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Gegessen

    Gegessen, Gekocht, Geteilt, Getestet

    Ein Abend mit Kochzauber

    Das 21. Jahrhundert schreitet voran und mit ihm die (gefühlte) Beschleunigung des Alltags, die Trennung von öffentlicher, Privat- und Arbeitssphäre erodiert und bei gleichzeitiger globaler Vernetzung kommt es zur Rückbesinnung auf lokale und regionale Traditionen und Netzwerke. So ist es kein Wunder, dass immer mehr Angebote aus dem Boden schießen, die auf diese Umstände reagieren oder ein Produkt dieser Veränderungen sind. Vielfach nehmen sie dem Menschen bisher selbstverständlich scheinende Aufgaben wie Einkaufen oder Kochen ab. Foodboxen gehören dabei zu den neuen heißen Dingen, die uns – selbstverständlich bei gleichzeitiger Nachhaltigkeit – den Alltag erleichtern sollen. Insbesondere denen von uns, die entweder keine Zeit zum Kochen und Einkaufen haben oder die es vielleicht gar nicht erst gelernt haben. Ich gebe zu, dass ich solchen Angeboten bisher zwar neugierig, aber auch recht skeptisch gegenüberstand. So passte es perfekt, dass ich ein Event in München besuchen durfte, bei dem eines jener neuen Start-ups sein Konzept vorstellen sollte. Kochzauber heißt die Firma, die seit gut einem Jahr ihre Boxen verschickt und deren Angebot seit Beginn des Jahres auch deutschlandweit verfügbar ist. So ging es letzten Donnerstag direkt vom Büro aus ins Bild und Raum im Westend, wo bereits eine liebevoll hergerichtete Küche auf mich und die anderen Gäste (neben JournalistInnen waren auch weitere Foodblogs wie Bushcooks Kitchen, Dinner um 8, Le Gourmand und Alice im kulinarischen Wunderland vertreten) wartete.

    Kochzauber_Event-3Tolles Detail: Als Tischkarten dienten kleine Tüten mit Nudeln, Bohnen oder Linsen

    Zur Begrüßung gab es erst einmal ein kühles Berliner Bier, auf den Tischen standen Nüsse (von Bitebox) und Schokolade (von Schokostück) zum Knabbern bereit und nach und nach trafen auch die anderen Gäste ein. Unterdessen konnte man sich ungezwungen mit dem aus Berlin angereisten Kochzauberteam unterhalten, unter anderem mit Geschäftsführerin Wencke und Koch Max, der auch eine Hälfte des Rezeptentwicklungsteams ist. Es war wirklich spannend, mal einen Einblick in ein junges Unternehmen zu bekommen, zu hören wie die Rezepte entstehen, mit welchem Aufwand sie getestet werden (immerhin 10 Stück pro Woche) und vor allem mit welchem Enthusiasmus die MitarbeiterInnen hinter ihrer Idee stehen. Da war echte Begeisterung für gute Lebensmittel und fürs Kochen zu spüren. Gut gefallen hat mir zum Beispiel auch die hohe Flexibilität und Bandbreite des Konzepts. Für Familien mit Kindern gibt es andere Gerichte als für experimentierfreudige Paare, und wer nur alle vier Wochen eine Box bekommen möchte, muss das einfach nur sagen. Glutenfrei? Vegetarisch? Alles kein Problem.

    Kochzauber_Event-4Kochzauber-Geschäftsführerin Wencke Harder bei der Begrüßung und fleißige Hände beim Rhabarber schnippeln

    Natürlich waren wir nicht nur zum Quatschen und Trinken (unter anderem gab es auch noch unglaublich leckere Zitronenlimo!) eingeladen, sondern sollten auch testen, wie sich die Rezepte aus der Foodbox umsetzen lassen und schmecken. Um das möglichst objektiv beurteilen zu können, sollten wir – aufgeteilt in drei Gruppen – selber nach den Originalrezepten kochen. So machte ich mich also zusammen mit den anderen Herren an den Nachtisch. Rhabarber-Crumble mit Vanillesoße stand auf der Speisekarte und unter etwas chaotischen Umständen wurde im Folgenden die Soße angerührt, viel Obst geschält und eine große Schüssel Teig geknetet. Dazu gab es einen regen Austausch übers Kochen und die eigene Verbindung zum Essen sowie große Mengen Weißwein. Währenddessen wurde an den anderen Stationen Couscous angesetzt, Salat gewaschen, Salsiccia aus der Schale gepult und Fleisch gebraten. Immer unter der Aufsicht von Koch Max, der zwischendurch noch Zeit fand, von seiner Ausbildung in Deutschland und seinen Zwischenstationen in australischen Küchen zu erzählen. Ganz schön beeindruckend, was der gerade mal 25-Jährige da zu berichten wusste, und das Kochzauberteam hat sich da wirklich einen idealen Partner ins Boot geholt.

