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Mallorca Food & Travel Guide #1: Sóller & Port de Sóller – Orangen, wohin das Auge blickt

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„Hm ja, da soll’s ja auch ganz schöne Ecken geben …“ So in etwa lauten sämtliche Reaktionen, als wir von unserem bevorstehenden Urlaub auf Mallorca erzählen. Das Image der Partyinsel haftet Mallorca noch immer an. Fast schon rechtfertigend ergänzen wir: „… aber wir wohnen in den Bergen, fernab von Ballermann und Eimersaufen.“ Natürlich treffen wir im Flieger nach Palma auf singende Fußballclubs, Klischeetouris mit Sandalen und weißen Socken und Junggesellenabschiede im Einheitslook, die uns kurz zweifeln lassen, ob das mit „Malle“ und uns wirklich so eine gute Idee war. Doch spätestens als wir die ersten Orangenbäume am Rande der Tramuntana passieren und uns Sóller mit freiem Blick auf das im Tal liegende Städtchen begrüßt, wird klar, dass das ein guter Urlaub werden könnte.

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Nicht ganz leicht fiel uns die Wahl des Ausgangspunkts unserer einwöchigen Reise. Der Nordwesten mit seinen steilen Küsten, grünen Hügeln, hübschen Bergdörfern, Orangenplantagen und kurvigen Serpentinen oder der Süden mit seinen traumhaften Stränden, felsigen Buchten, türkisblauem Wasser, Salinen und Flamingos? Letztendlich sind wir sehr glücklich, uns für Sóller und die Berge entschieden zu haben. Zum einen zeigt sich der Nordwesten deutlich weniger touristisch als der Süden (okay, man ist trotzdem auf Mallorca, d.h. Touristen gibt es ohnehin überall, aber immerhin keine Bettenburgen, Reisebuskolonnen oder typische Touriorte, in denen sich Discos, Souveniershops und Fotomenükarten aneinanderreihen), zum anderen ist dieser Teil der Insel einfach so herrlich grün und reich an Flora und Fauna, dass wir in Kauf nehmen, für die schöneren Strände im Süden eben mal eine Stunde mit dem Auto zu fahren. Falls ihr bislang Berührungsängste bezüglich Mallorca hattet, können wir euch beruhigen, denn Ballermann und Partytourismus kann man wirklich gut aus dem Weg gehen! Stattdessen präsentiert sich uns die Baleareninsel von ihrer allerschönsten und entspanntesten Seite, sodass wir gedanklich schon weitere Urlaube dort planen (und uns abends am Pool ausmalen, wie schön es wäre, hier eine kleine Finca zu besitzen …).

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Sóller

Fährt man von Palma nach Sóller, wird man zunächst vor eine Entscheidung gestellt: Serpentinenreicher Gebirgspass mit toller Aussicht oder schnelle, mautpflichtige Strecke durch einen langen Tunnel? Noch bevor jemand das Wort „Serpentine“ aussprechen kann, zücke ich den 5-Euro-Schein, denn kurvige Straßen in schwindelerregenden Höhen sind so gar nicht meine Freunde. Ich ahne, dass ich ihnen in dieser Woche nicht gänzlich aus dem Weg gehen kann, doch der Urlaub soll nicht gleich ganz so nervenaufreibend beginnen. Gerade einmal 40 Minuten nach unserer Landung in Palma kommen wir an. Eng sind sie, die schmalen Gassen, die uns durch die Stadt zu unserer Unterkunft führen. Gut, dass wir uns für einen kleinen Mietwagen entschieden haben!

