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Kochbuch

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    Kochen mit Bier: das Craft Beer Kochbuch {Buchvorstellung}

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    © Daniela Haug/Brandstätter Verlag

    Der Craft-Beer-Trend reißt einfach nicht ab. Nachdem inzwischen nicht nur die großen Getränkekonzerne eigene Pale Ales auf den Markt werfen, sondern Doppelbock und Zwickerl sogar beim Discounter zu finden sind, ist es kein Wunder, dass die Craft-Beer-Welle auch auf den Kochbuchmarkt überschwappt. Eines der schönsten neuen Bücher, das Bier und Kochen miteinander verbindet, ist vor einiger Zeit bei uns eingezogen und hat uns bereits u.a. eine extrem leckere Sauerkrautpizza mit dunklem Hefeweizen im Teig beschert.

    „Craft Beer Kochbuch“ nennt sich das im Brandstätter Verlag erschienene Werk ganz schnörkellos. Geschrieben wurde es von Torsten Goffin und Stevan Paul, fotografiert von Daniela Haug. Zumindest Zweitgenannter sollte den geneigten Kochbuchkäufer_innen ein Begriff sein. Wer Stevan Pauls bisherige Bücher oder seinen Blog Nutriculinary kennt, ahnt, dass sich auch hinter diesem Titel ein ansprechendes und hochwertiges Buch verbirgt.

    Worum gehts?

    Der Titel verspricht ein Craft-Beer-Kochbuch, also Rezepte nicht nur zum, sondern auch mit Bier; nicht nur Foodpairing, sondern eben auch Bier in der Soße, Bier im Teig und Bier im Nachtisch. Denn bisher, so die Autoren im Vorwort, sei der Verbindung von Essen und Bier noch viel zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt worden. Dementsprechend will das Buch auch Grundlagenforschung betreiben und präsentiert auf den 240 Seiten nicht nur 44 Rezepte, sondern auch massig Infos zum weiteren Themenfeld. So wird z.B. erklärt, welche Regeln beim Foodpairing mit Bier hilfreich sind, ohne dabei dogmatisch zu werden. Das Buch möchte Anstöße geben und die Leser_innen auffordern, die spannende Welt des internationalen Craft-Beer-Booms zu entdecken.

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    © Daniela Haug/Brandstätter Verlag

    Aufbau & Optik

    Beim ersten Durchblättern fallen die vielen Fotos und das dicke, matte, griffige Papier auf, das für eine robuste, zum Thema passende Haptik sorgt. Auch das recht dunkel gehaltene Layout stimmt gut in die Thematik des Buchs ein. Ein nettes Gimmick ist übrigens im Einband in Form eines Bierdeckels versteckt. Nun aber zum Inhalt: Die ersten 20 Seiten beschäftigen sich mit den Grundlagen des Brauens, der Geschichte des Kulturguts Bier von Ägypten bis Brooklyn und des Hopfens, aber auch mit der Wahl des richtigen Glases (hier liegt der Fokus auf dem Angebot von Spiegelau, über deren Gläser wir ja auch schon berichtet haben) und mit dem Thema Foodpairing. Damit ist klar, dass sich das Buch nicht nur an Expert_innen richtet, sondern auch Leser_innen abholt, die Bier bisher nur im Sonderangebot gekauft haben. Für interessierte Laien oder gar Hobbybrauer_innen dürften die Kapitel, in denen Bier auf Essen trifft, wohl den größten Neuigkeitswert bieten. Da allerdings alle Texte von Torsten Goffin interessant und kenntnisreich verfasst wurden, sind alle Exkurse auch für diejenigen spannend, die schon etwas Vorwissen mitbringen und können vielleicht sogar der Auffrischung des eigenen Wissens dienen. Im Hauptteil des Buchs wechseln sich Rezepte, Infoseiten zu den wichtigsten Bierstilen und Reportagen zu 15 verschiedenen Brauereien ab. Letztere porträtieren zum einen Größen der Szene, die man auch aus anderen Büchern kennt, wie Schneider, Ale-Mania, Sierra Nevada oder de Molen, aber auch unbekanntere Bier-Aficionados, wie Feral aus Australien, BRLO aus Berlin oder Vormann aus Hagen-Dahl, werden auf jeweils sechs Seiten in Text und Bild vorgestellt. Ähnlich wie im Craft-Bier-Buch“ von Sylvia Kopp erfährt man viel über die jeweiligen Eigenheiten der Brauereien, und zumindest bei mir ist die Liste der zu probierenden Biere wieder einmal um dutzende Flaschen und Dosen gewachsen.

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    © Daniela Haug/Brandstätter Verlag

    Die Rezepte

    Die Rezepte sind in fünf Kategorien unterteilt: Vorspeisen, Fisch, Fleisch, Klassische Bierküche und Desserts. Wer genau aufgepasst hat, dem sollte aufgefallen sein, dass ein Kapitel mit vegetarischen Rezepten ausbleibt. Damit wären wir auch schon beim für uns größten Kritikpunkt, denn für nicht-fleischessende Haushalte ist das Buch nicht uneingeschränkt geeignet. Auch bei den kleineren Gerichten liegt der Fokus auf Fleisch und Fisch, was 2016 in der Tat etwas schade ist und wo ich mir von Stevan Paul etwas mehr Mut gewünscht hätte. Wer allerdings nicht auf Fleisch und Fisch verzichtet, der findet hier tolle Gerichte, die zwar oft das Klischee deftiger Wirtshausküche bedienen, aber gerade im Fisch-Kapitel auch sanftere Töne anschlagen. Man merkt außerdem, dass dies nicht Stevan Pauls erstes Kochbuch ist, denn die Rezepte sind logisch aufgebaut, unbekanntere Zutaten oder Zubereitungsmethoden werden erklärt und alte Klassiker mit ungewöhnlicheren Zutaten aufgefrischt (das Schnitzel kommt z.B. vom Hirsch und wird mit einer Kartoffel-Zitronen-Gremolata verfeinert). Neben der wirklich sehr leckeren Sauerkrautpizza haben wir auch den Cheeseburger mit Bierzwiebeln probiert, der uns ebenfalls ziemlich gut geschmeckt hat.

