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Gekocht, Gelesen

Kochend Spanisch lernen: Albóndigas mit Chipotle-Tomaten-Soße

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Albóndigas mit Chipotle-Tomaten-Soße Rezept spanische Hackbällchen

Mein Spanischstudium war eigentlich gar nicht geplant. Erste Versuche, die Sprache zu erlernen, hatten in der 11. Klasse nur kurzfristige Begeisterung ausgelöst, und auch in den Ferien zog es mich zunächst in andere Teile Europas. Dann kam das Geschichtsstudium und die Erkenntnis, dass die Studienordnung eine zweite moderne Fremdsprache vorsah. Französisch hatte ich nie belegt und war an der Uni auch nicht ohne Vorkenntnisse wählbar. Doch Spanisch stand auch blutigen Anfänger_innen wie mir offen und am Ende hatten sowohl Sabrina als auch ich ein ungeplantes Nebenfach gefunden. Es folgten ein paar anstrengende Jahre – gerade in Sachen Grammatik und Aussprache mussten meine Dozent_innen viel Geduld für mich aufbringen. Zum Glück bestand das Studium aber auch aus Landeskunde und da gab es unendlich viel zu entdecken. Der erste große Spanienurlaub führte uns drei Wochen mit dem Rucksack von Barcelona über Zaragoza und Madrid bis nach Alicante, Valencia und Tarragona. In den nächsten Jahren folgten zahlreiche weitere Aufenthalte in Spanien und zwei Auslandssemester in Madrid bzw. Valencia, und damit auch ein tiefer Einblick in die spanische Kultur und Küche. Klar, dass wir dabei von Beginn an so viele Tapas wie möglich probiert (Patatas Bravas! Albóndigas! Tortilla de espinacas!) und uns prompt auch in Pintxos, die baskische Tapas-Variante, verliebt haben.

Da das Studium nun schon eine Weile her ist und wir aktuell nur selten dazu kommen, die Sprache zu sprechen und zu lesen, ist unser Spanisch ein wenig eingerostet. Gut, dass wir mit den Rezeptheften der Sprachzeitung die perfekten Hilfsmittel gefunden haben, um unsere Sprachkenntnisse und gleichzeitig unsere spanischen Kochkünste etwas aufzufrischen! Der Carl Schünemann Verlag hat unsere beiden Lieblingsthemen – Reisen und Kulinarik – miteinander verknüpft und eine Reihe von Sprachheften mit landestypischen Rezepten herausgebracht, die nicht nur in der Küche eine gute Figur machen.

Beim Kochen Sprachen lernen: die Rezepthefte der Sprachzeitung

Fünf Rezepthefte sind bereits erschienen, die Rezepte und Landeskunde miteinander verbinden – darunter nicht nur das spanische „Español sabroso“, sondern auch Ausgaben in Englisch, Französisch und Italienisch. Dafür haben Muttersprachler_innen klassische Rezepte aus den entsprechenden Länderküchen zusammengetragen und liefern zudem Informationen zur Geschichte und Kultur der Gerichte und Länder mit. Die bebilderten Hefte richten sich an alle, die ihre Sprachkenntnisse verbessern möchten oder gerade erst eine neue Fremdsprache erlernen. Das Niveau ist so gehalten, dass nicht nur Leser_innen mit (schon etwas länger zurückliegendem) Sprachstudium gut damit zurechtkommen, sondern auch Anfänger_innen in der Küche nicht verzweifeln müssen. Ich selbst hatte mit der spanischen und englischen Ausgabe gar keine Probleme und war gleichzeitig erstaunt, dass ich sogar ohne große Vorkenntnisse mit den italienischen und französischen Heften etwas anfangen konnte. Das liegt zum einen natürlich an der gleichen Sprachfamilie, aber auch an den Vokabellisten, die jeden Text begleiten, sowie am Kontext. Wer sich ein wenig mit Rezepten auskennt, kann sich zunächst unverständliche Wörter im Zusammenhang oft selbst erschließen.

