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    Soul Food auf Koreanisch: vegetarisches Bibimbap

    Vegetarisches Bibimbap Rezept Feed me up before you go-go

    Vermischter Reis – nichts anderes verbirgt sich hinter dem deutlich wohlklingenderen (und für mich nicht ohne Stolperer aussprechbaren) Namen Bibimbap. Neben Kimchi ist der hübsch in einer Schüssel drapierte Reis mit Gemüse, Ei & Co. das wohl bekannteste koreanische Gericht und auch bei uns seit einigen Jahren auf dem Vormarsch. Warum Bibimbap bislang nicht den Weg in meine Schüssel fand? Vielleicht weil ich grundsätzlich kein großer Fan von unhandlichem Bowl Food bin, das nur für ein schnelles Instagram-Bildchen akribisch arrangiert wird und dann geschmacklich meist doch nicht überzeugt. Warum es Bibimbap dann doch in meine Schüssel schaffte? Weil ich neugierig bin und selbst erschmecken wollte, ob der Hype um das koreanische Soul Food gerechtfertigt ist. Weil ich es spannend finde, dass dabei üblicherweise alle Geschmacksrichtungen auf dem Teller landen – süß, salzig, sauer, bitter und umami. Und vor allem: weil Gemüsereste im Haus waren, die dringend verarbeitet werden mussten. Das Reisgericht eignet sich nämlich bestens als Resteessen, denn im Grunde darf hier alles rein, was man gerade so zur Hand hat – Möhren, Brokkoli, Zucchini, Gurke, Tofu (oder Rindfleisch, wer es nicht vegetarisch möchte), Pak Choi, Spinat, Pilze, Ingwer, Kimchi, Sprossen, you name it.

    Obwohl die Zutaten auch hier fein säuberlich getrennt in der Schüssel angerichtet werden, so ist es doch eine kleine Genugtuung, gleich darauf mit den Stäbchen durchs wohlsortierte Arrangement zu fuchteln und innerhalb von Sekunden Ei, Sauce, Gemüse und Reis zu einer unansehnlichen (aber köstlichen) Pampe zu vermischen. Das Gemetzel zu fotografieren, habe ich mich dann aber doch nicht gewagt.

    Vegetarisches Bibimbap Rezept Feed me up before you go-go

    Vegetarisches Bibimbap (für 2 Personen):

    Für die Sauce

    (angelehnt an dieses Rezept)

    1 Apfel
    1 kleine Zwiebel
    1 Knoblauchzehe
    2 EL Sojasoße
    Saft von 1/2 Limette
    1 EL Mirin
    1 EL Sesamöl
    1 TL Gochujang (oder Sambal Oelek)
    etwas Pfeffer

    Den Apfel schälen und entkernen, die Zwiebel und die Knoblauchzehe ebenfalls schälen. Alles grob zerkleinern und zusammen mit den restlichen Zutaten in einen Standmixer geben (oder mit dem Pürierstab bearbeiten), bis eine homogene Sauce entstanden ist.

    Für die Gemüse-Reis-Bowl

    160 g Rundkornreis
    1 Möhre
    60 g Salatgurke
    100 g frische Shiitake-Pilze
    ein fingerkuppengroßes Stück Ingwer
    1/2 Knoblauchzehe
    1 kleiner Pak Choi (ca. 120 g)
    120 g Nusstofu
    Sesamöl
    1 Msp. Gochujang (oder Sambal Oelek)
    1/2 TL Honig
    1 EL Sojasauce
    250 g Brokkoli
    1 Noriblatt
    2 Eier
    1 EL Sesam
    1 kleine Handvoll Korianderblätter

    1. Den Reis kochen. In der Zwischenzeit die Möhre schälen und fein raspeln, die Salatgurke halbieren und in feine Halbmonde schneiden. Die Shiitake-Pilze putzen und in Scheiben schneiden. Den Ingwer und den Knoblauch schälen, Ingwer fein raspeln, Knoblauch sehr fein schneiden. Den Strunk des Pak Chois entfernen und die Blätter grob zerteilen. Den Tofu würfeln.

