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    Make beer great again! Braukunst Live! 2017: Biertrends und unsere Favoriten

    Braukunst Live 2017 Biertrends Make beer great again Feed me up before you go-go

    Der erste Stand am Eingang der diesjährigen Braukunst Live! ist dem 500-jährigen Jubiläum des Reinheitsgebots gewidmet. Ganz schön mutig, sich hier zu präsentieren, ist das Lebensmittelgesetz doch für viele der anwesenden jungen Brauereien ein rotes Tuch und die Kombination von Wasser, Malz, Hefe und Hopfen für die meisten mehr Ausgangspunkt als Richtlinie. Gerade kleine Brauereien reizen die Grenzen dessen, was vor zehn Jahren in Deutschland üblicherweise unter Bier verstanden wurde, immer weiter aus. Die Münchner Biermesse Braukunst Live! trägt diesem Innovationsgedanken verstärkt Rechnung – erstmals gibt es mit The Lab eine gesponserte Ausstellungsfläche für fünf junge, innovative Unternehmen, die sich sonst noch keinen eigenen Stand leisten könnten. Überhaupt merkt man den Betreibern die Bemühungen an, den Spagat zwischen Publikumsmesse und Angeboten für den harten Kern der Craft-Beer-Szene wieder deutlich stärker zu schaffen. Dementsprechend breit ist das Angebot – von international agierenden Schwergewichten über mittelständische Brauereien bis hin zu winzigen Anbietern, die gerade erst den Sprung vom Homebrewing gewagt haben.

    Natürlich gibt es auch in diesem Jahr wieder viel zu probieren. Die breite Palette von über 700 Bieren bietet genügend Möglichkeiten sowohl etablierte Klassiker als auch ultralimitierte Sondersude zu testen. Wer hier kein Lieblingsbier findet, hat wohl einfach nicht genug probiert. Wir haben unter den getesteten Bieren unsere diesjährigen Favoriten herausgesucht, um diese etwas genauer vorzustellen. Dabei lassen sich auch ganz gut ein paar der aktuellen Trends der Szene erkennen.

    Braukunst Live 2017 Biertrends Hopfen Pellets Feed me up before you go-go

    Organic Chocolate Stout // Samuel Smith’s Brewery

    Gleich eins der ersten Biere, die wir probieren, haut uns völlig um. Chocolate Stouts sind zwar keine Neuheit, aber das Organic Chocolate Stout ist etwas ganz Besonderes. Schon der Geruch lässt erahnen, was gleich passiert: Kakaobohnen, Vanille, ein bisschen Kaffee. Der erste Schluck ist trotzdem überraschend, denn er ist recht süß und schokoladig. Das Bier schmeckt tatsächlich so, als hätte man Schokolade darin aufgelöst. Insgesamt ein sehr sanftes Stout, ohne die schwere Cremigkeit, die man sonst oft bei diesem Stil findet. Auch die Röstaromen und Bitternoten sind vorhanden, treten aber gegenüber der Süße in den Hintergrund. Kurz gesagt: Ihr sucht ein Nachtischbier? Das hier ist es!

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    Ahoy-Ster Stout // Tilmans & Buddelship

    Verglichen mit anderen jungen Braumeistern geht es bei Tilman Ludwig eher gemächlich zu. Da werden keine fünf Sondersude pro Halbjahr rausgehauen, sondern lieber gründlich getüftelt, bis alles passt. Umso schöner, dass es jetzt nach dem Extra rein – dem Mittelfinger in Richtung Reinheitsgebot – eine neue Kollaboration gibt, diesmal mit den Hamburgern von Buddelship. Herausgekommen ist das Ahoy-Ster Stout mit – ihr ahnt es schon – frischen Austern im Braukessel. Fischig schmeckt das Ergebnis zum Glück keineswegs, eher bitter und röstig, aber dafür mit einer besonders cremigen Textur, die angeblich auf die Meerestiere zurückzuführen ist. Stilecht wird dazu natürlich eine frische Auster gegessen – wir sind ja schließlich in München. Ansonsten wird bei Tilmans 2017 vermutlich kein neues Bier dazukommen, zu sehr ist man noch mit dem Wachstum beschäftigt, sogar ein großer Exportdeal ist fast schon spruchreif.

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    Beard Beer // Rouge Ales

    Endlich kommen wir dazu, ein Bier zu probieren, das wir schon länger im Visier haben: das Beard Beer von Rouge (5,7%), hinter dem sich eine wirklich abgefahrene Geschichte verbirgt. Der für das berüchtigte Beard Bier verwendete Hefestamm wurde im Bart des Rogue-Braumeisters John Maier entdeckt. Nach über 15.000 Brauvorgängen bot der Bart wohl die perfekte Umgebung für eine wilde Hefe, die sich optimal zum Brauen eignet. Das klingt im ersten Moment zwar etwas abstoßend, aber wie auch die Rückseite der Flasche beschwichtigt: „no need to freak out!“ Denn wilde Hefen werden schon lange zum Bierbrauen verwendet. Aber nicht nur die Story zum Bier ist gut, es überzeugt uns auch geschmacklich. Frisch und fruchtig, mit Grapefruit-, Zitrus- und Pfirsichnoten, guter Bitterkeitsbalance und malziger Süße im Abgang kommt das American Wild Ale daher (und schmeckt dabei erstaunlich nach Belgien). Wer das Beard Beer probieren will, sollte sich aber mit dem Kauf beeilen, denn 2017 wird es vorerst nicht mehr gebraut.

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    Kult16 // Munich Brew Mafia, Ambar Bistro & Birrificio Karma

    Ziemlich neu in der Münchner Szene ist der Mafia-Clan, der gleich mit dem Erstling Don Limone einen ziemlichen Hit gelandet hat und damit auch den Preis für das beste Bier der Braukunst Live! abräumen konnte. Inzwischen sind einige neue Biere dazugekommen und es wird wild herumexperimentiert. Das Kult16 ist ein Collab-Sud mit Ambar Bistro und Birrificio Karma aus Neapel und nicht ganz einfach zu fassen. Belgian Style Kölsch sollen wir schreiben, aber das trifft es auch nur bedingt. Der Nase nach denkt man zuerst an einen Gewürzschrank – schließlich sind Bohnenkraut und Lavendel im Kessel gelandet. Grünhopfen sorgt für eine frische, bittere Fruchtigkeit, die sich gut mit den süßen, kräuterigen Noten des Biers verträgt. Auch das Kult16 ist nur eine einmalige Sache, wenn ihr also eine Flasche seht: auf jeden Fall zugreifen!

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    Himbeer Toni // Hopfmeister

    Ein weiterer Trend, der sich ausmachen lässt, ist der Versuch, über die Kombination von Hefe, Malz und Hopfen ganz neue Wege zu gehen. Also innerhalb des Reinheitsgebots Biere zu schaffen, die trotzdem kaum noch etwas mit traditionellen deutschen Bieren zu tun haben. Das Himbeer Toni ist so ein Kandidat. Der junge Brauer ist selbst am Stand und lässt uns seine noch nicht marktreife Kreation probieren. Und ja, das Bier trägt seinen Namen völlig zu Recht: Himbeere ist der vorherrschende Geschmack dieses recht süßen Bieres mit hoher Stammwürze. Gefällt uns gut und wir freuen uns, dass es den Toni auch bald als Flaschenabfüllung zu kaufen geben wird – hoffentlich rechtzeitig zum Sommer auf dem Balkon!

