salzburg

    The Sound of Christmas – ein Adventsspaziergang durch Salzburg

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    Wir werden in letzter Zeit häufig gefragt, wie es denn so um unsere Beziehung stehe – also, die zwischen München und uns. Wer uns kennt, weiß, dass wir nicht ganz vorurteilsfrei in den Süden gezogen sind und dort, wo andere mit Heimatgefühlen und Liebesbekundungen für ihre Stadt um sich werfen, doch eher verhalten und augenrollend reagieren. Nach über sechs Jahren in München können wir aber sagen, dass wir mittlerweile ganz gerne hier leben. Zwar gibt es nach wie vor einige Charakteristika, die uns nerven (hallo, fehlende Subkultur; hallo, aufgesetztes Bussibussitum!), aber die vielen Vorzüge, die München bietet, sehen wir inzwischen und nutzen sie auch. Nicht von der Hand zu weisen ist dabei die geografische Lage, die uns nicht nur verhältnismäßig oft mit gutem Wetter verwöhnt, sondern sich auch für Tages- oder Wochenendausflüge als ziemlich ideal erwiesen hat. Schnell ist man mal eben an einem der umliegenden Seen oder in den Bergen. Ländergrenzen werden fast unbemerkt überquert – Frühstück in Italien, kein Problem; Sachertorte in Österreich erst recht nicht! Eigentlich wissen wir das, uneigentlich vergessen wir das gerne mal. Ganz bewusst wird es uns, als wir Anfang Dezember im Zug nach Salzburg sitzen, sich das Handy schon nach kürzester Zeit auf Roaming schaltet und wir nach gerade mal eineinhalb Stunden am Salzburger Bahnhof stehen. Ein Adventswochenende im Salzburg und Großarl steht uns bevor, zu dem das Salzburger Land uns und einige andere Blogger_innen eingeladen hat.

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    Berlin, Gegessen, Geteilt, München

    Was bisher geschah: November 2016 – Bloggeburtstag mit Jamie Oliver und amerikanischem Frühstück

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    November, der Geburtstagsmonat. Nicht unser eigener, aber trotzdem der eines Quasi-Familienmitglieds: Der Blog ist vor gut zwei Wochen heimlich, still und leise fünf Jahre alt geworden und somit im besten Alter, um aufmüpfig zu sein. Wir sind gespannt, was er sich einfallen lässt und harren der Dinge, die da kommen. An dieser Stelle aber vor allem ein riesiges DANKESCHÖN an euch, dass ihr es schon fünf Jahre mit uns aushaltet, hier immer wieder reinklickt, mitlest, kommentiert und nachkocht. Darüber freuen wir uns noch so sehr wie am ersten Tag (okay, blödes Beispiel – damals hat hier vermutlich überhaupt niemand reingeschaut und kommentiert, aber ihr wisst schon wie das gemeint ist)! Genauso freuen wir uns immer noch über das, was sich durch den Blog in den letzten Jahren ergeben hat – Freundschaften, Bekanntschaften, Begegnungen und vieles mehr. Dass so ein kleines Internetding mal so viel Auswirkung auf unser Privatleben haben würde, hätten wir vor fünf Jahren nie gedacht. Wir lassen uns überraschen, was das nächste Jahr für den Blog bereithält und freuen uns, wenn ihr uns weiterhin begleitet.

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    Frankreich, Gereist, Metz

    Kulinarisch durch Elsass & Lothringen #4: Metz – Quiche Lorraine, Moselwein & Quartier impérial

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    Wie bereits zuvor auf unserer Reise durch den Nordosten Frankreichs, haben wir auch bei Metz zunächst wenig Vorstellung von der Stadt. In den Tiefen meines Gedächtnisses tauchen während der Fahrt von Nancy nach Metz Bilder aus der Nibelungensage auf, nur äußerst dunkel erinnere ich mich an die Pflichtvorlesungen zum Mittelalter und versuche im Kopf Ordnung in die Geschichte des deutschen Kaiserreichs zu bringen – denn irgendwie bin ich sicher, dass das auch mit Metz zusammenhing. Mein Gedächtnis täuscht mich nicht und schon bald wird klar, dass die Stadt noch mehr als Mulhouse, Nancy und Straßburg für die engen Beziehungen zwischen Deutschland und Frankreich steht. Somit findet unsere Reise durch eine Grenzregion, deren wechselhafte Geschichte wir in den Tagen zuvor schon ausführlich erkundet haben, in der Stadt an der Mosel ein passendes Ende.

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    Frankreich, Gegessen, Gereist, Getrunken, Nancy

    Kulinarisch durch Elsass & Lothringen #3: Nancy – Bergamotte, Mirabellen & Art nouveau

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    Wir verlassen Straßburg und das Elsass und machen uns auf in Richtung Westen. Je näher wir Nancy kommen, desto besser wird das Wetter – es scheint, als hätten wir die Regentage endlich hinter uns gelassen. Sonne und Nancy – das passt ohnehin viel besser zusammen. Denn wenn ich Nancy in nur zwei Farben beschreiben müsste, wären es Gold und Weiß. Strahlend blauer Himmel bietet da die beste Leinwand, lässt die pompösen weißen Bauten strahlen und die Sonne in den vielen Goldverzierungen rund um die Place Stanislas glitzern.

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    Nancy ist so anders. Nach Fachwerkhäusern und engen Kopfsteinpflastergässchen in Mulhouse und Straßburg, präsentiert sich die Hauptstadt der Herzöge Lothringens mondän und prunkvoll und versprüht ein fast schon südländisches Flair. Innerhalb kürzester Zeit schafft es die Stadt, uns zu begeistern, was nicht zuletzt am spannenden Architekturmix liegt. Begrüßt werden wir vom Prunk des 18. Jahrhunderts auf der Place Stanislas, auf der ein klassizistisches Ensemble thront, das einst zu Ehren Ludwigs XV. errichtet wurde. Heute erinnert der Platz an dessen Schwiegervater, den ehemaligen König von Polen und Herzog von Lothringen Stanislas. Palastartig erstreckt sich im Süden das riesige Rathaus, umrandet wird der Platz vom Musée des Beaux-Arts, der Oper, einem Hotel und zwei imposanten Brunnen. Hier blitzt und blendet es gülden an jedem Tor und jeder noch so kleinen Verzierung.

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    Der Triumphbogen am nördlichen Ende führt uns schließlich über die Place de la Carrière in die aus dem Mittelalter und der Renaissance stammenden Altstadt. Die Häuser werden schroffer, die Türen dafür umso schöner. Offenbar teilen die Einwohner_innen Nancys meine Vorliebe für türkise Eingänge und ich könnte nach zwei Tagen locker einen kleinen Fotoband veröffentlichen. Ebenso oft klickt die Kamera aufgrund der vielen Jugendstilfassaden, die uns immer wieder begegnen. Aber dazu später mehr, denn zunächst ruft ein Termin in einem der wohl schönsten Feinkostläden der Stadt.

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    Nancy kulinarisch

    {L’Épicerie du Goût}

    Um in die kulinarische Vielfalt von Nancy, Lorraine und der gesamten Region einzutauchen, sei jedem ein Besuch in der Épicerie du Goût empfohlen. Gleich hinter der Place Stanislas versteckt sich der kleine Feinkostladen. Hier ist es eng, die Regale sind bis unter die Decke gefüllt mit Köstlichkeiten und der Duft, der uns begrüßt, kündigt an, dass es gleich lecker wird. Mit etwas Glück trifft man im Laden auf Marie de Metz Noblat, eine der beiden Besitzerinnen, die mit so viel Leidenschaft, Enthusiasmus und Kenntnis von den Spezialitäten der Region erzählt, dass man am liebsten von allem im Geschäft etwas mit nach Hause nehmen möchte. Zu jedem ihrer Produkte kann sie eine Geschichte erzählen. So erfahren wir von der Erfindung der berühmten Bergamote de Nancy im Jahr 1852, als der Herzog von Lorraine die Bergamotte aus Italien eingeführt hatte und somit die Grundlage für eine der beliebtesten Spezialitäten Nancys legte. Hier finden wir auch all things mirabelle – immerhin stammt 70% der weltweiten Mirabellenproduktion aus der Gegend. Eine Flasche des lieblichen Mirabellenweins landet sofort in unserer Tasche, beim Mirabellenbrandy mit Vanille können wir uns gerade noch beherrschen. Marie (die außerdem Vorsitzende des lokalen Vereins der Bierfrauen ist) überzeugt uns, dass auch ein Mirabellenbier unbedingt mit nach München sollte. Dann gehen wir zum Käse über, denn Käsesommelier ist die Frau, deren Liebe für gutes Essen auf jeden sofort überschwappt, auch noch. Wir probieren den Munster-Géromé, einen relativ milden Kuhmilchkäse, aber auch Besonderheiten wie den mit Mirabellenbrandy gewaschenen Motte Lorraine Mirabelle. Völlig überwältigt, mit schweren Taschen und einem soliden Grundlagenwissen für die kommenden Tage ausgestattet, verlassen wir den Laden und würden alleine schon für den Besuch der Épicerie noch einmal nach Nancy kommen. L’Épicerie du Goût // 4 Place de Vaudemont, Nancy.

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    {Marché Central de Nancy}

    Wie fast alle etwas größeren französischen Städte kann auch Nancy mit einer sehr ansehnlichen Markthalle aufwarten (etwas, woran in Deutschland definitiv gearbeitet werden sollte). Gleich nach dem Eintritt überwältigt uns der Duft der frischen Mirabellen – immerhin reisen wir mitten in der Erntezeit durch Lothringen. Bergeweise stapeln sich die gelben Früchte an den über 60 Marktständen in der u-förmigen Halle und wechseln sich ab mit riesigen Kräuterbüscheln und Gemüsetürmen. Besonders angetan sind wir von den langen Käsetheken und erfahren endlich, was es mit den vielen unterschiedlichen Formen beim für die Gegend typischen Ziegenkäse auf sich hat: Jeder Produzent hat seine eigene Form, sodass die Kunden problemlos ihre Lieblingssorte in der Theke finden können. Schade nur, dass wir nicht genügend Zeit haben, uns durch die verschiedenen Sorten zu probieren und unseren persönlichen Favoriten zu küren. Aber das heben wir uns einfach fürs nächste Mal auf. Marché Central // Place Charles Trois, Nancy.

