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Was bisher geschah: März 2018 – The Flave of Munich, Sushi and Meat im Westend & Frühstück im Heinrich Matters

Narzissen Annie Spratt Unsplash

Eigentlich hätten hier einige Sätze darüber stehen sollen, wie ein anstrengender Monat deutlich ruhiger zu Ende ging, wie wir an den Osterfeiertagen ein tolles Frühstück genossen, die Zapfhähne im Frisches Bier testeten und Wanderungen rund um irgendeinen See unternahmen. Tja, eigentlich. Kurz vor Ende der Grippesaison ist hier jedoch ein besonders fieser Virus eingezogen. Also, keine Ausflüge in der Frühlingssonne, stattdessen lange Tage zwischen Sofa und Bett, Kopfschmerzen from hell und sonstige Wehwehchen. Zum Glück waren wir in den ersten Märzwochen schon recht aktiv und können euch von unseren Neuentdeckungen in der Münchner Gastroszene und von Ausflügen an den Tegernsee und den Münchner Flughafen berichten.

Unterwegs

The Flave of Munich: Kulinarische Weltreise mit Craft-Beer-Begleitung*

Abends zum Flughafen zu fahren, dort im Hotel zu übernachten, um dann morgens ganz entspannt in den frühen Flieger zu steigen – bisher für uns ein eher unnötiger Luxus. Stattdessen sind wir schon oft mitten in der Nacht völlig übermüdet mit Nachtbus und S-Bahn (in der Hoffnung, dass sie nicht ausfällt) stundenlang durch München gekurvt. Dass sich unsere Meinung dazu geändert hat, haben wir u. a. Doreen und Lisa und ihrem „Prosecco-Stadl“ zu verdanken – aber dazu später mehr. Denn eigentlich verbringen wir den Abend im Novotel München Airport, um „The Flave of Munich“ kennenzulernen – das neue Konzept des hoteleigenen Restaurants, das nun ganz auf internationale Aromaküche setzt.

Doch zunächst erwarten uns und andere Blogger_innen auf der Außenterrasse mit Blick auf die Landebahn des Flughafens ein warmer Aperitif und Snacks vom Grill. Das wäre noch eindrucksvoller, wäre es nicht so eisig kalt und so zieht es uns schnell wieder nach drinnen, wo im modernen und offen gehaltenen Restaurant auch schon der erste Gang auf uns wartet: Ceviche mit Apfel-Lauch-Salat (allein der ist schon ein Knaller!) und Grünkohlchips. Während das Essen vom umtriebigen Küchenteam des Novotel zubereitet wird, erklärt uns ein Biersommelier – extra aus Berlin angereist und mit ihm viele Flaschen Bier –, warum das Citrilla IPA von Maisels & Friends zum Wiener Schnitzel mit Kartoffelsalat und das Drunken Sailor von Crew Republic zu Tacos mit Hühnchen, Kimchi, Mango und Koriander passen. Dank der dazugehörigen Bar gibt es im Flave of Munich seit Neuestem auch die komplette Craft-Bier-Range von Crew Republic zu trinken – eine Entwicklung, die wir als große Bierfans natürlich sehr begrüßen.

The Flave of Munich Restaurant Novotel München Airport

Restaurant Novotel München Airport

The Flave of Munich Biersommelier Novotel München Airport

BRLO Redlight Ale The Flave of Munich München Novotel

Pulled Beef Brisket US Prime Rib Eye The Flave of Munich Novotel München Airport

Nach den letzten beiden Gängen – Pulled Beef Brisket und US Prime Rib Eye mit Süßkartoffelpommes und abschließender Cake-Pop- und Freak-Shake-Bar – sowie einigen Flaschen köstlichstem Bier sind wir froh, dass wir die Nacht im Novotel verbringen dürfen und unser Bett nur eine kurze Aufzugfahrt entfernt ist. Auch das Zimmer hält noch eine kleine Überraschung für uns bereit, denn wir übernachten in einem der drei MyRooms des Hotels. Diese werden von Mitarbeiter_innen designt und trotz kleinem Budget mit einer ganz persönlichen Note versehen. Unser „Prosecco-Stadl“ soll „bayrisches Lebensgefühl mit Prosecco-Leichtigkeit“ vereinen, was in der Tat ganz gut geklappt hat. Wir schlafen in einem angedeuteten Himmelbett, blicken auf eine Fototapete mit Alpenidyll und freuen uns über die vielen kleinen Designspielereien, die dem Zimmer einen ganz individuellen Charme verleihen. Doch was wäre ein Prosecco-Stadl ohne Prosecco? Den im Zimmer enthaltenen Nachttrunk teilen wir uns vor dem Schlafengehen mit Jasmin und Sabine (keine Ahnung, wieso die plötzlich in unserem Bett liegen …) und fallen kurz darauf satt und ordentlich angeduselt in die Kiste.