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    Room 101 // Yankee & Kraut, Freigeist Bierkultur & Pirate Brew

    Eines der verrücktesten Biere, die wir auf der Messe probieren, ist ein Collaboration Brew von Freigeist Bierkultur, Yankee & Kraut und Pirate Brew, das ebenfalls fernab des Reinheitsgebots stattfindet. Das Room 101 (6%) ist ein Spiced Beer, hinter dem sich eine wahre Kräuterbombe versteckt: Minze, Eukalyptus, Wacholderbeeren, Zitrone (Kräuter im Bier scheinen noch so ein Trend zu sein). Geschmacklich liegt das Bier irgendwo zwischen Erkältungsbad, Saunaaufguss und Mundspülung, was deutlich schlimmer klingt, als es schmeckt. Im Mund bleibt ein frisches Eukalyptus-Minz-Gefühl, dazu kommt eine ordentliche Bitterkeit durch den Hopfen und eine leichte Süße. Wir hätten uns allerdings mehr Schaum und Kohlensäure gewünscht. Ein Bier, das man entweder liebt oder hasst. Wir würden definitiv noch einmal zugreifen!

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    Kwasimodo  // Freigeist Bierkultur & Crow Brewery

    Wer sich in den letzten Jahren mit Craft Beer beschäftigt hat, wird mit ziemlicher Sicherheit schon eines der Biere von Sebastian Sauer probiert haben. Der deutsche Pionier braut seit 2009 und ist vor allem in den USA mit seinen Neuinterpretationen bereits vergessener Bierstile bekannt geworden. Auf der Braukunst steht er an einem winzigen, unscheinbaren Stand und schenkt nebenbei ein paar der ungewöhnlichsten Biere der Messe aus. Bei dem unglaublichen Jahresvolumen von etwa 30 neuen Bieren (er selbst weiß es nicht so genau, bei der letzten USA-Reise habe er bestimmt über 15 Biere mit verschiedenen Brauereien kreiert) muss man allerdings schnell sein, wenn man nichts verpassen möchte. Mit Kwasimodo (4,5%) hat er zusammen mit der Crow Brewery ein Bier kreiert, das sich am russischen Brotgetränk Kwas orientiert – mit Roggenmalz und -brot gebraut und mit Kirschen vergoren. Riecht etwas nach Rotwein, schmeckt säuerlich-fruchtig, leicht holzig und nach deutlichen Sauerteignoten. Er wolle nicht stehen bleiben, erzählt uns Sebastian. Bier sei Entwicklung und deswegen habe auch das Reinheitsgebot für ihn keine Relevanz. Wäre auch schade um die guten Biere!

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    Dolden Bock // Riedenburger Brauhaus

    Schon seit zwölf Monaten auf dem Markt, aber nach wie vor interessant ist der letzte Neuzugang bei den Bio-Pionieren von Riedenburger. Mein ehemaliger Kneipenkollege Wastl, der hier inzwischen im Vertrieb tätig ist, erzählt, dass er sich sehr dafür eingesetzt hätte, dieses Starkbier auf den Markt zu bringen und wir sollten ihm dankbar sein. Das sind wir, denn die mit Saphir und Cascade hopfengestopfte Weizendoppelbock-Variante hat neben dem für den Stil typischen Bananengeschmack tolle grasige Aromen zu bieten. Im Abgang kommt der Alkoholgehalt von 7,9% nur schwach zur Geltung und wird von einer passenden Hopfenbitterkeit begleitet. Ein gutes Bier für kalte Abende – zum Glück steht bei uns noch eine Flasche im Keller.

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    First tRYE // Braumanufaktur Welde & Jopen Bier

    Bei Welde haben wir vor zwei Jahren mit dem damaligen Jahrgangsbier einen unserer Favoriten gefunden. In diesem Jahr ist ein untergäriger Lagerbock an der Reihe, der mit der englischen Sorte Warrior Queen kaltgehopft wurde und leider nicht ganz unseren Geschmack trifft. Aber zum Glück gibt es auch eine neue Kollaboration mit der niederländischen Brauerei Jopen, die mir deutlich besser gefällt. Das First tRYE ist ein untergäriges IPA mit 51% Roggenmalz, tollen Fruchtaromen und kräftiger Bitterkeit, dem man den sanft-würzigen Einfluss der ungewöhnlichen Getreidewahl in jedem Schluck anmerkt. Grenzen zu überschreiten, lohnt sich!

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    Spaceman Grapefruit // Brewfist

    Die uns bisher noch unbekannte italienische Brauerei Brewfist entdecken wir durch Zufall und werden gleich vom Namen eines der angeschriebenen Biere magisch angezogen. Die Jungs haben mit Spaceman Grapefruit ein IPA geschaffen, dem zum Schluss echte Grapefruitschalen zugefügt wurden. Eine sehr passende Idee wie wir finden, denn die Grapefruitnoten des Hopfens und die doch nochmal kräftiger schmeckenden Aromen der Schalen ergänzen sich perfekt und ergeben eine schöne Balance aus Frucht und Bitterkeit. Ein tolles Sommerbier, das uns hoffentlich noch mal über den Weg läuft.

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    Alkoholfreies IPA // Brauhaus Riegele

    Was vor ein, zwei Jahren noch als exotisch galt, wird immer mehr zur Regel: alkoholfreie Biere abseits des Einheitsbreis. Gerade IPAs ohne Umdrehungen (zumindest fast, bis zu 0,5% sind erlaubt) gibt es inzwischen einige und auch unsere Augsburger Lieblingsbrauerei Riegele präsentiert auf der Braukunst ihren Brauversuch in noch unetikettierten Flaschen. Beim ersten Schnuppern mit der Nase kommt die erwartbare Fruchtexplosion zum Vorschein, die gleich Lust auf den ersten Schluck macht. Geschmacklich sind die Zitrusfrüchte etwas zurückhaltender und auch die Hopfenbittere hält sich in Grenzen. Insgesamt ein ausgewogenes IPA, auf das ich als Autofahrer gerne öfter zurückgreifen würde. Die Brauerei wartet noch auf die Zulassung und rechnet mit dem Erscheinen passend zum Sommer.

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    Arktik-Ale // Störtebeker Brauspezialitäten

    Störtebeker ist inzwischen eines der Flaggschiffe der hiesigen Szene. Mit dem Zuschlug für das Restaurant in der Hamburger Elbphilharmonie ist Craft Beer im Establishment angekommen, obwohl man sich selbst gar nicht als Craft versteht. Es wird lieber von Brauspezialitäten geredet, die einen ausgeprägten Charakter haben, aber dabei die Trinkbarkeit bewahren sollen. Allzu ausgefallene Experimente wird man bei den Nordlichtern also nicht erwarten dürfen, aber die von uns probierten Biere haben das auch gar nicht nötig. Das Rauchweizen (eine Kollaboration mit dem Museum für Hamburgische Geschichte, da freut sich der Historiker in mir) kommt sehr rund und vollmundig, mit nur leichter Rauchnote daher und das nachgezuckerte Scotch Ale spricht dagegen eher Menschen an, die auch mal ein süßes Bier vertragen können. Am besten gefällt uns allerdings das Arktik-Ale, ein Eisbock auf Basis des Atlantik-Ales, das bei Temperaturen im Minusbereich eingefroren wurde. Die Aromen kommen dadurch weitaus konzentrierter daher und die zusätzliche Kalthopfung mit Lemondrop und Simcoe sorgt für eine angenehme Fruchtigkeit und Frische, die man bei einem Eisbock sonst nicht erwartet.