    2. Nun wird alles nacheinander angebraten: Etwas Sesamöl in eine Pfanne geben und darin die Shiitake-Pilze zusammen mit dem Ingwer anbraten. Danach oder parallel in etwas Sesamöl den Knoblauch anrösten, den Pak Choi dazugeben und dünsten, Gochujang und Honig hinzufügen und schließlich mit Sojasauce ablöschen. Wer möchte, kann die Möhren ebenfalls in etwas Sesamöl anbraten – wir mögen es aber ganz gerne, wenn noch etwas Rohkost in der Schüssel landet. Alles beiseitestellen und möglichst warm halten.

    3. Den Brokkoli in kleine Röschen teilen und in kochendem Wasser etwa 4-5 Minuten bissfest garen, dann mit kalten Wasser abschrecken. Währenddessen die Tofuwürfel in etwas Sesamöl in einer Pfanne anbraten. Danach die Pfanne auswischen und ohne Öl das Noriblatt von beiden Seiten kurz anrösten, dann in kurze Streifen schneiden. Die Eier in etwas Öl zu Spiegeleiern braten, dabei das Eigelb aber nicht durchbraten.

    4. Jetzt wird angerichtet: Den Reis auf zwei vorgewärmte Schüsseln oder tiefe Teller verteilen. Alle vorbereiteten Zutaten kreisförmig nebeneinander auf dem Reis verteilen und zum Schluss jeweils ein Spiegelei in die Mitte setzen. Mit etwas Sesam und Koriander bestreuen und servieren. Die Sauce darüber verteilen – nun darf man seine destruktive Ader ausleben und mit den Stäbchen (oder der Gabel) alles gut miteinander vermischen.

    Vegetarisches Bibimbap Rezept Feed me up before you go-go

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    Deutschland, Gegessen, Gereist, Geteilt, Getrunken, München, Münchner Umland

    Was bisher geschah: Februar 2017 – Käsekoma, Spirituosentrends & Münchens bestes Sushi

    Tulpen vor Fenster

    Der Februar war etwas launisch, schwankte von Schnee zu Tulpen und wieder zurück. So langsam haben wir das triste Wetter satt und freuen uns auf wärmere Tage und erste Biergartenbesuche – besonders, weil wir im letzten Monat eine so schöne Location am Tegernsee entdeckt haben. Welche das ist und wo wir sonst noch unterwegs waren, verrät der kulinarische Monatsrückblick:

    Unterwegs

    Say cheese: ein Abend umgeben von Schweizer Käse*

    Wer in den letzten drei Wochen unsere Kühlschranktür öffnen musste, bekam vermutlich einen kleinen Schock. Was dort so streng duftete, waren nicht etwa vergessene Essensreste, sondern Gruyère, Appenzeller und andere (teils etwas geruchsintensive) Käsesorten aus der Schweiz. Anfang Februar waren wir zu einem Schweizer Käse-Workshop eingeladen worden, um ein wenig mehr über die Käsevielfalt des Nachbarlandes zu erfahren – und natürlich (reichlich) Käse zu probieren. Für uns gehört Käse zu den Lebensmitteln, auf die wir nicht verzichten können. Dafür sollten wir aber zunächst nicht der Schweiz, sondern persischen Hirten danken. Denn die haben ihn erfunden. Als sie Milch in Kuhmägen transportierten, stellten sie irgendwann fest, dass sich daraus etwas noch viel Besseres entwickelte. Im Jahr 1115 hatte es die Nachricht bis in die Grafschaft Greyerz geschafft, wo der Gruyère erstmals schriftlich erwähnt wurde. Lange wurde Käse aus Haltbarkeitsgründen ausschließlich in den Bergen produziert, erst die Dorfkäserei im Emmental brachte den Durchbruch in niederen Lagen. Mittlerweile werden jährlich über 180.000 Tonnen Käse in der Schweiz produziert, wovon 10% in Deutschland landen – und wir sind daran vermutlich nicht ganz unschuldig. Bis heute wird viel davon in kleinen Dorf- und Almkäsereien hergestellt, die 95 offizielle Käsesorten hervorbringen.

