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    Was bisher geschah: Februar 2017 – Käsekoma, Spirituosentrends & Münchens bestes Sushi

    Tulpen vor Fenster

    Der Februar war etwas launisch, schwankte von Schnee zu Tulpen und wieder zurück. So langsam haben wir das triste Wetter satt und freuen uns auf wärmere Tage und erste Biergartenbesuche – besonders, weil wir im letzten Monat eine so schöne Location am Tegernsee entdeckt haben. Welche das ist und wo wir sonst noch unterwegs waren, verrät der kulinarische Monatsrückblick:

    Unterwegs

    Say cheese: ein Abend umgeben von Schweizer Käse*

    Wer in den letzten drei Wochen unsere Kühlschranktür öffnen musste, bekam vermutlich einen kleinen Schock. Was dort so streng duftete, waren nicht etwa vergessene Essensreste, sondern Gruyère, Appenzeller und andere (teils etwas geruchsintensive) Käsesorten aus der Schweiz. Anfang Februar waren wir zu einem Schweizer Käse-Workshop eingeladen worden, um ein wenig mehr über die Käsevielfalt des Nachbarlandes zu erfahren – und natürlich (reichlich) Käse zu probieren. Für uns gehört Käse zu den Lebensmitteln, auf die wir nicht verzichten können. Dafür sollten wir aber zunächst nicht der Schweiz, sondern persischen Hirten danken. Denn die haben ihn erfunden. Als sie Milch in Kuhmägen transportierten, stellten sie irgendwann fest, dass sich daraus etwas noch viel Besseres entwickelte. Im Jahr 1115 hatte es die Nachricht bis in die Grafschaft Greyerz geschafft, wo der Gruyère erstmals schriftlich erwähnt wurde. Lange wurde Käse aus Haltbarkeitsgründen ausschließlich in den Bergen produziert, erst die Dorfkäserei im Emmental brachte den Durchbruch in niederen Lagen. Mittlerweile werden jährlich über 180.000 Tonnen Käse in der Schweiz produziert, wovon 10% in Deutschland landen – und wir sind daran vermutlich nicht ganz unschuldig. Bis heute wird viel davon in kleinen Dorf- und Almkäsereien hergestellt, die 95 offizielle Käsesorten hervorbringen.

    Ganz so viele Sorten waren es nicht, die wir beim Workshop probieren konnten, doch ich glaube, wir waren nah dran. Um den charakteristischen Geschmack von Gruyère, Tête de Moine, Belper Knolle & Co. zu erschmecken, wurden wir in die Kunst der Käsetellergestaltung eingewiesen und konnten gleich darauf das Erlernte umsetzen. Worauf es dabei ankommt? Auf eine möglichst ausgewogenen Zusammenstellung – von Hart- bis Weichkäse, von mild bis kräftig –, fruchtig-knackige Begleitung in Form von frischen Früchten, Früchtebrot oder Nüssen und natürlich den eigenen Geschmack. Seit der Veranstaltung (und der gut gefüllten Käse-Goodie-Bag) ist unser ohnehin schon ausgeprägte Käsekonsum noch einmal in die Höhe geschnellt und wird sich sicher bald auch in unseren Rezepten bemerkbar machen. (Steffen)

    Käsesorten Schweizer Käse Workshop München

    Happy Birthday: 15 Jahre Hard Rock Cafe München*

    Wir erschrecken immer ein wenig, wenn wir feststellen, wie lange wir schon in München wohnen (fast sieben Jahre!) und wie schnell seitdem die Zeit verflogen ist. Wie muss es da erst dem Hard Rock Cafe München gehen, das in diesem Jahr schon sein fünfzehnjähriges Bestehen feiert und sich seitdem erfolgreich Am Platzl gegen das Kleinimperium eines Ingwerliebhabers behauptet. Zum Finale des 15-tägigen Geburtstagsmarathons lud das Hard Rock Cafe im Februar zu einer pompösen Geburtstagsfeier ein. Mehr als 850.000 Burger wurden seit der Eröffnung 2002 gebraten – auch wir sind für den ein oder anderen verantwortlich –, da lag es nahe, auch bei der Geburtstagsparty Miniburger und andere Häppchen aufzufahren. Besonders gefreut haben wir uns über die kleine Gin-Bar von The Duke, die den Abend mit hervorragenden Zitrone-Mandel-Gin-&-Tonics unterstützten. Musikalisch begleitet wurde die Feier von einem Live-Konzert der Band LaBrassBanda, die eigentlich etwas abseits unseres Musikgeschmacks liegt, aber live ein wirklich tolles Set hingelegt hat. Weitere Eindrücke des Abends findet ihr hier (und wer genau schaut, entdeckt im Hintergrund vielleicht auch ein paar hungrige Münchner Blogger_innen). (Sabrina)

    Hard Rock Cafe München 15 Jahre Feier

    Entdeckt

    Neue Biersorten: Recap #7Tage7Biere

    In diesem Monat küren wir kein Bier des Monats – das wäre den ganzen anderen Sorten gegenüber, die wir im Rahmen unserer Instagram-Aktion #7Tage7Biere probiert haben, ja auch unfair. Als hätten wir bei der Braukunst Live! nicht schon genügend neue Biere kennengelernt, wuchs unsere „müssen-wir-unbedingt-mal-testen“-Liste nach der Aktion und den vielen Biersorten, die andere Teilnehmer_innen jeden Tag vorgestellt haben, ins Unermessliche. Britta hat sogar eine schöne Zusammenfassung ihrer Biere verbloggt, von denen wir alleine schon mehr als die Hälfte probieren möchten. Alle Biere, die während der Aktion vorgestellt wurden, findet ihr unter dem Hashtag #7Tage7Biere auf Instagram.