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    Improved Old Fashioned // Brooklyn Brewery

    Die Brauerei aus dem New Yorker Stadtteil Brooklyn (die wir vor ein paar Jahren besucht haben) ist in Sachen Craft Beer schon ein alter Hase. Auf der Braukunst Live! gibt es vor allem ausgefallenen Biere aus dem umfangreichen Sortiment zu probieren. Spannenderweise sind hier im Gegensatz zu vielen anderen Ständen kaum Kollaborationsbiere zu sehen – da würde sich die Brooklyn Brewery trotz des allgemeinen Trends eher zurückhalten, erzählt man uns. Solange allerdings solche Biere wie das Improved Old Fashioned herauskommen, kann uns das egal sein. Aufbauend auf der Idee des klassischen Ur-Cocktails, wurde ein starkes Bier auf Roggenbasis mit Gewürzen und Orangenschalen versetzt und schließlich in alten Whiskeyfässern gelagert. Das Ergebnis hat kräftige 12,8% und schmeckt wirklich wie ein Drink in Bierform: Nelken- und Zitrusnoten, ein angenehmer Whiskeygeschmack und wärmende Holzaromen. Ein Bier zum gemeinsamen genießen an langen Abenden. Ebenso ungewöhnlich ist K is for Kriek, für das das ebenfalls sehr gute Local 2 zunächst mit Kirschen in ein Bourbonfass wanderte, um anschließend noch ein halbes Jahr mit Champagnerhefe in der Flasche zu reifen. Das Ergebnis ist wunderbar komplex, mit starkem Kirschgeschmack, ohne dabei zu süß zu sein. Schön zu sehen, dass die Brauerei auch derart ungewöhnliche Biere produziert, denn bisher hatten wir sie eher mit (ebenfalls hervorragenden) Standards wie Lager oder IPA verbunden.

    Braukunst Live 2017 Biertrends Brooklyn Brewery K is for Kriek Improved Old Fashioned Feed me up before you go-go

    Gerade wenn es darum geht, den eigenen Horizont (auch über das Reinheitsgebot hinaus) zu erweitern, ist die Braukunst Live! eine wahre Fundgrube. Wir drücken vor allen den ganzen kleinen Brauereien die Daumen, denn – auch das war herauszuhören – das Geschäft wird härter. Marktanteile müssen trotz wachsendem Interesse am Thema Craft Beer härter erkämpft werden, als noch vor zwei Jahren und gerade für Marken ohne eigene Brauerei geht es um riesige Investitionen, wenn man an die Zukunft denkt. Dennoch haben wir an einigen Ständen von Ideen für neue Standorte in verschiedenen Planungsphasen erfahren und hoffen ganz stark, dass es in einigen Jahren ähnlich wie in den USA sein wird: Viele kleine Brauhäuser mit eigenen Restaurants, Besichtigungsmöglichkeiten und natürlich vielen verschiedenen Bieren zum Probieren. Bis dahin sind Biermessen eine gute Alternative.

    Hinweis: Wir haben am Presserundgang teilgenommen und erhielten Pressetickets für die Braukunst Live!. Unsere Meinung bleibt davon, wie immer, unberührt.

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    Augsburg, Gegessen, Gereist, Geteilt, München

    Was bisher geschah: Januar 2017 – Cocktailtrends, Frühstücken in München & Grappakartoffeln

    Tannen im Nebel Großarl Österreich Feed me up before you go-go

    Nach einem Dezember, den wir am liebsten übersprungen hätten, startete das neue Jahr recht unspektakulär mit Erkältungspingpong und Kochunlust. Rückblickend ist es erstaunlich, dass wir in der zweiten Monatshälfte offenbar deutlich mehr unterwegs waren als gedacht. Wir haben einige neue (und alte) Restaurants entdeckt, uns in Bars herumgetrieben und noch einmal einen Beitrag fürs ZDF gedreht – genügend Stoff also für den Monatsrückblick! Read more

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    Gekocht, Gereist, Geteilt

    Was bisher geschah: Dezember 2016 – Bergadvent, Adventsbrunch & Foodblogbilanz

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    Der Dezember kann uns mal! Eigentlich hat der Monat keinen eigenen Rückblick verdient – zu viel Aufgewühltheit, zu viele Tränen, zu viele unterschwellige Aggressionen. Dabei fing er so schön an mit einer stimmungsvollen Adventsreise und gutem Essen. Deshalb widmen wir uns hier einfach nur kurz den ersten Tagen, überspringen den Rest, blicken dann lieber noch etwas weiter zurück aufs ganze Jahr und hoffen, dass sich 2017 etwas mehr ins Zeug legt. Wir wünschen euch ein gutes neues Jahr – hoffentlich wird es ein schönes!

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    Berlin, Gegessen, Geteilt, München

    Was bisher geschah: November 2016 – Bloggeburtstag mit Jamie Oliver und amerikanischem Frühstück

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    November, der Geburtstagsmonat. Nicht unser eigener, aber trotzdem der eines Quasi-Familienmitglieds: Der Blog ist vor gut zwei Wochen heimlich, still und leise fünf Jahre alt geworden und somit im besten Alter, um aufmüpfig zu sein. Wir sind gespannt, was er sich einfallen lässt und harren der Dinge, die da kommen. An dieser Stelle aber vor allem ein riesiges DANKESCHÖN an euch, dass ihr es schon fünf Jahre mit uns aushaltet, hier immer wieder reinklickt, mitlest, kommentiert und nachkocht. Darüber freuen wir uns noch so sehr wie am ersten Tag (okay, blödes Beispiel – damals hat hier vermutlich überhaupt niemand reingeschaut und kommentiert, aber ihr wisst schon wie das gemeint ist)! Genauso freuen wir uns immer noch über das, was sich durch den Blog in den letzten Jahren ergeben hat – Freundschaften, Bekanntschaften, Begegnungen und vieles mehr. Dass so ein kleines Internetding mal so viel Auswirkung auf unser Privatleben haben würde, hätten wir vor fünf Jahren nie gedacht. Wir lassen uns überraschen, was das nächste Jahr für den Blog bereithält und freuen uns, wenn ihr uns weiterhin begleitet.

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    Belgrad, Gegessen, Gelesen, Gereist, Geteilt, Serbien

    Was bisher geschah: Oktober 2016 – Weinwanderungen, Fleischkoma & baskische Pintxos

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    Öfter mal was Neues. Nach fast fünf Jahren Feed me up before you go-go (ja, nicht nur wir werden langsam alt, sondern auch der Blog), ist das vielleicht auch höchste Zeit. Rückblickend auf die letzten Wochen, Monate und vielleicht sogar Jahre müssen wir uns eingestehen, dass wir nicht so oft zum Bloggen kommen, wie wir es gerne würden. Berufliche Verpflichtungen, Freizeitstress, Offlineleben und so – ihr kennt das. Das ist ein bisschen schade, denn eigentlich hätten wir genügend Ideen, stolpern über viele schöne Dinge und erleben interessante Begegnungen, über die wir gerne berichten würden, die es dann aber aus Zeitgründen doch nicht auf den Blog schaffen. Deshalb haben wir uns überlegt, in einem monatlichen Rückblick ein paar dieser Sachen zu sammeln und mit euch zu teilen. Das kann ein Restaurant sein, das wir entdeckt haben, neue Kochbuchzugänge, die den Stapel im Wohnzimmer zum Wackeln bringen (im Regal findet sich schon längst kein Platz mehr) und andere lesenswerte Beiträge, spannende Events, Städte oder Länder, die wir besucht haben, oder auch mal ein Rezept-Quickie (wenn es abends mal wieder zu dunkel für ein richtiges Fotoshooting war, uns das Gericht aber dennoch begeistert hat). Mal kurz, mal in etwas ausführlicher Form. Ihr merkt – so ganz wissen wir selbst noch nicht, wohin das alles führen soll. Ob wir das jeden Monat durchhalten? Keine Ahnung! Ob euch das überhaupt interessiert? Das müsst ihr uns sagen! Wir nennen es vorerst mal ein „Experiment“ und freuen uns über euer Feedback und eure Anregungen.

