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Feed me up … auf der eat&style München

Was macht man nach einer 70-Stunden-Arbeitswoche? Genau, den Samstag nicht im Bett verbringen, sondern schön aufstehen und rausfahren in den Norden Münchens. Eigentlich würden mich in so einem Fall keine zehn Pferde dazu bringen, aber da es ums Essen geht, mache ich natürlich eine Ausnahme. Die eat&style gastierte letztes Wochenende im Zenith und das konnten wir uns natürlich nicht entgehen lassen. Also ab in die U-Bahn, durch die Massen an gröhlenden 1860-München-Fans gequetscht und rein ins kulinarische Wunderland. Wir wussten gar nicht so recht, was uns genau erwarten würde, nur dass die Messe irgendwie mit den Themen Essen, Trinken und Genuss zu tun hat und es eine Kochshow mit Stefan Marquard geben sollte.

Gleich zu Beginn präsentierten sich die Rioja-Weine und dort blieben wir Alkis erstmal für drei halbe Gläser Wein hängen. Zugegebenermaßen haben wir beide nicht besonders viel Ahnung von Wein, aber der rote 2006er Navajas von Bodegas Navajas (ca. 9€ pro Flasche, links vorne zu sehen), den wir zum Schluss probieren durften, war schon sehr lecker: nicht zu trocken, leicht süß, schön sanft. Als Senfexpertin war Frau Wu außerdem besonders vom Stand der Historischen Senfmühle Monschau angetan (unbedingt die Sorte Honig-Mohn probieren!!!), der gleich am Eingang mit sämtlichen Senfkreationen (sogar in Pralinenform!) auf sich aufmerksam machte. Die rote Grütze von Zum Dorfkrug (in der Mitte rechts) ein paar Stände weiter war übrigens so lecker, dass wir gleich das Messesonderangebot genutzt und eine Tüte Sylter Salatfrische inkl. 5 Salatsoßen und Roter Grütze mit Vanillesoße für 5€ mitgenommen haben. Fast wurden wir auch am Stand von Salatfritz schwach, die unter ihren ausgefallenen (teilweise veganen) Bio-Gourmet-Saucen auch eine 8-Kräuteressenz für Grüne Sauce anbieten – für Exil-Hessen wir uns genau das Richtige!

Am Gemeinschaftsstand der Jungen ökologischen Gemeinschaft gab es u.a. Bio-Gewürze von Spice for Life, die in kleinen ansprechenden Schachteln daherkommen. Frei nach dem Motto „Fruchten statt Zuckern“ wurde dort außerdem ein neues Fruchtpulver angeboten, das zu 100% aus Bio-Früchten besteht und zum Abschmecken von Gerichten und Soßen, aber auch für Limonaden und Milchshakes genutzt werden kann. Das klingt spannend und wir freuen uns, dass wir dieses Produkt demnächst ausführlich testen und vorstellen dürfen! Die Nüsse vom Krebaer Nusswerk, die wir probieren durften, hinterließen dagegen einen zwiespältigen Eindruck. Die Mandel-Blaubeer-Honig-Cubes waren lecker, während die Balsamico-Cashews den Mund mit einem unangenehm fleischigen Nachgeschmack füllten. Glücklicherweise lag in unmittelbarer Nähe der Amarula-Stand, wo wir den fiesen Nachgeschmack mit leckerem Sahnelikör wegspülen konnten.

We proudly present: our new toaster. Naja fast – zumindest ist der kleine türkise Kenwood-Toaster gleich auf dem Amazon-Wunschzettel gelandet. Ein paar Stände weiter versuchte Kanada heimische Produkte zu vermarkten und verteilte Lachs, Pfannküchlein und Blaubeermuffins, die von gierigen Händen innerhalb weniger Sekunden vom Teller gefischt wurden. Besonders ins Auge fiel weiterhin der candy-shop-artige Stand von Market Grounds, der mit allerlei hübschen und interessanten Produkten (von Erdbeer-Lakritz, über Maple Fudge, bis hin zu altenglischen Crisps) aufwartete. Schade, dass die Sorte „Mixed Roots“ – Gemüsecrisps aus Karotten, Pastinaken und roter Bete – nicht zum Probieren angeboten wurde, die hätte uns doch sehr interessiert. Doch die Apfelessig-Crisps („Aspall Cyder Vinegar“) waren ein würdiger Ersatz und dürfen ab sofort öfter mal in unsere Speisekammer einziehen.

