Ich habe das Fahrradfahren verlernt. Kennt ihr den Spruch „… das ist wie Fahrradfahren, das verlernt man nie!“? Ich bin der lebende Beweis, dass das sehr wohl geht! Schuld daran sind 15 fahrradfreie Jahre, davon acht Jahre in einer fahrradunfreundlichen Stadt (viele Berge!), und – ich gebe es ja zu – eine nicht zu unterschätzende Portion Faulheit. Der Umzug in die Großstadt erweckte dann mit einem Mal das dringliche Bedürfnis nach einem eigenen Rad, mit dem man wahlweise an lauen Sommerabenden an der Isar entlangradeln oder mal eben samstags zum Markt düsen könnte, um dort das schnieke Fahrradkörbchen mit frischem Gemüse vollzupacken. Noch mehr romantisierter Fahrradkitsch? Kein Problem, ich hätte da noch mehr auf Lager …
Könnt ihr euch denken, wie oft ich das dann in die Tat umgesetzt habe? Nicht ein einziges Mal. Nach der ersten Testfahrt durch die sicheren Hallen der Tiefgarage musste ich nämlich mit Schrecken feststellen, dass das mit dem Geradeausfahren nur bedingt klappte und Kurven erst recht ein Problem darstellten. Erst ein sommerlicher Sonntag vor ein paar Wochen brachte neuen Mut; das Fahrrad und ich wagten uns in die Öffentlichkeit und in den Park. Dass stärkender Proviant bei einem so abenteuerlichen Ausflug natürlich nicht fehlen durfte, ist ohnehin klar. Der Fahrradkorb wurde also endlich gefüllt: eine Picknickdecke, zwei kleine Flaschen erfrischende Pfirsich-Basilikum-Limonade, etwas Obst und ein Buch – genug für einen sonnigen Fahrradnachmittag im Park.
Pfirsich-Basilikum-Limonade (für 1 Liter; inspiriert von diesem Rezept):
80 g Zucker
100 ml Wasser
5-8 Basilikumzweige
120 ml Pfirsichsaft
100 ml frisch gepresster Zitronensaft
580 ml Mineralwasser
1. Zucker, Wasser und Basilikumzweige in einem Topf aufkochen. Vom Herd nehmen und abgedeckt ca. 4-6 Std. ziehen lassen.
2. Die Basilikumzweige entnehmen, das Basilikum-Zuckerwasser mit Pfirsich- und Zitronensaft in eine Karaffe füllen, gut verrühren und mit kaltem Mineralwasser aufgießen.
Nach mehreren Runden durch den Park klappt das Geradeausfahren mittlerweile schon wieder ganz gut (die leckere Pfirsich-Basilikum-Limonade hat dabei geholfen, ich bin mir sicher!). Beim nächsten Mal wird an den Feinheiten gearbeitet, denn – peinlich, peinlich – enge Kurven kann ich immer noch nicht fahren. Aber ich bin zuversichtlich und werde den Sommer über ein wenig an meiner Technik feilen. Dann werde ich vielleicht auch nicht mehr von Vierjährigen auf ihren Dreirädchen überholt …
Was tun, wenn man sich mit der Menge des Pistazienpestos ein wenig verkalkuliert hat? Zwar können wir von der leckeren grünen Soße im Glas gar nicht genug bekommen, doch immer nur mit Pasta oder zusammen mit Frischkäse auf dem Brot, wird irgendwann doch etwas langweilig. Die Idee, das Pesto einfach in knusprigen Hefeschnecken zu verstecken, kam also wie gerufen. Die kleinen grünlich schimmernden Schnecken sehen nicht nur herzallerliebst aus, sondern haben sich auch als ideale Begleiter für einen Grillabend erwiesen!
Pestoschnecken (für 4 mittelgroße Hefeschnecken):
400 g Weizenmehl Type 550
100 g feines Grießmehl
1 TL Meersalz
1 Pck. Trockenhefe (7 g)
1 Prise Zucker
2 EL Olivenöl + etwas mehr zum Einölen des Blechs
325 ml lauwarmes Wasser
ca. 8-10 EL Pesto nach Wahl
1. Die beiden Mehlsorten zusammen mit dem Salz in einer Schüssel vermischen und eine Mulde in das Mehl drücken. Die Trockenhefe in einer separaten Schüssel mit Zucker, Olivenöl und Wasser verrühren und ca. 10 Min. gehen lassen. Die Flüssigkeit nach und nach zum Mehl geben und mit den Knethaken eines Mixers oder per Hand unterrühren und so lange verkneten, bis ein elastischer Teig entsteht. Den Teig zu einer Kugel formen, in eine bemehlte Schüssel geben, mit einem Tuch abdecken und ca. 1 Std. an einem warmen Ort gehen lassen.
