Nachdem ich in vor ein paar Tagen meine Mittagspause damit verbrachte, im Turbotempo letzte Ostergeschenke einzukaufen und mich ohnehin schon in der Münchner Innenstadt befand, beschloss ich, auf dem Rückweg zur Arbeit einen kurzen Zwischenstopp bei Sasou einzulegen. Sehr zentral am Marienplatz und neben dem Apple Store gelegen, bietet das kleine panasiatische Schnellrestaurant eine ganz gute Auswahl an Ramen- und Udonsuppen, Salaten, Fingerfood und Sushi. Schön ist hier vor allem das Angebot an fischlosem Sushi, es gibt Röllchen mit Avocado, Gurke, getrockneten Tomaten, Rettich, Kürbis und Tofu – da freut sich das Veggie-Herz und eine Packung mit sechs Inside-out Maki (Tofu, Gurke, Avocado und Dill) landete in meiner Tasche. Seit Kurzem bin ich größter Fan von Horenso Goma-ae, einem japanischen Spinatsalat mit Sesamsoße, und für den von Sansaro könnte ich sterben (sabber)! Umso größer war die Freude, dass auch Sasou diesen Salat zum Mitnehmen anbietet. Ganz billig ist das Essen hier allerdings nicht. Die vegetarische 6er Sushi-Box gibt es für 5 €, den Spinatsalat für 3,30 € – für ein etwas abwechslungsreicheres Mittagessen schon okay, denke ich.
Gegessen
Ich bin ja inzwischen einiges gewohnt, was die Preise in München angeht und freue mich schon tierisch, wenn das Stück Kuchen unter 3,50 € kostet. Aber 4,10 € für ein 0,5 l Helles? Bei einem Franchise-Unternehmen? Das ist ja fast auf Oktoberfestniveau! Traurig aber wahr und im Bento Box leider die Regel. Noch ärgerlicher ist es, wenn auf die Getränkepreise, die auf der Bento-Box-Website angegeben sind, im Lokal noch einmal ein Drittel draufgeschlagen wird.
Wie schon einmal erwähnt, haben wir uns in das Sushi von Sansaro verliebt, aber zum Glück führen wir eine offene Beziehung. Am letzten Samstag machten wir uns deswegen auf den Weg, das Bento Box an der U-Bahn Haltestelle Giselastraße zu testen, wo es nicht nur Sushi, sondern eine breite Palette an japanischen Gerichten gibt. Der zweistöckige Laden ist ziemlich düster, was wohl der (missglückte) Versuch sein soll, etwas Gemütlichkeit in den Laden zu bringen, aber dagegen sprechen allein schon die Spiegeldecken. Ähnlich wie im Hans im Glück ist alles recht eng und man sitzt auf Bänken und Hockern. Glücklicherweise konnten wir die Bedienung davon überzeugen, uns noch einen anderen Tisch zu geben, bei dem wir wenigstens nicht nur 10 cm Abstand zu den Tischnachbarn hatten. Aber leider war auch ein halber Meter nicht ausreichend, zumindest nicht, wenn sich am Nebentisch zwei junge Marketingfuzzis lautstark über utopische Einstiegsgehälter und ähnliche “Münchner Themen” unterhalten.
Die Vögel vom Ammersee oder Kuchen im Cafe Panini
Ehemalige Kommilitonen von uns waren in der bayrischen Provinz zu einem Geburtstag eingeladen und die Gelegenheit haben wir gleich genutzt, um uns mit ihnen am Ammersee zum Kaffeetrinken zu treffen. Dort ist es im Sommer eigentlich sehr schön und ich muss in diesem Jahr definitiv mal dort baden gehen, um meine 5-Seen-Tour zu vervollständigen. Jetzt im Winter ist es dort allerdings ganz schön trostlos und das Aufregendste sind die ausgehungerten Wasservögel, die am Ufer auf verirrte Besucher lauern. Ein Blick auf Qype hatte ergeben, dass es in Schondorf am Ammersee nicht viel Auswahl geben würde, aber das Cafe Panini hörte sich zumindest ganz gut an. Bio-Essen und hausgemachte Kuchen, da fühlt man sich gleich wie im Glockenbachviertel.