Rezepthefte der Sprachzeitung Sprachen lernen beim Kochen

Rezepthefte der Sprachzeitung Sprachen lernen beim Kochen

Der Aufbau

Das Konzept der Hefte folgt auf 64 Seiten immer dem gleichen Prinzip. Die Rezepte nehmen den überwiegenden Teil der Sprachlernhefte ein; ihnen voran steht ein einleitender Text, in dem das jeweilige Gericht in die Geschichte und Kultur des Landes eingebunden wird. So erfahre ich im Text zu den „Carcamusas toledanas“, dass Toledo 2016 zur spanischen Gastronomiehauptstadt gewählt wurde und die dortige Restaurantszene traditionelle Gerichte mit moderner internationaler Küche verbindet – das Eintopfgericht „Carcamusa“ ist übrigens die bekannteste Tapa aus Toledo und heißt so viel wie „zerknittertes Fleisch“.

Vor der Zubereitung lohnt es sich, alles gründlich zu lesen, denn die Reihenfolge der Zutaten entspricht leider nicht immer der im Rezepttext. Zu jedem Absatz gehört außerdem eine umfangreiche Vokabelliste, die dank Nummerierung leicht zugeordnet werden kann und nur Sprachanfänger_innen hin und wieder zum Wörterbuch greifen lassen sollte. Ganz am Ende des Heftes fasst eine Liste noch einmal alle kulinarischen Begriffe übersichtlich zusammen.

Gegliedert sind alle Hefte in verschiedene Kapitel, die sich an den Besonderheiten und Spezialitäten der jeweiligen Länder orientieren und neben Rezepten auch kleine Exkurse zu landespezifischen Themen aufgreifen – den Gin-Boom in Spanien, zum Beispiel. So ist das spanische Heft in zwei große Abschnitte geteilt, um sowohl die iberische als auch die lateinamerikanische Küche zu berücksichtigen, während das französische „À Table“ aus Abschnitten zu verschiedenen Regionen des Landes besteht. Beim italienischen und englischen/amerikanischen Heft orientiert sich die Aufteilung dagegen an der Art der Gerichte.

Rezepthefte der Sprachzeitung Sprachen lernen beim Kochen

Die Rezepte

Die Auswahl der Rezepte lässt sich als Einführung in die jeweilige Länderküche verstehen. So findet man in den Rezeptheften vor allem einfache Gerichte und Basics, zum Beispiel für ein Tapas-Menü (mit Patatas Bravas, Tortilla, Pimientos de Padrón und Eintöpfen) oder für ein deftiges amerikanisches Menü (mit Cornbread, Macaroni and Cheese und Peach Cobbler). Wer etwas außergewöhnlichere, innovative Küche erwartet, wird vielleicht enttäuscht sein, vielmehr steht hier das Erlernen der Sprache und das Kennenlernen einer fremden Kultur im Vordergrund.

Rezepthefte der Sprachzeitung Sprachen lernen beim Kochen

Besonders gefreut habe ich mich über das Rezept für „Arroz a la cubana“, das bei mir heftige Erinnerungen an einen Abend auf der Terrasse meines Elternhauses vor 20 Jahren auslöste. Ein ganz ähnliches Rezept habe ich damals für Freunde gekocht und damit war klar, dass dies das erste Gericht aus den Heften werden musste. Dabei handelt es sich um einen Reis, der mit Tomatensoße, Spiegelei und Bananen serviert wird. Ich habe die Kochbananen aufgrund persönlicher Vorlieben durch reguläre Bananen ersetzt, mich ansonsten aber genau an die Vorgaben gehalten. Am Ende hatte ich ein auf den ersten Blick sehr einfaches, aber durch die verschiedenen Geschmäcke und Texturen doch sehr abwechslungsreiches Gericht auf dem Teller.

