Kurz vor Sonnenuntergang erreichen wir Savannah. Wir fahren entlang einer der vielen Straßen, die auf beiden Seiten dicht von alten Eichenbäumen bewachsen sind und deren Äste und Blattwerk sich über uns treffen. Ich nehme das erste Mal bewusst das Spanish Moss wahr, das man so sehr mit der Landschaft der Südstaaten verbindet und hier von den Ästen herabhängt. Irgendwie mystisch und ein bisschen schaurig – und gleichzeitig wunderschön. Noch bevor wir das Hotel erreichen, ist es völlig um mich geschehen. Auf dem Weg sage ich mindestens 15 Mal „Boah, ist das schön“ und kann nicht fassen, dass die Stadt schon nach zehn Minuten noch umwerfender aussieht, als ich sie mir vorgestellt hatte.
Eigentlich hatten wir Savannah bei der Planung unserer Südstaatentour gar nicht auf dem Schirm. Erst ein Video der New York Times (36 hours Savannah) machte uns auf die Südstaatenschönheit in Georgia aufmerksam. Es folgten Recherchen, weitere Impressionen und unsere bereits grob geplante Route wurde kurzerhand verlängert. Um es vorwegzunehmen: Es hat sich gelohnt! Mit 22 hübschen Plätzen im historischen Viertel, satt grünen und mit Spanish Moss behangenen Bäumen in der ganzen Stadt, wunderschönen alten Villen und der Southern Hospitality, die hier nicht nur ein Klischee ist, sondern tatsächlich gelebt wird, macht es Savannah einem sehr leicht, sich binnen kürzester Zeit in die Stadt zu verlieben. Weiterlesen: Südstaatenschönheit mit Gruselfaktor: 3 Tage in Savannah, Georgia
Ein arbeitsreicher Juli liegt hinter uns, der nicht viel Zeit für den Blog übrig ließ. Viele Pläne wurden verschoben oder gleich ganz verworfen. Doch was im ersten Moment Bauchziepen und ein schlechtes Gewissen bereitete, mündete schnell in gleichgültige Gelassenheit. Kommste heut nicht, kommste morgen. Der Sommer ist noch lang und der August steht vor der Tür, der sich bereits mit mehr Zeit zum Duchatmen, einem Geburtstag, einem Kurztrip und zwei kleinen Veränderungen ankündigt, und uns hoffentlich ebenso mit guten Drinks versorgen wird wie der Juli. Weiterlesen: Was bisher geschah: Juli 2017 – zwischen Gin o’clock, belgischen Waffeln und vietnamesischen Kochkünsten
Es ist halb 7, das Telefon klingelt. Schlaftrunken hebe ich ab und bekomme bedrohlich ins Ohr geschnauft. Fast hatte ich vergessen, dass der Weckdienst heute von einem Riesenaffen übernommen wird. Besonders gesprächig ist King Kong ja nicht, aber seinen Auftrag hat er zumindest erfüllt – wir sind wach, lachen uns kaputt und überlegen schon, wen wir für den nächsten Morgen mit dem Weckruf beauftragen. Spiderman? Die Transformers? Oder AC/DC? Die Auswahl ist groß – schließlich befinden wir uns im Hard Rock Hotel Orlando, wo man sichtlich bemüht ist, die Gäste schon am Morgen in die richtige Stimmung zu versetzen. Weiterlesen: Wenn King Kong anruft und mit dir Monstermilkshakes trinken will: Hard Rock Hotel Orlando und Universal CityWalk
Wir gehören nicht gerade zu den Menschen, die sich ab 30° C im Sommer nur noch von Wassereis und Ventilatorenluft ernähren können. Spätestens nach dem zweiten Salattag in Folge meldet sich die Lust auf etwas Deftiges zurück. Ja, auch vor Käsespätzle im Biergarten schrecken wir nicht zurück. Was jedoch abnimmt, ist die Lust, lange in einer überhitzen Küche zu stehen. Am besten Kombinieren lassen sich die beiden Wünsche in Form einer sommerlichen Pizza. Leicht, nicht zu überladen, mit einer überschaubaren Menge an frischen, saisonalen Zutaten und kross dünnem Teig. Zucchini, Dill, Feta, fertig.