    Unterwegs

    Südtirol

    Anfang des Monats haben wir ein weinlastiges Wochenende in Südtirol verbracht. Die Nähe zu Italien nutzen wir viel zu selten, daher waren das Törggelen und das Kalterer Weinkulinarium ein schöner Anlass, uns mal wieder in Richtung Brenner aufzumachen. Wie immer geht ein Kurztrip nach Südtirol mit gutem Essen und kulinarischen Mitbringseln einher. Bald berichten wir hier noch etwas ausführlicher darüber.

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    Belgrad

    Das Schöne am meinem Job ist mitunter, dass er es mir ermöglicht, in Länder zu reisen, die sonst nicht ganz oben auf der Liste unserer Urlaubsziele stehen – Serbien zum Beispiel. Leider bleibt neben dem Besuch von Gedenkstätten, Museen und NGOs oft zu wenig Zeit für die kulinarischen Highlights der jeweiligen Länder. Wobei sich die Highlights in Serbien relativ einfach mit einem Wort zusammenfassen lassen: FLEISCH! Wer glaubt, die bayrische Provinz sei in dieser Hinsicht gewöhnungsbedürftig, war noch nicht in Belgrad essen. Gerade die etwas traditionelleren Restaurants scheinen der Meinung zu sein, dass Gemüse nur frittiert eine Berechtigung hat. Positiv ist dagegen, dass der Craft-Beer-Boom auch in Serbien voll eingeschlagen hat. Egal ob in Belgrad oder Novi Sad, es gibt an vielen Orten nicht nur die jungen serbischen Brauereien als Alternative zum Einheitslager, sondern oft auch internationale Biere von Brew Dog oder der Brooklyn Brewery. Mein Favorit war das Kaš Ryezen IPA, das eine schöne Balance aus fruchtigen und bitteren Noten bietet.
    Grundsätzlich sollte man sich in Belgrad nicht von Äußerlichkeiten abschrecken lassen. Die Fassade des Cafés Smokvica ist wie so vieles in der Stadt ziemlich heruntergekommen, doch drinnen erwartet einen moderner Shabby Chic und ein internationales Angebot an Mezze, Curry, Burger & Co. – eine gute Abwechslung zur sonst sehr deftigen serbischen Küche. Überhaupt ist der Burgertrend auch an Serbien nicht vorbeigezogen, entsprechende Läden sprießen an allen Ecken aus dem Boden. Zu empfehlen ist das Submarine BBQ, das am Rande der Fußgängerzone ein ganz hervorragendes Pulled Pork serviert. Etwas abseits liegt dagegen das maritim eingerichtete Mala Fabrika Ukusa. Auf der Karte stehen modernisierte serbische Gerichte, aber an Frittiertem und Fleischigem kommt man auch hier nicht vorbei. Noch versteckter in einem Hinterhof liegt das Mezestoran Dvorište. Hier wird griechisch gekocht, aber mit deutlichen Einflüssen anderer Mittelmeerstaaten. Die Grenzen zur Mezze-Küche sind fließend und durchaus gelungen. Wem es danach noch nach etwas Süßem gelüstet, kann sich entweder bei Dukat Halal die volle Dröhnung Baklava geben oder bei Moritz Eis ein superleckeres Ananas-Rucola-Eis holen. Tolle Cocktails in gediegener Atmosphäre bietet die Bar Central, während im Gunners Pub Craft Beer in eher studentischer Umgebung ausgeschenkt wird.
    Ansonsten solltet ihr euch neben den üblichen Sehenswürdigkeiten Zeit für das Museum der Geschichte Jugoslawiens und den Markt nehmen. Wer noch mehr Tipps für spannende und schöne Ecken in Belgrad sucht, sollte mal auf Igors Happy Interior Blog vorbeischauen – er war im Sommer in der Stadt und hat seinen Highlights gleich mehrere Posts gewidmet. Grundsätzlich ist Belgrad definitiv eine spannende Stadt, auch wenn sie sich Besucher_innen nicht unbedingt (besonders bei grauem Himmel) auf den ersten Blick erschließt – aber sie ist es wert, entdeckt zu werden.
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    München: Siemens-Event

    Kommuniziert ihr schon mit eurem Kühlschrank? Flüstert ihr dem Ofen leise Anweisungen ins Ohr? Das mag vielleicht etwas absurd klingen, doch so weit hergeholt ist das gar nicht. Mitte Oktober waren wir eingeladen, um uns bei einem Event die neuen vernetzten Haushaltsgeräte von Siemens Home etwas näher anzusehen. Unter dem Namen Home Connect hat Siemens alle Großgeräte miteinander verbunden, womit sich nun im Idealfall Ofen, Kühlschrank, Spülmaschine & Co. über eine App steuern lassen. Wir waren vor allem von den vielen kleinen Möglichkeiten angetan, die sich dadurch ergeben – z.B. lässt sich per App und Kühlschrankkamera mal eben checken, was noch fürs Abendessen fehlt. Gekocht wurde natürlich auch und dank der unzähligen in den Backöfen eingespeicherten Vorgaben, musste man sich kaum Gedanken um die Einstellungen machen. Spannend wäre nun, diese Spielereien mal im Alltag zu testen. Habt ihr schon Erfahrungen damit gemacht?
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    München: KitchenLab

    Im Küchenstudio Ludwig 6 von Dross & Schaffer findet nun regelmäßig das KitchenLab statt, bei dem bei Fingerfood, Drinks und netter Atmosphäre Expert_innen unterschiedliche Aspekte rund ums Essen, Kochen und Genießen vorstellen und diskutieren. Im Oktober drehte sich einen Abend lang alles um den/die „perfekte/n Gastgeber_in“. In der Diskussionsrunde: Bartender und Besitzer des Barroom – Münchens kleinster Cocktailbar – Emanuele Ingusci, Knigge-Expertin Janine Katharina Pötsch, Floristin und Dekorateurin Barbara Held und Betreiber des Supper Clubs Gourmandpunk Sebastian Hoffmann, die berichteten, was für sie den perfekten Abend ausmacht. Auch wenn die Meinungen im Detail durchaus auseinandergingen, waren sich doch alle einige, dass man als Gastgeber/in die Regie des Abends übernehmen sollte und sich in jedem Falle genügend Zeit nehmen muss. Das gilt genauso für die Gäste, die auch mal bereit sein sollten, sich z.B. auf einen ruhigen Abend in der Bar einzulassen und die Atmosphäre aufzunehmen.
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    Entdeckt