Ebenso stark mit persönlichen Erinnerungen verbunden ist das Rezept, das ich euch hier ausführlich vorstellen möchte: Albóndigas mit Chipotle-Tomaten-Soße. Bei Albóndigas, der spanischen Version von Hackfleischbällchen in Tomatensoße, muss ich sofort an Sevilla denken. Dort, auf der Alameda de Hércules, gab es die besten Albóndigas der Stadt, in deren Genuss ich bei meinen beiden Forschungsaufenthalten in der andalusischen Metropole gleich mehrmals gekommen bin. Die in „Español sabroso“ vorgestellten „Albóndigas enchipotladas“ stammen von der in Mexiko aufgewachsenen Monica Ehrlich Martínez, die das Gericht durch die Zugabe von Chipotle mexikanisiert. Die geräucherten Chilis ergänzen die Tomatensoße um tolle Raucharomen und (je nach verwendeter Chilimenge) ordentlich Schärfe.

Albóndigas mit Chipotle-Tomaten-Soße Rezept spanische Hackbällchen

Albóndigas mit Chipotle-Tomaten-Soße / Abóndigas enchipotladas (Rezept für 2 Personen als Hauptspeise oder 4 Personen als Tapa)

Zutaten für die Chipotle-Tomaten-Soße

  • 2-3 eingelegte Chipotle-Chilis (online oder in gut sortierten Supermärkten erhältlich)
  • 1 Dose gestückelte Tomaten (400 g)
  • 50 ml Gemüsebrühe
  • 1 Knoblauchzehe
  • 1/4 TL gemahlener Kreuzkümmel
  • 1/2 TL Oregano
  • 1/2 TL Salz
  • Pfeffer

Zutaten für die Hackfleischbällchen

  • 400 g gemischtes Bio-Hackfleisch
  • 1 Knoblauchzehe
  • 1 Bio-Ei
  • 1/4 TL gemahlene Rauchpaprika
  • 1/4 TL gemahlener Kreuzkümmel
  • 1 TL Semmelbrösel
  • Salz, Pfeffer

Weitere Zutaten

  • 2 EL Olivenöl
  • Petersilie, gehackt
  • ggf. etwas Baguette

Zubereitung

  1. Für die Tomatensoße alle Zutaten mit dem Pürierstab oder dem Standmixer fein pürieren. Mit Gewürzen abschmecken und je nach gewünschter Schärfe ggf. noch etwas Soße aus der Chipotle-Dose oder gleich noch etwas Chili hinzufügen.
  2. Das Hackfleisch in eine Schüssel geben, die Knoblauchzehe sehr fein hacken und zusammen mit den restlichen Zutaten mit dem Hackfleisch verkneten. Aus der Masse 12 Bällchen formen.
  3. Das Öl in einer großen Pfanne erhitzen und die Hackfleischbällchen darin kurz von allen Seiten scharf anbraten. Die Chipotle-Tomaten-Soße hinzufügen und alles 5 Minuten kochen lassen, bis die Albóndigas durchgegart sind.
  4. Mit der gehackten Petersilie bestreuen und zusammen mit Baguette servieren.

Albóndigas mit Chipotle-Tomaten-Soße Rezept spanische Hackbällchen

Wir werden jedenfalls auch weiterhin fleißig in Fremdsprachen kochen und hoffentlich unser Spanisch (und Sabrina auch ihr Französisch) wieder etwas auffrischen. ¡Que aproveche! Bon appétit! Enjoy your meal! Buon appetito!

Bestellt werden können die Rezepthefte der Sprachzeitung zum Preis von 8,90 € bzw. 9,90 € direkt über den Verlag.

Werbung: Vielen Dank an die Sprachzeitung, die unsere Liebe zu gutem Essen und Reisen erkannt und diesen Beitrag unterstützt hat. Unsere Meinung bleibt, wie immer, davon unberührt.

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2 Kommentare

  • Reply Margit

    Hola, das klingt köstlich! Ich liebe Tapas! 😀

    14. September 2018 at 13:53
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