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    {L’Impromptu}

    Zur Markthalle gehören auch drei Restaurants, von denen uns das farbenfrohe L’Impromptu besonders ins Auge sticht. Auf einer großen Tafel können wir (zumindest soweit unsere Französischkenntnisse ausreichen) lesen, was die Küche heute aus dem Angebot der angrenzenden Stände zubereiten wird. Das Menü wechselt täglich; es gibt frische französische Bistroküche mit einem modernen Dreh zu fairen Preisen. Mein Salat wird problemlos vegetarisiert und ich bekomme einen bunten Teller mit Melone, Avocado, Erdbeeren und Pasta – alles herrlich aromatisch! Steffen ist ebenfalls glücklich mit seiner Zitronenhühnchen-Tajine mit Couscous und Gemüse und bestellt gleich noch ein Dessert hinterher, das sich einfach zu gut anhört: Das Ananas-Bananen-Gazpacho mit Kiwi ist nicht nur hübsch angerichtet, sondern auch ein leichter und erfrischender Nachtisch. L’Impromptu // Marché Central, Place Henri Mengin, Nancy.

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    {Aux Merveilleux de Fred}

    Eine Spezialität, die eigentlich aus dem Norden Frankreichs stammt, uns aber so verführerisch anlächelt, dass wir nicht umhinkommen, sie zu probieren, sind die Merveilleux. Dabei handelt es sich um kleine, hauchzarte Bällchen, die es kalorientechnisch aber faustdick hinter den Ohren haben. Wir beschließen deshalb, uns ein kleines Kügelchen zu teilen. Dass die Mischung aus Baiser, Pralinensahne, Mandelsplitter und karamellisierten Haselnüssen schmeckt, ist eigentlich nicht anders zu erwarten. Fast ebenso hübsch wie die Spezialität selbst, ist die niedliche Einzelverpackung, die samt Inhalt vorsichtig ins Hotel getragen wird. Aux Merveilleux de Fred // 25 Rue Saint-Dizier, Nancy.

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    {Les Frères Marchand}

    Ein Restaurant, das uns sofort neugierig macht, ist das der Frères Marchand. Ursprünglich hatte die Familie nur einen Käsehandel betrieben, der aber wohl so gut lief, dass man nun auch in der Gastronomie sein Glück versucht. Wir können dank der sommerlichen Temperaturen draußen sitzen und haben so einen perfekten Blick auf die Außenfassade des Renaissance-Palasts der Ducs de Lorraine, von dessen Dach uns etwas gruselige Wasserspeier bei der Lektüre der Speisekarte beobachten. Erfreulicherweise ist die Auswahl für Vegetarier_innen für französische Verhältnisse richtig groß und sogar ein vegetarisches Mittagsmenü findet sich auf der ziemlich umfangreichen Karte. Ich entscheide mich für einen Salat mit getrockneten Tomaten und Ziegenkäse-Pesto-Croutons, Steffen bekommt das Tagesgericht – ein Rindersteak mit Bratkartoffeln und Rotweinzwiebeln. Beides schmeckt hervorragend und ist so portioniert, dass noch Platz für einen Nachtisch bleibt. Jetzt fällt die Entscheidung richtig schwer, denn die käseverrückten Brüder sind offensichtlich ebensolche Dessertliebhaber wie wir. Süße Flammkuchen? Profiteroles? Einen Eisbecher mit Bergamotte-Bonbons? Am Ende teilen wir uns gleich zwei Desserts. Die regionale Spezialität Fontainebleau, ein mit Sahne aufgeschlagener Frischkäse, der mit Salzkaramell übergossen wurde, ist vielleicht etwas mächtig für die Mittagszeit, aber auch wirklich gut. Auch die Crème brûlée mit Bergamotte hält, was sie verspricht, und so rollen wir glücklich weiter in Richtung Altstadt, die nur wenige Schritte hinter dem Restaurant beginnt. Les Frères Marchand // 99 Grande Rue, Nancy.

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    {Les Pissenlits}

    Oberhalb der Markthalle schließt sich ein großer Platz an, auf dem sowie in der angrenzenden Straße man viele kleine Restaurants findet, die eine große Bandbreite an kulinarischen Themen abdecken. Wir entscheiden uns für einen Abend im Les Pissenlits – dem Löwenzahn –, um noch tiefer in die kulinarische Tradition Lothringens einzutauchen. Im Inneren zeigt sich das Restaurant ganz im Stil des Art nouveau mit Holzkunstwerken und Buntglasdecke und wirkt aufgrund der sparsamen Einrichtung und Granittische zunächst etwas kühl. Der überaus freundliche Service und ein Crémant mit Crème de Mirabelle wärmen uns jedoch schnell auf. Die Zutaten auf der Karte verfolgen einen regionalen Ansatz, ohne dabei allzu dogmatisch sein zu wollen. Vegetarische Gerichte sind zwar rar, aber der Fromage Blanc klingt durchaus ansprechend und entpuppt sich ein wenig später als riesige Schüssel Frischkäsequark mit ebenso großzügig bemessenen Portionen Kartoffeln, Zwiebeln, Kräutern und Bohnen. Alles sehr frisch und lecker, doch wie ich die ebenfalls gebrachte Schüssel Crème fraîche noch hätte einsetzen sollen, weiß ich bis heute nicht so recht. Steffen bekommt Ente in Orangensoße, die zwar etwas zarter sein könnte, aber toll abgeschmeckt ist. Zum Abschluss des Abends nutzen wir die Saison aus und teilen uns ein Mirabellensorbet auf flambierten Mirabellen. Jedes Dessert an diesem Abend wird mit einem Tellerchen Baiser serviert, das sich über unseren Mirabellen zerbröselt ganz wunderbar macht. Die tollen Nachtische, denen wir auf unserer Frankreichreise begegnen, wirken sich so langsam auf unsere Hosen aus. Les Pissenlits // 27 Rue des Ponts, Nancy.

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    {Brasserie l’Excelsior}

    Auch am kommenden Abend tauchen wir ein in vergangene Zeiten und sind sofort hin und weg vom Geist der Belle Époque, der durch die Brasserie l’Excelsior weht. Das Jugendstilambiente ist wunderschön, die Räumlichkeiten beeindruckend, doch Vegetarier_innen stellt das Restaurant vor eine Herausforderung. Kein einziges fleisch- und fischfreies Gericht findet sich auf der eigentlich recht umfangreichen Karte, ein vegetarischer Hauptgang sei aber kein Problem, versichert der Service. Letztendlich erhalte ich eine wenig inspirierte Ansammlung sämtlicher Beilagen, leider ohne jegliche Sauce, teils verkocht und wenig bis gar nicht abgeschmeckt. Steffen hat mit seinem Lachs auf Gemüserisotto deutlich mehr Glück und ich kann ihm ein paar Löffel der wirklich guten Honig-Senf-Sauce für mein Gemüse abschwatzen. Herkommen sollte man aber vor allem für das Dessert, das die Enttäuschung über den Hauptgang fast wieder wettmacht. Das Millefeuille mit Chiboust-Crème und Salzkaramell ist nicht nur optisch ein Highlight und die Dessertkomposition „Le tout Nancy“ vereint tatsächlich sämtliche Spezialitäten der Stadt auf einem Teller: Die typischen Macarons de Nancy werden auf einer Bergamotte-Eistorte zusammen mit Mirabellen-Coulis serviert. Fantastique! Brasserie l’Excelsior // 50 Rue Henri Poincaré, Nancy.

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    Und sonst so?

    Nancy ist gut überschaubar, sodass sich die meisten Sehenswürdigkeiten (abgesehen von einigen Jugendstilgebäuden) ohne Probleme zu Fuß erreichen lassen. Es fällt leicht, sich durch die verwinkelten Straßen treiben zu lassen – wer dabei noch ein paar Infos zur Stadt ins Ohr geflüstert bekommen möchte, leiht sich am besten einen der beiden Audioguides (zum historischen Zentrum oder zum Art nouveau) in der Touristeninformation und nimmt sich dazu noch einen kostenlosen Stadtplan mit, auf dem alle Jugendstilgebäude eingezeichnet sind. So verpasst man garantiert keine Fassade (was ja auch wirklich schade wäre).

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    {École de Nancy}

    Ich gebe es zu, ich bin ein kleiner Jugendstiljunkie. Als ich davon las, dass Nancy zu Beginn des 20. Jahrhunderts Zentrum des französischen Art nouveau war und überall in der Stadt noch heute zahlreiche vom Jugendstil beeinflusste Bauwerke zu finden sind, habe ich mich umso mehr auf unseren Besuch gefreut. Und es stimmt, viele Häuserfassaden, Schriftzüge, Buntglasfenster, Glaskuppeln, Möbel und Mosaikböden belegen bis heute den hohen Stellenwert, den die Kunst des Art nouveau und der École de Nancy – ein Zusammenschluss bedeutender Jugendstilkünstler um Émile Gallé – in Nancy einnahm. Neben einem Audioguide zum Thema, kann man sich im Office de Tourisme auch für eine der regelmäßig stattfindenden Führungen anmelden, bei denen man nicht nur die relevanten Orte im Innenstadtbereich abläuft, sondern auch viele Infos zur Geschichte der Stadt und zum Kunststil selbst erhält. Wem das zu viel Verpflichtung ist, sollte zumindest den bereits erwähnten Stadtplan mitnehmen und einen der vier Spaziergänge unternehmen. Besonders beeindruckt sind wir vom Bankhaus des Crédit Lyonnais in der Rue St-Georges und seinem bunt verzierten Glasdach von Jacques Gruber.

