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Weihnachten mit Jamie Oliver {Buchvorstellung: Weihnachtskochbuch}

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In unserem letzten Monatsrückblick haben wir bereits verraten, dass ich kürzlich einen kleinen Fanboy-Moment mit Jamie Oliver erleben durfte, der im November nach München kam, um sein im DK Verlag erschienenes Weihnachtskochbuch vorzustellen. Die Weihnachtsfeiertage stehen nun zwar unmittelbar bevor, doch vielleicht fehlt euch ja noch die entscheidende Idee fürs Menü. In diesem Fall könnte das 400 Seiten dicke Werk eure Rettung sein. Unsere ist es nämlich, und wir freuen uns, endlich die jahrzehntealte Fondue-Tradition unserer Familie mit Jamie Olivers Nussbraten aufzubrechen. Der britische Koch – selbst großer Fan des Fests wie er uns bei der Buchvorstellung verriet – hat jetzt die besten Weihnachtsrezepte der letzten 17 Jahre noch einmal zusammengefasst.

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Im Folgenden: Innenseiten aus Jamie Oliver „Weihnachtskochbuch“, © Dorling Kindersley Verlag

Worum gehts?

„Weihnachten muss nicht anstrengend sein“, schreibt Jamie Oliver im Vorwort seines Buchs und macht damit klar, was die Leser_innen im Folgenden erwartet. Keine fancy Menüs mit sous-vide-gegartem Schnickschnack, keine Angeberteller und kein steifes Klappern mit dem Silberbesteck. Bei Würstchen mit Kartoffelsalat, Raclette oder Fondue soll es aber auch nicht bleiben. Kreativität und ein Blick über den regionalen Tellerrand sind schon gefragt. Abgedeckt wird im Buch deswegen auch das komplette kulinarische Programm für die Adventszeit und nicht nur das Abendessen an den Weihnachtsfeiertagen. Rezepte zu Themen wie Vorspeisen, Braten, Kartoffeln, Kuchen, Keksen, Drinks und Resteverwertung hat sich Jamie vorgenommen, um so keine Wünsche offen zu lassen. Das Buch ist so konzipiert, dass eigentlich kein anderes Kochbuch zum Thema mehr notwendig sein sollte. Ob das auch stimmt?

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Aufbau & Optik

Das Buch ist ganze 15 Kapitel stark, von denen sich 13 Rezepten zu verschiedensten Themen widmen und zwei grundsätzliches Wissen zum weihnachtlichen Kochen und zur Vorbereitung bereitstellen. Los gehts mit einigen Vorspeisen, um dann schnell bei den „Hauptereignissen“ zu landen. Dahinter verbergen sich vor allem riesige, deftige Braten, also genau das, was ich mir unter einem englischen Weihnachtsfest vorstelle. Nach einigen vegetarischen Alternativen zu den klassischen Gerichten folgen Beilagen – darunter ein ganzes Kapitel mit Kartoffelrezepten, das man sich im Verlag für den deutschen Markt gewünscht hätte. Das letzte Drittel des Buchs widmet sich süßen Kleinigkeiten und Desserts wie Christmas Pudding, Gingerbread und Weihnachtsstrudel sowie Salaten, Geschenken aus der Küche und natürlich den dazu passenden Drinks. Alle Gerichte werden von Fotos begleitet, die von David Loftus wie immer ansprechend in Szene gesetzt wurden. Und wer schon mal versucht hat, typische Wintergerichte wie Pasteten und Pürees zu fotografieren, weiß, dass dies eine echte Herausforderung darstellt. Alles ist schön übersichtlich gestaltet und ausführlich beschrieben – da merkt man den Macher_innen die Erfahrung aus inzwischen fast 20 Kochbüchern deutlich an. Schön ist auch, dass im ganzen Buch Fotos aus Jamie Olivers Privatbestand eingestreut wurden und man so einen persönlichen Einblick in die Weihnachtsfeiern des Kochs erhält. Für ihn ist das Fest eine Familienangelegenheit. Dass er das ernst meint, lässt sich aus den vielen Bildern seiner Familie im Schnee, unter dem Baum und rund um den Tisch gut ablesen. Dadurch kommt beim Blättern gleich festliche Stimmung auf.