Wir laden kurz das Gepäck ab und dann zieht es uns schon wieder raus – in die Sonne, in die Altstadt, auf die Plaça de la Consitució, den zentralen Platz der Stadt, auf dem sich alles in den Straßencafés abzuspielen scheint. Über dem Platz thront die hübsche Kirche Sant Bartomeu, die schon aus weiter Ferne hervorragt und Sóller erkennen lässt. Direkt davor führen auch die Gleise der alten Tram entlang, einem ehemaligen Orangenexpress, der Sóller noch immer mit dem Küstenstädtchen Port de Sóller verbindet und oberhalb des Platzes an der Bahnstation abfährt. Orangen haben Sóller reich gemacht – das merkt man auch heute noch. Das Tal ist grün und platzt fast vor Fruchtbarkeit – von allen Seiten umringen Zitrusbäume die Gärten und Plantagen der Stadt, hier und da ergänzt durch einen Feigen- oder Avocadobaum. Wir müssen uns bremsen, um nicht von jedem Baum etwas abzuzupfen.

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Das Orangenthema begleitet uns durch die ganze Stadt – nicht nur jedes noch so kleine Geschäft bietet frische Orangen an (was uns jeden Morgen mit einem frisch gepressten Orangensaft starten lässt), wir sind auch noch ausgerechnet während der „Fira de la Taronja“ in Sóller, einem Orangenfest, das jedes Jahr Mitte bis Ende Juni stattfindet und zahlreiche Restaurants besondere Orangenmenüs anbieten lässt (darunter leider keine vegetarischen, aber wer Fisch, Meeresfrüchte und Fleisch isst, kann dabei tolle Kreationen entdecken).

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Port de Sóller

Natürlich wollen wir im alten Orangenexpress ins benachbarte Port de Sóller rattern! Fünf Kilometer rumpeln wir vorbei an Orangenplantagen und Olivenhainen, bis wir die langgestreckte Bucht von Port de Sóller erblicken. Die kleine Schwester von Sollér ist aufgrund der malerischen Lage am Meer und als Endpunkt der mit den historischen Bahnen aus Palma anreisenden Tagestouristen zwar deutlich belebter, aber trotzdem einen Ausflug wert. Das Städtchen ist von Sollér nicht nur mit der historischen Tram, sondern auch mit dem Bus gut zu erreichen und stellt sich als recht überschaubar heraus. Viele Geschäfte, Cafés und Restaurants drängeln sich im Halbkreis um die geschützte Bucht, in der sich heute Yachten, Fische und Badegäste das Wasser teilen. Zwar findet man hier vielleicht nicht den Topstrand der Insel, aber die Wasseroberfläche glitzert dennoch einladend türkis und wir ärgern uns, das Badezeug nicht eingepackt zu haben. Stattdessen bietet sich Port de Sóller aber als Ausgangspunkt für unterschiedlich lange Spaziergänge zu verschiedenen Aussichtspunkten an, von denen aus die raue Schönheit der Westküste bewundert werden kann.

Sóller & Port de Sóller kulinarisch

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{Bar El Tren}

Eigentlich haben wir keinen Grund, frühstücken zu gehen. In unserer Unterkunft gibt es eine große Küche, in der sich frische Orangen stapeln, der Kühlschrank ist voll mit Käse und Oliven und wir haben eine schöne Terrasse, auf der es sich herrlich in der Sonne frühstücken lässt. Doch wir sind früh auf den Beinen, wollen mit dem Zug nach Palma und sind … zu früh. So früh, dass wir es noch schaffen, im Café vor dem Bahnhof ein kleines Frühstück zu bestellen mit mallorquinischem Mandelkuchen, einem frisch gepressten Orangensaft und einem Café con leche. Das alles für 3,90€ – da kann man nicht meckern, denn schmecken tut es auch noch! Bar El Tren // 4 Plaça d’Espanya, Sóller.

