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Gegessen, Gereist, Getrunken

Was bisher geschah: September & Oktober 2018 – von Portugal über China nach Chicago zu #7Tage7Biere

Blaue Kacheln Azulejos Lissabon Portugal

// Dieser Beitrag enthält unbezahlte Werbung, da wir u. a. über Presseevents berichten, andere Blogs erwähnen sowie persönliche (nicht gesponserte) Empfehlungen aussprechen und verlinken. //

Da waren wir im September und Oktober so viel unterwegs und trotzdem packen wir zwei Monatsrückblicke in einen? Ganz genau, denn es ist einfach zu viel passiert, um das alles auch nur ansatzweise abdecken zu können. Deshalb müsst ihr euch in diesem Monat mit der Kurzform begnügen, etwas ausführlicher berichten wir demnächst in eigenen Blogbeiträgen. Im September haben wir das spätsommerliche München gegen hochsommerliche Temperaturen in Portugal eingetauscht, sind mit dem Fallen der ersten Blätter zurückgekehrt, um kurz darauf wieder in die USA zu entschwinden (okay, leider nur einer von uns). Was dazwischen lag, erfahrt ihr in diesem Monatsrückblick.

Unterwegs

Portugal: von Lissabon an die Algarve

Was lange währt, wird endlich Portugal! Kaum ein anderes Reiseziel stand so lange auf unserer To-travel-Liste und wurde immer wieder von einem Jahr ins nächste verschoben. Höchste Zeit wurde es also, dass Lissabon und wir uns endlich kennenlernen. Obwohl es unser erster Besuch in Portugal war, wirkte Lissabon überraschend vertraut – aber vielleicht ist das kein Wunder, wenn man ein Reiseziel schon so lange verfolgt, viel darüber gelesen und unzählige Fotos gesehen hat. Nach fünf Tagen bergauf, bergab durch Lissabon endete unser Spätsommerurlaub im Süden des Landes an der schönen Felsküste der Algarve, den herrlichen Stränden und dem heimischen Pool.

Haus mit grünen Kacheln im Bairro Alto Lissabon Portugal

Straße im Bairro Alto Lissabon Portugal

Liegen am Praia do Beliche Sagres Algarve Portugal

Chicago: Illinois im Herbst

Eigentlich, so der Plan, sollte es im Oktober durch den mittleren Westen der USA gehen. Ein herbstlicher Roadtrip von Chicago den Lake Michigan hoch, dann durch Illinois und Missouri bis nach St. Louis. Wenn es einen von uns ohnehin beruflich für ein paar Tage in einen noch unbekannten Teil der USA verschlägt, kann man doch gleich die Gelegenheit für einen gemeinsamen Urlaub nutzen. Tja, eigentlich. Das Leben und ein neuer Job funkten dazwischen, und so reiste Steffen Ende Oktober alleine nach Chicago und konnte neben der beruflichen Verpflichtung immerhin alleine die stark verkürzte Version unseres Urlaubs umsetzen. Seinen Begeisterungsstürmen und Instagram Stories nach zu urteilen, wird ein gemeinsamer Trip nach Chicago wohl unumgänglich sein.

Greetings from Chicago Mural Streetart

The Bean Cloud Gate Chicago Millennium Park

Entdeckt

Chinesische Trinkkultur 2.0: Ming River Baijiu*

Was glaubt ihr, ist die meistverkaufte Spirituose der Welt? Wodka? Whisky? Gin? Nope, Baijiu schlägt sie alle. Baijiu? Nie gehört? Das ging uns bis vor Kurzem ganz genauso, aber dank des feuchtfröhlichen Abends im Enter the Dragon wissen wir jetzt alles über den Schnaps, ohne den in China keine Mahlzeit auskommt und den der ehemalige amerikanische Außenminister Henry Kissinger angeblich mal mit Kerosin verglichen hat.