    Craft Beer Flaschen

    Finest Spirits: Auf der Suche nach den Spirituosentrends 2017*

    Auch in diesem Jahr waren wir auf der Finest Spirits im MVG Museum unterwegs, um uns durch die neuesten Trends der Spirituosenwelt zu probieren. Diesmal fiel es uns etwas schwerer, eine konkrete Richtung auszumachen, als in den Jahren zuvor. Viele Entwicklungen der letzten Jahre haben sich etabliert (No-Age-Statements und nichtschottische Herkunft beim Whisky oder Gin als glokaler Player), ein richtig großer neuer Trend will sich noch nicht so recht zeigen. Selbst der diesjährige Schwerpunkt der Messe – Liköre – war nicht so sichtbar wie erwartet. Dementsprechend haben wir diesmal eher einige Highlights aus verschiedenen Bereichen entdecken können.

    Finest Spirits Spirituosentrends München

    Beim Whisky hat mich vor allem die Bacalta Private Edition von Glenmorangie begeistert. Die Brennerei ist mir in den letzten Jahren immer mehr ans Herz gewachsen und diese sehr weiche, im Madeirafass gereifte Abfüllung trifft mit ihrer Balance zwischen Süße und Tannine genau meinen Geschmack. Da gute Fässer immer schwieriger zu bekommen sind, ließ Glenmorangie extra welche bauen, die dann zwei Jahre lang mit Madeira befüllt unter einem Wellblechdach in der Sonne lagerten, bevor sie nach Schottland verschifft wurden. Hat sich gelohnt, würde ich sagen!

    Glenmorangie Bacalta Whisky Finest Spirits

    Die schönsten Flaschen der Messe hat dafür Koval mitgebracht, eine Brennerei aus Chicago, die seit einigen Jahren mit verschiedenen Whiskeys experimentiert, aber auch zwei hervorragende Gins im Angebot hat. Mir gefällt allerdings ein Single Barrel Whiskey aus 100% Hirse besonders gut, der drei Jahre in den für die Brennerei typischen kleinen Fässern – damit lässt sich mehr Geschmack in den Alkohol bringen – gelagert wurde und schön mild und getreidig schmeckt.

    Koval Gin Flasche Finest Spirits

    Auch wenn es so scheint, als würde der Gin-Boom jeden Moment zerplatzen, hält der Trend weiterhin an und auch bei der Vielzahl an monatlich neu hinzukommenden Gins gibt es noch etwas zu entdecken. Momentum, zum Beispiel, denn die Münchner stellen einen Gin her, der u.a mit „Holy Basil“ – einem indischen Basilikum –, Oregano, Rosmarin und Thymian aromatisiert wurde. Diese Kombination schreit geradezu nach dem Fever Tree Mediterranean Tonic Water und zusammen mit einem Blatt Basilikum ergibt das ein recht ungewöhnliches Geschmacksprofil für einen Gin & Tonic. Was sind denn eure aktuellen Neuentdeckungen in Sachen Whisk(e)y, Gin & Co.? (Steffen)

    Momentum Gin Basilikum Finest Spirits

    Münchens bestes Sushi: Sushiya Sansaro

    Wiederentdeckt müsste es hier eigentlich heißen, denn das Sushiya Sansaro ist ein Restaurant, das uns seit unseren Anfängen in München begleitet und das wir trotzdem viel zu selten besuchen. Hier haben wir Sushi abseits des Laufbandes kennengelernt und sind auf den Geschmack weiterer Spezialitäten der japanischen Küche gekommen. Etwas versteckt im Innenhof der Amalienpassage findet man hier eine kleine gemütliche Oase. Die recht umfangreiche Karte zeigt Mut zur Experimentierfreude, gearbeitet wird mit sehr frischen und hochwertigen Produkten, was man den Speisen auch wirklich anmerkt. Bei der Vorspeise sind wir jedoch Gewohnheitstiere – der Spinatsalat Goma-ae (4,20 €) ist bei jedem Besuch Pflicht und mit einer Wakame-Suppe (4,80 €) kann man uns auch immer wieder glücklich stimmen. Besonders das vegetarische Sushi begeistert mich jedes Mal, denn hier denkt man weiter, als bis Gurke und Avocado. Hin und weg war ich diesmal von den Futomaki-Chumaki mit Gurke, Kanpyō, Shiitake, Takuan, Möhren und Eierstich (5,50 €) und ganz besonders von den würzigen Urumaki mit Miso-Aubergine (5,80 €), die ich nun dringend auch zu Hause ausprobieren möchte. Für uns ist und bleibt das Sansaro Münchens beste Anlaufstelle, wenn sich der Sushihunger meldet! Sushiya Sansaro // Amalienpassage 89, München. (Sabrina)

