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Gegessen, Gereist, Getrunken, München, Münchner Umland

Was bisher geschah: April 2019 – Wermut with a view in der M’Uniqo Rooftop Bar, Beer-Pairing im Bapas und Mini-Burger im kleinen Flo

Magnolien Foto: Christopher Jolly

// Dieser Beitrag enthält unbezahlte Werbung, da wir u. a. über Presseevents berichten, andere Blogs erwähnen sowie persönliche (nicht gesponserte) Empfehlungen aussprechen und verlinken. //

Zwischen sonnigen 27 Grad und frostigem Schnee war im April einiges los. Das sonnengetränkte Osterwochenende haben wir genutzt, um ein paar neue und alte Ecken Münchens und der Umgebung kennenzulernen. Auch spannende kulinarische Neuentdeckungen kamen dazu sowie ein paar alte Bekannte, die gleich noch mal besucht wurden, weil es uns so gut geschmeckt hat. Unsere (nicht nur) kulinarischen April-Highlights aus München und Umgebung findet ihr in diesem Monatsrückblick.

Unterwegs

Osterspaziergang durchs Murnauer Moos

Zusammen mit dem Osterbesuch kommen wir unserem Langzeitprojekt, alle umliegenden Seen zu erkunden, ein Stückchen näher. Da am Staffelsee allerdings die Ausflugsinfrastruktur größtenteils noch im Winterschlaf steckt, zieht es uns nach einem kurzen Spaziergang weiter ins nahe gelegene Moorgebiet. Der Rundweg durchs schöne Murnauer Moos umfasst locker schaffbare 12 Kilometer und ist dank guter Beschilderung und ausgebauten Wegen leicht und angenehm zu laufen. Highlight der Wanderung ist der Bohlenweg durch das Hochmoor, den wir – wie denn auch sonst? – mit „Cheri, Cheri, Lady“ auf den Lippen durchlaufen. Der kurze Abstecher nach Murnau am Ende des Tages zeigt, dass wir noch einmal mit etwas mehr Zeit zurückkommen müssen, denn hübsch ist es dort!

Staffelsee Murnau

Murnauer Moos Rundweg Bohlenweg

Murnau Marktplatz

Besuch im Olympiadorf

Ja, manchmal braucht es Besuch aus der Ferne, um das, was man direkt vor der Nase hat, schätzen zu können. So schaffen wir es nach neun Jahren endlich zum Münchner Olympiadorf. Wir schlendern bei bestem Wetter durch die von viel Grünzeug bewachsenen Betonhäuser und informieren uns dabei mithilfe von Wikipedia über die architektonischen und historischen Hintergründe des Viertels. Nicht verpassen sollte man die Gedenktafel an der Unterkunft der israelischen Olympiamannschaft, wo 1972 die Geiselnahme und Ermordung durch palästinensische Terroristen ihren Anfang nahm. Von dort aus geht es weiter zum heute vom Studentenwerk verwalteten Frauendorf, das aus kleinen zweistöckigen Häuschen besteht. Wer ein solches bewohnt, darf die Fassade nach Belieben bemalen, und so finden sich dort zahlreiche tolle Fotomotive. Bevor es schließlich rüber zu den blühenden Kirschblüten im Olympiapark geht, darf ein Stopp beim 2017 eröffneten Erinnerungsort für das Attentat von 1972 nicht fehlen. Als Einschnitt in einen Hügel angelegt, bietet der Ort Informationen zu den Opfern des Anschlags und einen sehr gut gemachten Film über die Hintergründe und das Ereignis selbst.

München Olympiadorf Gedenktafel Connollystr. 31

München Olympiadorf bunte Häuser

München Olympiadorf bunte Häuser

München kann ja doch urban: Werksviertel Mitte

Auch die Gegend hinter dem Ostbahnhof haben wir länger nicht besucht, dabei ist hier gerade alles im Umbruch. Dort entsteht das Werksviertel Mitte auf der wohl spannendsten Baustelle Münchens, denn in der Umbauphase darf München sich über ein bisschen raueres, urbanes Großstadtflair freuen. Das bunt bemalte Container Collective ist eine kleine Pop-up-City für Künstler_innen, Boutiquen, Restaurants, Cafés und Bars. Tagsüber lädt die Kaserne de Janeiro zum Kaffeetrinken auf der Terrasse ein, abends verwandelt sich dieser Teil in die BAR of BEL AIR.