Unglaubliche 5 Milliarden Liter werden im Jahr von dem Getränk konsumiert, das eigentlich eine Sammelbezeichnung für eine Vielzahl von ganz unterschiedlich schmeckenden Spirituosen ist. Gemeinsam ist allen das Herstellungsverfahren und oft auch die Hirsesorte Sorghum als Hauptzutat. Dass Baijiu außerhalb Chinas so gut wie unbekannt ist, hat verschiedene Gründe, wie wir an diesem Abend erfahren. Zum einen ist da der gewöhnungsbedürftige Geschmack, zum anderen eine nicht zu unterschätzende Marketinghürde, denn die in China bekannten Markennamen sind für Nichtsprachkundige weder les- noch aussprechbar.

In diese Lücke stößt nun Ming River Sichuan Baijiu. Dahinter stecken vier junge Typen, die vor einigen Jahren in Peking während einer frühen Midlife-Crisis in einem halb verfallenen Haus die erste moderne Baijiu-Bar des Landes eröffneten. Das illegal betriebene Etablissement in der chinesischen Hauptstadt war das erste seiner Art, da Baijiu in China traditionell zum Essen getrunken und selten als eigenständiger Drink wahrgenommen wird. Die vier betrieben also zunächst einmal „Baijiu education“, veranstalteten Tastings und entwickelten erste Cocktails aus der breiten Auswahl chinesischer Marken. Bald wurde die nationale und internationale Presse auf die Gruppe aufmerksam, und mit dem wachsenden Erfolg entstand die Idee, auch den Rest der Welt von Baijiu zu überzeugen.

Ming River Sichuan Baijiu chinesischer Hirseschnaps

Aber wie schmeckt der Schnaps denn nun? Unsere erste Begegnung mit Ming River machen wir in einem Begrüßungscocktail, in dem wir ein uns völlig unbekanntes Aroma erschmecken. Irgendwie fruchtig, an Ananas erinnernd, gleichzeitig erdig-würzig und mit Getreidenote. Dass diese Aromen nicht für alle Baijiu-Sorten typisch sind, lernen wir bei einem Tasting, bei dem wir vom billigen Alltagsfusel bis zu hochwertigen Sorten die Vielfalt der Spirituose probieren können. Diese Vielfalt ist u. a. auf die jeweilige Ursprungsregion zurückzuführen. Denn für die Herstellung wird das Getreide erst mit Wasser vermischt, zu einem Ball geformt und dieser dann in einem feuchten Keller gelagert. In der Folge nimmt das Getreide wilde Hefen, Schimmelkulturen und Bakterien aus der Umgebung auf und da unterscheidet sich z. B. Nordchina massiv vom Süden mit seinem feuchten Klima. Später fermentiert das Getreide in Tonkrügen oder (oft seit Generationen verwendeten) Erdlöchern, wodurch die lokalen Einflüsse nochmals verstärkt werden. Zum Schluss wird destilliert und ggf. für die Reifung gelagert. Ganz schön aufwendig, aber zumindest erklärt der Prozess, warum der Geschmack von Baijiu mit kaum einer anderen Spirituose vergleichbar ist.

Ming River Sichuan Baijiu wird ebenso traditionell hergestellt, doch gleichzeitig wurde mit einer der größten Destillerien des Landes und Bartendern aus New York versucht, Aromen zu entwickeln, die sich gut zum Mixen eignen. Das Ergebnis funktioniert aufgrund der weichen Süße und den Ananasnoten sehr gut in Tiki-Cocktails, aber macht auch im Negroni eine gute Figur. Es wäre zu hoffen, dass Baijiu auch in deutschen Bars eine größere Verbreitung findet, und wir können euch nur ermuntern, den chinesischen Schnaps auch mal pur zu probieren, wenn ihr die Gelegenheit habt – uns hat er jedenfalls begeistert!

