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Gereist, Nashville, USA

Hello Nashville: 3 Tage Honky Tonk, Cowboy Boots und Südstaatenhipster

3 Tage in Nashville Reisetipps Feed me up before you go-go

An einem verregneten Nachmittag erreichen wir Nashville bzw. „Music City“ wie die Hauptstadt Tennessees auch genannt wird, denn kein anderer Ort der USA wird so sehr mit Country Music und einer brodelnden Musikszene in Verbindung gebracht. Was uns herführt? Honky Tonk, Hot Chicken, Hipsterläden und eigentlich alles, was die Nashville-Folge der Serie „Master of None“ in 20 Minuten packt. Drei Nächte werden wir hier verbringen, eignet sich die Stadt doch als perfekter Zwischenstopp auf unserer Route zwischen den Smoky Mountains und Memphis.

Schon bald merken wir, dass Nashville anders ist, als die bisherigen Städte auf unserer Südstaatenreise durch die USA. Irgendwie zerstreut und auf den ersten Blick für uns etwas schwer zu fassen, denn die vielen spannenden Ecken und Viertel sind über die ganze Stadt verteilt und oft so weit voneinander entfernt, dass man sie am besten mit dem Auto erreicht. Nichtsdestotrotz schafft es Nashville in nur drei Tagen, uns voll uns ganz in seinen Bann zu ziehen. Dem Vibe, der hier herrscht, kann man sich nur schwer entziehen – überall liegt Musik in der Luft, Kreativität brodelt aus allen Ecken, die Stadt ist herrlich entspannt  und vereint gekonnt Tradition und Hipsterszene. Von der kulinarischen Vielfalt ganz zu schweigen, die uns mit den unzähligen Cafés, Restaurants und Bars schier überfordert und deshalb auch einen eigenen Blogbeitrag verdient.

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East Nashville

Ganz bewusst haben wir uns für eine Unterkunft in East Nashville (aka East Nasty) entschieden, dem derzeit hippsten und vielseitigsten Viertel, das viele Kreative und deren Wirkungsstätten beheimatet und in dem sich eine ausgeprägte Nachbarschaftskultur erhalten hat. Vor allem rund um die Kreuzung Woodland Street/11th Street findet man coole Coffeeshops und Bars, hippe Restaurants, Vintageshops, kleine Kunstwerkstätten und (wie an so vielen Häuserwänden der Stadt) bunte Murals. Allerdings sind auch hier die Wege lang und unsere Lust, die weit verstreuten Locations zu Fuß im strömenden Regen aufzusuchen, hält sich in Grenzen, weshalb wir aufs Auto umsatteln und unsere Fotosausbeute leider überschaubar ist.

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12 South

Zum Glück legt der Regen am nächsten Morgen eine Pause ein und wir machen uns auf ans andere Ende der Stadt. Im Viertel 12 South erwartet uns ein wahres Shopping- und Food-Paradies, das einen Großteil der Geschäfte und Restaurants beheimatet, die wir vorab markiert hatten. Im Gegensatz zu East Nashville lässt sich diese Ecke auch prima zu Fuß erkunden, denn schöne Häuschen, wahnsinnig tolle, ausgefallene Läden, nette Cafés und angesagte Restaurants reihen sich rund um die 12th Avenue South fast aneinander und laden zum Flanieren (und Shoppen!!) durch das verträumte Viertel ein. Den Blick sollte man dabei stets etwas schweifen lassen, denn gerade in den Seitenstraßen verstecken sich einige bunte Murals.

White’s Mercantile

In einer ehemaligen Tankstelle verbirgt sich ein besonders schöner Laden, der einer Musikerin gehört, die aus einer bekannten Country-Familie stammt. In White’s Mercantile findet man von allem etwas – von Kleidung und Vintage-Taschen bis zu stylishen Wohnaccessoires, von rustikalen Holzbrettern, Düften und Kerzen bis zu allerschönsten Koch- und Coffeetable-Büchern. Die eigene Beschreibung „A general store for the modern-day tastemaker“ trifft tatsächlich ganz gut auf die überaus schönen und ausgewählten Dinge zu, die es zu entdecken gibt. Hier muss man stark sein und am besten das Freigepäck im Hinterkopf behalten, um nicht zu eskalieren. Allerdings halten einen die Preisschilder meist sowieso von allzu großen Dummheiten ab. White’s Mercantile // 2908 12th Ave South, Nashville.