Neuester Zuwachs im Werksviertel ist außerdem das Hi-Sky, Deutschlands größtes Riesenrad. Irgendwie haben wir aber mehr Lust auf Eis, heben uns die Fahrt mit dem Riesenrad und den Blick über München für ein andermal auf und wandern lieber in Richtung der Isar, wo wir True & 12 den ersten und wie immer köstlichen Besuch des Jahres abstatten.

München Werksviertel Mitte Mural

München Werksviertel Mitte

München Werksviertel Mitte Kaserne de Janeiro

München Werksviertel Mitte

Hi-Sky Riesenrad München Werksviertel Mitte

Entdeckt

Über den Dächern Münchens: die M’Uniqo Rooftop Bar im Andaz Hotel*

Nachdem wir das Neubaugebiet am Schwabinger Tor lange Zeit ignoriert haben, fahren wir jetzt gefühlt im Zweiwochentakt in den Norden Münchens. Zwischen neuen Büro- und Wohnkomplexen verstecken sich einige empfehlenswerte kulinarische Hotspots, und einer davon erlaubt den Blick über die Dächer der Stadt. Die M’Uniqo Rooftop Bar im Andaz München ist zwar erst seit wenigen Wochen geöffnet, hat aber in den sozialen Netzwerken schon kräftig Aufsehen erregt. Grund genug, sich dort mal näher umzuschauen. Um in die Bar zu kommen, geht es zunächst in die einladende offene Lobby des Hotels, wo vor allem eine riesige goldene Breze ins Auge sticht. Auch sonst sind zahlreiche Kunstwerke in die Einrichtung integriert, die extra für das Hotel konzipiert wurden. Mit dem Aufzug geht es dann in den 12. Stock – zumindest sofern man reserviert hat oder noch Plätze frei sind. Sonst ist hier möglicherweise schon Schluss, denn die Bar erfreut sich aktuell größter Beliebtheit.

Hotel Andaz München Schwabinger Tor goldene Breze

Lobby und Bar Hotel Andaz München Schwabinger Tor

Oben angekommen, fällt der Blick sofort auf die bodentiefen Fenster, die rundherum einen traumhaften 360-Grad-Blick über München ermöglichen. Da leuchtet auf einer Seite die Allianz Arena im Heimspielrot, auf der anderen sind dank klarem Himmel die schneebedeckten Gipfel der Alpen zu erahnen. Als wir uns von der atemberaubenden Aussicht losreißen können, geht es an einem langen Tisch neben der zentralen Bar schon gleich mit den ersten Drinks los. Chef-Mixologe Chris Schmidt-Sánchez hat seine Vorliebe für Rum und Wermut in die Karte eingebracht, und so starten wir mit einem spritzig-leichten Vermouth Tonic. Anschließend gehen wir zum Rum über und dürfen den hauseigenen weißen Rum-Blend probieren, an dem lange getüftelt wurde und in den u. a. Havana Club, Plantation, Chamarel und Paranubes eingeflossen sind. Herausgekommen ist ein sehr weicher und auch pur wunderbar trinkbarer Blend, der Lust auf mehr macht. Auch auf spezielle Wünsche wird gerne eingegangen („Was mit Mezcal“), und so steht zum Abschluss ein „Deep in the Sea“ vor mir, der u. a. mit Mezcal, Aquavit und einer Prise Salz gemixt wurde. Das alles macht umso neugieriger auf die Renaissance-Karte, die bald herauskommen und sich an alten italienischen Meistern orientieren soll.
M'Uniqo Rooftop Bar im Andaz München Hotel
M'Uniqo Rooftop Bar im Andaz München Hotel
Venezianische Küche im M'Uniqo Rooftop Bar im Andaz München Hotel
Auch kulinarisch muss sich die Bar keineswegs verstecken, gehört doch eine eigene Küche zum M’Uniqo. Orientiert wird sich an venezianischen Spezialitäten wie Cicchetti, Bruschette und Pizzen aus dem Steinofen. Bei den Kleinigkeiten, die zuerst auf dem Tisch landen, begeistert uns vor allem die Stracciatella di bufala, eine Vorstufe von Burrata, die wunderbar cremig ist und mit geröstetem Brot und Gemüse serviert wird. Doch auch die Pizzette sind hervorragend. Sie kommen teiglastig, mit dickem Rand daher (bei so gutem Teig ist das keineswegs negativ zu verstehen) und z. B. mit Pilzen und Trüffelöl – unser Favorit! Die Desserts fallen dagegen etwas ab, aber das kann den guten Eindruck nicht trüben. Die Preise sind – wir befinden uns immerhin in einem 5-Sterne-Hotel in München – am oberen Ende angesiedelt, aber der Qualität und Location angemessen. Der Abend sollte hier übrigens nicht ohne einen Gang zur Toilette enden, und am besten sucht man sie gleich zweimal auf – einmal in der Bar selbst und zum Abschluss in der Lobby. Denn sonst würde man ja die schönsten Toiletten Münchens verpassen! Wir kommen sicher bald wieder, alleine schon, um die Dachterrasse im 13. Stock zu bewundern, die ganz frisch nach Ostern eröffnet wurde. M’Uniqo Rooftop Bar im Andaz München // Leopoldstraße 170, München.
Blick auf München von der M'Uniqo Rooftop Bar im Andaz München Hotel
Die schönste Toilette Münchens im Andaz Hotel

