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    Best of three: Süßkartoffel-Spinat-Quesadillas mit Mango-Koriander-Guacamole

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    Bei manchen Rezepten dauert es etwas länger, bis sie den Weg auf den Blog finden. Sehr viel länger. Diese Quesadillas sind so ein Fall. Als Snack steht die Kombination aus Tortillafladen und Käse bei uns schon lange hoch im Kurs, und auch Guacamole essen wir am liebsten völlig ungeniert direkt aus der Schüssel. Vor fast zwei Jahren sollten also die leckeren Quesadillas auch endlich auf den Blog kommen. Wir bereiteten alles vor, rührten gleich drei verschiedene Varianten der Avocadosauce an und richteten das Fotoset her. Das Ergebnis war großartig, die Fotos alles andere. Vielleicht lag es am schlechten Licht, an der viel zu schnell braun gewordenen Salsa oder aber am mangelnden Talent unsererseits – wir wissen es nicht. Fakt ist, die Fotos landeten auf dem Rechner, aber nie auf dem Blog.

    Vom Ehrgeiz gepackt – nein, eigentlich nur von der Lust auf Quesadillas – folgte nach langer Zeit dann ein zweiter Versuch. An den Quesadillas wurde noch etwas gefeilt, die Guacamole optimiert, alles wunderbar und auch die Fotos waren diesmal ganz passabel. Das ist nun ganze zwei Monate her. Höchste Zeit also, sich an den Blogpost zu machen. Doch hier taucht auch schon das nächste Problem auf, denn wir Idioten haben vor lauter Hunger wohl vergessen, das Rezept zu notieren. Auch die Volltextsuche auf PC und Laptop, panisches Durchscrollen der Blogpostentwürfe und das Wühlen im Papierstapel auf dem Schreibtisch bringen kein Ergebnis. Pfff, Anfängerfehler! Immerhin lässt sich anhand der Fotos ganz gut rekonstruieren, was wir da eigentlich angestellt haben. Und da die Kombination aus Tortilla, Süßkartoffel, Spinat, Cheddar, Avocado und Mango derart gut schmeckt, ist es auch kein allzu großes Opfer, einen weiteren Kochdurchgang zu starten. Nun also nach langem Vorlauf unsere auf Herz und Nieren geprüften Lieblingsquesadillas!

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    Süßkartoffel-Spinat-Quesadillas mit Mango-Koriander-Guacamole (für 2 Personen):

    2 mittelgroße Süßkartoffeln (à 300 g)
    1 Knoblauchzehe
    100 g frischer Spinat
    100 g Cheddar
    1 rote Chilischote
    2 Frühlingszwiebeln
    100 g Tomaten
    1 kleines Bund Koriander
    4 große weiche Tortillas
    ggf. eingelegte Chipotle, fein gehackt
    2 reife Avocados
    1 reife Mango
    Saft von 1 Limette
    4 EL Schmand oder saure Sahne
    Salz, Pfeffer

    1. Den Ofen auf 220 °C vorheizen. Die Süßkartoffeln mit einem spitzen Messer ein paarmal einstechen und 45-55 Minuten im Ofen garen. Etwas abkühlen lassen und schälen. Das weiche Innere mit einer Gabel oder einem Kartoffelstampfer zu Püree verarbeiten. Den Knoblauch schälen, sehr fein hacken und unter die gestampfte Süßkartoffel rühren. Den Stampf gründlich mit Salz und Pfeffer abschmecken.

    2. Den Spinat gründlich waschen und trocknen. Den Cheddar reiben. Frühlingszwiebeln und Chili in Ringe, die Tomaten in feine Würfel schneiden. Den Koriander waschen, trocken schütteln und grob hacken. Eine große Pfanne erhitzen. Jeweils eine Hälfte der Tortillafladen mit Süßkartoffelpüree bestreichen, darauf etwas geriebenen Cheddar verteilen und mit einer Handvoll Spinat abschließen. Wer es scharf und rauchig mag, packt noch gehackte Chipotle-Chili auf die Süßkartoffel, der Rauchgeschmack harmoniert gut mit der erdigen Süße.

    3. Die Tortilla zusammenklappen und vorsichtig einzeln in die heiße Pfanne geben. Am besten mit einem großen Topf beschweren, damit die Quesadilla platt gedrückt wird. Von jeder Seite etwa 2 Minuten anbraten.

    4. Für die Mango-Guacamole die Avocados schälen und in einer Schüssel mit einer Gabel zerdrücken. Mit dem Limettensaft vermischen. Die Mango schälen, zwei Drittel der Frucht fein würfeln, den Rest pürieren oder mit einer Gabel fein zerdrücken. Bis auf ein paar Mangowürfel alles unter die Avocado rühren und je nach Belieben etwas gehackten Koriander unterheben. Mit Salz, Pfeffer und ein paar Chiliringen abschmecken. Die übrigen Mangowürfel und etwa 1 EL des gehackten Korianders über der Guacamole verteilen.

    5. Die Quesadillas noch warm mit Mango-Guacamole, einem Klecks Schmand oder saure Sahne, gehackten Tomaten, Frühlingszwiebeln, Chiliringen und frischem Koriander servieren.

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    Gegessen, Gekauft, Gereist, Getrunken, Mallorca, Spanien

    Mallorca Food & Travel Guide #1: Sóller & Port de Sóller – Orangen, wohin das Auge blickt

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    „Hm ja, da soll’s ja auch ganz schöne Ecken geben …“ So in etwa lauten sämtliche Reaktionen, als wir von unserem bevorstehenden Urlaub auf Mallorca erzählen. Das Image der Partyinsel haftet Mallorca noch immer an. Fast schon rechtfertigend ergänzen wir: „… aber wir wohnen in den Bergen, fernab von Ballermann und Eimersaufen.“ Natürlich treffen wir im Flieger nach Palma auf singende Fußballclubs, Klischeetouris mit Sandalen und weißen Socken und Junggesellenabschiede im Einheitslook, die uns kurz zweifeln lassen, ob das mit „Malle“ und uns wirklich so eine gute Idee war. Doch spätestens als wir die ersten Orangenbäume am Rande der Tramuntana passieren und uns Sóller mit freiem Blick auf das im Tal liegende Städtchen begrüßt, wird klar, dass das ein guter Urlaub werden könnte.

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    Nicht ganz leicht fiel uns die Wahl des Ausgangspunkts unserer einwöchigen Reise. Der Nordwesten mit seinen steilen Küsten, grünen Hügeln, hübschen Bergdörfern, Orangenplantagen und kurvigen Serpentinen oder der Süden mit seinen traumhaften Stränden, felsigen Buchten, türkisblauem Wasser, Salinen und Flamingos? Letztendlich sind wir sehr glücklich, uns für Sóller und die Berge entschieden zu haben. Zum einen zeigt sich der Nordwesten deutlich weniger touristisch als der Süden (okay, man ist trotzdem auf Mallorca, d.h. Touristen gibt es ohnehin überall, aber immerhin keine Bettenburgen, Reisebuskolonnen oder typische Touriorte, in denen sich Discos, Souveniershops und Fotomenükarten aneinanderreihen), zum anderen ist dieser Teil der Insel einfach so herrlich grün und reich an Flora und Fauna, dass wir in Kauf nehmen, für die schöneren Strände im Süden eben mal eine Stunde mit dem Auto zu fahren. Falls ihr bislang Berührungsängste bezüglich Mallorca hattet, können wir euch beruhigen, denn Ballermann und Partytourismus kann man wirklich gut aus dem Weg gehen! Stattdessen präsentiert sich uns die Baleareninsel von ihrer allerschönsten und entspanntesten Seite, sodass wir gedanklich schon weitere Urlaube dort planen (und uns abends am Pool ausmalen, wie schön es wäre, hier eine kleine Finca zu besitzen …).

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    Sóller

    Fährt man von Palma nach Sóller, wird man zunächst vor eine Entscheidung gestellt: Serpentinenreicher Gebirgspass mit toller Aussicht oder schnelle, mautpflichtige Strecke durch einen langen Tunnel? Noch bevor jemand das Wort „Serpentine“ aussprechen kann, zücke ich den 5-Euro-Schein, denn kurvige Straßen in schwindelerregenden Höhen sind so gar nicht meine Freunde. Ich ahne, dass ich ihnen in dieser Woche nicht gänzlich aus dem Weg gehen kann, doch der Urlaub soll nicht gleich ganz so nervenaufreibend beginnen. Gerade einmal 40 Minuten nach unserer Landung in Palma kommen wir an. Eng sind sie, die schmalen Gassen, die uns durch die Stadt zu unserer Unterkunft führen. Gut, dass wir uns für einen kleinen Mietwagen entschieden haben!

