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Was bisher geschah: August 2018 – Internationales Frühstück in Mary’s Coffee Club, Kulturfrühstück im Café Exponat & Burger am Hauptbahnhof

Drink Foto von Tim Wright via Unsplash

// Dieser Beitrag enthält unbezahlte Werbung, da wir u. a. über Presseevents berichten, andere Blogs erwähnen sowie persönliche (nicht gesponserte) Empfehlungen aussprechen und verlinken. //

Tschüss, August! Zwischen schweißtreibenden Temperaturen und den ersten geschlossenen Schuhen seit einer halben Ewigkeit lagen Geburtstage, Hochzeiten, Bewerbungsgespräche und Urlaubspläne. Dazwischen funkten opulente Frühstücksorgien, Burger und Bier. Unsere kulinarischen Neuentdeckungen in München und was uns der August sonst noch bescherte, lest ihr in diesem Monatsrückblick.

Entdeckt

Fürs Frühstück einmal um die Welt: Mary’s Coffee Club

Ich bin wählerisch, wenn es um Frühstückscafés geht. Zig Urlaube und viele großartige Frühstücksgerichte in den USA haben mich verdorben. Den klassischen deutschen All-you-can-eat-Brunch mochte ich ohnehin nie besonders und über Brötchen, Brot, Marmelade und Käse freue ich mich zwar zu Hause, aber nicht, wenn ich frühstücken gehe. Was ich will? Kreative, abwechslungsreiche Teller, eine gute Mischung aus süßen und herzhaften Gerichten aus aller Welt und ordentliche Portionen. Der noch recht neue Mary’s Coffee Club in der Amalienpassage kommt dieser Idealvorstellung schon ziemlich nahe. Eine kulinarische Oase mit Gerichten inspiriert von ihren Lieblingsstädten wollte Inhaberin Maren Weiß mit ihrem zweiten Café in München erschaffen. Amerikanische, israelische und australische Einflüsse fanden so den Weg auf die Karte und beglücken all jene, die ihren Morgen (und Mittag – denn Frühstück gibt’s hier den ganzen Tag) etwas internationaler beginnen möchten, mit Banana Bread (4,90 €), Avo Smash (9,50 €), Shakshuka (10,50 €), Tel Aviv Bowl (9,90 €) und Co. Die Kaffeespezialitäten kommen aus lokaler Röstung – von Espresso Macchiato (2,30 €) bis Flat White (3,60 €) ist alles dabei. Wenn das nicht vielversprechend klingt!

Bei unserem Besuch entscheiden meine Begleitung und ich uns direkt für einen Trip rund um die Welt – der australische Avo Smash mit extra Spiegelei und Feta (+ 3 €) schmeckt genauso würzig und frisch wie erhofft und präsentiert sich äußerst schmuck auf dem Teller. Die Tel Aviv Bowl mit Hummus, Zoodles, Spinat, rotem Reis, Mango und Tomatensalsa wird kurzerhand mit einer dicken Kugel Burrata gepimpt (+ 4 €) und lässt ebenso keine Wünsche offen. Allein das Banana Bread, das wir uns teilen, hätte ich mir deutlich bananiger gewünscht und stattdessen gut auf die Mascarpone, die mit Beeren dazu serviert wird, verzichten können. Doch nicht nur die Teller kommen ansprechend daher, auch das in Rosé und Kupfer gehaltene Gesamtkonzept von Mary’s Coffee Club ist absolut stimmig und gelungen. Dazu ein sehr freundlicher Service, entspannte Atmosphäre und sogar ein Hauch von Frühstückscocktails liegt in der Luft (NYC-style Mimosas mit Grapefruit oder Orange). Ja, Mary besuche ich bestimmt noch häufiger! Mary’s Coffee Club // In der Amalienpassage, Türkenstraße 86a, München.

Mary's Coffee Club München

Frühstück in Mary's Coffee Club München

Banana Bread in Mary's Coffee Club München

Mary's Coffee Club München

Kulturfrühstück im Jüdischen Museum: Café Exponat*

Wer das Gewusel der Tourist_innen, die auch sonntags auf dem Marienplatz die Hälse gen Glockenspiel strecken, hinter sich lässt, findet schon nach einigen Metern eine wahre Ruheoase. Im Schatten der Synagoge auf dem St.-Jakobs-Platz warten vor dem Jüdischen Museum einige Tische auf frühstückshungrige Besucher_innen. Kulturfrühstück nennt das Café Exponat sein von Freitag bis Sonntag erhältliches Angebot – denn wer hier den Tag beginnt, darf nicht nur Kulinarisches aus anderen Kulturen probieren, sondern kommt anschließend auch günstiger ins Museum.