Der kleine Flo ODER warum einen Burger bestellen, wenn man auch drei haben kann?

Nach neun Jahren in München sollten wir es eigentlich besser wissen. Man geht in dieser Stadt nicht ohne Reservierung aus dem Haus. Schon gar nicht, wenn man mit knurrendem Magen neue Lokale besuchen möchte. Als wir am Vorabend des 1. Mai (auch das noch!) im Kleinen Flo aufschlagen, sind alle Tische nicht nur für den Moment belegt, sondern größtenteils auch für die nächsten zwei Stunden reserviert. Glücklicherweise gehört der Service zum nettesten, den wir in letzter Zeit erlebt haben, und versucht das Beste aus der Situation zu machen. Nach etwas Warterei bekommen wir nicht nur einen Tisch, sondern werden sogar noch einmal umgesetzt, sodass wir nicht auf die nachfolgende Reservierung Rücksicht nehmen müssen. Bei so viel Betrieb immer noch entspannt und freundlich zu bleiben, das schaffen leider nicht viele Restaurants.

Am Tisch widmen wir uns endlich der Speisekarte, die allerdings nicht ganz selbsterklärend ist. Das Besondere am Flo sind nämlich die kleinen Portionen. Es gibt Mini-Burger, aus denen man sich mit Beilagen und Soßen seine persönliche Lieblingskombination zusammenstellt. Je nach Hungergefühl sind drei bis vier Burger (zwischen 2,70 und 4,20 €) und eine Beilage ausreichend und entsprechen etwa einer Portion im regulären Burgerladen. Die Auswahl an Mini-Burgern ist groß, vom klassischen Cheeseburger bis zu gewagten Kombinationen wie dem Weißwurst- oder Dattel-im-Speckmantel-Burger. Auch für Vegetarier_innen und Veganer_innen gibt es einige spannende Burger zu entdecken. Wir bestellen jeweils drei der kleinen Hamburger, dazu eine Portion reguläre und eine Portion Süßkartoffelpommes. Wem das alles – schließlich bestellt man auch noch über einen Ankreuzzettel – zu kompliziert erscheint, dem hilft der freundliche Service gerne weiter.