    Sushi München Sushiya Sansaro

    Pastrami an der Ecke: The Corner Deli Bar

    Wenn man sein erstes Pastrami-Sandwich im New Yorker Katz’s Deli gegessen hat, haben es andere Läden in puncto Geschmack und Atmosphäre schwer. Doch Sabine von Pastamaniac und ich wollten der neu eröffneten The Corner Deli Bar am Sendlinger Tor dennoch eine Chance geben. An der Ecke Müllerstraße neben dem Pimpernell verbirgt sich ein von außen eher unauffälliger Laden, der sich internationalem „Feel good food“ verschrieben hat. Innen wartet eine Handvoll Tische sowie eine kleine Bar – wahrscheinlich möchte man von den Nachtschwärmern des Glockenbachs profitieren. Der Blick auf die Getränkekarte ist allerdings eher abschreckend – zu unoriginell und teuer, um nur wegen der Drinks herzukommen. Dann doch lieber etwas Handfestes. Auf der Karte finden sich in erster Linie Sandwiches (ab 6 €), dazu ein paar Suppen und Salate. Wir wollen (natürlich!) die Pastrami-Variante (9,50 €) probieren, obwohl sich auch der Rest sehr gut liest. Recht fix landen zwei Teller mit Pastrami, Sauerkraut und hausgemachten Pickles auf dem Tisch. Das Fleisch ist zart, saftig und ordentlich würzig, und auch das Brot ist recht luftig. Die Portionsgröße geht in Ordnung, bewegt sich aber eher am unteren Ende dessen, was ich sonst als Abendessen brauche und für den Preis erwarten würde. Platz für Nachtisch wäre auf jeden Fall noch, z.B. für ein Stück Kuchen (gebacken von den Kuchentratsch-Omis und -Opis). Eine schöne Bereicherung für die Gegend, gerade wenn es etwas Schnelles sein soll und der Sinn gerade nicht nach Döner oder Pizza steht. The Corner Deli Bar // Müllerstr. 54, München. (Steffen)

    Pastrami-Sandwich The Corner Deli Bar München

    Zu Gast am Tegernsee: Gut Kaltenbrunn*

    Eigentlich ist es im Februar noch etwas früh, um einen Ausflug an den Tegernsee zu unternehmen. Schließlich verbinden wir mit dem See Sommeraktivitäten wie Tretbootfahren, Wandern oder im Biergarten der Käserei sitzen und Käsespätzle essen. Doch da das Gut Kaltenbrunn den Münchner Foodbloggerstammtisch nach Gmund eingeladen hat, machen wir uns an einem frostigen Montagabend auf in Richtung Süden. Vom Bahnhof Gmund aus erreicht man das Gut zu Fuß in 10-15 Minuten – es sei denn, man ist mit einer Truppe Blogger_innen unterwegs und muss mehrmals anhalten, um den pittoresken Blick auf den Tegernsee zu fotografieren. Denselben Anblick können wir auch kurze Zeit später noch einmal bewundern, als wir auf der Terrasse von Gut Kaltenbrunn stehen und uns schon jetzt fragen, warum wir es bisher nie an die Nordseite des Sees geschafft haben. Das Wasser, die Lichter der Orte am weit entfernten Ufer und die Berge mit ihren schneebedeckten Gipfeln schinden ordentlich Eindruck, noch bevor wir den Rest des Hauses zu Gesicht bekommen.

    Gmund Gut Kaltenbrunn Käfer Essen

    Die Geschichte des Gutes reicht bis ins 15. Jahrhundert zurück, heute gehört der Gebäudekomplex zu Feinkost Käfer, die dort ein Restaurant mit Biergarten betreiben und eine Vielzahl an imposanten Räumen für Veranstaltungen bereithalten. Besonders gespannt sind wir natürlich auf die Küche, die sich für diesen Abend ein spezielles Menü hat einfallen lassen. Schön ist auch die Flexibilität hinsichtlich vegetarischer und veganer Wünsche, die die Küche bei der Zusammenstellung des Menüs beweist. Dass trotzdem Gelatine in der – geschmacklich sehr feinen – Brokkolimousse landete, war womöglich ein Versehen. Die reguläre Karte bietet eine Auswahl an bayrischen Klassikern und zudem eine saisonale Ergänzung, auf der etwas ausgefallenere Gerichte dominieren. Die Steckrübensuppe mit Entenbrust (8 €) ist perfekt abgeschmeckt und beide Komponenten harmonieren schön miteinander. Beim Seesaiblingsfilet (24,50 €) kann insbesondere die krosse Haut überzeugen, für den Dillschaum hätte ich mir dagegen etwas mehr Kräuteraroma gewünscht. Zum Abschluss bekommen wir noch eine Pfanne mit einer riesigen Portion des legendären Kaiserschmarrns (13,50 €), der genauso ist, wie er sein sollte: fluffig, leicht karamellisiert und begleitet von zimtigem Zwetschgenröster und Apfelkompott. Satt und müde geht es spät am Abend wieder zurück nach München, und wir sind uns sicher, dass uns einer unserer Sommerausflüge noch einmal zum Gut Kaltenbrunn führen wird. Gut Kaltenbrunn // Kaltenbrunn 1, Gmund. (Steffen)

    Gmund Gut Kaltenbrunn Käfer Essen

    Lesenswert

    Politics of Food

    Zwei interessante Texte, über die wir gestolpert sind, beschäftigen sich mit eher politischen Aspekten des Essens und des Redens und Schreibens darüber. In einem ausführlichen Interview erzählt die Kochbuchautorin und Gewinnerin der 2013er-Staffel von „Great British Bake Off“ Ruby Tandoh davon, was es heißt, über Essen zu schreiben, aber auch warum politische und soziale Themen für sie gerade bei diesem Thema wichtig sind. Tobias Blanken bewegt dagegen die Frage, wer es sich eigentlich leisten kann, „gut“ zu essen, was das Engelsche Gesetz ist und warum Sarah Wiener keine Ahnung hat, wenn sie über Ernährungsgewohnheiten redet. (Steffen)

    Fotocredits: Foto mit Tulpen: Colin Maynard via Unsplash; Foto des Pastrami-Sandwiches: Sabine Sikorski von Pastamaniac.

