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Gegessen, Gereist, Getrunken, München

Was bisher geschah – Mai & Juni 2019: der längste Brunch Münchens, vietnamesisch im Saigon Deli, japanisch in der Temaki-Bar und auf Heimatbesuch im Klein Paulsen

Melone Unsplash

// Dieser Beitrag enthält unbezahlte Werbung, da wir u. a. über Presseevents berichten, andere Blogs erwähnen sowie persönliche (nicht gesponserte) Empfehlungen aussprechen und verlinken. //

Der Sommer ist ausgebrochen – das wurde ja auch Zeit! Gleich drei Jahreszeiten werden in diesem Zweimonatsrückblick vereint – er beginnt im argentinischen Herbst, führt uns durch den kulinarischen Münchner und Gießener Frühling und endet bei hochsommerlichen Temperaturen mit Münchens längstem (und zum Glück klimatisierten) Brunch.

Unterwegs

Buenos días, Buenos Aires!

Im Mai hatte ich das große Glück, beruflich nach Argentinien reisen zu dürfen. Neben vielen Terminen rund um die Gedenkstättenarbeit in Buenos Aires hatte ich auch ein wenig Zeit für mich und konnte die Hauptstadt des Landes kennenlernen. Bei meinem ersten Aufenthalt in Südamerika konnte ich zumindest feststellen, dass mein Spanisch noch immer einigermaßen gut funktioniert, vor allem nach den sieben Tagen, in denen ich mehr Spanisch gesprochen habe, als in den letzten fünf Jahren zusammen. Kulinarisch gab es natürlich auch einiges zu entdecken (das ich euch bald ausführlich präsentieren werde), ich sage nur: Käsepizza (Fugazzeta), Steak und everything Dulce de leche! (Steffen)

Frida Kahlo Mural Buenos Aires Street-Art

Buenos Aires Argentinien

La Recoleta Friedhof Buenos Aires Argentinien

Buenos Aires Argentinien

Entdeckt

Auf Heimatbesuch in Gießen: Café Klein Paulsen

Wahrscheinlich haben die meisten Foodblogger_innen schon mehr als einmal überlegt, wie es wohl wäre, ein eigenes Café oder Restaurant zu eröffnen. Auch wir haben gedanklich schon die Speisekarte für unser 24/7-Frühstückslokal zusammengestellt, auch wenn unsere Experimente mit dem Restaurant Day uns immer wieder verdeutlicht haben, wie viel Arbeit einem die Gastronomie abverlangt. Das kann auch unser Freund Paul bestätigen, der vor über einem Jahr diesen Schritt in unserer alten Heimat Gießen gewagt hat. Nachdem wir sein Treiben schon eine Weile auf Instagram bewundert haben, können wir uns beim letzten Heimatbesuch endlich selbst im wunderbaren Café Klein Paulsen bei Kaffee und Kuchen mit ihm über seinen neuen Job und alte Konzertveranstalterzeiten austauschen.

Café Klein Paulsen Gießen

Das Café liegt in der Nähe des Philosophenwaldes in einem Wohngebiet, etwas abseits der Innenstadt (aber so groß ist Gießen ja zum Glück nicht) und besteht aus einem kleinen Gastraum und einer Terrasse für schöne Tage. Die Einrichtung ist stilsicher aus alten Möbeln zu einem Mix aus Flohmarkt und Hipsterwohnzimmer zusammengestellt, an den Wänden hängen lokale Künstler_innen. Serviert werden neben Kaffeespezialitäten wie Affogato (3 €), verschiedenen Limos und selbst gemachtem Eistee auch wechselnde kleine Gerichte wie Quiches, Suppen – und natürlich Kuchen (für unschlagbare 2,50 € pro Stück!), der von Paul in der Küche unterhalb des Cafés frisch gebacken wird. Etwa 30 Kuchen sind es inzwischen pro Woche, darunter übrigens ab und an auch mal Rezepte von unserem Blog. Als wir dort sitzen und unseren Rhabarber- und Erdbeer-weiße-Schokolade-Kuchen schmatzen, ist das Publikum eine bunte Mischung aus Nachbar_innen, Studierenden, Familien und Rentnerinnen, die sich alle wohl zu fühlen scheinen. Sonntags gibt es ein skandinavisch angehauchtes Frühstück, abends immer mal wieder besondere Veranstaltungen wie Spieleabende oder Konzerte. Irgendwie ist alles furchtbar entspannt und wir fühlen uns nach den ersten Minuten sofort heimisch. Vielleicht könnte Paul einfach noch eine Filiale in unserer Nachbarschaft eröffnen? Bitte, danke! Klein Paulsen // Tannenweg 35 a, Gießen. (Steffen)