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Draper James

Läuft man die 12th Avenue etwas weiter hoch, wird man kaum der Versuchung widerstehen können, sich vor der hellblau-weiß gestreiften Hauswand zu fotografieren. Ähnlich groß ist die Versuchung, dem dazugehörigen Laden einen Besuch abzustatten. „Hey, y’all“ tönt es, als wir den hübschen Shop betreten, und gleich darauf werden uns zwei Becher „Sweet Tea“ – quasi das Nationalgetränk der Südstaaten – in die Hände gedrückt. Die Southern Hospitality gehört hier zum Konzept. Die in Nashville aufgewachsene Schauspielerin Reese Witherspoon huldigt mit der Marke Draper James nicht nur ihren Großeltern, sondern auch den Südstaaten, die in ihrem Shop ganz unverkennbar in Form von bunter Kleidung, Taschen und Wohnaccessoires Einzug in die Regale erhalten haben. Hell, Pastell und farbenfroh sind die schicken Sommerkleider, auf den Tischen stehen Cowboy-Boots, T-Shirts und Accessoires sind mit typischen Südstaatensprüchen bedruckt. Natürlich wird hier mit Klischees gespielt, aber immerhin auf ganz charmante Weise. Und wem der Shop noch nicht zuckersüß genug ist, der kann sich direkt davor per Knopfdruck an einem Cupcake-Automaten von Sprinkles einen kulinarischen Zuckerschock abholen. Draper James // 2608 12th Avenue South, Nashville.

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Hillsboro Village

Eine kurze Fahrt gen Nordwesten bringt uns in das quirlige Hillsboro Village, einem jungen, lebhaften Viertel, dem man die Nähe zu zwei Universitäten anmerkt. Auch hier verstecken sich viele nette Boutiquen, skurrile Läden und schöne Cafés, die nicht nur bei Student_innen beliebt sind. Am besten das Auto abstellen und treiben lassen – denn wie 12 South entdeckt man das Viertel am besten zu Fuß.

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Hey Rooster General Store

All things Nashville findet man im sehr stylishen, jungen Hey Rooster General Store, dessen Regale mit Schmuck, Prints, Kleidung und allerlei Schönem von Künstler_innen aus der Region befüllt sind. Ergänzt wird die erlesene Auswahl durch kleine kulinarische Besonderheiten wie „Hot Peanut Butter“ oder „Hibiskus Bitters“ für den eigenen Craft-Cocktail, die sich bestens als Urlaubsmitbringsel eignen – natürlich alles made in Nashville. Besonders viel Zeit verbringen wir in der Kochbuchecke, die so schöne und uns bislang unbekannte Fundstücke offenbart, dass wir es nicht schaffen, den Laden ohne volle Taschen zu verlassen. Hey Rooster General Store // 1711 21st Ave S, Nashville.

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Downtown Nashville

Die Gegend, die vermutlich die meisten Menschen vor Augen haben, wenn sie an Nashville denken, ist Downtown mit den Leuchtschildern und Honky-Tonk-Bars des Broadways, dem imposanten Ryman Auditorium, den Hochhäusern und der Country Music Hall of Fame. Dementsprechend touristisch geht es auch zu – hier ist ordentlich was los, die Souvenir-, Musik- und Cowboy-Boots-Shop-Dichte ist hoch. Auslassen sollte man Downtown auf keinen Fall, denn auch wer mit dem Broadway nicht viel anfangen kann, findet ganz in der Nähe die ein oder andere versteckte Ruheoase und einige spannende Museen.