2. Den Ofen auf 180°C vorheizen. Den aufgegangenen Teig auf einer bemehlten Arbeitsfläche noch einmal durchkneten. Aus dem Teig 4 gleich große Kugeln formen. Jede Kugel möglichst rechteckig ausrollen, mit etwas Pesto bestreichen, dann von unten nach oben aufrollen und zu einer Schnecke eindrehen. Das Teigende auf der Unterseite des Bodens einklemmen. Eine genaue bebilderte Anleitung findet ihr übrigens auf 1 Big Bite.
3. Ein Backblech mit etwas Öl einölen. Die Schnecken vorsichtig auf das Blech setzen und ca. 25 Min. im Ofen goldbraun backen. Idealerweise noch am gleichen Tag auffuttern, denn frisch und noch etwas warm schmecken sie am besten!
Wenn KollegInnen panische E-Mails schreiben und Anrufe von verzweifelten Tanten kommen, weil sie ein Rezept nicht auf dem Blog finden – das EINE Rezept! – dann sollte klar sein, dass etwas passieren muss. Eigentlich ist es unverständlich, warum es dieser Kuchen bisher noch nicht auf den Blog geschafft hat, denn diese Neuerfindung des langweiligen Rührkuchens war in den letzten zwei Jahren unsere Geheimwaffe. Geburtstage im Büro? Einladung bei den Verwandten? 17 Stunden Busfahrt nach Serbien? Kein Problem, der Kokos-Ingwer-Limetten-Kuchen wirds schon richten!
Und falls es mal dazu kommen sollte, dass der Kuchen nicht innerhalb weniger Stunden aufgefuttert wird (möglich, aber seeehr unwahrscheinlich), ist das auch gar kein Problem. Denn der Kuchen ist so saftig und fluffig, dass er auch nach zwei Tagen noch genauso hervorragend schmeckt, wie am ersten Tag!
Ingwer-Limetten-Kuchen mit gerösteten Kokoschips (Rezept für eine Kastenform):
Zutaten für den Teig
1 Bio-Limette
60 g Ingwer
200 g weiche Butter + etwas mehr zum Einfetten der Form
250 g Zucker
1 Prise Salz
4 Eier
250 g Mehl
2 TL Backpulver
50 g Kokosflocken
8 EL Kokosmilch
Zutaten für die Glasur
2 gute Handvoll Kokoschips
150 g Puderzucker
2-3 EL Kokosmilch
1. Den Ofen auf 160°C vorheizen. Für den Teig die Limette heiß abwaschen. Die Schale abreiben und den Saft auspressen. Den Ingwer schälen und fein reiben. Butter, Zucker, Salz, Ingwer, Limettenschale und -saft in einer Schüssel miteinander cremig verrühren. Eier nacheinander unterrühren. Mehl, Backpulver und Kokosflocken miteinander vermischen und im Wechsel mit der Kokosmilch unter den Teig geben und alles gut verrühren.
2. Eine Kastenform gut mit Butter einfetten. Den Teig in die Form füllen und auf der mittleren Schiene des Ofens ca. 1,10 Std. backen. Nach dem Backen, den Kuchen 10 Min. in der Form auskühlen lassen, dann auf ein Kuchenrost stürzen und komplett abkühlen lassen.
3. In der Zwischenzeit die Kokoschips im Backofen bei 100°C ca. 15 Min. backen, bis sie leicht gebräunt sind. Für die Glasur Puderzucker mit Kokosmilch glatt rühren und den ausgekühlten Kuchen damit bestreichen. Dann sofort mit Kokoschips bestreuen.
Die Inspiration zu diesem Kuchen fanden wir übrigens in der allerersten Ausgabe der Zeitschrift Deli. Lustigerweise liefert der Kuchen auch noch das Rezept, das einem Beitrag zur aktuellen (und auf dem Blog bewusst ignorierten) WM wohl am nächsten käme. Immerhin sind Limetten und Kokos ja ein wesentlicher Bestandteil des Kuchens und der (natüüüürlich stets journalistisch fundierten) TV-Berichterstattung zufolge, wird in Brasilien schließlich den ganzen Tag nichts anderes gegessen, oder?
Da kündigt man großspurig einen Salat mit gegrillten Thymian-Pfirsichen und Halloumi an, und dann braucht es nur schlappe 18 Monate, bis man endlich mal mit dem Rezept um die Ecke kommt. Faule Ausreden wie „keine Zeit gehabt“ und „für so ein aufwendiges Gericht braucht man Zeit und Muße“ zählen hier wirklich nicht, denn erstens hat man die wenigen Zutaten für den Salat sehr fix zusammengerührt (und er eignet sich somit auch hervorragend als schnelles Feierabendgericht) und zweitens gab es den Salat seit unserer Ankündigung tatsächlich ganz schön oft zu essen. „Fotografieren vergessen“ und „zu hungrig gewesen und alles sofort aufgegessen“ sind also schon etwas näher an der Wahrheit. Aber genug der Ausflüchte, denn die Aufmerksamkeit sollte voll und ganz den saftig-süßen karamellisierten Thymian-Pfirsichen und den knusprig gebratenen und im Mund lustig quietschenden Halloumischeiben gebühren, die sich auf der rucolalastigen Grünfläche pudelwohl fühlen und bei uns mittlerweile zum Dauerbrenner avanciert sind. Besser kann der Sommer nicht schmecken!