Wer nun selbst auf kulinarische Weltreise im Flave of Munich gehen oder im Prosecco-Stadl übernachten möchte: Novotel München Airport // Nordallee 29, München. 

Prosecco-Stadl MyRoom Novotel München Airport

10 Jahre Genießerland Tegernsee*

Deutlich früher als sonst im Jahr begeben wir uns Mitte März auf einen Ausflug an den Tegernsee. Obwohl um diese Jahreszeit noch keine Aussicht auf einen sonnigen Absacker am Wasser oder gar einen Ausflug mit dem Treetboot besteht, setzen wir uns zusammen mit Ines in die BOB und lassen uns bis zur Endstation fahren. Kaum 10 Minuten später steigt uns der Geruch von Malz in die Nase und schon stehen wir in der wohlig-warmen Gaststube des Bräustüberls.

Denn das Bier ist einer der Gründe für unseren Ausflug. Zumindest das Tegernseer Hell sollte allen Biertrinker_innen schon mal in Flaschenform über den Weg gelaufen sein, aber es gibt noch mehr zu entdecken. Gleich vier Sorten bekommen wir vorgesetzt – zum Glück nicht, wie in Bayern ja gerne üblich, in Maßkrügen, sondern als Tegernseer Quartett in Probiergröße. Neben dem bekannten Hellen gefällt uns besonders das Dunkle, die leichte Variante mit nur 2,8 % ist dagegen eher etwas für den Sommer und das Tegernseer Spezial als Export einfach nicht unser Bierstil. Das ganze Tasting ist Teil eines Programms, mit dem das Genießerland Tegernsee sein zehnjähriges Bestehen feiert. Die 17 hier zusammengeschlossenen Betriebe bieten 2018 im Rahmen der Feier jeden Monat neue kulinarische Highlights an. Vom Weißwursteln über eine Führung durch die Naturkäserei bis hin zu Gin’n’Grill reicht das Angebot, für das es sich lohnen sollte, den Weg Richtung Tegernsee auf sich zu nehmen.

Tegernsee Sonnenuntergang

Tegernsee Bräustüberl

Tegernsee Bräustüberl Tegernseer Hell

Entdeckt

Nicht nur Sushi and Meat im Westend: S.A.M

Die Münchner_innen sind ja oft sehr stolz auf ihre Stadt, doch insgeheim scheint man sich auch zu wünschen, ein wenig mehr Berlin zu sein. Anders ist es kaum zu erklären, warum das S.A.M im Westend innerhalb weniger Tage zu Münchens neuem In-Restaurant avanciert ist. Doch eine Location in einem ehemaligen Dönerladen, deren Name mit Tape an die Scheibe geklebt wurde, mit scheinbar nur notdürftig abgebundenen Kabelsträngen, einer Wanddeko aus Zeitungspapier und aus Brettern sowie Getränkekästen zusammengezimmerten Gemeinschaftstischen findet man an der Isar halt nicht überall. Was eigentlich nur auf mangelnde Umbaugenehmigungen zurückzuführen war, scheint die Leute jedenfalls anzusprechen. Uns auch, also machen wir uns an einem Freitag schon um 18 Uhr auf den Weg ins Westend, wohl wissend, dass die hungrigen Münchner Horden den Laden früh fluten würden.

Die Karte bietet eine ganze Reihe japanischer und panasiatischer Vorspeisen. Für den großen Hunger kann man zwischen Rice Bowls, Sushi und Ramen wählen. Für Letztere liegen auf den Tischen Zettel bereit, auf denen man Nudeln, Brühe und Einlage seiner Wahl ankreuzen kann. Klingt nach einer guten Idee und wir stellen uns eine eigene Suppe zusammen. Vorab teilen wir uns eine Portion Yaki Gyoza (5,50 €) – angebratene japanische Teigtaschen mit vegetarischer Füllung –, die viel zu schnell aufgefuttert sind. Kurz darauf stehen auch die Suppen vor uns, deren Einlagen (v. a. die Udon und Ramen) geschmacklich zwar gut sind, die Brühen jedoch sowohl in der vegetarischen als auch fleischigen Variante mit Schweinsbratenstreifen (jeweils 12,50 €) deutlich kräftiger sein könnten. Platz für einen Nachtisch haben wir diesmal nicht, der Absacker muss wegen der noch fehlenden Alkohollizenz auch ausfallen. Aber kein Problem, dann ziehen wir eben weiter und überlassen unsere Plätze den nächsten Gästen, die schon warten. Wir freuen uns jedenfalls, dass es immer mehr Gründe gibt, ins Münchner Westend zu pilgern! S.A.M – Sushi and Meat // Ligsalzstr. 30, München.

