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Gekocht

Japanisch-italienisches Fusion Food: Misosuppen-Risotto

Misosuppe-Risotto mit Shitakepilzen und Furikake

Wir werden oft gefragt, woher wir eigentlich die Ideen zu unseren Rezepten haben. Wie wir manchmal auf so komische Ideen kommen würden? Wer uns denn diese leckeren Kombinationen eingeflüstert hätte? Um etwas Licht ins Dunkel der Feed me up before you go-go-Küche zu bringen, versuche ich das mal zu erläutern. Eine ganz große Inspirationsquelle sind natürlich immer noch Kochbücher. Internet hin oder her, wir stehen auf dicke und dünne Wälzer, haben Kochzeitschriften im Abo und unsere Regale ächzen unter der immer schwerer werdenden Last. Wir blättern durch, markieren besonders Ansprechendes mit Klebezetteln und von Zeit zu Zeit machen wir uns sogar die Mühe und erstellen eine ganze Liste von Gerichten, die wir innerhalb der nächsten Wochen nachkochen möchten. Dabei ist es selten so, dass wir uns ganz penibel ans Rezept halten, sondern oft Kleinigkeiten verändern, Zutaten austauschen, zwei Rezepte kombinieren usw.

Eine weitere Quelle sind natürlich die unzähligen Foodblogs (einen guten Überblick zum deutschsprachigen Raum findet man auf Köstlich & Konsorten). Wir haben eine ganze Menge über Feedly abonniert, folgen vielen Blogs auf Facebook oder Twitter und sammeln tolle Fotos und Ideen auf Pinterest. Besonders ansprechende Beiträge werden gebookmarkt und warten dann auf ihre Umsetzung in unserer Küche. Aber ganz ehrlich: wir können längst nicht so viel kochen (geschweige denn essen), wie wir gerne würden … Zu guter Letzt wächst eine ganze Menge von dem hier Veröffentlichen aber auch auf unserem eigenen Mist. Oft ist es eine vage Idee, ein merkwürdiges Gemüse, ein Rest im Kühlschrank oder einfach eine unstillbare Lust, die den Ausgangspunkt bildet. Daraufhin blättern wir dann in ein paar Grundlagenwerken, wie dem Geschmacksthesaurus, dem Lexikon der Aromen und Geschmackskombinationen oder Nigel Slaters großartigem Kochbuch Tender. Gemüse, und schauen, mit welchen Methoden und anderen Zutaten sich die Idee am besten umsetzen ließe. Dann wird ggf. noch ein wenig im Internet gestöbert, alle Ideen auf einem Zettel oder bei Springpad zusammengetragen und ein roher Rezeptentwurf geschrieben. Damit wagen wir uns an Backofen und Herd, und meistens kommt am Ende tatsächlich etwas Essbares heraus.

Miso-Suppe-Risotto mit Shitakepilzen und Furikake

So auch bei diesem „Misosuppe-meets-Risotto-Rezept“, zu dem ich die Idee beim Autofahren hatte. Misosuppe und Risotto, Japan meets Italien – daraus müsste sich doch eine japanisch-italienische Freundschaft auf den Teller zaubern lassen. Zu beachten ist dabei vor allem, dass viele der Zutaten recht salzig sind und man daher zunächst etwas zaghafter würzen sollte. Wichtig ist auch, dass Misopaste und Mirin wirklich erst ganz zum Schluss untergerührt werden, denn beim Kochen würde ihr feiner Geschmack verloren gehen.

Ganz hervorragend passt dazu übrigens ein wenig Furikake, ein typisch japanisches Streugewürz. Wir haben uns dazu an diesem Rezept für Furikake mit Erdnüssen & Wasabi von Ylva von Der Klang von Zuckerwatte orientiert, allerdings nur die Hälfte der Sojasoße benutzt, da das Risotto eben schon recht salzig ist. Wie steht ihr denn zu solchem Fusion Food? Yay oder doch eher nay?

Miso-Suppe-Risotto mit Shitakepilzen und Furikake

Misosuppen-Risotto (für 2 Personen):

6 getrocknete Shitakepilze
7-10 g Kombu-Algen
3 Frühlingszwiebeln
1 kleine Möhre
1 kleine Knoblauchzehe
100 g frische Shitakepilze
2 kleine Pak Choi
1 EL Pflanzenöl
½ TL Sesamöl
1 TL geriebener Ingwer
200 g Risottoreis
100 ml Sake
1-2 EL Mirin
1½ EL helle Misopaste (in 2-3 EL Wasser aufgelöst)
1 TL Butter
Ggf. geriebener Parmesan

1. Über Nacht eine vegetarische Dashi-Brühe ansetzen. Dazu die getrockneten Shitakepilze und die Kombu-Algen mit 1 l lauwarmem Wasser übergießen und mehrere Stunden zugedeckt ziehen lassen.