Salat mit gegrillten Thymian-Pfirsichen und Halloumi (für 2 Personen als Hauptspeise oder 4 Personen als Vorspeise):
4 Handvoll gemischter Salat
2 EL Himbeeressig (oder einen anderen Fruchtessig)
2 TL brauner Zucker
9 EL Olivenöl
2 EL Naturjoghurt
Salz, Pfeffer
4 reife Pfirsiche
3-4 Zweige Thymian
1 EL Zitronensaft
250 g Halloumi
1. Den Salat waschen und trocken schleudern. Für die Salatsoße Himbeeressig mit einer Prise Zucker, 5 EL Olivenöl und dem Joghurt verrühren. Mit Salz und Pfeffer abschmecken.
2. Die Pfirsiche waschen, halbieren und entsteinen. Den Thymian waschen, trocken schütteln und die Blätter abzupfen. Die Pfirsichhälften in einer Schüssel mit Thymianblättchen, 2 EL Olivenöl, Zitronensaft und restlichem Zucker vermischen.
3. Den Halloumi in ca. 1 cm dicke Scheiben schneiden. Eine Grillpfanne erhitzen, die Pfirsiche darin von beiden Seiten anbraten, bis sie leicht braun geworden sind. Aus der Pfanne nehmen, diese kurz auswischen und dann das restliche Olivenöl darin erhitzen. Den Halloumi darin von jeder Seite ca. 3-4 Min. anbraten, bis er außen gut gebräunt und kross geworden ist. Wer zwei Pfannen hat, kann die Pfirsiche und den Käse natürlich auch parallel anbraten.
4. Den Salat mit dem Dressing vermischen und zusammen mit Pfirsichen und Halloumi auf einem Teller anrichten.
Die Idee für das Rezept stammt übrigens aus „Vegetarisch! Das Goldene von GU„, das wir an dieser Stelle noch einmal nachdrücklich empfehlen möchten.
Hoppla, Anfang Juni und noch kein Spargelrezept verbloggt. Dabei sind wir seit Saisonstart doch intensiv mit der Vernichtung der deutschen Spargelernte beschäftigt und haben locker schon 10 Kilo der weißen und grünen Stangen zubereitet und vertilgt. Auf die Idee, Spargel in einer Lasagne zu verstecken, sind wir komischerweise erst vor ein paar Wochen gekommen. Aber dank diesem Rezept konnten die zwei Kilo Spargel, die unser Oster-Besuch im Gepäck hatte, in ein köstliches Ofengericht verwandelt werden. Spargel-Spinat-Lasagne hat sich definitiv einen Platz ganz oben auf unserer Was-machen-wir-nur-mit-diesem-ganzen-Spargel-Liste gesichert und wird seitdem regelmäßig aus dem Ofen geholt. Da der Johannistag und somit das offizielle Ende der Spargelsaison bereits seine Schatten vorauswirft, heißt es jetzt hurtig, hurtig an den Ofen – denn ein letztes Mal muss die Spargellasagne noch auf den Teller!
Spargel-Spinat-Lasagne (für 3-4 Personen):
1 kg grüner Spargel
Salz
1 TL Zucker
10 g Butter
750 g Spinat
1 Zwiebel
1 Knoblauchzehe
1 EL Öl
Pfeffer
Fett für die Form
ca. 9 Lasagneblätter
250 g Mozzarella
Für die Béchamelsoße
50 g Butter
40 g Mehl
etwas gekörnte Brühe
1. Die Enden des Spargels abschneiden, ggf. das untere Drittel schälen. In einem großen Topf Wasser zusammen mit Salz, Zucker und Butter zum Kochen bringen. Den Spargel hineingeben und ca. 5 Min. kochen. Dann unter kaltem Wasser abschrecken und abtropfen lassen. Das Spargelwasser nicht wegschütten!
2. Den Spinat waschen und abschütteln. Zwiebel und Knoblauch schälen und fein würfeln. Öl in einem Topf erhitzen, Zwiebel und Knoblauch darin andünsten. Den Spinat dazugeben und bei mittlerer Hitze zusammenfallen lassen. Mit Salz und Pfeffer abschmecken.