Bestellt wird per Ankreuzzettel, die Karte ist überschaubar, und doch brauchen wir ein Weilchen, um uns zu entscheiden. Neben einer Auswahl an hausgemachten Mezze wie Baba Ghanoush, Hummus, Eiersalat oder Thunfischcreme, die zusammen mit einem Brotkorb serviert werden, finden sich darauf Milchreis oder Joghurt mit Früchten sowie Croissants, Franzbrötchen, wechselnde Kuchen und anderes Gebäck, das man am besten auf der Theke des Cafés bewundern kann. Wir lieben die östliche Mittelmeerküche – klar, dass wir uns zunächst einige Dips mit Pita und Baguette (drei Dips inkl. Brotkorb 12 €) zusammenstellen, die in kleinen Schälchen hübsch auf einem Holzbrett serviert werden und gut für zwei Personen ausreichen. Der Hummus ist luftig und etwas gröber als unsere Variante, die orientalische Creme ein süßlicher Senf-Dattel-Aufstrich, das Baba Ghanoush entpuppt sich allerdings als Artischocken- anstatt Auberginendip. Egal, die Aufstriche schmecken alle. Vor allem der in Öl eingelegte Krabbensalat mit Kräutern und Knoblauch begeistert Steffen. Passend dazu trinken wir Café Hafuch (3,40 €), die israelische Variante eines Flat Whites, der wie alle anderen Kaffeespezialitäten aus eigener Röstung stammt. Schön ist, dass eine Karaffe Wasser gleich dazu serviert wird.

Café Exponat im Jüdischen Museum München

Café Hafuch Café Exponat München

Kulturfrühstück Mezze Café Exponat München

Theke Café Exponat München

Das Gebäck in der Auslage sieht zu gut aus, um es nicht zu probieren, also beschließen wir unser Sonntagsfrühstück mit einem Stück Erdbeerkuchen (3,80 €), der wie alle angebotenen Kuchen vom nahegelegenen Victorian House geliefert wird. Allerdings scheint man mit den ersten Kuchenbestellungen erst gegen Nachmittag zu rechnen, denn der Kuchen ist noch arg kalt und wohl gerade erst dem (Tief-)Kühlhaus entkommen. Unbedingt probieren sollte man allerdings das sehr zimtige Franzbrötchen (2,50 €), das wirklich das beste ist, das uns in München bisher untergekommen ist.

Die Inhaber, die ebenso das Schwestercafé im Deutschen Museum betreiben, haben mit dem Café Exponat ein idyllisches kulinarisches Plätzchen mitten in der Münchner Innenstadt geschaffen. Wer also am Wochenende einen ruhigen und gleichzeitig zentralen Ort sucht, um in den Tag zu starten, findet im Café Exponat ein unkompliziertes und leckeres Frühstück mit Kulturbegleitung. Café Exponat // Im Jüdischen Museum München, St.-Jakobs-Platz 16, München. 

Kuchen und Gebäck im Café Exponat München

Synagoge St-Jakobs-Platz München

Burger im Bahnhofsviertel: Burger de Ville im 25hours Hotel*

Die Gegend rund um den Münchner Hauptbahnhof ist nicht unbedingt die erste Wahl, wenn wir essen gehen möchten. Internationale Imbisse für den schnellen Hunger prägen das Bild. Bisher war dort für uns vor allem die Landwehrstraße ein Anlaufpunkt, um Gemüse und Kräuter im türkischen Supermarkt, das beste Fladenbrot der Stadt oder klebrig-triefende Süßigkeiten zu kaufen und nebenbei die Gelegenheit für einen Döner bei Verdi oder das legendäre Cevapcici im Sarajevo Imbiss zu ergreifen. Doch seit der Öffnung des 25hours Hotel München The Royal Bavarian gibt es gleich zwei neue Gründe, den Hauptbahnhof nicht nur zum Umsteigen zu nutzen. Neben dem Neni, das moderne israelische Küche anbietet, beherbergt das Hotel auch einen kleinen Burgerladen, der sich am Seiteneingang versteckt.

Das Burger de Ville ist winzig und eignet sich damit vor allem für einen schnellen Stopp auf dem Weg nach Hause oder um in einen Abend zu starten, bei dem eine solide Grundlage im Magen erforderlich sein könnte. Sieben Burger stehen auf der Karte, um hungrige Gäste zu versorgen – beim Opening dürfen wir drei davon im Miniformat probieren. Der Cheeseburger (7,50 € für die reguläre Größe) ist schön saftig, das Brötchen luftig und das regional bezogene Fleisch hat wirklich Geschmack. Beim Pulled Pork Burger (8,50 €) könnte in Sachen Saftigkeit und Zartheit des Fleisches dagegen noch etwas nachjustiert werden – geschmacklich ist die Kombi mit Bourbon-BBQ-Soße und Chipotle-Mayo allerdings top. Der (leider einzige) Veggie-Burger (7 €) im Angebot ist dick mit gegrilltem Gemüse, Portobellopilz und Halloumi belegt und kommt mit einer köstlichen Tomaten-Aioli daher. Im Gegensatz zu den Burgern fallen die Pommes (3 €) an diesem Abend leider etwas ab. Nicht kross genug, ganz schön mehlig und nur zaghaft gesalzt. Nichtsdestotrotz eine schöne Ergänzung für die Gegend und mehr als nur eine Notlösung, wenn euch vor oder nach einer langen Zugfahrt der Hunger packt. Burger de Ville // Im 25hours Hotel The Royal Bavarian, Bahnhofplatz 1, München.

