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Was bisher geschah: Februar 2017 – Käsekoma, Spirituosentrends & Münchens bestes Sushi

Tulpen vor Fenster

Der Februar war etwas launisch, schwankte von Schnee zu Tulpen und wieder zurück. So langsam haben wir das triste Wetter satt und freuen uns auf wärmere Tage und erste Biergartenbesuche – besonders, weil wir im letzten Monat eine so schöne Location am Tegernsee entdeckt haben. Welche das ist und wo wir sonst noch unterwegs waren, verrät der kulinarische Monatsrückblick:

Unterwegs

Say cheese: ein Abend umgeben von Schweizer Käse*

Wer in den letzten drei Wochen unsere Kühlschranktür öffnen musste, bekam vermutlich einen kleinen Schock. Was dort so streng duftete, waren nicht etwa vergessene Essensreste, sondern Gruyère, Appenzeller und andere (teils etwas geruchsintensive) Käsesorten aus der Schweiz. Anfang Februar waren wir zu einem Schweizer Käse-Workshop eingeladen worden, um ein wenig mehr über die Käsevielfalt des Nachbarlandes zu erfahren – und natürlich (reichlich) Käse zu probieren. Für uns gehört Käse zu den Lebensmitteln, auf die wir nicht verzichten können. Dafür sollten wir aber zunächst nicht der Schweiz, sondern persischen Hirten danken. Denn die haben ihn erfunden. Als sie Milch in Kuhmägen transportierten, stellten sie irgendwann fest, dass sich daraus etwas noch viel Besseres entwickelte. Im Jahr 1115 hatte es die Nachricht bis in die Grafschaft Greyerz geschafft, wo der Gruyère erstmals schriftlich erwähnt wurde. Lange wurde Käse aus Haltbarkeitsgründen ausschließlich in den Bergen produziert, erst die Dorfkäserei im Emmental brachte den Durchbruch in niederen Lagen. Mittlerweile werden jährlich über 180.000 Tonnen Käse in der Schweiz produziert, wovon 10% in Deutschland landen – und wir sind daran vermutlich nicht ganz unschuldig. Bis heute wird viel davon in kleinen Dorf- und Almkäsereien hergestellt, die 95 offizielle Käsesorten hervorbringen.

Ganz so viele Sorten waren es nicht, die wir beim Workshop probieren konnten, doch ich glaube, wir waren nah dran. Um den charakteristischen Geschmack von Gruyère, Tête de Moine, Belper Knolle & Co. zu erschmecken, wurden wir in die Kunst der Käsetellergestaltung eingewiesen und konnten gleich darauf das Erlernte umsetzen. Worauf es dabei ankommt? Auf eine möglichst ausgewogenen Zusammenstellung – von Hart- bis Weichkäse, von mild bis kräftig –, fruchtig-knackige Begleitung in Form von frischen Früchten, Früchtebrot oder Nüssen und natürlich den eigenen Geschmack. Seit der Veranstaltung (und der gut gefüllten Käse-Goodie-Bag) ist unser ohnehin schon ausgeprägte Käsekonsum noch einmal in die Höhe geschnellt und wird sich sicher bald auch in unseren Rezepten bemerkbar machen. (Steffen)

Käsesorten Schweizer Käse Workshop München

Happy Birthday: 15 Jahre Hard Rock Cafe München*

Wir erschrecken immer ein wenig, wenn wir feststellen, wie lange wir schon in München wohnen (fast sieben Jahre!) und wie schnell seitdem die Zeit verflogen ist. Wie muss es da erst dem Hard Rock Cafe München gehen, das in diesem Jahr schon sein fünfzehnjähriges Bestehen feiert und sich seitdem erfolgreich Am Platzl gegen das Kleinimperium eines Ingwerliebhabers behauptet. Zum Finale des 15-tägigen Geburtstagsmarathons lud das Hard Rock Cafe im Februar zu einer pompösen Geburtstagsfeier ein. Mehr als 850.000 Burger wurden seit der Eröffnung 2002 gebraten – auch wir sind für den ein oder anderen verantwortlich –, da lag es nahe, auch bei der Geburtstagsparty Miniburger und andere Häppchen aufzufahren. Besonders gefreut haben wir uns über die kleine Gin-Bar von The Duke, die den Abend mit hervorragenden Zitrone-Mandel-Gin-&-Tonics unterstützten. Musikalisch begleitet wurde die Feier von einem Live-Konzert der Band LaBrassBanda, die eigentlich etwas abseits unseres Musikgeschmacks liegt, aber live ein wirklich tolles Set hingelegt hat. Weitere Eindrücke des Abends findet ihr hier (und wer genau schaut, entdeckt im Hintergrund vielleicht auch ein paar hungrige Münchner Blogger_innen). (Sabrina)

