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Gegessen, Gereist, Getrunken, New Orleans, USA

Kulinarisch durch New Orleans: Po’boys, Beignets und Barhopping

New Orleans kulinarische Tipps Food Guide Ein neues Jahr, die ersten Flüge sind gebucht (New York, New York!) und ein neuer Rückblick auf unsere Reise durch die Südstaaten der USA steht in den Startlöchern. Falls Po’boys, Beignets, Jambalaya und die kreolische Küche auf eurer Food Bucket List stehen, gibt es wohl keinen besseren Ort als New Orleans, um in den Geschmack der Südstaaten einzutauchen. In unserem New Orleans Food Guide nehmen wir euch mit auf einen kulinarischen Streifzug durch die Bars, Restaurants und Cafés der Metropole am Mississippi. Dort gibt es eine ganze Menge zu entdecken, denn in Sachen Food wird man in New Orleans äußerst abwechslungsreich verwöhnt, treffen sich hier doch die Einflüsse vieler Einwanderergruppen, die allesamt die Kulinarik der Stadt geprägt haben. Bei keiner anderen Station unserer Reise konnten wir so einen Melting Pot auf dem Teller finden. Einen guten Überblick über die Küche der Südstaaten bietet übrigens das Southern Food & Beverage Museum, das wir in unserem ersten Artikel zu New Orleans (3 Tage in New Orleans: zwischen French Quarter, Garden District und Südstaatenplantagen) bereits vorgestellt haben.

Wer eine Reise nach New Orleans plant und Wert auf gutes Essen legt, sollte sich auf Fahrten mit Bus, Uber, Taxi oder dem eigenen Auto einstellen. Während sich die Barszene noch immer stark auf das Zentrum und insbesondere das French Quarter konzentriert, sind angesagte Restaurants über die ganze Stadt verstreut. Aber ein Ausflug lohnt sich, denn die Stadt hat eine Menge zu bieten!

New Orleans French Quarter Haus mit Eisenbalkon Food Guide

Unsere kulinarischen Highlights in New Orleans

Cafe Fleur de Lis: Frühstück im French Quarter

Im French Quarter frühstücken zu gehen, ist gar nicht so einfach wie man vielleicht denkt. Offensichtlich ist dort alles auf den Abend und die Nacht ausgerichtet, und so machen die Straßen einen verschlafenen Eindruck, als wir am Morgen zu unserem auserwählten Frühstücksspot laufen. Auch auf den Gehwegen ist die Nacht noch sichtbar und so überqueren wir die Überreste, die die Feierwütigen dort hinterlassen haben. Die Stadtreinigung ist schon unterwegs, Lastwagen beliefern die umliegenden Kneipen und Clubs mit Nachschub für die nächste Runde. Im Cafe Fleur de Lis ist schon einiges los, als wir ankommen, und so müssen wir eine Weile warten, bis ein Tisch frei wird. Drinnen herrscht geschäftiges Treiben, die Tische stehen eng beieinander und schon bald steht unsere äußerst gut gelaunte und auf Smalltalk (und vermutlich ein hohes Trinkgeld) trainierte Kellnerin mit der obligatorischen Kaffeekanne am Tisch.

Ein schneller Blick auf die Karte und unsere Entscheidung steht fest: Fried Oyster Benedict (15 $) und das vegetarische Avocadoomelett mit Spargel, Pilzen, Ziegenkäse und Koriander (11 $). Ersteres ist genau die richtige Wahl, war der Abend zuvor doch recht lang und cocktailintensiv, doch eine derart mächtige und herzhafte Portion sollte beim Reset helfen. Enttäuschend ist allerdings, dass die pochierten Eier wohl zu lange durch das Wasser geschwommen sind und sich kein flüssiges Eigelb über den frittierten Austern ergießt. Das Omelett ist wunderbar frisch und luftig, wenn auch etwas zaghaft gewürzt, das Gemüse knackig und zusammen mit Toast und Hash Browns ebenfalls eine reichhaltige Portion. Von ein paar Kleinigkeiten abgesehen, startet man mit dem Frühstück im Cafe Fleur de Lis prima in den Tag, vor allem nach einer längeren Nacht. Cafe Fleur de Lis, 307 Chartres St., New Orleans.