3. Für die Béchamelsoße die Butter in einem Topf zum Schmelzen bringen und das Mehl darin unter ständigem Rühren andünsten. Ca. ½ Liter des Spargelwassers abschöpfen, nach und nach unter die Béchamelsoße rühren und ca. 5 Min. köcheln lassen. Mit Salz, Pfeffer und etwas gekörnter Brühe abschmecken.
4. Den Backofen auf 180°C vorheizen. Eine Ofenform einfetten und mit einer Schicht Lasagneblätter auslegen. Darauf eine Schicht Spargel legen, Béchamelsoße darübergeben und mit einer Schicht Spinat bedecken. So weiter schichten, bis die Zutaten aufgebraucht sind. Mit einer Schicht Spargel enden. Den Mozzarella in Scheiben schneiden und die Lasagne damit belegen. Im Ofen 35-40 Min. goldbraun überbacken.
Die Sonne brutzelt, durch die Luft wehen Grillgerüche – endlich hat ein Hauch von Sommer auch München erreicht. Was gibts da Besseres, als die sommerlichen Temperaturen auszukosten und nach dem Feierabend den Biergarten zu stürmen? … Na, die Gin & Tonic-Bar – ha! Denn seit dem 12. Mai und bis zum 7. Juni lädt die Gin & Tonic-Pop-up-Bar von Edinburgh Gin auf dem Münchner Viktualienmarkt (nicht nur) zum Afterwork-Drink ein.
Aber wie kommt ein schottischer Gin eigentlich nach München? Ganz einfach – über die Städtepartnerschaft, die Edinburgh und die bayrische Landeshauptstadt seit 60 Jahren verbindet. Die Idee, das Jubiläum einer Städtepartnerschaft mit der Eröffnung einer Pop-up-Bar zu feiern, finden wir grandios! Um gleichzeitig die schottisch-englische Freundschaft zu pflegen, hat Edinburgh Gin auch noch Fever-Tree ins Boot geholt, die die Pop-up-Bar mit ihren köstlichen Tonics unterstützen. Von der gelungenen Umsetzung und der Vielzahl an schottischen (und englischen) Köstlichkeiten, die die Pop-up-Bar anbietet, durften wir uns kürzlich selbst überzeugen.
Keinesfalls entgehen lassen sollte man sich z.B. die Scottish Hugos (je 7€) – ein erfrischender Mix aus Gin, Gin-Likör (wahlweise mit Himbeer- oder Holundernote), Prosecco und Soda. Aber auch die klassischen Gin & Tonics (je 9€) können überzeugen. Hier hat man die Möglichkeit, seinen Gin mit den verschiedenen Fever-Tree-Tonics zu kombinieren: ganz traditionell mit herbem Zitrusaroma mit dem Premium Indian Tonic und Orangenzeste oder würzig-kräuterig mit dem Mediterranean Tonic und einem Rosmarinzweig. Etwas ungewöhnlicher und nicht auf der Standardkarte zu finden sind die Kombinationen mit dem neuen Elderflower Tonic und einer Himbeere (fruchtig-floral und eigentlich etwas zu süß für den Edinburgh Gin) sowie dem Fever-Tree Bitter Lemon (hinter dem sich eigentlich ein Lemon Tonic verbirgt), das sich aber grundsätzlich im Wodka besser aufgehoben fühlt. Grundlage all dieser Drinks ist der Edinburgh Gin, der mit 16 Botanicals aufwarten kann. Neben den üblichen Zutaten sorgen schottischer Wacholder, Heidekraut, Kiefer und Mariendistel für eine besonders wacholdrige Note und unterstreichen die schottische Herkunft.
Bevor man sich jedoch ungebremst dem Gin & Tonic-Konsum hingibt, sollte man besser nach einer der nahrhaften Grundlagen greifen, die die schottische Bar außerdem anbietet, z.B. belegte Sandwiches oder eine äußerst leckere Tomatensuppe mit Gin-Sahne. Danach sollte der Verkostung weiterer Drinks nichts mehr im Wege stehen.
Wer sich durch das Angebot der schottischen Gin-Tonic-Bar probieren möchte, sollte sich beeilen, denn die Bar auf dem Viktualienmarkt (gegenüber dem Biergarten) hat nur noch bis zum 7. Juni 2014 (täglich von 12 bis 20 Uhr) geöffnet. Schade eigentlich, denn wir wären dort sicherlich häufiger zu Gast!
Vielen Dank an Edinburgh Gin, Fever-Tree und storykitchen für die Einladung zum Tasting. Unsere Meinung bleibt davon, wie immer, unberührt.