    Wir laden kurz das Gepäck ab und dann zieht es uns schon wieder raus – in die Sonne, in die Altstadt, auf die Plaça de la Consitució, den zentralen Platz der Stadt, auf dem sich alles in den Straßencafés abzuspielen scheint. Über dem Platz thront die hübsche Kirche Sant Bartomeu, die schon aus weiter Ferne hervorragt und Sóller erkennen lässt. Direkt davor führen auch die Gleise der alten Tram entlang, einem ehemaligen Orangenexpress, der Sóller noch immer mit dem Küstenstädtchen Port de Sóller verbindet und oberhalb des Platzes an der Bahnstation abfährt. Orangen haben Sóller reich gemacht – das merkt man auch heute noch. Das Tal ist grün und platzt fast vor Fruchtbarkeit – von allen Seiten umringen Zitrusbäume die Gärten und Plantagen der Stadt, hier und da ergänzt durch einen Feigen- oder Avocadobaum. Wir müssen uns bremsen, um nicht von jedem Baum etwas abzuzupfen.

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    Das Orangenthema begleitet uns durch die ganze Stadt – nicht nur jedes noch so kleine Geschäft bietet frische Orangen an (was uns jeden Morgen mit einem frisch gepressten Orangensaft starten lässt), wir sind auch noch ausgerechnet während der „Fira de la Taronja“ in Sóller, einem Orangenfest, das jedes Jahr Mitte bis Ende Juni stattfindet und zahlreiche Restaurants besondere Orangenmenüs anbieten lässt (darunter leider keine vegetarischen, aber wer Fisch, Meeresfrüchte und Fleisch isst, kann dabei tolle Kreationen entdecken).

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    Port de Sóller

    Natürlich wollen wir im alten Orangenexpress ins benachbarte Port de Sóller rattern! Fünf Kilometer rumpeln wir vorbei an Orangenplantagen und Olivenhainen, bis wir die langgestreckte Bucht von Port de Sóller erblicken. Die kleine Schwester von Sollér ist aufgrund der malerischen Lage am Meer und als Endpunkt der mit den historischen Bahnen aus Palma anreisenden Tagestouristen zwar deutlich belebter, aber trotzdem einen Ausflug wert. Das Städtchen ist von Sollér nicht nur mit der historischen Tram, sondern auch mit dem Bus gut zu erreichen und stellt sich als recht überschaubar heraus. Viele Geschäfte, Cafés und Restaurants drängeln sich im Halbkreis um die geschützte Bucht, in der sich heute Yachten, Fische und Badegäste das Wasser teilen. Zwar findet man hier vielleicht nicht den Topstrand der Insel, aber die Wasseroberfläche glitzert dennoch einladend türkis und wir ärgern uns, das Badezeug nicht eingepackt zu haben. Stattdessen bietet sich Port de Sóller aber als Ausgangspunkt für unterschiedlich lange Spaziergänge zu verschiedenen Aussichtspunkten an, von denen aus die raue Schönheit der Westküste bewundert werden kann.

    Sóller & Port de Sóller kulinarisch

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    {Bar El Tren}

    Eigentlich haben wir keinen Grund, frühstücken zu gehen. In unserer Unterkunft gibt es eine große Küche, in der sich frische Orangen stapeln, der Kühlschrank ist voll mit Käse und Oliven und wir haben eine schöne Terrasse, auf der es sich herrlich in der Sonne frühstücken lässt. Doch wir sind früh auf den Beinen, wollen mit dem Zug nach Palma und sind … zu früh. So früh, dass wir es noch schaffen, im Café vor dem Bahnhof ein kleines Frühstück zu bestellen mit mallorquinischem Mandelkuchen, einem frisch gepressten Orangensaft und einem Café con leche. Das alles für 3,90€ – da kann man nicht meckern, denn schmecken tut es auch noch! Bar El Tren // 4 Plaça d’Espanya, Sóller.

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    {Pastisseria Vidal}

    Direkt nebenan lacht uns an einem anderen Tag die Auslage der Pastisseria Vidal so sehr an, dass wir beschließen, unsere Tramfahrt nach Port de Sóller (direkt vor der Bäckerei befindet sich die Haltestelle) mit Gebäck zu versüßen – so eine Zugfahrt macht schließlich hungrig (auch wenn sie nur 15 Minuten dauert)! Ganz einfach ist es nicht, Zimt-Vanille-Ensaimada, Kokosbollen und Spinat-Blätterteigtasche elegant im Zug zu essen, gerade wenn man sie sich zu viert teilt, aber lecker sind sie allemal! Pastisseria Vidal // 4 Plaça d’Espanya, Sóller.

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    {Pasteleria La Lareña}

    Fast verlassen wir Mallorca, ohne die ursprüngliche Version der Ensaimadas gegessen zu haben, ganz ohne Vanillecreme, Zimt oder Aprikosen. Das Internet sagt, dass es in der Pasteleria La Lareña besonders gute Ensaimadas geben soll, manche behaupten sogar, es seien die besten der Insel. Und es stimmt, sie sind wirklich gut! Ganz leicht und fluffig und in genau der richtigen Größe, um uns über das Nachmittagstief hinwegzuhelfen. Auch das andere Gebäck in der Auslage der kleinen Bäckerei sieht fantastisch aus, aber das probieren wir lieber ein andermal. Pasteleria La Lareña // Plaça de la Constitució, 5, Sóller.

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    {Carrer de sa Lluna}

    Eine der Seitenstraßen, die von der Plaça de la Consitució abgeht, beheimatet ein kleines mallorquinisches Kulinarikparadies. In der Carrer de sa Lluna wechseln sich Feinkostläden mit Keramik- und Schuhgeschäften ab und bieten die Spezialitäten der Insel an. Selbst eine kleine Stadt wie Sóller hat einen eigenen Gin (Cabraboc), eigentlich nur logisch, denkt man an die Ginverrücktheit der Spanier_innen. Von der Vielzahl der mallorquinischen Ginsorten (wie Fever Island, Gin Eva oder Dos Perellons) ganz zu schweigen. Wir decken uns außerdem mit verschiedenen Craft-Bieren der ortsansässigen Brauerei Sullerica ein, von denen bei der Verköstigung am Pool das Porter Fosca mit Kakao und Orangenblüten sowie die Sonderedition Valenta, ein Session-IPA mit Rosenblüten, besonders gut abschneiden. Feinkostläden // Carrer de sa Lluna, Sóller.

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    {Mercat de Sóller}

    Ich kenne kein noch so kleines spanisches Städtchen, das keine lokale Markthalle besitzt. Natürlich findet man auch eine in Sóllers Innenstadt – sie ist nicht groß und unter der Woche sind auch nur eine Handvoll Stände geöffnet, doch Gemüse und Obst sind hier unschlagbar günstig und wir finden unsere heiß geliebten Pimientos de Padrón, die gleich am Abend mit etwas Olivenöl und Meersalz in der Pfanne landen. Am Samstag lebt der Markt aber richtig auf, denn dann belagert eine Vielzahl an Händlern die Halle und den Platz davor. Mercat de Sóller // Plaça de Mercat, Sóller.

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    {Fet a Sóller}

    Ein Laden, an dem man in Sóller einfach nicht vorbeikommt, ist der kleine Feinkostmarkt Fet a Sóller – hergestellt in Sóller, der Name ist Programm. Dahinter verbirgt sich eine lokale Initiative, die auf Ökologie setzt und feinste Qualitätsprodukte, hergestellt aus dem Besten, was die Natur der Insel zu bieten hat, vertreibt. Auch hier dominieren Orangen in allen Varianten: als Marmelade, Essig, Chutney, Honig, Sirup etc. Besonders interessant für Besucher_innen der Stadt ist die Möglichkeit, sich ein Stück Urlaub in Form einer 10-Kilo-Bio-Orangenkiste nach Hause schicken zu lassen. Ab 30 € liefert der Shop kostenfrei nach Deutschland und wir sind ganz glücklich, dass wir die vielen Flaschen Essig, Olivengläser und Orangen nicht im Koffer nach München schleppen müssen. Fet a Sóller //

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    {Sa Fabrica de Gelats}

    Direkt nebenan befindet sich eine Eisdiele, die ebenfalls zu Fet a Sóller gehört und Mallorquiner_innen und Tourist_innen gleichermaßen mit hausgemachtem Eis verwöhnt. Vermutlich gibt es kaum eine andere Eisdiele, die derart viele Orangeneissorten im Sortiment hat. Natürlich gibt es auch andere Geschmacksrichtungen, aber wir sind vom Orangenwahn gepackt und bestellen jeweils eine große Kugel Orange, Orange-Minze und Orangensorbet. Lecker und bei den hohen Temperaturen herrlich erfrischend! Sa Fabrica de Gelats //

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    {Cooperativa Agrícola San Bartolomé}