    Pintxos und Wein im Glockenbach

    Wiederentdeckt müsste es eigentlich heißen, denn unsere Restaurantempfehlung ist die Tapas- und Pintxos-Bar Itxaso im Glockenbachviertel. Die baskische Bar zählt zu unseren absoluten Lieblingsspaniern in München, doch da man dort zwischenzeitlich nicht mehr reservieren konnte, hatten wir öfters etwas Pech und konnten in dem fast immer rappelvollen Lokal nur noch selten einen Platz finden. Umso schöner, dass uns letzte Woche ein Event zum Thema Wein aus Spanien mal wieder ins Itxaso führte. Gemeinsam mit anderen Blogger_innen verkosteten wir zehn verschiedene Weine, die von Sommelier Peer F. Holm passend zu vorab eingereichten Fotos zum Thema „Spanish Moments“ ausgewählt wurden. Eine wirklich tolle Idee, um unterschiedliche spanische Weine kennenzulernen! Dabei merkten wir mal wieder, wie sehr wir uns mittlerweile vom Rotwein weg und hin zum Weißwein bewegt haben. Unsere Favoriten des Abends: Tapas Wine Collection Moscato 2015 und den liebevoll als „Saufwein“ betitelten Segura Viudas Xarel-lo 2015 – und natürlich die leckeren Tapas! Itxaso // Pestalozzistr. 7, München.

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    New Supper Club in Town

    Ein nettes Konzept, um Kochbücher noch etwas erlebbarer zu machen, hat sich Connecting Companies zusammen mit dem GU-Verlag und den Siemens lifeKochschulen ausgedacht. Ab sofort wird monatlich ein Kochbuch des Verlags samt Autor/in in den Fokus gerückt und zum gemeinsamen Dinner geladen. Natürlich werden bei der neuen Supper-Club-Reihe Gerichte aus den entsprechenden Büchern verköstigt. Zum Auftakt im November gibt es deutsch-türkische Fusion-Küche mit Filiz Penzkofer und ihrem Buch „Cook mal türkisch“. Wir waren zum Kick-off-Event in der AllianzArena eingeladen und wurden u.a. mit Orangen-Carpaccio mit roter Bete, Spinat(börek)strudel, „Frauenschenkel“, einem hervorragenden Dessert aus Couscous, weißer Schokolade und gemischten Beeren und unterhaltsamen Anekdoten über die türkische Oma der Autorin versorgt. Der Supper Club findet nicht nur in München, sondern auch in anderen Städten statt – Tickets und Termine gibts auf der Website.

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    Der Weizen: schnurrt, kratzt & beißt

    Tilman Ludwig, der mit „Das Helle“ ein echtes Lieblingsbier produziert und auch sonst ein sympathischer Kerl ist, hat endlich Bier Nummer 4 auf den Markt gebracht. Knackig benannt ohne komplizierte Fantasienamen hört es einfach auf „Der Weizen“. Der Wiedererkennungswert speist sich eher aus dem hübschen Etikett, das diesmal ein asiatisch anmutender Tiger ziert. Auch im Glas macht sich das Bier ganz gut. Der Geruch ist sehr angenehm, die typisch bananigen Noten sind deutlich, aber nicht penetrant. Die Hopfensorten Comet aus der Hallertau und Strisselspalt aus dem Elsass ergänzen das Ganze stattdessen um weitere fruchtige Komponenten. Im Mund dürfte die Banane für unseren Geschmack noch etwas ausgeprägter sein, andererseits bleibt „der Weizen“ so recht erfrischend und ist nicht so schwer, wie viele bayrische Weißbiere. Irgendwie erinnert das Bier auch an belgisches Wit, nur ohne die würzige Komponente. Schön, aber fast schon etwas zu gewöhnlich. Vielleicht ist es aber auch einfach die falsche Jahreszeit für die Flasche mit dem Tiger. Also im Zweifel einfach auf den Sommer warten und dann noch einmal ausführlich an der Isar, im Westpark oder auf dem Balkon testen.

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    Lesenswert

    Der ultimative Wein-Guide

    Nachdem wir uns im Oktober deutlich mehr mit Wein beschäftigt haben als sonst, war dieses Buch der perfekte Begleiter. Der ultimative Wein-Guide ist ein Grundlagenwerk, das sich an alle richtet, denen das vinophile Gehabe der Szene manchmal zu elitär ist und trotzdem gerne mehr über Wein erfahren wollen. Das Buch basiert auf dem amerikanischen Blog Wine Folly und kommt ähnlich unprätentiös, locker und mit netten Grafiken daher.

    USA vegetarisch

    Das Kochbuch, aus dem wir im Oktober am meisten gekocht haben, war definitiv „USA vegetarisch“. Der fünfte Band der vegetarischen Länderküche aus dem Brandstätter Verlag widmet sich einem unserer Lieblingsurlaubszielen und beweist, dass die USA kulinarisch mehr zu bieten haben als Burger, Hot Dogs & Co. Die Kürbis-Tarte daraus findet sich bereits auf dem Blog, in Kürze folgt eine ausführlichere Rezension.

    Food Gentrification

    Einen spannenden Artikel über die Auswirkungen von Hipster-Food und Food Gentrification haben wir über Vivi gefunden, auch wenn wir zugeben müssen, dem Avocado-Boom selbst ein wenig verfallen zu sein – doch auch das sollten wir wohl noch einmal überdenken.

    Hinweis: Wie oben erwähnt, wurden wir zu einigen der Veranstaltungen eingeladen – unsere Meinung bleibt davon, wie immer, unberührt.
    Fotocredit: Kürbis-Foto via unsplash.com

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    Gegessen, Gereist, Getrunken, München

    RiminiRimini – eine Adria-Brise weht durch München

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    Dass München die nördlichste Stadt Italiens ist, wissen wir längst. Doch dass nun mitten in Münchens Innenstadt auch ein adriatisches Herz schlägt, mag einigen vielleicht noch nicht bekannt sein. Seit letzten Freitag bereichert RiminiRimini die Stadt – ein neues Pop-up-Restaurant, das sich den Spezialitäten aus der Emilia-Romagna verschrieben hat und einen Hauch Dolce Vita rund um den Viktualienmarkt versprüht. Und wo wäre so ein Restaurant besser aufgehoben als im Eataly – dem italienischen Feinkostmarkt in der Schrannenhalle?

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    Nach dem Betreten der Schrannenhalle ziehen rot-weiß gestreifte Sonnenschirme an der Decke die Blicke der Besucher_innen auf sich und locken ins Zwischengeschoss, wo ein kleiner italienischer Sommernachtstraum der 60er Jahre auf die Gäste wartet. Auch hier ist man dem Farbkonzept treu geblieben und so kann man auf ebenso rot-weiß gestreiften Stühlen Platz nehmen und von dort aus dem bunten Treiben in der Markthalle zusehen.

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    Die Speisekarte setzt auf leichte italienische Sommerküche – eine schöne Ergänzung zu den bisherigen Angeboten des Eataly (wo der Fokus auf Pizza, Pasta, Fleisch, Backwaren und Süßspeisen liegt) – und hält dem Konzept entsprechend eine große Auswahl an landestypischen Fisch- und Muschelgerichten bereit. Gestartet wird mit täglich wechselnden Antipasti, die wir beim Pre-Opening ausführlich probieren dürfen. Egal ob Meeresfrüchtesalat, Artischocken, marinierte Sardellen, sautierten Miesmuscheln in Weißweinsauce oder gefüllte Paprika: Alles ist unglaublich frisch, perfekt abgestimmt und sieht auf dem hübschen bunten Porzellan ganz besonders sommerlich aus. Besonders angetan haben es uns die Piadina, dünne Fladenbrote aus der Romagna, die u.a. mit Burrata, Rucola und Schinken belegt werden (8,50€).