Was das Kochen unter der Woche angeht, bin ich ja eher faul. Meine Lust, mich abends noch eine halbe Ewigkeit in die Küche zu stellen und ein ausgeklügeltes Gericht vorzubereiten, ist verhältnismäßig überschaubar. Pasta mit Rucola, Pesto oder ein schneller Gemüseauflauf sind da meist die Retter in der Not. Noch fauler bin ich, wenn ich abends nach Hause komme, der Mann unterwegs ist und ich für mich alleine kochen muss. Der Abstecher zum Kühlregal des Supermarkts wäre da sicher naheliegend, allerdings ist ein gewisser kulinarischer Anspruch trotz aller Kochunlust dann ja doch noch vorhanden. Für solche faulen Momente ist der Möhrensalat mit Haselnüssen und Dill, den ich in Lisa Lemkes Buch „Sommerküche„* entdeckt habe, geradezu prädestiniert! Fünf Zutaten und 15 Minuten später steht ein Teller Möhrensalat auf dem Tisch, dem man die Einfachheit, die dahintersteckt, keineswegs anschmeckt. Perfekt für ein schnelles Abendessen und sicherlich auch für die nächste Grillparty!
Möhren-Haselnuss-Salat mit Dill (für 2 Personen):
25 g Haselnusskerne
200 g Möhren
25 g Butter
10 g Dill
Meersalz
1. Die Haselnüsse in einer Pfanne ohne Fett rösten, kurz abkühlen lassen und groß hacken. Die Möhren schälen und in dünne Späne hobeln. Den Dill waschen, trocken schütteln und fein hacken.
2. Die Butter in einem kleinen Topf bei mittlerer Hitze zerlassen, bis sie goldbraun ist. Die Möhren in eine Schüssel geben, die warme Butter über die Möhren träufeln, Haselnüsse und Dill unterheben und mit Meersalz abschmecken. Den Salat auf zwei Teller verteilen und sofort servieren.
Der schicke neue Teller stammt übrigens von Maxwell & Williams, die uns kürzlich mit einem Paket voller schönem Geschirr überrascht haben. Hier ein kleiner Einblick, für welche Teller, Vasen, Schüsseln & Co. wir nun ein wenig Platz in unseren (leider übervollen) Küchenschränken schaffen müssen:
Dem einen oder anderen Prachtstück werdet ihr hier nun sicher häufiger begegnen – wir sind jedenfalls ganz angetan von unseren hübschen neuen Mitbewohnern. Falls euch Maxwell & Williams noch kein Begriff sein sollte, lohnt sich ein Blick in den Onlineshop, denn das Sortiment der australischen Marke ist nicht nur schön anzusehen, sondern auch für einen sehr fairen Preis zu erstehen.
Hinweis: Vielen Dank an Maxwell & Williams, die uns eine Auswahl ihres Geschirrs zur Verfügung gestellt haben. Unsere Meinung bleibt davon natürlich unberührt.
Bei den mit Sternchen (*) markierten Links handelt es sich um Werbelinks. Wenn ihr etwas darüber bestellt, erhalten wir eine kleine Provision, für euch ändert sich der Preis aber natürlich nicht.
Wie ihr vielleicht schon in unserem Tortilla-Post oder über Twitter und Instagram mitbekommen habt, hat es uns Anfang April ins schöne Baskenland verschlagen. Paella, Tapas, Crema catalana – die spanische Küche hatte es uns ohnehin schon ziemlich angetan, auch wenn sie auf den ersten Blick nicht unbedingt vegetarierInnenfreundlich erscheint. Doch was uns da im Norden Spaniens, allen voran in San Sebastián, erwartete, war kulinarisch gesehen mit Abstand wirklich das Beste, das uns je in Spanien auf die Teller kam! Let’s talk Pintxos! – Um Himmels willen, wir ahnten ja nicht, welche großartigen, kreativen und mutigen Geschmacksexplosiönchen sich hinter der baskischen Tapas-Version verbergen würden. WAHNSINN, wir sind ganz offiziell pintxosüchtig!
Keinen halben Tag brauchte es, da hatte das Küstenstädtchen San Sebastián (oder Donostia, wie der baskische Name des Seebads lautet) bereits unser Herz erobert, denn die Kombination aus traumhaft schönem Stadtstrand, schroffer Atlantikküste, satt-grüner Landschaft, kleinen verwinkelten Gässchen, hübschen Geschäften, freiem W-LAN in den Bussen und einer Aneinanderreihung kulinarischer Highlights ist eigentlich unschlagbar. Grund genug also, San Sebastián einen Beitrag zu widmen und ein paar unserer kulinarischen Highlights an euch weiterzugeben. Im Übrigen lässt es sich hier auch als VegetarierIn vorzüglich aushalten (auch wenn es, wie in allen Regionen Spaniens, sicherlich hilfreich ist, ein paar Worte Spanisch zu sprechen, um gezielt nach vegetarischen Speisen zu fragen).