    Nicht nur die Orangenbäume prägen die Landschaft der Region, sondern auch die vielen Olivenhaine. Die Kooperative Agrícola San Bartolomé verarbeitet die Oliven vor Ort und stellt daraus verschiedene Öle, Pasten und Eingelegtes her – nachhaltig produziert und in Bio-Qualität -, die man direkt im Hofladen kaufen kann. Nach einer Verköstigung der verschiedenen Olivenöle, finden wir schnell unsere beiden Favoriten und sichern uns gleich mehrere Liter. Hier treffen wir außerdem auf viele Produkte, die wir bereits aus Fet a Sóller kennen, denn man arbeitet Hand in Hand. Sehr praktisch, denn so können wir unsere Lieferung Orangen durch diverse Öle ergänzen. Cooperativa Agrícola San Bartolomé //

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    {Ecovinyassa Sóller}

    Wer noch etwas genauer wissen will, was die Natur der Region hervorbringt und sich auf einen botanischen Entdeckungspfad begeben möchte, sollte unbedingt der Ecovinyassa einen Besuch abstatten. Die 18.000 m² große Zitrusplantage, umringt von einer beeindruckenden Gebirgslandschaft, kann gegen Voranmeldung und 10€ Eintritt besucht werden. Es erwarten die Besucher_innen ein wunderschön angelegter Rundweg über den Bio-Hof mit über 4o Infotafeln, die einem die Geschichte der Orangen in Sóller sowie die Besonderheiten der verschiedenen Sorten näherbringen (den botanischen Garten der Stadt kann man dagegen vergessen). Hin und wieder entdecken wir auch Granatapfelsträucher und Feigenbäume. Ich glaube, es ist das erste Mal, dass ich frische Feigen direkt vom Baum esse. So gut haben sie wirklich noch nie geschmeckt. Zwischen uns laufen Hühner, Pfauen und Katzen, und als die Sonne zu sehr brennt, setzen wir uns in den Schatten und schälen Orangen, denn für Besucher_innen steht extra ein großer Korb frischer Früchte bereit, an denen man sich satt essen kann. Doch etwas Platz sollte man lassen, denn ebenfalls im Eintrittspreis enthalten sind zum Abschluss ein Snack mit frischem Orangensaft, selbst gemachter Zitronenlimonade und belegten Broten mit Tomaten, Oliven und Paprika. Am Ende unseres Besuchs bekommen wir noch kiloweise Orangen und Zitronen in die Hände gedrückt. Die nächsten Frühstückssäfte sind also gesichert! Ecovinyassa // Carretera Fornalutx, Camí de Sa Vinyassa, Sóller.

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    {Ca’n Ribes}

    In erhöhter zweiter Reihe zum Hafen und somit etwas entfernt von den geballten Tourimassen, versteckt sich das kleine familiengeführte Restaurant Ca’n Ribes. Innen ist es hübsch und modern eingerichtet, doch das Wetter ist zu bombig, um nicht draußen zu essen. Von dort aus kann man außerdem den schönen Blick über den Hafen und die gesamte Bucht von Port de Sóller viel besser genießen. Der wassernahen Lage entsprechend, bietet die Karte viele Fischgerichte sowie ein dreigängiges Mittagsmenü für 15,90€. Doch wir haben Lust auf Paella und teilen uns eine vegetarische Pfanne (14,90€ pro Person), die absolut überzeugen kann. C’an Ribes // Carrer Santa Caterina de Alexandria, 22, Port de Sóller.

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    {Ca’n Pintxo}

    Pintxos und Gin Tonics? Es kann kein Zufall sein, dass wir dem Ca’n Pintxo gleich am ersten Abend förmlich in die Arme laufen. Seit unserer Reise nach San Sebastián mögen wir die ausgefallenen baskischen Pintxos fast noch lieber, als die üblichen spanischen Tapas. Ab 19 Uhr stapeln sich hier warme und kalte Pintxos auf der Fensterbank, darunter auch mehrere vegetarische (zwischen 2 und 5€). Darüber hinaus bietet die zweistöckige Bar, die von einer Gruppe junger Mallorquiner betrieben wird, eine große Auswahl an etwas aufwendigeren Tapas, die von der Karte oder dem wechselnden Tagesmenü bestellt werden können (zwischen 2 und 8€). Alles schmeckt köstlich! Die Küche ist kreativ, die Speisen hübsch und ungewöhnlich angerichtet (z.B. Gambón Pirata – eine Riesengarnele in Kataifiteig mit Sesam, Wasabischaum und einer Spritze mit Kaffirlimettenöl) und die Liste der Gin Tonics ist so lang, dass es dafür eine eigene Karte gibt. Kein Wunder, dass wir gleich zweimal zum Essen kommen. Ca’n Pintxo // Carrer de la Rectoria, 1, Sóller.

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    Und sonst so?

    Sóller ist ein idealer Ausgangspunkt für kurze und längere Wanderungen in die Serra de Tramuntana. An einem nicht ganz so heißen Tag machen wir uns auf, jene Gipfel zu erklimmen (zumindest die kleinen), die uns jeden Morgen aus der Ferne begrüßen. Wir starten am Sportplatz von Sóller, von wo aus es über die Straßen Cami de Ses Moncades und Cami del Ermitaño weitergeht, bis das erste Schild den Weg bergauf in Richtung Fornalutx weist. Von da ab geht es über steinige, aber gut begehbare Wege bis zu dem malerischen Bergdorf (ausgezeichnet als das schönste Dorf Spaniens), das schon ein gutes Stück über dem Tal liegt. Auf dem Weg passieren wir knorrige Olivenhaine, riechen die allgegenwärtigen Orangenblüten und bekommen das ein oder andere Tier zu Gesicht. Der steilste Teil der Weges liegt nun vor uns. Von Fornalutx aus kraxeln wir etwa eineinhalb Stunden den Berg hinauf, bis wir schließlich den Mirador de ses Barques erreichen. Dort erwartet uns ein wunderschöner Ausblick auf Port de Sóller und – wie könnte es anders sein? – ein Glas frisch gepresster Orangensaft. Der Weg bergab ist zwar steinig und steil, aber ebenfalls gut angelegt und mit Treckingschuhen gut zu bewältigen. Dank unserer Apothekerin wird zwischendurch auch noch der Sonnenbrand vom Vortrag mit echter Aloe vera vom Wegesrand bekämpft, während Sóller immer näher rückt. Ein letzter Stopp lohnt sich bei Sa Capelleta, wo ein kleines Kloster die merkwürdigste Kapelle beherbergt, die wir bisher sehen durften. Der verwunschene Garten mit der bizarren Nachbildung der Grotte von Lourdes ist auch dann einen Abstecher von Sóller aus wert (45 Minuten für beide Wege), wenn man keine Lust auf die große Runde hat. Nach dem Tag wissen wir auch wieder, dass das Haus mit Pool die richtige Entscheidung war!

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    Unterkunft in Sóller

    Da wir den Urlaub zu viert verbringen, ist es uns wichtig, etwas mehr Platz zu haben. Also landen wir mal wieder bei Airbnb und finden eine Unterkunft, die fast nicht idealer hätte sein können: ein zweistöckiges Häuschen, superzentral und dennoch sehr ruhig und – ganz wichtig – mit einem Pool nur für uns alleine. Gerade der Gartenbereich mit gemütlicher Terrasse, Pool, Outdoor-Bett und -Küche hat es uns angetan und wird im Laufe der Woche intensiv genutzt.

    Wir hoffen, der erste Teil unserer kleinen Mallorca-Reihe hat euch gefallen. Wart ihr denn selbst schon mal auf Mallorca? Wo hat es euch denn am besten gefallen? (Wir sammeln gerne Tipps fürs nächste Mal.)

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    All you can Burger {Buchvorstellung: Burger unser}

    Big Hahuna Burger mit gebratener Ananas und Kokos-Chili-Mayo Rezept Feed me up before you go-go-1

    Als der Burger-Boom vor ein paar Jahren auch in Deutschland Fahrt aufnahm und (zunächst vor allem in Berlin) immer mehr Burgerrestaurants eröffnet wurden, haben auch wir uns anstecken lassen und begannen, in der heimischen Küche zu experimentieren. Wir achteten auf die Qualität des Fleisches, verzweifelten an der Suche nach guten Burgerbrötchen und verbrachten viel Zeit damit, den perfekten vegetarischen Bratling zu entwickeln. Verschämt erinnern wir uns an die finsteren Tage unserer Studienzeit, als Tiefkühlpatties, wässrige Tomaten und billiger Ketchup alles waren, was wir uns unter dem Begriff „Burger“ vorstellen konnten. Was hätten wir um ein Buch gegeben, das uns aus der Dunkelheit geführt und auf den wahren Weg des Burgergenusses gelenkt hätte. Zwar sind in den letzten Jahren viele Bücher erschienen, die Grundlegendes in Sachen Patty und Bun klarstellen, aber zu wahrer Erleuchtung haben die wenigsten geführt. Erst jetzt scheint der Burgergott ein Einsehen gehabt zu haben, hat gesehen, dass die Menschen lange genug unter trockenem Fleisch, bröckeligen Brötchen und langweiligen Saucen gelitten haben. Um diesem unwürdigen Zustand ein Ende zu setzen, hat er die Gebote des Bratens und Backens diktiert und uns das „Burger Unser“ beschert.