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Broadway

Auch wenn Nashville so viel mehr ist als Downtown, Broadway und Honky Tonk, gehört ein Besuch des legendären Broadways für uns dazu. Das erste Mal kommen wir hier am frühen Nachmittag vorbei und hören schon aus der Ferne die Gitarren aus den zur Straße hin oft offenen Musikclubs. Noch ist nicht viel los, doch es fühlt sich an, als beträten wir eine andere Welt – die Neonlichter flackern, man trägt Cowboyhut oder Pomade. Die Zeit scheint stehengeblieben zu sein und ist gleichzeitig doch erschreckend in der Gegenwart verankert. Noch nie habe ich so viele Junggesell_innenabschiede auf einem Haufen gesehen – dass man zum Feiern hier ist, wird unmissverständlich klar gemacht und ich verstehe, warum Nashville auch „Nash Vegas“ genannt wird.

Und trotzdem versprüht der Lower Broadway einen gewissen Charme. Es macht Spaß, von Club zu Club zu ziehen, sich ein Bier an der Bar zu bestellen und den Live-Bands zuzuhören, die in manchen Fällen wirklich überraschend gut sind und nur gegen Trinkgeld in den Clubs spielen. Im Nudie’s Honky Tonk steht schon mittags eine vierköpfige Band auf der Bühne, über der ein ganzer Cadillac in der Luft schwebt, und liefert auch ohne tanzendes Publikum einen Honky-Tonk-Kracher nach dem anderen ab. Etwas ruhiger geht es dagegen in Robert’s Western World zu, wo ein einsamer Cowboy die Gäste mit traurigen Liedern unterhält. Auch abends richtet sich dieser Club stärker an die Musikliebhaber_innen und weniger an das Party-Sauf-Bridesmaids-Publikum. Das findet man dagegen im Honky Tonk Central, wo die Stimmung schon am Nachmittag ausgelassen ist und man in der Menge auch ohne Square-Dance-Kenntnisse nicht auffällt.

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Acme Broadway Nashville Tennesse Reisetipps Feed me up before you go-go

Blick auf Broadway Nashville Tennesse Reisetipps Feed me up before you go-go

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Eine ganz gute Mischung aus allem und dazu ein moderneres, ansprechenderes Ambiente als die meisten Bars in der Umgebung bietet das Acme Feed & Seed ganz am unteren Ende des Broadways, das dort gleich mehrere Stockwerke einnimmt. Honky-Tonk-Bands, eine breite Bierauswahl, gute Cocktails, ein Restaurant und ein kleiner Shop lohnen den Besuch. Wir sind allerdings vor allem wegen der Dachterrasse hier und fahren mit dem Aufzug nach ganz oben. Von hier hat man einen tollen Ausblick über den ganzen District und über den Fluss nach East Nashville. Auch wenn der Rummel am Abend deutlich zunimmt, kann man von dort bei einem kühlen Drink das Broadway-Spektakel aus sicherer Entfernung betrachten.

Rund um den Broadway finden sich zur Hauptsache Shops, deren Hauptzielgruppe wohl Tourist_innen und überzeugte Countryfans sein dürften, doch ein Streifzug durch die Läden mit ihren abgedrehten Cowboy Boots und Fransenjacken ist trotzdem ganz witzig. Der Glanz vergangener Zeiten ist auf dem Broadway zwar stark am Bröckeln, entgehen lassen sollte man sich das Spektakel allerdings nicht. Und wer keine Lust auf grölende Horden hat, sollte hier einfach tagsüber vorbeischauen.

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Country Music Hall of Fame and Museum*

Überhaupt sollte man zumindest ein wenig Bereitschaft mitbringen, sich auf das Thema Honky Tonk, Bluegrass und Co. einzulassen, befindet man sich doch immerhin in der Hauptstadt der Countrymusik. Welcher Ort wäre wohl besser dafür geeignet, als die Country Music Hall of Fame? Hinter dem etwas irreführenden Namen verbirgt sich nicht etwa ein verstaubtes Panoptikum vergangener Countrygrößen, sondern ein überraschend unterhaltsames und kurzweiliges Museum. Unsere Erwartungen sind ehrlich gesagt nicht sonderlich hoch, wir wollen einfach ein wenig über die Musik erfahren, die Nashville so geprägt hat. Letztendlich verbringen wir über drei Stunden in den verschiedenen Ausstellungen des ziemlich großen Museums und hätten locker auch noch weitere Stunden dort verbringen können, wären wir etwas früher vor der Schließung gekommen. Man wird von einem sehr gut gemachten Audioguide durch die Geschichte des Genres geführt und erfährt nebenbei auch eine ganze Menge über die amerikanische Kulturgeschichte.