    Ganz so viele Sorten waren es nicht, die wir beim Workshop probieren konnten, doch ich glaube, wir waren nah dran. Um den charakteristischen Geschmack von Gruyère, Tête de Moine, Belper Knolle & Co. zu erschmecken, wurden wir in die Kunst der Käsetellergestaltung eingewiesen und konnten gleich darauf das Erlernte umsetzen. Worauf es dabei ankommt? Auf eine möglichst ausgewogenen Zusammenstellung – von Hart- bis Weichkäse, von mild bis kräftig –, fruchtig-knackige Begleitung in Form von frischen Früchten, Früchtebrot oder Nüssen und natürlich den eigenen Geschmack. Seit der Veranstaltung (und der gut gefüllten Käse-Goodie-Bag) ist unser ohnehin schon ausgeprägte Käsekonsum noch einmal in die Höhe geschnellt und wird sich sicher bald auch in unseren Rezepten bemerkbar machen. (Steffen)

    Käsesorten Schweizer Käse Workshop München

    Happy Birthday: 15 Jahre Hard Rock Cafe München*

    Wir erschrecken immer ein wenig, wenn wir feststellen, wie lange wir schon in München wohnen (fast sieben Jahre!) und wie schnell seitdem die Zeit verflogen ist. Wie muss es da erst dem Hard Rock Cafe München gehen, das in diesem Jahr schon sein fünfzehnjähriges Bestehen feiert und sich seitdem erfolgreich Am Platzl gegen das Kleinimperium eines Ingwerliebhabers behauptet. Zum Finale des 15-tägigen Geburtstagsmarathons lud das Hard Rock Cafe im Februar zu einer pompösen Geburtstagsfeier ein. Mehr als 850.000 Burger wurden seit der Eröffnung 2002 gebraten – auch wir sind für den ein oder anderen verantwortlich –, da lag es nahe, auch bei der Geburtstagsparty Miniburger und andere Häppchen aufzufahren. Besonders gefreut haben wir uns über die kleine Gin-Bar von The Duke, die den Abend mit hervorragenden Zitrone-Mandel-Gin-&-Tonics unterstützten. Musikalisch begleitet wurde die Feier von einem Live-Konzert der Band LaBrassBanda, die eigentlich etwas abseits unseres Musikgeschmacks liegt, aber live ein wirklich tolles Set hingelegt hat. Weitere Eindrücke des Abends findet ihr hier (und wer genau schaut, entdeckt im Hintergrund vielleicht auch ein paar hungrige Münchner Blogger_innen). (Sabrina)

    Hard Rock Cafe München 15 Jahre Feier

    Entdeckt

    Neue Biersorten: Recap #7Tage7Biere

    In diesem Monat küren wir kein Bier des Monats – das wäre den ganzen anderen Sorten gegenüber, die wir im Rahmen unserer Instagram-Aktion #7Tage7Biere probiert haben, ja auch unfair. Als hätten wir bei der Braukunst Live! nicht schon genügend neue Biere kennengelernt, wuchs unsere „müssen-wir-unbedingt-mal-testen“-Liste nach der Aktion und den vielen Biersorten, die andere Teilnehmer_innen jeden Tag vorgestellt haben, ins Unermessliche. Britta hat sogar eine schöne Zusammenfassung ihrer Biere verbloggt, von denen wir alleine schon mehr als die Hälfte probieren möchten. Alle Biere, die während der Aktion vorgestellt wurden, findet ihr unter dem Hashtag #7Tage7Biere auf Instagram.

    Craft Beer Flaschen

    Finest Spirits: Auf der Suche nach den Spirituosentrends 2017*

    Auch in diesem Jahr waren wir auf der Finest Spirits im MVG Museum unterwegs, um uns durch die neuesten Trends der Spirituosenwelt zu probieren. Diesmal fiel es uns etwas schwerer, eine konkrete Richtung auszumachen, als in den Jahren zuvor. Viele Entwicklungen der letzten Jahre haben sich etabliert (No-Age-Statements und nichtschottische Herkunft beim Whisky oder Gin als glokaler Player), ein richtig großer neuer Trend will sich noch nicht so recht zeigen. Selbst der diesjährige Schwerpunkt der Messe – Liköre – war nicht so sichtbar wie erwartet. Dementsprechend haben wir diesmal eher einige Highlights aus verschiedenen Bereichen entdecken können.

    Finest Spirits Spirituosentrends München

    Beim Whisky hat mich vor allem die Bacalta Private Edition von Glenmorangie begeistert. Die Brennerei ist mir in den letzten Jahren immer mehr ans Herz gewachsen und diese sehr weiche, im Madeirafass gereifte Abfüllung trifft mit ihrer Balance zwischen Süße und Tannine genau meinen Geschmack. Da gute Fässer immer schwieriger zu bekommen sind, ließ Glenmorangie extra welche bauen, die dann zwei Jahre lang mit Madeira befüllt unter einem Wellblechdach in der Sonne lagerten, bevor sie nach Schottland verschifft wurden. Hat sich gelohnt, würde ich sagen!