Chinesische Teigtaschen in der Maxvorstadt: LeDu Happy Dumplings

Nach diversen Anläufen schaffe ich es nach nur vier Jahren endlich, die chinesischen Dumplings von LeDu im Münchner Univiertel zu probieren. Halleluja, was für ein Akt, der meist daran scheiterte, dass ich in dem kleinen Laden in der Theresienstraße keinen freien Platz finden konnte (reservieren ist hier nicht!) und ohnehin viel zu selten in der Gegend unterwegs bin. Frisch aus Portugal zurück und noch nicht an die Kälte des deutschen Herbsts gewöhnt, treffe ich mich dort mit Ines zum Lunch und muss mich erst mal an einem röstig-lieblichen Tieguanyin-Tee aufwärmen. Wie erwartet brummt der Imbiss zur späten Mittagszeit, doch der Andrang lässt schnell nach. Die Karte ist übersichtlich, es gibt Dumplings (was auch sonst?) und ein paar Salate. Sieben Füllungen mit Bio-Fleisch stehen zur Auswahl (Schwein, Rind und Huhn) sowie zwei fleischlose Varianten (vegetarisch mit Ei, Spinat, Glasnudeln und Morcheln, vegan mit asiatischem Brokkoli, Glasnudeln und Shiitake). Neben der Füllung wählt man die Zubereitungsart, dann steht kurz darauf eine Portion mit zehn gedämpften oder gebratenen Dumplings vor einem (7,90 €).

Vegetarische und vegane Dumplings im LeDu Happy Dumplings München

Ich probiere die beiden fleischlosen Sorten, die in grüner Teighülle verpackt und mit zwei Soßen serviert werden. Erst später auf der Rechnung sehe ich, dass offenbar 50 Cent berechnet werden, wenn man zwei verschiedene Füllungen in seiner Portion probieren möchte – etwas kleinlich, aber was soll’s. Die Dumplings sind frisch und gut gewürzt, doch geschmacklich kann ich keinen allzu großen Unterschied zwischen der vegetarischen und veganen Teigtasche ausmachen. Dagegen fällt der Nachtisch ziemlich ab. Die Klebreisknödel gefüllt mit roten Bohnen und Bananen (3,80 €) klangen in meiner Vorstellung vielversprechender als der auf einem Bananenblatt präsentierte Reis, den ich bekomme. Arg fad und nicht der Rede wert; aber allein wegen der Dumplings lohnt es sich, im LeDu noch mal vorbeizuschauen und auf einen freien Platz zu hoffen. LeDu Happy Dumplings // Theresienstraße 18, München.

Lesenswert

Macht Instagram das Reisen kaputt?

Diese Frage spukte uns vor allem nach unserem Portugal-Urlaub durch den Kopf und ich stolperte direkt im Anschluss bei Julia von Living4Taste und auf Spiegel Online über zwei Artikel, die unsere Beobachtungen gut auf den Punkt bringen. Lissabon ist schön, Lissabon ist bunt, Lissabon ist auf jeden Fall instagramable! Und sicherlich nicht zuletzt wegen des „Da-muss-ich-auch-hin“-Phänomens Ziel von über 6 Millionen Besucher_innen im Jahr. Dass die Stadt und vor allem ihre Bewohner_innen mit dem aktuellen Overtourism zu kämpfen haben, merkt man an verschiedenen Stellen. An den Tourimassen, die sich vor allem durch die engen Gassen der Altstadt schieben, an den überfüllten Tramlinien, die dank jeder Reiseführerempfehlung dafür sorgen, dass Anwohner_innen, die auf sie angewiesen sind, kaum noch eine Chance auf einen freien Platz haben, an den vielen Anti-Tourism- und -Airbnb-Graffiti, die davon zeugen, dass die Popularität der Stadt für die Einwohner_innen längst zur Belastung geworden ist.

Dazu gesellt sich ein Phänomen, das wir zum ersten Mal bewusst im Frühjahr in New York und nun auch in Portugal wahrgenommen haben: „Insta-Girls und -Boys“, die sich an besonders instagramtauglichen Orten in vorher einstudierten Posen stundenlang fotografieren lassen. Gerne auch mal mit Reflektoren und Wechseloutfits im Gepäck – das rote Walla-Walla-Kleid sieht vor der Skyline New Yorks oder auf der Felsklippe mit glitzerndem Meer im Hintergrund halt viel besser aus, wäre sonst aber gerade furchtbar unpraktisch. Für das eine Bild (das vorher schon zig andere auf Instagram gepostet haben), nehmen sie nicht nur langes Schlange stehen in Kauf (kein Scherz, sowohl für das ultimative „Fensterbankbild“ im Treppenhaus von Top of the Rock als auch an den Felsstränden der Algarve beobachtet), sondern riskieren teilweise auch ihr Leben – und die Zerstörung der Umwelt sowieso! Absperrungen werden überklettert, Warnschilder für Felssturz ignoriert, wenn das begehrte Fotomotiv und die Likes doch so nahe sind.