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Café du Monde: Beignets rund um die Uhr

Eigentlich schreit alles am Café du Monde „Achtung, Tourifalle“! Gelegen am zentralen Jackson Square, erwähnt in jedem Reiseführer und in jeder Doku über New Orleans prominent gefeatured – unser erster Impuls: Da müssen wir nicht hin! Als wir an unserem ersten Abend nach dem Essen erstmals durch das French Quarter schlendern, landen wir zwangsläufig vor dem grün-weiß-gestreiften Zeltdach des seit 1862 am gleichen Ort bestehenden Cafés. Da so spät am Abend zahlreiche Tische frei sind, wir Lust auf Nachtisch haben und selbst Einheimische das Café du Monde empfehlen und besuchen, beschließen wir, dem Café doch eine Chance zu geben.

Wir bestellen bei einem der hektisch umherrennenden Kellner die Spezialität des Hauses: Beignets (drei Stück für unschlagbar günstige 3,50 $). Die in Fett ausgebackenen Teigtaschen sind noch ganz warm, als sie unseren Tisch erreichen, und von einer meterdicken Schicht Puderzucker bedeckt. Frisch und überraschend luftig sind sie, aber auch ordentlich mächtig – hätten wir vorher mal auf die anderen Tische geschaut und uns eine Portion geteilt! Dank des Puderzuckerbergs gestaltet sich das Essen nicht ganz einfach und endet damit, dass wir aussehen wie zwei Weihnachtsmänner. Nicht auszudenken, was ein plötzlicher Niesanfall hier anrichten könnte. Wenn ihr also in New Orleans seid und im Café du Monde einen freien Tisch seht, setzt euch einfach hin (ihr müsst euch dafür nicht wie sonst in den USA üblich anstellen), bei dem Preis könnt ihr nichts verkehrt machen. Das Café du Monde ist übrigens auch eine gute Anlaufstelle für den Heißhunger nach einer Nacht in den Bars und Clubs der Stadt, denn es hat 24 Stunden geöffnet. Café du Monde // 800 Decatur St., New Orleans.

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Southern Candymakers: die besten Pralines der Stadt

Eine weitere lokale Spezialität, die man offenbar probiert haben muss, wenn man in das kulinarische New Orleans eintauchen möchte, sind Pralines (gesprochen: [ˈprɑːliːns]). Die Mischung aus Zucker, Butter, Sahne und Pecans wurde angeblich zuerst im 17. Jahrhundert im Haus eines französischen Diplomaten serviert und ist seitdem zum Südstaatenklassiker avanciert. Wir vertrauen unserer Stadtführerin, die die Pralines der Southern Candymakers als die besten der Stadt lobt und statten dem kleinen Laden am Ufer des Mississippis einen Besuch ab. Dort werden die Karamelltaler seit über 20 Jahren frisch hergestellt. Neben dem Klassiker mit Pekannüssen findet man hier auch Variationen mit Süßkartoffeln, Kokos, Meersalz und Erdnussbutter und wir müssen uns sehr beherrschen, uns nicht einmal das komplette Sortiment einpacken zu lassen. Bei den saftigen Preisen würde das ein ordentliches Loch in die Urlaubskasse reißen und so bleibt es bei drei Stück, die uns über die kommenden Tage begleiten. Denn mehr als einen Bissen der köstlichen Candybomben schaffen auch wir nicht auf einmal. Southern Candymakers // 334 & 1010 Decatur St, New Orleans.