    Jedes Rezept wird durch eine (sehr gelungene) zweigeteilte Bierempfehlung ergänzt. Zum einen werden ganz allgemeine Stile oder Geschmackstypen empfohlen, zum anderen gibt es immer auch „die besondere Empfehlung“ mit ein oder zwei Bieren, die perfekt zum Gericht passen. Glücklicherweise sind die Autoren dabei auf dem Teppich geblieben und haben nicht nur Raritäten ausgewählt, sondern empfehlen größtenteils gut erhältliche Biere.

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    Fazit

    Ein rundum gelungenes und durchdachtes Buch in schöner Optik, das nicht einfach auf der Craft-Beer-Welle mitsurft, sondern diese vielmehr voranbringt. Einzig ein wenig mehr Rücksicht auf vegetarische Craft-Beer-Fans hätten wir uns gewünscht. 4 von 5 Bierdeckeln.

    Beer-download Stevan Paul, Torsten Goffin, Daniela Haug

    „Craft Beer Kochbuch“

    Brandstätter Verlag, Wien 2015

    € 34,90

    Vielen Dank an den Brandstätter Verlag, der uns ein Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt hat.

     

     

     

     

     

     

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    Indien meets Deutschland: Kartoffel-Bärlauch-Paratha und Gurkensalat mit Kräuter-Nuss-Gremolata

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    Bei uns im Haus beschränkt sich der Einfluss der indischen Küche zum Großteil auf die Zubereitung von Curry und Dal. Rote Currypaste steht deswegen immer im Kühlschrank, Ingwer ist sowieso immer im Haus und im Schrank versteckt sich eine Vielzahl an Gewürzen. Schade eigentlich, dass diese Zutaten dann nicht noch für weitere indische Gerichte verwendet werden, denn schließlich hat die Küche Indiens noch so viel mehr zu bieten – von der Brotauswahl und den Fleischgerichten des Nordens bis zu den scharfen Kokosrezepten des Südens. Dieser Abwechslungsreichtum macht die indische Küche außerdem zu einer wahren Fundgrube für VegetarierInnen, gerade die Küche Westindiens hat da besonders viel zu bieten.

    Für unsere beiden Rezepte haben wir uns von einem etwas älteren Kochbuch inspirieren lassen, das all diese unterschiedlichen Kochstiele vereint: Indien: die neue vegetarische Küche von Vidhu Mittal (das kürzlich mit verändertem Einband und Titelneu aufgelegt wurde). Das Buch ist eine wahre Fundgrube für LiebhaberInnen indischer Aromen. Es bietet außerdem viele Hinweise zu Grundlagen der indischen Küche, wie die Zubereitung von geklärter Butter, Joghurt etc. Da lässt sich auch darüber hinwegsehen, dass Fotos und Layout mehr an die 80er als an die 2000er Jahre erinnern.

    Kombiniert werden die typisch indischen Teigfladen oder Pfannkuchen – Parathas – bei uns allerdings mit Bärlauch. Der passt mit seinem Knoblaucharoma gut zur Kartoffelfüllung und harmoniert auch prima mit dem frischen Gurkensalat. Hier haben wir das leicht süßliche Joghurtdressing mit einer würzigen Gremolata getoppt. Ein bisschen Ingwer sorgt für die Schärfe und die Kräuter für etwas Frische. Zusammen mit den warm aus der Pfanne kommenden Parathas erhält man dann eine tolle Mahlzeit für sommerliche Temperaturen.

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    Gurkensalat mit Joghurtdressing und Kräuter-Nuss-Gremolata (für 2 Personen als Vorspeise oder Beilage):

    200 g Naturjoghurt
    250 g Salatgurke
    1-2 EL weißer Balsamico-Essig oder Balsamico-Condiment
    1 kleine Handvoll Korianderblätter
    1 kleine Handvoll Minzblätter
    1 EL geröstete Erdnüsse
    1 EL geröstete Cashewkerne
    ½-1 TL fein geriebener Ingwer
    Salz, Pfeffer

    1. Den Joghurt in einem sehr feinen Sieb oder in einem mit zwei Lagen Küchenpapier bzw. Passiertuch ausgelegten Sieb 20 Min. abtropfen lassen. Die Salatgurke waschen und in Scheiben schneiden. Den abgetropften Joghurt in einer Schüssel mit Balsamico und ca. ¼ TL Salz verrühren, dann die Gurkenscheiben dazugeben. Gut vermischen und im Kühlschrank aufbewahren.

    2. Für die Gremolata Kräuter und Nüsse fein hacken und mit dem Ingwer vermischen. Mit etwas Salz und Pfeffer abschmecken.

    3. Zum Servieren die gekühlten Gurkenscheiben auf einem Teller anrichten und mit der Gremolata bestreuen.

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    Kartoffel-Bärlauch-Paratha (für 2 Personen als Hauptspeise):

    250 g Mehl
    ½ Salz
    ½ TL zerlassenes Ghee (oder normale Butter)
    150 ml Wasser
    300 g gekochte Pellkartoffeln
    10 mittelgroße Blätter Bärlauch (andere Kräuter gehen hier natürlich auch)
    ½ TL gehackte Chili
    ½ TL gemahlener Koriander
    Pfeffer
    Pflanzenöl

    1. Mehl und Salz vermischen und dann mit Ghee und Wasser zu einem geschmeidigen Teig verkneten. 10 Min. ruhen lassen.

    2. Die Kartoffeln schälen und in einer Schüssel zerdrücken. Den Bärlauch waschen und fein hacken. Zusammen mit Chili, Koriander und etwas Pfeffer unter den Kartoffelbrei rühren.

    3. Aus dem Teig acht gleich große Kugeln formen. Jeweils eine Kugel mit ordentlich Mehl zu einem runden Fladen (∅20 cm) ausrollen. Einen EL von der Kartoffelmasse in die Mitte setzen und dann nach oben hin so zusammenfalten, dass ein Beutel entsteht. In der Mitte zusammendrücken, dann mit den Händen vorsichtig zu Fladen von etwa ∅ 15 cm pressen. Wenn dabei etwas Kartoffelmasse herausquillt, ist das nicht weiter schlimm, die Reste einfach oben auf dem Teig festdrücken.

    4. 1 EL Öl in einer Pfanne erhitzen und die Paratha darin von beiden Seiten knusprig braun braten. Dabei die Fladen ruhig mit dem Pfannenwender noch etwas flachdrücken.

    5. So schnell wie möglich servieren oder warm halten, bis alle acht Parathas fertig sind. Zusammen mit dem Gurkensalat servieren.

    Tipp: Gut passt dazu auch Chutney oder Relish.