Burger de Ville 25hours Hotel München

Veggie Burger Burger de Ville 25hours Hotel München

Longdrinks Burger de Ville 25hours Hotel München

Craft Beer im Schlachthofviertel: Frisches Bier

Bereits seit einem halben Jahr geöffnet hat Münchens neueste Craft-Beer-Bar. Wer bisher noch nicht den Weg in die Thalkirchner Straße gefunden hat, sollte das schnellstens nachholen. Beim ersten Besuch ist der kleine Laden im Schlachthofviertel gerappelt voll, denn neben dem normalen Publikum hat sich eine Trachtengruppe die Bar zum Vorglühen ausgesucht. Man merkt schon, dass gerade die älteren Mitglieder der Gruppe die Auswahl der 14 Zapfhähne etwas überfordert, und so bleiben die meisten beim Altbekannten: Helles, Dunkles, Weizen. Denn auch das gibt es hier immer frisch vom Fass, in diesem Fall von Tilmans, denn Frisches Bier ist ein Gemeinschaftsprojekt von Braumeister Tilman Ludwig und Maximilian Heisler, der u. a. die Geyerwally betreibt. Wer mehr Lust auf Experimente hat, kommt hier natürlich auch auf seine Kosten. Die Fässer wechseln regelmäßig und somit auch das auf der großen Tafel angeschriebene Angebot. Wer up to date bleiben will, schaut am besten auf der Facebook-Seite des Lokals vorbei, dort werden neu angeschlossene Fässer kurz vorgestellt.

Als ich an einem heißen Sommerabend zusammen mit Björn von happy plate herkomme, sind wir froh, dass die Auswahl der Jahreszeit angepasst wurde. Ich starte mit „Herr Axolotl“, einer Berliner Weiße mit Himbeeren von AleBrowar und Himburgs BrauKunstKeller – genau das Richtige zum Feierabend. Weiter gehts mit dem zweiten Sud der Tropenfruchtbombe von Tilmans, dem brandneuen Pale Ale. Wer vergessen hat, sich vorher eine Grundlage für die oftmals hochprozentigen Biere zu schaffen, braucht sich keine Sorgen machen. Wie bei der Bierauswahl wird bei der kleinen, aber feinen Speisekarte viel Wert auf Qualität gelegt. Bei unserem Besuch gibt es wunderbar zartes Schweinesteak mit Kartoffelgratin, aber auch eine vegetarische Hauptspeise ist immer im Angebot. Dazu passt das unaufgeregte, knackige Pils von Superfreunde. Zum Abschluss stoßen wir mit zwei IPAs von Jopen und Yankee & Kraut an, und ich freue mich, dass es mit Frisches Bier eine experimentelle Bierkneipe fast in unsere Nachbarschaft geschafft hat. Frisches Bier // Thalkirchner Str. 53, München.

Frisches Bier Kneipe Tilmans Bier München

Lesenswert

Australisches Frühstück in New York

Nach New York fliegen, um australisch frühstücken zu gehen? Gar nicht so ungewöhnlich, meint die New York Times und erklärt, wie es zu der Welle von instagramtauglichen Avocado-Toast-und-Flat-White-Tempeln in der Stadt kam und welche Cafés man dringend besucht haben sollte.

Kampf dem Gedudel

Ein weiterer interessanter Artikel in der New York Times beschäftigt sich mit der Musik, die in Restaurants läuft, und was man tun kann, wenn das Stammlokal einen mit dem oberflächlichen Gedudel in den Wahnsinn treibt. Zumindest dann, wenn man Ryuichi Sakamoto ist.

Und sonst so im August?

Hinweis: Zu den mit Sternchen (*) markierten Veranstaltungen/Restaurantbesuchen wurden wir freundlicherweise eingeladen – wie immer bleibt unsere Meinung davon jedoch unberührt.

Fotocredit: Drink-Foto von Tim Wright via Unsplash.

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2 Kommentare

  • Reply Gerhard

    Das Kulturfrühstück ist super Tipp und da werden wir auch mal hingehen!

    6. September 2018 at 14:20
    • Reply Sabrina

      Ja, man sitzt da echt sehr idyllisch und abseits des Trubels. Bin gespannt, was ihr dazu sagt!

      6. September 2018 at 16:16

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