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District Donuts Sliders Brew: Donuts und Burger im Garden District

Nach einer Schaufelraddampferfahrt auf dem Mississippi und anschließender Walking Tour durch den Garden District bei drückender Hitze geht uns irgendwann die Luft aus. Wir brauchen Kaffee, wir brauchen Stärkung! Ein Glück, dass wir auf unserer Karte ganz in der Nähe einen Stern gesetzt hatten, der eine Erfrischung verspricht. District Donuts Sliders Brew ist in etwa der Laden, den ich aufmachen würde, wenn ich Ambitionen hätte, ins Gastrobusiness einzusteigen: Donuts, Burger und Kaffee (okay, vielleicht noch Bier dazu) – was eine tolle Kombination!

Schon beim Anstehen läuft uns das Wasser im Mund zusammen, selten haben wir so schöne (und riesige) Donuts sehen dürfen. Die Entscheidung fällt schwer, aber kurz darauf trage ich einen Cheeseburger an den Tisch, Sabrina einen Carrot Cake Donut. Alle Burger sind Slider, also kleine, saftige Exemplare, wie sie oft auch in einem klassischen Diner serviert werden. Genau auf den Punkt gebraten und für mich in diesem Moment genau das Richtige! Sabrinas Donut ist superfluffig und erinnert in der Tat an einen Karottenkuchen. Die Koffeinzufuhr folgt in Form eines großen Bechers Cold Brew und eines Iced Vietnamese Coffee. Langsam kommt wieder Leben in unsere müden Glieder und wir machen und auf, den Rest der Magazine Street zu erkunden, an der sich jede Menge Geschäfte, Restaurants und Bars aneinanderreihen. District Donuts Sliders Brew // u. a. 2209 Magazine St., New Orleans.

New Orleans District Donuts Sliders Brew kulinarische Tipps Food Guide

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Killer Poboys: Südstaatenklassiker zwischen zwei Baguettehälften

Am Abend unserer Ankunft in New Orleans steckt uns die regenreiche Autofahrt entlang des Mississippis in den Knochen. Als wir uns nach dem Einchecken ins Hotel in Richtung French Quarter aufmachen, knurren die Mägen und es ist klar: Jetzt muss es schnell gehen, sonst kippt die Stimmung! Zum Glück sind es nur wenige Schritte bis zu Killer Poboys, die sich – wie der Name schon vermuten lässt – auf die für New Orleans und die Südstaaten typischen Po’Boys spezialisiert haben. Die lokale Variante des belegten Baguettes geht angeblich auf einen Streik Anfang des 20. Jahrhunderts zurück, bei dem „arme Arbeiter“ damit verpflegt wurden. Heute steht der Name für alles, was zwischen zwei Baguettehälften passt, und auch bei Killer Poboys gibt es längst nicht mehr nur traditionelle Versionen mit Seafood oder Roastbeef. Stattdessen stehen auf der Tafel in dem kleinen, etwas abgerockten Imbiss Varianten wie BBQ-Chicken-Confit mit Ranch Slaw, Coffee-BBQ-Sauce und roten Zwiebeln (11 $) oder auch Vegetarisches wie Roasted Sweet Potato mit schwarzen Bohnen, Gemüse und Pekannussaufstrich (10 $). Alles ist handgemacht und frisch, die Auswahl ungewöhnlich. Aus den Kühlschränken vor der Theke schnappen wir uns noch ein lokales Strawberry Lager und eine ebenso aus New Orleans stammende Almond Cola, die uns auf unserer Reise schon mehrfach ins Glas gekommen ist. Killer Poboys // u. a. , New Orleans.

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Maypop: Panasiatische NOLA Cuisine

Unseren letzten Abend in New Orleans beginnen wir in den Jazzkneipen der Frenchmen Street und beenden ihn im Central Business District, wo wir ein Date mit dem Maypop haben. Hinter den hohen Fenstern fällt uns sofort die riesige Landkarte ins Auge, die über den Tischen thront und das Thema des Restaurants aufgreift. Je nachdem aus welchem Winkel man darauf schaut, zeigt sich der Mekong oder der Mississippi. Das gilt auch für die Karte, denn aus der Küche kommt panasiatische NOLA Cuisine. Das Ambiente ist stylish gehoben, aber nicht abgehoben – ein Balanceakt, den wir auch in deutschen Restaurants gerne öfter sehen würden. Obwohl die Cocktail- und Craft-Beer-Karte einige (nicht ganz günstige) Highlights bereithält, verzichten wir, denn für die zwölfstündige Autofahrt nach Orlando, die uns am nächsten Tag erwartet, brauchen wir einen klaren Kopf.