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    Blogger schenken Lesefreude: Zu Gast in Marokko {Buchvorstellung & Verlosung}

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    Einem unbekannten Land, einer noch fremden Kultur nähert man sich wohl am einfachsten über das Essen. Wenn man in die Gerüche und Aromen, die ganz eigene Kombination der Lebensmittel und die speziellen Zubereitungstechniken eintaucht, erfährt man idealerweise nicht nur etwas über kulinarische Besonderheiten, sondern tastet sich zugleich an die Menschen hinter den Gerichten und die historischen Einflüsse, die das Land und seine Esskultur geprägt haben, heran.

    Im Callwey Verlag ist gerade ein Buch erschienen, das mich auf schönste Weise ein Land, in dem ich noch nie war, förmlich erschmecken, riechen und spüren lässt: „Zu Gast in Marokko. Verführerische Rezepte einer kulinarischen Reise“ begleitet den australischen Food- und Lifestyle-Fotografen Rob Palmer und seine Frau Sophia – eine gebürtige Marokkanerin – auf ihrer kulinarischen Reise durch das farbenprächtige und kontrastreiche Marokko. Und da heute Welttag des Buches ist, könnt auch ihr die beiden vielleicht schon bald auf ihrer Reise begleiten, denn der Callwey Verlag hat uns freundlicherweise ein Exemplar zur Verfügung gestellt, das wir an euch verlosen dürfen. … Aber worum gehts eigentlich genau?

    Worum gehts?

    Begleitet von persönlichen Anekdoten, eindrucksvollen Fotografien und landestypischen Gerichten, nehmen uns Rob und Sophia Palmer auf 288 Seiten mit durch die Küchen Marokkos. Ihre Reise beginnt in Marrakesch und führt sie durch moderne Städte und entlegene Dörfer, an die Küste, durch die Wüste und ins Gebirge. Die beiden bieten ihren LeserInnen gleich zwei Perspektiven. Sophia sieht das Land aus einer Innenperspektive – sie spricht die Sprache, kennt die Menschen und viele Gerichte rufen Erinnerungen an ihre Kindheit wach. Dank ihrer Herkunft und familiären Kontakte werden so Einblicke in die marokkanische Esskultur gewährt, die „normalen“ TouristInnen vermutlich verwehrt bleiben. Rob dagegen nähert sich mit neugierigem Blick einer ihm unbekannten Kultur, fremden Sitten und kulinarischem Neuland. Dieser sehr persönliche Ansatz macht das Buch zu sehr viel mehr als einem klassischen Kochbuch – „Zu Gast in Marokko“ ist vielmehr eine kulinarische und kulturelle Entdeckungsreise durch Marokko.

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    Aufbau & Optik

    Schon allein Optik und Haptik machen „Zu Gast in Marokko“ zu etwas Besonderem. Die aufwendige Aufmachung sticht sofort ins Auge und begeistert ab dem ersten Moment. So ziert das Cover ein geprägtes Mosaikmuster, das einen dazu verleitet, das Buch auf der Stelle in die Hand nehmen zu wollen. Dazu kommen viele schöne Kleinigkeiten, wie ein tolles strukturiertes Vorsatzpapier, ein extrabreites Lesebändchen und kleine eingeklebte Einlegeblätter mit Exkursen zu persönlicheren Berichten.

    Das Buch beginnt mit einem Rückblick auf die kulinarische Geschichte des Landes, in dem die vielen verschiedenen Einflüsse benannt werden, die die kulinarische Identität Marokkos bis heute prägen. Darüber hinaus erzählt das Autorenteam von der Entstehung des Buchprojekts, der Herausforderung, die Rezepte zusammenzutragen (denn kaum eine/r möchte zugeben, nach Rezept zu kochen) und von der Herzlichkeit und Gastfreundschaft der MarokkanerInnen. Persönliche Anekdoten, Ausschnitte aus dem Reisetagebuch oder Kindheitserinnerungen verleihen dem Buch einen Reisebericht-Charakter, der sich auch im Anhang fortsetzt. Dort findet sich neben einem Glossar der wichtigsten marokkanischen Lebensmittel und Begriffe gleich noch eine praktische Liste mit Tipps zu Unterkünften. Das ist auch bitter nötig, denn nach dem Durchblättern möchte man am liebsten einen Flug nach Nordafrika buchen! Die stimmungsvollen Fotografien tun ihr Übriges und lassen einen regelrecht die exotischen Düfte auf dem Gewürzmarkt riechen, den Lärm auf dem Basar hören und die Hitze der Wüstensonne auf der Haut zu spüren. Für VegetarierInnen sind manche Bilder allerdings auch eine Herausforderung. Eine Text-/Bildstrecke zur Schlachtung eines Lammes ist nichts für Zartbesaitete, macht das Buch aber authentisch.

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    Die Rezepte

    Die marokkanische Küche ist geprägt durch Kolonialismus und Immigration – unterschiedlichste Aromen, Gewürze und Kochtechniken erhielten über Jahrhunderte Einzug in das Land und kreierten eine Küche, die vielfältig, kontrastreich und farbenfroh ist. Diese Vielfalt spiegelt sich natürlich auch in den hier versammelten Rezepten wider. Traditionelle marokkanische Familienrezepte treffen auf moderne Umsetzungen mit internationalem Einschlag: Fenchel-Blutorangen-Salat mit Avocado, Erdbeer-Apfel-Zimt-Suppe, in Honig geröstete Feigen mit Labneh-Mandel-Bällchen, Rindfleisch-Tajine mit Datteln und Walnüssen … Die Rezepte sind nicht nach Vor-, Haupt- oder Nachspeisen gegliedert, sondern folgen der Reise der beiden, zeigen regionale Spezialitäten und Besonderheiten und werden immer mit bestimmten Situationen, Geschichten und Menschen verknüpft. Insgesamt kommt die Auswahl der Rezepte sehr fleisch- und meeresfrüchtelastig daher, was mich als Vegetarierin in diesem Fall jedoch kaum stört, erfährt man doch dazu so viel Hintergründe und Interessantes rund um die Gerichte.

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    Fazit

    Wir kommen aus dem Schwärmen nicht mehr heraus! „Zu Gast in Marokko“ ist viel mehr als ein Kochbuch. Auf sehr persönliche Weise nimmt das Autorenteam die LeserInnen mit auf eine bunte und spannende kulinarische Entdeckungsreise durch das Land und die Kochtöpfe Marokkos. 5 von 5 Salzzitronen.