Country Music Hall of Fame and Museum Nashville Tennesse Reisetipps Feed me up before you go-go

I believe in Smashville Nashville Tennesse Reisetipps Feed me up before you go-go

Country Music Hall of Fame and Museum Nashville Tennesse Reisetipps Feed me up before you go-go

In der Hauptausstellung wird viel mit Objekten und Videos gearbeitet, sodass auch Leute, die keine Lust auf lange Einführungstexte haben, dennoch voll auf ihre Kosten kommen. Die Wechselausstellung über die gemeinsame Geschichte von Johnny Cash und Bob Dylan und ihren Aufenthalt in Nashville geht sehr ins Detail und wir spüren, dass unsere Aufmerksamkeitsspanne nach fast drei Stunden langsam flöten geht. Die interaktive Abteilung kommt danach wie gerufen, denn hier kann man selbst zum Countrystar werden. Nachdem man sich an einem der Touchpads ein Profil angelegt hat, kann man selbst als Songwriter, Produzent_in oder Sänger_in aktiv werden, einen Blick in den Tourbus werfen oder Fotos mit überdimensionalen Gitarren machen. Wie in den USA üblich ist der Eintrittspreis gepfeffert, aktuell zahlt man pro Person inklusive Audioguide 28 $, aber man kann ohne Probleme einen ganzen Nachmittag in dem überaus spannenden Museum verbringen. Country Music Hall of Fame and Museum // 222 5th Ave S, Nashville.

Country Music Hall of Fame Goldene Platten Nashville Tennesse Reisetipps Feed me up before you go-go

Country Music Hall of Fame Ausstellung Bob Dylan Johnny Cash Nashville Tennesse Reisetipps Feed me up before you go-go

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Frist Center for the Visual Arts

Nach zwei Tagen Honky Tonk, Shoppen und gutem Essen steht uns der Sinn nach etwas Kunst. Das Frist Center for the Visual Arts liegt am oberen Ende des Broadways und ist so von der Innenstadt aus gut zu Fuß erreichbar. Vor dem Besuch lohnt sich ein Blick auf die Website, denn das Museum besitzt keine feste Ausstellung, sondern widmet sich alle sechs bis acht Wochen neuen Angeboten. Im Inneren bewundern wir zunächst das schöne Art-déco-Gebäude und werden von den superfreundlichen Mitarbeiter_innen darauf hingewiesen, dass wir statt des kostenpflichtigen Audioguides auch einfach die kostenlose App mit den gleichen Inhalten nutzen können, was dank WLAN und Leihkopfhörer bestens funktioniert.

Den größten Teil der Fläche nimmt bei unserem Besuch eine Ausstellung zu buddhistischer Kunst ein, die nicht ganz unseren Geschmack trifft. Umso begeisterter sind wir dagegen von der uns bis dato völlig unbekannten Claire Morgan. „Stop me Feeling“ zeigt sechs aufwendige Installationen der irischen Künstlerin, die Müll (wie Papier oder Plastikfetzen), Pflanzen und tote Tiere verbinden. Klingt schräg, ist aber eine spannende Annäherung an das Verhältnis von Mensch und Natur. Zum Schluss verschlägt es uns noch in die Martin ArtQuest Gallery, ein museumspädagogisches Mitmachstudio. Okay, eigentlich ist das für Kinder gedacht, aber es sind gerade keine da und die netten Studierenden, die dort arbeiten, bespaßen auch gerne zwei Erwachsene. Und so verbringen wir die letzte Stunde vor Museumsschluss damit, begeistert Stop-Motion-Videos zu drehen und Kunstdrucke herzustellen. Eintritt erhält man ins Museum für 12 $ pro Person. Frist Center for the Visual Arts // 919 Broadway, Nashville.