Kuchen im Café Klein Paulsen Gießen

Café Klein Paulsen Gießen

Deutschlands erste Temaki-Bar: Little Daruma

Seit etwa einem halben Jahr ploppen immer mehr japanische Imbisse, Cafés, Feinkostläden und Restaurants in München auf. Ich bin nicht sicher, ob ein neuer Gastrotrend dahintersteckt oder meine Wahrnehmung nur durch den anstehenden Japan-Urlaub geschärft ist, aber ich freue mich über die vielen potenziellen Ausflugsziele ins kulinarische Japan. Eines davon ist das Little Daruma, das zentral und praktisch zwischen Gärtnerplatz und Viktualienmarkt liegt. Seit Anfang des Jahres findet man hier Deutschlands erste Temaki-Bar, die sich auf das japanische Fingerfood spezialisiert hat. Neben Temakis serviert das kleine, modern mit viel Holz und roten Darumas eingerichtete Lokal nur Misosuppe und süße Dorayaki.

Little Daruma Temaki-Bar München

Mit etwas Glück erwischt man eine der Schaukeln und kann beschwingt überlegen, womit die Temakis gefüllt werden sollen. Etwas Zeit benötigt man für die Entscheidung auf jeden Fall, stehen einem doch ganze 294.000 Variationen zur Auswahl, darunter auch zahlreiche vegetarische, die man sich per Baukastenprinzip zusammenstellen kann. Neben Lachs, Thunfisch, Tofu, Ei und anderen Basics landen frische Gemüse- und Obstsorten, aber auch ungewöhnlichere Zutaten wie japanische Schwarzwurzel, Wasabi-Cream (unbedingt probieren!), Ponzu, Tobiko oder Knoblauchchips in den spitzen Tüten aus Algenblättern. Bei meiner ersten Handroll orientiere ich mich ein wenig an meinem Lieblingssalat und kombiniere Avocado, Mango und Tofu mit Orangensoße, Knoblauchchips und Sesam. Wen die große Auswahl überfordert, kann zu einer der fertig zusammengestellten Kombis greifen – V like Veggie mit Ei, Avocado, Salat, Trüffelpfeffer, Sesam und getrockneten Algen schmeckt ebenfalls großartig! Eine gute und sättigende Portion mit drei Handrolls erhält man für 15,90 € – nicht gerade spottbillig für einen Imbiss, aber die Zutaten sind hochwertig und frisch und die Temakis köstlich! Little Daruma // Rumfordstr. 7, München. (Sabrina)

Vegetarische Temaki im Little Daruma Temaki-Bar München

Vietnamesisch am Ostbahnhof: Saigon Deli

Seit einiger Zeit verfolgen wir eifrig eine Mission: Alle vietnamesischen Restaurants Münchens zu testen. Dank der Insta-Story von Munich Bites werde ich auf den letzten vietnamesischen Neuzugang der Stadt neugierig gemacht: das Saigon Deli am Ostbahnhof. Also schnappe ich mir Ines von Münchner Küche und statte dem vietnamesischen Restaurant nur wenige Tage nach der Eröffnung einen Besuch ab. Begrüßt werden wir vom Duft eines opulenten Lilienstraußes und dem freundlichen Service. Die Räumlichkeiten, in denen sich früher das Juleps befand, haben sich ganz schön verändert. Backsteinwände, asiatische Holzverkleidungen, Lampions, Mosaikboden und allerlei schöne Details bestimmen das Lokal und verleihen ihm eine tolle Atmosphäre.