Unsere kulinarischen Tipps für San Sebastián:
{Bar Azkena}
Womit startet man einen kulinarischen Streifzug durch eine Stadt besser als mit einem Rundgang durch die lokale Markthalle? Gerade in Spanien gehört für uns der Besuch von Markthallen zum absoluten Pflichtprogramm. Das Vorbeiflanieren an filigran konstruierten Gemüsetürmen, an prall gefüllten Olivenauslagen, an Bergen von Trockenobst sollte man sich keinesfalls entgehen lassen (ok, ich gebe zu – die großen Fisch- und Fleischabteilungen samt Innereien, Schafsköpfen und Co. erspare ich mir meist). Die meisten Markthallen beheimaten darüber hinaus auch kleine Stände, an denen man gut und günstig einen Café con leche und ein kleines Frühstück erstehen kann. So auch La Bretxa, die im Zentrum San Sebastiáns gelegene große Markthalle. Etwas versteckt, am Stand mit der Nummer 36, findet man dort mit der Bar Azkena eine hervorragende Frühstücksmöglichkeit. Nimmt man Platz an der langen Theke der Eckbar, ist man auch früh morgens schon versucht, nach einem der unzähligen und hübsch drapierten Pintxos zu greifen, die sich vor einem auftürmen. Die obligatorische Bollería – eine Auswahl an süßem Gebäck, das bei keinem spanischen Frühstück fehlen darf -, findet man hier natürlich auch, darüber hinaus gibt es ausgesprochen guten Kaffee, vorzügliches Rührei mit Champignons, einen sympathischen Inhaber und nette, redselige Rentner, die ihre Kaffees bereits morgens mit klaren Flüssigkeiten „aufwerten“ – was will man mehr? Bar Azkena // Mercado la Bretxa, Stand 36.
{Pastelería Oiartzun}
Praktisch gelegen am Rand der Altstadt und einen Steinwurf von der Promenade entfernt, kommt man an der Auslage der Pastelería Oiartzun nicht vorbei, ohne dass einem das Wasser im Munde zusammenläuft. Also schnell reinspringen, die große Theke mit feinstem Gebäck bestaunen und sich mit einer der Köstlichkeiten auf der Terrasse niederlassen – oder besser noch: sich von der riesigen Auswahl an Kuchen, Keksen und anderen Süßspeisen etwas einpacken lassen! Mit Sonne und Wind im Gesicht und dem Blick aufs Meer schmecken die kleinen Köstlichkeiten der Pastelería gleich noch besser. Sehr zu empfehlen sind die großen und saftigen Kokosbollen und die Mini-Tarta-de-Vasca. Pastelería Oiartzun // Calle Igentea 2.
{Ni Neu}
Das moderne Veranstaltungsgebäude Kursaal beheimatet nicht nur ein nobles Restaurant, sondern auch das dazugehörige, günstigere – aber nicht weniger empfehlenswerte – Café Ni Neu. Insbesondere die Plätze auf der schönen Sonnenterrasse laden dazu ein, sich hier am Nachmittag vom Stadtbummel zu erholen. Dort sitzt man herrlich entspannt zwischen Fluss und dem Surferstrand Zurriola, blickt auf die Altstadt und kann seinen Kaffee genießen. Außerdem haben wir dort eine ganz neue Süßspeise kennengelernt: die Torrija caramelizada, eine samtigere, karamellisierte Variante des Armen Ritters – unfassbar gut und unbedingt empfehlenswert! Wenn ihr also mal dort in Donostia in der Sonne landen solltet, lasst euch diese Köstlichkeit nicht entgehen! Ni Neu // Avenida de Zurriola 1.
{Hotel de Londres y de Inglaterra}
Verregnete Nachmittage lassen sich besonders gut im Café des Hotels de Londres y de Inglaterra verbringen. In blaue plüschige Sofas gekuschelt und mit freiem Blick auf die Playa de la Concha und die Promenade lässt sich mit einer Tasse Tee der Verdruss über das schlechte Wetter schnell wegschlürfen. Und sollte das Regenwetter doch mal etwas länger anhalten, empfiehlt es sich, mit dem kleinen knarzenden Aufzug bis ins oberste Stockwerk zu fahren. Dort warten bequeme Sofas und eine stilsichere Auswahl an internationaler Literatur, in die man mehr als nur ein Weilchen versacken kann. Hotel de Londres y de Inglaterra // Calle Zubieta 2.
