Ehemalige Kommilitonen von uns waren in der bayrischen Provinz zu einem Geburtstag eingeladen und die Gelegenheit haben wir gleich genutzt, um uns mit ihnen am Ammersee zum Kaffeetrinken zu treffen. Dort ist es im Sommer eigentlich sehr schön und ich muss in diesem Jahr definitiv mal dort baden gehen, um meine 5-Seen-Tour zu vervollständigen. Jetzt im Winter ist es dort allerdings ganz schön trostlos und das Aufregendste sind die ausgehungerten Wasservögel, die am Ufer auf verirrte Besucher lauern. Ein Blick auf Qype hatte ergeben, dass es in Schondorf am Ammersee nicht viel Auswahl geben würde, aber das Cafe Panini hörte sich zumindest ganz gut an. Bio-Essen und hausgemachte Kuchen, da fühlt man sich gleich wie im Glockenbachviertel.
Steffen
Eigentlich finde ich ja Kochen recht entspannend und ich kann beim Arbeiten in der Küche ganz gut abschalten und den Stress des Tages vergessen. Allerdings bin ich nach 9-10 Stunden Arbeit oftmals ziemlich erschöpft und dann fehlt mir die Motivation, aufwendig zu kochen. Oder ich bin einfach zu unkreativ und mir fällt nicht ein, was ich kochen könnte. Und dann gibt es Nudeln mit Pesto …
Aber für genau solche Kochblockaden gibt es ja Kochbücher und bei uns im Regal stehen nicht gerade wenige. Inklusive der Kochzeitschriften sind wir inzwischen bei vier sich biegenden Regalbrettern angelangt und Frau Wus Job in einem Verlag lässt das Problem nicht gerade kleiner werden … Zu Weihnachten hat sie zudem von einer Kollegin ein neues, sehr dickes Kochbuch bekommen, von dem ich ziemlich begeistert bin. Auf 500 Seiten präsentiert GU darin vegetarische Rezepte*, die oftmals etwas ausgefallener sind und über Vokü-Pampe und Nudeln mit Soße hinausgehen. Wir haben inzwischen schon mehrmals den Salat mit gebratenen Pfirsichen und Halloumi gemacht und dank Heimarbeitsplatz hatte ich am Freitagabend auch nach mehreren Stunden spanischer Stadtgeschichte noch genug Elan, mich in die Küche zu stellen und an den Tofu mit Süßkartoffeln zu wagen. Ich muss gestehen, dass ich trotz meiner Vorliebe für die amerikanische Küche bisher noch nie mit Süßkartoffeln gekocht hatte, bin jetzt aber ziemlich angetan. Die gegarten Würfel erinnern an eine Mischung aus Kürbis und Kartoffel, und da es sie beim Rewe um die Ecke eigentlich immer gibt, werde ich da wohl in Zukunft mal nach weiteren Rezepten schauen.
Das Foto im Buch macht immerhin Lust aufs Gericht, hat aber (leider) nichts mit dem Endergebnis zu tun
Der beste Kreppel [sic!] der Stadt: Germknödelkrapfen
Ich gebe es ja zu, eine gewisse Skepsis gegenüber München war vor dem Umzug durchaus vorhanden, aber nach fast zwei Jahren habe ich mich doch irgendwie mit der Stadt angefreundet. Einen guten Anteil daran haben natürlich die kulinarischen Schmanklern, wie z. B. Boogie Donuts, das tolle Sushi bei Sansaro oder zuletzt die Burger bei Hans im Glück. Mit Fasching dagegen konnte ich mich bis heute nicht anfreunden und habe das aufgrund dessen, was man in Faschingskreisen als Humor versteht, auch nicht vor. Aber die Kombination München+Fasching hat dann doch ihre guten Seiten. Schon seit 3-4 Wochen gibt es an jeder Ecke Kreppel (hier sagt man Krapfen …) und zwar immer in mindestens 6-8 verschiedenen Varianten. Bisher habe ich bestimmt schon ein Dutzend Füllungen durch und von den normalen Kreppeln hat mir besonders der Schokokrapfen von Kistenpfennig zugesagt, auch wenn dieser mit Füllung und dickem Überzug mehr als schwer im Magen liegt.