Wir werden zunächst von einem Amuse-Bouche überrascht: Mini-Beignets auf Wasabischaum, die unsere Vorfreude auf die Hauptgänge steigern. Für mich folgt ein fermentierter Schweinebauch mit Mais, Blaubeeren, Grits, gerösteter Steckrübe und Maiskruste (26 $), der unglaublich gut gemacht und toll angerichtet ist. Sabrinas „Spring Carrot Gemelli“ mit kaffeeglasierten Möhren und Kokos-Panko-Streusel, würzigen Pistazien und Kaffee-Szechuan-Öl (17 $) können sie ebenso begeistern. Die Portionen sind deutlich überschaubarer, als man sie von amerikanischen Restaurants gewohnt ist, in Kombination mit einer Vor- und/oder Nachspeise aber genau richtig. Und da sich die ungewöhnlichen Geschmackskompositionen auch auf der Dessertkarte wiederfinden und wir neugierig sind, bestellen wir „Red Beans and Rice“ – eine Tarte aus roten Bohnen und Andouille, dazu Eis aus geröstetem Reis, gebrannte rote Bohnen und Ingwer (8 $). Dass sich hinter Andouille eine französische Wurst aus Innereien verbirgt, kapieren wir allerdings erst, als wir diesen Blogpost schreiben. Nun ja. Doch wenn selbst die Vegetarierin sich noch daran erinnert, wie ungewöhnlich und gut das Dessert war, spricht das ja für das Restaurant. Wir verstehen jedenfalls, warum das Maypop kürzlich unter die fünf besten neuen Restaurants New Orleans’ gewählt wurde. Maypop // 611 O’Keefe Ave, New Orleans.

New Orleans Maypop Restaurant panasiatische Küche kulinarische Tipps Food Guide

New Orleans Maypop Restaurant fermentierter Schweinebauch panasiatische Küche kulinarische Tipps Food Guide

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Bacchanal Wine: Backyard-Weinbar in Bywater

Wir sind zwar nicht wegen des Jazz Fests nach New Orleans gekommen, profitieren aber von den Künstler_innen, die deswegen in der Stadt sind. Auf unseren Streifzügen durch die Bars wird uns mehrmals das Bacchanal empfohlen – eine hippe Weinbar, in der es neben gutem Essen und lockerer Atmosphäre auch immer wieder tolle Konzerte geben soll. Die Open-Air-Weinbar liegt etwas abseits der ausgetretenen Pfade in Bywater, einem der Viertel, das von Katrina hart getroffen wurde. Die Besitzer des Bacchanal begannen nach der Verwüstung durch den Hurricane, semilegale Partys für die Nachbarschaft zu organisieren, eröffneten einen Weinshop und betreiben seither einen der angesagtesten Läden der Stadt.