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    Wer – wie wir – noch etwas tiefer in die kunstgeschichtliche Vergangenheit Nancys eintauchen möchte, sollte das Stadtzentrum hinter sich lassen und sich das malerische Viertel Parc Sainte-Marie etwas näher anschauen. Hier befinden sich nicht nur wunderschöne Jugendstilvillen mit opulentem Blumendekor und filigranen Fensterverzierungen, sondern auch das Musée de l’Ecole de Nancy, das im ehemaligen Wohnhaus des Mäzens Eugène Corbin untergebracht ist und eine beeindruckende Sammlung von Kunstwerken des Art nouveau beheimatet. Hier führt Corbin selbst durch seine Sammlung – zumindest in Form eines wirklich gut gemachten Audioguides. Musée de l’École de Nancy // 38 Rue Sergent Blandan, Nancy.

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    {Musée des Beaux-Arts de Nancy}

    Obwohl wir durch die vielen Stationen zum Jugendstil bereits die volle Dröhnung Kunstgeschichte abbekommen haben, sind wir froh, auch dem Museum der schönen Künste einen Besuch abstatten zu können. Ganz früh am Morgen sind wir mit die Ersten, die das am Place Stanislas gelegene Gebäude betreten dürfen und haben so für die Zeit unseres Besuchs fast ein EmptyMuseum für uns. Die Sammlung deckt Gemälde, Skulpturen und Grafiken vom 14. bis zum 21. Jahrhundert ab, doch besonders viel Zeit verbringen wir in der untersten Etage des Museums, die sich vor allem der zeitgenössischen Kunst widmet. Insbesondere die Installation „Fireflies on the Water“ von Yayoi Kusama mit ihren Spiegelflächen und dem schier unendlich wirkenden Lichtermeer strahlt eine schwer zu beschreibende Faszination aus. Schön auch, dass das Museum viele Sitzmöglichkeiten bietet und das Fotografieren erlaubt ist. Leider ist der deutsche und englische Audioguide etwas mager und funktioniert nur bei einer kleinen Auswahl der Objekte. Musée des Beaux-Arts de Nancy // 3 Place Stanislas, Nancy.

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    {Rendez-vous Place Stanislas}

    Multimedia-Spektakel scheinen in Frankreich gerade en vogue zu sein, denn nach Straßburg kommen wir auch in Nancy in den Genuss angestrahlter Gebäude. Projektionsfläche sind die Gebäudefassaden auf der Place Stanislas, die uns nach Einbruch der Dunkelheit fast vollständig mit der Geschichte des namensgebenden polnischen Regenten umgeben. Da sich dessen Todestag 2016 zum 250. Mal jährt, widmet sich die farbenfrohe Lichtshow seiner Lebensgeschichte und seiner Rolle für Nancy. Während sich Straßburgs angestrahltes Münster etwas düsterer und geheimnisvoller gab, prasselt hier auf dem ohnehin schon schimmernden Platz das volle Spektrum des Regenbogens auf uns ein. Wir wissen gar nicht, wohin wir zuerst schauen sollen, so erstaunt sind wir über das, was den Besucher_innen dort bis Mitte September jeden Abend geboten wird.

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    {Übernachtung}

    Untergebracht sind wir diesmal in einem ganz besonderen Gebäude. Das Hôtel des Prélats befindet sich gleich neben der Kathedrale im ehemaligen Bischofspalast aus dem 17. Jahrhundert und versprüht einen entsprechend mondänen Charme. Die Zimmer sind mit Himmelbetten und Antiquitäten eingerichtet, doch gleichzeitig hell und modern. Wer nicht die Zeit mitbringt, um jeden Morgen zu baden, sollte gleich nach einem Zimmer mit Dusche fragen, denn wir sind kurz irritiert, als wir nur eine Badewanne (ohne Duschvorhang) in unserem Bad vorfinden. Doch wir haben Glück und dürfen noch einmal umziehen – in eines der schönsten und größten Zimmer mit offenem Bad (und Dusche!), das direkt an die Wand der Kathedrale anschließt. Das Hotel erweist sich als idealer Ausgangspunkt, denn in nur wenigen Minuten ist man an der Place Stanislas und somit mitten im Geschehen. Hôtel des Prélats // 56, Platz Mgr Ruch, Nancy.

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    Hinweis: Mit diesem Beitrag nehmen wir am French City Award 2016 teil, der vom französischen Tourismusamt ausgerufen wurde. Herzlichen Dank an Atout France und Nancy Tourisme für die Einladung und Unterstützung. Unsere Meinung bleibt dabei, wie immer, unsere eigene.

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    Frankreich, Gegessen, Gekauft, Gereist, Getrunken, Straßburg

    Kulinarisch durch Elsass & Lothringen #2: Straßburg – Bredele, Käsekoma & Lichtspektakel

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    Ich sehe rot. Genauer gesagt einen roten Koffer und einen roten Mantel. Sie wohnen bereits in unserem Hotelzimmer, als wir es beziehen. Wer sie da vergessen hat, ist schnell herausgefunden: Die Dame, die aussieht, als sei sie einem Tarantino-Film entsprungen und gleich zwei Wände unseres Hotelzimmers ziert. Zu verdanken haben wir sie der Fotografin Estelle Hoffert, die eines der 38 Zimmer des Graffalgar Hotels designt hat. Das kleine Hotel im Bahnhofsviertel überrascht uns zudem mit einem großen Zimmer, einfacher, aber moderner Einrichtung und Liebe zu nerdigen Details. Wir fühlen uns sofort wohl und sind fast ein bisschen traurig, dass wir nur eine Nacht hier verbringen werden.

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    Die zweite Station unserer kleinen Tour de France führt uns nach Straßburg. Raus aus dem Hotel, rein in die Stadt, wir haben nicht viel Zeit und wollen so viel wie möglich von der hübschen elsässischen Stadt mitbekommen. Wir finden uns schnell zurecht, denn unser letzter Besuch liegt nur ein paar Monate zurück. Insbesondere freuen wir uns darauf, einige Sehenswürdigkeiten, Restaurants und Bars zu besuchen, die wir beim letzten Mal nicht geschafft haben. Gerade die vielen gastronomischen Highlights sind uns noch in guter Erinnerung und wir ahnen schon jetzt, dass wir Straßburg mit Taschen voller Gebäck, Macarons, Käse und anderer Spezialitäten verlassen werden. Wir starten also mit einer kulinarischen (Shopping-)Tour durch die Stadt.

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    Straßburg kulinarisch

    {Au Pain de Mon Grand-Père}

    Unser erster Stopp ist ein absolutes Muss, denn der Geschmack des Feigen- und Dattel-Mandel-Brots ist uns noch in bester Erinnerung. Schon beim letzten Mal sind wir in der kleinen Bäckerei am Rande der Altstadt in Shoppingrausch verfallen und haben uns mit dem hervorragenden Bio-Gebäck von Au pain de mon Grand-Père eingedeckt. Das Oliven-Fougasse ist noch immer bombastisch gut, so wie eigentlich alles, was wir hier bisher probiert haben. Nach wie vor eine absolute Empfehlung! Au pain de mon Grand-Père // 58 Rue de la Krutenau, Straßburg.

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    {Maison Lorho}

    Wir tasten uns vor ins Herz der Altstadt, genauer gesagt in die Rue des Orfèvres, die für Genussmenschen ein kleines Feinkostparadies offenbart. Hier reihen sich Patisserien, Bäckereien, Weinhandlungen und andere Spezialitätenläden aneinander und verführen mit all jenen Delikatessen, für die Frankreich so berühmt ist. Dazu zählt auch ein kleiner Laden, der sich schon ein paar Meter zuvor durch seinen strengen Geruch ankündigt. Hinter den Türen der Maison Lorho versteckt sich ein kleines Käseparadies. Hübsch aufgereiht und nach Regionen und Milcharten geordnet, stapeln sich in der ganzen Fromagerie Käsesorten, von denen wir noch nie gehört haben. Aufgrund der langen Schlange von Käsehungrigen, die bis auf die Straße warten, fällt die Beratung leider knapp aus und wir müssen uns auf unsere Nasen verlassen. Ein kräftiger Comté und ein grandioser Ziegenkäse mit Piment d’Espelette dürfen mit und bescheren uns zusammen mit dem zuvor gekauften Brot einen leckeren Snack für die Weiterfahrt. Maison Lorho // 3, Rue des Orfèvres, Straßburg.

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    {Maison Alsacienne de Biscuiterie}

    Auch wenn der Beginn der Weihnachtszeit noch einige Wochen entfernt liegt, spüren wir in Straßburg an vielen Ecken den hohen Stellenwert, den die Adventszeit hier einnimmt. Neben Geschäften, die das ganze Jahr nichts anderes als Christbaumschmuck verkaufen, bieten viele Bäckereien und Patisserien auch außerhalb der Saison die berühmten elsässischen Bredele an – Weihnachtsplätzchen in allen Formen und Farben. Besonders leckere probieren wir in der Maison Alsacienne de Biscuiterie, die im Elsass gleich mehrere Filialen hat – Geranien-Mandel-Plätzchen, Pistazien-Makronen und Anisbredele schmecken definitiv auch bei Sonnenschein! Auch das wohl bekannteste Elsässer Gebäck wird hier frisch gebacken und in verschiedenen Varianten angeboten: der Kougelhopf. Wir entscheiden uns aber für den nur hier erhältlichen Langhopf, einer Art Gourmet-Brioche mit Walnüssen, Haselnüssen, Mandeln, Rumrosinen und Gewürzen, der auch noch frisch und saftig ist, als wir einige Tage später in München ankommen. Maison Alsacienne de Biscuiterie // u.a. 16 rue du Dôme, Straßburg.