    Glenmorangie Bacalta Whisky Finest Spirits

    Die schönsten Flaschen der Messe hat dafür Koval mitgebracht, eine Brennerei aus Chicago, die seit einigen Jahren mit verschiedenen Whiskeys experimentiert, aber auch zwei hervorragende Gins im Angebot hat. Mir gefällt allerdings ein Single Barrel Whiskey aus 100% Hirse besonders gut, der drei Jahre in den für die Brennerei typischen kleinen Fässern – damit lässt sich mehr Geschmack in den Alkohol bringen – gelagert wurde und schön mild und getreidig schmeckt.

    Koval Gin Flasche Finest Spirits

    Auch wenn es so scheint, als würde der Gin-Boom jeden Moment zerplatzen, hält der Trend weiterhin an und auch bei der Vielzahl an monatlich neu hinzukommenden Gins gibt es noch etwas zu entdecken. Momentum, zum Beispiel, denn die Münchner stellen einen Gin her, der u.a mit „Holy Basil“ – einem indischen Basilikum –, Oregano, Rosmarin und Thymian aromatisiert wurde. Diese Kombination schreit geradezu nach dem Fever Tree Mediterranean Tonic Water und zusammen mit einem Blatt Basilikum ergibt das ein recht ungewöhnliches Geschmacksprofil für einen Gin & Tonic. Was sind denn eure aktuellen Neuentdeckungen in Sachen Whisk(e)y, Gin & Co.? (Steffen)

    Momentum Gin Basilikum Finest Spirits

    Münchens bestes Sushi: Sushiya Sansaro

    Wiederentdeckt müsste es hier eigentlich heißen, denn das Sushiya Sansaro ist ein Restaurant, das uns seit unseren Anfängen in München begleitet und das wir trotzdem viel zu selten besuchen. Hier haben wir Sushi abseits des Laufbandes kennengelernt und sind auf den Geschmack weiterer Spezialitäten der japanischen Küche gekommen. Etwas versteckt im Innenhof der Amalienpassage findet man hier eine kleine gemütliche Oase. Die recht umfangreiche Karte zeigt Mut zur Experimentierfreude, gearbeitet wird mit sehr frischen und hochwertigen Produkten, was man den Speisen auch wirklich anmerkt. Bei der Vorspeise sind wir jedoch Gewohnheitstiere – der Spinatsalat Goma-ae (4,20 €) ist bei jedem Besuch Pflicht und mit einer Wakame-Suppe (4,80 €) kann man uns auch immer wieder glücklich stimmen. Besonders das vegetarische Sushi begeistert mich jedes Mal, denn hier denkt man weiter, als bis Gurke und Avocado. Hin und weg war ich diesmal von den Futomaki-Chumaki mit Gurke, Kanpyō, Shiitake, Takuan, Möhren und Eierstich (5,50 €) und ganz besonders von den würzigen Urumaki mit Miso-Aubergine (5,80 €), die ich nun dringend auch zu Hause ausprobieren möchte. Für uns ist und bleibt das Sansaro Münchens beste Anlaufstelle, wenn sich der Sushihunger meldet! Sushiya Sansaro // Amalienpassage 89, München. (Sabrina)

    Sushi München Sushiya Sansaro

    Pastrami an der Ecke: The Corner Deli Bar

    Wenn man sein erstes Pastrami-Sandwich im New Yorker Katz’s Deli gegessen hat, haben es andere Läden in puncto Geschmack und Atmosphäre schwer. Doch Sabine von Pastamaniac und ich wollten der neu eröffneten The Corner Deli Bar am Sendlinger Tor dennoch eine Chance geben. An der Ecke Müllerstraße neben dem Pimpernell verbirgt sich ein von außen eher unauffälliger Laden, der sich internationalem „Feel good food“ verschrieben hat. Innen wartet eine Handvoll Tische sowie eine kleine Bar – wahrscheinlich möchte man von den Nachtschwärmern des Glockenbachs profitieren. Der Blick auf die Getränkekarte ist allerdings eher abschreckend – zu unoriginell und teuer, um nur wegen der Drinks herzukommen. Dann doch lieber etwas Handfestes. Auf der Karte finden sich in erster Linie Sandwiches (ab 6 €), dazu ein paar Suppen und Salate. Wir wollen (natürlich!) die Pastrami-Variante (9,50 €) probieren, obwohl sich auch der Rest sehr gut liest. Recht fix landen zwei Teller mit Pastrami, Sauerkraut und hausgemachten Pickles auf dem Tisch. Das Fleisch ist zart, saftig und ordentlich würzig, und auch das Brot ist recht luftig. Die Portionsgröße geht in Ordnung, bewegt sich aber eher am unteren Ende dessen, was ich sonst als Abendessen brauche und für den Preis erwarten würde. Platz für Nachtisch wäre auf jeden Fall noch, z.B. für ein Stück Kuchen (gebacken von den Kuchentratsch-Omis und -Opis). Eine schöne Bereicherung für die Gegend, gerade wenn es etwas Schnelles sein soll und der Sinn gerade nicht nach Döner oder Pizza steht. The Corner Deli Bar // Müllerstr. 54, München. (Steffen)

