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Deutschland isst bunt und bloggt für Flüchtlinge: Joghurt mit Orange, Pflaume und Sesam-Mandel-Krokant

Joghurt mit Orangen, Pflaumen, Granatapfel und Sesam-Mandel-Krokant Rezept Feed me up before you go-go-1

In diesem Sommer fällt es nicht leicht, seinen Glauben an das Gute im Menschen zu behalten. Der rassistische deutsche Nazimob, der in Heidenau gerne ein zweites Lichtenhagen angerichtet hätte, AWO-Mitarbeiterinnen, die sich damit brüsten, dass bei ihnen „keiner überleben würde“ und eine Bundesregierung, die es schafft, immer einen Tick zu uneindeutig zu sein, wenn es um die klare Haltung zum gelebten Rassismus der Deutschen geht.

Auch wenn dementsprechend die Vergleiche mit der Situation Anfang der 90er – als nicht nur Häuser, sondern auch Menschen brannten – schnell bei der Hand sind, sehen wir doch einen deutlichen Unterschied. Die Solidarität der Menschen vor Ort ist viel größer als damals, die Bereitschaft, Flüchtlingen zu helfen, ist auch nach mehreren Monaten ungebrochen. Das Internet mag dafür gesorgt haben, dass die Hassparolen, die früher nur am Küchentisch gerufen wurden, ein viel größeres Publikum erreichen, aber gleichzeitig ermöglicht die totale Vernetzung auch Aktionen, von denen man früher niemals geträumt hätte. Schon im letzten Dezember haben wir auf Initiative von Claudia Kekse für eine Weihnachtsfeier in der Münchner Erstaufnahmeeinrichtung gebacken und mit dem Restaurant Day und der dirtyXbreak mittlerweile schon über 1000€ für Flüchtlingsinitiativen in München spenden können. Da aber z.B. der Krieg in Syrien wohl kaum morgen beendet sein wird, ist Unterstützung weiterhin von Nöten.

Im Bereich der Foodblogs hat es glücklicherweise immer wieder deutliche Worte gegeben, die gezeigt haben, dass es bei uns eben nicht nur um Rezepte und schöne Bilder geht. Ein Blogevent, das diese Stimmen zusammenfasst, hat Conny vom Blog Seelenschmeichelei ins Leben gerufen: Deutschland isst bunt! Wie absurd Nationalismus gerade in Sachen Ernährung ist, haben wir ja schon im Artikel zu unserem letzten Burgerrezept betont und beteiligen uns deswegen auch gerne an dieser Aktion.

Auch wenn solche symbolischen Akte wichtig sind, um eine Gegenöffentlichkeit zum in Wort und Tat zündelnden Rassistenpack zu schaffen, braucht es doch mehr. Es braucht z.B. ganz konkret Geld für die Initiativen, die sich vor Ort um Menschen kümmern, die in der Flucht in ein ihnen mehrheitlich unbekanntes Land die letzte Hoffnung gesehen haben. Wer hier helfen möchte, kann das z.B. über die von Paul Huizing, Karla Paul, Nico Lumma und Stevan Paul ins Leben gerufene Spendenaktion tun. #BloggerfuerFluechtlinge nennt sich ihr Aufruf passenderweise, und das ursprünglich gesteckte Ziel von 4000€ wurde mittlerweile schon um das zehnfache überschritten. Aber es wird natürlich kräftig weiter gesammelt und das Geld kommt unterschiedlichen Flüchtlingsprojekten in Deutschland zugute. Wenn auch ihr beim nächsten Einkauf auf die teure Flasche Wein verzichten und stattdessen mit einem Beitrag Menschen, die aktuell vor Krieg und Hunger in unser Land fliehen und auf Hilfe angewiesen sind, unterstützen möchtet, könnt ihr das über diese Seite tun.

Und weil die ganze angestaute Wut über den empathielosen Teil unserer Gesellschaft natürlich Hunger macht, haben wir noch ein sommerlich buntes Dessert für euch (angelehnt an dieses Rezept).