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    {Pain d’Epices Mireille Oster}

    Wenn man ohnehin schon dabei ist, elsässische Spezialitäten für zu Hause oder zum Verschenken einzukaufen, sollte man Mireille Oster und ihrer kleinen Boutique einen Besuch abstatten. Der ganze Laden duftet herrlich nach Gewürzen, denn hier hat man sich ganz und gar auf Pain d’Epices spezialisiert. In den Regalen stapeln sich unterschiedlichste Sorten des Gewürzbrots, einer Art Deluxe-Lebkuchen, die hier nicht nur zu Weihnachten gegessen wird. Ganz besonders hat es uns die Variante mit Ingwer und Zitrone angetan, sodass ein sehr kleines Tütchen für ein nicht ganz so kleines Vermögen in unserer Tasche landet. Pain d’Epices Mireille Oster // 14 Rue des Dentelles, Straßburg.

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    {Thierry Mulhaupt}

    Straßburg ohne Macarons zu verlassen, wäre in Anbetracht der Dichte an hervorragenden Patisserien undenkbar. Für die Salzkaramell-Macarons von Maison Naegel, in die wir uns beim letzten Mal verliebt haben, sind wir morgens zu früh dran und müssen auf die Patisserie Thierry Mulhaupt ausweichen, deren kleine bunte Kunstwerke in fast jedem Reiseführer empfohlen werden. Die leckeren Zitrone-Basilikum-, Johannisbeer-, Himbeer- und Piña Colada-Macarons werden uns die Autofahrt nach Nancy versüßen, doch ein bisschen wundern wir uns schon über die gigantische Macaronpyramide im Schaufenster und fragen uns, wer um Himmels willen 100 Macarons für 197€ kaufen würde. Thierry Mulhaupt // u.a. 18, Rue du Vieux Marché aux Poissons, Straßburg.

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    {Strasbourg Bière Import & Village de la Bière}

    Um ein weiteres Stück Elsass mit nach Hause zu nehmen, steuern wir die beiden Bierboutiquen Strasbourg Bière Import und Village de la Bière an und hoffen, dort auf ausgefallene regionale Bierspezialitäten zu treffen. Unsere Hoffnung wird erfüllt, denn die kleinen Läden widmen elsässischen und französischen Craft-Beer-Erzeugnissen gleich mehrere Regale. Mit nach München dürfen u.a. ein Matten Highway to Ale und ein Sainte Crucienne Apocalypse now (besonders Letzteres trifft genau unseren Geschmack). Strasbourg Bière Import // 3 Rue de la Division Leclerc & Village de la Bière // 22, rue des Frères, Straßburg.

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    {Au Brasseur}

    Biershopping macht durstig, deshalb gehen wir zum praktischen Teil über und finden hinter der Kathedrale eine nette Brasserie mit eigener Brauerei. Um einen guten Überblick über die hausgebrauten Biere zu bekommen, bestellen wir das Degustationsbrett mit vier verschiedenen Sorten: Blanche de l’Ill, Blonde des Bateliers, Ambrée St Guillaume und ein dunkles Brune du Quai. Die vielen Biercocktails auf der Karte klingen auch verlockend und die Speisen, mit denen die Nachbartische versorgt werden, sehen super aus. Besonders die Flammkuchen-Happy-Hour lacht uns an. Da uns jedoch gleich ein besonderes Abendessen erwartet, auf das wir uns schon seit Tagen freuen, müssen wir passen und merken uns Au Brasseur einfach für unseren nächsten Besuch in Straßburg. Au Brasseur // 22, rue des Veaux, Straßburg.

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    {La Cloche à Fromage}

    Die größte Käseglocke der Welt. 200 verschiedene Käsesorten. Ein Affineur, der sich auf die Veredelung von Rohmilchkäse spezialisiert hat. Braucht es noch mehr Gründe, in die Cloche à Fromage zu gehen? Für uns nicht! Bereits bei unserem ersten Besuch in Straßburg liebäugelten wir mit René Tourettes Restaurant und Käseladen und freuen uns, dass sich an diesem Abend alles um das Thema Käse drehen wird. Dennoch stellt uns die Karte vor eine Herausforderung, denn sie ist erstaunlich umfangreich und fast alles klingt nach unserem Geschmack. Um möglichst viele verschiedene Käsesorten kennenzulernen, entscheide ich mich für einen Degustationsteller mit elf Sorten Schafs- und Ziegenkäse. Mild, cremig, bröckelig hart, fast brennend kräftig im Geschmack – auf meinem Teller beginnt eine Entdeckungsreise durch die Welt des französischen Käses. Ich bin im Käsehimmel! Ausgewählt wurden die Sorten vom fachkundigen Personal, das jeden Teller nach persönlichen Vorlieben zusammenstellt – keiner gleicht dem anderen. Der äußerst aufmerksame und freundliche Service erklärt ausführlich die Spezialitäten, die sich mir präsentieren und sagt mir, ich solle ihn rufen, wenn ich beim letzten Stück Käse angelangt sei, denn er hätte noch etwas Besonderes für mich. Steffens Wahl fällt dagegen schnell – Raclette mit Morbier soll es sein. Kurz darauf wird ein riesiger halber Laib Morbier an unseren Tisch gebracht und in eine Raclettevorrichtung gespannt. Und tatsächlich bringt der cremige Aschekäse das beste Raclette hervor, das wir je probiert haben. Ich bin in der Zwischenzeit bei meinem letzten Stück Käse angekommen und rufe nach dem Käsemeister, der mir als „Dessert“ einen weißen süßen Sherry bringt, der nicht besser mit dem supercremigen, kräftigen Blauschimmelkäse harmonieren könnte. Was ein köstlicher Abschluss! La Cloche à Fromage // 27 Rue des Tonneliers, Straßburg.

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    {What the Fox}

    What does the fox drink? Irgendwie schaffen wir es trotz Käsekoma, uns aufzuraffen und uns in die Bar mit dem weißen Fuchs zu begeben, die sich auf Bier und Cocktails spezialisiert hat. Vermutlich sind wir die Ältesten hier – das Publikum in der jungen, hippen Bar ist ebenso jung, doch die Atmosphäre ist nett und entspannt, und außerdem leuchtet mein Cucumber Collins, der im Übrigen auch sehr gut schmeckt. Der Mann schlürft an einem cremigen White Fox mit Whisky, Crème de Cacao White, Cookie-Sirup und Sahne – lecker, aber nach dem ausladenen Käsedinner vielleicht doch etwas zu üppig. What the Fox // 13 rue de la Douane, Straßburg.

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    Und sonst so?

    {Barrage Vauban}

    Diesmal haben wir etwas Zeit, um die Aussicht von den Terrassen der Barrage Vauban zu genießen. Der Damm war einst Teil der Befestigungen Straßburgs und sollte im Notfall helfen, das Umland zu überfluten. 1870 wurde das Bauwerk übrigens wirklich dafür eingesetzt, sehr zum Pech der Bewohner_innen des Vorortes Neudorf, der danach ebenfalls unter Wasser stand. Aber da die Preußen vor den Toren standen, hielt man das wohl für das kleinere Übel. Heute hat man vom Damm aus einen tollen Ausblick auf die Stadt, besonders auf das Viertel Petite France und die drei Brückentürme der Ponts Couverts. Von dort aus kann man auch den Ausflugsschiffen auf der Ill zuschauen, die im Schatten der 120 Meter langen Mauer wenden.

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    {La Petite France}

    Von der Barrage Vauban aus lässt es sich anschließend durch das benachbarte Viertel La Petite France schlendern, in dem früher Fischer, Müller und Gerber zu Hause waren, was auch heute noch an vielen Verzierungen der Fachwerkhäuser aus dem 16. und 17. Jahrhundert zu erkennen ist. Das einst raue und gefährliche Viertel versprüht heute mit seinen Kanälen, Staumauern und kleinen Gassen einen romantischen Charme, der viele Tourist_innen anlockt. Dennoch kann man hier immer wieder ruhige Ecken und eine Vielzahl an Restaurants und Cafés finden. Der Kaffee im Suspenders Coffeeshop schmeckt immer noch hervorragend und gibt uns den nötigen Antrieb, um nach dem Altstadtbummel noch ein Museum zu besuchen.

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    {Musée des Beaux-Arts}

    Auf Städtereisen versuchen wir immer, in der jeweiligen Stadt mindestens einen Museumsbesuch unterzubringen. Straßburg bietet dafür gleich eine Fülle an spannenden Museen. Diesmal lacht uns das Musée des Beaux-Arts an, das sich gleich neben dem Musée des Arts Décoratifs im prächtigen Palais Rohan, dem ehemaligen Stadtpalais der Fürstbischöfe, befindet. Wer nicht nur auf moderne Kunst steht und auch mit europäischer Malerei bis ca. 1870 etwas anfangen kann, wird hier locker ein bis zwei interessante Stunden verbringen können. In dem an sich schon sehr sehenswerten Gebäude werden die Kunstwerke wirklich toll in Szene gesetzt. Mit dem in der Touristeninformation erhältlichen Strasbourg-Pass bekommt man übrigens für 18,90 € den Eintritt in ein Museum seiner Wahl (sowie 50% Rabatt in einem weiteren), den Aufstieg auf die Kathedrale Notre-Dame, eine Bootsfahrt und einige weitere Vergünstigungen. Das Ticket ist drei Tage gültig und lohnt sich, wenn man mehrere Tage in der Stadt ist.