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    Im Folgenden: Innenseiten aus „Burger Unser“ mit Fotografien von Daniel Esswein

    Worum gehts?

    Das „Burger Unser“ will nicht mehr und nicht weniger sein, als „das beste Buch“ zum Thema Burger – eine umfassende Abhandlung von allem, was zwischen zwei Brötchenhälften (oder auch gepresste Nudeln bzw. auf ein Salatblatt) passt. Alle wichtigen Zutaten werden behandelt und die Burgerherstellung von Grund auf erklärt. Auf 288 Seiten dreht sich alles um den Burger in all seinen Varianten. Dementsprechend wird den Beilagen relativ wenig Platz eingeräumt (50 einfache Rezepte wurden dennoch auf 18 Seiten gedrängt) und auch Nebenschauplätze wie Sandwiches – mit denen andere Bücher auf dem Markt oftmals die Seiten auffüllen – fehlen gänzlich. Das „Burger Unser“ will dagegen das Standardwerk für die kommenden Jahre sein. Und das wird dem Buch vermutlich gelingen.

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    Aufbau & Optik

    Schwer, dick und hochwertig kommt es daher. 288 glänzende großformatige Seiten, ein geprägtes Cover und gleich drei Lesebändchen geben dem Buch eine sehr wertige Optik. Im Buch selbst stechen zunächst die unzähligen seitenfüllenden Fotos ins Auge, auf denen die Burger riesig in Szene gesetzt werden und einen sofort loslegen lassen wollen. Das Layout ist recht klar gehalten, kommt ohne große typografische Spielereien aus und bleibt sogar dann noch gut lesbar, wenn der Text in die Fotos hineinläuft. Infokästen auf den Rezeptseiten sowie kleine Gimmicks wie die Angabe des „Sauereifaktors“ bei jedem Burger sorgen für einen guten Überblick und eine nette Abwechslung.

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    Das Buch selbst besteht aus zwei großen Teilen: das erste Drittel widmet sich Buns, Fleisch und Patties, Saucen und Beilagen, der Hauptteil des Buches ist den Burgerrezepten vorbehalten. Ergänzt werden die beiden Teile durch eine Einleitung sowie einen Anhang mit Basisrezepten, Glossar und Empfehlungen für Burgerläden in Deutschland, Österreich und der Schweiz.

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    Auf den ersten 100 Seiten werden die einzelnen Bestandteile eines Burgers ausführlich unter die Lupe genommen. Neben einleitendem Grundlagenwissen gibt es Rezepte von einfach bis sehr speziell sowie die wirklich wichtige Kategorie „Wissen statt Glaube“. Dazu haben sich die Autoren (ja, nur Männer) Hilfe bei Dr. Thomas Vilgis geholt, einem Lebensmittelwissenschaftler („Soft Matter Food Science“ nennt sich sein Forschungsfeld) aus Mainz. Dieser geht den wichtigsten Fragen und Mythen der Materie auf den Grund, was dem Buch noch einmal eine ganz andere Gewichtung verschafft. Ich habe aus diesen Texten unglaublich viel gelernt, gerade weil man erklärt bekommt, was da beim Braten oder Backen eigentlich genau passiert und wie man das Ergebnis mit diesem Wissen zu seinen Gunsten beeinflussen kann. Mit besonderer Gründlichkeit wird sich auch dem Thema Fleisch gewidmet. Unter anderem werden verschiedene Blends vorgestellt, mit deren Zusammensetzung man anschließend seinen Metzger auf die Probe stellen kann. Darüber hinaus widmet sich jeweils eine bebilderte Doppelseite der Herstellung und dem Braten des Patties, die jeden Schritt gut verständlich werden lässt. Auch vegetarische Optionen finden hier natürlich ihren Platz.

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    Die Rezepte

    Neben den erwähnten 50 Beilagen bilden die Burgerrezepte den Kern des Buches. 68 verschiedene Varianten werden vorgestellt, die natürlich nicht nur aus Rindfleisch bestehen. Ente, Schwein und Wild finden ebenso ihren Platz wie vegetarische Rezepte. Sympathisch finde ich die Idee, die vegetarischen Burger nicht ans Ende zu packen, wo sie oft ein Dasein als zweitklassige Alternative fristen. Stattdessen findet man die vegetarischen Burger ganz selbstverständlich neben jenen mit Fleisch. Denn sie sollen gar keine schlechtere Alternative sein, sondern gleichwertige Burgervarianten, auf die man auch als Fleischesser_in Lust bekommt. Wem das nicht genügt, der kann auf die Rezepte für vegetarische Patties aus dem ersten Teil des Buches zurückgreifen und die fleischigen Burger vegetarisieren.

    Wie die Komplexität des Werks schon vermuten lässt, lassen sich die Rezepte nicht mal eben in ein paar Minuten umsetzen. Wer schon einmal einen Burger von Grund auf zu Hause zubereitet hat, weiß, dass es sich hier um alles andere als Fast Food handelt. Allein die selbst gebackenen Brötchen erfordern eine Menge Planung (wobei sich die meisten Buns auch für den spontanen Burgerhunger gut einfrieren lassen) und auch sonst ist es bei den Rezepten nicht mit ein wenig Schnippeln getan. Für den getesteten (und für supergut befundenen) Big-Hahuna-Burger musste z.B. Ananas über 1 Stunde hinweg einkochen und eine nicht ganz einfache Mayonnaise angerührt werden. Dazu kommt, dass viele Rezepte auf andere Basisrezepte im Buch verweisen, welche wiederum einige Stunden in Anspruch nehmen können. Ich kann also nur dazu raten, sich vorab alles ganz genau durchzulesen, damit es beim Kochen nicht zu bösen Überraschungen kommt. Oder eben an manchen Stellen nicht bei Null zu beginnen, sondern einfach auf eine gekaufte Mayonnaise (Tipps dazu finden sich auch im Buch) zurückzugreifen, statt sich für die am Ende benötigten 4 EL nochmals deutlich mehr Arbeit zu machen.

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    Die getesteten Rezepte haben fast alle gut funktioniert und waren einfach zu befolgen. Ein fieser Fehler bei den Brioche-Buns ist inzwischen behoben und ab der zweiten Auflage zum Glück nicht mehr zu finden. Einzig die Mayonnaiseherstellung nach Rezept hat bei mir nicht geklappt, sodass ich auf unser eigenes bombensicheres Mayonnaiserezept zurückgreifen musste.

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    Fazit

    Es fällt mir wirklich schwer, irgendwas Negatives über dieses Wunderwerk zu schreiben. Die kleinen Probleme mit der Mayonnaise fallen bei der Gesamtbewertung kaum ins Gewicht und sonst hat mich nur der an manchen Stellen durchscheinende „echte-Männer-essen-Fleisch“-Habitus gestört. Das „Burger Unser“ ist wirklich die einzig wahre Burger-Bibel und sollte trotz des stolzen Preises in keinem burgeraffinen Haushalt fehlen! 5 von 5 Kartoffel-Buns.

    Tzschirner_BurgerUnser

    Hubertus Tzschirner, Nicolas Lecloux, Thomas Vilgis, Nils Jorra, Florian Knecht, Daniel Esswein

    Burger Unser

    Callwey Verlag, München 2016

    € 39,95

    Vielen Dank an den Callwey Verlag, der uns ein Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt hat.

     

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    Deutschland, Gegessen, Gekauft, Gereist, Getrunken, Ulm

    Grabenhäuschen, Gin & Löwenmensch: Ein (nicht nur kulinarischer) Streifzug durch Ulm

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    Oft liegt das Gute so nah, und nah heißt in diesem Falle Ulm. Von München gerade einmal 155 km entfernt und somit in gut 1,5 Stunden mit dem Auto erreichbar, wurden das baden-württembergische Städtchen Ulm und seine bayrische Schwester Neu-Ulm bisher von uns sträflich vernachlässigt. Ein grober Fehler! Schon nach ein paar Stunden in der Stadt wird uns klar, dass Ulm ungeahnte Kurzurlaubsqualitäten besitzt – quasi ein Naherholungsgebiet für gebeutelte Großstädter_innen aus der näheren und weiteren Umgebung.

    Ein ganzes Wochenende verbringen wir in der schönen Stadt an der Donau, von der wir bislang nur wussten, dass sie den höchsten Kirchturm der Welt beheimatet. Höchste Zeit also, unsere Ulm-Kenntnisse zu vertiefen, und das tun wir am besten mit einer Stadtführung.