Ein netter Mensch, wohl wissend, dass ich eine Schwäche für Kaugummi, Minze und die Farbe Türkis habe, brachte mir kürzlich von seinem Einkaufstrip in den Norden Münchens zum neu eröffneten amerikanischen Lebensmittelladen USA World ein Päckchen Kaugummi aus der Reihe “Extra Dessert Delights” mit. Offensichtlich versucht sich Wrigley’s nun daran, beliebte amerikanische Desserts in Kaugummiform zu pressen – hört sich etwas ekelig an, trifft aber leider genau meinen verkorksten Konsumnerv. Zu meiner großen Freude erhielt ich eine Packung der Sorte “Mint Chocolate Chip”, die an die gleichnamige Eissorte erinnern soll. Klang schon mal spannend, aber ich war skeptisch.
Nach der Salzburger Cupcake-Katastrophe war es an der Zeit, mal wieder jenen magischen Ort aufzusuchen, der die wohl leckersten und hübschesten Cupcakes Münchens im Angebot hat: Wir machen Cupcakes in der Utzschneiderstraße. Noch schöner ist der Weg dorthin mit einem Groupon-Gutschein in der Tasche, der eine 6er-Box Cupcakes im Wert von 21 € für nur 10 € verspricht. Yum!
Der beste Kreppel [sic!] der Stadt: Germknödelkrapfen
Ich gebe es ja zu, eine gewisse Skepsis gegenüber München war vor dem Umzug durchaus vorhanden, aber nach fast zwei Jahren habe ich mich doch irgendwie mit der Stadt angefreundet. Einen guten Anteil daran haben natürlich die kulinarischen Schmanklern, wie z. B. Boogie Donuts, das tolle Sushi bei Sansaro oder zuletzt die Burger bei Hans im Glück. Mit Fasching dagegen konnte ich mich bis heute nicht anfreunden und habe das aufgrund dessen, was man in Faschingskreisen als Humor versteht, auch nicht vor. Aber die Kombination München+Fasching hat dann doch ihre guten Seiten. Schon seit 3-4 Wochen gibt es an jeder Ecke Kreppel (hier sagt man Krapfen …) und zwar immer in mindestens 6-8 verschiedenen Varianten. Bisher habe ich bestimmt schon ein Dutzend Füllungen durch und von den normalen Kreppeln hat mir besonders der Schokokrapfen von Kistenpfennig zugesagt, auch wenn dieser mit Füllung und dickem Überzug mehr als schwer im Magen liegt.
Mozartkugeln im Test oder kulturelle Identität und kulinarische Praktiken in Oberösterreich
Noch ein Nachtrag zu unserer Salzburgreise. Natürlich haben wir uns dort auch mit Mozartkugeln eingedeckt und die Gelegenheit genutzt, eine Testreihe zu dieser Leckerei, die einem dort an jeder Straßenecke begegnet, zu dokumentieren. Es handelt sich hier allerdings eher um qualitative Forschung, die empirische Basis des Mozartkugel-Tests ist äußerst dünn. Man könnte es als Feldforschung auf dem Gebiet der kulinarischen Anthropologie (ja, das gibt es wirklich und eine eigene Zeitschrift sogar auch: Anthropology of Food) verorten. Oder vielleicht auch als Beitrag für Galileo einreichen.
Zum Versuchsablauf unseres Mozartkugeltests: Die beiden hoch qualifizierten Testpersonen haben jeweils die Hälfte einer Mozartkugel verkostet und ihre Eindrücke sofort niedergeschrieben. Gewünscht waren subjektive Beschreibungen zum Aussehen, zur Konsistenz, dem Geschmack und der Ausgewogenheit der Zutaten.
Getestet wurden die Original Salzburger Mozartkugeln der Konditorei Fürst, die Echten Salzburger Mozartkugeln von Mirabell und die Constanze Mozart-Kugeln von Reber.
Auf Mozarts kulinarischen Spuren: ein Tag in Salzburg
Das vorletzte Januarwochenende hat uns nach Salzburg geführt. Das Mozarthaus haben wir zwar nur von außen gesehen, aber uns dafür einmal durch das Mozart-Merchandiseprogramm gefuttert: Mozartkugeln, Mozartkaffee, Mozartkuchen, Mozartnachtisch… und ich bin mir sicher, dass es noch einige “Mozartspezialitäten” mehr gegeben hätte. In unserem Salzburg Food-Guide werden wir euch ein wenig erzählen, was uns besonders gut (und was überhaupt nicht) gefallen hat.