Doch was bedeutet das in der Konsequenz? Zu gehypte Ziele ganz von der Reiseliste zu streichen? Aktuell wären das zum Beispiel Bali, Island, Venedig, Cinque Terre und Co. Keine Fotos dieser Orte mehr ins Netz zu stellen? Beiträge à la „die 10 schönsten Instagram-Spots“ zu boykottieren? Okay, Letzteres wäre ohnehin ein Leichtes.  Wie geht ihr denn damit um? Und habt ihr schon mal ähnliche Erfahrungen gemacht?

Overtourism in Lissabon Graffiti Anti-Massentourismus

Und sonst so im September/Oktober?

Was steht an?

#7Tage7Biere – Runde 4 mit kleinem Gewinnspiel: 23.-29.11.

Zwei USA-Urlaube in diesem Jahr haben dafür gesorgt, dass der Keller vor importierten Bieren überquillt. Und auch sonst haben sich einige Bierflaschen und -dosen angesammelt, die geöffnet werden wollen. Grund genug, um in die vierte Runde unserer kleinen Instagram-Aktion #7Tage7Biere zu starten. Ab dem 23. November öffnen wir wieder eine Woche lang verschiedene (Craft-)Biere und wir freuen uns, wenn ihr mitmacht! Die Regeln sind denkbar einfach: 7 Tage, 7 Biere – öffnet mit uns vom 23. bis 29. November ein paar Biere (ihr könnt natürlich auch nur an einzelnen Tagen teilnehmen) und postet ein Foto davon auf Instagram oder Twitter, erzählt kurz was dazu, verwendet den Hashtag #7Tage7Biere und verlinkt uns im Beitrag. Unter allen Teilnehmer_innen verlosen wir diesmal ein kleines, von uns zusammengestelltes Bierpaket (nicht gesponsert, einfach nur ein paar unserer persönlichen Favoriten). Schräge Biere, Lieblingsbiere, seltene Biere, Bierklassiker – alles ist erlaubt und wir freuen uns schon darauf zu sehen, welches Bier in eurem Glas landet!

7Tage7Biere Instagram Craft Beer Challenge Feed me up before you go-go

Hinweis: Zu der mit Sternchen (*) markierten Veranstaltung wurden wir freundlicherweise eingeladen – wie immer bleibt unsere Meinung davon jedoch unberührt.

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2 Kommentare

  • Reply Christina

    Juchuh, ein schöner Rückblick. Muss leider jetzt auch ganz dringend nach Chicago.

    Danke auch für eure Worte zu Overtourism. Mich nervt es ehrlich gesagt sehr. Der Besucherstrom nicht so sehr wie diese Instagirls und -boys, die alles blockieren und sich wie die nächsten Superstars aufführen. Wir haben „überlastete“ Orte erst einmal von der Liste gestrichen, Venedig hat mich eh noch nie so gereizt (da war doch schon vor 10 Jahren so viel los?) und Bali ist auch raus, seitdem ich das hier gelesen habe: https://www.bravebird.de/blog/7-gute-gruende-nicht-nach-bali-zu-reisen/

    Unser „Urlaub“ ist ja nächstes Jahr mehr oder weniger eh schon gesetzt. Und ich suche wirklich aktiv nach Orten, die etwas näher liegen und noch nicht so derartig überlaufen sind. Ob ein Ort instagrammable ist oder nicht, ist mir ehrlich gesagt egal. 🙂

    7. November 2018 at 12:03
    • Reply Sabrina

      Venedig ist seit ein paar Jahren tatsächlich sehr weit oben auf unserer Reiseliste, aber wird nun wohl doch noch etwas warten müssen oder mal im späten Herbst besucht. Die Frage ist nur, ob sich das alles irgendwann bessern wird oder nicht eher noch weiter zuspitzt. Danke für den Link zum Bali-Artikel, den kannte ich noch nicht.
      Für nächstes Jahr steht bei uns bisher nur ein (Fern-)Ziel fest, mal sehen, was noch so kommt. Bin gespannt, wohin es euch verschlagen wird! 🙂

      10. November 2018 at 14:12

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