Saigon Deli München vietnamesisches Restaurant

Enttäuschend fällt dagegen die Getränkekarte aus – die Auswahl an alkoholischen Drinks und Aperitifs ist sehr überschaubar, die Preise ganz schön happig. Die kleine Weißweinschorle für 5,90 € und der (leider auch nicht gut gemischte) Aperol Spritz für 6,90 € sind selbst für Münchner Verhältnisse etwas hoch. Die Preise für die Speisen fallen dagegen human aus und orientieren sich am sonstigen Niveau der hiesigen Vietnamesen. Völlig begeistert sind wir von der Vorspeise, den vegetarischen Banh Bao Chay (6,90 €) mit Tofu, Zitronengras, Gurke und Koriander. Selten habe ich die gefüllten gedämpften Klöße so fluffig und gut gegessen. Auch die vegetarische Reisnudelschale Bun Chay (15,90 €) mit Tofu, Gemüse, Kräutern, Röstzwiebeln und Erdnüssen stimmt mich mehr als glücklich und ist bei sommerlichen Temperaturen ohnehin nie verkehrt. Um Überraschungen zu vermeiden, sollten Vegetarier_innen am besten noch einmal nachfragen, ob die vermeintlich vegetarischen Speisen ohne Fischsoße serviert werden. Wenn das Saigon Deli nun noch seine Getränkekarte etwas erweitert, freue ich mich, bald öfter nach Haidhausen zu fahren. Saigon Deli // Breisacher Straße 18, München. (Sabrina)

Banh Bao Saigon Deli München vietnamesisches Restaurant

Bun Chay Reisnudelschale Saigon Deli München vietnamesisches Restaurant

Alles neu macht die Karte: Boozy Milkshakes und saftige Burger im Hard Rock Cafe*

Sabrina und Steffen, 15 Points! Nein, wir sind nicht beim ESC angetreten, sondern durften im Hard Rock Cafe München unser popkulturelles Wissen unter Beweis stellen. Vielleicht können wir sonst nicht viel, aber Madonna-Songs erkennen und den Schlagzeuger von Nirvana benennen, das kriegen wir hin! Davor haben wir aber erst einmal die Möglichkeit, uns (mit tatkräftiger Unterstützung von Björn, Jörg und seiner Frau Carol) einmal quer durch die brandneue Speisekarte des Hard Rock Cafes am Platzl zu probieren. Zwar gab es bisher jedes Jahr schon ein paar kleinere Änderungen, aber die aktuelle Neugestaltung ist die umfangreichste in der 48-jährigen Geschichte des Cafes. Die Neuerungen betreffen wirklich alle Bereiche, von den Vorspeisen bis zu den Getränken, und so fangen wir einfach ganz vorne an. Die Vorspeisenkarte bedient nun das beliebte Sharing-Prinzip, also teilen wir uns einen köstlichen Spinat-Artischoken-Dip mit Pico de Gallo (11,75 €), knusprige Spicy Shrimps (14,25 €) auf erstaunlich scharf angemachtem Krautsalat und zwei Runden Slider. Bei den kleinen Burgern gewinnen eindeutig die Buffalo-Style Sliders mit Zwiebelringen und Blauschimmelkäse (14,55 €). Alles superlecker, aber aufpassen: Auch wenn man sie teilt, sind die Portionen fast so groß wie Hauptspeisen.

Hard Rock Cafe München 24-Karat Gold Leaf Steak Burger mit Blattgold und Boozy Milkshake

Platz für die neuen Burger ist im Anschluss natürlich immer noch. Sabrina und ich teilen uns den vegetarischen Star der Karte. Der Vorgänger wurde durch den Moving Mountains Burger (16,75 €) mit Cheddar, Zwiebelring, Salat und einem pflanzlichen Patty aus Erbsen-, Weizen- und Sojaprotein sowie Austernpilzen und roter Bete ersetzt. Perfekt zubereitet hat er uns sogar noch besser geschmeckt als der Beyond Meat Burger, und auch der Rest der Gruppe ist begeistert. Dagegen kommt selbst der gülden funkelnde 24-Karat Gold Leaf Steak Burger (24,25 €) nicht an. Die Geschmacksexplosion des Abends beschert uns die Kombi aus herzhaften Burgern und süßen Milkshakes, die ganz neu nun auch in angeschwipster Variante erhältlich sind. Die Boozy Milkshakes kommen zum Beispiel als Love-is-Love-Shake (10,75 €) mit ordentlich Vanille-Wodka, Vanilleeis, weißer Schokolade und bunter Verzierung daher. Das klingt so mächtig, wie es ist – aufhören zu schlürfen, kann man trotzdem nicht. Da muss der Juli dann eben etwas kalorienärmer ausfallen! Hard Rock Cafe Munich // Platzl 1, München. (Steffen)

Hard Rock Cafe München Spicy Shrimps, Sliders, vegetarischer Moving Mountain Burger

Der längste Brunch der Stadt: The Lonely Broccoli*

Wir, München und Brunch – das war schon immer eine komplizierte Dreiecksbeziehung. Als wir herzogen, haben wir ein paar Brunch-Locations besucht, sind dann aber schnell auf normales Frühstück umgeschwenkt. Zu wenig Auswahl, zu uninspiriert, zu schlechtes Preis-Leistungs-Verhältnis. München ist einfach keine Brunch-Stadt. Dachten wir! Doch seit Mitte Juni setzt The Lonely Broccoli im Andaz Hotel am Schwabinger Tor mit dem längsten Brunch Münchens ganz neue Maßstäbe.