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{Pastisseria Vidal}

Direkt nebenan lacht uns an einem anderen Tag die Auslage der Pastisseria Vidal so sehr an, dass wir beschließen, unsere Tramfahrt nach Port de Sóller (direkt vor der Bäckerei befindet sich die Haltestelle) mit Gebäck zu versüßen – so eine Zugfahrt macht schließlich hungrig (auch wenn sie nur 15 Minuten dauert)! Ganz einfach ist es nicht, Zimt-Vanille-Ensaimada, Kokosbollen und Spinat-Blätterteigtasche elegant im Zug zu essen, gerade wenn man sie sich zu viert teilt, aber lecker sind sie allemal! Pastisseria Vidal // 4 Plaça d’Espanya, Sóller.

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{Pasteleria La Lareña}

Fast verlassen wir Mallorca, ohne die ursprüngliche Version der Ensaimadas gegessen zu haben, ganz ohne Vanillecreme, Zimt oder Aprikosen. Das Internet sagt, dass es in der Pasteleria La Lareña besonders gute Ensaimadas geben soll, manche behaupten sogar, es seien die besten der Insel. Und es stimmt, sie sind wirklich gut! Ganz leicht und fluffig und in genau der richtigen Größe, um uns über das Nachmittagstief hinwegzuhelfen. Auch das andere Gebäck in der Auslage der kleinen Bäckerei sieht fantastisch aus, aber das probieren wir lieber ein andermal. Pasteleria La Lareña // Plaça de la Constitució, 5, Sóller.

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{Carrer de sa Lluna}

Eine der Seitenstraßen, die von der Plaça de la Consitució abgeht, beheimatet ein kleines mallorquinisches Kulinarikparadies. In der Carrer de sa Lluna wechseln sich Feinkostläden mit Keramik- und Schuhgeschäften ab und bieten die Spezialitäten der Insel an. Selbst eine kleine Stadt wie Sóller hat einen eigenen Gin (Cabraboc), eigentlich nur logisch, denkt man an die Ginverrücktheit der Spanier_innen. Von der Vielzahl der mallorquinischen Ginsorten (wie Fever Island, Gin Eva oder Dos Perellons) ganz zu schweigen. Wir decken uns außerdem mit verschiedenen Craft-Bieren der ortsansässigen Brauerei Sullerica ein, von denen bei der Verköstigung am Pool das Porter Fosca mit Kakao und Orangenblüten sowie die Sonderedition Valenta, ein Session-IPA mit Rosenblüten, besonders gut abschneiden. Feinkostläden // Carrer de sa Lluna, Sóller.

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{Mercat de Sóller}

Ich kenne kein noch so kleines spanisches Städtchen, das keine lokale Markthalle besitzt. Natürlich findet man auch eine in Sóllers Innenstadt – sie ist nicht groß und unter der Woche sind auch nur eine Handvoll Stände geöffnet, doch Gemüse und Obst sind hier unschlagbar günstig und wir finden unsere heiß geliebten Pimientos de Padrón, die gleich am Abend mit etwas Olivenöl und Meersalz in der Pfanne landen. Am Samstag lebt der Markt aber richtig auf, denn dann belagert eine Vielzahl an Händlern die Halle und den Platz davor. Mercat de Sóller // Plaça de Mercat, Sóller.

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{Fet a Sóller}

Ein Laden, an dem man in Sóller einfach nicht vorbeikommt, ist der kleine Feinkostmarkt Fet a Sóller – hergestellt in Sóller, der Name ist Programm. Dahinter verbirgt sich eine lokale Initiative, die auf Ökologie setzt und feinste Qualitätsprodukte, hergestellt aus dem Besten, was die Natur der Insel zu bieten hat, vertreibt. Auch hier dominieren Orangen in allen Varianten: als Marmelade, Essig, Chutney, Honig, Sirup etc. Besonders interessant für Besucher_innen der Stadt ist die Möglichkeit, sich ein Stück Urlaub in Form einer 10-Kilo-Bio-Orangenkiste nach Hause schicken zu lassen. Ab 30 € liefert der Shop kostenfrei nach Deutschland und wir sind ganz glücklich, dass wir die vielen Flaschen Essig, Olivengläser und Orangen nicht im Koffer nach München schleppen müssen. Fet a Sóller //