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    Wer anschließend noch Hunger hat, kann zwischen frischem Fisch vom Grill, hausgemachter Pasta (z.B. Fischravioli oder Spaghetto mit Fischragout) und Muscheln wählen (10€-20€). Auch hier kann uns die Auswahl voll überzeugen, gerade der Fisch war auf den Punkt gebraten und so zart und saftig, wie nur möglich. Überhaupt bestechen alle Gerichte durch das Bemühen, der italienischen Küche so nahe wie möglich zu kommen: wenige, aber dafür hochwertige Zutaten und angenehme Zurückhaltung beim Würzen der Gerichte. Die Produkte sollen für sich sprechen, was der Küche wirklich hervorragend gelingt.

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    Den krönenden Abschluss bildet die Ankunft des Dessertwagens, von dem man sich verschiedene Dolcetti (5 Stück für 6€) aussuchen kann, sofern man im Magen noch ein Plätzchen dafür findet. Der kulinarische Ausflug nach Italien wird natürlich auch durch passende Drinks abgerundet. Lemon Spritz mit Limoncello, 6PM Spritz mit Montanaro oder unser Favorit, der Capotonic mit Amaro del Capo – einem leicht bitteren Kräuterlikör – sorgen dafür, dass man sich spätestens nach dem letzten Drink nicht mehr in München, sondern in Italien wähnt.

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    RiminiRimini_Eataly_Schrannenhalle-22Das Pop-up-Restaurant RiminiRimini kann voraussichtlich bis zum 31. Oktober im Zwischengeschoss von Eataly München besucht werden. Geöffnet ist diese Mittelmeer-Oase Dienstag bis Freitag von 18.00 bis 22.30 Uhr und samstags von 11.30 bis 15.00 Uhr sowie von 18.00 bis 22.30 Uhr. Mehr Adria war in München noch nie!

    Vielen Dank an Eataly für die Einladung zum Pre-Opening. Unsere Meinung bleibt davon, wie immer, unberührt.

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    Gereist, Getrunken, München

    Craft, lokal und hochprozentig – die neuesten Trends der Finest Spirits 2016

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    Das Jahr der Münchner Alkoholliebhaber_innen beginnt nicht am 1. Januar (da ist man vermutlich eher damit beschäftigt, dem Hochprozentigen abzuschwören), sondern an einem Wochenende im Februar. Dann öffnet im MVG-Museum die Spirituosenmesse Finest Spirits ihre Pforten und über 100 Aussteller präsentieren die neusten Trends zum Thema Whisky, Gin & Co. In diesem Jahr waren wir das erste Mal zu zweit auf der Messe unterwegs, und da Sabrina keine Whiskytrinkerin ist, haben wir den Fokus diesmal stärker auf andere Spirituosen gelegt. Denn obwohl auf der Messe immer viele Single Malts und Bourbons angeboten werden, sind die drei Tage längst nicht mehr nur ein Treffen für Whiskyfans. Dementsprechend ließ uns der immer noch anhaltende Gin-Boom auch 2016 noch neue Entdeckungen machen und wir stellten fest, dass Rum als Ersatz für die immer teurer werdenden Single Malts dabei ist, sich einen dauerhaften Platz in den Sprituosensammlungen zu sichern. Nicht ganz warm geworden sind wir dagegen mit der Schwerpunktspirituose Wodka. Da fehlt uns für den puren Genuss die Abwechslung (wobei uns die neue Kartoffelvariante von Windspiel gut geschmeckt hat) – aber zum Glück gibt es ja noch Cocktails, und in dieser Form konnte uns der klare Schnaps dann doch für sich gewinnen.

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    Wie in jedem Jahr betreute Richi Link (vormals Wasserwerk, jetzt Juleps) zusammen mit seinen Kollegen die Finest-Spirits-Bar, wo er perfekte Varianten verschiedener Cocktailklassiker zubereitete und uns vor allem mit seinen ganz besonderen White Russians überzeugen konnte. Das Geheimnis war neben dem hochwertigen Beluga-Wodka zum einen die Sahne. Leicht angeschlagen sorgte sie für ein tolles Mundgefühl und machte den Drink gleich noch viel runder. Zum anderen wurden die Drinks mit Macadamia- bzw. Toncabohnensirup gesüßt, was ihnen den letzten Schliff verlieh. Ordentlich süß, aromatisch und supercremig – da sehnt man sich sofort den Bademantel herbei. Die White Russians waren für uns natürlich nicht das einzige Highlight der Finest Spirits.

    Wir haben für euch unsere hochprozentigen Entdeckungen der Messe zusammengefasst:

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    Whisky

    Beim Whisky setzen sich jene Trends fort, die auch schon im letzten Jahr zu beobachten waren: Single Malts ohne Altersangabe und aus anderen Ländern als Schottland bevölkerten die Stände zwischen den alten Straßenbahnen. Wer aktuell im Bereich alter Whiskys noch Schnäppchen schlagen will, muss echte Trüffelschweinqualitäten besitzen oder eben bereit sein, auch mal etwas mehr Geld in die Hand zu nehmen. Andererseits sorgt die Knappheit in den Lagerhäusern auch dafür, dass sehr gute Tropfen auf den Markt kommen, die sich eben nicht nur über die zweistellige Zahl auf der Flasche definieren. Am Stand des langjährigen Premiumpartners Andrea Caminneci konnten wir beispielsweise den Spey Tenné von der Speyside Distillery probieren, einen sehr gelungenen Einsteigerwhisky mit Portwein-Finish und ohne Altersangabe (wobei uns versichert wurde, dass jedes verwendete Fass mindestens acht Jahre auf dem Buckel hat). In der Nase kitzelt der Spey Tenné ziemlich fruchtig – dunkle Beeren und Trockenfrüchte –, im Geschmack dann relativ scharf alkoholisch, aber immer noch mit genügend Portwein- und Eichennoten, um den Alkohol einzubinden. Mir hat er auf jeden Fall Lust auf die anderen Flaschen der kleinen Brennerei aus der Speyside gemacht.

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    Eine gute Möglichkeit weiterhin an besondere Flaschen zu kommen, sind natürlich die jeweiligen Clubs der großen Whiskymarken. Wer sich dort anmeldet, bekommt regelmäßig Angebote für (natürlich trotzdem nicht ganz günstige) Sondereditionen, die es meistens nicht auf den freien Markt schaffen. Gut, dass es die Finest Spirits gibt, auf der dann solche ausverkauften Flaschen am Stand stehen und probiert werden können. Bei Glenmorangie hat mich beispielsweise die letzte Private Edition Milsean in ihrer schönen rot-weißen Flasche sehr begeistert, in der sich ein süß-herber, im Rotweinfass gefinishter Single Malt befindet.

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    Rum

    Zuckerrohrspirituosen waren schon bei der letzten Finest Spirits ein großes Thema. In diesem Jahr hatten wir die Gelegenheit, uns beim Bremer Spirituosen Contor durch die Vielfalt verschiedener Rumsorten zu probieren. Aufgrund der hohen Temperaturen in der Karibik ist der Angels‘ Share bei der Lagerung von Rum ziemlich hoch, dementsprechend sind die verfügbaren Sorten längst nicht so alt, wie vergleichbare Single Malts. Aber wer Glück hat und mal die Gelegenheit, einen 18- oder 21-jährigen Rum probieren zu können, sollte sich das nicht entgehen lassen. Die Aromen werden komplexer, der Alkohol weicher und zum Mixen sind diese Flaschen definitiv viel zu schade. Spannend war auch zu sehen, wie sehr sich der Charakter verschiedener Inseln herausriechen und -schmecken lässt. Hier war beispielsweise der Six Saints von der kleinen Insel Grenada ein tolle Überraschung. Wer Bananen und Papaya mag, muss diesen Rum probieren!