    Pastrami-Sandwich The Corner Deli Bar München

    Zu Gast am Tegernsee: Gut Kaltenbrunn*

    Eigentlich ist es im Februar noch etwas früh, um einen Ausflug an den Tegernsee zu unternehmen. Schließlich verbinden wir mit dem See Sommeraktivitäten wie Tretbootfahren, Wandern oder im Biergarten der Käserei sitzen und Käsespätzle essen. Doch da das Gut Kaltenbrunn den Münchner Foodbloggerstammtisch nach Gmund eingeladen hat, machen wir uns an einem frostigen Montagabend auf in Richtung Süden. Vom Bahnhof Gmund aus erreicht man das Gut zu Fuß in 10-15 Minuten – es sei denn, man ist mit einer Truppe Blogger_innen unterwegs und muss mehrmals anhalten, um den pittoresken Blick auf den Tegernsee zu fotografieren. Denselben Anblick können wir auch kurze Zeit später noch einmal bewundern, als wir auf der Terrasse von Gut Kaltenbrunn stehen und uns schon jetzt fragen, warum wir es bisher nie an die Nordseite des Sees geschafft haben. Das Wasser, die Lichter der Orte am weit entfernten Ufer und die Berge mit ihren schneebedeckten Gipfeln schinden ordentlich Eindruck, noch bevor wir den Rest des Hauses zu Gesicht bekommen.

    Gmund Gut Kaltenbrunn Käfer Essen

    Die Geschichte des Gutes reicht bis ins 15. Jahrhundert zurück, heute gehört der Gebäudekomplex zu Feinkost Käfer, die dort ein Restaurant mit Biergarten betreiben und eine Vielzahl an imposanten Räumen für Veranstaltungen bereithalten. Besonders gespannt sind wir natürlich auf die Küche, die sich für diesen Abend ein spezielles Menü hat einfallen lassen. Schön ist auch die Flexibilität hinsichtlich vegetarischer und veganer Wünsche, die die Küche bei der Zusammenstellung des Menüs beweist. Dass trotzdem Gelatine in der – geschmacklich sehr feinen – Brokkolimousse landete, war womöglich ein Versehen. Die reguläre Karte bietet eine Auswahl an bayrischen Klassikern und zudem eine saisonale Ergänzung, auf der etwas ausgefallenere Gerichte dominieren. Die Steckrübensuppe mit Entenbrust (8 €) ist perfekt abgeschmeckt und beide Komponenten harmonieren schön miteinander. Beim Seesaiblingsfilet (24,50 €) kann insbesondere die krosse Haut überzeugen, für den Dillschaum hätte ich mir dagegen etwas mehr Kräuteraroma gewünscht. Zum Abschluss bekommen wir noch eine Pfanne mit einer riesigen Portion des legendären Kaiserschmarrns (13,50 €), der genauso ist, wie er sein sollte: fluffig, leicht karamellisiert und begleitet von zimtigem Zwetschgenröster und Apfelkompott. Satt und müde geht es spät am Abend wieder zurück nach München, und wir sind uns sicher, dass uns einer unserer Sommerausflüge noch einmal zum Gut Kaltenbrunn führen wird. Gut Kaltenbrunn // Kaltenbrunn 1, Gmund. (Steffen)