{Borda Berri}
Erster Abend, erste Pintxo-Bar und gleich ein Volltreffer! Das kleine rustikale Borda Berri setzt auf eine übersichtliche Auswahl an warmen Pintxos, die alle auf Zuruf frisch in der Küche zubereitet und nicht wie in vielen anderen Bars auf der Theke präsentiert werden. Eine Tafel an der Wand kündigt das Angebot des Tages an, auch hier findet man zwei bis drei vegetarische Optionen. Dass sich hinter dem besten Risotto, das wir je essen würden (!!!), eigentlich ein Fake-Risotto mit Puntalette verbirgt, hätten wir uns vorher auch nicht träumen lassen. Doch das Pilzrisotto auf Sauerrahmspiegel ist so cremig und perfekt abgeschmeckt, dass wir gleich eine zweite Portion hinterherbestellen müssen. Auch die restlichen Pintxos sind mehr als überzeugend – alles recht deftig, aber immer raffiniert kombiniert und toll angerichtet. Hier fällt es schwer, sich nicht einfach durch die gesamte Karte zu probieren: der gratinierte Ziegenkäse mit Kirschkonfitüre ist ein weiteres Highlight, die gefüllte Paprika mit Ziegenfleisch und einer vor Knoblauch nur so strotzenden Aioli sowie die gebratene Ente mit Waldmeistersoße lassen Steffen wohlig grinsen. Zum Abschluss ein dunkler Schokoladenpudding mit Birnenkompott und Cointreau und wir sind im Himmel! Hatte ich eigentlich schon erwähnt, wie gut das Risotto ist? Borda Berri // Calle Fermín Calbetón 12.
{Casa Urola}
Schon nach dem ersten Abend gefällt uns das Prinzip des Txikiteos – der baskischen Art des Barhoppings (essen, trinken und in der nächsten Bar wiederholen) – so gut, dass wir unsere Pintxo-Tour durch die Altstadt San Sebastiáns auch die nächsten Tage fortsetzen. Vom etwas unterkühlten Ambiente der Casa Urola sollte man sich keineswegs abschrecken lassen, denn innen erwartet einen eine vollbepackte Theke mit warmen und kalten Leckerbissen. Besonders erwähnenswert sind die marinierten Artischocken auf schwarzer Oliventapinade und krossem Brot sowie Steffens marinierter Thunfisch und die hausgemachten, mit Schinken gefüllten Kroketten. Wem nach etwas mehr ist, als nach ein paar Pintxos, findet im ersten Stock übrigens auch ein hochgelobtes Restaurant. Casa Urola // Calle Fermín Calbetón 20.
{Bar Txalupa}
Eine der traditionelleren Einrichtungen in der Fermín Calbetón ist die Bar Txalupa. Die lange schmale Bar hat sich auf etwas klassischere und unprätentiösere Pintxos spezialisiert, die in riesiger Auswahl auf der langen Theke präsentiert werden. Sofort ins Auge springt aufgrund seiner knalligen Farbe der gebratene Ziegenkäse mit Tomatenmarmelade. Die Marmelade ist köstlich, der Käse extrem kräftig, beides zusammen harmoniert wunderbar. Steffen lässt sich vom Kellner eine geschmorte Rinderschulter empfehlen, die Spezialität des Hauses, und wird nicht enttäuscht. O-Ton: „So zart, dass sie auf der Zunge zerfällt.“ Wenn das mal nicht ein guter Abschluss des Abends ist! Bar Txalupa // Calle Fermín Calbetón 3.
{Atari Gastroteka}
¡Atari, nuestro amor! Eine Bar, die sich auf Pintxos und Gin Tonics spezialisiert hat – wir fühlen uns sofort zu Hause. Gleich mehrere Abende enden hier; immer pappsatt, immer feuchtfröhlich, immer beglückt. Ab 19.30 Uhr versammeln sich die Pintxo- und Gin-Aficionados San Sebastiáns in der modernen Atari Gastroteka und stürmen die häppchenbeladene Theke. Hier sieht einfach alles großartig aus – gegrillte Aubergine mit Rucola, Ziegenkäse und Tomate gefüllt, Mini-Veggie-Burger mit Kürbiscreme, Patatas Bravas, Schinkenspieße mit getrockneten Tomaten, Ziegenkäse und Zwiebel-Chutney. Steffen ist froh, beim Steak-Workshop seine Vorliebe für kurzgebratenes Fleisch entdeckt zu haben und kommt aus dem Schwärmen für sein Solomillo teriyaki gar nicht mehr heraus. Im Schatten der hübschen Basilíca de Santa Maria del Coro futtern sich die köstlichen Atari-Pintxos quasi wie von selbst. Wir möchten einfach nur hierbleiben und uns beim Pintxos knabbern durch das Gin-Tonic-Sortiment der Bar schlürfen. Das klingt nämlich ebenfalls ganz hervorragend. Schon die Standarddrinks mit Wacholderbeeren und Zitronenschale können überzeugen, doch wer sich hier die tollen Premium-Gin-Tonics, z.B. mit Apfel-Rosmarin und G’Vine oder Zitrone-Pomelo und Botanic-Gin, entgehen lässt, dem ist auch nicht mehr zu helfen. Allergrößte Empfehlung! Atari Gastroteka // Calle Mayor 18.