    Kochzauber_Event-1

    Für die Vorspeise (Couscous mit getrockneten Aprikosen, gebratener Salsiccia und Paprika-Sauerrahm) hatten sich die Münchener Foodbloggerinnen verantwortlich gezeigt und herausgekommen ist ein tolles Gericht. Die Mischung aus salzig und süß, kombiniert mit der Frische des Sauerrahms hat super geschmeckt (und nicht nur, weil ich inzwischen ordentlich Hunger hatte) – ich überlege schon, wie ich daraus eine vegetarische Variante entwickeln könnte, damit auch Frau Wu in den Genuss kommen kann. Ich musste mich auf jeden Fall sehr zurückhalten, sonst hätte ich mich schon am ersten Gang satt gefuttert.

    Kochzauber_Event-5Koch Max verleiht dem Fleisch den letzten Schliff

    Zum Hauptgang kam ein Gericht auf den Tisch, das für die Spezial-Valentinstagsbox von Kochzauber kreiert worden war. Kalbssteak mit Trüffelgnocchi an Kaffeesoße und dazu Feldsalat mit Granatapfel-Vinaigrette. Die Gnocchi mussten (zum Glück) nicht selbst gerollt werden, sondern kamen schon fertig nach München. Denn: Die Kochzauber-Philosopie sieht vor, dass sich die Gerichte innerhalb von 20-35 Minuten zubereiten lassen (wie ich schon erwähnte: Beschleunigung des Alltags). Da aber gleichzeitig viel Wert auf hochwertige Zutaten gelegt wird, muss man das jetzt auch gar nicht negativ bewerten. Die Gnocchi, die an diesem Abend im Kochtopf landeten, waren hochwertig, frisch und sehr schmackhaft. Bei der Kaffeesoße wurde etwas geschwindelt und etwas mehr Aufwand betrieben als im Originalrezept aus der Box vorgesehen. Koch Max hatte es sich nicht nehmen lassen, schon am Tag vorher eine Soße anzusetzen, um sie dann zur Perfektion köcheln zu lassen. Das war bei jedem Tropfen herauszuschmecken – ich hätte die Soße auch einfach pur trinken können. Währenddessen blubberte das Crumble unserer Nachtischgruppe im Ofen vor sich hin, obwohl eigentlich kaum noch Platz im Magen war. Naja, Nachtisch geht ja immer, gerade wenn man ihn selbst gemacht hat. Nur mein bürgerlicher Anstand und die Angst vor ernsthaften körperlichen Schäden haben mich daran gehindert, noch eine zweite Portion auf den Teller zu laden.

    Kochzauber_Event-6Ein hervorragender Abschluss: Rhabarber-Crumble mit (leider etwas zu flüssiger) Vanillesoße

    Zum Abschluss gab es für alle noch eine Geschenkbox, gefüllt mit Schokolade, Bier und Knabberzeug, und gegen 23.30 rollte ich kugelrund, aber glücklich nach Hause. Meine Skepsis gegenüber Foodboxen ist nach diesem Abend deutlich gesunken und das liegt nicht daran, dass ich für (große Mengen) gutes Essen äußerst empfänglich bin. Die Gespräche am Abend mit dem Kochzauberteam waren wirklich nett und ich hatte nicht den Eindruck, dass hier nach einer Marktsondierung einfach das nächste, hoffentlich schnell profitable und verkaufbare Start-up aus dem Boden gestampft wurde. Ganz im Gegenteil. Die MitarbeiterInnen scheinen mir wirklich mit Herzblut bei der Sache zu sein, das Konzept ist durchdacht und ich verstehe auch besser, wie der (in meinen Augen immer noch recht hohe) Preis für die Boxen zustande kommt. Wir werden in der nächsten Woche eine Box unter realen Bedingungen testen und euch auch noch mit ein paar mehr Infos zum Konzept versorgen.

    Vielen Dank an Kochzauber und Stilgeflüster für die liebevolle Organisation dieses schönen Abends und danke an Alice, Dorothée und Claudia für die netten Gespräche am FoodbloggerInnentisch!