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    Gin & Tonic

    Beim Gin hatten wir den Eindruck, dass vor allem ein Wettbewerb besteht, in dem sich alles darum dreht, immer unbekanntere Botanicals in den Gin zu bekommen. Jeder neue Gin-Produzent versucht in der eigenen Umgebung eine Pflanze zu finden, die bisher noch nicht verwendet wurde und baut darum dann sein Marketing auf. Ob Sellerie oder Alpenkräuter – zum jetzigen Zeitpunkt scheint die Natur noch einiges herzugeben. Mal schauen, wie lange der Markt das noch mitmacht und welche Start-ups in drei bis vier Jahren immer noch Gin produzieren. Allerdings konnte man uns auch in diesem Jahr wieder überraschen – mit ungewöhnlichen Zutaten im Glas. Wir waren überrascht, als uns am Stand von Weinwelt Gin & Tonics mit Salzpopcorn und Paprika angeboten wurden. Gerade die Kombination mit salzigem Popcorn zum Roner Z44-Gin aus Südtirol passte perfekt. Die leicht buttrige Salznote sorgt für ganz neue Geschmacksexplosionen im Mund. Ebenso interessant war die Erfahrung, eine scharfe Paprika einmal kurz durchs Glas gezogen zu bekommen. Schon wenige Momente hinterlassen im Drink eine leichte Schärfe und Würze. In Zukunft müssen wir also noch stärker experimentieren, wenn es ans Mixen geht!

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    Craft & lokal

    Immer mehr kleine Start-ups drängen auf den Sprituosenmarkt und versuchen Lücken zu finden, die noch nicht besetzt sind. Aktuell scheint genau das in Deutschland mit Moonshine versucht zu werden. Moonshine war eigentlich ein illegal gebrannter Schnaps in den USA, ist heute aber auch eine Bezeichnung für oft ziemlich süße Liköre mit verschiedenen Geschmacksrichtungen. Klassischerweise wird Moonshine in Mason Jars verkauft (so war es früher einfacher, den Selbstgebrannten zu schmuggeln), was marketingtechnisch aber auch ganz schlau ist, sieht das Getränk so doch gleich ganz fesch aus und versprüht einen gewissen Retro-Charme. Probiert haben wir u.a. den Moonshine von O’Donnell, deren Bratapfelvariante uns ziemlich begeistert hat und dessen schnieke Ausgießer übrigens stilecht in der JVA Vechta hergestellt werden.

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    Ebenfalls aus Berlin kommt der Wood N Wodka, bei dem der etwas farblosen Spirituose durch die Zugabe von Rauch (die Flaschen werden wirklich erst mit Rauch gefüllt, dann kommt der Wodka dazu und alles wird verschlossen) eine interessante neue Note verliehen wird. Gerade experimentiert man mit verschiedenen Holzsorten, da wäre also noch Platz für viele neue Geschmackserlebnisse. Eine große Zukunft wäre der Mischung Wood N Wodka und Club-Mate zu wünschen, denn die Kombination passt wie die Faust aufs Auge.

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    Ebenfalls ganz frisch auf dem Markt sind die Jungs von Weissbrand Distilling, die mit Birds einen Weinbrand aus Weißwein und zwölf Botanicals hergestellt haben. Weissbrand nennen sie das Zeug, für das je 0,5-l-Flasche zehn Liter Riesling notwendig sind. Pur ist der Geschmack der Spirituose etwas gewöhnungsbedürftig, aber nach Auskunft der jungen Erfinder, zielt man sowieso stärker auf die Barszene und damit auf eine Verwendung in Cocktails ab. Testen konnten wir das gleich mit dem neuen Green Monaco, dem Herbal Tonic von Aqua Monaco (das auch pur ein Knaller ist). Wirklich tolle Kombi, könnte unser Sommerdrink werden! Und der Preis für die schönste Flasche der Messe geht ohnehin an Birds.

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    In München beheimatet, aber bisher schändlicherweise völlig an uns vorbeigegangen, ist Grimm Spirit, die verschiedene Liköre auf den Markt gebracht haben. Neben Holly Van, einem leckeren Holunderblütenlikör mit Madagaskar-Vanille hat die Bar-Manufaktur den wohl besten Haselnusslikör am Start, den wir je probiert haben: Natali – flüssiges Nutella, nur viel besser! Auch ihr Rumlikör Affengeil kann überzeugen. Die Basis des Likörs bilden Jamaika-Rum und Pedro Ximénez-Sherry aus Spanien, die dann mit Gewürzen wie Zimt, Vanille, Pfeffer und Kardamom verfeinert wird. Recht süß, aber komplex, würzig und lecker. Verliebt haben wir uns auch direkt in das hübsche kupferfarbene Barzubehör, das die Manufaktur vertreibt – besonders der French Copper Shaker ist ein Traum!

    Das waren unsere Eindrücke von der Finest Spirits – einen besseren Start ins #Alkoblogger-Jahr hätten wir uns kaum wünschen können. Was sind denn eure aktuellen Favoriten und Geheimtipps auf dem Feld der Schnäpse und Liköre?

    Vielen Dank an storykitchen für die Einladung zur Messe. Unsere Meinung bleibt davon, wie immer, unberührt.

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    Getestet, Getrunken

    Ein Craft-Beer-Glas für alle Fälle: IPA, Wheat & Stout

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    Es gibt Dinge, von denen man gar nicht ahnt, dass man sie braucht. Craft-Beer-Gläser stehen auf dieser Liste bei den meisten Leuten vermutlich ganz weit oben. So auch bei uns. Wenn man nicht direkt die Flasche ansetzen möchte, gibt es in München z.B. eigentlich nur drei Varianten, sein Bier zu trinken: aus dem typischen 0,5-l-Lagerglas fürs Helle, dem hohen Weizen- oder Weißbierglas und natürlich dem Bierkrug (nur echt in der 1-l-Ausfertigung). Höchstens in einer spezialisierten Bar wie dem Tap-House trifft man auch mal auf ein besonderes Tasting-Glas. Doch der Craft-Beer-Boom schafft neue Wünsche, und die Frage, ob ein tiefschwarzes Imperial Stout eigentlich aus dem gleichen Glas getrunken werden sollte wie ein klares, fruchtiges IPA, wird plötzlich virulent. So ist es nicht verwunderlich, dass ein globaler Konzern wie der Glashersteller Spiegelau die Zeichen der Zeit erkannt und sein Sortiment um drei Gläser erweitert hat. Wie es dazu kam, worin die Unterschiede zwischen einem Witbier aus der Flasche und aus einem Spiegelau-Glas bestehen und was ein Rollrand ist, durften wir vor einiger Zeit zusammen mit einigen anderen Food- und BierbloggerInnen ausführlich erfahren (und ertrinken).

