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Beelitz, Deutschland, Gegessen, Gereist

Ausflug ins Berliner Umland: Spargelstadt Beelitz, Heilstätten und Natur erleben im Fläming

Tipps für Beelitz und den Fläming: Blankensee

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Auch wenn man in Berlin wirklich einiges unternehmen kann, lohnt sich immer ein Blick auf die Ausflugsziele in der Umgebung. Schon knapp hinter der Stadtgrenze bietet Brandenburg tolle Gelegenheiten, um lange und kurze Wochenenden oder einen freien Tag abseits der Großstadt zu verbringen. In und um die im Fläming gelegene Spargelstadt Beelitz finden sowohl Familien als auch Ausflügler*innen ohne Kinder ein abwechslungsreiches Angebot – vom saisonalen Spargelerlebnis und Naturerkundungen in der Umgebung bis zum Lauf über Glasscherben und Tannenzapfen im Barfußpark, Spaziergängen über den Dächern der Beelitzer Heilstätten und – ganz aktuell – einem Besuch im Blütenmeer der Landesgartenschau 2022.

Der Fläming – eine vielseitige Kulturlandschaft südwestlich von Berlin

Namensgebend für die Region im südwestlichen Brandenburg und östlichen Sachsen-Anhalt ist übrigens ein Höhenzug – der Fläming –, der sich von Magdeburg bis zur Dahme zieht. Rund um diesen Höhenzug hat sich ein Kulturraum entwickelt, der mit seinen Hügellandschaften, Naturparks und historischen Orten ein beliebtes Ausflugsziel südlich von Berlin ist.

Das inmitten des brandenburgischen Spargelanbaugebiets gelegene Beelitz ist der perfekte Ausgangspunkt, um den Fläming zu entdecken. Gerade mal eine Stunde braucht man mit der Regionalbahn vom Berliner Hauptbahnhof bis nach Beelitz Stadt oder Beelitz-Heilstätten – perfekt also für einen Ausflug mit dem 9-Euro-Ticket. Dank der Lage an der Autobahn ist die Anreise mit dem Auto genauso fix. Knappe 50 km sind es von der Berliner Stadtmitte bis in die Spargelstadt. Und selbst mit dem Fahrrad ist die Strecke schaffbar, dabei folgt man einfach dem Radweg Deutsche Einheit, der u. a. ganz idyllisch am Wannsee, Templiner See und Schwielowsee entlangführt.

All you can Spargel: Spargelstadt Beelitz

Schon das Ortsschild von Beelitz macht deutlich, wo wir gelandet sind: in DER Spargelstadt schlechthin. Wir laufen ein paar Meter in den Ort hinein und merken: Die meinen das wirklich ernst. Unzählige Spargelskulpturen im Stadtgebiet, ein Spargelrundweg, Spargel-Specials auf den Speisekarten der Restaurants, ein stadteigenes Maskottchen namens Spargelino, sogar Bänke und Spielplätze sind ganz dem Spargelthema gewidmet. Selbst in die Blumendeko der Stadtpfarrkirche St. Marien und St. Nikolai, die im Rahmen der Blumenschau der LAGA alle zwei Wochen umgestaltet wird, haben sich bei unserem Besuch einige Spargelstangen eingeschlichen. Dass der Spargel hier im Frühling die Hauptrolle spielt, ist unübersehbar. Nach der Spargelsaison locken im Sommer übrigens Heidelbeeren und im Herbst Kürbisse die Besucher*innen in die Region.

Spargelskulpturen in der Spargelstadt Beelitz Brandenburg

Spargelspielplatz in der Spargelstadt Beelitz Brandenburg

Spargelhaus und Spargelbänke auf der Landesgartenschau in Beelitz

Blumendeko mit Spargel in der Beelitzer Kirche bei der Blumenschau der Landesgartenschau

Der mittelalterliche Ortskern von Beelitz mit seinen denkmalgeschützten Gebäuden und Backsteinhäusern ist malerisch, aber überschaubar. In der Altstadt rund um die Kirche gibt es einiges zu entdecken: Während der Landesgartenschau findet hier ein opulenter Regional- und Grünmarkt statt, auf dem Pflanzen, Weidenkörbe und viele andere Produkte aus Brandenburg angeboten werden. Wer nicht genug vom Spargel bekommt, besucht am besten das Spargelmuseum, alle anderen starten den Ausflug mit einem ausgiebigen Frühstück.