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    {Straßburger Münster}

    Eine der Hauptattraktionen der Stadt ist nicht zu übersehen: Das imposante Straßburger Münster (oder auch Kathedrale Notre-Dame) reicht 142 Meter in die Höhe, dessen Aussichtsplattform über 332 Stufen erklommen werden kann. Da wir den tollen Ausblick, der sich einem von dort bietet, bereits bei unserem letzten Besuch bewundern konnten, haben wir uns die Kirche diesmal aus einem etwas ungewöhnlicheren Blickwinkel angeschaut. Denn zwischen Juli und Mitte September dient die Seitenwand des Münsters als Leinwand für die imposante Lichtshow „La lumière intemporelle“. Erwartet hatten wir um ehrlich zu sein nur ein paar bunte Scheinwerfer, umso begeisterter sind wir von dem, was vor unseren Augen an die Kirchenwand projiziert wird. Über mehrere Beamer und viele Lautsprecher entfaltet sich über die gesamte Länge der Kirche eine richtige Geschichte, die vom Bau des Gebäudes und der Entstehung der Welt erzählt. Wer im Sommer in der Stadt ist, sollte sich das täglich stattfindende, kostenfreie Spektakel also nicht entgehen lassen.

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    Wer zum ersten Mal nach Straßburg kommt, sollte hier auf jeden Fall mehr als eine Nacht einplanen. Am besten erschließt sich einem die Stadt bei einem etwa drei- bis viertägigen Besuch. Selbst nach unserem zweiten Aufenthalt bleiben immer noch ein paar spannende Museen unbesucht und bis nach Krutenau haben wir es auch diesmal nicht geschafft. Also muss es wohl ein dritter Anlauf richten. Dann aber in der Vorweihnachtszeit, denn im Dezember soll sich die Stadt noch einmal von einer ganz anderen Seite präsentieren. Und wir möchten natürlich wissen, welche Lebkuchensorten die Bäckereien noch für uns bereithalten. 

    Hinweis: Mit diesem Beitrag nehmen wir am French City Award 2016 teil, der vom französischen Tourismusamt ausgerufen wurde. Herzlichen Dank an Atout France und Strasbourg Tourisme für die Einladung und Unterstützung. Unsere Meinung bleibt dabei, wie immer, unsere eigene.

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    Belgrad, Gegessen, Gelesen, Gereist, Geteilt, Serbien

    Was bisher geschah: Oktober 2016 – Weinwanderungen, Fleischkoma & baskische Pintxos

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    Öfter mal was Neues. Nach fast fünf Jahren Feed me up before you go-go (ja, nicht nur wir werden langsam alt, sondern auch der Blog), ist das vielleicht auch höchste Zeit. Rückblickend auf die letzten Wochen, Monate und vielleicht sogar Jahre müssen wir uns eingestehen, dass wir nicht so oft zum Bloggen kommen, wie wir es gerne würden. Berufliche Verpflichtungen, Freizeitstress, Offlineleben und so – ihr kennt das. Das ist ein bisschen schade, denn eigentlich hätten wir genügend Ideen, stolpern über viele schöne Dinge und erleben interessante Begegnungen, über die wir gerne berichten würden, die es dann aber aus Zeitgründen doch nicht auf den Blog schaffen. Deshalb haben wir uns überlegt, in einem monatlichen Rückblick ein paar dieser Sachen zu sammeln und mit euch zu teilen. Das kann ein Restaurant sein, das wir entdeckt haben, neue Kochbuchzugänge, die den Stapel im Wohnzimmer zum Wackeln bringen (im Regal findet sich schon längst kein Platz mehr) und andere lesenswerte Beiträge, spannende Events, Städte oder Länder, die wir besucht haben, oder auch mal ein Rezept-Quickie (wenn es abends mal wieder zu dunkel für ein richtiges Fotoshooting war, uns das Gericht aber dennoch begeistert hat). Mal kurz, mal in etwas ausführlicher Form. Ihr merkt – so ganz wissen wir selbst noch nicht, wohin das alles führen soll. Ob wir das jeden Monat durchhalten? Keine Ahnung! Ob euch das überhaupt interessiert? Das müsst ihr uns sagen! Wir nennen es vorerst mal ein „Experiment“ und freuen uns über euer Feedback und eure Anregungen.

    Unterwegs

    Südtirol

    Anfang des Monats haben wir ein weinlastiges Wochenende in Südtirol verbracht. Die Nähe zu Italien nutzen wir viel zu selten, daher waren das Törggelen und das Kalterer Weinkulinarium ein schöner Anlass, uns mal wieder in Richtung Brenner aufzumachen. Wie immer geht ein Kurztrip nach Südtirol mit gutem Essen und kulinarischen Mitbringseln einher. Bald berichten wir hier noch etwas ausführlicher darüber.

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    Belgrad

    Das Schöne am meinem Job ist mitunter, dass er es mir ermöglicht, in Länder zu reisen, die sonst nicht ganz oben auf der Liste unserer Urlaubsziele stehen – Serbien zum Beispiel. Leider bleibt neben dem Besuch von Gedenkstätten, Museen und NGOs oft zu wenig Zeit für die kulinarischen Highlights der jeweiligen Länder. Wobei sich die Highlights in Serbien relativ einfach mit einem Wort zusammenfassen lassen: FLEISCH! Wer glaubt, die bayrische Provinz sei in dieser Hinsicht gewöhnungsbedürftig, war noch nicht in Belgrad essen. Gerade die etwas traditionelleren Restaurants scheinen der Meinung zu sein, dass Gemüse nur frittiert eine Berechtigung hat. Positiv ist dagegen, dass der Craft-Beer-Boom auch in Serbien voll eingeschlagen hat. Egal ob in Belgrad oder Novi Sad, es gibt an vielen Orten nicht nur die jungen serbischen Brauereien als Alternative zum Einheitslager, sondern oft auch internationale Biere von Brew Dog oder der Brooklyn Brewery. Mein Favorit war das Kaš Ryezen IPA, das eine schöne Balance aus fruchtigen und bitteren Noten bietet.
    Grundsätzlich sollte man sich in Belgrad nicht von Äußerlichkeiten abschrecken lassen. Die Fassade des Cafés Smokvica ist wie so vieles in der Stadt ziemlich heruntergekommen, doch drinnen erwartet einen moderner Shabby Chic und ein internationales Angebot an Mezze, Curry, Burger & Co. – eine gute Abwechslung zur sonst sehr deftigen serbischen Küche. Überhaupt ist der Burgertrend auch an Serbien nicht vorbeigezogen, entsprechende Läden sprießen an allen Ecken aus dem Boden. Zu empfehlen ist das Submarine BBQ, das am Rande der Fußgängerzone ein ganz hervorragendes Pulled Pork serviert. Etwas abseits liegt dagegen das maritim eingerichtete Mala Fabrika Ukusa. Auf der Karte stehen modernisierte serbische Gerichte, aber an Frittiertem und Fleischigem kommt man auch hier nicht vorbei. Noch versteckter in einem Hinterhof liegt das Mezestoran Dvorište. Hier wird griechisch gekocht, aber mit deutlichen Einflüssen anderer Mittelmeerstaaten. Die Grenzen zur Mezze-Küche sind fließend und durchaus gelungen. Wem es danach noch nach etwas Süßem gelüstet, kann sich entweder bei Dukat Halal die volle Dröhnung Baklava geben oder bei Moritz Eis ein superleckeres Ananas-Rucola-Eis holen. Tolle Cocktails in gediegener Atmosphäre bietet die Bar Central, während im Gunners Pub Craft Beer in eher studentischer Umgebung ausgeschenkt wird.
    Ansonsten solltet ihr euch neben den üblichen Sehenswürdigkeiten Zeit für das Museum der Geschichte Jugoslawiens und den Markt nehmen. Wer noch mehr Tipps für spannende und schöne Ecken in Belgrad sucht, sollte mal auf Igors Happy Interior Blog vorbeischauen – er war im Sommer in der Stadt und hat seinen Highlights gleich mehrere Posts gewidmet. Grundsätzlich ist Belgrad definitiv eine spannende Stadt, auch wenn sie sich Besucher_innen nicht unbedingt (besonders bei grauem Himmel) auf den ersten Blick erschließt – aber sie ist es wert, entdeckt zu werden.
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    München: Siemens-Event

    Kommuniziert ihr schon mit eurem Kühlschrank? Flüstert ihr dem Ofen leise Anweisungen ins Ohr? Das mag vielleicht etwas absurd klingen, doch so weit hergeholt ist das gar nicht. Mitte Oktober waren wir eingeladen, um uns bei einem Event die neuen vernetzten Haushaltsgeräte von Siemens Home etwas näher anzusehen. Unter dem Namen Home Connect hat Siemens alle Großgeräte miteinander verbunden, womit sich nun im Idealfall Ofen, Kühlschrank, Spülmaschine & Co. über eine App steuern lassen. Wir waren vor allem von den vielen kleinen Möglichkeiten angetan, die sich dadurch ergeben – z.B. lässt sich per App und Kühlschrankkamera mal eben checken, was noch fürs Abendessen fehlt. Gekocht wurde natürlich auch und dank der unzähligen in den Backöfen eingespeicherten Vorgaben, musste man sich kaum Gedanken um die Einstellungen machen. Spannend wäre nun, diese Spielereien mal im Alltag zu testen. Habt ihr schon Erfahrungen damit gemacht?
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    München: KitchenLab

    Im Küchenstudio Ludwig 6 von Dross & Schaffer findet nun regelmäßig das KitchenLab statt, bei dem bei Fingerfood, Drinks und netter Atmosphäre Expert_innen unterschiedliche Aspekte rund ums Essen, Kochen und Genießen vorstellen und diskutieren. Im Oktober drehte sich einen Abend lang alles um den/die „perfekte/n Gastgeber_in“. In der Diskussionsrunde: Bartender und Besitzer des Barroom – Münchens kleinster Cocktailbar – Emanuele Ingusci, Knigge-Expertin Janine Katharina Pötsch, Floristin und Dekorateurin Barbara Held und Betreiber des Supper Clubs Gourmandpunk Sebastian Hoffmann, die berichteten, was für sie den perfekten Abend ausmacht. Auch wenn die Meinungen im Detail durchaus auseinandergingen, waren sich doch alle einige, dass man als Gastgeber/in die Regie des Abends übernehmen sollte und sich in jedem Falle genügend Zeit nehmen muss. Das gilt genauso für die Gäste, die auch mal bereit sein sollten, sich z.B. auf einen ruhigen Abend in der Bar einzulassen und die Atmosphäre aufzunehmen.
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    Entdeckt