Als wir montagsabends am Bachannal ankommen, das sich wenig malerisch zwischen dem Industriehafen und dem leer stehenden Riesenklotz des Verteidigungsministeriums befindet, hat sich bereits eine Schlange vor dem Eingang formiert. Im Minutentakt spuckt ein stetiger Strom an Ubers immer mehr Gäste aus – die Bar scheint wirklich der Place to be zu sein. Zum Glück geht es recht fix und wir stehen zehn Minuten später im Weinladen. Dort wählt man zunächst unter fachkundiger Beratung eine Flasche (neben jeder Menge Wein gibt es auch eine ordentliche Bierauswahl) und/oder lässt sich einen Käseteller zusammenstellen, dann schnappt man sich Gläser und einen Weinkühler (aka Plastikeimer) mit Eis und sucht sich im riesigen angrenzenden Garten einen freien Tisch. Über uns baumeln Lichterketten, auf der Bühne spielt ein experimentelles Jazzduo, der Weißwein schmeckt – die Atmosphäre ist atemberaubend! Die kleine, mediterran angehauchte Karte macht es uns einfach und wir teilen uns eine sehr würzige Portion Sepia-Linguine mit reichlich Knoblauch, Ricotta, Fenchel und Tomate, einen rohen, gehobelten Rosenkohl-Fenchel-Salat (die erste Annäherung an Rosenkohl seit, ähhh, ever!) sowie eine ordentliche Schüssel (leider etwas zu dunkel frittierte) Patatas Bravas mit Aioli und Chimichurri. Nach einer Weile werden die Teller abgeräumt, auf der Bühne ertönen noch immer avantgardistische Klänge, wir holen uns noch ein lokales Craft Beer und genießen diesen perfekten Abend. Doch irgendwann spüren wir die Erschöpfung der letzten Wochen und lassen uns per Uber zurück ins Hotel fahren, denn spät am Abend ist das für die Gegend die bessere Wahl. Bacchanal // 600 Poland Ave., New Orleans.

New Orleans Bacchanal Shaved Brusselsprout salad kulinarische Tipps Food Guide

New Orleans Bacchanal Wine Bar kulinarische Tipps Food Guide

New Orleans buntes Haus kulinarische Tipps Food Guide

Antoine’s Restaurant: French-Creole Cuisine in New Orleans’ ältestem Restaurant

Absolut kein Geheimtipp ist Antoine’s, das älteste und wahrscheinlich auch bekannteste Restaurant der Stadt. Seit 1840 ist das gigantische Anwesen mitten im French Quarter die Adresse für French-Creole Cuisine – eine für New Orleans und Louisiana typische Fusion-Küche, die geprägt ist von den verschiedenen Einwanderergruppen der Stadt. Doch auch wenn man hier nicht essen möchte, sollte man Antoine’s unbedingt einen Besuch abstatten, sich in der dazugehörigen Hermes Bar einen Sazerac (9,50 $) bestellen – DEM New Orleans Drink schlechthin, denn der erste Cocktail der USA wurde dort erfunden – und sich durch die fünfzehn Speisesäle treiben lassen. Das Restaurant erinnert an ein Museum, immer wieder zeugen Zeitungsausschnitte, Bilder und in Glaskästen präsentierte Exponate von der bewegten Vergangenheit des Hauses. Dazu verliert (und verläuft) man sich in den vielen ineinander übergehenden Räumen, die allesamt eine ganz eigene Atmosphäre ausstrahlen. Und wer nach der Entdeckungstour durch das Haus doch Hunger verspürt, bestellt sich ein Potato Soufflé, das – so sagte man uns – hier besonders gut sein soll. Antoine’s Restaurant // 713 St Louis St, New Orleans.

New Orleans Antoine's Restaurant French Quarter kulinarische Tipps Food Guide

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Arnaud’s French 75 Bar: Klassische Cocktails im French Quarter

Wenn eine Stadt den Ruf hat, die Geburtsstädte des modernen Cocktails zu sein, ist eine Tour durch ihre Bars unumgänglich! Ein echter Klassiker ist die Arnaud’s French 75 Bar und wir beschließen, dort vor dem Abendessen schnell noch einen Aperitif zu bestellen. Wir sind sofort von der Atmosphäre begeistert, die der Raum mit seiner Bar aus dem 18. Jahrhundert (eigentlich aus einem Restaurant an der Golfküste, aber hier wieder aufgebaut) und den Barkeeper_innen in schicken schwarzen Anzügen oder Barjacken ausstrahlt. Wie so oft nehmen wir direkt an der Bar Platz, denn dort kann man nicht nur beim Mixen der Drinks zuschauen, sondern auch gleich ein wenig mit dem Personal plaudern. Die Karte ist reduziert und konzentriert sich auf klassische Cocktails und einige spannende Eigenkreationen. Doch uns wurde gesagt, dass ein Drink, der nicht auf der Karte steht, hier besonders gut schmecken würde: der Ramos Gin Fizz (10,50 €). Dieser wird kräftig mit Eiweiß geschüttelt und erhält dadurch eine cremige Konsistenz – wir sind sofort Fans, der Drink ist wirklich hervorragend! Nebenbei kommen wir mit unserem Gastgeber ins Gespräch, der uns am Ende eine vielversprechende Liste seiner Lieblingsbars in die Hand drückt. Eigentlich klar, wo man uns die nächsten Tage finden wird! Arnaud’s French 75 Bar // 813 Bienville St, New Orleans.