Mozartkugeln im Test oder kulturelle Identität und kulinarische Praktiken in Oberösterreich
Noch ein Nachtrag zu unserer Salzburgreise. Natürlich haben wir uns dort auch mit Mozartkugeln eingedeckt und die Gelegenheit genutzt, eine Testreihe zu dieser Leckerei, die einem dort an jeder Straßenecke begegnet, zu dokumentieren. Es handelt sich hier allerdings eher um qualitative Forschung, die empirische Basis des Mozartkugel-Tests ist äußerst dünn. Man könnte es als Feldforschung auf dem Gebiet der kulinarischen Anthropologie (ja, das gibt es wirklich und eine eigene Zeitschrift sogar auch: Anthropology of Food) verorten. Oder vielleicht auch als Beitrag für Galileo einreichen.
Zum Versuchsablauf unseres Mozartkugeltests: Die beiden hoch qualifizierten Testpersonen haben jeweils die Hälfte einer Mozartkugel verkostet und ihre Eindrücke sofort niedergeschrieben. Gewünscht waren subjektive Beschreibungen zum Aussehen, zur Konsistenz, dem Geschmack und der Ausgewogenheit der Zutaten.
Getestet wurden die Original Salzburger Mozartkugeln der Konditorei Fürst, die Echten Salzburger Mozartkugeln von Mirabell und die Constanze Mozart-Kugeln von Reber.
Auf Mozarts kulinarischen Spuren: ein Tag in Salzburg
Das vorletzte Januarwochenende hat uns nach Salzburg geführt. Das Mozarthaus haben wir zwar nur von außen gesehen, aber uns dafür einmal durch das Mozart-Merchandiseprogramm gefuttert: Mozartkugeln, Mozartkaffee, Mozartkuchen, Mozartnachtisch… und ich bin mir sicher, dass es noch einige „Mozartspezialitäten“ mehr gegeben hätte. In unserem Salzburg Food-Guide werden wir euch ein wenig erzählen, was uns besonders gut (und was überhaupt nicht) gefallen hat.
Bei meinem kürzlichen Besuch in Berlin hatte ich das Glück, dass es im Gästehaus der Humboldt Universität kein Frühstück gibt. So konnte ich auf dem Weg ins Iberoamerikanische Institut bei Dunkin Donuts frühstücken (in München/Süddeutschland gibt gab es ja leider keine Filialen). Neben einem Boston Creme Donut sprang mir sofort ein neues Angebot ins Auge: Dunkin Deluxe! Riesig, überzogen mit geschätzten zwei Pfund Zuckerguß und in der Mitte gekrönt von einem dicken Klecks Blaubeermarmelade: Ich musste ihn haben! Donuts und Karamellcappuccino, das Frühstück der Champions! Wem das zu fettig ist, der sollte mal unsere Donuts aus dem Backofen ausprobieren.
Geliefert wird der Dunkin Deluxe, von dem es noch andere Sorten gibt, in einer extra Box!
Da vom Hamburger mit Camembert noch so viele Zutaten übrig waren, gab es am Tag drauf gleich noch einmal Burger. Einen Doubleveggiburger mit Zwiebeln und Tomaten und einen Doublefleischburger mit zweifach Camembert. Für mich. Alleine. Komatös beschreibt den Zustand danach wohl am besten. Aber glücklich!
Heute auf der Karte: Rindfleischburger mit Camembert und Preiselbeer-Chillisoße und ein vegetarischer Burger mit Pilzen und karamellisierten Zwiebeln.
Rindfleischburger (für 2 Hamburger):
4 EL Preiselbeeren
Chilischoten nach Belieben
1 Msp. gehackter Ingwer
2 Handvoll Rucola
1 Packung Camembert
240 g Rinderhack
Salz
Pfeffer
2 Hamburgerbrötchen
Ketchup, BBQ-Soße, Hamburgersoße, Senf etc. nach Belieben
Für die Soße zunächst die Preiselbeeren aus dem Glas (die mit Gelee) in einen kleinen Topf geben und erhitzen. Wenn das Gelee flüssig wird, Chili (ich benutze so ein kleines Glas eingelegter und gehackter roter Chilis) und Ingwer (auch aus dem Glas, bekommt man im Asialaden) hinzufügen und bis zum gewünschten Schärfegrad würzen. Kurz köcheln lassen und bis zur Zubereitung des Burgers zur Seite stellen. Bis dahin wird die Masse wieder fest. Den Rucola waschen und den Camembert in ca. 1 cm dicke Scheiben schneiden. Den Backofen auf Grillfunktion vorheizen.