    Hinweis: Zu den mit Sternchen (*) markierten Veranstaltungen wurden wir freundlicherweise eingeladen – wie immer bleibt unsere Meinung davon unberührt.

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    Getrunken, München

    Make beer great again! Braukunst Live! 2017: Biertrends und unsere Favoriten

    Braukunst Live 2017 Biertrends Make beer great again Feed me up before you go-go

    Der erste Stand am Eingang der diesjährigen Braukunst Live! ist dem 500-jährigen Jubiläum des Reinheitsgebots gewidmet. Ganz schön mutig, sich hier zu präsentieren, ist das Lebensmittelgesetz doch für viele der anwesenden jungen Brauereien ein rotes Tuch und die Kombination von Wasser, Malz, Hefe und Hopfen für die meisten mehr Ausgangspunkt als Richtlinie. Gerade kleine Brauereien reizen die Grenzen dessen, was vor zehn Jahren in Deutschland üblicherweise unter Bier verstanden wurde, immer weiter aus. Die Münchner Biermesse Braukunst Live! trägt diesem Innovationsgedanken verstärkt Rechnung – erstmals gibt es mit The Lab eine gesponserte Ausstellungsfläche für fünf junge, innovative Unternehmen, die sich sonst noch keinen eigenen Stand leisten könnten. Überhaupt merkt man den Betreibern die Bemühungen an, den Spagat zwischen Publikumsmesse und Angeboten für den harten Kern der Craft-Beer-Szene wieder deutlich stärker zu schaffen. Dementsprechend breit ist das Angebot – von international agierenden Schwergewichten über mittelständische Brauereien bis hin zu winzigen Anbietern, die gerade erst den Sprung vom Homebrewing gewagt haben. Read more

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    Augsburg, Deutschland, Gegessen, Gereist, Geteilt, München

    Was bisher geschah: Januar 2017 – Cocktailtrends, Frühstücken in München & Grappakartoffeln

    Tannen im Nebel Großarl Österreich Feed me up before you go-go

    Nach einem Dezember, den wir am liebsten übersprungen hätten, startete das neue Jahr recht unspektakulär mit Erkältungspingpong und Kochunlust. Rückblickend ist es erstaunlich, dass wir in der zweiten Monatshälfte offenbar deutlich mehr unterwegs waren als gedacht. Wir haben einige neue (und alte) Restaurants entdeckt, uns in Bars herumgetrieben und noch einmal einen Beitrag fürs ZDF gedreht – genügend Stoff also für den Monatsrückblick! Read more

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    Berlin, Deutschland, Gegessen, Geteilt, München

    Was bisher geschah: November 2016 – Bloggeburtstag mit Jamie Oliver und amerikanischem Frühstück

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    November, der Geburtstagsmonat. Nicht unser eigener, aber trotzdem der eines Quasi-Familienmitglieds: Der Blog ist vor gut zwei Wochen heimlich, still und leise fünf Jahre alt geworden und somit im besten Alter, um aufmüpfig zu sein. Wir sind gespannt, was er sich einfallen lässt und harren der Dinge, die da kommen. An dieser Stelle aber vor allem ein riesiges DANKESCHÖN an euch, dass ihr es schon fünf Jahre mit uns aushaltet, hier immer wieder reinklickt, mitlest, kommentiert und nachkocht. Darüber freuen wir uns noch so sehr wie am ersten Tag (okay, blödes Beispiel – damals hat hier vermutlich überhaupt niemand reingeschaut und kommentiert, aber ihr wisst schon wie das gemeint ist)! Genauso freuen wir uns immer noch über das, was sich durch den Blog in den letzten Jahren ergeben hat – Freundschaften, Bekanntschaften, Begegnungen und vieles mehr. Dass so ein kleines Internetding mal so viel Auswirkung auf unser Privatleben haben würde, hätten wir vor fünf Jahren nie gedacht. Wir lassen uns überraschen, was das nächste Jahr für den Blog bereithält und freuen uns, wenn ihr uns weiterhin begleitet.

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    Deutschland, Gegessen, Gekauft, Gereist, Getrunken, Ulm

    Grabenhäuschen, Gin & Löwenmensch: Ein (nicht nur kulinarischer) Streifzug durch Ulm

    Ulm-Food-and-City-Guide-Feed-me-up-before-you-go-go

    Oft liegt das Gute so nah, und nah heißt in diesem Falle Ulm. Von München gerade einmal 155 km entfernt und somit in gut 1,5 Stunden mit dem Auto erreichbar, wurden das baden-württembergische Städtchen Ulm und seine bayrische Schwester Neu-Ulm bisher von uns sträflich vernachlässigt. Ein grober Fehler! Schon nach ein paar Stunden in der Stadt wird uns klar, dass Ulm ungeahnte Kurzurlaubsqualitäten besitzt – quasi ein Naherholungsgebiet für gebeutelte Großstädter_innen aus der näheren und weiteren Umgebung.