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    „Zu Gast in Marokko. Verführerische Rezepte einer kulinarischen Reise“

    Callwey Verlag, München 2015

    39,95 €

    ISBN: 978-3-7667-2143-3

    Vielen Dank an den Callwey Verlag, der uns ein Rezensions- und Verlosungsexemplar zur Verfügung gestellt hat.

    Und so könnt ihr ein Exemplar von „Zu Gast in Marokko“ gewinnen:

    Pünktlich zum 23. April möchten wir als literaturaffiner Haushalt auch in diesem Jahr auf den Welttag des Buches aufmerksam machen. Mit der schönen Aktion „Blogger schenken Lesefreude“ feiern Dagmar und Christina bereits zum dritten Mal die Lust am Lesen und Blättern. Über 1000 literatur- und buchbegeisterte BloggerInnen verlosen heute im Rahmen dieser Aktion ausgewählte Bücher – von Romanen über Ratgeber bis hin zu Kochbüchern ist dabei so ziemlich alles vertreten. Und auch wir möchten unsere Lesefreude und die Begeisterung für das hier vorgestellte Buch mit euch teilen!

    So könnt ihr teilnehmen:

    Edit 01.05.2015: Wow, so viele Kommentare! Vielen Dank für eure Teilnahme und eure spannenden Antworten! Die Glücksfee (sprich random.org) hat eine Gewinnerin ausgespuckt. Über ein Exemplar von „Zu Gast in Marokko“ darf sich Carolin aus Köln freuen, die folgenden Kommentar hinterlassen hat:

    Alles was in die Richtung “Orientalisch” geht reizt mich momentan sehr. Marokko steht also mit auf der Liste, aber eben auch türkische Küche etc.

    Daumen drücken, das Buch würde meine Sammlung wirklich grandios ergänzen und wäre eine schöne Gelegenheit mal wieder ein paar Freunde zu einem Themenabend einzuladen. :)
    Liebe Grüße aus Köln
    Carolin

    Herzlichen Glückwunsch, liebe Carolin! Wir wünschen dir viel Freude mit dem Buch und beim Nachkochen! Eine E-Mail wird sich gleich auf den Weg zu dir machen – bitte lass uns deine Adresse zukommen, damit das Buch schon bald den Weg zu dir finden kann!

    Hinterlasst einfach bis Mittwoch, 29.04.2015, 23.59 Uhr einen Kommentar unter diesem Beitrag, in dem ihr uns verratet, welches Land ihr gerne mal kulinarisch erkunden würdet.

    Mitmachen kann jede/r (mit oder ohne Blog) mit einer Adresse in Deutschland, Österreich oder in der Schweiz. Bitte hinterlasst im entsprechenden Feld eure E-Mail-Adresse (die ist natürlich nur für uns sichtbar) und einen Namen, damit wir euch kontaktieren können, falls ihr gewonnen habt. Den oder die Gewinner/in werden wir über random.org auslosen und hier am 01.05.2015 verkünden. Der Rechtsweg ist selbstverständlich ausgeschlossen.

    Wir sind übrigens nicht die Einzigen, die sich in das Buch verliebt haben und es heute verlosen – auch bei Diana von Essen auf den Tisch habt ihr die Chance, das Buch zu gewinnen!

    Falls ihr außerdem noch einen unerlässlichen Buchtipp für uns parat habt, freuen wir uns natürlich auch! In diesem Sinne: keep on reading!

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    Pasta gegen den Winterblues: Spaghetti mit Ofenpaprika und Spiegelei

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    Ich bin ja überhaupt kein Wintermensch. Ich fahre kein Ski, finde es nervig, tausend Schichten Kleidung anziehen zu müssen, wenn ich vor die Tür gehe, hasse die schmerzenden Finger beim Fahrradfahren, und die Verspätungen der S-Bahn aufgrund von vereisten Weichen machen es auch nicht besser. Im T-Shirt rumlaufen und in der Abendsonne Gin Tonics schlürfen ist doch viel schöner, oder? Aber solange es draußen weiterhin schneit und stürmt (die letzte Nacht hat München wieder in ein Winter Wonderland verwandelt), muss man wohl nach Möglichkeiten suchen, diese Jahreszeit etwas erträglicher zu gestalten. Eine Option ist es, sich mit neuen Büchern unter der Bettdecke zu verkriechen, z.B. mit unserem gewichtigsten Neuzugang, dem Essential New York Times Cookbook. Darin sind in überarbeiteter Form die besten, interessantesten und beliebtesten Rezepte aus 150 Jahren Zeitungsgeschichte versammelt. Damit ist dieser Wälzer nicht nur ein Kochbuch, sondern auch ein Beitrag zur „Culinary & Food History“ der Vereinigten Staaten. Wer also nicht nur wissen will, wie Kartoffelchips zubereitet werden, sondern auch erfahren möchte, wie und wann sie erfunden wurden, liegt hiermit genau richtig. Das alles ist so spannend geschrieben, dass es auch gar nicht stört, dass es keine Fotos zu den Rezepten gibt. Stattdessen erfährt man beim Durchblättern, wie sich die Essgewohnheiten immer wieder verändert haben, wie bestimmte Zutaten en vogue wurden und wieder von den Tellern verschwanden und vor allem auch, wie stark die Küche der USA von den verschiedenen Einwanderergruppen beeinflusst und bereichert wurde.

    Rezepte markieren macht bei diesem Monster gar keinen Sinn, denn bei 1400 Einträgen stolpere ich gefühlt auf jeder zweiten Seite über etwas, das ich sofort nachkochen oder -backen möchte. Passend zum Wetter hat es schließlich die Adaption einer einfachen, aber wirksamen Pasta zuerst auf den Teller geschafft. Die Idee, gegrillte Paprika mit Spiegeleiern zu kombinieren, klang einfach zu verführerisch und nach einigen Anpassungen an unseren persönlichen Geschmack ist ein Gericht herausgekommen, gegen das auch der fieseste Winterblues keine Chance hat.