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Die Rezepte

Beim Gespräch mit meinen Kolleginnen stellte sich heraus, dass alle von der Gelingsicherheit der Rezepte von Jamie Olivers Kochbüchern begeistert sind. Auch das Weihnachtskochbuch scheint da keine Ausnahme darzustellen. Die Anleitungstexte sind sehr ausführlich und die Zutatenlisten halten z.B. immer wieder Hinweise auf Alternativen bereit. Für Profis mag das etwas übertrieben erscheinen, aber in meinen Augen ist es sinnvoll, so ein Kochbuch für alle Kochniveaus passend zu gestalten. Auch alles, was wir getestet haben, hat ganz wunderbar geklappt. Die Bratapfel-Kürbis-Suppe war zwar im Geschmack weniger außergewöhnlich als erwartet, aber sehr schmackhaft und durch die Röstung der Zutaten im Ofen auch supereinfach vorzubereiten. Ebenfalls sehr lecker fanden wir den gebackenen Kürbis, der mit Nuss-Cranberry-Reis gefüllt wird. Allein aufgrund des etwas instabilen Ergebnisses wurde er trotz des tollen Geschmacks wieder vom Weihnachtsmenü gestrichen und durch den vegetarischen Nussbraten ersetzt, von dem sich auch Thomas kürzlich sehr begeistert zeigte. In jeder Hinsicht ein Hit ist die ganz oben abgebildete Frangipane-Tarte, bei der sogar der Mürbeteig ohne Zicken in die Form wanderte (Rezept folgt in Kürze). Meine Kolleginnen haben jedenfalls sofort nach dem Rezept gefragt, was immer ein gutes Zeichen ist. Grundsätzlich merkt man jedoch, dass es gar nicht so einfach ist, so ein dickes Buch mit komplett weihnachtlichen Rezepten zu füllen. Einiges entspringt wohl den englischen Überseetraditionen (verschiedene Currys), anderes ist eher herbstlich-winterlich als traditionell weihnachtlich (viele Kürbisgerichte). Bei anderen Rezepten sind es eher Kleinigkeiten, die Jamies Version vom Klassiker unterscheiden (z.B. Sloppy Joe oder Truthahn-Falafel). Etwas merkwürdig muten dagegen ein paar Rezepte an, die uns wenig winterlich erscheinen und eher den Eindruck von Seitenfüllern erwecken: Ein Trifle mit Erdbeeren gehört in meinen Augen absolut nicht in die Winterzeit und Rezepte für Amalfi-Torte mit Zitronen und Himbeeren oder aber Granita mit Apfel, Minze und Holunder schreien deutlich mehr nach Sommer und Sonnenschein.

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Fazit

In Anbetracht der Menge an Veröffentlichungen des englischen Kochs, muss man sicherlich nicht bei jedem Buch zuschlagen, sondern sollte genau schauen, ob das jeweilige Thema in der eigenen Kochbuchsammlung eine Lücke schließt. Wer auf der Suche nach einem umfassenden Nachschlagewerk für gemütlich-unprätentiöse, aber dennoch nicht ganz alltägliche Winterrezepte mit Gelinggarantie ist, kann hier bedenkenlos zugreifen: 4 von 5 Christmas Cracker.

Nun hoffen wir, dass ihr letzte Menüunsicherheiten schnell klären könnt und wünschen euch schöne, erholsame und leckere Weihnachtsfeiertage!

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Jamie Oliver

Weihnachtskochbuch

Dorling Kindersley Verlag, München 2016

€ 29,95

Vielen Dank an den Dorling Kindersley Verlag, der uns ein Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt hat.

 

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1 Kommentar

  • Reply Anna C.

    liegt bei mir unterm Baum… nicht für mich sondern von mir.

    23. Dezember 2016 at 19:55
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