    Ein ganzes Wochenende verbringen wir in der schönen Stadt an der Donau, von der wir bislang nur wussten, dass sie den höchsten Kirchturm der Welt beheimatet. Höchste Zeit also, unsere Ulm-Kenntnisse zu vertiefen, und das tun wir am besten mit einer Stadtführung. Read more

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    Gegessen, Gereist, Getrunken, München

    RiminiRimini – eine Adria-Brise weht durch München

    RiminiRimini_Eataly_Schrannenhalle-1

    Dass München die nördlichste Stadt Italiens ist, wissen wir längst. Doch dass nun mitten in Münchens Innenstadt auch ein adriatisches Herz schlägt, mag einigen vielleicht noch nicht bekannt sein. Seit letzten Freitag bereichert RiminiRimini die Stadt – ein neues Pop-up-Restaurant, das sich den Spezialitäten aus der Emilia-Romagna verschrieben hat und einen Hauch Dolce Vita rund um den Viktualienmarkt versprüht. Und wo wäre so ein Restaurant besser aufgehoben als im Eataly – dem italienischen Feinkostmarkt in der Schrannenhalle? Read more

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    Gegessen, Gekauft, Gereist, Getrunken, Ulm

    Zwischen Hahnhoden & Balkan-Pop: das Internationale Donaufest in Ulm

    Ulm Internationales Donaufest 2016 Feed me up before you go-go-6

    Wir sind absolut keine Stadtfest-Typen! Schuld daran ist wohl das Aufwachsen in der mittelhessischen Provinz, in der sich kulturelle Highlights besonders in den jährlich wiederkehrenden und mit zunehmenden Alter immer unerträglicher werdenden Stadtfesten manifestierten. Drittklassige Coverbands mit den durchgenudelsten Hits von vorgestern, heute und übermorgen, Gymnastikeinlagen des Turnvereins Hintertupfingen und verkokelte Bratwurstmeter versprühen einen Charme, dem wir bis heute ziemlich gut widerstehen können. Auch die Tatsache, dass wir während des Studiums mitten in der Marburger Fußgängerzone wohnten und an Festtagen Panflöten-Trios mit vier-Lieder-Sets in Endlosschleife direkt unter unserem Fenster ertragen mussten, ließ uns und Stadtfeste keine Freunde werden.

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    Ulm Internationales Donaufest 2016 Feed me up before you go-go-7

    Man verzeihe uns also, dass wir eine ordentliche Portion Skepsis im Gepäck haben, als wir Anfang Juli für ein Wochenende nach Ulm reisen. Denn man hat uns nicht nur eingeladen, die Stadt kennenzulernen, sondern auch das Internationale Donaufest zu besuchen. Gespannt, was uns erwarten würde, beziehen wir zunächst unser Hotel in Neu-Ulm. Als wir die Fenster öffnen, wird klar, warum wir im Golden Tulip Parkhotel untergebracht sind – näher am Donaufest könnte man wirklich nicht wohnen, wir sind quasi mitten im Geschehen: Die Donau zum Greifen nah, Essensgerüche in der Nase, rund ums Flussufer Stände und direkt vor dem Fenster eine Band, die sich für ihren Auftritt bereitmacht. Es scheint, als wäre es Zeit, unser Stadtfesttrauma zu überwinden und uns ins Donaufest zu stürzen!

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    Seit 1998 findet das Internationale Donaufest im Zwei-Jahres-Turnus statt und bringt die zehn Länder, durch die sich der zweitlängste Fluss Europas schlängelt, ganze zehn Tage lang im Sommer in den Schwesterstädten Ulm und Neu-Ulm zusammen. Dabei steht nicht nur das Feiern im Vordergrund, sondern auch der kulturelle, künstlerische und kulinarische Austausch über Ländergrenzen hinweg und das gegenseitige Kennenlernen. Zunächst müssen wir allerdings eine Ländergrenze anderer Art überwinden und vom bayrischen Neu-Ulm ins baden-württembergische Ulm wechseln. Wir könnten natürlich zu einer der vielen Brücken laufen, doch wir sind faul und finden eine viel bequemere (und aufregendere) Möglichkeit: Gemächlich schiebt sich eine Solarfähre von Flussufer zu Flussufer (1€) und gleich nebenan sind die Zillenfahrer_innen am Werk, die die Gäste des Festes gegen ein Trinkgeld in kleinen Ruderbooten – den traditionellen Ulmer Zillen – auf die andere Seite der Donau befördern.