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    Spaghetti mit Ofenpaprika und Spiegelei (für 2 Personen):

    250 g Spaghetti
    3 rote Paprika
    1 fein gehackte Knoblauchzehe
    ½ TL fein gehackte rote Chili
    2 EL fein gehackte Petersilie
    2 EL Pinienkerne
    2 EL Semmelbrösel
    2 Eier
    Olivenöl
    Salz, Pfeffer

    1. Den Ofen auf Grillfunktion oder höchste Temperatur vorheizen. Die Paprika waschen, halbieren, entkernen und mit der Schale nach oben auf ein mit Backpapier ausgelegtes Blech legen. In der oberen Hälfte des Ofens so lange grillen, bis die Haut schwarz wird und Blasen wirft. Mit einer Zange aus dem Ofen holen und für 10 Min. in einen Gefrierbeutel geben und verschließen. Anschließend sollte sich die Haut ganz einfach abziehen lassen. Die geschälte Paprika in Streifen schneiden.

    2. Wasser in einem Topf zum Kochen bringen und den Ofen auf 200°C vorheizen. Die Paprikastreifen zusammen mit Knoblauch, Petersilie und Chili in eine kleine Auflaufform geben. Mit Salz und Pfeffer würzen. Mit Semmelbröseln und Pinienkernen bestreuen und alles mit 3-4 EL Olivenöl beträufeln. 10 Min. im Ofen überbacken.

    3. Währenddessen die Spaghetti ins kochende Wasser geben und gar kochen. Ca. 4-5 Min. vor Ende der Garzeit ein wenig Olivenöl in einer Pfanne erhitzen und darin zwei Spiegeleier braten. Die Spiegeleier mit Salz und Pfeffer würzen und vom Herd nehmen, wenn das Eiweiß gerade fest geworden, das Eigelb aber noch richtig flüssig ist.

    4. Die Kunst bei diesem Gericht besteht eigentlich darin, am Ende alle drei Komponenten gleichzeitig fertig zu bekommen. Zum Servieren die Nudeln abgießen und in eine große Schüssel geben. Die Paprikamischung aus dem Ofen hinzufügen und gut vermengen. Anschließend die Spiegeleier hinzufügen und mit zwei Gabeln zerreißen und alles vermengen. Mit Salz und Pfeffer abschmecken. Das Eigelb sorgt zusammen mit den Säften aus der Auflaufform für eine cremige Soße. Wer will, kann die Nudeln auch zunächst ohne Ei auf Tellern verteilen und jeweils mit einem Spiegelei garnieren. Dann kann man das Ei selbst am Tisch zerrupfen.

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    Gebackene Tomaten mit Chili, Kokos und Ingwer, und das ultimative Gemüse-Kochbuch {Buchvorstellung: Tender|Gemüse}

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    Jeden Tag ein Buch lautet der schöne Titel einer Aktion, welche die umtriebige Foodbloggerin Astrid Paul von Arthurs Tochter Kocht auf die Beine gestellt hat. Eine Woche lang werden landauf, landab BloggerInnen ihre liebsten Koch- und Genussbücher vorstellen, und da reihen wir uns natürlich gerne ein. Ausgesucht haben wir uns für diese Gelegenheit einen ziemlich dicken Brocken, der uns inzwischen richtig ans Herz gewachsen ist. Nigel Slater heißt der Mann dahinter – einer der wichtigsten Food-Journalisten Englands. Auf über 600 Seiten präsentiert der DuMont Verlag die deutsche Ausgabe seines Bestsellers „Tender|Gemüse“ mit über 400 Rezepten. Darüber hinaus finden sich darin massig Informationen zu mehr als 30 verschiedenen Gemüsesorten. Das reicht vom Anbau über die Sortenvielfalt bis zu den verschiedenen Zubereitungsmöglichkeiten.

    Dank dieser Fülle an Informationen taugt das Buch also hervorragend als Nachschlagewerk. Auf dem Markt komisches Gemüse angedreht bekommen? In Zukunft kein Problem mehr! Einfach mal nachschauen, was Nigel damit so anstellen würde. Verfasst ist das alles in einem sehr literarischen, persönlichen Stil, der die Lektüre äußerst angenehm macht. Nigel Slater verbindet mit jedem Gericht, ja mit fast jedem Gemüse, eine persönliche Erinnerung, und genau dieser sehr individuelle und begeisterte Zugang unterscheidet das Buch stark von einem üblichen Kochbuch. Ich hatte das Buch deswegen auch eine Weile beim Frühstück neben mir liegen und konnte so vor dem Weg ins Büro noch ein wenig mehr in die Welt des Gemüses (und Nigel Slaters) eintauchen. Nur im Bett lässt sich das Buch eher schlecht lesen, denn bei 2 kg Gesamtgewicht werden schnell die Arme schwer. Wer mehr über Nigel Slaters Werdegang erfahren möchte, sollte sich unbedingt auch den Film Toast anschauen, der auf den Erinnerungen des Food-Enthusiasten beruht.

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    Inhalt & Optik

    Insgesamt macht das Buch einen sehr wertigen Eindruck, hat einen schönen Leineneinband spendiert bekommen und sieht aus, als ob es ein paar Jahre zwischen Regal und Herd überstehen könnte. Das Layout ist angenehm schlicht gehalten und lässt einen die Informationsmassen gut überblicken. Überhaupt steht der Text im Mittelpunkt des Buches, Fotos spielen nur eine Nebenrolle. Wer gerne zu jedem Rezept ein Foto hätte, wird hier enttäuscht werden, aber das ist natürlich auch nicht das Ansinnen dieses Buches. Die Food-Fotos sind ebenfalls ansprechend schnörkellos gehalten und konzentrieren sich ohne viel Schnickschnack auf das Wesentliche. Darüber hinaus begleiten stimmungsvolle Aufnahmen von Gemüse und Pflanzen die einzelnen Kapitel.

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    Die Rezepte

    400 Rezepte hat Nigel Slater im Buch versammelt – bis man sich da durchgekocht hat, sollte es ein Weilchen dauern. Dem Stil des Buches entsprechend sind auch die Rezepte eher literarisch verfasst. Der Umschlag spricht passenderweise auch von Rezeptideen; vieles eignet sich also als Ausgangspunkt für eigene Kreationen und liefert hervorragende Anregungen, wie mit dem jeweiligen Gemüse umzugehen ist. Das soll allerdings nicht heißen, dass Nigel Slater etwa unkreativ ans Werk gehen würde. Ganz im Gegenteil sind seine simplen Vorschläge oft erstaunlich raffiniert und arbeiten mit interessanten Kombinationen. Ich habe den Eindruck, dass er lieber versucht, mit wenigen Zutaten den Charakter des jeweiligen Gemüses zu erhalten, statt es zu einem Nebendarsteller verkommen zu lassen. Einer der wenigen Kritikpunkte wäre, dass viele Rezepte eher einen Beilagencharakter haben – wer also ein Buch voller Hauptgerichte erwartet, könnte vielleicht enttäuscht werden. Die Umsetzung unserer bisher nachgekochten Gerichte war einfach und erfolgreich, die Speisen konnten geschmacklich mehr als überzeugen. Neben ein paar köstlichen süßlich-scharfen Tomaten mit Chili, Kokos und Ingwer, die wir euch gleich noch genauer vorstellen, waren das u.a. ein Pilaw aus Spargel, Bohnen und Minze sowie eine cremige Pastinakensuppe.

