Das aktuelle Zeit-Magazin widmet sich diesmal zu großen Teilen dem Thema „Süßes“. Von Kuchen bis Cocktails gibt es jede Menge Rezepte und Bilder zu entdecken, die mich schon beim Lesen zum Sabbern bringen. Unter anderem findet sich dort auch ein zweiseitiger Artikel von Christian Stolz über Käsekuchen. Um genau zu sein, über seine Suche nach dem perfekten Käsekuchen. Offensichtlich fehlt mir ein ähnliches Erweckungserlebnis, wie dem in jungen Jahren von seinem Großvater zu diesem Backwerk bekehrten Autor, aber ich konnte mit dem deutschen Käsekuchen (der ja aus Quark besteht) noch nie etwas anfangen. Ich habe Käsekuchen erst mit dem Auftauchen der amerikanischen Variante (die aus Frischkäse besteht) für mich entdeckt. Laut dem Artikel aus dem Zeit-Magazin scheine ich nicht der Einzige zu sein, dem es so geht, denn so würden z.B. von einem Konditor wöchentlich „150 amerikanische und 80 klassische Käsekuchen […] an Berliner Cafés“ ausgeliefert. Ich kann das gut verstehen, mir ist die deutsche Variante einfach zu trocken. Aber vielleicht habe ich ja auch einfach noch nicht den richtigen, den wahren deutschen Käsekuchen gegessen.
Süß
Frau Wu und ich stehen ja ziemlich auf Karamell. Karamellbonbons, Karamellkuchen, Karamelleis, Karamellaufstrich – die Liste könnte noch ewig weitergeführt werden. Kein Wunder, dass mir der letzte selbst gebackene Kuchen mit dem Pinienkernkaramellüberzug so gut geschmeckt hat …
Logischerweise war es also nicht meine Schuld, dass vor zwei Wochen eine Packung Mövenpick Feine Pâtisserie Caramel Kekse im Einkaufwagen landete. Ich konnte einfach nicht anders, von freiem Willen war da nichts zu spüren, irgendwas muss in meinem Hirn falsch gepolt sein. Regulär kostet die Packung 2 €, zu meinem Glück lag sie in der „mich-will-keiner-und-ich-laufe-bald-ab-Kiste“ für 1,40 €. Die Inhaltsmenge ist allerdings SEHR übersichtlich – läppische 85 g Kekse, das ergibt dann die schier unglaubliche Menge von 14 Stück.
Wie angekündigt, mussten nach den ersten beiden Backerfolgen dank Marthas Hilfe* nun auch das neue Mini-Muffin-Blech ausgepackt und die Chai-Tea-Mini-Cupcakes -probiert werden. Dies war außerdem die perfekte Gelegenheit, sich bei seinen ArbeitskollegInnen einzuschleimen, die daraufhin gleich nach dem Rezept fragten. Also, here we go …
Martha Stewart, der Inbegriff der American Housewife, hat offensichtlich ihren Gefängnisaufenthalt sehr sinnvoll genutzt. Aus dem Knast kam sie mit vielen schönen Backideen – einige davon hat sie in dem grandiosen Buch Martha Stewart’s Cupcakes* versammelt. Der beste Mensch der Welt hat mir kürzlich dieses kleine Wunderwerk geschenkt, das mein Cupcake-Herz im Sturm eroberte. Allein beim Durchblättern steigt mit jeder Seite der Speichelfluss, und man kann sich gar nicht entscheiden, welche der kleinen Törtchen man zuerst backen soll. Vom unkomplizierten Basic-Cupcake bis zum Profi-Themen-Törtchen findet man einfach alles darin. Das Buch ist allerdings bisher nicht auf Deutsch erschienen, daher müssen die Maßeinheiten vom amerikanischen Chaos ins metrische System umgerechnet werden. Das ist anfangs etwas nervig, man gewöhnt sich jedoch recht schnell daran und wenn man sogar Cup-Messbecher zu Hause hat, geht das sogar völlig problemlos.