Blumendeko vor der Stadtpfarrkirche Beelitz

Regionalmarkt vor der Beelitzer Kirche

Frühstück im Café Alte Wache 1903

Mitten in der Beelitzer Altstadt, direkt gegenüber der Kirche, versorgt das Café Alte Wache 1903 Hungrige mit opulentem Frühstück, gutem Kaffee und hausgemachtem Kuchen. Betritt man das niedliche Café mit nostalgischem Charme, das einst eine Feuerwache war, befindet man sich inmitten eines kleinteiligen Sammelsuriums aus vergangenen Tagen. Überall ein bisschen Trödel, ein paar Überbleibsel aus Omas Küchenschrank und eine Prise Goldrand-Bling-bling. Serviert wird das Frühstück auf liebevoll angerichteten Etageren und Platten, viele kleine Schüsselchen mit Rührei, Aufstrichen und Marmeladen bedecken den ganzen Tisch. Fast schon schade, dass das Frühstück so üppig ausfällt, zu gerne hätten wir noch einen der hausgemachten Kuchen probiert, die uns aus der Vitrine anlachen. Beim nächsten Mal dann! Bevor man weiterzieht, sollte man der Toilette des Cafés unbedingt einen Besuch abstatten – so viel zu sehen bekommt man selten auf dem stillen Örtchen.
Café Alte Wache 1903 // Kirchplatz 2, Beelitz.

Café Alte Wache 1903 in Beelitz

Frühstück im Café Alte Wache 1903 in Beelitz

Etagere Frühstück im Café Alte Wache 1903 in Beelitz

Wo Spargel und Ölkürbisse wachsen: Besuch auf dem Syringhof

Wir lassen das Stadtzentrum hinter uns, denn wir wollen wissen, wo der Spargel, für den Beelitz so berühmt ist, angebaut wird. Fährt man raus aus der Stadt, fallen einem sofort die unzähligen Spargelfelder ins Auge, die den Ort umgeben. Gute 6 km östlich der Beelitzer Altstadt, im Ortsteil Zauchwitz, liegt der Syringhof, ein mittelgroßer Familienbetrieb, der sich auf den Anbau von Spargel und Kürbissen spezialisiert hat. Schon in Berlin ist uns der Spargel des Hofs einige Male begegnet, eine gute Gelegenheit also, um mehr über den Anbau des weißen (und grünen) Golds zu erfahren und es vor Ort zu probieren.

Anbau grüner Spargel Beelitz

Spargel im Syringhof Beelitz

Spargelhof Syringhof Beelitz

Wer, wie wir, wissen möchte, wie der Spargel vom Feld auf dem Teller landet, kann hier einen Blick in die Produktionshalle werfen und während der Saison zusehen, wie der Spargel, der sowohl aus konventionellem als auch biologischem Anbau stammt, zuerst eine Eisdusche erhält, dann geputzt, sortiert und geschält wird. Denn der Syringhof ist Teil der Gemeinschaft der Offenen Höfe, die sich u. a. der gläsernen Produktion verschrieben haben.

Thomas Syring Spargelverarbeitung Spargelhof Syringhof Beelitz

Kommt man mit Thomas Syring, der den elterlichen Betrieb 2016 übernommen hat, ins Gespräch, merkt man gleich, dass sein Herz nicht nur für den Spargel, sondern auch, und ganz besonders, für den Steirischen Ölkürbis schlägt. Nach einem Praktikum in Südtirol stieg der Beelitzer Landwirt begeistert in die Kürbiskern- und -ölgewinnung ein und zählt heute zu den größten Kürbisanbauern Deutschlands. 40 bis 50 Kürbisse werden für die Herstellung von einem Liter Kürbiskernöl benötigt, erfahren wir. Der sandige, mineralhaltige Boden Brandenburgs eigne sich besonders gut für die Pflanzen und das daraus gewonnene Öl.