Frist Center for the visual arts Kunstmuseum Nashville Tennesse Reisetipps Feed me up before you go-go

Frist Center for the visual arts Kunstmuseum Nashville Tennesse Reisetipps Feed me up before you go-go

Centennial Park

Etwas westlich von Downtown und eigentlich auch mehr zum West End als zu Downtown zählend findet sich eine grüne Ruheoase. Kaum das Auto abgestellt, werden wir von zwei zutraulichen Squirrels belagert. Ich gehe in die Hocke und versuche vorsichtig, neue Freundschaften zu knüpfen. Als ich mich umdrehe, sind offenbar alle anderen Kumpels von den Bäumen gehüpft und ich sitze inmitten einer Horde interessierter Eichhörnchen. Da der Park auch noch mehr zu bieten hat, werde ich von meiner Squirrel-Gang weggezogen, doch die gesamte Anlage scheint ohnehin in Eichhörnchenhand zu sein. Herrlich still ist es hier – eine wohltuende Abwechslung zur lauten Innenstadt. Im Zentrum des Parks thront ein Nachbau des griechischen Parthenon-Tempels in Athen, in dem sich ein Kunstmuseum befindet. Wir genießen allerdings lieber den Sonnenschein, der sich endlich blicken lässt, und halten am Denkmal für die Suffragetten, das dort seit 2016 steht und an lokale Frauenrechtlerinnen erinnert. Auch zwei Amerikanerinnen scheinen davon schwer begeistert zu sein und lassen sich von uns erst mal minutenlang mit der Statue der fünf Frauen fotografieren. Irgendwie doch ganz schön viel Aufregung für einen Ausflug ins Grüne! Centennial Park // 2500 West End Avenue, Nashville.

Squirrel Eichhörnchen Centennial Park Nashville Tennesse Reisetipps Feed me up before you go-go

See im Centennial Park Nashville Tennesse Reisetipps Feed me up before you go-go

Parthenon Centennial Park Nashville Tennesse Reisetipps Feed me up before you go-go

Suffragetten Denkmal Centennial Park Nashville Tennesse Reisetipps Feed me up before you go-go

The Gulch

Am oberen Ende des Broadways befanden sich früher der Bahnhof und viele Industriebetriebe. Aus ehemaligen Warenhäusern und Fabrikgebäuden sind mittlerweile angesagte Lofts, Läden und Bars geworden. The Gulch ist ein Hotspot für das ausgehfreudige Publikum, mit vielen gehobeneren Restaurants und schicken Apartmenthäusern. Dazwischen finden sich aber auch ausgefallene Geschäfte und beliebte Frühstückslocations.

Carter Vintage Guitars Mural The Gulch Nashville Tennesse Reisetipps Feed me up before you go-go

Two Old Hippies

Unübersehbar in einem riesigen Backsteingebäude haben Two Old Hippies ein Sammelsurium an ausgefallenen Accessoires, Büchern, großartigen Karten, Gitarren, Schmuck und anderen Kleinigkeiten zusammengestellt. Die beiden Betreiber beschreiben ihren Shop als „Experience“ und das können wir nur bestätigen. Man verliert sich in den schmalen Gängen des Ladens, muss so viele Eindrücke auf einmal verarbeiten, dass der Besuch vermutlich einem LSD-Rausch gleicht. Das sich durchziehende Motto: Musik – zumindest zeugen davon das David-Bowie-Geschirr, eine ganze Wand mit bunten Ukulenen, ein separater Gitarrenraum und eine eigene Bühne mitten im Geschäft, auf der regelmäßig Konzerte stattfinden. Two Old Hippies // 401 12th Ave S, Nashville.