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{Sa Fabrica de Gelats}

Direkt nebenan befindet sich eine Eisdiele, die ebenfalls zu Fet a Sóller gehört und Mallorquiner_innen und Tourist_innen gleichermaßen mit hausgemachtem Eis verwöhnt. Vermutlich gibt es kaum eine andere Eisdiele, die derart viele Orangeneissorten im Sortiment hat. Natürlich gibt es auch andere Geschmacksrichtungen, aber wir sind vom Orangenwahn gepackt und bestellen jeweils eine große Kugel Orange, Orange-Minze und Orangensorbet. Lecker und bei den hohen Temperaturen herrlich erfrischend! Sa Fabrica de Gelats //

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{Cooperativa Agrícola San Bartolomé}

Nicht nur die Orangenbäume prägen die Landschaft der Region, sondern auch die vielen Olivenhaine. Die Kooperative Agrícola San Bartolomé verarbeitet die Oliven vor Ort und stellt daraus verschiedene Öle, Pasten und Eingelegtes her – nachhaltig produziert und in Bio-Qualität -, die man direkt im Hofladen kaufen kann. Nach einer Verköstigung der verschiedenen Olivenöle, finden wir schnell unsere beiden Favoriten und sichern uns gleich mehrere Liter. Hier treffen wir außerdem auf viele Produkte, die wir bereits aus Fet a Sóller kennen, denn man arbeitet Hand in Hand. Sehr praktisch, denn so können wir unsere Lieferung Orangen durch diverse Öle ergänzen. Cooperativa Agrícola San Bartolomé //

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{Ecovinyassa Sóller}

Wer noch etwas genauer wissen will, was die Natur der Region hervorbringt und sich auf einen botanischen Entdeckungspfad begeben möchte, sollte unbedingt der Ecovinyassa einen Besuch abstatten. Die 18.000 m² große Zitrusplantage, umringt von einer beeindruckenden Gebirgslandschaft, kann gegen Voranmeldung und 10€ Eintritt besucht werden. Es erwarten die Besucher_innen ein wunderschön angelegter Rundweg über den Bio-Hof mit über 4o Infotafeln, die einem die Geschichte der Orangen in Sóller sowie die Besonderheiten der verschiedenen Sorten näherbringen (den botanischen Garten der Stadt kann man dagegen vergessen). Hin und wieder entdecken wir auch Granatapfelsträucher und Feigenbäume. Ich glaube, es ist das erste Mal, dass ich frische Feigen direkt vom Baum esse. So gut haben sie wirklich noch nie geschmeckt. Zwischen uns laufen Hühner, Pfauen und Katzen, und als die Sonne zu sehr brennt, setzen wir uns in den Schatten und schälen Orangen, denn für Besucher_innen steht extra ein großer Korb frischer Früchte bereit, an denen man sich satt essen kann. Doch etwas Platz sollte man lassen, denn ebenfalls im Eintrittspreis enthalten sind zum Abschluss ein Snack mit frischem Orangensaft, selbst gemachter Zitronenlimonade und belegten Broten mit Tomaten, Oliven und Paprika. Am Ende unseres Besuchs bekommen wir noch kiloweise Orangen und Zitronen in die Hände gedrückt. Die nächsten Frühstückssäfte sind also gesichert! Ecovinyassa // Carretera Fornalutx, Camí de Sa Vinyassa, Sóller.

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{Ca’n Ribes}

In erhöhter zweiter Reihe zum Hafen und somit etwas entfernt von den geballten Tourimassen, versteckt sich das kleine familiengeführte Restaurant Ca’n Ribes. Innen ist es hübsch und modern eingerichtet, doch das Wetter ist zu bombig, um nicht draußen zu essen. Von dort aus kann man außerdem den schönen Blick über den Hafen und die gesamte Bucht von Port de Sóller viel besser genießen. Der wassernahen Lage entsprechend, bietet die Karte viele Fischgerichte sowie ein dreigängiges Mittagsmenü für 15,90€. Doch wir haben Lust auf Paella und teilen uns eine vegetarische Pfanne (14,90€ pro Person), die absolut überzeugen kann. C’an Ribes // Carrer Santa Caterina de Alexandria, 22, Port de Sóller.