Der kleine Flo Burger München

Und geschmacklich? Da hat sich das Warten glücklicherweise gelohnt. Die Buns sind luftig und weich, die Soßen reichhaltig und die Beläge stimmig. Unsere Favoriten sind der Koreanisch-japanische-Fusion-Burger mit scharfem Kimchi und Rindfleisch (die Kombination gibt es auch mit knusprigem Tofu) und der französische Ziegenburger mit Ziegenkäse, karamellisierter Apfelscheibe und Feigensenf. Auch bei den etwas gewöhnlicheren Vertretern (bei der Austernpilzvariante zum Pulled Pork hatte ich mir mehr erhofft und das Baba Ghanoush auf dem Avocado-Burger hätte noch mehr Würze vertragen) jammern wir auf hohem Niveau, und überhaupt ist das Schöne an dem Konzept ja, dass nach drei, vier Happen schon der nächste Burger wartet. Auch bei den Pommes passt alles, nur unsere Wahl von Chimichurri als Soße war ungünstig, denn die sehr grob gehackten Kräuter lassen sich nur widerwillig mit den Kartoffelstangen aufnehmen und landen deswegen zum Teil als zusätzliche Würze auf unseren Burgern. Dafür ist die vegane Koriander-Mayo so gut, dass wir das Glas restlos auskratzen. Gerne hätten wir noch vom Nachtisch probiert (auch den gibt es in kleinen Portionen für schlappe 1,90 €), doch Platz haben wir keinen mehr im Magen.  Zusammen mit zwei kleinen Flaschen Untergiesinger Erhellung kommen wir auf 37 € und liegen damit ähnlich wie bei den großen Vertretern der Burgerbraterei. Der kleine Flo // Josephspitalstraße 4, München.

Der kleine Flo Mini-Burger Restaurant München

Bier-Pairing* und Frühstück im Bapas

Der Trend, die bayrische Küche zu modernisieren und vom Touri-Hofbräuhaus-Kitsch zu befreien, reißt in München nicht ab. Auch noch recht neu in dieser Runde ist das Bapas zwischen Giselastraße und Münchner Freiheit, das nicht nur bayrische Schmankerl in Tapas-Form serviert, sondern auch ein umfangreiches Beer-Pairing-Menü anbietet. Die Betreiber des Restaurants, Nicolaus Doerr und Oliver Grober, haben das Konzept des Bier-Pairings bei einem Freund in Brüssel kennengelernt und daran anschließend fünf Biere ausgewählt, die zu ihrer eigenen Speisekarte passen. Unkompliziert soll es sein und Spaß machen – das war ihnen dabei besonders wichtig. Der Fokus liegt also klar auf dem Pairing, es ist kein Tasting im klassischen Sinne. Wer das fünfgängige Pairing-Menü also bucht, muss kein Vorwissen mitbringen – alles Wissenswerte findet man praktischerweise in einem kleinen Booklet zusammengefasst. Darin gibt es zu jedem Bier eine grafisch aufbereitete Analyse, sodass auch eingefleischte Pilstrinker_innen mitreden können.

Bapas Beer-Pairing München

Wir starten mit rosa Kalbstafelspitz, der in einem Töpfchen mit Rapunzelsalat und marinierten Pilzen serviert wird. Das erste Bier kommt im Gegensatz zum Essen nicht als Miniportion auf den Tisch, sondern als reguläre Größe. Das Isar-Bier aus der Brauerei Riedenburger ist ein modernes, aromahopfenlastiges Helles, das schön leicht und mit etwas Frucht daherkommt und so die Geschmacksnerven nicht gleich überfordert. Klassischer ist dagegen das Andechser Helle, das wir zu Spinatknödeln mit Pilzsoße und Appenzeller gereicht bekommen und dessen hohe Trinkbarkeit sehr gut mit dem kräftigen Essen harmoniert. Beim nächsten Gang sei das Pairing ganz einfach gewesen, erzählt Nicolas, denn die für den Bierstil typischen Bananenaromen des Andechser Weißbieres treffen auf ein Bananensorbet mit Weißbierschaum – ein Traum, der übrigens nicht auf der regulären Bapas-Karte zu finden ist und exklusiv beim Bier-Pairing probiert werden kann. Gut, dass wir beide Bananen lieben, sonst würde es bei diesem Gang schwierig werden. Das Fleisch der Hauptspeise – Mini-Schweinebraten mit Krautsalat und Kartoffelknödel – ist zart, die Haut knusprig und die Soße intensiv. Da kann nur ein kräftiges Bier mithalten, z. B. das Vogelwuid IPA von Hoppebräu. Ordentliche 6,5 % Alkohol, viel Hopfenbittere und ein solider Malzkörper sind genau die richtigen Begleiter zum bayrischen Wirtshausklassiker. Zum Dessert wird es dann etwas ruhiger, die Kombination aus Gugelhupf mit weißer Kaffeesoße und dem Riedenburger Dolden Dark Porter passt perfekt. 34,90 € kostet das Beer-Pairing-Menü inklusive fünf großen Bieren – ein fairer Preis für einen ziemlich feucht-fröhlichen Abend, finden wir! Wem das alles zu viel Fleisch sein sollte, kann im Vorfeld auch eine vegetarische Variante des Menüs bestellen.