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    Deutschland, Gegessen, Gereist, Getestet, Getrunken, München

    A buena hambre no hay pan duro, oder ein zwiespältiger Abend im Pure Burrito

    Pure Burrito-3So langsam müssten wir alle neuen mexikanischen Restaurants und Imbisse in München durchprobiert haben. Über Condesa und Milagros haben wir hier ja schon berichtet, im Taco Libre in der Nähe des Hauptbahnhofs war ich auch schon auf einen schnellen Burrito Deluxe und so musste sich vor einiger Zeit auch das Pure Burrito unserem Urteil stellen. Wie im Condesa und im Taco Libre gibt es hier Street Food, sprich solides mexikanisches Essen auf die Hand, ohne viel Chichi. Das ist im Grunde durchaus positiv, aber ein wenig mehr Chichi hätten wir uns in diesem Fall doch gewünscht. Die Atmosphäre im Laden am Goetheplatz mit wenig einladend zu beschreiben, wäre fast schon nett. Klar, wir hatten nicht vor, hier einen ganzen Abend zu verbringen und waren ohnehin auf dem Weg ins Kino, aber die Einrichtung fällt schon sehr minimalistisch und kühl aus. Dass sich Streetfood und schönes Ambiente nicht immer gegenseitig ausschließen müssen, hat dagegen das Condesa mit seiner liebevoll kitschigen Inneneinrichtung bewiesen.

    Pure Burrito-2

    Aber in erster Linie geht es natürlich ums Essen, um Burritos genauer gesagt. Hier lässt man sich seinen Tortilla-Wrap nach dem Baukastenprinzip zusammenbasteln, was beim ersten Besuch aber durchaus erklärungsbedürftig ist. Und da wären wir dann auch beim zweiten Kritikpunkt. Ähnlich unterkühlt wie die Ausstattung war leider auch der junge Mann hinter der Theke, der uns statt einer kurzen Einweisung oder ein paar Tipps nur kurzangebundenes Gemaule entgegenbrachte und das Gefühl vermittelte, gerade tierisch gestört zu werden. Der Anblick der einzelnen Speisen hinter der Theke stimmte leider auch nicht gerade versöhnlich – bis auf ein paar fast leere Schalen und angetrocknete Speisereste, die sich über die gesamte Ablage und den Fußboden verteilten, war nicht mehr viel übrig. Vielleicht waren wir einfach zu spät dran und haben den Feierabend verzögert? Darf man eine Stunde vor Schließung nicht trotzdem noch mit freundlichem Service und einer gewissen Auswahl an Speisen rechnen? Sonderlich appetitanregend und hygienisch wirkte das jedenfalls nicht.

    Pure Burrito-5Der Bio-Rind-Burrito vs. die vegetarische Variante

    Trotz allem hatten wir kurz darauf unsere Burritos vor uns stehen. Nach dem unschönen Vorgeplänkel waren unsere Erwartungen bezüglich des Essens schon erheblich gesunken und auch die teilweise vermüllten Tische und Sitzgelegenheiten (obwohl wir die einzigen Gäste waren) erhöhten die Vorfreude darauf nicht gerade. Doch das Essen überraschte uns dann wirklich positiv! Entschieden hatte ich mich für zwei kleine Rollen (danke an German Abendbrot für den Hinweis!), die mit jeweils 4€ bzw. 4,50€ zu Buche schlugen. Nr. 1 hatte ich mit Huhn, Reis, schwarzen Bohnen und Mangosoße füllen lassen, Nr. 2 kam mit Bio-Rind, Reis, schwarzen Bohnen und Iximsoße (Mais, Poblano Chilis, Jalapeños, Koriander & Limetten) daher. Beide hätten etwas kräftiger schmecken können, waren aber ziemlich lecker, wobei die Mangosoße im direkten Vergleich die Nase vorne hatte. Frau Wu war auch vom Geschmack ihres vegetarischen Burritos mit schwarzen Bohnen, Mangosoße, Käse, Sour Cream und Salat (6€) überrascht und fand die Kombination sehr lecker, fruchtig und gut gewürzt. Dazu teilten wir uns ein Päckchen Chips mit Guacamole (3€). Besonders Frau Wu zeigte sich von den Maistortillas mit Limettensalz recht begeistert und auch die Guacamole ging in Ordnung.

    Pure Burrito-1

    Insgesamt ist das Angebot für “Fast Food” schon nicht ganz billig, dafür sind Schweine- und Rindfleisch aus biologischer Tierhaltung, das Gemüse ist frisch und lokal und auch sonst bemüht man sich, den Laden möglichst nachhaltig zu betreiben. Eigentlich ein interessantes Konzept, nur leider (an diesem Abend?) nicht besonders sympathisch umgesetzt.

    Fazit

    Bei der Bewertung muss diesmal ganz klar zwischen Essen und Service unterschieden werden: Das leckere Essen erhält von uns vier von fünf Jalapeños, an Service und Ambiente geht leider nur eine Schote. Wenn ich tagsüber noch einmal hungrig in der Gegend sein sollte (bzw. gibt es nun auch eine zweite Filiale in Uninähe/Schellingstraße), würde ich erneut zugreifen – dann aber auf jeden Fall zum Mitnehmen, die Isar ist ja nur ein paar Minuten entfernt.