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{Ca’n Pintxo}

Pintxos und Gin Tonics? Es kann kein Zufall sein, dass wir dem Ca’n Pintxo gleich am ersten Abend förmlich in die Arme laufen. Seit unserer Reise nach San Sebastián mögen wir die ausgefallenen baskischen Pintxos fast noch lieber, als die üblichen spanischen Tapas. Ab 19 Uhr stapeln sich hier warme und kalte Pintxos auf der Fensterbank, darunter auch mehrere vegetarische (zwischen 2 und 5€). Darüber hinaus bietet die zweistöckige Bar, die von einer Gruppe junger Mallorquiner betrieben wird, eine große Auswahl an etwas aufwendigeren Tapas, die von der Karte oder dem wechselnden Tagesmenü bestellt werden können (zwischen 2 und 8€). Alles schmeckt köstlich! Die Küche ist kreativ, die Speisen hübsch und ungewöhnlich angerichtet (z.B. Gambón Pirata – eine Riesengarnele in Kataifiteig mit Sesam, Wasabischaum und einer Spritze mit Kaffirlimettenöl) und die Liste der Gin Tonics ist so lang, dass es dafür eine eigene Karte gibt. Kein Wunder, dass wir gleich zweimal zum Essen kommen. Ca’n Pintxo // Carrer de la Rectoria, 1, Sóller.

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Und sonst so?

Sóller ist ein idealer Ausgangspunkt für kurze und längere Wanderungen in die Serra de Tramuntana. An einem nicht ganz so heißen Tag machen wir uns auf, jene Gipfel zu erklimmen (zumindest die kleinen), die uns jeden Morgen aus der Ferne begrüßen. Wir starten am Sportplatz von Sóller, von wo aus es über die Straßen Cami de Ses Moncades und Cami del Ermitaño weitergeht, bis das erste Schild den Weg bergauf in Richtung Fornalutx weist. Von da ab geht es über steinige, aber gut begehbare Wege bis zu dem malerischen Bergdorf (ausgezeichnet als das schönste Dorf Spaniens), das schon ein gutes Stück über dem Tal liegt. Auf dem Weg passieren wir knorrige Olivenhaine, riechen die allgegenwärtigen Orangenblüten und bekommen das ein oder andere Tier zu Gesicht. Der steilste Teil der Weges liegt nun vor uns. Von Fornalutx aus kraxeln wir etwa eineinhalb Stunden den Berg hinauf, bis wir schließlich den Mirador de ses Barques erreichen. Dort erwartet uns ein wunderschöner Ausblick auf Port de Sóller und – wie könnte es anders sein? – ein Glas frisch gepresster Orangensaft. Der Weg bergab ist zwar steinig und steil, aber ebenfalls gut angelegt und mit Treckingschuhen gut zu bewältigen. Dank unserer Apothekerin wird zwischendurch auch noch der Sonnenbrand vom Vortag mit echter Aloe vera vom Wegesrand bekämpft, während Sóller immer näher rückt. Ein letzter Stopp lohnt sich bei Sa Capelleta, wo ein kleines Kloster die merkwürdigste Kapelle beherbergt, die wir bisher sehen durften. Der verwunschene Garten mit der bizarren Nachbildung der Grotte von Lourdes ist auch dann einen Abstecher von Sóller aus wert (45 Minuten für beide Wege), wenn man keine Lust auf die große Runde hat. Nach dem Tag wissen wir auch wieder, dass das Haus mit Pool die richtige Entscheidung war!