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    Gebackene Tomaten mit Chili, Kokos und Ingwer (für 2 Personen):

    2 Knoblauchzehen
    1 rote Chilischote
    1 daumengroßes Stück Ingwer
    12 mittelgroße Tomaten (etwa 1300 g)
    ½ TL Chiliflocken
    1 TL gemahlener Koriander
    1 TL Kurkuma
    ½ TL Kreuzkümmel
    ½ TL Kardamom
    1 TL Salz
    2 EL Olivenöl
    7-8 EL Kokosmilch
    1 Handvoll frischer Koriander

    1. Den Knoblauch schälen und zusammen mit der Chilischote klein hacken. Den Ingwer schälen und in sehr dünne Scheiben schneiden. 4-5 Tomaten in kleine Würfel schneiden. Die restlichen Tomaten halbieren. Die Gewürze und das Salz in einer Schüssel miteinander vermischen.

    2. Das Olivenöl in einer tiefen Pfanne bei mittlerer Stufe erhitzen, dann Knoblauch, Chili und Ingwer so lange darin braten, bis sie weich sind und Farbe angenommen haben. Die Gewürzmischung dazugeben und unter Rühren erwärmen. Die gewürfelten Tomaten und 200 ml Wasser in die Pfanne geben und alles gut verrühren. Die restlichen Tomaten mit der Schnittfläche nach unten in die Soße legen und in 7-8 Min. leicht köchelnd gar werden lassen. Anschließend die Tomaten umdrehen und noch einmal 2-3 Min. weitergaren.

    3. Die Kokosmilch löffelweise in die Pfanne geben und die Soße leicht köchelnd etwas eindicken lassen. Die Tomaten sollten am Ende gerade noch zusammenhalten und nicht auseinanderfallen. Währenddessen den frischen Koriander fein hacken und zum servieren über die Tomaten streuen. Dazu passt Reis oder einfach etwas frisches Brot.

    Fazit

    Nigel Slater hat mit „Tender | Gemüse“ ein tolles Nachschlagewerk und eine umfassende Rezeptsammlung zum Thema Gemüse vorgelegt. Auch für KöchInnen, die schon viele Kochbücher ihr Eigen nennen, wird dieser Wälzer noch eine Bereicherung darstellen. Und Menschen, die Gemüse bisher eher skeptisch gegenüberstanden, finden mit dem sympathischen Engländer einen enthusiastischen Fürsprecher, der ihnen neue kulinarische Welten eröffnen sollte. Volle 5 von 5 Gemüsetüten!

    Nigel Slater Tender Gemüse CoverNigel Slater

    Tender|Gemüse

    DuMont Buchverlag, Köln 2012.

    39,95€ / ISBN 978-3-8321-9449-9

    Vielen Dank an den DuMont Verlag, der uns das Buch zur Verfügung gestellt hat.

     

     

     

    Angesichts der bereits fortgeschrittenen Woche werden wir es wohl leider nicht schaffen, noch ein weiteres Buch im Rahmen der Jeden-Tag-ein-Buch-Aktion vorzustellen, aber schaut doch mal auf der Facebookseite zur Aktion vorbei, klickt hier auf die Links in den Kommentaren oder sucht bei Twitter nach dem Hashtag #jteb, denn außer uns schreiben viele weitere BloggerInnen in diesen Tagen Rezensionen zu Genussbüchern und tun ihre Liebe zu Büchern kund.

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    Logodesign by Ariane Bille

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    Gekocht, Getestet

    Abendessen für Faule: Möhren-Haselnuss-Salat mit Dill

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    Was das Kochen unter der Woche angeht, bin ich ja eher faul. Meine Lust, mich abends noch eine halbe Ewigkeit in die Küche zu stellen und ein ausgeklügeltes Gericht vorzubereiten, ist verhältnismäßig überschaubar. Pasta mit Rucola, Pesto oder ein schneller Gemüseauflauf sind da meist die Retter in der Not. Noch fauler bin ich, wenn ich abends nach Hause komme, der Mann unterwegs ist und ich für mich alleine kochen muss. Der Abstecher zum Kühlregal des Supermarkts wäre da sicher naheliegend, allerdings ist ein gewisser kulinarischer Anspruch trotz aller Kochunlust dann ja doch noch vorhanden. Für solche faulen Momente ist der Möhrensalat mit Haselnüssen und Dill, den ich in Lisa Lemkes Buch „Sommerküche“ entdeckt habe, geradezu prädestiniert! Fünf Zutaten und 15 Minuten später steht ein Teller Möhrensalat auf dem Tisch, dem man die Einfachheit, die dahintersteckt, keineswegs anschmeckt. Perfekt für ein schnelles Abendessen und sicherlich auch für die nächste Grillparty!

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    Möhren-Haselnuss-Salat mit Dill (für 2 Personen):

    25 g Haselnusskerne
    200 g Möhren
    25 g Butter
    10 g Dill
    Meersalz

    1. Die Haselnüsse in einer Pfanne ohne Fett rösten, kurz abkühlen lassen und groß hacken. Die Möhren schälen und in dünne Späne hobeln. Den Dill waschen, trocken schütteln und fein hacken.

    2. Die Butter in einem kleinen Topf bei mittlerer Hitze zerlassen, bis sie goldbraun ist. Die Möhren in eine Schüssel geben, die warme Butter über die Möhren träufeln, Haselnüsse und Dill unterheben und mit Meersalz abschmecken. Den Salat auf zwei Teller verteilen und sofort servieren.