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    Die schönsten Ecken in Ulm

    Wir haben Glück und Ulm präsentiert sich uns bei allerschönstem Sommerwetter, als wir uns am Hotel mit unserer Gästeführerin treffen und dort beginnen, wo wir am Abend zuvor aufgehört haben: an der Donau, wo gerade das Internationale Donaufest stattfindet und die Flussufer mit Leben erfüllt. Zwischen den Zelten erfahren wir einiges über den Ursprung der Stadt, die 854 erstmals schriftlich erwähnt wurde und damals nur aus einigen Lehmhütten zwischen den Strömen Donau und Blau bestand. Am Flussufer fällt zuerst die Stadtmauer auf, die heute natürlich keine Verteidigungsanlage mehr ist, sondern vielmehr zum Flanieren einlädt. Beispielsweise durch den romantischen Rosengarten, von dem man einen herrlichen Blick auf den Fluss hat und die zahlreichen Boote beobachten kann, die das Wasser bevölkern. Direkt nebenan werden wir an der Stiege vorbeigeführt, einer auf den ersten Blick unscheinbaren Bar und Galerie, in der man im Sommer in Ulm aber definitiv einmal gewesen sein sollte.

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    Von dort aus führt der Weg in die Altstadt, wo unsere Begleitung viele Geschichten aus der Vergangenheit der Stadt bereithält. So erfahren wir beispielsweise, dass sich hinter der Benennung der Profosengasse Folgendes verbirgt: Der Profose war eine Art Scharfrichter, der vor allem die Frauen der Stadt während der Frühen Neuzeit in Schach halten sollte. Überhaupt war das frühe Ulm ein hartes Pflaster. Stritt sich ein Ehepaar zu heftig, steckte man sie mit einer Schüssel Suppe in den Kerker, gab ihnen aber nur einen Löffel. Am Ende hatten sich die beiden hoffentlich vertragen (und am besten gleich für Nachwuchs gesorgt) oder dem Scharfrichter die Arbeit abgenommen.

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    Heutzutage geht es in der Stadt etwas gemütlicher zu, was man besonders gut am Rande der Altstadt an den Grabenhäuschen im Frauengraben erkennen kann. Diese waren ursprünglich als Soldatenunterkünfte errichtet worden und gehören heute zu den begehrtesten Immobilien der Stadt. Und während wir in der Mittagssonne die kleinen Häuser mit den bunten Bänken, Blumen und schlafenden Hunde vor der Tür bewundern, wünschen wir uns ebenfalls, hier einziehen zu dürfen.

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    Etwas lebhafter geht es rund um das Ulmer Münster zu, besonders am Markttag. Der Turm ist übrigens von fast jedem Punkt der Stadt zu sehen – verlaufen kann man sich so wenigstens nicht. Bei der Besichtigung der Kirche erfahren wir auch, was ein Münster von einem Dom oder einer Kathedrale unterscheidet: Das Münster ist eine Bürgerkirche, wurde also von den Einwohner_innen der Stadt erbaut und ist nicht etwa der Sitz eines Kirchenoberen. Dementsprechend stolz sind die Ulmer_innen auch heute noch auf das eindrucksvolle Gebäude mit dem höchsten Kirchturm der Welt. Den zu besteigen, lassen wir uns natürlich nicht nehmen, auch wenn die 768 Stufen eine ordentliche Herausforderung für unsere außer Übung geratene Kondition sind. Allerdings entschädigt der Blick von der Aussichtsplattform in 143 Meter Höhe für einiges und sollte bei einem Besuch der Stadt auf keinen Fall fehlen. Von hier aus kann man zudem erkennen, wie gut sich in Ulm alte und neue Architektur vertragen. Moderne Gebäude wie die Kunsthalle Weishaupt und die gläserne Pyramide der Stadtbibliothek stehen nicht weit entfernt von jahrhundertealten Gebäuden wie dem Rathaus mit seiner opulenten Fassadenbemalung und passen sich perfekt ins Stadtbild ein. Sie bestätigen auch, was wir während der Führung über die Mentalität der Stadt erfahren: dass Ulm nicht in der Vergangenheit verharre, sondern immer auch das Neue suche.

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    Dieser Gegensatz lässt sich auch einige Schritte vom Münster entfernt gut beobachten, wo sich die 2012 eingeweihte moderne Synagoge und das ursprünglich im 17. Jahrhundert erbaute Schwörhaus entgegenblicken. Der Balkon dieses Hauses steht zudem im Mittelpunkt des Schwörmontags, an dem der Ulmer Oberbürgermeister jedes Jahr am vorletzten Montag im Juli vor den Bürger_innen öffentlich Rechenschaft ablegen muss. Biegt man hinter dem Haus ab, kommt man schließlich ins wunderschöne Fischer- und Gerberviertel, wo wir uns sofort an unsere Reise nach Straßburg erinnert fühlen. Fachwerkhäuser direkt am Wasser, malerische Mühlbäche und viele kleine Cafés und Restaurants, um nach einer anstrengenden Tour durch die Stadt auszuspannen. Gelegenheiten gibt es dazu übrigens in der ganzen Stadt genügend, denn – noch so ein Superlativ – Ulm besitzt die höchste Kneipendichte Deutschlands. Auf 120.000 Einwohner_innen kommen aktuell über 500 Gasthäuser, Restaurants und Kneipen. Wir haben uns bemüht, alle zu besuchen, doch ein Wochenende war dann leider doch etwas zu knapp. Ein paar besonders schöne haben wir aber für euch herausgesucht.

    Ulm kulinarisch

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    {Fruchtrausch}

    Wer den ganzen Tag in praller Sonne durch die Stadt läuft, findet im Fruchtrausch eine gesunde und bunte Abkühlung. Die Smoothie-Bar bietet neben einer Vielzahl an leckeren fruchtigen und grünen Smoothies auch kleinere Snacks wie Sandwiches, Müslis und Suppen. Wir nehmen unseren Weltenbummler (Ananas, Papaya, Mango, Kirsche, Orange) und Hirnakrobat (Ananas, Honigmelone, Apfel, Banane, Kokos) to go und lassen uns weiter durch die Gassen Ulms treiben. Fruchtrausch // Hafengasse 1, Ulm.

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    {BellaVista}

    Schon unten vom Wochenmarkt aus sehen wir es, unser Plätzchen hoch oben auf der Dachterrasse des BellaVista. Kurz darauf nehmen wir unter einem der großen Sonnenschirme Platz – direkt neben uns das Ulmer Münster, unter uns die Stadt. Das BellaVista bietet moderne Küche mit mediterranem Einschlag, dazu ein wirklich schönes sommerliches Ambiente. Die Wochenkarte liest sich toll – abwechslungsreiche Gerichte, viele davon vegetarisch oder vegan und zu absolut fairen Preisen. Wir bestellen hausgemachte Tagliatelle mit Prosecco-Orangen-Sauce, Garnelen und Spargel (10€) sowie das vegane Mittagsangebot – gefüllte Portobello-Pilze mit Ratatouille, Salat und Kräuterbaguette (12€) -, das zudem mit einem Gurken-Minz-Smoothie serviert wird. Besonders gefällt uns, dass hier viel selbst hergestellt wird – Apfelsaft, Honig und auch Craft Beer, das natürlich sofort probiert werden muss. BellaVista OPALE (ein IPA mit leichter Limetten- und Kiwinote) und Bianco (ein spritziges Witbier mit Koriander und Curaçao-Orangenschale) nennen sich zwei der insgesamt sieben verschiedenen Biersorten des Hauses. Allein der Smoothie kann nicht überzeugen, alles andere auf unserem Tisch schmeckt ganz hervorragend! BellaVista // Münsterplatz 35, Ulm.

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    {Café Fräulein Berger}

    Spätestens nach Erklimmen der 768 Stufen des Ulmer Münsters und dessen Abstieg verlangen zittrige Beine nach einem Stück Kuchen. Den findet man z. B. mitten im Herzen der Stadt bei Fräulein Berger, einem kleinen, netten Café im Stil der 50er-Jahre mit täglich hausgemachten Kuchen (auch vegan) und Fokus auf regionalen Produkten. Am späten Sonntagnachmittag ist die Kuchenauswahl schon etwas eingeschränkt, doch wir ergattern noch zwei Stücke des leckeren Käsekuchens und Cappuccino bekommen wir natürlich auch. Und wer nach einem Stück Kuchen noch einen größeren Zuckerschock verträgt, kann sich beim gegenüberliegenden Ulmer Zuckerbäcker mit traditionellem Zuckerbrot mit Malaga, Rosenwasser und Anis eindecken. Café Fräulein Berger // Herrenkellergasse 14, Ulm.