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Unterkunft in Sóller

Da wir den Urlaub zu viert verbringen, ist es uns wichtig, etwas mehr Platz zu haben. Also landen wir mal wieder bei Airbnb und finden eine Unterkunft, die fast nicht idealer hätte sein können: ein zweistöckiges Häuschen, superzentral und dennoch sehr ruhig und – ganz wichtig – mit einem Pool nur für uns alleine. Gerade der Gartenbereich mit gemütlicher Terrasse, Pool, Outdoor-Bett und -Küche hat es uns angetan und wird im Laufe der Woche intensiv genutzt.

Wir hoffen, der erste Teil unserer kleinen Mallorca-Reihe hat euch gefallen. Hier geht es zum zweiten Teil: Mallorca Food & Travel Guide #2: Fornalutx, Deià, Valldemossa, Lluc – die schönsten Bergdörfer.

Wart ihr denn selbst schon mal auf Mallorca? Wo hat es euch denn am besten gefallen? (Wir sammeln gerne Tipps fürs nächste Mal.)

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16 Kommentare

  • Reply Martina

    Deine Fotos sind sooooo schön! Ich habe „Heimweh“! Wir nehmen immer Orangenmarmelade mit, aus Orangen aus Soller. Die ist so lecker!
    LG
    Martina

    16. September 2016 at 21:12
    • Reply Sabrina

      Oh, danke! Ja, um Orangen kommt man in Sóller einfach nicht herum. Sie schmecken dort aber auch besonders gut!

      19. September 2016 at 10:31
  • Reply network-marketing

    Mit deinen Fotos hast du mich jetzt in ein richtiges Urlaubsfeeling versetzt… es muss ja wirklich wunderschön dort sein! Danke fürs Teilen und auch die hilfreichen Infos die ich dabei mitgenommen habe.

    17. September 2016 at 15:23
    • Reply Sabrina

      Gerne! Und ja, die Ecke ist traumhaft schön – ich vermute, dass wir nicht zum letzten Mal dort waren.

      19. September 2016 at 10:31
  • Reply Christina

    Also: Wir waren ja vor fünf Jahren das erste Mal auf Mallorca – und zwar in Port de Sollér – und haben uns total verknallt in die Ecke da oben. Wir haben auch mal einen Ausflug nach Sollér gemacht, aber ansonsten noch nicht viel von der Insel gesehen. Ehrlich gesagt war das aber so ein Glückstreffer, dass wir glauben, dort nirgendwo anders mehr hinzumüssen. Eventuell fahren wir nächstes Jahr wieder, eine kleine Woche in den Bergen, das kann ja nicht schaden… Danke für die schönen Fotos!

    Liebe Grüße,
    Christina

    18. September 2016 at 14:21
    • Reply Sabrina

      Das kann ich nur zu gut verstehen, die Region ist ja wirklich superschön – vor allem auch die umliegenden Bergdörfer Valldemossa, Deià und Fornalutx (Blogpost folgt demnächst). 😉 Wir waren letztendlich auch sehr glücklich, uns für den Nordwesten entschieden zu haben. Dennoch lohnt es sich, auch mal in den Süden zu fahren – die Buchten und Strände waren der absolute Knaller! Wir überlegen auch schon, wann wir das nächste Mal hinfliegen. 🙂

      19. September 2016 at 10:34
  • Reply Ela

    Wunderschön! Zwar bin ich manchmal etwas entsetzt über die Touristenmassen die Mallorca bereisen, auch wegen der Wasserknappheit (da müsste die Regierung definitiv mal einen Riegel vorschieben), aber ich kann es beim Anblick dieser Fotos echt verstehen.. Eure Unterkunft scheint ja ein Traum gewesen zu sein und kulinarisch lohnt es sich scheinbar auch 🙂 Danke für die Urlaubstimmung im grauen Münchner Regenwetter!