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    Die Craft-Beer-Gläser wurden von Spiegelau allerdings nicht in Zusammenarbeit mit deutschen Brauereien entwickelt, sondern dort, wo Craft Beer in jedem noch so kleinen Kaff ein Ding ist: in den USA. Gemeinsam mit Branchengrößen wie Dogfish Head, Sierra Nevada, Rogue und Bell’s sind in durchdachten Workshops die drei etwas ungewöhnlich aussehenden Gläserformen entstanden. In mehreren Runden wurden Dutzende Glasformen getestet, bis am Ende das Glas feststand, das den Charakter des jeweiligen Biertyps am besten zur Geltung kommen lässt. Alle drei Gläser haben einen sehr dünnen, lasergeschliffenen Rand, der dafür sorgt, dass das Bier genau dort im Mund landet, wo die BrauerInnen es haben wollen. Also kein dicker Rollrand, der die meisten günstigen Biergläser aus Massenproduktion auszeichnet. Überhaupt sind die Gläser unglaublich dünn geblasen und dadurch sehr leicht. Der Gedanke dahinter ist, dass so der Wärmeaustausch zwischen Glas und Flüssigkeit so weit wie möglich reduziert werden kann – das Bier bleibt also länger kalt. So viel zur Theorie – doch lässt sich da wirklich ein Unterschied erschmecken? Und wie!! Der Direktvergleich beim Blogger-Workshop entlockt allen gehörige „aaahs“ und „oohhs“ – wir hatten nicht geahnt, dass die Beschaffenheit eines Glases wirklich so starken Einfluss auf den Geschmack nehmen kann!

    Was die drei Glasformen so besonders macht und welche dazu passenden Biere uns gerade gut schmecken?

    IPA – India Pale Ale

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    Das India Pale Ale ist der Craft-Beer-Stil schlechthin. Es gibt quasi keine kleine Craft-Brauerei, die nicht irgendeine IPA-Variation im Sortiment hat. IPAs zeichnen sich vor allem durch einen dominanten Hopfenanteil aus, weshalb das Glas die bitteren und fruchtigen Noten des Bieres hervorheben soll. Die lange Glasform und die relativ kleine Öffnung unterstützen nicht nur den Geschmack, sondern sorgen beispielsweise auch dafür, dass die Kohlensäure nicht sofort wuchtig die Zungenspitze trifft (und betäubt), sondern vielmehr fein perlend im Hintergrund bleibt. Das Glasdesign stellt außerdem sicher, dass zuerst die Zungenmitte getroffen wird und so der komplexe Geschmack des Bieres ausgewogen zur Geltung kommt und nicht verflacht. Im Test mit dem Sierra Nevada Pale Ale aus der Flasche und dem Glas bewahrheiten sich diese Überlegungen – das Bier aus dem Glas schmeckt deutlich komplexer.

    Unsere aktuellen IPA-Empfehlungen aus Deutschland:

    Distelhäuser Lucky Hop IPA, 7,7%; Braukunstkeller Mandarina IPA, 6,1%; Crew Republic 7:45 Escalation Double IPA, 8,3%.

    American Wheat Beer / Witbier

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    Eine deutlich größere Glasöffnung als beim IPA braucht es allerdings für amerikanische Weizen- oder belgische Witbiere. Dieser traditionelle Bierstil, bei dem Koriandersamen und Orangenschalen zum festen Bestandteil des Herstellungsprozesses gehören (tschüss Reinheitsgebot), braucht für sein fülliges, würziges Aroma einfach mehr Platz. Durch die offene Gestaltung des Glases, spült die Flüssigkeit den ganzen Mund, das Bier erreicht also alle Geschmacksknospen auf einmal. Die Kohlensäure, die im parallel getesteten Standardlagerglas ganz grob daherkommt, perlt hier wieder ganz fein und unterstützt den frischen Geschmack dieses Stils.

    Gut geschmeckt haben uns in letzter Zeit:

    Blanche De Namur, Belgien, 4,5%; Allagash White, USA, 5%.

    Stout / Porter

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    Die malzbetonten Sorten Stout und Porter haben wieder ganz andere Anforderungen an das passende Gefäß. Etwas größer als das IPA-Glas, aber nicht so bauchig wie die Weizen-Variante, entlockt es dem dunklen Bier die typischen Schokoladen-, Karamell- und Kaffeenoten, ohne jedoch die Bitternoten zu sehr zu betonen. Beim direkten Vergleichsschluck aus dem Lagerglas schleicht sich hier beispielsweise ein leicht verbrannter Geschmack ein, der durch die Lenkfunktion des Spiegelau-Glases vermieden wird. Die Stilform unterstützt außerdem die Schaumbildung.

    Wer es gerne dunkel mag, sollte hier zugreifen:

    Tilmans Die Dunkle, Deutschland, 5%; Evil Twin I Love You With My Stout, USA, 12%; Rogue Chocolate Stout, USA, 6,3%.

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    Alle Gläser zeichnen sich im Übrigen auch dadurch aus, dass sie die Rolle der Nase wertschätzen. Christian Kraus, Vertriebsgeschäftsführer von Spiegelau, erklärt dazu, dass der Geruch zu 80% entscheidend sei, wenn man Bier trinke. Durch die sich nach oben verengende Glasform werden bei diesen Gläsern (wie auch bei Wein- oder Nosing-Gläsern) die Aromen gebündelt und landen direkt dort, wo sie hinsollen. Und wer schon einmal die herrlichen Fruchtaromen eines bis zum Anschlag kalt gehopften IPAs oder den dicklichen Kaffee- und Schokoladenduft eines Stouts in der Nase gehabt hat, glaubt das auf der Stelle.

    In Deutschland sind die Gläser noch nicht so richtig angekommen, aber wenn man überlegt, welche Schwierigkeiten es immer noch bereitet, hier jederzeit ein ordentliches IPA zu kaufen, verwundert das eigentlich nicht. Bier ist für die meisten eben (noch) kein Genussmittel, sondern vielmehr Durstlöscher und Abfüllgetränk. Und das funktioniert mit dem Maßkrug wohl besser. In den USA sind die Gläser dagegen schon recht verbreitet, wie ein Blick auf Instagram zeigt. Wenn man sich dort durch die unzähligen Craft-Beer-Accounts klickt, begegnet man u.a. immer wieder dem geriffelten Hals des IPA-Glases.

    Es wäre Spiegelau zu wünschen, dass der Craft-Beer-Boom auch hierzulande für größeres Interesse an den Produkten sorgt. Für uns ist es nach diesem Tag jedenfalls nicht mehr so einfach, zum Standardglas zurückzukehren. Wir können auch wirklich nur ermutigen, die Sache selbst mal zu testen und zu schauen, ob sich so nicht noch ein Quäntchen mehr an Geschmack aus euren Lieblingsbieren herauskitzeln lässt.

    Wer noch mehr über unseren Tag mit Spiegelau erfahren möchte, sollte mal bei Männerabend vorbeischauen. Die Jungs haben eine tolle Podcast-Reihe zum Thema Bier und waren vor Ort, um mit uns über Bier zu plaudern. Und noch mehr Fotos vom Event findet ihr bei unserer #Alkoblogger-Kollegin von Kalinka’s Kitchen.

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    Werbung: Vielen Dank an Spiegelau und die Zweiblick-Mädels für die Einladung zum Event und die wirklich überraschenden Erkenntnisse in Sachen Bierglas! (Ohne das passende Glas geht hier gar nix mehr!) Unsere Meinung bleibt davon, auch im leicht alkoholisierten Zustand, unberührt.

    Hinweis: Alle Fotos ohne unser Wasserzeichen mit freundlicher Genehmigung von sampics Photographie.

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