    Pure Burrito
    Lindwurmstr. 57 / Schellingstr. 104
    München
    http://www.pureburrito.com

    Wart ihr auch schon mal im Pure Burrito? Ging es euch ähnlich oder haben wir schlicht einen schlechten Tag erwischt?

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    Gegessen, Gekauft, Getestet

    Brandnooz Box Januar

    Bevor wir in den nächsten Tagen völlig dem Backwahn verfallen (wieso? Steffen ist einer der zehn Teilnehmer beim Tchibo-Backwettbewerb und ist schon seit dem Wochenende dabei, unseren Ofen um den Verstand zu backen), kommt hier noch ein kleiner Einblick in die aktuellen Neuheiten in den Supermarktregalen. Der Inhalt der neuen Brandnooz Box tröstet mich ein wenig darüber hinweg, dass ich im Dezember einfach vergessen wurde und keine Box erhielt. Mööp. Aber nun sind endlich wieder ein paar ausgefallenere Produkte in der Box gelandet, vor denen ich im Supermarkt bestimmt auch haltgemacht hätte, und erfreulicherweise kannte ich bisher noch kein einziges davon.

    Brandnooz Box Januar 2013

    Und das war drin:

    Je eine 40 g-Tafel IChoc der Sorten “Electric Licorice” und “BeatBerry” (UVP 0,89€ / Launchtermin September 2012): Über die kleine pinke Tafel “Electric Licorice” habe ich mich am meisten gefreut – weiße Schoki UND Lakritze zusammen? Das schreit doch geradezu meinen Namen! Warum heißt die Tafel nicht gleich IWu?? Unfassbar, dass ich davon nicht schon früher gehört habe. Kurze Irritation beim Auspacken – die weiße Schokolade hat eher eine gräulich-matschige Färbung -, erneute Irritation dann im Mund – schmeckt irgendwie nach Instantkaffee, obwohl die Bio-Schokolade laut Packung keinen Kaffee beinhaltet, hm. Die Lakritze steckt in Form von kleinen Kristallen in der Tafel, die im Mund lustig knuspern. Würde ich die Schoki im Bioladen nachkaufen? Hm, wahrscheinlich nicht. Obwohl sie gar nicht mal so schlecht schmeckt, bleibt ein undefinierbarer, komischer Geschmack zurück. Auf die zweite Sorte “BeatBerry” bin ich gespannt, vermute aber jetzt schon, dass sie für mich zu dunkel sein wird. Steffen kann sich freuen.

    Sulá Toffee To Go Milchcreme (UVP 1,29€ / Launchtermin Oktober 2012): Wenn Toffee im Spiel ist, kann es ja eigentlich nur lecker sein. Die Karamelltoffees gefüllt mit Milchcreme und umhüllt von Schokolade treffen voll in mein süßes Herz – sehr lecker und leider viel zu schnell leer!

    DeBeukelaer Kex – Butterkeks mit Chocolate-Chunks (UVP 1,29€ / Launchtermin Juli 2012): Der Butterkeks mit Schokostückchen, der schmeckt wie … äh … Butterkeks mit Schokostückchen eben. Eigentlich ganz gut, aber nichts Besonderes. Das Produkt selbst scheint seine Besonderheit darin entdeckt zu haben, dass die Schokostücken so im Keks platziert sind – nämlich im Teig selbst -, dass man sich beim Essen nicht die Finger mit Schokolade vollsudelt. Geschmacklich gut, aber irgendwie nichts Neues.

    Melitta BellaCrema Kaffeepads “Selection des Jahres” (UVP 2,29€ / Launchtermin Januar 2013): Diese Kaffeesorte kommt mit Sol de Peru-Bohnen und Beerennote. Zu schade, dass wir unsere Senseo im letzten Jahr auf dem Elektrofriedhof begraben mussten und auf Kapseln umgestiegen sind. Da wir aber ganz heiß auf die Sorte sind, werden wir wohl mal versuchen, ein Pad zu öffnen und in der French Press aufzugießen. Den Rest kann Steffen dann mit ins Büro nehmen, um mit seinen Kolleginnen eine umfangreiche Versuchsreihe zu starten.

    Lisa’s Kartoffel-Chips “Sweet Chili” (UVP 0,99€): Puh, ganz schön scharf für Sweet Chili. So scharf sogar, dass die Schärfe alles andere überdeckt. Der sonstige Geschmack fällt dagegen eher flach aus, für mich könnten die Chips deutlich würziger und süßer sein (Steffen findet sie aber gut). Dafür sind die im Kessel gebackenen Chips aus Bio-Kartoffeln schön knusprig und nicht so ölig.