    Gmund Gut Kaltenbrunn Käfer Essen

    Lesenswert

    Politics of Food

    Zwei interessante Texte, über die wir gestolpert sind, beschäftigen sich mit eher politischen Aspekten des Essens und des Redens und Schreibens darüber. In einem ausführlichen Interview erzählt die Kochbuchautorin und Gewinnerin der 2013er-Staffel von „Great British Bake Off“ Ruby Tandoh davon, was es heißt, über Essen zu schreiben, aber auch warum politische und soziale Themen für sie gerade bei diesem Thema wichtig sind. Tobias Blanken bewegt dagegen die Frage, wer es sich eigentlich leisten kann, „gut“ zu essen, was das Engelsche Gesetz ist und warum Sarah Wiener keine Ahnung hat, wenn sie über Ernährungsgewohnheiten redet. (Steffen)

    Fotocredits: Foto mit Tulpen: Colin Maynard via Unsplash; Foto des Pastrami-Sandwiches: Sabine Sikorski von Pastamaniac.

    Hinweis: Zu den mit Sternchen (*) markierten Veranstaltungen wurden wir freundlicherweise eingeladen – wie immer bleibt unsere Meinung davon unberührt.

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    Gekocht

    High-Carb-Freuden: Pasta in Orangensauce mit Fenchel und Möhren aus dem Ofen

    Pasta in Orangensauce mit Fenchel und Möhren aus dem Ofen Rezept

    Als wir kürzlich mal wieder den Rezeptindex aktualisiert haben, stellten wir mit Erschrecken fest, dass hier seit über einem halben Jahr kein Pastarezept gepostet wurde. Überhaupt findet man bei uns deutlich weniger Nudelgerichte als erwartet. Dabei ist Pasta ein zentraler Bestandteil unseres Speiseplans – der Blog bildet unsere Essgewohnheiten somit nicht ganz realistisch ab. Oft kommen Nudeln bei uns sogar mehrmals in der Woche in irgendeiner Form auf den Teller. Sollte sich mal ein Low-Carb-Kochbuch in unsere Wohnung verirren, würde es vermutlich sofort schreiend auf die Straße flattern. Ich kann mir auch kaum etwas Befriedigenderes vorstellen, als mich nach einem langen, anstrengenden Tag vor eine große Portion heiße Pasta zu setzen. Mit einem Mal verschwinden Hunger, Kälte und Stress und alles sieht gleich schon viel besser aus. Mit Rohkost klappt das leider nicht. Read more

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    Getrunken, München

    Make beer great again! Braukunst Live! 2017: Biertrends und unsere Favoriten

    Braukunst Live 2017 Biertrends Make beer great again Feed me up before you go-go

    Der erste Stand am Eingang der diesjährigen Braukunst Live! ist dem 500-jährigen Jubiläum des Reinheitsgebots gewidmet. Ganz schön mutig, sich hier zu präsentieren, ist das Lebensmittelgesetz doch für viele der anwesenden jungen Brauereien ein rotes Tuch und die Kombination von Wasser, Malz, Hefe und Hopfen für die meisten mehr Ausgangspunkt als Richtlinie. Gerade kleine Brauereien reizen die Grenzen dessen, was vor zehn Jahren in Deutschland üblicherweise unter Bier verstanden wurde, immer weiter aus. Die Münchner Biermesse Braukunst Live! trägt diesem Innovationsgedanken verstärkt Rechnung – erstmals gibt es mit The Lab eine gesponserte Ausstellungsfläche für fünf junge, innovative Unternehmen, die sich sonst noch keinen eigenen Stand leisten könnten. Überhaupt merkt man den Betreibern die Bemühungen an, den Spagat zwischen Publikumsmesse und Angeboten für den harten Kern der Craft-Beer-Szene wieder deutlich stärker zu schaffen. Dementsprechend breit ist das Angebot – von international agierenden Schwergewichten über mittelständische Brauereien bis hin zu winzigen Anbietern, die gerade erst den Sprung vom Homebrewing gewagt haben. Read more

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    Gebacken

    Re•created: Ricottakuchen mit getrockneten Aprikosen, Honig & Pinienkernkaramell

    Ricottakuchen mit getrockneten Aprikosen, Honig und Pinienkernkaramell Rezept

    Fast jede/r Blogger_in kennt sie: die Leichen im Blogkeller. Die, die man am liebsten vergisst, auf die man nicht angesprochen werden will und die man, wenn man im Dunkeln doch mal über sie stolpert, ganz schnell wegkicken möchte. Die ersten Blogposts – sie stammen aus einer Zeit, in der man eigentlich noch nicht so recht wusste, was ein Foodblog überhaupt ist, wie die Kamera funktioniert oder wer den ganzen Quatsch außer der Familie eigentlich jemals lesen soll. Zumindest ging es uns so, als wir vor über fünf Jahren mit dem Bloggen anfingen. Read more