    Der schicke neue Teller stammt übrigens von Maxwell & Williams, die uns kürzlich mit einem Paket voller schönem Geschirr überrascht haben. Hier ein kleiner Einblick, für welche Teller, Vasen, Schüsseln & Co. wir nun ein wenig Platz in unseren (leider übervollen) Küchenschränken schaffen müssen:

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    Dem einen oder anderen Prachtstück werdet ihr hier nun sicher häufiger begegnen – wir sind jedenfalls ganz angetan von unseren hübschen neuen Mitbewohnern. Falls euch Maxwell & Williams noch kein Begriff sein sollte, lohnt sich ein Blick in den Onlineshop, denn das Sortiment der australischen Marke ist nicht nur schön anzusehen, sondern auch für einen sehr fairen Preis zu erstehen.

    Werbung: Vielen Dank an Maxwell & Williams, die uns eine Auswahl ihres Geschirrs zur Verfügung gestellt haben. Unsere Meinung bleibt davon natürlich unberührt.

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    Gekocht, Gelesen

    Chutney aus Trockenfrüchten, oder ein Kochbuch auf Reisen {Buchvorstellung}

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    Französische Kochbücher und ich? Bisher war unsere Beziehung nicht gerade von gegenseitiger Liebe geprägt! Das lag vor allem an Gerichten wie Foie gras, Escargots und anderen vegetarierInnenunfreundlichen Speisen. Für französische Backwaren war ich dagegen immer zu haben!

    Als mir die netten Damen vom Hädecke Verlag vor zwei Wochen während des Foodbloggercamps in Reutlingen das neue Buch des französischen Sternekochs Alain Ducasse in die Hand drückten, war ich also zunächst skeptisch. Dieser Franzose sei anders, wurde mir gesagt. Ein paar Seiten durch das Buch geblättert, verstand ich, was gemeint war. Bereits nach den ersten Seiten sprangen mir einige Rezepte ins Auge, die ich gerne ausprobieren wollte. Die Aufmachung ist modern, fast jugendlich und nicht gerade sternekochtypisch. Ok, diesem Franzosen gebe ich eine Chance! Als mir die Hädecke-Damen dann noch von der schönen Aktion erzählten, die sie sich überlegt hatten, war ich sowieso dabei. Denn, was ich da in meinen Händen hielt, war ein Vorabexemplar von Ducasse Nature, das offiziell Mitte April erscheinen soll. Dieser schwergewichtige Franzose sollte auf Reisen geschickt werden, bei verschiedenen BloggerInnen in ganz Deutschland Station machen und überall seinen französischen Charme versprühen. Weitere Infos zur #Ducassetour findet ihr übrigens auf Mizzis Küchenblock, dem Genussblog vom Hädecke Verlag.

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    Also durfte er mit nach München und für eine Weile in unserer Küche wohnen. Zeit genug, um uns mit Ducasse Nature etwas vertrauter zu machen. Ein intensiverer Blick ins Buch verrät, dass sich darin tatsächlich erfreulich viele vegetarische Rezepte versammeln und auch der Großteil der Gerichte überraschend unfranzösisch daherkommt. Mit dem ersten Band seiner neuen Reihe präsentiert Alain Ducasse ein Grundlagenkochbuch, in dem er kulinarisch zu den Wurzeln zurückkehrt und sich auf das Wesentliche konzentriert. Der Genuss von saisonalen und gesunden Lebensmitteln und deren einfache Zubereitung stehen im Vordergrund. Also nix mit Molekularküche, sondern herzhaftes Soul Food, allerdings nicht ohne Raffinesse und beeinflusst von mehreren Jahrzehnten Erfahrung.

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    Rezepten wie Joghurt-Gazpacho mit Gurken, Minze und Apfel, dampfgegartem Reis mit marinierten Eiernund Esskastanien-Crêpes mit heißen Himbeeren und Brocciu stehen hilfreiche Tipps und nette Illustrationen zur Seite. Die Gerichte in „Ducasse Nature“ erscheinen auf den ersten Blick unkompliziert und leicht umsetzbar. Schön ist, dass auch Grundlagenrezepte wie eingelegter Knoblauch oder karamellisierte Tomaten Platz finden, die dann in etwas komplexeren Gerichten als Zutaten wieder aufgegriffen werden. Hier und da geht das Buch für unseren Geschmack jedoch etwas zu sehr in die Basics. So hätten wir uns z.B. gewünscht, die vielen Rezepte zu belegten Broten hätten auch die jeweiligen Brotsorten berücksichtigt, anstatt sich allein auf den Belag zu konzentrieren.

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    Hinsichtlich der Nachkochbarkeit konnten die beiden Rezepte, die wir uns ausgesucht hatten, auf ganzer Linie punkten. Neben einer Zucchini-Pizza mit getrockneten Tomaten, Sainte-Maure-Käse und knusprig leichtem Teig, haben wir uns an unser allererstes Trockenfrüchte-Chutney gewagt. Unkompliziert, schön orangig und bittersüß passt das Chutney z.B. wunderbar zu Käse. Unsere Portion war ratzfatz leergefuttert und deswegen möchten wir euch das Rezept natürlich nicht vorenthalten!

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    Chutney aus Trockenfrüchten (für ca. 4 Portionen):

    8 getrocknete Aprikosen
    8 kernlose Datteln
    4 getrocknete Feigen
    2 Bio-Orangen
    1 EL Honig
    1 TL Kreuzkümmelsamen
    6 Safranfäden
    5 EL weißer Aceto Balsamico

    1. Aprikosen, Datteln und Feigen klein würfeln. Die Schale einer Orange mit dem Sparschäler abschälen und 2 Min. in kochendem Wasser blanchieren. Dann sofort unter kaltem Wasser abschrecken. Die Schale in hauchdünne Juliennestreifen schneiden.

    2. Die Orange auspressen und den Saft in einem kleinen Topf aufkochen. Die Trockenfrüchte hinzufügen und unterrühren. Die Mischung vom Herd nehmen und ca. 5 Min. quellen lassen.

    3. Honig in einer kleinen Pfanne erhitzen, bis er wie helles Karamell aussieht. Die zweite Orange auspressen und den Saft vorsichtig unter den Honig rühren, dann aufkochen. Die Trockenfrüchte samt Saft hinzufügen und ca. 6 Min. köcheln lassen.

    4. Den Kreuzkümmel in der Zwischenzeit in einem Mörser zerstoßen und beiseite stellen. Am Ende der Garzeit die Safranfäden, den Balsamico und die Orangenjulienne zur Trockenobstmischung geben. Alles gut miteinander verrühren und am besten lauwarm zusammen mit dem Kreuzkümmel servieren.