    Goldmännchen-Tee “Blütenkraft Gentleman” (UVP 3,89€): Der Tee zur aktuellen Sexismus-Debatte? Laut Packungsbeschreibung hat der Assamtee den “Flair eines englischen Clubs” und “schenkt Genuss und Wohlbeagen. Goldrichtig für Ihn”. Na denn, auf mit dem Tee aus dem englischen Gentleman-Club in meine (sehr virile) Hemingway-Tasse. Ach, und ein paar Bachblüten schwimmen auch noch mit, die Entspannung, Konzentration und innere Kraft fördern sollen. Davon spüre ich allerdings wenig (sicherlich wirkt er nur bei Männern, oder liegt’s an meiner Bachblütenphobie?). Neben “Gentleman” gibt es noch vier weitere Sorten der Blütenkraft-Reihe: Lady, Mut & Kraft und Liebesglück.

    Glockengold Multivitaminsaft 50 (UVP 0,95€ / Launchtermin Oktober 2012): Auf der Packung wird damit geworben, dass der Saft mit Stevia gesüßt ist (hm, mir wäre ja ein Saft ganz ohne zusätzliche Süßungsmittel und mit 100% statt nur 50% Fruchsaftgehalt viel lieber!), ein Blick auf die Inhaltsliste verrät dann aber, dass zusätzlich noch normaler Zucker im Saft ist. Finde ich sehr irreführend und eine ziemliche Verarsche! Der Saft schmeckt fruchtig-süß, etwas zu wässrig, aber in Ordnung. Kaufen würde ich ihn aber sicherlich nicht.

    Dr. Oetker Mein Moment “Vanille” (UVP 0,69€ / Launchtermin Juli 2012): Pudding geht ja immer und Vanillepudding sowieso. Der Pudding ist eigentlich für die Mikrowelle gedacht und soll ratzfatz fertig sein. Wir Mikrowellenverweigerer werden ihn ganz old school auf dem Herd aufkochen, wird vermutlich trotzdem schmecken.

    Powerlook Drivers Drink (UVP 2,49€ / Launchtermin August 2012): Vor dem Powerlook-Drink hatte ich ja ein wenig Schiss – allein die Handhabung wirkt schon so mysteriös. Man drückt zuerst auf einen roten Pin am Deckel, um das “Frischedepot zu aktivieren”, dann wird ein rotes Pülverchen freigesetzt, man schüttelt das Fläschchen ordentlich durch und fertig ist der wachmachende Koffeeinkick. Klingt seltsam, geschmacklich ist der Powerlook aber gar nicht mal so schlecht: beerig-fruchtig und mit leichter Süße. Mir schmeckt er jedenfalls besser als alle anderen Energydrinks, mit 2,49€ für ein kleines 250ml-Fläschchen ist er allerdings ganz schön überteuert. Gewirkt hat er auch erst mit einer gewissen Verzögerung, man sollte also besser schon im Voraus wissen, wann die Müdigkeit einsetzt.

    Mir waren alle Produkte bisher unbekannt, aber vielleicht bin ich einfach mal wieder mit geschlossenen Augen durch den Supermarkt getorkelt. Kanntet ihr schon was davon?

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    Berlin, Deutschland, Gegessen, Gereist, Getrunken

    Berlin, Berlin, wir essen in Berlin! Ein kulinarischer Reiseführer

    Ende November musste ich zum dritten Mal im letzten Jahr beruflich nach Berlin fahren. Diesmal aber immerhin nur als Zuhörer auf einer Tagung, und dank genügend Überstunden konnte ich privat noch ein paar Tage dranhängen. Frau Wu wurde kurzerhand eingepackt und so konnten wir zum Abschluss des Jahres noch einen netten Kurzurlaub in der Hauptstadt verbringen. Genächtigt wurde zentral und stylish im Titanic Comfort Hotel am Spittelmarkt – für einen Kurztrip sehr zu empfehlen, wenn man bereit ist, Style gegen Zimmergröße einzutauschen. Trotz einiger beruflicher Verpflichtungen kam sogar etwas Urlaubsstimmung auf und wir hatten genügend Zeit, gemütlich durch die Stadt zu schlendern, alle zehn Meter eine Kaffee- oder Kuchenpause einzulegen und eine Ausstellung zu besuchen. Dabei haben wir für uns ein paar tolle Orte entdeckt, die wir euch natürlich nicht vorenthalten möchten. Vielleicht steht euer nächster Berlin-Besuch ja auch schon an und damit ihr nicht hungrig in der Hauptstadt umherirren müsst, gibt’s ein paar Restauranttipps.