Eiskaffee Brunch im Lonely Broccoli Andaz Hotel München

Am bisher heißesten Tag des Jahres sitzen wir also auf bequemen Polsterbänken, nippen am Begrüßungs-Bellini und genießen die Klimaanlage des Restaurants. Der Wind weht warm durch die geöffnete Tür, der Geruch des Smokers dringt in die Nase und wir spüren einen Hauch von Südstaaten im Münchner Norden. Die Auswahl am Buffet ist riesig und wir starten an der tollen Cereal-Bowl-Bar, wo man sich seine eigene Lieblingskombi aus Zutaten wie fruchtig eingelegten Leinsamen, Granola, verschiedenen Joghurts, hausgemachtem Kirschkompott (meeegagut!) und frischem Obst (sogar Maracuja und Kumquats gibt es) zusammenstellen kann. Danach lockt die Karte, von der man sich ergänzend zum Buffetangebot Eierspeisen, eine Grillplatte aus dem Smoker oder Einkornporridge mit Beeren bestellen kann. Das Avocadobrot mit pochiertem Ei (leider zu lange gekocht und daher nicht flüssig) und Sumach ist so spicy wie angekündigt, das Porridge angenehm zurückhaltend gesüßt.

Bellini Brunch im Lonely Broccoli Andaz Hotel München

Nachtischbuffet Brunch im Lonely Broccoli Andaz Hotel München

Obst Brunch im Lonely Broccoli Andaz Hotel München

Draußen am Smoker lasse ich mir einen Teller zusammenstellen: Pute, Lamm, Rippchen und wunderbar würziges Pastrami auf frischem Coleslaw. Dazu passt entweder ein kühles Tegernseer Helles aus der Eiswanne oder gleich eine Bloody Mary. Dafür gibt es eine eigene Mixstation, an der wir selbst entscheiden können, wie stark, würzig und scharf unser Frühstückscocktail sein soll. Gleiches gilt fürs Tatar, das frisch und für mich ohne Sardellen und Meerrettich zubereitet wird. Auch wenn sich das Lonely Broccoli als Modern Meat House bezeichnet und hier eindeutig alles rund ums Fleisch im Vordergrund steht, gibt es beim Sonntagsbrunch auch mehr als genug Vegetarisches zu entdecken – vom Salatbuffet über Breznknödel-Carpaccio und Gnocchi mit Austernpilzen bis zum cremigen Burrata mit Orange und Fenchel. Der Service ist ebenfalls sehr aufmerksam und organisiert uns sogar einen Eiskaffee, der einfach besser zu den Temperaturen draußen passt. Außerdem stimmt er bestens auf das umfangreiche Nachtischbuffet ein, das gleich schon zu Beginn unsere ganze Aufmerksamkeit auf sich zieht. Die kleinen hübschen Törtchen, Cremes, Beeren-Cheesecakes und hausgemachten Müsliriegel sehen einfach zu gut aus!

Eingelegtes und Fermentiertes beim Brunch im Lonely Broccoli Andaz Hotel München

Spicy Avocado Toast Brunch im Lonely Broccoli Andaz Hotel München

Fleisch aus dem Smoker beim Brunch im Lonely Broccoli Andaz Hotel München

Der Brunch im Lonely Broccoli findet jeden Sonntag statt. Von 12 bis 16 Uhr gibt es das volle Programm mit Buffet plus Karte inklusive Getränken für 65 €. Ab 16 Uhr geht der Brunch mit einer reduzierten Abendkarte weiter, auf der weiterhin Brunchspezialitäten zu finden sind. Musikalisch untermalt wird das Ganze von einem DJ. The Lonely Broccoli im Andaz München // Leopoldstraße 170, München.

Brunch im Lonely Broccoli Andaz Hotel München

Und sonst so im Mai und Juni?

Hinweis: Zu den mit Sternchen (*) markierten Restaurantbesuchen/Events wurden wir freundlicherweise eingeladen – wie immer bleibt unsere Meinung davon unberührt.

Fotocredit: Melone, Foto: 煜翔 肖 via Unsplash.

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