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    Eine Sache, die uns u.a. bei der Zucchini-Pizza auffiel, ist leider die Diskrepanz zwischen Rezeptbeschreibungen und Foodfotos. Hier passt einfach die Anleitung mit dem, was auf dem Foto zu sehen ist, nicht so richtig zusammen. Dass so etwas öfter mal in Kochbüchern vorkommt, ist klar, aber dennoch schade. Aber solange die Rezepte gut funktionieren (und das haben sie), lässt sich darüber natürlich hinwegsehen.

    Fazit

    Ein schönes, etwas (im positivsten Sinne) untypisches französisches Kochbuch, das gleich beim ersten Blättern die Vorfreude aufs Kochen weckt. Gerade KochanfängerInnen und bisherige SkeptikerInnen gegenüber der französischen Küche finden an Ducasse Nature sicher Freude! 4 von 5 gefüllten Crêpes.

    Wer die Reise des Kochbuchs weiterverfolgen möchte, sollte in den nächsten Tagen mal bei Alice im kulinarischen Wunderland vorbeischauen, denn dorthin verschlägt es unseren französischen Gast als Nächstes. Wir wünschen allen TeilnehmerInnen jedenfalls viel Spaß beim Kochen und dem Franzosen bon voyage!

    Ducasse_Nature

    Alain Ducasse, Paule Neyrat

    Ducasse Nature

    Hädecke Verlag, Weil der Stadt 2014.

    € 29,90 / ISBN 978-3-7750-0632-3

    Vielen Dank an den Hädecke Verlag für die schöne Aktion und dass wir vorab schon in das Buch linsen durften!

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    Gekocht

    Nicht schön, dafür umso leckerer: Salat mit Belugalinsen, Ofenkürbis, Schafskäse und Orangendressing

    Begeistert ihr euch auch manchmal für Ideen, die ihr später dann bereut? Mir geht es gerade so mit einem Aufsatz, den ich vor fast einem Jahr versprochen habe zu schreiben und der dann schön im Gedächtnis nach ganz weit hinten gerutscht ist. War ja noch so lange hin. Jetzt sind es noch knapp vier Wochen bis zur Abgabe und außer der groben Recherche ist noch nicht viel getan. Die nächsten Wochen werde ich wohl täglich meine Nase tief in schlaue Bücher stecken und mir eloquente Dinge zur spanischen Erinnerungskultur aus den Fingern saugen. Abends bleibt dann hoffentlich immer noch genügend Zeit, um beim Schnippeln, Köcheln und Rühren in der Küche zu entspannen und anschließend bei leckerem Essen abschalten zu können.

    Salat mit Belugalinsen, Ofenkürbis, Schafskäse und Orangendressing-2

    Wie zum Beispiel bei diesem himmlischen Salat, der sich schon nach zweimaliger Zubereitung auf unserer persönlichen Lieblingssalateliste nach ganz oben katapultiert hat. Netterweise ist er auch noch vegetarisch und wahrscheinlich der perfekte Salat, um Fleischliebhaber vergessen zu lassen, dass sie sich eben noch ein Steak zum Abendessen gewünscht hatten. Wen diese deftige Mischung aus würzigen Hülsenfrüchten, süßlichem Kürbis, cremigem Schafskäse und knackigen Nüssen nicht satt und glücklich zurücksinken lässt, dem ist wohl nicht mehr zu helfen. Wir werden uns jedenfalls beeilen, denn eigentlich ist die Kürbiszeit ja schon wieder vorbei und wir müssen den Salat definitiv noch einmal machen, bevor es zu spät ist!

    Die Inspiration zu diesem Salat haben wir uns aus dem sehr zu empfehlenden (und wie für uns gemachten) Buch „Tofu küsst Steak“ geholt und das Rezept nach unseren Vorlieben abgewandelt.

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    Salat mit Belugalinsen, Ofenkürbis, Schafskäse und Orangendressing (für 2 Personen als Hauptspeise):

    150 g Belugalinsen
    1 kleiner Hokkaidokürbis
    1 EL gehackter Rosmarin
    Salz, Pfeffer
    ¼ TL Chiliflocken
    3 EL Olivenöl
    100 g Salat (z.B. Feldsalat und Rucola gemischt)
    100 g Schafskäse
    40 g Walnüsse
    2 Schalotten
    3 EL Apfelessig
    1 EL Honig
    Salz, Pfeffer

    Für das Dressing

    5 EL frisch gepresster Orangensaft
    2 EL Balsamicoessig
    4 EL starke Gemüsebrühe
    1 TL Senf
    1 EL Honig
    3 EL Olivenöl
    Salz, Pfeffer

    1. Den Ofen auf 220°C vorheizen. Die Linsen mit 300 ml Wasser in einen Topf geben und 25 Min. bei schwacher Hitze gar köcheln lassen.

    2. Den Kürbis waschen, den Strunk entfernen und vierteln. Mit einem Löffel das Kerngehäuse entfernen. Die Viertel in jeweils vier Scheiben schneiden und auf einem mit Backpapier ausgelegten Backblech verteilen. Mit Rosmarin, Salz, Pfeffer und Chiliflocken bestreuen und anschließend mit 2 EL Olivenöl bestreichen. Für 20 Min. im oberen Drittel des Ofens backen, bis die Spitzen der Kürbisspalten kross sind.

    3. Währenddessen den Salat waschen, trocken schleudern und auf zwei großen Tellern verteilen. Schafskäse in Würfel schneiden und die Walnüsse grob hacken.

    4. Für das Dressing Orangensaft, Balsamico, Gemüsebrühe, Senf und Honig gut vermischen, dann das Olivenöl unterrühren. Mit Salz und Pfeffer abschmecken.

    5. Die Schalotten schälen und fein würfeln. Apfelessig mit Honig verrühren. Wenn die Linsen gar sind, abgießen, den Topf kurz auswischen und 1 EL Olivenöl darin erhitzen. Die Schalottenwürfel darin glasig dünsten, dann die gekochten Linsen hinzufügen und alles mit der Essig-Honig-Mischung ablöschen. Mit Salz und Pfeffer abschmecken und warm halten. Die Walnusskerne in einer Pfanne ohne Öl anrösten, bis sie zu duften beginnen.

    6. Zum Servieren die Kürbisspalten auf dem Salat verteilen, das Dressing darüber träufeln, die Linsen zwischen den Kürbisspalten verteilen und alles mit Schafskäse und Walnüssen garnieren.

    Salat mit Belugalinsen, Ofenkürbis, Schafskäse und Orangendressing-1

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