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    Ulm Internationales Donaufest 2016 Feed me up before you go-go-10

    In Ulm angekommen bahnen wir uns den Weg durch die immer zahlreicher werdenden Besucher_innen. Es ist Freitagabend, herrlichstes Sommerwetter – beste Voraussetzungen also für ein Abendessen im Freien. Beim Schlendern über den Markt der Donauländer dringen so viele unterschiedliche Gerüche zu uns, dass wir uns kaum entscheiden können, welches Land unser Abendessen servieren darf. Im Gegensatz zu anderen Stadtfesten ist die Auswahl der angebotenen Speisen auf dem Donaufest äußerst abwechslungsreich – so bieten die teilnehmenden Donauländer typische Landesspezialitäten an, die man sonst außerhalb der Landesgrenzen vermutlich eher selten probieren kann. Es gibt Gulasch in zahlreichen Varianten, deftige Fleischgerichte, Fischsuppe im Brotlaib, Holzofen-Burger, vegetarische Dinnele, Palatschinken und mehr. Bestimmendes kulinarisches Thema des Festes ist jedoch ein ungarisches Hahnhodengulasch, das angeblich „nicht so schlimm wie erwartet“ schmecken soll – keine allzu verlockende Beschreibung des Abendessens, also ziehen wir weiter und landen vor einem Stand mit regionalen Spezialitäten aus Bulgarien. Bulgarische Pommes mit sehr viel Knoblauch und geriebenem Schafskäse sollen es sein, dazu eine Banitza – ein gefüllter Teigfladen mit Ei, Käse und Joghurt. Ein paar Stände weiter greift der Mann noch einen Teller Lamm vom Spieß mit Mangold-Kräuter-Pesto und Kartoffeln auf und zeigt sich überrascht ob der hohen Qualität des Essens. Schön sind die vielen Sitzmöglichkeiten, die das Fest bietet – überall entlang des Marktes findet man Bänke und Tische zum Niederlassen. Besonders nett ist es im „Weindorf“, in dem, wie der Name vermuten lässt, Weine aus unterschiedlichen Anbaugebieten angeboten werden und zwischen Ständen und Bühnen immer wieder kleine Sitznischen zum Verweilen einladen. Und wer keinen Sitzplatz finden sollte, nimmt sein Essen einfach mit ans Flussufer und kühlt beim Essen und Weinschlürfen die müden Füße in der Donau.

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    Auch in den nächsten Tagen zieht es uns noch einige Male auf das Donaufest – vielleicht liegt’s am guten Wetter (oder am Wein??), aber die Atmosphäre am Fluss ist so einladend und entspannt, dass selbst wir Gefallen am Stadtfest finden. Jedes Fest sollte sich wohl einen Fluss „besorgen“! Wir schlendern gemütlich über den Markt – auch dort zeigt sich die Vielfalt der Kulturen der Donau-Anrainerstaaten in einem abwechslungsreichen Angebot an Kunsthandwerk und Kulinarik: Handgefertigtes wie Keramik, Schmuck, Kleidung & Co. wechseln sich ab mit Honig, Baumstriezeln, Marzipanbällchen und anderen Spezialitäten aus dem Donauraum. Untermalt wird unser Bummel von traditioneller Musik, Jazzklängen und Balkan-Beats, die von den unterschiedlichen Bühnen zu uns vordringen.

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    Zu den Ständen gesellt sich während der zehn Tage ein umfangreiches Begleitprogramm mit Konzerten, Theatervorführungen, wissenschaftlichen Vorträgen, literarischen Abenden und Workshops. Leider verpassen wir das erstmals stattfindende Brückenfrühstück, bei dem Ulmer Bürger_innen und Vereine am letzten Tag des Festes jeweils die Patenschaft über einen Tisch übernehmen und auf der Herdbrücke Gäste bewirten. Eine schöne Idee, die hoffentlich zu einer regelmäßigen Veranstaltung wird. Ordentlich gefeiert wird auch der letzte Abend des Festes mit einem bombastischen Feuerwerk über der Donau. Wir suchen uns einen Platz am Neu-Ulmer Ufer, um so die explodierenden Farben vor der Kulisse des Ulmer Münsters und der Altstadt vor uns zu haben. Belohnt werden wir mit einem der gigantischsten Feuerwerke, die wir bisher erlebt haben. Ein letztes Mal laufen wir über den Markt zu unserem Hotel, ein Gläschen Wein in der einen Hand, Zimt-Baumstriezel in der anderen. Stadtfestversöhnt und mit Balkan-Pop im Ohr schlafen wir ein. Und wer weiß, vielleicht sehen wir uns in zwei Jahren zum Donaufest wieder – das Brückenfrühstück müssen wir ja schließlich noch nachholen!

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    Ulm Internationales Donaufest 2016 Feed me up before you go-go-15

    Ganz herzlichen Dank an Ulm/Neu-Ulm Touristik, das Internationale Donaufest und die ARGE Deutsche Donau für die Einladung zu diesem schönen Wochenende! Unsere Meinung bleibt dabei, wie immer, unsere eigene.