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Cane & Table: Tiki-Cocktails zur Happy Hour

Zwar ist es schön, sich vor Ort etwas treiben oder von Einheimischen Tipps geben zu lassen, doch manchmal kann auch etwas Planung nicht schaden – zum Beispiel wenn es um das Thema „Happy Hour“ geht. Diese ist in NOLA ziemlich beliebt, daher lohnt es sich, schon vorher zu schauen, welche Bar wann besondere Deals anbietet. Auf diese Weise werden wir auf das Cane & Table aufmerksam, das gegenüber vom French Market in zentraler Lage zu finden ist. Der Schwerpunkt der wunderbar ins Viertel passenden Bar mit den abgeschrabbelten Wänden liegt auf Tiki-Cocktails, einem Trend der eigentlich in den 1930er Jahren begann und seit einiger Zeit ein kleines Revival erfährt.

Trotz Happy Hour ist es nicht überfüllt und wir finden zwei Plätze an der Bar. Schnell kommen wir mit der Barkeeperin ins Gespräch, die uns strahlend erzählt, dass sie schon zweimal mit ihrer Band in der Münchner Glockenbachwerkstatt gespielt hat. So klein ist die Welt. Das Besondere an der Happy Hour im Cane & Table ist, dass auch kleine Snacks angeboten werden. Genau das Richtige, wenn man am späten Nachmittag schon mit hartem Alkohol anfängt. Der Pimiento Cheese mit geröstetem Kokosbrot (6 $) passt perfekt zu unserem Hotel Nacional mit Rum, Ananas, Zitrone und Apricot Liqueur und Mexican Firing Squad mit Tequila, Limette, Grenadine und St. Ango (ausgewählte Cocktails in der Happy Hour zwischen 15 und 18 Uhr je 6,50 $). Kurz sind wir versucht, uns gleich einen Tisch im wunderschönen Hinterhof zu suchen und einfach zum Dinner mit Cocktailbegleitung zu bleiben, doch es gibt ja noch zu viele andere Bars und Restaurants, die auf unserer Liste stehen. Cane & Table // 1113 Decatur St, New Orleans.

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Bar Loa: Der Geschmack der Stadt

Die Bar im äußerst schicken Hotel International House im Central Business District hatten wir zunächst gar nicht auf dem Schirm, doch wenn man sie gleich zweimal von Barkeeper_innen empfohlen bekommt, sollte das ein gutes Zeichen sein. Also legen wir auf dem Weg ins Hotel am frühen Abend noch einen Zwischenstopp in der Bar Loa ein und kommen rechtzeitig zur Happy Hour in die ganz in rotem Samt und Kerzenschein getauchte Bar. Die Theke ist voll mit Kräutern, ausgefallenen Spirituosen und Flaschen mit selbst angesetzten Zutaten – das lässt auf ungewöhnliche Drinks hoffen. Die wunderschön gestaltete Karte, in der immer wieder kleine Geschichten rund um die angebotenen Drinks erzählt werden, hält tatsächlich einige Überraschungen bereit. So greift eine Vielzahl der Cocktails beispielsweise den Geschmack der Stadt auf und Sabrina, die in Savannah ihre Liebe zum Spanish Moss entdeckt hat, findet sofort DEN Cocktail: Jean Lafitte (12 $), für den Spanish Moss aus dem hiesigen Stadtpark getrocknet, als Tee zubereitet und als Zutat für die Pisco-Sour-Variante verwendet wurde. Der perfekte Südstaatendrink! Mein Ben Arnold mit White Whiskey, Gin und Tabakbitters (9 $ zur Happy Hour) klingt dagegen richtig gewöhnlich, ist aber ebenfalls außergewöhnlich gut. Schade, dass wir nicht mehr Zeit in New Orleans verbringen und nicht noch mehr Drinks der experimentellen Karte probieren können! Bar Loa (im International House New Orleans) // 221 Camp Street, New Orleans.