    Berlin

    Bar Raval: Tapas con Daniel Brühl
    Lübbener Straße 1 / www.barraval.de

    Unseren ersten Restaurantbesuch hatten wir schon seit einer ganzen Weile auf dem Plan: Spanische Tapas sollten es werden! Wer in Deutschland authentisch spanisch essen gehen will, steht vor einem Problem. Zumindest dann, wenn man erwartet, ähnliche Bedingungen wie in Spanien vorzufinden. Mal schnell auf ein paar Tapas treffen? An der Bar oder einem wackeligen Tisch sitzen und eine Portion Pimientos de Padrón mit einem schnellen Bier runterspülen? Das kann man hierzulande doch eher selten. Die spanischen Lokale, die wir bisher testen konnten, haben wenig mit dem Lebensgefühl der kleinen, unperfekten Bars zu tun, die uns in den Gassen Sevillas, den Ausgehvierteln Madrids oder in der Altstadt Barcelonas begegnen. Meist findet man große, etwas angestaubte Restaurants mit klischéebeschmückten Wänden, deren Tapasauswahl nicht über die üblichen Standards hinausreicht. Inzwischen gibt es glücklicherweise eine Generation moderner Bars, die Ambiente und spanische Tradition verbinden und dabei gleich noch neue Gerichte kreieren (in München z.B. die Bar Palau). Seit einiger Zeit sind auch Berlin-Besucher in der glücklichen Lage, ein solches Lokal finden zu können. Die Bar Raval in Kreuzberg ist mit dem Ziel gegründet worden, eine barcelonesische Tapas-Bar nach Deutschland zu transferieren. Und, das können wir gleich verraten, dieses Vorhaben ist den Besitzern – zu denen auch Schauspieler Daniel Brühl gehört – zu 100% gelungen.

    Berlin Bar Raval

    Die Einrichtung ist modern, schlicht, aber nicht kühl, die Wände schmücken alte spanische Werbeplakate, die Tische sind aus massivem Holz. Alles wirkt irgendwie spanisch, aber niemals kitschig, es ist gemütlich ohne überladen zu sein. Und in ähnlicher Weise präsentiert sich dann auch das Essen. Neben einer festen Karte gibt es wechselnde Tages- und Wochengerichte. Und die Besonderheit: Es werden wirklich nur Tapas angeboten. Keine Hauptgerichte, keine Raciones, kein Zugeständnis an normale Menügewohnheiten. Herrlich! Wir fühlten uns trotz der übersichtlichen (aber auch für VegetarierInnen vollkommen ausreichenden) Auswahl überfordert und hätten am liebsten die halbe Karte bestellt. Gewonnen haben schließlich eine Portion Patatas Bravas (3,80€), ein gratinierter Ziegenkäse mit Tomatenmarmelade, Honig und Kräutern (5,50€) und für den Fleischliebhaber in mir die Tostadas mit Sobrasada, Äpfeln und karamellisierten Zwiebeln (4,20€). Allzu spanisch sollte man hier allerdings auch nicht seinen Abend planen, denn als wir um 21.30 Uhr im Raval ankamen, waren verschiedene Tapas leider schon aus und die vielversprechenden Auberginen mit Honig mussten durch ein Tatar aus Avocados, Champignons und Tomaten (6,90€) ersetzt werden. Dennoch keine schlechte Wahl, wie sich herausstellte.

    Das Tatar kam mit Rucolahaube und war mit Sojasoße und Sesamöl angemacht, schmeckte sehr intensiv – vielleicht ein wenig zu salzig -, aber nichtsdestotrotz köstlich. Die Kartoffeln toppten sogar fast alle Patatas Bravas, die wir bisher in Spanien probiert hatten, die Soße schön knoblauchig, die Portion ordentlich. Der intensive Geschmack der Sobrasada (eine mallorquinische Streichwurst) harmonierte toll mit der Süße von Äpfeln und Zwiebeln und der feine Ziegenkäse wurde von den begleitenden Zutaten nicht erdrückt – auch wenn ich gerne etwas mehr von der Tomatenmarmelade gehabt hätte, die war nämlich verdammt gut. Weil für Nachtisch einfach immer noch Platz ist, gab es zum Abschluss eine Crema Catalana (3,90€), die zwar schmeckte, aber in der Mitte leider kalt war.

    Berlin Bar Raval

    Zu viel essen sollte man allerdings nicht, sonst gestaltet sich der Gang zu den ohnehin sehr engen Toiletten vermutlich eher schwierig. Preislich ist das Raval durchaus in Ordnung, allein das Tatar war in unseren Augen etwas zu hoch angesetzt. 30€ standen am Ende auf der Rechnung, da sind wir aus München deutlich Schlimmeres gewohnt.