Eigentlich backe ich ja nicht so gerne bzw. gehe nicht mit so einer Hingabe ans Werk wie Frau Wu, aber in unserem neuen Backbuch waren ein paar Rezepte drin, die mir das Wasser schneller aus dem Mund laufen ließen, als ich „muss ich probieren“ sagen konnte. Gestern Abend habe ich mich deswegen an den Ricottakuchen mit getrockneten Aprikosen, Honig und Pinienkernkaramell gewagt und heute damit meine Kolleginnen (und die zwei Kollegen) beglückt. Alle waren begeistert, ich selbst fand ihn einen kleinen Tick zu trocken, 10 Minuten weniger im Ofen hätten es wohl auch getan, aber das merke ich mir einfach fürs nächste Mal. Statt des Rezepts gibt es allerdings nur ein paar Bilder, da ich nach einem ziemlich anstrengenden Tag nicht mehr die Muse habe, das alles abzutippen (Anm.: Da der Ricottakuchen mit getrockneten Aprikosen, Honig und Pinienkernkaramell aber so gut war, haben wir ihn noch einmal verbloggt, diesmal natürlich mit Rezept). Davon abgesehen kann man das Backbuch „30 Kuchen – 1 Form„*, das inklusive einer Backform kommt, auch noch kaufen, obwohl es nicht mehr veröffentlicht wird. Da man darin nicht die üblichen Verdächtigen von Mamor- bis Rotweinkuchen findet, sondern viele ziemlich ausgefallene Rezepturen, lohnt sich der Kauf des schmalen Bandes. Als nächstes werde ich mich mal an den Schmandkuchen mit Mango und Vanille machen, der auch ganz großartig klingt oder an den Himbeerkuchen mit Rosmarinstreuseln *sabber*.
Die Vögel vom Ammersee oder Kuchen im Cafe Panini
Ehemalige Kommilitonen von uns waren in der bayrischen Provinz zu einem Geburtstag eingeladen und die Gelegenheit haben wir gleich genutzt, um uns mit ihnen am Ammersee zum Kaffeetrinken zu treffen. Dort ist es im Sommer eigentlich sehr schön und ich muss in diesem Jahr definitiv mal dort baden gehen, um meine 5-Seen-Tour zu vervollständigen. Jetzt im Winter ist es dort allerdings ganz schön trostlos und das Aufregendste sind die ausgehungerten Wasservögel, die am Ufer auf verirrte Besucher lauern. Ein Blick auf Qype hatte ergeben, dass es in Schondorf am Ammersee nicht viel Auswahl geben würde, aber das Cafe Panini hörte sich zumindest ganz gut an. Bio-Essen und hausgemachte Kuchen, da fühlt man sich gleich wie im Glockenbachviertel.
Ein netter Mensch, wohl wissend, dass ich eine Schwäche für Kaugummi, Minze und die Farbe Türkis habe, brachte mir kürzlich von seinem Einkaufstrip in den Norden Münchens zum neu eröffneten amerikanischen Lebensmittelladen USA World ein Päckchen Kaugummi aus der Reihe „Extra Dessert Delights“ mit. Offensichtlich versucht sich Wrigley’s nun daran, beliebte amerikanische Desserts in Kaugummiform zu pressen – hört sich etwas ekelig an, trifft aber leider genau meinen verkorksten Konsumnerv. Zu meiner großen Freude erhielt ich eine Packung der Sorte „Mint Chocolate Chip“, die an die gleichnamige Eissorte erinnern soll. Klang schon mal spannend, aber ich war skeptisch.
Nach der Salzburger Cupcake-Katastrophe war es an der Zeit, mal wieder jenen magischen Ort aufzusuchen, der die wohl leckersten und hübschesten Cupcakes Münchens im Angebot hat: Wir machen Cupcakes in der Utzschneiderstraße. Noch schöner ist der Weg dorthin mit einem Groupon-Gutschein in der Tasche, der eine 6er-Box Cupcakes im Wert von 21 € für nur 10 € verspricht. Yum!