    Pintxos und Wein im Glockenbach

    Wiederentdeckt müsste es eigentlich heißen, denn unsere Restaurantempfehlung ist die Tapas- und Pintxos-Bar Itxaso im Glockenbachviertel. Die baskische Bar zählt zu unseren absoluten Lieblingsspaniern in München, doch da man dort zwischenzeitlich nicht mehr reservieren konnte, hatten wir öfters etwas Pech und konnten in dem fast immer rappelvollen Lokal nur noch selten einen Platz finden. Umso schöner, dass uns letzte Woche ein Event zum Thema Wein aus Spanien mal wieder ins Itxaso führte. Gemeinsam mit anderen Blogger_innen verkosteten wir zehn verschiedene Weine, die von Sommelier Peer F. Holm passend zu vorab eingereichten Fotos zum Thema „Spanish Moments“ ausgewählt wurden. Eine wirklich tolle Idee, um unterschiedliche spanische Weine kennenzulernen! Dabei merkten wir mal wieder, wie sehr wir uns mittlerweile vom Rotwein weg und hin zum Weißwein bewegt haben. Unsere Favoriten des Abends: Tapas Wine Collection Moscato 2015 und den liebevoll als „Saufwein“ betitelten Segura Viudas Xarel-lo 2015 – und natürlich die leckeren Tapas! Itxaso // Pestalozzistr. 7, München.

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    New Supper Club in Town

    Ein nettes Konzept, um Kochbücher noch etwas erlebbarer zu machen, hat sich Connecting Companies zusammen mit dem GU-Verlag und den Siemens lifeKochschulen ausgedacht. Ab sofort wird monatlich ein Kochbuch des Verlags samt Autor/in in den Fokus gerückt und zum gemeinsamen Dinner geladen. Natürlich werden bei der neuen Supper-Club-Reihe Gerichte aus den entsprechenden Büchern verköstigt. Zum Auftakt im November gibt es deutsch-türkische Fusion-Küche mit Filiz Penzkofer und ihrem Buch „Cook mal türkisch“. Wir waren zum Kick-off-Event in der AllianzArena eingeladen und wurden u.a. mit Orangen-Carpaccio mit roter Bete, Spinat(börek)strudel, „Frauenschenkel“, einem hervorragenden Dessert aus Couscous, weißer Schokolade und gemischten Beeren und unterhaltsamen Anekdoten über die türkische Oma der Autorin versorgt. Der Supper Club findet nicht nur in München, sondern auch in anderen Städten statt – Tickets und Termine gibts auf der Website.

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    Der Weizen: schnurrt, kratzt & beißt

    Tilman Ludwig, der mit „Das Helle“ ein echtes Lieblingsbier produziert und auch sonst ein sympathischer Kerl ist, hat endlich Bier Nummer 4 auf den Markt gebracht. Knackig benannt ohne komplizierte Fantasienamen hört es einfach auf „Der Weizen“. Der Wiedererkennungswert speist sich eher aus dem hübschen Etikett, das diesmal ein asiatisch anmutender Tiger ziert. Auch im Glas macht sich das Bier ganz gut. Der Geruch ist sehr angenehm, die typisch bananigen Noten sind deutlich, aber nicht penetrant. Die Hopfensorten Comet aus der Hallertau und Strisselspalt aus dem Elsass ergänzen das Ganze stattdessen um weitere fruchtige Komponenten. Im Mund dürfte die Banane für unseren Geschmack noch etwas ausgeprägter sein, andererseits bleibt „der Weizen“ so recht erfrischend und ist nicht so schwer, wie viele bayrische Weißbiere. Irgendwie erinnert das Bier auch an belgisches Wit, nur ohne die würzige Komponente. Schön, aber fast schon etwas zu gewöhnlich. Vielleicht ist es aber auch einfach die falsche Jahreszeit für die Flasche mit dem Tiger. Also im Zweifel einfach auf den Sommer warten und dann noch einmal ausführlich an der Isar, im Westpark oder auf dem Balkon testen.

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    Lesenswert

    Der ultimative Wein-Guide

    Nachdem wir uns im Oktober deutlich mehr mit Wein beschäftigt haben als sonst, war dieses Buch der perfekte Begleiter. Der ultimative Wein-Guide ist ein Grundlagenwerk, das sich an alle richtet, denen das vinophile Gehabe der Szene manchmal zu elitär ist und trotzdem gerne mehr über Wein erfahren wollen. Das Buch basiert auf dem amerikanischen Blog Wine Folly und kommt ähnlich unprätentiös, locker und mit netten Grafiken daher.

    USA vegetarisch

    Das Kochbuch, aus dem wir im Oktober am meisten gekocht haben, war definitiv „USA vegetarisch“. Der fünfte Band der vegetarischen Länderküche aus dem Brandstätter Verlag widmet sich einem unserer Lieblingsurlaubszielen und beweist, dass die USA kulinarisch mehr zu bieten haben als Burger, Hot Dogs & Co. Die Kürbis-Tarte daraus findet sich bereits auf dem Blog, in Kürze folgt eine ausführlichere Rezension.

    Food Gentrification

    Einen spannenden Artikel über die Auswirkungen von Hipster-Food und Food Gentrification haben wir über Vivi gefunden, auch wenn wir zugeben müssen, dem Avocado-Boom selbst ein wenig verfallen zu sein – doch auch das sollten wir wohl noch einmal überdenken.

    Hinweis: Wie oben erwähnt, wurden wir zu einigen der Veranstaltungen eingeladen – unsere Meinung bleibt davon, wie immer, unberührt.
    Fotocredit: Kürbis-Foto via unsplash.com

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    Frankreich, Gegessen, Gereist, Getrunken, Mulhouse

    Kulinarisch durch Elsass & Lothringen #1: Mulhouse – Street Art, Fleischschnacka und der kleine Prinz

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    Wir lieben es, wenn uns eine Stadt überrascht. Wenn wir ohne große Erwartungen an einen unbekannten Ort kommen und dann eine schöne Ecke nach der anderen entdecken. Mulhouse, die erste Station unserer spätsommerlichen Rundreise durch das Elsass und Lothringen, ist genau so ein Fall. Fast fünf Stunden Autofahrt liegen hinter uns, als es die Stadt schafft, uns schon bei der Einfahrt in ihren Bann zu ziehen. Wir warten an einer Ampel, blicken nach rechts und stehen genau vor einem riesigen bunten Mural, das die Hauswand neben uns schmückt. Nicht die einzige Spur, die die globale Street-Art-Bewegung in Mulhouse hinterlassen hat, wie wir bald lernen werden. Zum Glück haben wir die perfekte Person gefunden, die uns einen Nachmittag lang in die Geheimnisse ihrer Stadt einführt. Martine ist nicht einfach eine Stadtführerin, sondern eine Greeterin. Dahinter verbirgt sich eine Gruppe von Einwohner_innen, die in ihrer Freizeit Tourist_innen durch ihr ganz persönliches Mulhouse führen. Jede/r setzt eigene Schwerpunkte – dabei geht es nicht darum, einen Komplettüberblick über die Stadt zu vermitteln, sondern vielmehr um die verborgenen Ecken, die geheimen Orte in der Stadt, die vielleicht nicht jede/r Besucher_in gleich auf dem Schirm hat. Eine tolle Idee und der ideale Einstieg für jeden Besuch!

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    Wir beginnen unsere Entdeckungsreise auf der Place de la Reunión. Zwischen sorgfältig renovierten farbenfrohen Renaissancegebäuden, der Kirche Saint-Étienne aus dem 19. Jahrhundert und dem roten Rathaus stehend, glaubt man kaum, dass Mulhouse auch den wenig schmeichelhaften Namen „Manchester Frankreichs“ trägt (leider ohne die musikalische Tradition des britischen Vorbilds). Im 19. Jahrhundert erlebte hier vor allem die Textilindustrie (und später der Autobau) einen massiven Aufschwung, der zwar Geld für repräsentative Gebäude in der Innenstadt oder im Villenviertel mit sich brachte, aber gleichzeitig für graue Industriekultur sorgte. Auch heute steht die Stadt für viele noch mehr für Industrie als für Kultur, was sich auf den zweiten Blick jedoch schnell revidieren lässt. Die kleine, aber feine Altstadt verbirgt neben ein paar Einkaufsstraßen auch viele Überreste der bis ins Jahr 803 zurückreichenden Stadtgeschichte. Besonders das hübsche Rathaus aus dem Jahr 1552 sticht heraus mit den Wappen der Schweizer Kantone, die auf die lange Zugehörigkeit zum Nachbarland hinweisen. Heute befindet sich im Rathaus ein Museum, in dem auch der originale „Klapperstein“ aufbewahrt wird, von dem eine Nachbildung an der Außenseite des Hauses zu sehen ist. Diesen (natürlich ziemlich schweren) Stein hatten zu früheren Zeiten Lästermäuler als Strafe fürs Schwätzen um den Hals durch die Stadt zu tragen. Heute geht es in Mulhouse allerdings etwas gesitteter zu.

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    Inzwischen ist es vor allem die Street Art, die der Industriestadt weitere Facetten verleiht. Ein jährlich stattfindendes Street-Art-Festival sorgt für stetigen Nachschub an Installationen und Graffiti in der Stadt. Auf unserer Tour entbrennt deswegen ein regelrechter Wettbewerb: wer kann mehr Kunstwerke auf den Häuserwänden (oder auch Briefkästen) der Stadt entdecken? Eine andere Greeterin, die wir während unseres Rundgangs treffen, ist von diesem Aspekt ihrer Heimatstadt sogar so begeistert, dass sie gleich einen Bildband mit den schönsten Murals herausgebracht hat. Können wir verstehen. Unser Favorit bleibt allerdings trotz der großen und schönen Auswahl bis zum Schluss El Sembrador von INTI. Es war eben Liebe auf den ersten Blick.