    Fazit

    Tolle, authentische spanische Bar mit angenehmem Ambiente, netter Bedienung und sehr guten Tapas! Am Wochenende unbedingt reservieren, sonst ist Warten angesagt. Daniel Brühl war übrigens auch da und ihr solltet (nicht nur deswegen) dem Raval beim nächsten Berlin-Trip definitiv einen Besuch abstatten. 4,5 von 5 cañas.

    Miss Saigon: südvietnamesische Geschmackssafari
    Skalitzer Straße 38 / www.miss-saigon-berlin.de

    Am nächsten Abend ging es schon wieder nach Kreuzberg. Vom Hotel aus war das mit dem Bus aber auch wirklich einfach. Diesmal stand südvietnamesische Küche auf dem Programm. Vom Miss Saigon hatten wir vorher schon gelesen und waren mehr als gespannt, ob wir Unterschiede zu den Vietnamesen, die wir bereits aus München kannten, würden feststellen können. Zum Glück hatten wir auch hier reserviert, sonst hätten wir wohl (auch sonntagabends) einige Zeit an der Bar warten müssen. Das Miss Saigon ist eng und laut, man sitzt niedrig, kann mit den Gästen am Nachbartisch eigentlich auch gemeinsam in die Karte schauen, aber es riecht köstlich. Die nächste Überraschung bot dann die Karte, die zu Frau Wus großer Freude eine Vielzahl an vegetarischen und veganen Gerichten aufwies und für uns quasi nur kulinarisches Neuland beinhaltete. Ok, Sommerrollen kannten wir schon von anderen Vietnamesen, aber sonst bestellten wir eher nach dem Motto “klingt-interessant-und-könnte-schmecken”.

    Berlin Miss Saigon

    Unbedingt probieren sollte man auch die verschiedenen Shakes auf der Karte. Ananas-Minze & Maracuja-Banane-Minze (je 2,90€) waren köstlich und helfen auch, falls sich die Essensauswahl als zu scharf entpuppen sollte. Als Vorspeise bestellten wir Reisrollen (Goi cuon chay) gefüllt mit Tofu, Gemüse, Reisnudeln und vielen Kräutern (3€ für 2 Rollen). Dazu gab es eine Soße zum Tunken und fertig war das zufriedene Grinsen auf unseren Gesichtern. Zu unseren Hauptgerichten gab es vorweg eine fein abgeschmeckte, klare Gemüsesuppe mit Koriander. Frau Wu hatte sich für Banh khot, vegane gebratene Mini-Pfannkuchen mit Tofu, Koriander und einer würzigen Sauce (6,90 €), entschieden. Ich dagegen bekam Bun cha ga: Reisnudeln mit Gemüse und in Zitronengras marinierte Hühnchenhackspieße mit einer Chilisoße (6,50 €). Auch hier galt wieder: sehr lecker und sehr frisch (Kräuter!) – einzig mein Fleisch war etwas trocken. Ein Dessert musste trotz übervoller Bäuche natürlich trotzdem noch sein. Wir entschieden uns für Banh it la cam, warme Klebreisbällchen gefüllt mit Kokos und Erdnüssen auf Bananenblatt und mit Kokossoße (3,50€). Und schon wieder folgte eine geschmackliche Neuentdeckung, die süchtig macht und ab sofort sicherlich öfter probiert wird.

    Zum Schluss noch ein Hinweis für VegetarierInnen: Beim Bestellen solltet ihr etwas aufpassen, da sich in die vegetarischen Speisen ab und zu ein paar Krabben verirrt haben. Wer sichergehen will, sollte einfach vegan bestellen.

    Fazit

    Ein etwas enges, aber sehr sympathisches, südvietnamesisches Restaurant mit ungewöhnlicher Speisekarte und unschlagbarem Preis-Leistungs-Verhältnis. Wir sind begeistert und kommen definitiv wieder! 5 von 5 Sommerrollen.

    Don Sushi: solides Sushi ohne Chichi
    Niederbarnimstr. 12 / www.don-restaurant.de

    Am dritten Abend hatten wir Lust auf Sushi bekommen und uns auf Empfehlung einer Freundin für Don Sushi in Friedrichshain entschieden. Nachdem wir die beiden vorherigen Abende in bis zum letzten Platz vollgepackten Restaurants verbracht hatten, reservierten wir auch hier, was sich allerdings (zumindest unter der Woche) als überflüssig herausstellte. Kaum was los und freie Platzwahl – ob das ein Zeichen sein sollte? Hmm.