S.A.M Sushi and Meat Westend München

S.A.M Sushi and Meat Westend München

S.A.M Sushi and Meat Westend München

Frühstücken in Maxvorstadt: Heinrich Matters

Mit den meisten Münchner Frühstückslocations stehen wir ein bisschen auf Kriegsfuß – Café und Publikum zu snobby, zu langweilig die Frühstückskarte. Mit entsprechend großer Neugier verfolgen wir die Eröffnung neuer Cafés, deren Frühstückskarten mehr als Käseteller, Spiegelei und Brotkorb vorweisen können. Am Rande der Maxvorstadt, hinter der TU, versteckt sich seit Kurzem das Heinrichs Matters und wartet mit einer spannenden Karte für alle auf, die schon vor dem Mittag ordentlich Hunger haben. Selbst für elf Personen findet sich problemlos und recht bequem genügend Platz an einem Tisch. Überhaupt ist der Gastraum deutlich größer als erwartet, die Chancen stehen also gut, hier auch mal spontan einen Platz zu bekommen. Die Einrichtung ist hell und modern, doch für einen kurzen Augenblick vermitteln die Schulstühle und kahlen weißen Wände das Gefühl, man müsse sich sein Frühstück erst mit einer bestandenen Klassenarbeit verdienen.

Die Frühstückskarte bietet zum einen ganz klassische Komponenten wie Brötchen, Croissants, Marmelade, Käse und Co. – zum Zusammenstellen oder als fertige Kombination. Doch viel spannender geht es auf der restlichen Karte weiter, die eine recht umfangreiche Auswahl an kalten und warmen Frühstücksoptionen offenbart: von gehypten Iced Smootie Bowls, süßen und herzhaften Waffeln, Pancakes, zahlreichen Eiervarianten – denn auch „Egg Matters“! – bis zum (natürlich) Avocadobrot, das gleich in dreierlei Ausführung erhältlich ist. Erfreulicherweise wird auf Nachhaltigkeit Wert gelegt, das Fleisch kommt vom lokalen Bio-Metzger, Kaffee, Gemüse und Co. ebenfalls aus der Region. Los geht’s bei uns mit einem Avocadobrot mit Zitronenöl und pochiertem Ei (9,90 €) sowie einem Omelett mit Chorizo und Spinat (7,20 €) – genau das Richtige für den Morgen nach der Zeitumstellung, da verzeiht man auch, wenn das Omelett ein klein wenig zu trocken ist. In der zweiten Runde drängen sich uns die gefüllten Peanut Butter Pancakes mit Blaubeerkompott und Ahornsirup (9,90 €) förmlich auf, die wirklich lecker, aber längst nicht so fluffig sind, wie wir es von zu Hause gewohnt sind. Dennoch: Die Karte hält noch Einiges bereit, das wir gerne beim nächsten Besuch probieren möchten – Zimtschnecken und Maracuja-Porridge zum Beispiel. Heinrich Matters // Luisenstraße 47, München.

Heinrich Matters Maxvorstadt

Heinrich Matters Maxvorstadt Frühstück Avocadobrot Peanut Butter Pancakes

Hörenswert

Kulinarisches auf den Ohren

Podcasts sind aktuell das große Ding und schon mehren sich die genervten Stimmen derer, die das Phänomen nicht verstehen (wollen). Wer wie wir trotzdem gerne guten Gesprächen und Geschichten lauscht, dem können wir diesmal zwei Episoden ans Herz legen, die sich mit dem Thema Essen in unterschiedlichster Form auseinandersetzen. Der langjährige Netzaktivist und Blogger Caspar C. Mierau hat für Leitmotiv 035 die Food-Fotografin Claudia Gödke interviewt. Sie sprechen über ihren professionellen Werdegang, ihre Zeit als illegale Kuchenbäckerin in Berlin, Instagram-Feeds und vieles mehr.

Ebenfalls schon länger dabei sind die beiden Historiker Daniel und Richard von zeitsprung.fm, die in ihrem Podcast „Geschichten aus der Geschichte“ erzählen. In Folge 124 geht es um die Entstehung des Chinese-Restaurant-Syndroms bzw. die Geschichte von Glutamat.

Fotocredit: Narzissen von Annie Spratt via Unsplash.

Werbung/Einladung: Zu den mit Sternchen (*) markierten Veranstaltungen wurden wir eingeladen. Unsere Meinung bleibt davon jedoch unberührt.

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2 Kommentare

  • Reply Jasmin

    Mir ist so, als wären wir in dieses Zimmer und das Bett eingeladen worden… irgendwas war da 😀 Im Zweifel hat Sabine mir aufgetragen, mich dort einzufinden! Es war in jedem Fall ein schöner und lustiger Abend!

    Liebe Grüße
    Jasmin

    12. April 2018 at 15:26
    • Reply Sabrina

      Haha, na wenn das so war … 😉 War defintiv ein sehr schöner Abend! 🙂

      16. April 2018 at 13:02

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