Kulinarisches Gastland war übrigens Indonesien. Wir haben dort zwar nichts gegessen, es duftete aber himmlisch beim Vorbeischlendern. Messerstände gab es auch in Hülle und Fülle: Ich habe mich gleich in eine 350€-Klinge verliebt, die eine Tomate (und wahrscheinlich auch meinen Finger) quasi ohne mein Zutun zerteilt.

Ein völliger Flop war leider die groß angekündigte Home&Lifestyle-Erlebniswelt, die Design, Style und Wohnaccessoires versprach. Darunter hatten wir uns irgendwie mehr vorgestellt als nur ein popeliges Zelt mit ein paar Gartenmöbeln und Buddhastatuen. Nach 30 Sekunden waren wir schon wieder draußen und widmeten uns lieber den wichtigen Dingen, wie zum Beispiel dem Abschließen von Probeabos für Sweet Paul & So is(s)t Italien.

Im nett gestalteten Außenbereich warteten mehrere Grills auf die Teilnehmer des „Men’s World Wintergrillen“ (übrigens, die 50er Jahre haben angerufen und hätten gerne ihre Geschlechterrollen zurück …), die Sonne schien auf den kleinen Biergarten und für etwas übertriebene 5€ konnte man eine Portion Maronen frisch aus der Pfanne bekommen.

Highlight war natürlich die Kochshow mit Stefan Marquard, die am Samstag gleich mehrmals stattfand. Innerhalb von knapp 40 Minuten bereitete der TV-Koch (oder laut Pressemappe „Starkoch“) zwei Gerichte zu, gab Tipps zum Küchenalltag und unterhielt das Publikum mit seiner lockeren, sympathischen Art. Obwohl ich zu Beginn peinlich laut auf mich aufmerksam machte, wurde ich leider nicht an den Probiertisch eingeladen und durfte die Nudelpfanne und die Armen Ritter nur aus der Ferne bewundern.

Fazit

Drei bis vier Stunden kann man seinen Besuch auf der eat&style schon ausdehnen, dann reicht es aber auch und man hat so ziemlich alles gesehen und probiert. Denn etwas abwechslungsreicher (gefühlt gab es an jedem dritten Stand Feigensenf) und vor allem innovativer hätte die Auswahl bei den Ausstellern schon sein dürfen. Gerade ein paar neue, ausgefallene Produkte für ein jüngeres Publikum wären schön gewesen. Ein Besuch an einem freien Wochenende lohnt sich trotzdem. Gelegenheit dazu hat man im November noch zweimal: in Köln vom 16.-18.11. und in Stuttgart vom 23.-25.11. Eintritt: 13€ pro Person. Weitere Infos gibt es unter www.eat-and-style.de.

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Keine Kommentare

  • Reply prostmahlzeit

    Wow, tolle Bilder!!!! Das Fruchtpulver fand ich auch supergut. Und ihr habt euch sogar die Kochshow reingezogen – Respekt! Klingt nach einem Erlebnis 🙂

    7. November 2012 at 13:17
    • Reply steffen

      Danke 🙂 Wir sind auch extra am Samstag gegangen weil wir Stefan Marquard spannender als Alexander Herrmann fanden …

      8. November 2012 at 14:59
  • Reply Frl.Moonstruck

    Oh toll! Hätte ich nicht viel zu spät davon erfahren, dass die Messe an dem Wochenende in München ist, wäre ich auch da gewesen! Das nächste Mal dann 😉
    LG

    12. November 2012 at 13:14
    • Reply Kitty Wu

      Die Food & Life kommt auch diesen Monat nach München und ist vom 28.11.-01.12.12 auf dem Messegelände. Vielleicht wäre das was?

      13. November 2012 at 18:05

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