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    {Drei Kannen}

    Einer der schönsten Biergärten Ulms eröffnet sich uns, als wir den Innenhof der Drei Kannen betreten – eine fast italienisch anmutende Enklave samt historischer Loggia. Die Traditionsgaststätte mit historischem Brauhaus braut heute jedoch nicht mehr selbst, sondern lässt sich mit dem exklusiv für sie hergestellten „Drei Kannen Spezial“-Bier von der in Ulm ansässigen Gold-Ochsen-Brauerei versorgen. Neben toller Innenhofatmosphäre und leckeren Bieren werden hier die Gäste mit deftigen schwäbisch-bayrischen Gerichten versorgt. Drei Kannen // Hafenbad 31/1, Ulm.

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    {Ronnie Biggs}

    Wer in Ulm von spontaner Burgerlust überkommen wird, steht vor der Qual der Wahl: Ronnie Biggs oder Damn Burger? So heißen die beiden Hotspots für Buns und Patties. Wir entscheiden uns für Ronnie Biggs und ergattern den letzten freien Tisch – samstagbends ist hier einiges los. Auch wenn wir mittlerweile viele Burgerläden durchprobiert haben, kann uns die Karte durchaus überraschen. Die Burgerkombinationen sind ungewöhnlich und spannend, die Auswahl der Drinks ist für einen Burgerladen erstaunlich gut. Unser Tisch platzt fast aus allen Nähten als unser Blue Dream (mit BBQ-Pfirsich-Sauce, Rucola, Blue Cheese, Preiselbeeren, Walnüssen, roten Zwiebeln und getrockneten Tomaten; 8,90€) und der vegetarische Meatless Sunshine (mit Rosmarin-Halloumi, grünem Spargel, Kürbis, Preiselbeeren, Rucola, Walnüssen und BBQ-Senf; 8,40€) sowie eine Portion Sweet Potato Fries mit einer sehr erfrischenden und leckeren Jalapeño-Koriander-Minze-Sauce (4€) serviert werden. Die einzelnen Komponenten harmonieren prima mit den hausgemachten Saucen, die selbst gemachte Zitronenlimo trinkt sich weg wie nix und der Service ist ausgesprochen aufmerksam. Zufrieden? Und wie! Was wir uns noch wünschen würden? Eine stärker saisonal ausgerichtete Karte, denn Spargel und Kürbis auf dem Veggie-Burger liegen jahreszeitlich schon recht weit auseinander. Ronnie Biggs // Donaustr. 14, Ulm.

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    {Rosebottel}

    Eine Bar, die es uns ganz besonders angetan hat, ist das Rosebottel. Dort dürfen wir an einem Gin-Tasting teilnehmen und uns dabei gleichzeitig von der Longdrink-Kompetenz der sympathischen Belegschaft überzeugen. Die im Stile einer 20er-Jahre-Prohibitionsära eingerichtete Bar serviert keine geshakten Cocktails. Aufgrund der Nähe zum Theater und dem entsprechenden Betrieb am Abend, muss es schnell gehen – daher besteht die Karte aus Longdrinks und fassgelagerten Cocktails, die ratzfatz an den Gast gebracht werden können. Für eine gute Auswahl ist dennoch gesorgt; schon bei über 20 Gins dürfte für jede_n was dabei sein. Besonders gut hat uns außerdem gefallen, dass die Bar eigene Sirups produziert und man somit hausgemachtes Tonic, Ginger Ale oder Orangenlimo genießen kann (selbstverständlich auch ohne zusätzliche Spirituosen). 50 Liter werden pro Woche hergestellt und nicht nur für die Bar in hübsche Flaschen abgefüllt. Wer in Ulm die Augen offen hält, kann sie in einigen Läden kaufen. Rosebottel // Zeitblomstr. 21, Ulm.

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    {Vegane Kochkurse}

    Die Anzahl der Ulmer Restaurants, Cafés und Bistros, die veganes Essen anbieten, ist zwar noch überschaubar, doch sie nimmt stetig zu. Für diejenigen, die Ulm vegan erleben möchten, hat Sabrina vom Blog Vegtastisch einen kleinen Guide zusammengestellt, der die veganen Optionen, die die Stadt zu bieten hat, aufzeigt. Wer gleich selbst aktiv werden möchte, kann darüber hinaus einen von Sabrinas veganen Kochkursen besuchen, die die Ulmerin zu verschiedenen Themen anbietet.

    Und sonst so?

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    {Übernachtung}

    Wir übernachten im Golden Tulip Parkhotel am Neu-Ulmer Ufer der Donau. Für unseren Besuch des Internationalen Donaufests ist die Lage des Hotels als Ausgangspunkt ideal, denn näher am Fest könnte man kaum wohnen. Dennoch würden wir beim nächsten Ulm-Besuch ein anderes Hotel wählen, da das Golden Tulip mit seinem 70er-Flair schon etwas in die Jahre gekommen ist und wir einen Standort auf der Ulmer Seite bevorzugen würden. Bei unserem Spaziergang durch das Fischerviertel kommen wir z.B. am Schiefen Haus, dem schiefsten Hotel der Welt, vorbei – ein altes Fachwerkhaus, ganz idyllisch an der Blau gelegen und perfekt geeignet für die Erkundung der Stadt.

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    {Shoppen}

    Viel Zeit zum Shoppen bleibt uns an diesem Wochenende zwar nicht, doch wir sehen einige interessante Läden, an denen wir nicht vorbeigehen können. Magisch angezogen werden wir vom großen Küchen- und Einrichtungsgeschäft abt am Münsterplatz, das uns mit einem erstaunlich stylishen Sortiment überrascht. Im Ochsen-Shop der gleichnamigen Brauerei erspähen wir ein Ulmer Pale Ale sowie den Ori-Gin, in dem Wacholder und Bier aufeinandertreffen. Im Fischerviertel entdecken wir beim Vorbeischlendern einige nette kleine Läden wie z.B. Gutes von hier oder die Donauwelle, in denen man Kulinarisches und Handgemachtes aus der Region kaufen kann.

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    {Museen}

    Auch in Sachen Museen hat Ulm einiges zu bieten. Die kostengünstigste Variante dafür bietet die UlmCard, mit der man für 18€ zwei Tage lang nicht nur den ÖPNV nutzen kann, sondern auch noch freien Eintritt in gleich acht Museen erhält. Das für Foodblogger_innen eigentlich prädestinierte Museum der Brotkultur schaffen wir zeitlich leider nicht, doch immerhin zwei andere Einrichtungen. Die Kunsthalle Weishaupt hat keine Dauerausstellung, sondern zeigt wechselnde Ausstellungen mit moderner Kunst. Daher lohnt sich hier ein Blick auf die Museumsseite, um zu schauen, ob einem die aktuell gezeigte Kunstrichtung grundsätzlich zusagt. Mit den Lackmalereien von Gerold Miller können wir beispielsweise recht wenig anfangen, doch über eine Brücke gelangen wir schnell ins nebenan gelegene Ulmer Museum, das neben Kunst aus unterschiedlichen Epochen auch einen großen Teil seiner Fläche der Archäologie und Frühgeschichte widmet. Hier steht auch das zentrale Stück der Sammlung – der Löwenmensch, eine über 35.000 Jahre alte Mensch-Tier-Skulptur. Aufgrund der umfangreichen Ausstellungsfläche kann man im Museum ohne Probleme auch einen verregneten Nachmittag verbringen.

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    Falls ihr bisher von Ulm nur wusstet, dass es dort den höchsten Kirchturm der Welt zu sehen gibt, hoffen wir, dass wir euch mit unserem Food & City Guide ein bisschen neugierig machen konnten auf das hübsche Städtchen in Baden-Württemberg.

    Herzlichen Dank an Ulm/Neu-Ulm Touristik, das Internationale Donaufest und die ARGE Deutsche Donau für die Einladung zu diesem schönen Wochenende! Unsere Meinung bleibt dabei, wie immer, unsere eigene. Ebenfalls ein dickes Dankeschön geht an unsere nette Reisetruppe: Burgturm, Traveltelling, Reisehappen & Annanikabu – es war schön mit euch!

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    Gekocht

    Panzanellas kleine Schwester: Fattoush mit Orangen

    Fattoush libanesischer Brotsalat Rezept Feed me up before you go-go-2

    Seit einigen Wochen verfolgt mich ein Gericht. Es begegnet mir in fast jedem Kochbuch, das ich in die Hand nehme (und das sind in letzter Zeit viele), in Reportagen wird es mir als landestypische Spezialität vorgestellt, mir wird von einer superguten Variante vorgeschwärmt, die man kürzlich gegessen hätte, ich besuche Events und es wird mir vorgesetzt: Fattoush – der libanesische Brotsalat mit knackigem Gemüse, frischen Kräutern und würzigem Pitabrot. Die Vehemenz, mit der sich das Gericht aufdrängt, kann nur eines bedeuten: Ich soll es zubereiten. Sofort!