Joghurt mit Orangen, Pflaumen, Granatapfel und Sesam-Mandel-Krokant Rezept Feed me up before you go-go-2

Joghurt mit Orange, Pflaume, Granatapfel und Sesam-Mandel-Krokant (für ca. 3 Portionen):

Für den Krokant:

25 g Mandelblättchen
1 EL schwarzer Sesam
2 EL brauner Zucker
¼ TL Kardamom
1 Prise Salz

Für den Joghurt:

1 Granatapfel
2 Orangen
2 Pflaumen
1 EL brauner Zucker
400 g Naturjoghurt
100 g Schmand
1 Vanilleschote
1 TL schwarzer Sesam

1. Für den Krokant Mandeln, Sesam, Zucker, Kardamom und Salz in einer Pfanne vermischen und bei mittlerer Hitze unter Rühren karamellisieren lassen. Auf Backpapier ausstreichen und abkühlen lassen.

2. Für den Joghurt den Granatapfel halbieren. Aus einer Hälfte die Kerne auslösen, die andere Hälfte mit einer Zitronenpresse auspressen (ja, das funktioniert tatsächlich) und den Saft zur Seite stellen. Eine der Orangen auspressen, die andere filetieren und den übrigen Rest mit den Händen ebenfalls ausdrücken und auffangen. Die Pflaumen waschen und in Spalten schneiden.

3. Granatapfel- und Orangensaft mit dem Zucker in einem kleinen Topf aufkochen und zu einem Sirup einkochen lassen. Den Joghurt mit dem Schmand in einer Schüssel verrühren. Die Vanilleschote aufschneiden, auskratzen und das Mark unter den Joghurt rühren.

4. Den Joghurt auf Schüsselchen verteilen, Orangenfilets, Pflaumenspalten und Granatapfelkerne darauf anrichten. Über die Orangenscheiben jeweils etwas schwarzen Sesam streuen. Den Sesam-Mandel-Krokant in kleine Stücke brechen und über dem Obst verteilen.

Deutschlandisstbunt-Signet

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5 Kommentare

  • Reply Ela

    Schön, wieviele Blogger sich öffentlich gegen den braunen Mob aussprechen und was für tolle Aktionen dabei heraus gekommen sind (bzw. daraus wiederum so viele lesenswerte Artikel).
    Und bunt ist euer Beitrag ja wirklich, hihi 🙂
    Liebe Grüße,
    Ela

    30. August 2015 at 13:34
  • Reply Carina

    Supertolle Aktion! Sehr schön, dass ihr dabei seid 🙂

    Ganz liebe Grüße
    Carina

    30. August 2015 at 14:05
  • Reply Trotz fehlender Worte | Cooking around the world

    […] unbedingt vorbei bei Seelenschmeichelei, Feed me up before you go-go, Magentratzerl, Mehlstaub & Ofenduft, Little Red Temptations, NutriCulinary und vielen […]

    30. August 2015 at 15:44
  • Reply Julia

    Ihr Lieben, recht so! Ich finds toll, dass Ihr auch Stellung bezieht, dazu mit einem solch farbenfrohen Dessert, das bestimmt auch gut als Frühstück geht. Und sei es Geld, Klamotten oder Zeit, egal wie, jede/r von uns kann im kleinen helfen, Kleinvieh macht ja auch Mist, so sagt man doch, oder?
    Liebe Grüße!
    Julia

    30. August 2015 at 20:35
  • Reply Conny

    Ihr Lieben,
    vielen Dank für diesen Beitrag! Uns so langsam keimt in mir doch Hoffnung auf, dass die Stimmen (und Taten!) der Anständigen größer sind, als ich das noch vor einem Monat befürchtet hatte. Es ist einfach sensationell, was #bloggerfürflüchtlinge in den letzten Tagen und Wochen bereits auf die Beine gestellt hat. Und wie sagt Paul immer so schön? Wir fangen gerade erst an.
    Herzliche Grüße
    Conny

    31. August 2015 at 11:36
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