{A Fuego Negro}
Punk meets pintxo oder so ähnlich. Mit einer Rock’n’Roll-Bar, die Harold McGees „On Food and Cooking“ im Regal stehen hat, kann man eigentlich nicht viel falsch machen. Die graue Tafel über der Theke kündigt wilde Kreationen an, die Tortilla wird auf einem Plattenteller präsentiert und Steffens Augen könnten beim Anblick seines Mini-Burgers mit Wagyu-Rind, Tomaten Bun und Bananenchips (Makcobe con txips) nicht größer sein. Mein Oliven-Algen-Risotto ist ebenfalls köstlich. So köstlich sogar, dass wir sofort nach den beiden eigenen Kochbüchern der Bar fragen, die über der Theke prangen. Wahnsinn, welche kleinen Wunderwerke hier im Fuego Negro vollbracht werden, die Molekularküche lässt grüßen. A Fuego Negro // Calle 31 de Agosto 31.
{Bar Zeruko}
Noch einen Schritt weiter geht die Bar Zeruko – hier grüßt die Molekularküche nicht nur, man befindet sich bereits mittendrin im Experimentierkasten. Am Tisch neben uns steigt Rauch auf, Kameras werden von alles Seiten gezückt, und wir brauchen eine Ewigkeit, um uns zu entscheiden, welche der verrückten Kreationen wir probieren möchten. An den abenteuerlichen Pintxos, die auf der Theke aufgefahren werden, können wir uns einfach nicht sattsehen. Keine der kunstvoll inszenierten Speisen lässt auf den ersten Blick erahnen, was sich dahinter verbirgt. Glibbrige Kugeln mit irgendeiner Füllung, bunte gummiartige Würfel, kleine grüne Nester mit … ach, ich habe keinen Schimmer! Hier ist man wirklich auf die Hilfe der Kellner angewiesen, um nicht in einer vermeintlichen Süßspeise plötzlich Gänseleber herauszuschmecken. Freundlich werden uns auch die vegetarischen Optionen gezeigt, deren Anzahl zwar übersichtlich ist, aber geschmacklich mehr als zufriedenstellt. Für mich gibt es Ziegenkäse mit Apfel und Honig sowie eine Filoschleife gefüllt mit Mozzarella auf Apfelkompott. Steffen ist wagemutiger und traut sich an eine kleine Dose mit Fischeintopf und einen gefüllten Seeigel. Dazu trinken wir – wie fast immer – ein Gläschen Txakoli, ein traditioneller fruchtig-säuerlicher Wein aus dem Baskenland, der aus theatralischer Höhe in die Gläser gegossen wird. Wer Apfelwein mag, wird sich sicher auch mit Txakoli anfreunden können. Bar Zeruko // Calle Pescadería 10.
{La Viña}
Ein kleines Stück Käsekuchen für 5€? Ganz schön happig! Aber allein dafür lohnt sich der Besuch im traditionellen La Viña. Denn so eine cremige, samtige und leichte Variante der Tarta de queso haben wir selten probiert. Ganz klar, der Hype um die Spezialität des Hauses ist berechtigt! Auf die Frage, wie viele Käsekuchen am Tag hergestellt würden, lächelt der Kellner nur: „muchísimas“ – seeeehr viele! Wir zählen spät am Abend allein über 20 große Kuchen, die sich am Ende der Bar stapeln und überlegen kurz, ob wir nicht als Wegzehrung für die Fahrt nach Bilbao einen ganzen Käsekuchen mitnehmen sollten. Die Vernunft siegt, wir lecken unsere Gabeln noch einmal ab, zahlen und schlendern ein letztes Mal durch die Gassen der nächtlichen Altstadt. La Viña // Calle 31 de Agosto 3.
Huch, das waren jetzt ganz schön viele Tipps – wir hätten sogar noch mehr auf Lager, denn so ziemliche jede Bar, die wir in San Sebastián besucht haben, konnte mit hauseigenen Pintxo-Spezialitäten aufwarten. Wer auf Pintxo-Tour gehen möchte, sollte sich übrigens entgegen der generellen spanischen Essgewohnheit nicht allzu spät auf den Weg machen. Während man in spanischen Restaurants in der Regel vor 21.30 Uhr auf leere Tische und Stühle blickt, füllen sich die typischen Pintxo-Bars bereits ab 19/19.30 Uhr. Startet man seine Tour zu spät, muss man in Kauf nehmen, dass beliebte Pintxos bereits vergriffen sind und nicht mehr aufgefüllt werden. Hier gilt also, der frühe Vogel fängt den Pintxo!
Wer aktuell keinen Urlaub in Nordspanien plant, aber dennoch in den Genuss von Pintxos kommen möchte, sollte unbedingt mal einen Blick in das Buch „Pintxos de vanguardia a la donostiarra“ werfen – eine großartige (Rezept-)Sammlung der besten avantgardistischen Pintxo-Bars San Sebastiáns. ¡On egin!