Kaufen und probieren kann man ganz unterschiedliche Kürbiskernprodukte (die mit weißer Schokolade und Orange umhüllten Kürbiskerne schmecken besonders gut!) direkt im Hofladen und im -restaurant. Das gilt natürlich auch für den Spargel. In allen Variationen und zu fairen Preisen findet man Spargel im Frühling auf der Karte – zum Beispiel in Kombination mit Zanderfilet und Kartoffeln oder mit Pasta, Pesto und Kirschtomaten. Wer besonders mutig ist, bestellt nach dem Essen einen Spargelschnaps – ein, … ähm, interessantes kulinarisches Erlebnis.

Bevor wir weiterziehen, statten wir Pony, Esel und Ziegen im hofeigenen Streichelzoo noch einen Kraulbesuch ab.
Syringhof // Trebbiner Str. 69f, Beelitz.

Kürbiskerne mit Schokolade Syringhof Beelitz

Pasta mit Spargel und Pesto Restaurant Syringhof Beelitz

Beelitzer Spargel mit Zanderfilet Restaurant Syringhof Beelitz

Pony im Streichelzoo auf dem Syringhof Beelitz

Natur erleben im NaturParkZentrum Glauer Tal und Naturpark Nuthe-Nieplitz

Beelitz liegt im Naturpark Nuthe-Nieplitz, der nicht nur Spargel zu bieten hat, sondern auch zahlreiche Seen, Rad- und Wanderwege, und überhaupt Natur in Hülle und Fülle. Einen guten Einblick in die Vielfalt des Flämings bietet das NaturParkZentrum Glauer Tal, in dem wir einen sonnigen Nachmittag zwischen Hochbeeten, Acker, Wald und blühenden Wiesen verbringen.

Rund um das Zentrum sind die Glauer Felder angelegt, kleine Biotope, in denen man den Naturpark in Miniatur erleben kann – von Streuobst- und Blütenwiesen bis Binnendüne und Hochstaudenflur. Wer das Gelände nicht selbst, z. B. mit dem kostenlosen Audioguide des Naturparks, erkunden möchte, kann im NaturParkZentrum auf Anfrage verschiedene Workshops (ab 6 Personen) buchen. Wir selbst lernen dabei viel Neues über Wiesen und Binnendünen, und versuchen, jedes Insekt und jeden Vogel mithilfe eines kleinen Bestimmungshefts zu identifizieren. Daneben bietet das Zentrum den ganzen Sommer über eine Vielzahl an Veranstaltungen rund ums Naturerleben an – wer Lust auf eine Eselwanderung oder einen Fledermausspaziergang hat, oder schon immer mal Naturkosmetik selbst herstellen wollte, sollte sich unbedingt mal durchs Programm klicken.

Wer lieber etwas größere Tiere sehen möchte, besucht einfach das hinter dem Zentrum gelegene Wildgehege Glauer Tal, in dem Dam-, Rot- und Muffelwild unter naturnahen Bedingungen zu beobachten sind.
NaturParkZentrum Glauer Tal // Glauer Tal 1, Trebbin.

Violetter Flieder Fläming

Schafe im Naturpark Nuthe-Nieplitz Fläming Brandenburg

NaturParkZentrum Glauer Tal Glauer Felder im Naturpark Nuthe-Nieplitz Fläming

NaturParkZentrum Glauer Tal Glauer Felder im Naturpark Nuthe-Nieplitz Fläming

Glauer Felder im Naturpark Nuthe-Nieplitz Fläming

Glauer Felder im Naturpark Nuthe-Nieplitz Fläming

NaturparkZentrum Glauer Tal im Naturpark Nuthe-Nieplitz Fläming

NaturparkZentrum Glauer Tal Glauer Felder im Naturpark Nuthe-Nieplitz Fläming

Wassertiere beobachten und entspannen: Bohlensteg am Blankensee

Ganz in der Nähe des NaturParkZentrums liegt der malerische Blankensee, der wie viele andere Gewässer in der Umgebung unter Naturschutz steht. Die Ufer sind dicht mit Schilf bewachsen und bieten vielen Tieren – insbesondere den Haubentauchern – einen Lebensraum. An der Nordostseite des Sees führt ein Bohlensteg durch das Schilf. Von dort aus hat man nicht nur einen herrlichen Ausblick auf den See, sondern auch die Gelegenheit, die dort lebenden Tiere zu beobachten. Gerade am Morgen oder am Abend ist der Steg ein wunderschöner Ort, um einen Moment zu entspannen und den Enten beim Tauchen nach Beute zuzuschauen.