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    Augsburg, Deutschland, Gegessen, Gereist, Geteilt, München

    Was bisher geschah: Januar 2017 – Cocktailtrends, Frühstücken in München & Grappakartoffeln

    Tannen im Nebel Großarl Österreich Feed me up before you go-go

    Nach einem Dezember, den wir am liebsten übersprungen hätten, startete das neue Jahr recht unspektakulär mit Erkältungspingpong und Kochunlust. Rückblickend ist es erstaunlich, dass wir in der zweiten Monatshälfte offenbar deutlich mehr unterwegs waren als gedacht. Wir haben einige neue (und alte) Restaurants entdeckt, uns in Bars herumgetrieben und noch einmal einen Beitrag fürs ZDF gedreht – genügend Stoff also für den Monatsrückblick! Read more

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    Winterinspiration: Pastinakensuppe mit Gruyère, Nuss-Zitronen-Gremolata & Pastinakenchips

    Pastinakensuppe mit Gruyère, Nuss-Zitronen-Gremolata und Pastinakenchips Rezept Feed me up before you go-go

    Da ist es nun, das neue Jahr, und ist eigentlich schon voll im Gange. Doch entgegen der Annahme, dass sich so ein jungfräuliches Jahr wie ein leeres Blatt Papier blitzschnell mit frischen Ideen und kreativen Gedanken befüllen lässt, herrscht hier nur verschlafenes Gähnen im Kopf. Vielleicht ist es die dicke Schneedecke, die die guten Einfälle seit Wochen begräbt oder die ersten Präsymptome der Frühjahrsmüdigkeit – von Inspiration jedenfalls keine Spur. Das gilt auch und ganz besonders fürs Kochen, mit dem wir in den ersten Januarwochen sicherlich keinen Innovationspreis gewinnen. Es wird auf Altbewährtes zurückgegriffen, auf Gerichte, die hier im Haus ein Schattendasein fristen und eigentlich nur bei akutem Zeitmangel oder Inspirationsnotfällen in die Küche gelassen werden. Oder wir klammern uns pedantisch an Rezepte aus viel zu lange ungeblätterten Kochbüchern – doch simpel muss es sein, darf bloß nicht überfordern. Eine Suppe klingt machbar, mit Wintergemüse wie Pastinaken, etwas Kurkuma und darin schmelzendem Gruyère, so wie sie bei Nigel Slater zu finden ist. Und dann kommt sie, die Unfähigkeit, sich eins zu eins an Rezepte zu halten, denn ein kleines Topping könnte die Pastinakensuppe ja schon vertragen. Uns kommen vor Ewigkeiten gepostete Rezepte in den Sinn, wir klauen uns die Gremolata von damals und ergänzen sie um knusprige Pastinakenchips. Vielleicht ist das ja schon ein erster Schritt heraus aus dem Inspirationsloch, vielleicht taut eine wärmende Suppe auch endlich die Gedanken auf. Und falls die Ideen immer noch nicht sprudeln wollen, fragen wir Julia einfach mal, ob sie uns ihre Karten leiht. Read more

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    Gebacken

    Verzückung im Büro dank Jamie Oliver: Frangipane-Tarte mit Cranberrysauce

    Frangipane-Tarte mit Cranberrys nach Jamie Oliver Rezept Feed me up before you go-go

    Eine der Fragen, die man als Foodblogger_in häufiger zu hören bekommt, ist, ob man wirklich alles, was da auf dem Blog, Instagram, Twitter & Co. zu sehen ist, selbst essen würde. Gerne würde ich behaupten, dass nur ein Bruchteil davon in meinem Magen landet, aber derart ausgeprägt ist mein Hang zur Selbstoptimierung nun wirklich nicht. Aber wenn ich nicht gerne (und auch mal zu viel) essen würde, würde der Foodblog doch nur halb so viel Spaß machen. Nichtsdestotrotz kommt es natürlich immer wieder vor, dass man sich bei der Menge des Abendessens vertut. Dann freuen sich vor allem meine Kolleginnen, dass ich etwas zum Mittagessen beisteuern kann. Read more

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