New Orleans Bar Loa Drink mit Spanish Moss kulinarische Tipps Food Guide

New Orleans Bar Loa Drink Bar Arnold kulinarische Tipps Food Guide

New Orleans St Louis Cathedral kulinarische Tipps Food Guide

Ein bisschen wehmütig reisen wir nach ein paar Tagen weiter, wissen aber insgeheim, dass uns New Orleans nicht zum letzten Mal gesehen hat. Schließlich konnten wir noch längst nicht alle Klassiker der Südstaatenküche probieren – ich sag nur Gumbo, Muffuletta …

Weitere Stationen unserer Südstaatenreise:

3 Tage in New Orleans: zwischen French Quarter, Garden District und Südstaatenplantagen

Südstaatenschönheit mit Gruselfaktor: 3 Tage in Savannah, Georgia

Kulinarisch durch Savannah, Georgia: Südstaatenklassiker, australisch-amerikanisches Frühstück und das beste Eis der Stadt

Ein Tag mit Harry Potter, King Kong & den Simpsons: Islands of Adventure & Universal Studios Orlando

Wenn King Kong anruft und mit dir Monstermilkshakes trinken will: Hard Rock Hotel Orlando und Universal CityWalk

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6 Kommentare

  • Reply Lena

    Aaaah, ihr macht mich so heiß auf die Südstaaten!
    Mal sehen wann wir das schaffen werden, aber es steht auf jeden Fall weit oben auf der Reiseliste!
    Euer Post ist auf jedenfall gemerkt.
    Liebe Grüße
    Lena

    7. Januar 2018 at 13:10
    • Reply Sabrina

      Hehe, wie schön, liebe Lena! Auch wenn die Südstaaten noch etwas warten müssen – sie laufen ja nicht weg. 🙂

      8. Januar 2018 at 14:16
  • Reply Julia

    Ihr Lieben, wir reisen jetzt ja nun an die andere Küste der Vereinigten Staaten, was ja nun nichts macht, aber wenn ich diesen Post lese, möchte ich dann doch gerne auch die andere Küste mal kennenlernen 😉 Wie immer: Vielen Dank fürs mitnehmen <3
    Julia

    7. Januar 2018 at 20:19
    • Reply Sabrina

      Ach, Küste für Küste, liebe Julia! 😉 Und nein, dass es euch erst mal an eine andere Küste verschlägt, macht nun wirklich nichts. Trotz der anderen schönen Küsten habe ich ja mein Herz ganz besonders an die Ostküste verloren.

      8. Januar 2018 at 14:19
  • Reply Anna C.

    Bei mir im Schrank steht immer noch eine Dose aus dem Cafe du Monde- ich mag diesen Louisiana-Style-Coffee mit dem Zichorie-Anteil so gerne und finds ewig schade dass es das hier nicht mal ansatzweise gibt. Und auch sonst…. to miss New Orleans…. ihr wißt ja. Unvergesslich.

    9. Januar 2018 at 13:23
    • Reply Sabrina

      Hach, wie schön! 🙂 Solche Mitbringsel sind doch die besten! Und tröste dich – gäbe es den Kaffee hier, würde er nicht ansatzweise so gut schmecken. 😉

      13. Januar 2018 at 12:14

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