    Wie es der Zufall (oder vielmehr der Kaufrausch) will, haben wir die saftigsten und aromatischsten Orangen im Haus, die wir uns aus dem Mallorca-Urlaub mitgebracht haben. Sie landen kurzerhand im Salat und verleihen dem Fattoush einen noch mediterraneren Touch. Und für den Fall, dass die Sonne in diesem Jahr doch noch beschließen sollte, mal um die Ecke zu schauen, ist der Salat auch der perfekte Begleiter durch laue Sommernächte.

    Fattoush libanesischer Brotsalat Rezept Feed me up before you go-go-1

    Fattoush (für 2-3 Personen)

    Für das Brot

    1-2 dünne Pitabrote (wir haben unsere in einem türkischen Supermarkt gekauft, aber das Brot lässt sich auch schnell und einfach selbst machen)
    1 Knoblauchzehe
    3 EL Olivenöl
    1 TL Za’atar
    1/2 TL Sumach
    Salz

    Für das Dressing

    2 Knoblauchzehen, fein gehackt
    1/2 TL Honig
    2,5 EL Olivenöl
    1 EL Orangenessig (oder ein anderer Fruchtessig)
    Saft einer 1/2 Zitrone
    1/2 TL Sumach
    1/2 TL Za’atar
    1/4 EL Harissa
    Salz, Pfeffer

    Außerdem

    1 kleiner Kopf Romanasalat
    2 Orangen
    3 Frühlingszwiebeln
    150 g rote Cocktailtomaten
    150 g gelbe Cocktailtomaten
    1 kleine Salatgurke
    je 1 große Handvoll Petersilie und Minze

    1. Für das Brot den Backofen auf 160 °C vorheizen. Das Pitabrot in kleine Stücke reißen und auf einem mit Backpapier ausgelegtem Blech verteilen. Den Knoblauch schälen und in feine Streifen schneiden. Das Olivenöl zusammen mit Knoblauch, Za’atar, Sumach und etwas Salz verrühren und die Pitastücke damit einpinseln. Im Ofen auf mittlerer Schiene etwa 12-15 Minuten kross backen.

    2. Für das Dessing alle Zutaten gründlich miteinander verrühren, dann beiseitestellen.

    3. Den Romanasalat waschen, trocken schleudern und in Streifen schneiden. Die Orangen mit einem dünnen, scharfen Messer schälen und die Spalten filetieren. Die Frühlingszwiebeln waschen und in dünne Ringe schneiden. Die Tomaten waschen und halbieren. Die Gurke waschen, der Länge nach halbieren und in Halbkreise schneiden. Die Kräuter waschen, trocken schütteln und grob hacken. Alle Zutaten miteinander vermischen und auf einer großen Platte anrichten.

    4. Das Dressing über den Salat träufeln und die gerösteten Pitastücke darüber verteilen.

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    Gegessen, Gereist, Getrunken, München

    RiminiRimini – eine Adria-Brise weht durch München

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    Dass München die nördlichste Stadt Italiens ist, wissen wir längst. Doch dass nun mitten in Münchens Innenstadt auch ein adriatisches Herz schlägt, mag einigen vielleicht noch nicht bekannt sein. Seit letzten Freitag bereichert RiminiRimini die Stadt – ein neues Pop-up-Restaurant, das sich den Spezialitäten aus der Emilia-Romagna verschrieben hat und einen Hauch Dolce Vita rund um den Viktualienmarkt versprüht. Und wo wäre so ein Restaurant besser aufgehoben als im Eataly – dem italienischen Feinkostmarkt in der Schrannenhalle?

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    Nach dem Betreten der Schrannenhalle ziehen rot-weiß gestreifte Sonnenschirme an der Decke die Blicke der Besucher_innen auf sich und locken ins Zwischengeschoss, wo ein kleiner italienischer Sommernachtstraum der 60er Jahre auf die Gäste wartet. Auch hier ist man dem Farbkonzept treu geblieben und so kann man auf ebenso rot-weiß gestreiften Stühlen Platz nehmen und von dort aus dem bunten Treiben in der Markthalle zusehen.

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    Die Speisekarte setzt auf leichte italienische Sommerküche – eine schöne Ergänzung zu den bisherigen Angeboten des Eataly (wo der Fokus auf Pizza, Pasta, Fleisch, Backwaren und Süßspeisen liegt) – und hält dem Konzept entsprechend eine große Auswahl an landestypischen Fisch- und Muschelgerichten bereit. Gestartet wird mit täglich wechselnden Antipasti, die wir beim Pre-Opening ausführlich probieren dürfen. Egal ob Meeresfrüchtesalat, Artischocken, marinierte Sardellen, sautierten Miesmuscheln in Weißweinsauce oder gefüllte Paprika: Alles ist unglaublich frisch, perfekt abgestimmt und sieht auf dem hübschen bunten Porzellan ganz besonders sommerlich aus. Besonders angetan haben es uns die Piadina, dünne Fladenbrote aus der Romagna, die u.a. mit Burrata, Rucola und Schinken belegt werden (8,50€).

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    Wer anschließend noch Hunger hat, kann zwischen frischem Fisch vom Grill, hausgemachter Pasta (z.B. Fischravioli oder Spaghetto mit Fischragout) und Muscheln wählen (10€-20€). Auch hier kann uns die Auswahl voll überzeugen, gerade der Fisch war auf den Punkt gebraten und so zart und saftig, wie nur möglich. Überhaupt bestechen alle Gerichte durch das Bemühen, der italienischen Küche so nahe wie möglich zu kommen: wenige, aber dafür hochwertige Zutaten und angenehme Zurückhaltung beim Würzen der Gerichte. Die Produkte sollen für sich sprechen, was der Küche wirklich hervorragend gelingt.

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    Den krönenden Abschluss bildet die Ankunft des Dessertwagens, von dem man sich verschiedene Dolcetti (5 Stück für 6€) aussuchen kann, sofern man im Magen noch ein Plätzchen dafür findet. Der kulinarische Ausflug nach Italien wird natürlich auch durch passende Drinks abgerundet. Lemon Spritz mit Limoncello, 6PM Spritz mit Montanaro oder unser Favorit, der Capotonic mit Amaro del Capo – einem leicht bitteren Kräuterlikör – sorgen dafür, dass man sich spätestens nach dem letzten Drink nicht mehr in München, sondern in Italien wähnt.

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    RiminiRimini_Eataly_Schrannenhalle-22Das Pop-up-Restaurant RiminiRimini kann voraussichtlich bis zum 31. Oktober im Zwischengeschoss von Eataly München besucht werden. Geöffnet ist diese Mittelmeer-Oase Dienstag bis Freitag von 18.00 bis 22.30 Uhr und samstags von 11.30 bis 15.00 Uhr sowie von 18.00 bis 22.30 Uhr. Mehr Adria war in München noch nie!

    Vielen Dank an Eataly für die Einladung zum Pre-Opening. Unsere Meinung bleibt davon, wie immer, unberührt.

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    Gebacken

    Fürs Wochenende: Himbeer-Blondies mit weißer Schokolade

    Himbeer-Blondies mit weißer Schokolade Rezept Feed me up before you go-go-2-2

    Zu einem richtigen Wochenende gehört auch ein Kuchen. Okay, das trifft bei uns zwar nur auf etwa jedes fünfte Wochenende zu, aber die Lust auf Kuchen klopft zumindest jeden Sonntag an die Tür. Wenn der Duft von frisch Gebackenen durch die Wohnung strömt und einem schon beim Gedanken an das noch warme erste Stück das Wasser im Mund zusammenläuft, sieht auch der verregnete Sommer nur noch halb so schlimm aus. Und wenn einem zudem nicht der Sinn nach aufwendigen Torten oder komplizierten Kuchen steht, sind Brownies oder Blondies genau das Richtige. Der Teig ist fix zusammengerührt, schnell im Ofen und man kann sich relativ sicher sein, dass das, was man gleich wieder herausholt, auch schmecken wird. Okay, diese Blondie-Variante erfordert noch ein Wasserbad und das sorgsame Verteilen von Himbeeren auf dem Teig, aber ich bin mir sicher, dass ihr das gut hinbekommt. Die knatschige Kombination aus Frucht und Schokolade ist es auf jeden Fall wert.

    Himbeer-Blondies mit weißer Schokolade Rezept Feed me up before you go-go-3-2

    Himbeer-Blondies mit weißer Schokolade (für eine 20 x 20 cm-Brownie-Backform):

    225 g weiche Butter + etwas mehr zum Einfetten der Form
    90 g brauner Zucker
    70 g Palm- oder Muskovadozucker
    1 Vanilleschote
    abgeriebene Schale von 1 Bio-Zitrone
    2 Eier
    225 g Mehl
    1 TL Backpulver
    1 gute Prise Salz
    100 g weiße Schokolade
    200 g frische Himbeeren
    Puderzucker zum Bestäuben

    1. Butter und beide Zuckersorten in einer Schüssel schaumig schlagen. Vanilleschote auskratzen und das Mark zusammen mit der Zitronenschale hinzufügen. Die Eier einzeln unterrühren. Mehl, Backpulver und Salz vermischen und unter die Buttermischung rühren.