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Station Inn

Direkt gegenüber der Two Old Hippies erspähen wir einen der bekanntesten Musikclubs der Stadt und ahnen noch nicht, dass es uns am Abend dorthin verschlagen würde. Als wir noch überlegen, wo wir uns abends die volle Dosis Live-Country geben können, schickt uns unser Airbnb-Host einen spontanen Musiktipp aufs Handy. Wir sollen etwas abseits der Innenstadt ins Station Inn gehen, dort gäbe es heute Abend die beste Musik. Gesagt, getan, und so finden wir uns kurz vor 20 Uhr vor dem eher unscheinbaren Backsteingebäude ein, das seit Mitte der 70er als beste Adresse der Stadt für traditionellen Bluegrass gilt. Honky Tonk braucht man nicht zu erwarten und statt einer Tanzfläche finden wir einfache Tische und Sitzgelegenheiten (yay!), eine niedrige Bühne und ein Publikum jenseits der 60 vor. Als Val Storey & Friends schließlich die Bühne betreten und ein kühles IPA vor uns steht, wird schnell klar, dass die 12 $ Eintritt pro Person gut investiert sind. Die Musiker_innen spielen über zwei Stunden und decken offensichtlich einige Klassiker der amerikanischen (Country-)Musikgeschichte ab – zumindest ist das Publikum um uns herum erstaunlich textsicher. Wir selbst erkennen nur drei Songs wieder, haben aber trotzdem unseren Spaß und freuen uns, dass unser letzter Abend in Nashville so schön ausklingt. Station Inn // 402 12th Ave S, Nashville.

Station Inn Bluegrass Club The Gulch Nashville Tennesse Reisetipps Feed me up before you go-go

Unterkunft in Nashville

Die Hotelpreise in Nashville haben es wirklich in sich, deshalb setzen wir mal wieder auf Airbnb und landen (wie schon so oft in den USA) einen Glückstreffer. Da unsere beiden netten Gastgeber mittlerweile aber nach Australien ausgewandert sind, kann die Wohnung leider nicht mehr gemietet werden. Dennoch eine Empfehlung: Setzt auf eine Unterkunft in East Nashville – hier gibt es viele schöne und bezahlbare Häuser, und man ist mitten im coolsten Viertel der Stadt. Wenn man nicht gerade superzentral (und superteuer) im Zentrum unterkommt, benötigt man in den meisten Fällen ohnehin ein Auto, um in Nashville gut von A nach B zu kommen.

Na, konnten wir euch Lust auf Country, Cowboy Boots und Squirrels machen?

Weitere Stationen unserer Südstaatenreise:

3 Tage in New Orleans: zwischen French Quarter, Garden District und Südstaatenplantagen

Kulinarisch durch New Orleans: Po’boys, Beignets und Barhopping

Südstaatenschönheit mit Gruselfaktor: 3 Tage in Savannah, Georgia

Kulinarisch durch Savannah, Georgia: Südstaatenklassiker, australisch-amerikanisches Frühstück und das beste Eis der Stadt

Ein Tag mit Harry Potter, King Kong & den Simpsons: Islands of Adventure & Universal Studios Orlando

Wenn King Kong anruft und mit dir Monstermilkshakes trinken will: Hard Rock Hotel Orlando und Universal CityWalk

* Hinweis: Die Country Music Hall of Fame and Museum hat uns Pressetickets für unseren Besuch zur Verfügung gestellt – unsere Meinung bleibt davon jedoch unberührt.

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2 Kommentare

  • Reply Mandy

    Hallo ihr zwei,

    vielen Dank für den tollen Bericht – da komm ich direkt ins Schwärmen! 🙂 Nashville möchte ich unbedingt auch besuchen, bisher hat es leider noch nicht geklappt. Wart ihr denn eigentlich auch im Blue Bird Café?

    Liebe Grüße
    Mandy

    25. März 2018 at 19:37
    • Reply Sabrina

      Vielen Dank, liebe Mandy! Uns hat Nashville echt begeistert. 🙂 Das Bluebird stand eigentlich auf dem Plan, aber dann bekamen wir den Tipp, doch lieber ins Station Inn zu gehen, was auch sehr toll war. Das Bluebird Cafe heben wir uns dann fürs nächste Mal auf. 😉

      25. März 2018 at 20:03

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