Bohlensteg am Blankensee Trebbin Fläming

Baum am Blankensee Trebbin Fläming

Schilf am Blankensee Trebbin Fläming

Bohlensteg am Blankensee Trebbin Fläming

Schilf am Blankensee Trebbin Fläming

Spaziergang über den Dächern der ehemaligen Lungenheilanstalt: Beelitzer Heilstätten und Baumkronenpfad

Die Beelitzer Heilstätten haben eine bewegte Geschichte hinter sich. Wo früher Tuberkulosepatient*innen auf Linderung ihrer Beschwerden hofften, dann Verwundete aus beiden Weltkriegen versorgt wurden, die Rote Armee ein Militärkrankenhaus einrichtete und zuletzt Geisterjagende und Technofans durch die verfallenen Anlagen irrten, ist nach jahrelangem Stillstand und Vandalismus ein beliebtes Ausflugsziel entstanden.

Beelitzer Heilstätten mit Baumkronenpfad Brandenburg

Beelitzer Heilstätten mit Baumkronenpfad Brandenburg

Baum & Zeit Beelitzer Heilstätten mit Baumkronenpfad Brandenburg

Graffiti Beelitzer Heilstätten Brandenburg

250.000 Besucher*innen kommen inzwischen jährlich hierher, um zum einen über den fast 800 Meter langen Baumkronenpfad durch den Wald zu spazieren und zum anderen die Gebäude der früheren Lungenheilanstalt zu besichtigen. Letzteres ist heute nur noch im Rahmen einer Führung möglich, aber wer sich nur ein wenig für Geschichte oder ungewöhnliche Orte interessiert und erfahren möchte, wie aus dem Lost Place ein Saved Place wurde, sollte sich das keinesfalls entgehen lassen. Online können verschiedene Themenrundgänge – z.B. eine Taschenlampentour durch die alte Chirurgie, eine Zeitreisen-Tour mit dem Pförtner oder ein Fotorundgang – gebucht werden. Wir selbst haben uns in das Alpenhaus gewagt, ein ehemaliges Frauen-Sanatorium für infektiöse Krankheiten, das 1907 erbaut wurde.

Bäume wachsen aus dem Alpenhaus Lungenheilanstalt Beelitzer Heilstätten Brandenburg

Führung durch das Alpenhaus Beelitzer Heilstätten Brandenburg

Führung durch das Alpenhaus Beelitzer Heilstätten Brandenburg

Da das Gebäude im Krieg getroffen wurde und der Dachstuhl ausbrannte, wurde es nach 1945 nur noch als Lager genutzt. Heute sind das Dach und die oberen Stockwerke dicht mit Bäumen bewachsen und man kann gut beobachten, wie die Natur sich das Gebäude Stück für Stück zurückerobert. Einige Bäume stützen inzwischen sogar Teile des Hauses. Zugänglich ist das Erdgeschoss aber dennoch. Mit einem Helm auf dem Kopf geht es durch die langen dunklen Flure, vorbei am ehemaligen Speisesaal, an Zimmern, in denen nur noch verrostete Bettengestelle übrig geblieben sind, und durch den alten Badesaal. Wir sind fasziniert vom morbiden Charme der Ruine – kein Wunder, dass die ehemalige Heilanstalt immer wieder als Filmkulisse (u. a. für A Cure for Wellness oder Der Pianist) genutzt wird.

Der Rundgang ist erstaunlich informativ, man merkt, dass es hier nicht um Sensationstourismus geht, sondern vielmehr darum, den Besucher*innen einen Einblick in die Geschichte des Ortes und der Gesundheitsversorgung vor gut 100 Jahren zu geben. Das Alpenhaus erhielt seinen Namen übrigens aufgrund der Umgebung, wo eine künstliche Hügellandschaft – die “Beelitzer Alpen” – die Pfleglinge zum Spaziergang animieren sollten.