    Berlin Don Sushi

    Besonders gemütlich ist das Don Sushi nicht – die Einrichtung wirkt etwas karg und unpersönlich. Dafür wurden wir sehr freundlich und schnell bedient und entschieden uns für zwei Sushiplatten – eine vegetarische mit Avocado-, Gurke-, Rettich- und Tofu-Maki (8€) sowie eine gemischte Fischplatte mit California Rolls und Nigiri (8€). Vorab gab es zu jeder Platte eine Misosuppe. Geschmacklich waren Sushi und Suppe durchaus in Ordnung, nur irgendwie fehlte das gewisse Etwas. Vielleicht sind wir aber auch mittlerweile was Sushi angeht völlig verwöhnt – wer einmal im Münchner Sushi-Himmel Sansaro gegessen hat, wird es in anderen Sushi-Restaurants schwer haben. Dafür geht es im Don Sushi preislich deutlich humaner zu: Gut 20€ für Suppe, Sushiplatte und Getränke für zwei Personen ist eigentlich kaum zu schlagen.

    Fazit

    Don Sushi bietet gutes, solides Sushi für wenig Geld, dem etwas Kreativität und Raffinesse sicherlich nicht schaden würden. 3 von 5 Makis.

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    Bye-bye 2012 – ein Jahresrückblick

    Puh, schon wieder ein Jahr vorbei? Dabei ist der Sommer doch gerade erst vorüber, wir sind doch erst kürzlich aus Florida zurückgekehrt, haben vor nicht allzu langer Zeit noch in der Abendsonne auf dem Balkon gesessen … Dass die letzten zwölf Monate wie ein Blitz an uns vorüberzogen, hat bestimmt auch mit diesem Blog zu tun, und so scheint es angemessen, so kurz vor dem Jahreswechsel noch einen Blick zurückzuwerfen – gewissermaßen für einen kulinarischen Jahresrückblick. Denn dank des Blogs haben wir 2012 so viel gekocht, gebacken und (leider auch) gegessen, wie noch nie!

    Jahresrückblick-2Salzburger Touri-Food, aber lecker: Mozarttorte im Café Mozart // Salzburg vom Mönchsberg // Kaiserschmarren im Alten Fuchs

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    Deutschland, Gegessen, Gereist, Getestet, München

    Feed me up … auf der eat&style München

    Was macht man nach einer 70-Stunden-Arbeitswoche? Genau, den Samstag nicht im Bett verbringen, sondern schön aufstehen und rausfahren in den Norden Münchens. Eigentlich würden mich in so einem Fall keine zehn Pferde dazu bringen, aber da es ums Essen geht, mache ich natürlich eine Ausnahme. Die eat&style gastierte letztes Wochenende im Zenith und das konnten wir uns natürlich nicht entgehen lassen. Also ab in die U-Bahn, durch die Massen an gröhlenden 1860-München-Fans gequetscht und rein ins kulinarische Wunderland. Wir wussten gar nicht so recht, was uns genau erwarten würde, nur dass die Messe irgendwie mit den Themen Essen, Trinken und Genuss zu tun hat und es eine Kochshow mit Stefan Marquard geben sollte.

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    Burger, Burger und noch mehr Burger im Ca-Ba-Lu

    In Sachen Hamburgerkultur hat sich in den letzten Jahren in Deutschland einiges getan, sowohl im Netz als auch in den Küchen der hiesigen Metropolen. Gerade in München kann man sich vor guten Burgerrestaurants kaum noch retten und der Aufsteiger des letzten Jahres, das Hans im Glück, hat kürzlich eine zweite Filiale in der Türkenstraße eröffnet. Eine mir bis vor Kurzem noch unbekannte Perle der Burgerkultur verbirgt sich dagegen im Lehel. Das Ca-Ba-Lu, zwischen Englischem Garten und Maximilianstraße gelegen, ist ein kleines Lokal, in dem Burger ganz oben auf der Speisekarte stehen. Mike und Beate Petersen kümmern sich dort um das Wohl der Gäste und bieten jeden Montagmittag ein Burger-all-you-can-eat an. Frische Hamburger? So viel ich will?? Das musste ich natürlich ausprobieren und habe letzte Woche meinen Besuch dorthin geschleppt. Widerstand zwecklos!

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    Gegessen, Getestet

    Hello, nice to sweet you!

    “Hello, my name is …” – so freundlich stellen sich die vier Sorten der neuen Lindt-Produktlinie ihren potenziellen Käufern vor. Die Schokoladenkollektion, die Lindt unter dem Motto “Take me, taste me, love me” präsentiert, richtet sich sowohl optisch als auch inhaltlich offensichtlich an ein jüngeres, moderneres Publikum. Und es klappt: Die kleinen schwarzen Tafeln mit den liebevoll gestalteten bunten Schriftzügen fallen sofort ins Auge und kurz darauf auch ins Einkaufskörbchen. Die Sorten “Caramel Brownie”, “Cookies & Cream”, “Strawberry Cheesecake” und “Nougat Crunch” hören sich aber auch wirklich verlockend an und so mussten zwei der 100g-Tafeln natürlich sofort probiert werden.

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