2. Die fertige Brühe durch ein Sieb in einen Topf abgießen und so Algen und Pilze entfernen. Die Brühe im Topf bei mittlerer Hitze 15 Min. köcheln lassen und anschließend warm halten.

3. Währenddessen die Frühlingszwiebeln in dünne Ringe schneiden, dabei die grünen Teile für die Deko zurückkalten. Die Möhre schälen und fein würfeln, Knoblauchzehe schälen und fein hacken, die Pilze putzen und vierteln. Den Pak Choi waschen, Blätter und Stiele in Streifen schneiden.

4. In einer Pfanne Pflanzen- und Sesamnöl erhitzen und darin Frühlingszwiebeln, Knoblauch und Ingwer anbraten, bis alles etwas Farbe angenommen hat. Anschießend die geviertelten Pilze hinzufügen, einige Min. mitbraten und zum Schluss den Reis in die Pfanne geben. 3 Min. unter Rühren braten und schließlich mit Sake ablöschen. Wenn die Flüssigkeit verkocht ist, den Reis mit der Hälfte der Brühe aufgießen und bei mittlerer Hitze köcheln lassen. Wenn die Flüssigkeit vom Reis aufgenommen wurde, immer wieder nach und nach Brühe hinzufügen, bis der Reis bissfest ist (ca. 15-20 Min.). Etwa 5 Min. vor Ende der Garzeit die Pak-Choi-Stiele dazugeben und ganz zum Schluss die Blätter unterrühren.

5. Die Pfanne vom Herd nehmen, ein Stück Butter einrüheren, aufgelöste Misopaste und Mirin teelöffelweise unterrühren, bis der Geschmack passt. Wer mag, mischt jetzt noch etwas frisch geriebenen Parmesan unter den Reis – das ist allerdings Geschmackssache und bei uns schieden sich daran die Geister. Alles 2-3 Min. ruhen lassen, auf zwei Teller verteilen, mit dem Frühlingszwiebelgrün bestreuen und zusammen mit dem Furikake servieren. Buon appetito! Itadakimasu!

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9 Kommentare

  • Reply Theresa

    ihr Lieben, ich finde das klingt total spannend und lecker! Verrückt in welchen Situationen manchmal die besten Ideen kommen, bei mir passiert es meistens beim Einschlafen im Bett 😉 Den Geschmacksthesaurus und das Lexikon für Aromen nutze ich auch sehr gerne als Inspiration, von Nigel Slater ganz zu schweigen.. ich danke euch für das tolle Rezept und den schönen Text! Liebe Grüße und euch ein wunderbar sonniges Wochenende! Theresa

    6. März 2014 at 11:18
  • Reply Der Klang von Zuckerwatte

    Hach, meine lieben! Das hört sich so irre gut an, das MUSS ich ausprobieren! Schön, dass Euch das Furikake auch so angesteckt hat – das Zeug passt echt zu allem *hihi
    Herzliche Grüße,
    Ylva

    6. März 2014 at 12:04
  • Reply Susanne

    Yay! Geklaut und fast schon gekocht.

    6. März 2014 at 16:15
  • Reply Carina

    Auf jeden Fall YAY! Ich bin nicht der allergrößte Risottofan, aber japanische Küche ist top! Dank der Fusion könnten Risotto und ich nun vielleicht doch noch Freunde werden?!

    6. März 2014 at 18:01
  • Reply Krisi

    Ein tolles Rezept, das hört sich super lecker an! Das werde ich mir merken=)
    Liebe Grüsse,
    Krisi
    http://excusemebutitsmylife.blogspot.com

    6. März 2014 at 18:19
  • Reply Frl.Moonstruck

    Aber sowas von yay! Ich würde es am liebsten sofort probieren!

    6. März 2014 at 19:08
  • Reply schlemmerella

    komisch, seltsam? Nö. Genial. Ich liebe Experimente!

    6. März 2014 at 19:59
  • Reply butterundzucker

    Geilgeilgeil. Danke für das tolle Rezept!

    8. März 2014 at 20:02
  • Reply steffen

    @Alle: Danke für das Lob 🙂 Da es die Misopaste anscheinend nur in Riiiiesenpackungen gibt, wird es das demnächst bestimmt auch mal wieder geben und dann werde ich auch mal mit anderem Gemüse experimentieren!

    14. März 2014 at 18:38
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