Hard Rock Cafe München 15 Jahre Feier

Entdeckt

Neue Biersorten: Recap #7Tage7Biere

In diesem Monat küren wir kein Bier des Monats – das wäre den ganzen anderen Sorten gegenüber, die wir im Rahmen unserer Instagram-Aktion #7Tage7Biere probiert haben, ja auch unfair. Als hätten wir bei der Braukunst Live! nicht schon genügend neue Biere kennengelernt, wuchs unsere „müssen-wir-unbedingt-mal-testen“-Liste nach der Aktion und den vielen Biersorten, die andere Teilnehmer_innen jeden Tag vorgestellt haben, ins Unermessliche. Britta hat sogar eine schöne Zusammenfassung ihrer Biere verbloggt, von denen wir alleine schon mehr als die Hälfte probieren möchten. Alle Biere, die während der Aktion vorgestellt wurden, findet ihr unter dem Hashtag #7Tage7Biere auf Instagram.

Craft Beer Flaschen

Finest Spirits: Auf der Suche nach den Spirituosentrends 2017*

Auch in diesem Jahr waren wir auf der Finest Spirits im MVG Museum unterwegs, um uns durch die neuesten Trends der Spirituosenwelt zu probieren. Diesmal fiel es uns etwas schwerer, eine konkrete Richtung auszumachen, als in den Jahren zuvor. Viele Entwicklungen der letzten Jahre haben sich etabliert (No-Age-Statements und nichtschottische Herkunft beim Whisky oder Gin als glokaler Player), ein richtig großer neuer Trend will sich noch nicht so recht zeigen. Selbst der diesjährige Schwerpunkt der Messe – Liköre – war nicht so sichtbar wie erwartet. Dementsprechend haben wir diesmal eher einige Highlights aus verschiedenen Bereichen entdecken können.

Finest Spirits Spirituosentrends München

Beim Whisky hat mich vor allem die Bacalta Private Edition von Glenmorangie begeistert. Die Brennerei ist mir in den letzten Jahren immer mehr ans Herz gewachsen und diese sehr weiche, im Madeirafass gereifte Abfüllung trifft mit ihrer Balance zwischen Süße und Tannine genau meinen Geschmack. Da gute Fässer immer schwieriger zu bekommen sind, ließ Glenmorangie extra welche bauen, die dann zwei Jahre lang mit Madeira befüllt unter einem Wellblechdach in der Sonne lagerten, bevor sie nach Schottland verschifft wurden. Hat sich gelohnt, würde ich sagen!

Glenmorangie Bacalta Whisky Finest Spirits

Die schönsten Flaschen der Messe hat dafür Koval mitgebracht, eine Brennerei aus Chicago, die seit einigen Jahren mit verschiedenen Whiskeys experimentiert, aber auch zwei hervorragende Gins im Angebot hat. Mir gefällt allerdings ein Single Barrel Whiskey aus 100% Hirse besonders gut, der drei Jahre in den für die Brennerei typischen kleinen Fässern – damit lässt sich mehr Geschmack in den Alkohol bringen – gelagert wurde und schön mild und getreidig schmeckt.

Koval Gin Flasche Finest Spirits

Auch wenn es so scheint, als würde der Gin-Boom jeden Moment zerplatzen, hält der Trend weiterhin an und auch bei der Vielzahl an monatlich neu hinzukommenden Gins gibt es noch etwas zu entdecken. Momentum, zum Beispiel, denn die Münchner stellen einen Gin her, der u.a mit „Holy Basil“ – einem indischen Basilikum –, Oregano, Rosmarin und Thymian aromatisiert wurde. Diese Kombination schreit geradezu nach dem Fever Tree Mediterranean Tonic Water und zusammen mit einem Blatt Basilikum ergibt das ein recht ungewöhnliches Geschmacksprofil für einen Gin & Tonic. Was sind denn eure aktuellen Neuentdeckungen in Sachen Whisk(e)y, Gin & Co.? (Steffen)