    2. Den Ofen auf 175°C vorheizen. Die Schokolade in kleine Stücke brechen und in einer Schüssel im Wasserbad schmelzen, dann unter den Teig rühren. Die Himbeeren in der Zwischenzeit waschen. Den Teig in eine gefettete Backform geben und glatt streichen. Die Himbeeren darauf verteilen und leicht in den Teig drücken.

    3. Den Kuchen ca. 35 Minuten auf der mittleren Schiene des Ofens backen. Der Teig sollte am Rand gerade durch, aber in der Mitte noch etwas klebrig sein. Nach dem Abkühlen mit Puderzucker betäuben, in kleine Quadrate schneiden und servieren.

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    Gegessen, Gekauft, Gereist, Getrunken, Ulm

    Zwischen Hahnhoden & Balkan-Pop: das Internationale Donaufest in Ulm

    Ulm Internationales Donaufest 2016 Feed me up before you go-go-6

    Wir sind absolut keine Stadtfest-Typen! Schuld daran ist wohl das Aufwachsen in der mittelhessischen Provinz, in der sich kulturelle Highlights besonders in den jährlich wiederkehrenden und mit zunehmenden Alter immer unerträglicher werdenden Stadtfesten manifestierten. Drittklassige Coverbands mit den durchgenudelsten Hits von vorgestern, heute und übermorgen, Gymnastikeinlagen des Turnvereins Hintertupfingen und verkokelte Bratwurstmeter versprühen einen Charme, dem wir bis heute ziemlich gut widerstehen können. Auch die Tatsache, dass wir während des Studiums mitten in der Marburger Fußgängerzone wohnten und an Festtagen Panflöten-Trios mit vier-Lieder-Sets in Endlosschleife direkt unter unserem Fenster ertragen mussten, ließ uns und Stadtfeste keine Freunde werden.

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    Man verzeihe uns also, dass wir eine ordentliche Portion Skepsis im Gepäck haben, als wir Anfang Juli für ein Wochenende nach Ulm reisen. Denn man hat uns nicht nur eingeladen, die Stadt kennenzulernen, sondern auch das Internationale Donaufest zu besuchen. Gespannt, was uns erwarten würde, beziehen wir zunächst unser Hotel in Neu-Ulm. Als wir die Fenster öffnen, wird klar, warum wir im Golden Tulip Parkhotel untergebracht sind – näher am Donaufest könnte man wirklich nicht wohnen, wir sind quasi mitten im Geschehen: Die Donau zum Greifen nah, Essensgerüche in der Nase, rund ums Flussufer Stände und direkt vor dem Fenster eine Band, die sich für ihren Auftritt bereitmacht. Es scheint, als wäre es Zeit, unser Stadtfesttrauma zu überwinden und uns ins Donaufest zu stürzen!

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    Seit 1998 findet das Internationale Donaufest im Zwei-Jahres-Turnus statt und bringt die zehn Länder, durch die sich der zweitlängste Fluss Europas schlängelt, ganze zehn Tage lang im Sommer in den Schwesterstädten Ulm und Neu-Ulm zusammen. Dabei steht nicht nur das Feiern im Vordergrund, sondern auch der kulturelle, künstlerische und kulinarische Austausch über Ländergrenzen hinweg und das gegenseitige Kennenlernen. Zunächst müssen wir allerdings eine Ländergrenze anderer Art überwinden und vom bayrischen Neu-Ulm ins baden-württembergische Ulm wechseln. Wir könnten natürlich zu einer der vielen Brücken laufen, doch wir sind faul und finden eine viel bequemere (und aufregendere) Möglichkeit: Gemächlich schiebt sich eine Solarfähre von Flussufer zu Flussufer (1€) und gleich nebenan sind die Zillenfahrer_innen am Werk, die die Gäste des Festes gegen ein Trinkgeld in kleinen Ruderbooten – den traditionellen Ulmer Zillen – auf die andere Seite der Donau befördern.

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    In Ulm angekommen bahnen wir uns den Weg durch die immer zahlreicher werdenden Besucher_innen. Es ist Freitagabend, herrlichstes Sommerwetter – beste Voraussetzungen also für ein Abendessen im Freien. Beim Schlendern über den Markt der Donauländer dringen so viele unterschiedliche Gerüche zu uns, dass wir uns kaum entscheiden können, welches Land unser Abendessen servieren darf. Im Gegensatz zu anderen Stadtfesten ist die Auswahl der angebotenen Speisen auf dem Donaufest äußerst abwechslungsreich – so bieten die teilnehmenden Donauländer typische Landesspezialitäten an, die man sonst außerhalb der Landesgrenzen vermutlich eher selten probieren kann. Es gibt Gulasch in zahlreichen Varianten, deftige Fleischgerichte, Fischsuppe im Brotlaib, Holzofen-Burger, vegetarische Dinnele, Palatschinken und mehr. Bestimmendes kulinarisches Thema des Festes ist jedoch ein ungarisches Hahnhodengulasch, das angeblich „nicht so schlimm wie erwartet“ schmecken soll – keine allzu verlockende Beschreibung des Abendessens, also ziehen wir weiter und landen vor einem Stand mit regionalen Spezialitäten aus Bulgarien. Bulgarische Pommes mit sehr viel Knoblauch und geriebenem Schafskäse sollen es sein, dazu eine Banitza – ein gefüllter Teigfladen mit Ei, Käse und Joghurt. Ein paar Stände weiter greift der Mann noch einen Teller Lamm vom Spieß mit Mangold-Kräuter-Pesto und Kartoffeln auf und zeigt sich überrascht ob der hohen Qualität des Essens. Schön sind die vielen Sitzmöglichkeiten, die das Fest bietet – überall entlang des Marktes findet man Bänke und Tische zum Niederlassen. Besonders nett ist es im „Weindorf“, in dem, wie der Name vermuten lässt, Weine aus unterschiedlichen Anbaugebieten angeboten werden und zwischen Ständen und Bühnen immer wieder kleine Sitznischen zum Verweilen einladen. Und wer keinen Sitzplatz finden sollte, nimmt sein Essen einfach mit ans Flussufer und kühlt beim Essen und Weinschlürfen die müden Füße in der Donau.

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    Auch in den nächsten Tagen zieht es uns noch einige Male auf das Donaufest – vielleicht liegt’s am guten Wetter (oder am Wein??), aber die Atmosphäre am Fluss ist so einladend und entspannt, dass selbst wir Gefallen am Stadtfest finden. Jedes Fest sollte sich wohl einen Fluss „besorgen“! Wir schlendern gemütlich über den Markt – auch dort zeigt sich die Vielfalt der Kulturen der Donau-Anrainerstaaten in einem abwechslungsreichen Angebot an Kunsthandwerk und Kulinarik: Handgefertigtes wie Keramik, Schmuck, Kleidung & Co. wechseln sich ab mit Honig, Baumstriezeln, Marzipanbällchen und anderen Spezialitäten aus dem Donauraum. Untermalt wird unser Bummel von traditioneller Musik, Jazzklängen und Balkan-Beats, die von den unterschiedlichen Bühnen zu uns vordringen.

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    Zu den Ständen gesellt sich während der zehn Tage ein umfangreiches Begleitprogramm mit Konzerten, Theatervorführungen, wissenschaftlichen Vorträgen, literarischen Abenden und Workshops. Leider verpassen wir das erstmals stattfindende Brückenfrühstück, bei dem Ulmer Bürger_innen und Vereine am letzten Tag des Festes jeweils die Patenschaft über einen Tisch übernehmen und auf der Herdbrücke Gäste bewirten. Eine schöne Idee, die hoffentlich zu einer regelmäßigen Veranstaltung wird. Ordentlich gefeiert wird auch der letzte Abend des Festes mit einem bombastischen Feuerwerk über der Donau. Wir suchen uns einen Platz am Neu-Ulmer Ufer, um so die explodierenden Farben vor der Kulisse des Ulmer Münsters und der Altstadt vor uns zu haben. Belohnt werden wir mit einem der gigantischsten Feuerwerke, die wir bisher erlebt haben. Ein letztes Mal laufen wir über den Markt zu unserem Hotel, ein Gläschen Wein in der einen Hand, Zimt-Baumstriezel in der anderen. Stadtfestversöhnt und mit Balkan-Pop im Ohr schlafen wir ein. Und wer weiß, vielleicht sehen wir uns in zwei Jahren zum Donaufest wieder – das Brückenfrühstück müssen wir ja schließlich noch nachholen!

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    Ganz herzlichen Dank an Ulm/Neu-Ulm Touristik, das Internationale Donaufest und die ARGE Deutsche Donau für die Einladung zu diesem schönen Wochenende! Unsere Meinung bleibt dabei, wie immer, unsere eigene.

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