Führung durch das Alpenhaus Beelitzer Heilstätten Brandenburg

Führung durch das Alpenhaus Beelitzer Heilstätten Brandenburg

Graffiti Alpenhaus Beelitzer Heilstätten Brandenburg

Im Anschluss schauen wir uns das alles natürlich noch von oben an. Vom 36 Meter hohen Aussichtsturm des Baumkronenpfads hat man nicht nur einen tollen Blick auf das weitläufige Gelände und die verschiedenen Gebäudekomplexe der Heilstätten, sondern auch weit in die Umgebung (auch in Brandenburg ist ja alles eher flach). Der Pfad führt uns sogar direkt über das Alpenhaus, wo wir das Stahlskelett des Dachs und die daraus wachsenden Bäume bestaunen können. Wer auf etwas Nervenkitzel in luftiger Höhe aus ist (Spoiler: wir nicht), findet entlang des Wegs einen Klettertunnel (Sky Boa) und eine riesige Hängematte.

Baum & Zeit Baumkronenpfad Beelitz Heilstätten // Straße nach Fichtenwalde 13, Beelitz-Heilstätten; Tickets für den Baumkronenpfad und die Parkanlage: 13,50 € für Erwachsene, 10 € für Kinder. Wer ein Gebäude der Heilstätten im Rahmen einer Führung begehen möchte, zahlt zusätzlich zwischen 10 € und 16 € und reserviert am besten vorab online.

Baum & Zeit Beelitzer Heilstätten und Baumkronenpfad Brandenburg

Baum & Zeit Beelitzer Heilstätten und Baumkronenpfad Brandenburg

Baum & Zeit Beelitzer Heilstätten und Baumkronenpfad Brandenburg

Barfuß durch Glasscherben, Schlamm und Kiefernwald: Barfußpark Beelitz-Heilstätten

Bestens verbinden lässt sich die Tour durch die Beelitzer Heilstätten und über den Baumkronenpfad mit einem Besuch im Barfußpark Beelitz-Heilstätten, denn der liegt praktischerweise gleich nebenan. Hier heißt es am Eingang: Hose hochkrempeln und raus aus den Schuhen! Mitten durch dichte Laub-, Kiefern- und Birkenwälder schlängeln sich drei, jeweils etwa 1 Kilometer lange Wege mit unterschiedlichen Schwerpunkten und Untergründen. Mal geht es über weichen Waldboden und Sand, mal über überraschend unangenehme Kokosnussschalen und Tannenzapfen (Achtung, absolute Endgegner!), durch Lehm und sonnenwarmen Schlamm. Während für Kinder beim Begehen der Barfußfstrecken sicherlich der Spaß im Vordergrund steht, können Erwachsene dabei wunderbar runterfahren und entschleunigen.

Wegweiser Barfußpark-Beelitz Heilstätten Brandenburg

Waldemar Barfußpark-Beelitz Heilstätten Brandenburg

Barfuß im Barfußpark-Beelitz Heilstätten Brandenburg

Etwa eine Stunde Zeit lassen sollte man sich pro Weg, wenn man das gesamte Angebot bewusst nutzen möchte. Wer nicht so viel Zeit hat oder verschiedene Wege miteinander kombinieren will, kommt aber dennoch auf seine Kosten. Am besten beginnt man mit dem roten Pfad, der viele – mal mehr, mal weniger herausfordernde – Untergründe für die Füße bietet und sie zum Einstieg ordentlich wach kitzelt. Auch durch kalte Kneippbecken geht es, die besonders an heißen Sommertagen höchst willkommen sind. Nach der ersten Runde über Holz, Steine, Glasscherben und Co. sind unsere Füße bestens durchblutet und bereit für den gelben Pfad. Hier warten mitunter kleine Spielchen und Matschbecken, in denen man ganz unterschiedliche Böden, wie Lehm, Torf oder Moor, mit den Füßen erkunden kann.