Momentum Gin Basilikum Finest Spirits

Münchens bestes Sushi: Sushiya Sansaro

Wiederentdeckt müsste es hier eigentlich heißen, denn das Sushiya Sansaro ist ein Restaurant, das uns seit unseren Anfängen in München begleitet und das wir trotzdem viel zu selten besuchen. Hier haben wir Sushi abseits des Laufbandes kennengelernt und sind auf den Geschmack weiterer Spezialitäten der japanischen Küche gekommen. Etwas versteckt im Innenhof der Amalienpassage findet man hier eine kleine gemütliche Oase. Die recht umfangreiche Karte zeigt Mut zur Experimentierfreude, gearbeitet wird mit sehr frischen und hochwertigen Produkten, was man den Speisen auch wirklich anmerkt. Bei der Vorspeise sind wir jedoch Gewohnheitstiere – der Spinatsalat Goma-ae (4,20 €) ist bei jedem Besuch Pflicht und mit einer Wakame-Suppe (4,80 €) kann man uns auch immer wieder glücklich stimmen. Besonders das vegetarische Sushi begeistert mich jedes Mal, denn hier denkt man weiter, als bis Gurke und Avocado. Hin und weg war ich diesmal von den Futomaki-Chumaki mit Gurke, Kanpyō, Shiitake, Takuan, Möhren und Eierstich (5,50 €) und ganz besonders von den würzigen Urumaki mit Miso-Aubergine (5,80 €), die ich nun dringend auch zu Hause ausprobieren möchte. Für uns ist und bleibt das Sansaro Münchens beste Anlaufstelle, wenn sich der Sushihunger meldet! Sushiya Sansaro // Amalienpassage 89, München. (Sabrina)

Sushi München Sushiya Sansaro

Pastrami an der Ecke: The Corner Deli Bar

Wenn man sein erstes Pastrami-Sandwich im New Yorker Katz’s Deli gegessen hat, haben es andere Läden in puncto Geschmack und Atmosphäre schwer. Doch Sabine von Pastamaniac und ich wollten der neu eröffneten The Corner Deli Bar am Sendlinger Tor dennoch eine Chance geben. An der Ecke Müllerstraße neben dem Pimpernell verbirgt sich ein von außen eher unauffälliger Laden, der sich internationalem „Feel good food“ verschrieben hat. Innen wartet eine Handvoll Tische sowie eine kleine Bar – wahrscheinlich möchte man von den Nachtschwärmern des Glockenbachs profitieren. Der Blick auf die Getränkekarte ist allerdings eher abschreckend – zu unoriginell und teuer, um nur wegen der Drinks herzukommen. Dann doch lieber etwas Handfestes. Auf der Karte finden sich in erster Linie Sandwiches (ab 6 €), dazu ein paar Suppen und Salate. Wir wollen (natürlich!) die Pastrami-Variante (9,50 €) probieren, obwohl sich auch der Rest sehr gut liest. Recht fix landen zwei Teller mit Pastrami, Sauerkraut und hausgemachten Pickles auf dem Tisch. Das Fleisch ist zart, saftig und ordentlich würzig, und auch das Brot ist recht luftig. Die Portionsgröße geht in Ordnung, bewegt sich aber eher am unteren Ende dessen, was ich sonst als Abendessen brauche und für den Preis erwarten würde. Platz für Nachtisch wäre auf jeden Fall noch, z.B. für ein Stück Kuchen (gebacken von den Kuchentratsch-Omis und -Opis). Eine schöne Bereicherung für die Gegend, gerade wenn es etwas Schnelles sein soll und der Sinn gerade nicht nach Döner oder Pizza steht. The Corner Deli Bar // Müllerstr. 54, München. (Steffen)

Pastrami-Sandwich The Corner Deli Bar München

Zu Gast am Tegernsee: Gut Kaltenbrunn*

Eigentlich ist es im Februar noch etwas früh, um einen Ausflug an den Tegernsee zu unternehmen. Schließlich verbinden wir mit dem See Sommeraktivitäten wie Tretbootfahren, Wandern oder im Biergarten der Käserei sitzen und Käsespätzle essen. Doch da das Gut Kaltenbrunn den Münchner Foodbloggerstammtisch nach Gmund eingeladen hat, machen wir uns an einem frostigen Montagabend auf in Richtung Süden. Vom Bahnhof Gmund aus erreicht man das Gut zu Fuß in 10-15 Minuten – es sei denn, man ist mit einer Truppe Blogger_innen unterwegs und muss mehrmals anhalten, um den pittoresken Blick auf den Tegernsee zu fotografieren. Denselben Anblick können wir auch kurze Zeit später noch einmal bewundern, als wir auf der Terrasse von Gut Kaltenbrunn stehen und uns schon jetzt fragen, warum wir es bisher nie an die Nordseite des Sees geschafft haben. Das Wasser, die Lichter der Orte am weit entfernten Ufer und die Berge mit ihren schneebedeckten Gipfeln schinden ordentlich Eindruck, noch bevor wir den Rest des Hauses zu Gesicht bekommen.