Bapas Beer-Pairing-Menü München

Bapas Beer-Pairing-Menü München

Bapas Beer-Pairing-Menü München

Und weil es uns im Bapas so gut gefallen hat, gehen wir am Ostersonntag gleich noch einmal zum Frühstücken hin. Und ja, Social Media ist schuld an der Wahl unserer Location, denn das Bapas-Frühstück, das wie die anderen Speisen im Tapas-style in kleinen Pfännchen und Schälchen serviert wird, sieht einfach zu gut aus, um es nicht zu probieren. Zu dritt teilen wir uns also das große „Gönn dir“-Frühstück für 35 €, das so ziemlich alles beinhaltet, was uns ohnehin auf der Karte anlacht: Blaubeer-Pancakes, Eggs Benedict, Rührei, Käse- und Wurstbrett, Mozzarella mit Tomaten sowie diverse Aufstriche, zwei Brotkörbe und Orangensaft. Ergänzend bestellen wir noch das Bircher Müsli sowie die Weißwürste und sind rundum glücklich. Notiert euch das Bapas also nicht nur, wenn ihr Lust auf ein Bier-Pairing habt, sondern auch, wenn ihr auf der Suche nach einem guten Frühstückslokal in München seid! Bapas // Leopoldstraße 56a, München.

Frühstück im Bapas mit Pancakes München

Bapas Restaurant München

Frühstück im Bapas mit Pancakes München

Neues aus der Balagan-Küche: Neni*

Wenn jemand Hummus, Shakshuka oder Baba Ghanoush ruft, bin ich die Erste, die hier schreit. Ich liebe die Levante-Küche, ich liebe Mezze und Co., und ich bin nach wie vor höchst neidisch, dass Steffen viele der israelischen Köstlichkeiten bereits vor Ort probieren durfte. Zum Glück gibt es in München einige gute Anlaufstellen, wenn die Lust auf die östliche Mittelmeerküche mal wieder zuschlägt – das NENI im 25hours Hotel The Royal Bavarian zum Beispiel. Erst kürzlich werden wir eingeladen, um die neue Karte kennenzulernen, die die ohnehin schon umfangreiche Auswahl um einige spannende Gerichte ergänzt. Meine Neugier ist zu groß, als dass ich den Abend abwarten könnte, und so linse ich vorab in die Online-Karte. Ein paar der neuen Gerichte fallen mir sofort ins Auge – gebrannter Lauch mit Feta, Haselnuss-Dukkah und Zhug, gerösteter Blumenkohl mit Joghurt und Gremolata, Creamy Burrata mit Orangenconfit und Honigcracker – oha, das klingt fantastisch und ganz nach meinem Geschmack!