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    Gereist, Getrunken, München

    Craft, lokal und hochprozentig – die neuesten Trends der Finest Spirits 2016

    Finest Spirits Messe 2016 Whisky Gin Rum Moonshine Feed me up before you go-go-2

    Das Jahr der Münchner Alkoholliebhaber_innen beginnt nicht am 1. Januar (da ist man vermutlich eher damit beschäftigt, dem Hochprozentigen abzuschwören), sondern an einem Wochenende im Februar. Dann öffnet im MVG-Museum die Spirituosenmesse Finest Spirits ihre Pforten und über 100 Aussteller präsentieren die neusten Trends zum Thema Whisky, Gin & Co. In diesem Jahr waren wir das erste Mal zu zweit auf der Messe unterwegs, und da Sabrina keine Whiskytrinkerin ist, haben wir den Fokus diesmal stärker auf andere Spirituosen gelegt. Denn obwohl auf der Messe immer viele Single Malts und Bourbons angeboten werden, sind die drei Tage längst nicht mehr nur ein Treffen für Whiskyfans. Dementsprechend ließ uns der immer noch anhaltende Gin-Boom auch 2016 noch neue Entdeckungen machen und wir stellten fest, dass Rum als Ersatz für die immer teurer werdenden Single Malts dabei ist, sich einen dauerhaften Platz in den Sprituosensammlungen zu sichern. Nicht ganz warm geworden sind wir dagegen mit der Schwerpunktspirituose Wodka. Da fehlt uns für den puren Genuss die Abwechslung (wobei uns die neue Kartoffelvariante von Windspiel gut geschmeckt hat) – aber zum Glück gibt es ja noch Cocktails, und in dieser Form konnte uns der klare Schnaps dann doch für sich gewinnen.

    Finest Spirits Messe 2016 Whisky Gin Rum Moonshine Feed me up before you go-go-9

    Wie in jedem Jahr betreute Richi Link (vormals Wasserwerk, jetzt Juleps) zusammen mit seinen Kollegen die Finest-Spirits-Bar, wo er perfekte Varianten verschiedener Cocktailklassiker zubereitete und uns vor allem mit seinen ganz besonderen White Russians überzeugen konnte. Das Geheimnis war neben dem hochwertigen Beluga-Wodka zum einen die Sahne. Leicht angeschlagen sorgte sie für ein tolles Mundgefühl und machte den Drink gleich noch viel runder. Zum anderen wurden die Drinks mit Macadamia- bzw. Toncabohnensirup gesüßt, was ihnen den letzten Schliff verlieh. Ordentlich süß, aromatisch und supercremig – da sehnt man sich sofort den Bademantel herbei. Die White Russians waren für uns natürlich nicht das einzige Highlight der Finest Spirits.

    Wir haben für euch unsere hochprozentigen Entdeckungen der Messe zusammengefasst:

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    Whisky

    Beim Whisky setzen sich jene Trends fort, die auch schon im letzten Jahr zu beobachten waren: Single Malts ohne Altersangabe und aus anderen Ländern als Schottland bevölkerten die Stände zwischen den alten Straßenbahnen. Wer aktuell im Bereich alter Whiskys noch Schnäppchen schlagen will, muss echte Trüffelschweinqualitäten besitzen oder eben bereit sein, auch mal etwas mehr Geld in die Hand zu nehmen. Andererseits sorgt die Knappheit in den Lagerhäusern auch dafür, dass sehr gute Tropfen auf den Markt kommen, die sich eben nicht nur über die zweistellige Zahl auf der Flasche definieren. Am Stand des langjährigen Premiumpartners Andrea Caminneci konnten wir beispielsweise den Spey Tenné von der Speyside Distillery probieren, einen sehr gelungenen Einsteigerwhisky mit Portwein-Finish und ohne Altersangabe (wobei uns versichert wurde, dass jedes verwendete Fass mindestens acht Jahre auf dem Buckel hat). In der Nase kitzelt der Spey Tenné ziemlich fruchtig – dunkle Beeren und Trockenfrüchte –, im Geschmack dann relativ scharf alkoholisch, aber immer noch mit genügend Portwein- und Eichennoten, um den Alkohol einzubinden. Mir hat er auf jeden Fall Lust auf die anderen Flaschen der kleinen Brennerei aus der Speyside gemacht.

    Finest Spirits Messe 2016 Whisky Gin Rum Moonshine Feed me up before you go-go-6

    Eine gute Möglichkeit weiterhin an besondere Flaschen zu kommen, sind natürlich die jeweiligen Clubs der großen Whiskymarken. Wer sich dort anmeldet, bekommt regelmäßig Angebote für (natürlich trotzdem nicht ganz günstige) Sondereditionen, die es meistens nicht auf den freien Markt schaffen. Gut, dass es die Finest Spirits gibt, auf der dann solche ausverkauften Flaschen am Stand stehen und probiert werden können. Bei Glenmorangie hat mich beispielsweise die letzte Private Edition Milsean in ihrer schönen rot-weißen Flasche sehr begeistert, in der sich ein süß-herber, im Rotweinfass gefinishter Single Malt befindet.

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    Rum

    Zuckerrohrspirituosen waren schon bei der letzten Finest Spirits ein großes Thema. In diesem Jahr hatten wir die Gelegenheit, uns beim Bremer Spirituosen Contor durch die Vielfalt verschiedener Rumsorten zu probieren. Aufgrund der hohen Temperaturen in der Karibik ist der Angels‘ Share bei der Lagerung von Rum ziemlich hoch, dementsprechend sind die verfügbaren Sorten längst nicht so alt, wie vergleichbare Single Malts. Aber wer Glück hat und mal die Gelegenheit, einen 18- oder 21-jährigen Rum probieren zu können, sollte sich das nicht entgehen lassen. Die Aromen werden komplexer, der Alkohol weicher und zum Mixen sind diese Flaschen definitiv viel zu schade. Spannend war auch zu sehen, wie sehr sich der Charakter verschiedener Inseln herausriechen und -schmecken lässt. Hier war beispielsweise der Six Saints von der kleinen Insel Grenada ein tolle Überraschung. Wer Bananen und Papaya mag, muss diesen Rum probieren!