    Mulhouse kulinarisch

    Aber auch kulinarisch hat unser erster Stopp im Elsass viel zu bieten. Sehr viel sogar. Denn wie man uns – nicht ohne Stolz – berichtet, sei das Elsass die einzige Region Frankreichs, die für ihre großen und deftigen Portionen bekannt ist. Und wirklich: Wer mit Frankreich nur winzige Happen auf großen weißen Tellern verbindet, wird hier eines Besseren belehrt. Vielleicht sind es die harten Winter im Elsass, die die Menschen zwingen, sich ordentlich Winterspeck anzufuttern – oder eben nur ein gesunder Appetit auf Flammkuchen & Co.

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    {Le Marché de Mulhouse}

    Es gibt wohl kaum einen besseren Ort, um die kulinarischen Eigenheiten einer Stadt kennenzulernen, als die lokale Markthalle. Mit bis zu 350 Händlern ist der Marché de Mulhouse einer der größten Märkte in ganz Frankreich. Schon vor seinen Toren werden wir von der angebotenen Vielfalt fast erschlagen, denn der Markt ist unterteilt in einen überdachten Bereich im Inneren der Markthalle und einen Außenbereich mit zahlreichen Ständen im Freien. Man liest öfter mal, dass Obst und Gemüse bei vielen unserer europäischen Nachbarn eine höhere Qualität hätten, und hier glaubt man das sofort. Auswahl und Größe der Lebensmittel ist nicht mit den Produkten eines deutschen Wochenmarkts zu vergleichen. Hier darf noch etwas Erde an den Rüben hängen und auch krummes Gemüse türmt sich vor den Käufern. Und der Geruch! Ein riesiges Kräutermeer erstreckt sich über die Tische und verströmt einen fast unwiderstehlichen Duft. Schade, dass unser Hotelzimmer keine Küche hat, denn wir würden am liebsten den ganzen Rucksack vollpacken und uns an den Herd stellen. Gute Angebote findet man hier außerdem, besonders gegen Marktende, wenn überall kleine Körbe an den Ständen auftauchen, in denen leicht angehauenes Gemüse für 1-2€ pro Körbchen angeboten wird. Besonders lachen uns die für das Elsass so typischen saftigen Zwetschgen an und auch die Kaktusfeigen (die hier Figue de barbarie heißen) lassen uns das Wasser im Mund zusammenlaufen. Ähnlichen Verlockungen sind wir in der Halle ausgesetzt. Hier wechseln sich lokale Anbieter von Wurst, Käse, Bredele, Honig und anderen (teilweise auch internationalen) Spezialitäten ab und spiegeln z.B. in den zahlreichen Gewürzständen auch die Einwanderungsgesellschaft der Stadt wider. Die Marktbetreiber achten bei der Auswahl der Anbieter stark auf Qualität und Abwechslung und prüfen die Bewerbungen für die heiß begehrten freien Plätze gründlich. Le Marché de Mulhouse //

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    {FoodLink}

    Der Food-Truck ist einer von sechs Street-Food-Ständen, die hungrige Marktbesucher_innen mit Essen versorgen, und eine wahre Besonderheit im fleischfixierten Frankreich. Die beiden Betreiber bieten ausschließlich vegane Produkte an und leisten damit laut eigener Aussage echte Pionierarbeit im Elsass. „We do what we love“, antworten sie, als ich sie nach der Resonanz frage und auch die Rückmeldung der Kunden sei mehr als positiv. Es ändere sich langsam, aber sicher etwas im Bewusstsein der Franzosen. Ein Lichtblick, denn im Laufe unserer Reise haben wir den Eindruck, dass die Änderungen sehr, sehr langsam verlaufen und selbst vegetarisches Essen für viele Restaurants eine schier unmögliche Aufgabe darstellt. FoodLink zeigt sich hier fortschrittlich und die Veggie-Salat-Box und der Wrap de la mer mit Gemüse und Algen (jeweils 6€) sind ein leckerer, leichter Snack nach dem Marktbesuch. FoodLink // Vor dem Marché de Mulhouse und an anderen wechselnden Standorten.

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    {Au Bouton d’Or}

    Das hübsche gelbe Häuschen auf der Place de la Reunión, das den Namen Butterblume ziert, beheimatet im Untergeschoss ein wahres Käseparadies. Im Au Bouton d’Or findet man von Bibeleskäs bis Münster alle typischen Sorten der Region und mindestens alle anderen 363 Käsesorten, die Frankreich so zu bieten hat. Au Bouton d’Or // 5, Place de la Réunion, Mulhouse.

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    {Atelier des Glaces}

    Während unserer Stadtführung kommen wir in der Altstadt am Atelier des Glaces vorbei. Ein kurzer Blick genügt und Sabrina erspäht ein in Deutschland kaum erhältliches Lakritzeis, das unbedingt probiert werden muss. Um auch mich glücklich zu stimmen, bringt sie mir eine Kugel Brombeereis mit. Während wir zufrieden an unserem Eis schlecken, entfacht zwischen unseren beiden französischen Begleiterinnen eine Diskussion um die beste Eisdiele der Stadt. Das Atelier des Glaces vs. Engel’s Coffee in der Maison Engelmann. Leider sind unsere Eiskugeln zu groß, um im zweiten Eisladen einen Direktvergleich anzutreten. Atelier des Glaces // 14, rue Henriette, Mulhouse.

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    {Maison Engelmann}

    Noch relativ jung ist die Maison Engelmann, die eine Galerie mit kleinen, feinen Geschäften und Feinkostläden beheimatet wie die Pâtisserie Dany Husser mit ihren süßen Wunderwerken, eine Weinhandlung, eine große Buchhandlung und andere nette Läden. Wir schaffen zwar keine zweite Kugel Eis, doch die Erinnerung an das hausgemachte Schokoladen-Rotwein-Eis von Engel’s Coffee löst bei unserer Stadtführerin große Begeisterung aus. Maison Engelmann // Rue du Moulin, Mulhouse.

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    {La Quille}

    Es könnte wohl keinen besseren Ort geben, um am frühen Abend nach einer ausgiebigen Stadttour etwas runterzukommen, als diese Weinbar am Rande der Altstadt. Bei gutem Wetter sitzt man am besten draußen und bewundert die regelmäßig wechselnde Street-Art-Installation an der gegenüberliegenden Hauswand. Wir sind froh, uns bei der Weinauswahl auf die fachkundige Beratung des Besitzers verlassen zu können. Rund 500 verschiedene Sorten lagern im Weinkeller – genügend Auswahl für die ebenfalls regelmäßig angebotenen Weinproben. Wir bekommen einen leichten, lieblichen Riesling aus dem Elsass, der perfekt als Aperitif zu unserem ersten Abend in Frankreich passt. Begleitet wird der Wein von einigen Holzplatten mit hervorragenden regionalen Käsesorten, Wurst aus dem Elsass und ein paar Lachsbroten. Käse, Wein und ein lauer Spätsommerabend – so ungefähr hatten wir uns unseren Frankreichaufenthalt vorgestellt. Santé! Eine zweite Filiale gibt es übrigens im Metz. La Quille //10 rue de la Moselle, Mulhouse.

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    {Le Cellier}

    Ein paar Schritte von der Innenstadt entfernt, finden sich am Ende der Rue des Trois Rois gleich mehrere Restaurants, darunter auch Le Cellier – der Keller. Zum Glück dürfen wir draußen sitzen und dort beste Elsässer Spezialitäten ohne unnötigen Touristenkitsch genießen. Zwar ist die vegetarische Auswahl nicht besonders groß, aber es gibt sehr guten Flammkuchen mit Münsterkäse. Damit man den dünnen Fladen möglichst frisch und warm genießen kann, wird er nacheinander in zwei Hälften serviert – eine wirklich gute Idee! Ich muss natürlich die lokale Spezialität probieren, die wir bei unserer Greeterin schon investigativ in Erfahrung bringen konnten: Fleischschnacka. Dahinter verbirgt sich genau das, wonach es klingt: eine Teigschnecke, die mit Fleisch gefüllt ist. Serviert wird die sehr würzige Kalorienbombe traditionell in einem Teller Brühe, und glaubt mir, deftiger geht es kaum. Schade eigentlich, denn die Desserts, die an uns vorbeigetragen werden (Pfirsich Melba ist im Elsass noch immer in Mode), sehen mehr als gut aus, aber unsere Bäuche haben sich noch nicht an die lokalen Portionsgrößen gewöhnt. Le Cellier // 4, rue des Trois Rois, Mulhouse.

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    {La Taverne de l’Écomusée}

    Das zum Écomusée d’Alsace gehörende Restaurant überzeugt uns schon beim Eintreten, denn wir werden von einer großen Kuchentheke empfangen. Die Hauptspeise darf also nicht zu groß ausfallen, schließlich soll noch etwas Platz für den Nachtisch sein. Ehrlicherweise waren unsere Erwartungen an die Taverne nicht besonders hoch, richtet sich das Angebot doch hauptsächlich an die Parkgäste. Uns kommen sofort Erinnerungen an lieblose Mahlzeiten in den Freizeitparks unserer Kindheit in den Sinn, allerdings werden wir schon beim Blick in die Karte des bis auf den letzten Platz gefüllten Restaurants positiv überrascht. Zwar gibt es (passend zum Park) typische deftig-elsässische Küche, aber eben oft mit einem kleinen Dreh. Der Flammkuchen mit Lachs, Kapern und Zitronenzeste ist nicht gerade alltäglich und schmeckt hervorragend. Die Variante mit frischen Pilzen und Zwiebeln kann glücklicherweise ohne Speck bestellt werden und überzeugt ebenfalls. Zudem gibt es eine erstaunlich gute Bierauswahl, sodass man sich bereits beim Mittagessen durch verschiedene Craft-Biere der Region probieren kann. Wie geplant lassen wir Platz für den Nachtisch – das ist auch nötig, denn die Kuchenstücke (Apfel-Zimt und Preiselbeere) sind riesig und erfüllen unsere Erwartungen voll und ganz. Die Preise sind für ein Lokal, das durch die Anbindung an den Park ein gewisses Monopol hat, erstaunlich fair und nicht höher, als in ähnlichen Restaurants in Mulhouse. La Taverne de l’Ecomusée // Chemin du Grosswald, Ungersheim.