    LG
    Ela

    19. September 2016 at 10:44
    • Reply Sabrina

      Gerne! 😉 Beim aktuellen Wetter möchte man wirklich nur noch weg in den Süden. Wir haben auch etwas gehadert aufgrund der Tourimassen, aber vor Ort verläuft es sich zum Glück ganz gut. Gerade im Norden ist es deutlich entspannter, als im Süden und in den typischen Ferienorten. Wir würden sofort noch einmal hin, denn die Insel ist wirklich wunderschön!

      20. September 2016 at 7:46
  • Reply Sarah

    Hach ja, Mallorca ist wirklich ein schönes Fleckchen Erde. Bei deinem Beitrag bekommt man doch glatt Fernweh 🙂 Vielen Dank für den schönen Einblick.

    Ich wünsche dir noch einen schönen Abend und sende beste Grüße,
    Sarah

    21. September 2016 at 20:48
    • Reply Sabrina

      An Fernweh sind wir gerne schuld. 😉 Und danke – schön, dass dir unser Bericht gefällt!

      23. September 2016 at 20:47
  • Reply Julia

    Das klingt so wunderbar, ich will jetzt bitte sofort nach Mallorca! Allerdings würde ich die Buchung der Unterkunft Euch überlassen, ihr seid echte Airbnb-Profis 🙂 Ich hoffe, Eure Erholung hält lange an!
    Liebe Grüße!
    Julia

    23. September 2016 at 19:36
    • Reply Sabrina

      Ach, weißt du was? Ich komme mit! Denn wie so oft, ist die Erholung schon verflogen. Immerhin bleiben die schönen Eindrücke und die Gewissheit, dass Mallorca quasi um die Ecke liegt. 🙂

      23. September 2016 at 20:50
  • Reply Manuela

    Genialer Artikel! Ich war bis eben noch am überlegen, wo wir im Sommer die ersten vier Tage im (Nord-)Westen der Insel verbringen, bevor wir in unsere gemietete Finca im Südosten ziehen 🙂 Und du hast mir meine Entscheidung hiermit abgenommen – ich denke, Sóller ist ein perfekter Ort, um auch die Natur Mallorcas ein bisschen erkunden zu können. Die Strände entdecken wir dann im zweiten Teil des Urlaubs 😉 Nur schade, dass eure Unterkunft schon ausgebucht ist. Wäre auch zu schön gewesen 😛
    Danke dir für die vielen Infos und liebe Grüße,
    Manu

    9. Februar 2017 at 14:03
    • Reply Sabrina

      Vielen Dank, liebe Manu, das freut uns riesig! 🙂 Sóller ist wirklich toll und es gibt in dieser Ecke so viel zu unternehmen, die Natur ist wunderschön und die Berge sind perfekt für Wanderausflüge. Auch die hübschen Bergdörfer (Valldemossa, Deià und Fornalutx) sind von dort aus super zu erreichen – ein Blogpost dazu folgt bald noch. Und selbst die meisten Strände sind in gut einer Stunde mit dem Auto erreichbar. Ich drücke die Daumen, dass ihr noch eine schöne Unterkunft findet – das Angebot ist dort zum Glück recht groß.

      11. Februar 2017 at 17:43
  • Reply Kirsten

    Sehr, sehr schöner Bericht mit tollen Fotos und vielen Tipps, dankeschön! Für uns geht es Anfang Mai mal wieder nach Mallorca, wir kennen die Insel schon ganz gut, aber ich bin immer wieder auf der Suche nach kulinarischen Tipps. Da bin ich jetzt bei dir gut fündig geworden 🙂

    Viele Grüße,
    Kirsten

    1. April 2017 at 8:47
    • Reply Sabrina

      Vielen Dank – freut mich sehr, dass er dir gefällt! Ich würde mich auch sofort wieder in den Flieger nach Mallorca setzen, es gibt noch so viele Ecken zu entdecken. Hab einen schönen Urlaub!

      1. April 2017 at 22:36

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