Neni israelische Küche im 25hours Hotel München

Neni israelische Küche Balagan im 25hours Hotel München

Von weiteren Neuigkeiten lasse ich mich am Abend überraschen. Serviert wird, wie im NENI üblich, im Balagan-Style, den Haya Molcho und ihre Familie perfektioniert haben. Viele kleine Schüsseln und Teller finden den Weg aus der offenen Küche auf unseren Tisch und werden eifrig herumgereicht. Der Übergang zwischen Vor- und Hauptspeisen ist fließend. Der gebrannte Lauch übertrifft meine Vorstellung sogar. Überraschend gut ist auch die scharfe und dennoch perfekt abgestimmte Maissuppe mit Chili, Ingwer, knusprigem Mais und Harissa, und das sage ich, obwohl ich Mais eigentlich nicht mag. Ein gutes Zeichen, schätze ich. Vor den Nasen der Fleisch- und Fischesser_innen landen zudem im Ganzen gegrillter Loup de Mer mit Brokkoli und Granatapfel sowie Hühnchenspieße mit Gemüse. Sonst bin ich wie immer im NENI sehr glücklich über die große vegetarische Auswahl und beschließe, dass ich allein schon wegen des Lauchs und Blumenkohls bald wiederkommen muss. Das Nachtisch-Trio setzt schließlich allem noch die Krone auf: Auf der Etagere thront er dann, mein vorab angeschmachteter Burrata, der in der Tat sehr creamy ist, aber leider von rosa Pfeffer begleitet wird, mit dem ich mich wohl in diesem Leben nicht mehr anfreunden werde. Doch unter dem Tiramisu mit Mandel und Madeira (gut und klassisch) wartet mein Dessert-Highlight: Sesam³ mit Halva, geröstetem Sesam, Tahina und Muscovado-Eis – ein Traum von Sesam mit vielen verschiedenen Konsistenzen. NENI, jetzt musst du nur noch die Sache mit der Lautstärke in den Griff bekommen, dann sehen wir uns noch öfter! NENI im 25hours Hotel The Royal Bavarian // Bahnhofplatz 1, München.

Neni israelische Küche im 25hours Hotel München

Bier des Monats: White Light von Middle Brow Beer

Gerade ist der zweite Artikel zu Chicago erschienen, diesmal mit kulinarischen Tipps zur Windy City. Ein dritter Teil über die lokale Craft-Beer-Szene steht noch aus, denn gute Biere gab es dort einige zu entdecken. Auch im Koffer sind diverse Flaschen und Dosen gelandet, und so kommt unser Bier des Monats passenderweise von der Middle Brow Brewery aus Chicago. Über einen Probierstand im Whole Foods bin ich auf die Brauerei aufmerksam geworden, wo ich mich gleich einmal durch das Sortiment der noch recht jungen Brauerei probieren konnte. Das fruchtige Witbier hat es mir besonders angetan und ist auch auf dem heimischen Balkon noch sehr gut trinkbar. Die typische Würzigkeit (Koriander und Kardamom) macht sich gut bemerkbar und wird von der Fruchtnote perfekt ergänzt. Ob wir den Pfirsich wirklich erkannt hätten, wage ich allerdings zu bezweifeln. Egal, die Trinkbarkeit ist hoch, und ich wünschte, im Koffer wäre noch Platz für ein paar Dosen mehr gewesen …

Craft Beer White Light von Middle Brow Beer

Lesenswert

Trauriger Abschied aus Berlin

Zu Beginn des Monats hat das amerikanische Craft-Bier-Schwergewicht Stone Brewing bekannt gegeben, seine große Niederlassung in Berlin zu schließen. Gründer Greg Koch beschreibt in einem sehr offenen Artikel die Gründe für das Scheitern des Projekts und spricht auch einige für mich wichtige Punkte in Sachen Craft-Bier hierzulande an. Das selbst ernannte „Land des Bieres“ tut sich leider noch immer viel zu schwer mit der neuen kreativen Braukultur. Stone wird zwar weiterhin in Berlin brauen lassen, ich befürchte nur, dass die Uniqcan-Serie nicht fortgesetzt wird. Schade, da waren tolle und mutige Biere dabei!

Und sonst so im April?

Hinweis: Zu den mit Sternchen (*) markierten Veranstaltungen/Restaurantbesuchen wurden wir freundlicherweise eingeladen – wie immer bleibt unsere Meinung davon jedoch unberührt.

Fotocredit: Magnolien, Foto: Christopher Jolly via Unsplash.

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2 Kommentare

  • Reply Karin

    Höhöhö..schön, dass ich mich mit dem Pastinaken-Pesto für den häufig durch Euch verursachten Futterneid revanchieren kann! 🙂

    7. Mai 2019 at 15:17
    • Reply Sabrina

      Hehe, das hast du allerdings geschafft! 😀

      8. Mai 2019 at 11:48

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