Trotz der reduzierten Zutaten vereinen sich auf der Zucchinipizza unsere frühkindlichen Vorlieben und Abneigungen. Denn wenn man Steffen fragt, welches Gemüse er als Kind so gar nicht mochte (abgesehen von seinem restlos überwundenen Fencheltrauma), kommt wie aus der Pistole geschossen: Zucchini! Er kann dann jedes Mal eine neue Geschichte erzählen, die erklärt, warum das grüne Gemüse lange Zeit für ihn tabu war. Inzwischen hat er sich mit dem Kürbisgewächs einigermaßen versöhnt und mag es nicht nur als Pizzabelag hin und wieder sogar ganz gerne. Ganz anders verhält es sich mit mir und Dill, denn das war Liebe auf den ersten Duft. Seit meiner Kindheit bin ich verrückt danach – ich vermute, der Gurkensalat meiner Oma war daran nicht ganz unschuldig. Bis heute bringt mich der Geruch von Dill fast um den Verstand und ich reagiere auf das Kraut fast so wie Katzen auf Katzenminze (ja, ich kann mich wirklich nur gerade so davon abhalten, mich darin zu wälzen). Also, liebe Duftkerzen- und Duschgelhersteller, setzt auf Dill! Ich kauf euch alles ab. Bis es so weit ist, muss es die Pizza richten, deren Dillduft, die Wohnung derzeit regelmäßig erfüllt. Weiterlesen: Sommerküche: Zucchinipizza mit Dill und Feta
Der Frühling setzt mich unter Druck. Die ersten Sonnenstrahlen bringen so viele tolle Gemüse- und Kräutersorten hervor, die stets damit drohen, schon bald wieder zu verschwinden. „Iss mich, iss mich!“, tönt es aus den Gemüseabteilungen, von den Marktständen und Feldern. Während ich noch dabei bin, Spargelund Bärlauchin rauen Mengen zu verarbeiten, vergesse ich fast ihren italienischen Kollegen, der einem in Supermärkten fast gar nicht, dafür auf Märkten immer häufiger begegnet: Barba di Frate.
Mönchsbart, Agretti, Salzkraut – das grüne, auf den ersten Blick nach Schnittlauch aussehende Gewächs, das sich auf salzhaltigen Böden in der Nähe des Meeres besonders wohlfühlt, trägt viele Namen. Für mich schmeckt Barba di Frate nach Sommerurlaub und Meer – frisch, ein bisschen mineralisch und salzig – und ist deshalb in der leichten Spätfrühjahrsküche bestens aufgehoben. Ein Bissen und die Sehnsucht nach Italien, Spanien oder Südfrankreich ist geweckt. Bis Anfang Juni besucht uns das Wildgemüse aus Italien; wenn ihr es auf dem Teller treffen wollt, müsst ihr euch also beeilen. Weiterlesen: Frühlingslunch: Sandwich mit Barba di Frate, Tomate und pochiertem Ei
Als es an die Planung unserer Südstaatenreise ging, war eines ganz schnell klar: Irgendwie muss ein Stopp in Orlando untergebracht werden. Nicht, weil die Stadt so unglaublich schön ist, sondern wegen eines Freizeitparks. Bescheuert – wissen wir! Doch vor fünf Jahren hat es uns schon einmal nach Floridaverschlagen. Wir besuchten die Universal Studios und fühlten uns einen Tag wie 12-Jährige. Wir fuhren Achterbahnen, bis wir nicht mehr geradeaus schauen konnten, besuchten Shows und hatten irre viel Spaß. Die Krux: Wir mussten uns für einen der beiden Universal Parks entscheiden und landeten in den Universal Studios. Nach dem Tag waren wir uns sicher, dass wir irgendwann zurückkehren würden, um auch die Islands of Adventure und das darin beherbergte Harry-Potter-Universum zu besuchen. Gesagt, getan! Dass wir dann auch noch im Hard Rock Hotel – eines der fünf Universal On-Site-Hotels – unterkommen würden, hätten wir damals nicht zu träumen gewagt. Über unseren Aufenthalt dort, berichten wir hier.Weiterlesen: Ein Tag mit Harry Potter, King Kong & den Simpsons: Islands of Adventure & Universal Studios Orlando
Mitten in der Spargel- und Bärlauchsaison für mehrere Wochen das Land zu verlassen, war nicht unbedingt eine unserer besten Ideen. Seitdem wir aus dem Urlaub zurück sind versuchen wir also, die verpassten Spargelgelage aufzuholen und verstecken fleißig in jedem Essen ein paar Stangen. Mal grün, mal weiß, manchmal gemischt. Doch weil der Geist noch irgendwo zwischen Palmen und Berggipfeln festhängt und derzeit eher einem Sumpfgebiet gleicht, wenn es darum geht, sich neue Rezepte auszudenken, greifen wir vor allem auf Erprobtes zurück. Spargellasagne– die geht ja immer! –, Pasta mit Spargel, Minze und Mandeln oder Salate. Dabei wird auch mal ein verwackeltes Handyfoto von einem der Lieblingssalate aus dem vergangenen Jahr auf dem Teller rekonstruiert – was war da noch mal drin? Spargel aus dem Ofen? Avocado, Feta … ach ja, und Erdbeeren! So traurig es ist, dass sich die Spargelzeit im Juni schon wieder verabschiedet, ergeben sich bis dahin doch noch einige Gelegenheiten für die ein oder andere spätfrühlingshafte Party auf dem Teller. Zu Erdbeeren und Spargel gesellen sich ein paar Nüsse, bombastisch viel Knoblauch (aber keine Angst, er kommt aus dem Ofen und ist somit etwas milder) und ein schnelles Zitronen-Honig-Dressing. Mit etwas Glück genießen wir die restliche Spargelzeit abends auf dem Balkon – und wenn das Wetter doch nicht mitspielt, stehe ich eben spargelknabbernd am Bügelbrett (unsere Tischdecke hätte es nötig …). Weiterlesen: Kopfüber in die Spargelzeit: Spargelsalat mit Erdbeeren, Avocado, Pekannüssen & geröstetem Knoblauch
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