Gmund Gut Kaltenbrunn Käfer Essen

Die Geschichte des Gutes reicht bis ins 15. Jahrhundert zurück, heute gehört der Gebäudekomplex zu Feinkost Käfer, die dort ein Restaurant mit Biergarten betreiben und eine Vielzahl an imposanten Räumen für Veranstaltungen bereithalten. Besonders gespannt sind wir natürlich auf die Küche, die sich für diesen Abend ein spezielles Menü hat einfallen lassen. Schön ist auch die Flexibilität hinsichtlich vegetarischer und veganer Wünsche, die die Küche bei der Zusammenstellung des Menüs beweist. Dass trotzdem Gelatine in der – geschmacklich sehr feinen – Brokkolimousse landete, war womöglich ein Versehen. Die reguläre Karte bietet eine Auswahl an bayrischen Klassikern und zudem eine saisonale Ergänzung, auf der etwas ausgefallenere Gerichte dominieren. Die Steckrübensuppe mit Entenbrust (8 €) ist perfekt abgeschmeckt und beide Komponenten harmonieren schön miteinander. Beim Seesaiblingsfilet (24,50 €) kann insbesondere die krosse Haut überzeugen, für den Dillschaum hätte ich mir dagegen etwas mehr Kräuteraroma gewünscht. Zum Abschluss bekommen wir noch eine Pfanne mit einer riesigen Portion des legendären Kaiserschmarrns (13,50 €), der genauso ist, wie er sein sollte: fluffig, leicht karamellisiert und begleitet von zimtigem Zwetschgenröster und Apfelkompott. Satt und müde geht es spät am Abend wieder zurück nach München, und wir sind uns sicher, dass uns einer unserer Sommerausflüge noch einmal zum Gut Kaltenbrunn führen wird. Gut Kaltenbrunn // Kaltenbrunn 1, Gmund. (Steffen)

Gmund Gut Kaltenbrunn Käfer Essen

Lesenswert

Politics of Food

Zwei interessante Texte, über die wir gestolpert sind, beschäftigen sich mit eher politischen Aspekten des Essens und des Redens und Schreibens darüber. In einem ausführlichen Interview erzählt die Kochbuchautorin und Gewinnerin der 2013er-Staffel von „Great British Bake Off“ Ruby Tandoh davon, was es heißt, über Essen zu schreiben, aber auch warum politische und soziale Themen für sie gerade bei diesem Thema wichtig sind. Tobias Blanken bewegt dagegen die Frage, wer es sich eigentlich leisten kann, „gut“ zu essen, was das Engelsche Gesetz ist und warum Sarah Wiener keine Ahnung hat, wenn sie über Ernährungsgewohnheiten redet. (Steffen)

Fotocredits: Foto mit Tulpen: Colin Maynard via Unsplash; Foto des Pastrami-Sandwiches: Sabine Sikorski von Pastamaniac.

Hinweis: Zu den mit Sternchen (*) markierten Veranstaltungen wurden wir freundlicherweise eingeladen – wie immer bleibt unsere Meinung davon unberührt.

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2 Kommentare

  • Reply Feinkost Käfer

    Lieber Steffen,

    schöner Beitrag und es freut mich natürlich sehr, dass dein Besuch bei uns auf Gut Kaltenbrunn zu den monatlichen Highlights gehört 🙂
    An dieser Stelle möchten wir uns für die Gelatine entschuldigen. Du hast vollkommen recht: Es war ein blödes Versehen, das uns aber garantiert nicht noch einmal passiert! Wir freuen uns schon auf deinen Besuch im Sommer!

    Herzliche Grüße

    Michaela Kern
    Käfer Unternehmenskommunikation

    8. März 2017 at 17:45
    • Reply Steffen

      Vielen Dank, Michaela! Und kein Problem – wir dachten uns schon, dass das vermutlich ein Versehen war. Im Sommer kommen wir ganz bestimmt wieder!

      16. März 2017 at 11:20

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