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    Gin & Tonic

    Beim Gin hatten wir den Eindruck, dass vor allem ein Wettbewerb besteht, in dem sich alles darum dreht, immer unbekanntere Botanicals in den Gin zu bekommen. Jeder neue Gin-Produzent versucht in der eigenen Umgebung eine Pflanze zu finden, die bisher noch nicht verwendet wurde und baut darum dann sein Marketing auf. Ob Sellerie oder Alpenkräuter – zum jetzigen Zeitpunkt scheint die Natur noch einiges herzugeben. Mal schauen, wie lange der Markt das noch mitmacht und welche Start-ups in drei bis vier Jahren immer noch Gin produzieren. Allerdings konnte man uns auch in diesem Jahr wieder überraschen – mit ungewöhnlichen Zutaten im Glas. Wir waren überrascht, als uns am Stand von Weinwelt Gin & Tonics mit Salzpopcorn und Paprika angeboten wurden. Gerade die Kombination mit salzigem Popcorn zum Roner Z44-Gin aus Südtirol passte perfekt. Die leicht buttrige Salznote sorgt für ganz neue Geschmacksexplosionen im Mund. Ebenso interessant war die Erfahrung, eine scharfe Paprika einmal kurz durchs Glas gezogen zu bekommen. Schon wenige Momente hinterlassen im Drink eine leichte Schärfe und Würze. In Zukunft müssen wir also noch stärker experimentieren, wenn es ans Mixen geht!

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    Craft & lokal

    Immer mehr kleine Start-ups drängen auf den Sprituosenmarkt und versuchen Lücken zu finden, die noch nicht besetzt sind. Aktuell scheint genau das in Deutschland mit Moonshine versucht zu werden. Moonshine war eigentlich ein illegal gebrannter Schnaps in den USA, ist heute aber auch eine Bezeichnung für oft ziemlich süße Liköre mit verschiedenen Geschmacksrichtungen. Klassischerweise wird Moonshine in Mason Jars verkauft (so war es früher einfacher, den Selbstgebrannten zu schmuggeln), was marketingtechnisch aber auch ganz schlau ist, sieht das Getränk so doch gleich ganz fesch aus und versprüht einen gewissen Retro-Charme. Probiert haben wir u.a. den Moonshine von O’Donnell, deren Bratapfelvariante uns ziemlich begeistert hat und dessen schnieke Ausgießer übrigens stilecht in der JVA Vechta hergestellt werden.

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    Ebenfalls aus Berlin kommt der Wood N Wodka, bei dem der etwas farblosen Spirituose durch die Zugabe von Rauch (die Flaschen werden wirklich erst mit Rauch gefüllt, dann kommt der Wodka dazu und alles wird verschlossen) eine interessante neue Note verliehen wird. Gerade experimentiert man mit verschiedenen Holzsorten, da wäre also noch Platz für viele neue Geschmackserlebnisse. Eine große Zukunft wäre der Mischung Wood N Wodka und Club-Mate zu wünschen, denn die Kombination passt wie die Faust aufs Auge.

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    Ebenfalls ganz frisch auf dem Markt sind die Jungs von Weissbrand Distilling, die mit Birds einen Weinbrand aus Weißwein und zwölf Botanicals hergestellt haben. Weissbrand nennen sie das Zeug, für das je 0,5-l-Flasche zehn Liter Riesling notwendig sind. Pur ist der Geschmack der Spirituose etwas gewöhnungsbedürftig, aber nach Auskunft der jungen Erfinder, zielt man sowieso stärker auf die Barszene und damit auf eine Verwendung in Cocktails ab. Testen konnten wir das gleich mit dem neuen Green Monaco, dem Herbal Tonic von Aqua Monaco (das auch pur ein Knaller ist). Wirklich tolle Kombi, könnte unser Sommerdrink werden! Und der Preis für die schönste Flasche der Messe geht ohnehin an Birds.

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    In München beheimatet, aber bisher schändlicherweise völlig an uns vorbeigegangen, ist Grimm Spirit, die verschiedene Liköre auf den Markt gebracht haben. Neben Holly Van, einem leckeren Holunderblütenlikör mit Madagaskar-Vanille hat die Bar-Manufaktur den wohl besten Haselnusslikör am Start, den wir je probiert haben: Natali – flüssiges Nutella, nur viel besser! Auch ihr Rumlikör Affengeil kann überzeugen. Die Basis des Likörs bilden Jamaika-Rum und Pedro Ximénez-Sherry aus Spanien, die dann mit Gewürzen wie Zimt, Vanille, Pfeffer und Kardamom verfeinert wird. Recht süß, aber komplex, würzig und lecker. Verliebt haben wir uns auch direkt in das hübsche kupferfarbene Barzubehör, das die Manufaktur vertreibt – besonders der French Copper Shaker ist ein Traum!

    Das waren unsere Eindrücke von der Finest Spirits – einen besseren Start ins #Alkoblogger-Jahr hätten wir uns kaum wünschen können. Was sind denn eure aktuellen Favoriten und Geheimtipps auf dem Feld der Schnäpse und Liköre?

    Vielen Dank an storykitchen für die Einladung zur Messe. Unsere Meinung bleibt davon, wie immer, unberührt.

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