Zum Runterkommen ruft zum Abschluss der blaue Pfad. Beim Spaziergang durch den Kiefern- und Birkenwald kann man sich vor allem in Entspannung, Achtsamkeit und Selbstbesinnung üben. Dazu balancieren wir über Baumstämme und Holzwippen, lauschen dem Blätterrauschen und anderen Klängen und streuen am Ende noch ein paar Atemübungen ein.

Kiefernwald im Barfußpark-Beelitz Heilstätten Brandenburg

Barfuß über Rindenmulch im Barfußpark-Beelitz Heilstätten Brandenburg

Barfußweg im Barfußpark-Beelitz Heilstätten Brandenburg

Barfußweg Kiefernzapfen im Barfußpark-Beelitz Heilstätten Brandenburg

Obwohl bei unserem Besuch am Sonntagvormittag ganz schön viel los ist, verteilen sich die Menschenmassen auf den Strecken des weitläufigen Geländes erstaunlich gut. So bleibt genügend Freiraum, um sich auf seine Füße und Wehwehchen beim Schleichen über Kiefernzapfen zu konzentrieren und die selbst erteilte Fußreflexzonenmassage zu genießen. Wie auf Wolken gehen wir nach unserem Besuch, unsere Füße fühlen sich tiefenentspannt.

Matsch, Sand und Co. lassen sich an einem der Waschplätze im Eingangsbereich mit Schläuchen und Bürsten wieder entfernen – nur ein Handtuch sollte man besser mitbringen. Auf dem Gelände gibt es noch ein Café, das einen mit Frühstück, Lunch und Kuchen versorgt, sowie viele kostenlose Schließfächer für Schuhe und Taschen.

Gruppen können hier übrigens verschiedene Erlebnisse buchen – zum Beispiel einen Anti-Stress- und Achtsamkeitsrundgang, bei dem Entschleunigung und Teambuilding im Vordergrund stehen, oder eine Führung durch den Kräutergarten mit Kräuter-Heidi.

Barfußpark Beelitz-Heilstätten // Straße nach Fichtenwalde 13, Beelitz-Heilstätten; Barfußsaison von 15. April bis 3. Oktober 2022, Tickets für Erwachsene 8,50 €, für Kinder 6,50 €.

Kräutergarten im Barfußpark-Beelitz Heilstätten Brandenburg

Flüssiges Herbar Kräutergarten im Barfußpark-Beelitz Heilstätten Brandenburg

Café im Barfußpark-Beelitz Heilstätten Brandenburg

Zwischenstopp in Winden: der Südwestkirchhof Stahnsdorf

Auf dem Rückweg nach Berlin legen wir noch einen Zwischenstopp in Stahnsdorf ein, denn kurz vor der Stadtgrenze befindet sich dort mit dem Südwestkirchhof der zehntgrößte Friedhof der Welt und der zweitgrößte Deutschlands. Auf 206 Hektar erstreckt sich der riesige Waldfriedhof, in dessen Zentrum die nach dem Vorbild norwegischer Stabkirchen errichtete Friedhofskapelle steht. Fans der Netlix-Serie Dark wird die Holzkirche sehr bekannt vorkommen. Denn Dark-Regisseur Baran bo Odar war von dem Gebäude derart begeistert, dass er sie zur Kirche des fiktiven Ortes Winden machte. Doch auch ohne Serienbezug lohnt sich der Besuch des Südwestkirchhofs. Die ruhige, dichte Atmosphäre des Friedhofs und die aufwendig und oft künstlerisch gestalteten Gräber zwischen den Bäumen laden zu einem abwechslungsreichen Spaziergang ein, vorbei an verwitterten Mausoleen und einigen prominenten Grabstätten – darunter Walter Gropius, Lovis Corinth und Manfred Krug.
Südwestkirchhof Stahnsdorf // Eingang: Bahnhofstraße 2, Stahnsdorf.

Friedhofskapelle Südwestkirchhof Stahnsdorf Kirche aus der Serie Dark

Mausoleum auf dem Südwestkirchhof Stahnsdorf

Grabstätten auf dem Südwestkirchhof Stahnsdorf

Ausflug in den Fläming Tipps für Beelitz und Umgebung

Hinweis/Werbung: Vielen Dank an den Tourismusverband Fläming e.V., der uns zu diesem schönen Wochenende eingeladen hat.

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