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    {Peonia at Home}

    Ein richtiger Geheimtipp versteckt sich hinter Peonia at Home mitten in Rebberg, dem Villenviertel der Stadt, in dem die durch die Industrie reich gewordenen Bürger_innen im 19. Jahrhundert ihre Häuser errichten ließen. Auch diese Villa, die heute ein Bed & Breakfast beherbergt, gehörte einst Textilfabrikanten, der Familie Dreyfus. Heute empfängt das italienisch-französische Architektenehepaar Andréa und Antonio D’Onghia im opulent eingerichteten Salon nicht nur Übernachtungsgäste, sondern bekocht auf Anfrage auch andere Besucher_innen. Die Hausherrin ist Autodidaktin, ihre italienisch-mediterrane Küche köstlich und zudem eine perfekte Abwechslung von den doch eher deftigen elsässischen Gerichten. Aber nicht nur das Essen ist hervorragend, auch die Tischgesellschaft. Antonios Bruder (zufällig Besitzer des einzigen 2-Sterne-Restaurants der Stadt Il Cortile), seine elsässische Frau und die Tochter der Köchin, die in Südamerika aufwuchs und sich mit uns den ganzen Abend auf Spanisch unterhält, sorgen für ein babylonisches Sprachgewirr am Tisch. Auch wenn uns nach dem ständigen Wechsel zwischen Französisch, Spanisch, Italienisch, Deutsch und Englisch am Ende der Kopf ein wenig dröhnt, ist es ein perfekter Abend. Dazu trägt nicht zuletzt das viergängige Menü bei. Die Gazpacho mit Basilikum wird mit Strohhalm serviert, die hausgemachte Pasta mit Pesto ist auf den Punkt abgeschmeckt, der Fisch ist perfekt gegart, die Auberginenlasagne unglaublich intensiv und die knackigen Bohnen mit Knoblauch viel zu gut, um sie nur als Beilage zu bezeichnen. Die abschließende Rhabarbertarte mit Beerensorbet, Rosenblüten und Bergamotte ist zwar fast zu viel, aber auch viel zu lecker, um den Teller nicht restlos leer zu kratzen. Mehr als glücklich und beseelt ob der herzlichen Gastfreundschaft verlassen wir das Haus und machen uns auf den Rückweg in Richtung Altstadt. Peonia at Home // 48, Boulevard Léon Gambetta, Mulhouse.

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    {Und sonst so?}

    Mulhouse hat erstaunlich viele Museen zu bieten, die vor allem die Industriegeschichte der Region aufarbeiten. Ein besonderer Publikumsmagnet ist das größte Automobilmuseum der Welt – die Cité de l’Automobile. Da unsere Herzen jedoch mehr für Künstlerisches als für Autos schlagen, geben wir dem Stoffdruckmuseum den Vorzug. Aber auch das größte Freilichtmuseum Frankreichs und der noch recht neue Parc du Petit Prince liegen nicht weit entfernt und sind definitiv einen Abstecher wert.

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    {Musée de l’Impression sur Étoffes}

    Auch das Stoffdruckmuseum greift die Geschichte der Stadt als Industriemetropole auf. Die Dauerausstellung ist nicht riesig, aber mit vielen alten Maschinen, hübschen Stoffen, erklärenden Filmen und Bildern aus allen Epochen der Textilherstellung auch für Laien mehr als interessant. Dazu kommen verschiedene Wechselausstellungen, die besondere Aspekte vertiefen. Während unseres Besuchs ist die Ausstellung Chantal Thomass gewidmet und es ist äußerst schade, dass wir nicht noch mehr Zeit haben, uns die spannend gestaltete Retrospektive intensiver anzuschauen. Das Museum bietet auch Workshops an, in denen man die Geheimnisse des Textildrucks ganz praktisch erleben und unter Anleitung selbst Stoffe bedrucken kann. Das klingt so spannend, dass wir gleich den ganzen Vormittag damit verbringen. Dabei arbeitet man mit den originalen Holzstempeln, die alle weit über 100 Jahre alt sind und bekommt so einen Eindruck von der Arbeit, die Mulhouse zu Beginn der industriellen Revolution berühmt gemacht hat. Unter Anleitung einer lokalen Künstlerin bekommen wir alles genau erklärt und können am Ende unsere eigenen (mehr oder weniger gelungenen) bedruckten Küchenhandtücher mit nach Hause nehmen. Stoffdruckmuseum // 14, rue Jean-Jacques Henner, Mulhouse.

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    {Écomusée d’Alsace}

    Das seit den 80er-Jahren bestehende Freilichtmuseum verdankt seine Existenz einer Gruppe von Studierenden. Diese hatten traditionelle elsässische Häuser, die vom Abriss bedroht waren, auf ein brachliegendes Industriegelände umsiedeln lassen und legten somit den Grundstein für das Museum. Heute findet man 20 Autominuten vor Mulhouse ein riesiges Gelände, auf dem ein echtes elsässisches Dorf aus dem frühen 20. Jahrhundert aufgebaut wurde und über 70 historische Gebäude besichtigt werden können. Hier stehen nicht nur einfache Hütten, sondern ganze Bauernhöfe, verschiedene Werkstätten, ein Wehrturm und kunstvoll verzierte Fachwerkhäuser. 200 Freiwillige sorgen zudem dafür, dass man die Alltagsgeschichte des Elsass hautnah erleben kann. Auch wir bekommen historische Kopfbedeckungen aufgesetzt, die uns allerdings deutlich schlechter stehen, als den Schmieden, Köchinnen und Bäuerinnen, die im Park ihr Handwerk zeigen. Leider spielt das Wetter bei unserem Besuch nicht so recht mit, sodass wir die vielen Aktivitäten gar nicht gebührend wahrnehmen können: Spaziergänge mit dem Imker, Stocherboottouren oder Ausflüge mit dem Traktor aufs Feld – im Écomusée kann man ohne Probleme einen ganzen Tag verbringen. Darüber hinaus gibt es viele Stationen und wechselnde Ausstellungen, bei denen man Spannendes über die Region erfährt. Die schnarchenden Schweine und um frische Kuhmilch bettelnden Enten haben es uns ganz besonders angetan. Écomusée d’Alsace // Chemin du Grosswald, Ungersheim.

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    {Parc du Petit Prince}

    Gleich nebenan hat 2014 ein Freizeitpark eröffnet, der sich ganz Antoine de Saint-Exupérys berühmten (Kinder-)Buch Der kleine Prinz widmet. Zwischen den beiden Parks führt ein 15-minütiger Fußweg durch idyllische Landschaft, doch bequemer ist es, die kostenlose Pferdekutsche zu besteigen, die zwischen beiden Einrichtungen hin- und herpendelt. Auch wenn die Lektüre des Buchs bei uns ziemlich lange her ist, kommen nach den Eintritt in den Park doch einige Erinnerungen hoch. Die vielen Begegnungen des kleinen Prinzen werden hier in Form von einzelnen Attraktionen nachgestellt. Sofort ins Auge sticht der große Heißluftballon, mit dem man sogar in die Luft steigen kann (der Park wurde vom Besitzer einer Heißluftballonfabrik erbaut). Leider ist der Wind zu stark und so müssen wir mit der „Aerobar des Trinkers“ vorliebnehmen, einer Bar, mit der man 35 Meter in die Höhe steigt und bei einem Drink den tollen Blick auf das Elsass und die Vogesen genießen kann. Insgesamt richtet sich der Park jedoch vor allem an (französische) Familien, die das Buch lieben. Alle anderen sollten sich überlegen, ob ihnen die (recht gemütliche) Reise ins Reich des kleinen Prinzen wirklich 20€ wert ist. Parc du Petit Prince // Ungersheim.

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    {Übernachtung}

    Übernachtet haben wir in Mulhouse im Hotel Kyriad, das vor allem aufgrund seiner zentralen Lage in der Fußgängerzone besticht. Ansonsten ist das Haus etwas in die Jahre gekommen und bietet den üblichen Standard eines 3-Sterne-Hotels. Wer sich dagegen etwas Besonderes gönnen möchte, sollte im bereits erwähnten Bed & Breakfast Peonia at Home ein Zimmer reservieren. Man merkt dem Haus und seinem japanischen Garten die Handschrift des Architekten an, der in den wenigen Zimmern und Appartements auf jedes Detail geachtet hat. Fast jede Ecke schmückt ein Kunstwerk, darunter viele Designklassiker und Originale von Le Corbusier. Besser und stilvoller lässt es sich in Mulhouse vermutlich nicht übernachten. Hotel Kyriad Mulhouse Centre // 15, Rue Lambert, Mulhouse & Peonia at Home // 48, Boulevard Léon Gambetta, Mulhouse.

    Hinweis: Mit diesem Beitrag nehmen wir am French City Award 2016 teil, der vom französischen Tourismusamt ausgerufen wurde. Herzlichen Dank an Atout France und Visit Mulhouse für die Einladung und Unterstützung. Unsere Meinung bleibt dabei, wie immer, unsere eigene.

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